Scharf geschnitten. Vom Scherenschnitt zum Papercut

Zum Auftakt Ihres 10-jährigen Jubiläums widmet sich die Galerie Stihl Waiblingen der faszinierenden Vielfalt des Scherenschnitts gestern und heute. Die Kunst besteht dabei im Weglassen: In erster Linie lebt die Technik von einer strengen Reduktion auf den Umriss der Motive. Doch bietet sie zugleich Raum für verschiedenste gestalterische Ansätze: von klaren Konturen über Dekorativ-Verspieltes und raumgreifende Installationen bis hin zur nüchternen technischen Perfektion.

Adolph von Menzel, Brustbild eines älteren, bärtigen Mannes, um 1840 © bpk / Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin / Jörg P. Anders

Ihre Blütezeit erlebte die traditionelle Technik des Papierschneidens um 1800. Im Fokus der historischen Arbeiten steht die gebürtige Waiblingerin Luise Duttenhofer (1776–1829), die zu Lebzeiten weit über die Region hinaus bekannt war. Sie greift typische Themen ihrer Epoche auf; in ihren Werken verbinden sich handwerkliche Präzision mit genauer Beobachtungsgabe und teils überraschenden Bildfindungen. Arbeiten von Luise Walther, Philipp Otto Runge und Adolph von Menzel vervollständigen die historische Sektion der Schau.
In den letzten Jahren erlebt der Scherenschnitt eine regelrechte Renaissance. Künstlerinnen und Künstler greifen die traditionellen Gestaltungsformen und Themen auf und interpretieren diese auf vielfältige und überraschende Weise neu. Insgesamt 14 zeitgenössische Positionen, darunter Kara Walker, Marcel Odenbach und Georgia Russell, zeigen die beeindruckende gestalterische Bandbreite des Scherenschnitts in der Gegenwartskunst: Rauminstallationen, Animationen und plastische Objekte erweitern die Grenzen des Mediums.


Weitere Informationen: Galerie Stihl Waiblingen,
Weingärtner Vorstadt 12, 71332 Waiblingen, Fon 07151/5001-1686,
www.galerie-stihl-waiblingen.de,
Öffnungszeiten: Di. bis So. 11-18 Uhr, Do. bis 20 Uhr

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