Ben Willikens – raumverloren

Als Ben Willikens 2019 anlässlich seines 80. Geburtstages die Bürgermedaille der Stadt Stuttgart verliehen bekam, war die Welt noch in Ordnung. Die Liste der Auszeichnungen die der Künstler im Laufe seines Lebens erhalten hat, ist lang, Aber mit der Stuttgarter Würdigung machte die Stadt auch deutlich, wie stolz sie darauf ist, einen so bedeutenden Künstler in der Stadt zu haben. Geboren in Leipzig, wo er mit dem Ende des zerstörerischen Weltkriegs seine existenzialistische Prägung erhielt, studierte Willikens zwar in Stuttgart, seine Lebensmittelpunkte waren aber, auch durch seine Professuren in Braunschweig und München, lange Jahre woanders. Studien- und Stipendienaufenthalte in London, Florenz und Rom ließen auch nicht erkennen, dass er sich schließlich und dauerhaft in Stuttgart niederlassen würde, wo er bis heute lebt.

Die Galerie Schlichtenmaier hat sich mit der Austellung in ihrer Galerie-Depandance im Schloss Dätzingen einen lang gehegten Wunsch erfüllt und zeigt etwa 50 Arbeiten des Malers, die weitgehend in den Jahren seit 2019 entstanden sind. Zwei Großformate aus den Jahren 2011 und 2012 sowie einige aktuelle Mittelformate erinnern noch an seinen klassischen Stil und seine strenge Raumordnung, die ihn berühmt gemacht haben. Vom »Abendmahl« (1976–79) bis hin zum »Leipziger Firmament« (2013–14) zieht sich eine Erfolgsgeschichte durch dieses Schaffen: Der akkurate, menschenleere und an Samuel Becketts Bühne orientierte Raum wurde sein Markenzeichen, das Grau in unzähligen Nuancen bis hin zu feinsinnigsten Farbtönungen seine Bildsprache.

Blick in die Ausstellung, alle Fotos: Galerie Schlichtenmaier
Bis 29. Mai 2021 im Schloss Dätzingen.
Online-Ausstellung unter www.schlichtenmaier.de
Der Video-Rundgang zur Ausstellung ist auf
Instagram, Facebook und Youtube zu sehen.

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