Die Humpis in Avignon – Zucker erobert Europa

Im späten Mittelalter entwickelte sich Avignon zu einem geistlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum. Die 30.000 Einwohner zählende Stadt galt den Zeitgenossen als Weltstadt und gehörte zu den wichtigsten Handelszentren im Mittelmeerraum. Im 15. Jahrhundert errichtete die Ravensburger Handelsgesellschaft unter der Leitung der Familie Humpis eine Geschäftsniederlassung in Avignon. Avignon wurde für die Humpis zum Hauptabsatzmarkt für Zucker, auf den die Handelsgesellschaft nahezu ein Monopol hatte und große Gewinne durch europaweiten Handel erzielen konnte.

Jan von der Straet, Zuckerproduktion, Kupferstich 1570

Zucker war im Spätmittelalter ein exotisches Luxusgut, das in der Medizin eingesetzt wurde und den Reichen zum Genuss vorbehalten blieb. Nahezu ein Jahrhundert waren die Humpis in dieses kosmopolitische Handelssystem und den damit einhergehenden Kulturaustausch eingebunden. Mit der Entdeckung der neuen Welt brach der Zuckerhandel ab 1500 zusammen. Die Humpis und die Teilhaber ihrer Handelsgesellschaft gaben ihre Handelstätigkeit zugunsten eines adligen Lebens auf. Die Ausstellung setzt sich anhand ungewöhnlicher Objekte aus Museen und Sammlungen Frankreichs, Österreichs, Deutschlands und der Schweiz mit der Handelstätigkeit der Humpis in Avignon auseinander, erzählt die Geschichte des spätmittelalterlichen Luxusgutes Zucker und geht auf den Niedergang des Mittelmeerhandels ein.

Aktuelle Veranstaltungsinfos unter www.museum-humpis-quartier.de
INFORMATIONEN UND KARTENVORVERKAUF:
Museum Humpis-Quartier, Marktstraße 45, 88212 Ravensburg
Fon 0751-82820, mhq@ravensburg.de
REISEBUCH UND BEGLEITBAND ZUR AUSSTELLUNG
Julia Luibrand: Avignon – Zucker erobert Europa 9,80 Euro

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