Tiepolo.
Der beste Maler Venedigs

Giovanni Battista Tiepolo, Apoll führt dem Genius Imperii die Kaiserliche Braut zu (Ölskizze für das Deckenfresko im Kaisersaal der Residenz Würzburg), 1751, Öl auf Leinwand, 65,3 x 106,5 cm, Staatsgalerie Stuttgart

»Der beste Maler Venedigs« – so wurde Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) von seinen Zeitgenossen gefeiert. Anlässlich seines 250. Todestags widmet die Staatsgalerie dem wohl bedeutendsten Vertreter der Malerei des 18. Jahrhunderts in Italien eine umfangreiche Ausstellung. Erstmals im deutschsprachigen Raum eröffnet die Schau den Blick auf die gesamte Schaffenszeit des Künstlers und macht die Vielfalt seines Œuvres anschaulich – von eleganten Gemälden aus Mythologie und Geschichte über dramatische religiöse Bilder bis zu Karikaturzeichnungen und Radierungen.

Zu sehen sind rund 120 Werke, darunter 25 Gemälde, über 50 Zeichnungen und mehrere Radierungsfolgen. Ausgehend vom bedeutenden Tiepolo-Bestand der Staatsgalerie versammelt die Ausstellung kostbare internationale Leihgaben und verfolgt den Weg Tiepolos durch Europa anhand exemplarischer Werke. Die Ausstellung wird durch herausragende Leihgaben aus Europa und Übersee unterstützt. Zu den Leihgebern zählen unter anderem die Accademia in Venedig, der Pariser Louvre, das Museum of Fine Arts in Montreal und das Metropolitan Museum in New York.

In Venedig geboren, avancierte Tiepolo bald zu einem der berühmtesten Künstler seiner Zeit, der in seiner Heimat ebenso geschätzt wurde wie in Würzburg, Stockholm, Sankt Petersburg und Madrid. Mit seinen prachtvoll inszenierten Bildern von brillanter Farbigkeit stellte sich Tiepolo in die ruhmreiche Tradition der venezianischen Malerei. Zugleich fanden Humor und Ironie Eingang in seine Bilderwelten und zeugen von dem Wertewandel, der sich in der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts vollzog. Unkonventionell aufgefasste Bilderzählungen, überraschend aufgebaute Kompositionen und mehrdeutig eingesetzte Einzelmotive wirken als Techniken der Verfremdung und fordern traditionelle Bildvorstellungen heraus. An der Zeitenwende zur Aufklärung weisen Tiepolos Werke auf Darstellungsstrategien voraus, die sich über Francisco de Goya bis in die Moderne beobachten lassen.


Dauer: noch bis 2. Februar in der Staatsgalerie Stuttgart
In Kooperation mit SWR2 ist eine Aufnahme mit Instrumental- und Vokalmusik von Zeitgenossen Tiepolos entstanden, darunter Werke von Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel. Dieses eigens für die Ausstellung produzierte Musikprogramm untermalt auch den Audioguide zur Ausstellung.
Der Ausstellungskatalog ist im Sandstein Verlag, Dresden erschienen.
Parallel findet im Graphik-Kabinett die Ausstellung »La Serenissima. Zeichenkunst in Venedig vom 16. bis 18. Jahrhundert« statt.

Weitere Informationen finden Sie hier

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