Inventing Nature.
Pflanzen in der Kunst

Pflanzen werden genutzt, gezüchtet, geliebt – und ausgerottet. Sie können heilsam für den Menschen sein oder giftig. Sie sind Grundlage allen Lebens und damit unentbehrlich für unser Wissen über uns. Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels und des global zunehmenden Umweltbewusstseins nimmt die neue Ausstellung in der Kunsthalle Karlsruhe unser Verhältnis zur Welt der Pflanzen in den Blick. In dialogischen Konstellationen führen Werke aus über 500 Jahren Kunstgeschichte vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart den Wandel unserer Bilder und unseres Verständnisses von „grüner“ Natur vor Augen.

Adolf Schrödter, Braslianischer Urwald, um 1868 © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Werke aus der Sammlung der Kunsthalle werden mit zeitgenössischen Positionen konfrontiert; sie spiegeln über Epochen und Genregrenzen hinweg zentrale Interpretationen der Natur. Dem Schwerpunkt der europäischen Naturphilosophie stehen pointierte Positionen aus dem asiatischen und amerikanischen Kulturraum zur Seite. Das Spektrum der Auseinandersetzung reicht von Paradies-Vorstellungen und Wildnis-Darstellungen bis zu Garten-Bildern und botanischen Studien, von Nachahmungen natürlicher Prozesse bis zur Dokumentation von Wachstums- und Verfallsprozessen. Die vielfältigen künstlerischen Positionen setzen Aspekte wie Schönheit, Fragilität und Fruchtbarkeit in ein Spannungsverhältnis und belegen die Fülle der Perspektiven auf die Biosphäre. Plädierten Künstlerinnen und Künstler nach der Aufklärung noch für eine Rückkehr zur Natur, lässt sich im 21. Jahrhundert ein Paradigmenwechsel erkennen: Sie versuchen, ein ästhetisches Bewusstsein dafür zu bilden, dass wir zukünftig neue Aktionsformen, Symbiosen und Synergien mit der Natur suchen müssen.

30. Mai bis – 27. September in der Kunsthalle Karlsruhe

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