Das Theater Heidelberg blickt weit über den Tellerrand

 

 

Zum Start in die neue Theatersaison stellt Iván Pérez seine erste choreographische Arbeit in Heidelberg vor. Mit „The Inhabitants“ will er gleich die Stadt erobern und verlässt die feste Theaterbühne. Bild: Ensemble Dance Theatre Heidelberg; Foto Sebastian Bühler

»Aufeinander zugehen, miteinander reden, voneinander lernen, einander respektieren – diese eigentlich selbstverständlichen Umgangsformen gewinnen an Bedeutung in einer Zeit, die zunehmend geprägt ist von Aggression und Ausgrenzung. Deshalb ist mir als Theatermacher zweierlei wichtig. Einmal das Theater als öffentlicher Raum für alle, als Ort der Begegnung und des Austauschs in einer offenen Gesellschaft«, leitet der Intendant des Heidelberger Theaters Holger Schultze die neue Spielzeit an seinem Hause ein. »Genauso wichtig ist mir, zweitens, der Blick über den Tellerrand, wie ihn internationale Theaterkooperationen ermöglichen.«»Istanbul – Heidelberg« beispielsweise ist so ein Blick über den Tellerrand. Das geplante Rechercheprojekt von Zinnure Türe, türkischer Schauspielerin und Regisseurin, in Zusammenarbeit mit dem Theater und Orchester Heidelberg, findet im Rahmen der »Initiative für Kulturschaffende in der Türkei« statt, die der Deutsche Bühnenverein, das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) sowie das Goethe-Institut ins Leben gerufen hat. Thematisiert werden dabei die immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen von Theaterschaffenden in der Türkei. Die Uraufführung ist für den März 2019 geplant.
Zwölf weitere Schauspielpremieren zieren den Spielplan: u.a. erlebt »Im Schatten kalter Sterne« Christoph Nußbaumeder, Regie Bernhard Mikeska, seine Uraufführung (06.10.18); Isabel Osthues inszeniert Schillers »Don Karlos«; (13.10.18), Nick Hartnackel »Mein Kampf« (23.11.18), Moritz Schönecker Kafkas »Der Prozess« 02.03.19) und Holger Schultze »Die Dreigroschenoper« (23.06.19).
Auch das Heidelberger Musiktheater bietet im Theaterjahr 2018/19 sechs Premieren, darunter im November Mozarts »Idomeneo«, inszeniert von Peter Konwitschny; im Februar Peter Ruzickas nahezu druckfrische Oper »Benjamin«, in Szene gesetzt von Holger Schultze, und im Mai 2019 die Oper »Katja Kabanova« von Leoš Janáček, Regie Andrea Schwalbach.
Und ganz neu, das Heidelberg Theater hat jetzt auch eine Tanzcompany. Unter der Leitung von Iván Pérez stehen u.a. im Dezember die Uraufführung »Impression«, Choreographie und Regie Iván Pérez, sowie im März »Becoming« (DEA), Choreographie und Konzept ebenfalls Iván Pérez, auf dem Programm.

Neben Schauspiel, Oper und Tanz bespielt das Philharmonische Orchester unter der Leitung des GMD Elias Grandy die Konzertfreunde mit 29 Konzerten. Und was wären Theater und Orchester Heidelberg ohne ihre außergewöhnlichen Highlights? Die traditionellen Festivals wie das Barockfest »Winter in Schwetzingen« (30.11.18 bis 26.01.19), der »Heidelberger Stückemarkt« (26.04. bis 05.05.2019) mit dem Gastland Türkei und die »Heidelberger Schlossfestspiele« (22.06. bis 04.08.) stehen selbstverständlich auch auf dem Programm.

 

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