Großes! – Zeitgenössische Kunst aus der Sammlung

Bekannt ist das Kunstmuseum Heidenheim für seine Picasso-Plakate-Sammlung, die – weltweit einmalig – das werbegraphische Schaffen des Jahrhundertkünstlers im Kontext seines druckgraphischen Werks zeigt.
Weitgehend unbekannt ist dagegen, dass das Museum neben seiner Picasso-Graphik auch über eine Sammlung mit zeitgenössischer Kunst verfügt, die bisher noch nie der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Thomas Heger, Kreislauf 3, 2003, Acryl auf Leinwand g VG Bild-Kunst Bonn, 2019

Diese „andere“ Sammlung wuchs buchstäblich im Schatten der großen Picasso-Erwerbungen heran. Mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln und in sporadischen Abständen kaufte das Museum Werke der zeitgenössischen Kunst aus seinen Wechselausstellungen, wobei besonders Künstlerinnen und Künstler aus der Region berücksichtigt wurden. Ergänzt durch private Zustiftungen und durch Mittel des Förderkreises des Museums entstand so in den letzten 30 Jahren eine ansehnliche Sammlung mit regionaler und überregionaler Kunst, die nun erstmals in einer repräsentativen Auswahl der Öffentlichkeit gezeigt wird. In deren Zentrum stehen ausschließlich großformatige Werke in unterschiedlichen Materialien und Techniken: Sie reichen von Malerei auf Leinwand bis zur Objektkunst und von der Holzbildhauerei bis hin zur Medienkunst.

Horst Pemmerneke: MuZ 24 – 4 – 2, 2015, Dispersion auf Leinwand, 16 Teile © Horst Pommerenke, 2019

Ebenso facettenreich wie die Techniken sind auch die Darstellungsweisen: Neben abstrakt-gestischer Malerei gibt es streng geometrische Kompositionen und raffinierte Abstraktionen zu sehen, aber auch bewusst primitivistische Figurationen und höchst artifizielle Computerzeichnungen. Trotz dieser Vielfalt ist allen präsentierten Werken jedoch eines gemeinsam: Eine entschiedene Zeitgenossenschaft in der Wahl der Themen und Darstellungsmittel, die nicht im Rückgriff auf etablierte oder marktgängige Stile primär den kommerziellen Erfolg erstrebt, sondern innovativ und mutig neue bildnerische Ausdrucksformen sucht.

Horst Antes: Gelbe Figur Blau, 1972/73, Aquatec auf Leinwand © VG Bild-Kunst Bonn, 2019

In der Ausstellung bleiben aus Platzmangel sowohl kleinformatige Arbeiten als auch Werke der Foto- und Videokunst ausgeklammert. Letzteren wird im Frühsommer 2020 eine eigene Ausstellung gewidmet.

Ulrike Rosenbach: Last Call für Engel, 1996, 9-teiliges Objekt © VG Bild-Kunst Bonn, 2019

Zu sehen sein werden Werken von: Horst Antes, Frank Badur, Sabine Berr, Friedemann Blum, Albrecht Briz, Thomas Deyle, Margret Eicher, Friedhelm Falke, Beate Gabriel, Thomas Heger, Albert Hien, Jenny Holzer, Bim Koehler, Paul Morrison, Camill Leberer, Gerold Miller, Horst Pommerenke, Ulrike Rosenbach, Jürgen Stimpfig, Rudi Weiss, Andreas Welzenbach, Thomas Witzke, Ernst Wolf, Bernd Zimmer, Jeanette Zippel u. a.

Weitere Info: Kunstmuseum Heidenheim, Marienstraße 4, 89518 Heidenheim, Fon 07321/ 327 4810, www.kunstmuseum-heidenheim.de, geöffnet: Di – So 11 – 17 Uhr; Mi 13 – 19 Uhr.

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