HERMANN PLEUER.
Ein schwäbischer Impressionist

Hermann Pleuer, der 1863 in Schwäbisch Gmünd geboren wurde und 1911 mit nur 47 Jahren starb, zählt zu den wichtigsten Vertretern des Impressionismus in Süddeutschland. Weithin berühmt wurde er durch seine Eisenbahnbilder, die »hinter Monets Bildern der Gare Saint-Lazare nicht zurückstehen« (Julius Baum). In zahlreichen Gemälden umkreiste er immer wieder dieses Sujet: Züge bei voller Fahrt, menschenerfüllte Bahnhofshallen, rauchgeschwärzte Lokschuppen, bei Regen und Schnee, in hellem Licht und bei Nacht, aus der Vogelschau oder der Perspektive eines Schwellenlegers. Dabei interessierte ihn der farbige Schein der Dinge weniger als ihr Wesen, das sich dahinter verbirgt. Freilich lag ihm auch daran, die vielen Möglichkeiten auszuschöpfen, die dieses Thema bietet: den Glanz der spiegelglatten Schienen, den Dunst der staubgeschwängerten Luft, die Brechung und Verfärbung des Lichts im aufwirbelnden Dampf der Lokomotiven. Nur mittelbar aus dem Gegenstand gewonnen, leben Pleuers Eisenbahnbilder aus dem elementaren Gegeneinanderströmen von schweren opaken Farbmassen und transparenten farbigen Tönen, aus der Spannung von statischen und dynamischen Momenten und nicht zuletzt aus dem großzügig in Szene gesetzten Spiel von mit breitem Pinsel gesetzten Rhythmen, welche die Fläche in Atem halten. Pleuer war jedoch nicht nur der »Maler der Eisenbahn«.

Hermann Pleuer, Bahnhofshalle im Alten Stuttgarter Bahnhof, 1907, Öl auf Karton, 38 x 49 cm, Sammlungenim Musum Prediger.

Auch im Bereich der Porträt- und Landschaftsmalerei schuf er Werke von Bedeutung. Dazu kamen Mondscheinidyllen, in denen der nächtliche Zauber einsamer Dorfstraßen oder das Motiv badender Frauen am Weiher in einem stark ausgeprägten Helldunkelkontrast in den Mittelpunkt der Darstellung treten. Ausgangspunkt der Ausstellung zum 155. Geburtstag des Künstlers ist der Bestand an 31 Gemälden Pleuers in den Sammlungen des Gmünder Museums. Ergänzt um bedeutende Leihgaben aus Museums- und Privatbesitz ermöglichen 62 Gemälde eine übergreifende Perspektive auf das vielgestaltige OEuvre des Künstlers und einzelne Schaffensperioden. Es erscheint ein Katalog (80 Seiten, 18 Euro).

Museum im Prediger, Johannisplatz 3,
73525 Schwäbisch Gmünd,
Telefon: 07171 603-4130,
www.museum-galerie-fabrik.de

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 14 -17 Uhr,
Do 14 -19 Uhr, Sa, So, Feiertage 11-17 Uhr,
Oster- und Pfingstmontag wie feiertags.
Montags geschlossen, ebenso Karfreitag
(30.3.) und 3.5.

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