Das Nationaltheater Mannheim
präsentiert sich vielfältig, offen und stimmgewaltig

Auch das Nationaltheater Mannheim ist aus der Sommerpause zurück und hat neben einem neuen Ensemble mit Christian Holtzhauer einen neuen Intendanten des SCHAUSPIELS. »Unter den zentralen Begriffen Vielfalt, Offenheit und Durchlässigkeit soll in den kommenden Jahren ein neues Repertoire aufgebaut werden, das unsere Gegenwart aus verschiedenen Perspektiven beschreibt und unterschiedliche – u.a. mehr weibliche – Stimmen zu Wort kommen lässt. So wird die Hälfte der 22 Neuproduktionen und Projekte der Spielzeit 2018/19 von Frauen inszeniert«, beschreibt Holtzhauer seinen Einstand.

Foto v.l.n.r: Marc Stefan Sickel, Geschäftsführender Intendant, Albrecht Puhlmann, Intendant Oper; Ulrike Stöck, Intendantin Junges NTM; Stephan Thoss, Intendant Tanz; Christian Holtzhauer, Intendant Schauspiel © Foto: Nationaltheater Mannheim

Wichtige Produktionen sind etwa Hesses »Der Steppenwolf«, Aischylos’ »Orestie« in einer Überschreibung von Necati Öziri, Elena Ferrantes »Meine geniale Freundin«, Heinrich Bölls »Ansichten eines Clowns« und »Hoppla, wir leben!« von Ernst Toller. Lot Vekemans’ »Judas«-Monolog, Stefan Ottenis »Findet uns das Glück?«, Buñuels »Der Würgeengel«, Samjatins Roman »Wir« und Mujilas Roman »Tram 83« sowie die Theaterserie »The Nation« von Eric de Vroedt gelangen ebenfalls zur Aufführung.
Die Bandbreite reicht damit von Klassikern über Film- und Romanadaptionen und neuer Dramatik über Figuren- und Objekttheater, Projekte im Stadtraum bis zur Musikperformance. Lieder- und Rap-Abende – wie »Istanbul« und »Der Fluch der Tantaliden« – finden ebenso ihren Platz wie inszenierte Ausstellungen – »Wie der Soldat das Grammofon repariert« – und Stadtspaziergänge. Viele eingeführte und beliebte Formate wie die »Mannheimer Reden« und der »Club der unmöglichen Fragen« werden fortgesetzt, neue wie »Steinbruch der Leidenschaften« mit der Hausautorin Enis Maci oder »New Kids in town« mit dem neuen Schauspielensemble kommen hinzu.
Von 20. bis 30. Juni 2019 finden die 20. Internationalen Schillertage statt und werden mit Schillers Königinnendrama »Maria Stuart« in der Regie von Claudia Bauer als großer Neuproduktion eröffnet.
Die OPER unter ihrem Intendanten Albrecht Puhlmann befasst sich in dieser Saison mit »Nationalopern und Opernnationen«. Im Spielplanheft heißt es dazu vielsagend: »Manche Runde zerstreitet sich derzeit über die Frage, ob Europa ein omnipotenter Superstaat werden oder eine Ansammlung von egoistischen Einzelnationen bleiben sollte. In dieser Zuspitzung sind solche Diskussionen nicht besonders fruchtbar. – Natürlich, Europa lebt aus seiner Vielfalt und seinen nationalen Eigenheiten. Zugleich stellt es aber einen zusammengehörigen Kulturraum dar und zwar schon sehr lange. In der Oper des Nationaltheaters Mannheim hat man in der Spielzeit 2018/19 die Gelegenheit, diese These zu überprüfen. Es stehen mit Wagners »Meistersingern«, Debussys »Pelléas« und Verdis »Trovatore« drei Werke auf dem Programm, die man ohne Übertreibung als Inbegriff der deutschen, französischen und italienischen Oper bezeichnen könnte. Für jedes dieser Werke braucht es einen völlig unterschiedlichen Orchesterklang, völlig unterschiedliche Stimmfarben und auch die Regie muss sich unterschiedlichen Herausforderungen stellen.«
Fortgesetzt wird der Monteverdi-Zyklus mit der »Marienvesper« in der Regie von Calixto Bieito. Nigel Lowery inszeniert Wagners »Die Meistersinger von Nürnberg«; Markus Bothe beschert mit Offenbachs »Orpheus in der Unterwelt« dem NTM eine neue Operettenproduktion; Anna Viebrock inszeniert nach Debussy und Poe »House of Usher«, von Regisseur Barrie Kosky gibt es Debussys »Pelléas et Mélisande« auf der großen Opernbühne zu sehen sowie als neue Verdi-Produktion »Il trovatore« in der Regie von Roger Vontobel. Die Kammeroper »Paare« im Studio Werkhaus vereint das selten gespielte Stück »Der gute Ehemann« von G.A. Benda mit »Herzog Blaubarts Burg« von Bartók und auch eine konzertante Rarität wird es nach dem überragenden Erfolg von »Jolanthe« wieder geben: »Francesca da Rimini« von Rachmaninow.
Mit 16 Wiederaufnahmen feiert die Oper das berühmte Mannheimer Repertoire.
Reihen wie das Alphabet-Programm für Operneinsteiger sowie der »Musiksalon« mit seinen verschiedensten Stilrichtungen haben sich äußerst erfolgreich entwickelt und werden fortgeführt.
Bei den »Festlichen Opernabenden« sind als Stars Erwin Schrott, Michael Volle, Željko Jean-François Borras, Anita Hartig, Stephen Costello, Riccardo Massi, Anja Kampe, Roberto Saccà, Marina Prudenskaja und Ludovic Tézier zu Gast.
Intendant Stephan Thoss stellt in der SPARTE TANZ – nach »Traum« und »Herz« – nun die »Stimme« thematisch ins Zentrum seiner dritten Spielzeit. Er beginnt die Reihe der Premieren mit dem Tanzstück »Blaubarts Geheimnis« in seiner eigenen preisgekrönten Choreographie. Die Bewegungssprachen von Giuseppe Spota, der bereits am Nationaltheater choreographiert hat, und des schwedischen Choreographiestars Johan Inger finden in dem gemeinsamen Abend »Die vier Jahreszeiten/Empty House« zusammen. Eine Neuproduktion von Liliana Barros und Stephan Thoss’ humorvolles Stück »bellulus« wird der Abend »Evolution« vereinen.
Zuvor aber wird es die Premiere einer Kooperation geben, nämlich der Oper und des Tanzes. »Sanssouci« zur Musik von Bach und Händel wird wiederum Stephan Thoss selbst inszenieren.
Die Wiederaufnahmen »Let’s Beat«, »Verräterisches Herz«, »Carmen« und »Der Tod und das Mädchen« (am Theater Heilbronn) sowie viele beliebte Sonderformate, die Einblick in die Tanzwerkstatt geben, runden den Tanz-Spielplan ab.

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