Internationale Schillertage
am Nationaltheater Mannheim

Die 20. Internationalen Schillertage beginnen am Donnerstag, 20. Juni mit Claudia Bauers Eröffnungsinszenierung »Maria Stuart«, Carina Riedls Übertragung des Romans »Tram 83« des Kongolesen Fiston Mwanza Mujila (Premiere am 21. Juni) und Clemens Bechtels szenischem Parcours »Mannheim 2.480« in der Multihalle im Herzogenriedpark.

Maria Stuart – Hans Jörg Michel

Bis zum Sonntag, 30. Juni sind täglich Neuproduktionen, internationale Gastspiele, Schiller-Klassiker, Performances, Schill-Out-Konzerte und Bunker-Parties zu erleben – insgesamt über 70 Veranstaltungen.

»Fieber« ist ihr gemeinsames Thema: Ausgehend von Schiller, der sich in Mannheim mit Malaria infizierte und der dem Europa des späten 18. Jahrhunderts attestierte, unter Fieberkrämpfen zu leiden, fragt die Jubiläumsausgabe der Internationalen Schillertage nach den Fieber- und Erregungskurven unserer Zeit. »Der Begriff Fieber steht für Begeisterung und Rausch, aber auch für Wahn, Ansteckung und Überhitzung und eignet sich daher hervorragend zur Beschreibung der Gegenwart. Wir wollen zeigen, wie Künstler*innen heute auf unsere überhitzte Gesellschaft reagieren. Dabei schauen wir über den europäischen Tellerrand hinaus und präsentieren – auch außerhalb der eigentlichen Theaterräume – verschiedene künstlerische Genres«, so Christian Holtzhauer, Schauspielintendant und Künstlerischer Leiter der Schillertage.

Weitere Programmpunkte sind »Die Räuber« des Kollektivs Studio Beisel im Mannheimer Stadtraum, Stacy Hardys Lecture Performance »My Country Is Full Of Holes And So Is My Body«, der internationale Theaterabend »Odisseia« der Theatergruppe Cia. Hiato, »Don Karlos« (Düsseldorfer Schauspielhaus) in der Regie von Alexander Eisenach, »Kabale und Liebe« (Staatsschauspiel Dresden), inszeniert von dem Georgier Data Tavadze, »Die Räuber« (Schauspiel Köln) in der Inszenierung von Shooting-Star Ersan Mondtag, das virale Tanzstück »TO DA BONE« des französischen Kollektivs (LA) HORDE, »Die Bretter, die die Welt bedeuten/Embawo Ezitegeza Ens« der beiden Choreografen Christoph Winkler und Robert Ssempijja, die Solo-Tanzperformance »It’s Going To Get Worse And Worse And Worse, My Friend« der Tänzerin Lisbeth Gruwez, das Chortheaterstück »Hymne an die Liebe« der polnischen Regisseurin Marta Górnicka, Dries Verhoevens Videoinstallation »Guilty Landscapes« (Episode I Hangzhou) und die Vorführung von Josie Rourkes Filmdebüt »Maria Stuart, Königin von Schottland« mit anschließender Diskussion über Frauen und Macht.

Anlässlich des Festivaljubiläums beschäftigen sich die Schillertage auch mit der Schrift »Über die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen«, in der Schiller sich mit der gesellschaftlichen Wirkung von Kunst auseinandersetzt: 27 internationale Autor*innen haben neue Briefe über die Rolle der Kunst verfasst, die als Buch im Verlag Das Wunderhorn zu den Schillertagen erscheinen und in einer Lesung am Donnerstag, 27. Juni um 20 Uhr in der Lobby Werkhaus vorgetragen werden.

Auf dem Theatervorplatz erschaffen die Leipziger Künstler Kai-Hendrik Windeler und Sven Bergelt die NTM-Arena – das Festivalzentrum, in dem auch die kostenlosen Schill-Out-Konzerte stattfinden. Im SWR2 Forum werden mit dem Kulturpartner SWR2 die brennenden Fragen der Zeit diskutiert, und Stipendiat*innen bilden sich in diesem Jahr in einer Festivalakademie fort. Eine neu eingerichtete Stadt-Jury präsentiert am Ende des Festivals öffentlich ihre Sicht auf das Programm.

Veranstaltungsorte sind neben den Theaterräumen des NTM auch die Disco Zwei, das EinTanzHaus, die Mannheimer Abendakademie, das Cineplex Planken, das Cinema Quadrat, die Multihalle im Herzogenriedpark, der Stadtraum als solcher, der Bunker unter dem NTM und die NTM-Arena als Festivalzentrum.

Programm und weitere Infos:
www.schillertage.de, www.nationaltheater-mannheim.de;
Kartentelefon: 0621 – 16 80 150

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.