Umbruch!

2018 wurde der Umbau an der Kunsthalle Mannheim abgeschlossen. In seiner ersten Ausstellung „Umbruch“ will Johan Holten in seiner Funktion als neuer Direktor jetzt auch einen Umbruch durch und mit künstlerischen Positionen vollziehen.

Oben: Anita Ree, Bildnis Hildegard Heise, 1927 Hamburger Kunsthalle, Elke Walford, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Jeanne Mammen, Die Großstadt, 1927, Schenkung der Jeanne-Mammen Gesellschaft 1997, Berlinische Galerie Landesmuseum für Modeme Kunst, Fotografie und Architektur, Foto: Berlinische Galerie/ Kai-Annett Becker © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Mit in seine konzeptionellen Ansätze hat er jüngere bildhauerische Positionen genommen, die mit ihren eigens für diesen Ort geschaffenen Werken die berühmte Skulpturensammlung der Kunsthalle erweitern werden. Darunter ist Nevin Aladag, die deutschtürkische Künstlerin, die sich in der internationalen Kunstszene durch ihre einzigartigen Klangkörper einen Namen gemacht hat und beispielsweise auf der documenta 14 vertreten war. Für Mannheim wird sie ein Instrument schaffen, das man nicht nur sehen, sondern im Rahmen drei begleitendender Konzerte auch hören kann.
Ein weiterer Ansatz wird der Blick zurück auf die legendären Bestände zur Kunstströmung „Neue Sachlichkeit“ sein. Holten ist es wichtig daraus Werke zu zeigen, die für ihn aus heutiger Sicht bisher zu wenig Beachtung gefunden haben. So wird die Künstlerin Hanna Nagel (1907-1975) neu positioniert, indem ihre Werke vom Depot in die Ausstellungshalle wechseln – ergänzt mit Leihgaben von Jeanne Mammen (1890-1976) und weiteren Künstlerinnen. Umbrüche will Holten aber auch im Verhältnis der Kunsthalle zu ihrem Publikum herbeiführen und zwar durch die Kunstformen Video und Performance. Präsentiert wird dazu der überwältigende Film des französischen Künstlers Clement Cogitore, der mit StreetDancern diverser sozialer und ethnischer Hintergründe gearbeitet hat und diese mitten auf der Bühne der Pariser Oper zu Barockmusik tanzen ließ. Und auch in der Performance von Alexandra Pirici wird ähnliches anklingen und zwar dann, wenn ihr Stück mit zehn Mannheimer Tänzern inmitten der Ausstellung aufgeführt wird – zwischen den Gerüsten, den historischen, wiederentdeckten Bildern und den funkelnden Skulpturen einer neuen globalen Bildhauerinnengeneration.
Dauer der Ausstellung: 15.05. – 06.09.20

Nevin Aladag, Social Fabric, Vibration, 2019, Courtesythe artist and Wentrup, Berlin © Trevor Good

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