Tanz

Ballettabend CRANKO PUR
Anlässlich John Crankos 90. Geburtstag hat Ballettintendant Reid Anderson für den Ballettabend CRANKO PUR drei eher selten gesehene choreographische Schmuckstücke aus dem Cranko-Repertoire zusammengestellt: L’Estro Armonico, Brouillards und Jeu de Cartes.
Zu drei Stücken aus Antonio Vivaldis Konzertzyklus L’Estro Armonico kreierte Cranko 1963 sein gleichnamiges Ballett und bewies einmal mehr den für ihn typischen, erstaunlichen choreographischen Ideenreichtum, mit dem er Musik tänzerisch Gestalt annehmen ließ.
Unter den zahlreichen kürzeren Stücken, die Cranko für das Stuttgarter Ballett schuf, wird sein zyklisches Ballett Brouillards von Kennern besonders geschätzt. Cranko choreograp

hierte es zu neun stimmungsvollen Préludes für Klavier von Claude Debussy.
Poetische Bilder fädeln sich zu einer tänzerischen Perlenkette auf, jedes erzählt eine eigene kleine Geschichte: von beschwingt bis melancholisch, von virtuos bis dramatisch. Der Ballettabend CRANKO PUR schließt mit dem humorvollen wie genialen Jeu de Cartes, das Cranko 1965 zur gleichnamigen Musik des berühmten Ballett-Komponisten Igor Strawinsky schuf. Ursprünglich 1937 für den Choreographen George Balanchine komponiert, gilt doch Crankos Version dieses Balletts bis heute als die gelungenste. Mit choreographischem Witz
und musikalischer Finesse erweckt er ein Pokerspiel zum Leben. Drei Mal werden die Karten gemischt, drei Mal ergeben sich neue Spielsituationen, die von der Figur des Jokers (der beim Poker eigentlich gar nicht zum Blatt gehört) durcheinander gebracht werden.
PREMIERE am 3. Oktober 2017 im Opernhaus Stuttgart
Weitere Vorstellungen im Opernhaus 6. / 7. Oktober / 13. / 15. / 18. / 26. und im November 2017

Schwanensee

Zur Vorweihnachtszeit nimmt das Stuttgarter Ballett mit Schwanensee einen absoluten Klassiker wieder auf. Die Stuttgarter Fassung dieses berühmten Balletts zur Musik von Peter Iljitsch Tschaikowsky stammt natürlich von John Cranko, der sich dem 120 Jahre alten Stoff im Jahr 1963 annahm und – wie bei allen seinen Handlungsballetten – mit untrüglichem erzählerischem Gespür eine eindrückliche Liebesgeschichte mit lebendigen Charakteren und großer emotionaler Tiefe erzählt. Die zeitlose Thematik von Liebe, Treue und Verrat und natürlich die berühmten „weißen“ Akte machen Schwanensee zu einem klassischen Ballettgenuss für Zuschauer jeden Alters.
Vorstellungen im Opernhaus: Stuttgart 9. / 14. / 15. / 18. / 23. / 25. / 30. Dezember 2017 /
6. Januar / 6. / 10. (nm/abd) / 15. / 19. /20. / 31. Mai 2018

Der Tod und das Mädchen
Unzählige Eindrücke und Erfahrungen füllen unser Leben wie einen riesigen Ballon, während wir versuchen, einen Platz und Sinn in ihm zu finden. Stets bemüht, unserem Gefühl zu vertrauen und unseren Sehnsüchten Zuversicht zu geben, hoffen, lieben und kämpfen wir, um größtmögliche Erfüllung im Laufe eines Lebens zu erfahren. Aber in uns wohnt auch die Angst vor dem Tag, an dem uns das Kämpfen genommen wird und wir noch nicht angekommen sind. Der Tod ist eine der wesentlichsten Erfahrungen der menschlichen Existenz, alles läuft auf ihn hinaus und er wird mit absoluter Gewissheit stattfinden.
Auch in dieser Spielzeit hat sich Stephan Thoss für die erste Premiere ein abendfüllendes Tanzstück vorgenommen: Der Tod und das Mädchen. Inspiriert von dem gleichnamigen Streichquartett Franz Schuberts spürt Thoss dem schaurigen wie erotischen Motiv des personifizierten Todes als Verführer einer jungen Frau nach und lässt seine Choreografie um die Themen Leben und Tod kreisen. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines Mädchens, das mehrmals auf eine dunkle Macht trifft. Als Kind und junge Frau Reinheit, Jugendlichkeit, Unberührtheit und Unschuld verkörpernd, hat sie einerseits Angst vor dem Dunklen und Unbekannten, gleichzeitig üben riskante oder gefährliche Situationen einen besonderen Reiz auf sie aus. Während sie in der Geborgenheit der Familie heranwächst und die erste Liebe wie den ersten Rausch erlebt, erfährt sie die schwer einzuschätzende Grenze zwischen Leben und Tod. Man bangt um das Mädchen und hofft, dass der Tod es nicht zu früh „mitnehmen“ möge oder es gar freiwillig mit ihm ginge…
Wie der Sommer die Kühle des Winters und der Tag die Ruhe der Nacht braucht, so brauchen wir für das Überleben auch das Ein- und Ausatmen, benötigt das Leben den Tod. Ohne ihn folgt kein neues Leben gemäß dem Zyklus der Natur vom Werden und Vergehen – eine Balance, die die Natur schuf und an der wir teilhaben. Deshalb sagt Stephan Thoss’ Tanzstück bewusst »Ja« zu beiden. Genau das gibt uns die Kraft, mit größter Leidenschaft zu leben, lieben und zu tanzen.
Um allen Interessierten die Möglichkeit zu geben, die Arbeitsatmosphäre zu schnuppern, und ihnen vorab Einblicke in die Inszenierung zu gewähren, findet am 26. Oktober eine öffentliche Probe und am 5. November die Einführungsmatinée statt.
PREMIERE am  11. November 2017 am Nationaltheater Mannheim

Dusk
An der Schwelle zwischen Ende und Neubeginn liegt ein Ort der Dämmerung, an dem sich die Zeit unendlich zu dehnen und gleichzeitig unausweichlich abzulaufen scheint. Für die Verweildauer eines langen Moments verdichten sich Empfindungen, die an die äußersten Pole der menschlichen Gefühlspalette rühren. Diesem transzendenten Zustand zwischen Festhalten und Loslassen, zwischen tiefster Kontemplation und aufkeimender Hoffnung entspringt die Inspiration für Nanine Linnings neustes und vielleicht persönlichstes Stück. In unmittelbarer Direktheit fängt die Bewegung Empfindungen von Sehnsucht und Ehrfurcht vor dem Unumgänglichen ein. Dusk ist ein Tanzstück in seiner reinsten Form. Auf die Essenz konzentriert, vertraut es ganz dem intuitiven Wissen des Körpers. Die Persönlichkeiten der zwölf Tänzer führen die Choreografie, deren ganz eigene Erzählweise emotional erfasst werden will. Die poetischen Klänge Mahlers, vorgetragen vom Philharmonischen Orchester Heidelberg, bilden die musikalische Kulisse für das Stück, für das Nanine Linning erstmals mit dem Generalmusikdirektor Elias Grandy zusammenarbeitet.
Uraufführung/ Premiere am Sa 11.November 2017 am Theater Heidelberg

Falco –The Spirit never dies
Tanz-Reminiszenz an die verrückten 80er Jahre mit einem Feuerwerk an Welthits
„The spirit never dies – we last forever“: Ob „Rock me Amadeus“, „Der Kommissar“, „Jeanny“ oder „Vienna calling“ – die Welthits des Wiener Ausnahmekünstlers Falco sind bis heute unvergessen und erleben gerade in diesen Tagen – im Gedenken an seinen 60. Geburtstag – eine neue Erfolgswelle. Nicht nur die Originalversionen sind im Radio zu hören; auch zahlreiche angesagte Remixe haben dafür gesorgt, dass die Songs auf den Tanzflächen der Clubs aktuell weiterleben. Kein Wunder: Falco, der 1998 bei einem Autounfall ums Leben kam, schaffte es sogar an die Spitze der amerikanischen Charts und galt mit seinem Rapgesang als Pionier der deutschsprachigen HipHop-Szene. Die australische Choreografin Amy Share-Kissiov stellt sich dem Pforzheimer Publikum zum ersten Mal vor und bringt Falcos Hits als Musical-Ballett auf die Bühne. Das Stück orientiert sich an wichtigen Lebensstationen des Musikers Hans Hölzl, die nicht nur von Erfolgen, sondern auch von privaten Tiefschlägen sowie Drogen- und Alkoholmissbrauch gekennzeichnet waren. Neben den bekanntesten Hits sind in der mitreißenden Choreografie mit gesanglicher Live-Begleitung durch ein Falco-Double auch einige musikalische Neuentdeckungen zu hören, die den großen Facettenreichtum des Stars unter Beweis stellen. Inszenierung und Choreografie — Amy Share-Kissiov
Premiere am 30.September 2017 im Theater Pforzheim

 

Foto: fotolia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.