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Das SCHAUWERK Sindelfingen zeigt bis 16. September 2018
eine große Überblicksschau des Malers Rupprecht Geiger

Rupprecht Geiger 771/85, 1985, Foto: Frank Kleinbach © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Werke aus dem umfangreichen Bestand der Sammlung Schaufler werden durch zahlreiche Arbeiten des Archiv Geiger, München und wichtige Leihgaben aus allen Schaffensphasen des Künstlers ergänzt. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Gemälden und Farbräumen.
Rupprecht Geiger zählt zu den wichtigsten abstrakten Malern der deutschen Nachkriegsavantgarde. Zeit seines Lebens war die Farbe – insbesondere die Leuchtkraft der Farbe Rot – das Hauptthema seiner Arbeiten. „Farbe ist Energie“, sagte Geiger, womit er einen auch für die Sammler Peter Schaufler (†) und Christiane Schaufler-Münch elementaren Grundsatz zum Ausdruck brachte. Innerhalb der Kollektion Schaufler spielt die Erfahrung intensiver Farbigkeit eine wichtige Rolle.
Sein Leben lang experimentierte Geiger mit Farbe. Sein Bestreben war es, die Farbe zu isolieren, um ihr einen autonomen Charakter zu verleihen. Die Farbpigmente, gebunden auf der Leinwand, strahlen nicht nur in den Raum hinein, sondern werden weiterführend zu konkret begehbaren Farbräumen: Farbe wird zum unmittelbaren Erlebnis. Einige dieser Farbräume, die das Lebensgefühl des Betrachters steigern sollten, realisierte er, andere blieben Entwürfe. Im SCHAUWERK ist neben einer 2001 als Beitrag für die Biennale in São Paulo entstandenen Werkgruppe auch die Rote Trombe aus dem Jahr 1985 zu sehen. Anhand der Werkgruppe der Metapherzahlen aus der Sammlung Schaufler werden exemplarisch unterschiedliche Werkstadien und Gattungen wie Entwürfe, Grafit- und Ölkreidezeichnungen sowie Skizzen und Modelle aus dem Nachlass von Rupprecht Geiger präsentiert.
Geiger studierte zunächst Architektur, wandte sich dann aber als Autodidakt der Malerei zu. 1940 wurde er als „Kriegsmaler“ eingezogen und malte russische Landschaften in stark leuchtenden Farben. Nach dem Krieg war Geiger Mitbegründer der Malergruppe „ZEN 49“ und zählte damit zu den Pionieren der abstrakten Malerei in Deutschland. Als einer der ersten Maler schuf er 1948 Bilder in nicht rechteckigem Format, noch vor den amerikanischen „shaped canvases“. Ab Ende der 1960er-Jahre beherrscht die Form des gedrückten Kreises die Bilder Geigers, die er später durch leuchtend, körperlos erscheinende Rechtecke ablöst. Die gesprühte Farbe und die Verwendung von Tagesleuchtpigmenten verstärken den Eindruck des Immateriellen.

Rupprecht Geiger Ausstellungsansicht, Metapherzahlen 6, 0, 9, 1984, Foto: Frank Kleinbach © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Weitere Infos:
SCHAUWERK Sindelfingen
Eschenbrünnlestraße 15/1
71065 Sindelfingen
Tel. 070 31 932-49 00
www.schauwerk-sindelfingen.de

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