Facetten

Ostfildern ist von Streuobstwiesen umgeben; dort wird die wichtige Verbindung von Insekten und Natur spürbar. Unter dem Titel „Facetten“ soll das ambivalente Verhältnis von Menschen, Insekten und Spinnen in den Blick genommen werden. Thema der Gruppenausstellung zeitgenössischer Kunst ist ein verantwortungsvoller Erhalt unserer Lebenswelt.

Levon Biss „Orchid Cuckoo Bee ( Side view)“, 2015 © Foto: Levon Biss/www.microsculpture.net

Insekten – vom zarten Schmetterling bis zur lästigen Mücke – gehören zu den artenreichsten Lebewesen auf der Erde. Fast eine Million Arten sind bekannt. Doch in manchen Regionen der Erde sind nahezu die Hälfte der dort vorkommenden Insektenarten bereits vom Aussterben bedroht. Insekten und Gliederfüßer haben sich seit 500 Millionen Jahren auf vielfältigste Weise an sämtliche Lebensräume angepasst. Nicht zuletzt daher sind sie zum Vorbild der Technik avanciert. Der Mensch gestaltet seine Umwelt im Wesentlichen nach seinen Bedürfnissen. In vielen Fällen hat er so den Lebensraum von Insekten vernichtet und ist dadurch für deren Aussterben verantwortlich. Doch nicht nur direkte Nützlinge wie die Honigbiene haben für die menschliche Existenz eine hohe Bedeutung. Daher ist es wichtig, dass in Zukunft bei der Gestaltung der Umwelt nicht ausschließlich die menschlichen Interessen berücksichtigt werden. In der Ausstellung präsentieren sich Künstler*innen als präzise Beobachter*innen, zeigen Ideen, Formen und Ordnungsprinzipien, lassen sich von Erscheinungsformen, Prozessen, Phänomenen inspirieren und versuchen fasziniert, deren ästhetische Strukturen zu ergründen. Andererseits ist das Verhältnis oft von Distanz, Ekel und Angst geprägt. Künstler*innen bieten facettenreiche Blicke. Damit ermöglichen sie den Betrachtenden einen visuellen Zugang und kritische Reflexion. „Facetten“ möchte zum sensiblen Umgang mit bedrohten Arten animieren.
Mit Werken von Willi Baumeister, Rosemarie Trockel, Norbert Kricke, Manuela Tirler, Christopher Williams, Jeanette Zippel,
Sabine Wieluch (bleeptrack) und weiteren Künstler*innen.


Dauer: vom 11. Oktober 2020 bis 12. Januar 2021
Weitere Informationen: Städtische Galerie Ostfildern,
Gerhard-Koch-Str. 1, 73760 Ostfildern, Fon 0711/ 3404103,
https://www.ostfildern.de/galerie.html

 

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