Fawzi Haimor

Fawzi Haimor heißt der neue Chefdirigent der Württembergischen Philharmonie Reutlingen. Der Amerikaner war der letzte von insgesamt 18 Gastdirigenten, die sich während des Auswahlverfahrens dem Orchester vorgestellt hatte. Er wird sein erstes Konzert am 18. September in der Stadthalle Reutlingen dirigieren.
Der 1983 in Chicago geborene Dirigent mit Wurzeln im Mittleren Osten und den Philippinen tritt damit die Nachfolge von Ola Rudner an, der von 2008 bis 2016 als Chefdirigent wirkte. WPR-Intendant Cornelius Grube: „Mit Fawzi Haimor haben wir eine ungewöhnlich vielseitige Persönlichkeit gewinnen können, die perfekt zu dem innovativen und breitgefächerten Profil der Württembergischen Philharmonie Reutlingen passt, für das sie weit über die Region hinaus bekannt ist. Mit ihm werden wir uns auf allen Ebenen unseres orchestralen Wirkens weiterentwickeln können. Ich freue mich schon darauf, mit Fawzi Haimor auch die Planungen für unsere Jubiläumsspielzeit 2020/2021 zum 75-jährigen Bestehen des Orchesters in Angriff nehmen zu können. Zudem hat er aus seiner Zeit als Resident Conductor in Pittsburgh große Erfahrung im unverzichtbaren Bereich der Musikvermittlung erworben. Auch diesbezüglich passt er bestens zu uns, denn wir haben uns auf diesem Gebiet ja auch einen herausragenden Namen gemacht.“
Nicht zuletzt freute sich Fawzi Haimor selbst: „Reutlingen hat ein Orchester mit außergewöhnlichen Musikern und einer langen musikalischen Geschichte. Die Einladung, Mitglied dieses wunderbaren Ensembles zu werden, ist eine große Ehre für mich. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und auf meine neuen Kollegen bei der Württembergischen Philharmonie Reutlingen. Unser gemeinsames Ziel ist es, das hohe künstlerische Niveau stetig weiter zu entwickeln, und den Menschen in Reutlingen und in der Welt Aufführungen von höchster Qualität zu präsentieren.“

Der bisher jüngste Dirigent am Pult des Reutlinger Orchesters ist auch begeistert von dem neuen Konzertsaal und seiner tollen Akkustik. Tatsächlich hat der junge Amerikaner, der neben seinem Musikstudium auch noch Neurobiologie studierte und neben Englisch auch Arabisch muttersprachlich spricht, bereits eine bemerkenswerte Karriere an den Tag gelegt. Zugunsten seiner sich steil entwickelnden internationalen Karriere beendete er im letzten Jahr seinen Vertrag als Resident Conductor beim Pittsburgh Symphony Orchestra, wo er Konzerte mit großer programmatischer Bandbreite, u.a. Klassik, Pop und Education, dirigiert hatte und angesehene Dirigenten wie Manfred Honeck, Leonard Slatkin, Gianandrea Noseda, Rafael Frühbeck de Burgos und Jan Pascal Tortelier vertrat. In den letzten Jahren debütierte Fawzi Haimor erfolgreich beim Orchestre de Chambre de Paris, NDR Radiophilharmonie Hannover, WDR Funkhausorchester, BBC Philharmonic Orches-tra, Orquesta Sinfonica do Porto, Oulu Sinfonia, Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi, Qatar Philharmonic, Orchestre Philharmonique du Luxembourg, Kyoto Symphony, The Florida Orchestra und Indianapolis Symphony. Höhepunkte der Saison 2016/17 waren u.a. sein Debüt beim New Zealand Symphony Orchestra und bei der Württembergischen Philharmonie Reutlingen sowie Konzerte mit dem Louisiana Philharmonic Orchestra und New West Symphony Orchestra. Wiedereinladungen führen ihn zur New Mexico Philharmonic und dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg.

Fawzi Haimor © Kelly Newport

Fawzi Haimors Repertoire umfasst u.a. Werke der deutschen Spätromantik sowie russische und amerikanische Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts. Er ist außerdem ein engagierter Verfechter zeitgenössischer Musik und dirigierte Uraufführungen von Komponisten wie Kevin Puts, Bela Fleck, Mohammed Fairouz und Avner Dorman. Mit eloquenten Moderationen vom Dirigentenpult führt er auch unerfahrenes Publikum spannend und unterhaltsam an klassisches Repertoire heran und kann sich vorstellen, künftig musikalische Ausflüge zu Blues und Hip Hop zu unternehmen. Die deutsche Sprache möchte der Vater von drei Töchtern nun so rasch wie möglich erlernen und hat bereits damit begonnen. Fawzi Haimor absolvierte zunächst ein Violinstudium an der Jacobs School of Music der Indiana University. Dort studierte er auch Dirigieren, u.a. bei David Effron und Arthur Fagen. Nach Bachelor-Abschlüssen in Musik und Neurobiologie erwarb er Masterabschlüsse als Dirigent an der University of California-Davis und an der Indiana University. Als Assistant Conductor  des Alabama Symphony Orchestras gründete er das Alabama Symphony Jugendorchester und war dessen erster musikalischer Leiter.

 
Fotoganz oben: Fawzi Haimor © Rob Davidson

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