Theater

Was ihr wollt
Komödie von William Shakespeare
Verwirrte Liebende auf hoher See – Herbert Olschok Inszenierung verlegt Shakespeares »Was ihr wollt« im Großen Haus des Theaters Heilbronn auf ein Schiff. Das Ensemblestück unterhält mit einem unterhaltsamen Durcheinander von Liebe, Intrige und turbulenten, mitunter rüpeligen Szenen aber auch mit vielen melancholischen Zwischentönen.
Wiederaufnahme in der Spielzeit 2017/18 am 11. Oktober 2017 am  Theater Heilbronn

Foto oben: Szene aus „Was ihr wollt“ (c) Theater Heilbronn/Foto: Thomas Braun

1984 von George Orwell
1984 – diese Jahreszahl steht für die Angst vor dem Überwachungsstaat: Big Brother is watching you. Drei Supermächte, die sich in ständigem Kriegszustand befinden, beherrschen die Welt. Sprache und Gedanken unterliegen einer umfassenden Kontrolle. Winston Smith, Mitarbeiter des Propagandaministeriums, ist damit beschäftigt, die Vergangenheit im Sinne der Staatsdoktrin umzuschreiben. Als er beginnt, gegen die totale Kontrolle zu rebellieren, wird er mit der ganzen Macht des Großen Bruders konfrontiert. Im Zeitalter von »alternativen Fakten« gewinnt Orwells 1948 veröffentlichter Roman, der zu den einflussreichsten Büchern des 20. Jahrhunderts zählt, eine beklemmende Aktualität. Kurz nach der Wahl von Donald Trump schnellte das Buch auf den Bestseller-Listen nach oben. Es ist weniger die Schilderung der ständigen Überwachung, die uns heute beunruhigt, sondern die genaue Analyse der Manipulierbarkeit von Wahrheit.
Premiere: Sa, 25. November 2017 am Nationaltheater Mannheim

Dogville  
Drama nach dem gleichnamigen Film von Lars von Trier Für die Bühne adaptiert von Christian Lollike Deutsch von Maja Zade
Grace flüchtet vor Gangstern in ein Dorf in den Bergen; es nennt sich Dogville. Die Dorfgemeinschaft nimmt die junge Frau zunächst großzügig auf – niemand möchte der in Not Geratenen die Hilfe verweigern. Als Gegenleistung für die Gastfreundschaft wird ein wenig leichte Arbeit vereinbart. Doch als bekannt wird, dass Grace von der Polizei gesucht wird, kippt die Stimmung …Der dänische Filmregisseur Lars von Trier stellt in seinem Film DOGVILLE von 2003 hochaktuelle Fragen nach unserer Moral und den Regeln menschlichen Zusammenlebens. Die Leute aus Dogville haben uneingeschränkte Macht über die Zuflucht suchende Grace, und da sie keine Sanktionen fürchten, bricht die Fassade zivilisierten Umgangs schnell zusammen. Es erwartet Sie ein beklemmender Thriller – eine unerbittliche Fabel über Macht und Gnade, Würde und Anstand.
Premiere 05.10.2017 im Theater Ulm

Die Netzwelt
Schauspiel von Jennifer Haley · Deutsch von Michael Duszat
Die Ermittlerin Morris will den Geschäftsmann Sims überführen, der in der virtuellen „Netzwelt“ seinen Kunden ermöglicht, mittels anderer Identitäten ihre geheimen Fantasien auszuleben – auch die verbotenen, gewalttätigen. Dazu verhört sie auch einen seiner Kunden, Doyle, und konfrontiert ihn mit den Protokollen eines Agenten, den sie in die Netzwelt eingeschleust hat. In dieser perfekten virtuellen Welt dreht sich alles um das kleine Mädchen Iris, das von „Papa“ Sims geliebt wird. Bald wird auch die Ermittlerin selbst in den Bann der Netzwelt gezogen und die Frage nach dem richtigen Handeln im virtuellen Raum wird immer schwerer zu beantworten. Was hat Vorrang: das Recht auf Privatsphäre oder die Notwendigkeit der Überwachung?
Jennifer Haleys mehrfach preisgekröntes Stück „The Nether“ wurde 2013 in Los Angeles uraufgeführt und ist Psychothriller und hochaktuelles Gedankenexperiment zugleich. Was wäre, wenn wir in einer weiterentwickelten Version des Internets die perfekte Illusion erleben könnten? Realer als die Realität? Und was, wenn in dieser Netzwelt all das möglich wäre, was uns in der Realwelt verboten ist? Wäre das eine Befreiung – oder eine Gefahr?
Premiere am 2. Dezember 2017 Landestheater Tübingen
Weitere Aufführungen:
http://www.landestheater-tuebingen.de/spielplan/die-netzwelt-5459

Die Kirche bleibt im Dorf von Ulrike Grote
Oberrieslingen und Unterrieslingen liegen mitten im Herzen Schwabens. Doch die ländliche Idylle trügt: Denn zwischen den Nachbardörfern herrscht dicke Luft. Grund dafür sind die Kirche und der Friedhof, die sie sich seit dem Mittelalter teilen müssen – wobei die Kirche im einen Dorf liegt und der Friedhof im anderen…Ulrike Grotes Komödie aus dem Jahr 2012 war ein großer Kinoerfolg. Liebevoll nimmt sie die Eigenheiten der schwäbischen Seele auf die Schippe und erzählt nebenbei eine zutiefst schwäbische Romeo-und Julia-Variation. An der WLB kommt „Die Kirche bleibt im Dorf“ mit ebenso zünftiger wie rockiger Livemusik zur Uraufführung.
Premiere/Uraufführung: 07. Dezember 2017 an der Württembergischen Landesbühne Esslingen
Weitere Aufführungen: hier klicken 

Comedian Harmonists II – Jetzt oder nie
Musikalisches Schauspiel von Gottfried Greiffenhagen
Die Fortsetzung der Geschichte um die erste „Boy Group“ – Mit Evergreens wie „Veronica, der Lenz ist da“ und Ich wollt‘ ich wär‘ ein Huhn“

Der alte Harry Frommermann nimmt in den 70er Jahren Erinnerungen an  die Comedian Harmonists. 1935 hatte das Sextett die Zusammenarbeit beendet. Einige Mitglieder blieben in Deutschland, andere mussten ins Exil. Aus einem Ensemble werden schließlich Einzelschicksale. In den spielerisch aufgelösten Monolog des alten Harry mischen sich Szenen, die in Rückblicken sechs ungleiche Charaktere und die Zeit, in die sie gestellt sind, präsent werden lassen. Frommermanns Erinnerungen sind dabei weit mehr als nur Nostalgie: Sie zeigen einen Menschen am Ende seines Lebens, der immer noch für ein Projekt brennt: für die Musik…
Premiere: 04. November 2017 am Theater Pforzheim
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Der Neue Spielzeit-Trailer

Ich bin das Volk
Volkstümliche Szenen aus dem neuen Deutschland von Franz Xaver Kroetz
Deutschland heute – was ist das für ein Land? Rechtsextreme Äußerungen sind wieder salonfähig geworden. Eine Verfassungsänderung soll den ungehemmten Zuzug von Asylsuchenden stoppen. Ein linker Dichter schreitet vorauseilend und beherzt zur Selbstzensur. Die Polizei dringt in eine Kirche ein, um schutzsuchende Flüchtlinge daraus zu vertreiben. Oberstaatsanwalt, Ministerialdirektor und Gerichtspräsident zwingen den Richter, einen jungen Rechtsradikalen – wider besseres Wissen – lebenslänglich zu verurteilen, weil ein weicheres Urteil dem Ansehen Deutschlands in der Welt schaden könnte. Mieter legen Wert darauf, nicht nur nicht neben Ausländern, sondern auch nicht neben Homosexuellen, Linken oder Bibelforschern zu wohnen. Eine Studienrätin wird zur Rechenschaft gezogen, weil sie ihre Schüler über den Holocaust informiert. Das Bestürzende: Diese »Szenen aus dem neuen Deutschland« sind mehr als zwanzig Jahre alt, uraufgeführt 1994, in jenem fernen prä-postfaktischen Zeitalter, als es noch keine AfD gab, von keiner »Flüchtlingskrise« die Rede war und der Präsident der USA Bill Clinton hieß. Mit Ich bin das Volk setzt das Schauspiel Heidelberg die Beschäftigung mit Franz Xaver Kroetz fort, dessen Furcht und Hoffnung in Deutschland ein Höhepunkt der Spielzeit 2011|12 war. Eine Wiederentdeckung – aus aktuellem Anlass.
Premiere am 24.11.2017, 19.30 Uhr Premiere Theater Heidelberg,
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