Stuttgarter Ballett – Höhepunkte in diesem Quartal

In der neuen Spielzeit tanzt das Stuttgarter Ballett endlich wieder die großen Handlungsballette. So kehrt pünktlich zur Vorweihnachtszeit Marcia Haydées Inszenierung des Märchens Dornröschen (Ab 26. November im Opernhaus) zurück und erzählt von Prinzessin Aurora, die, von der aufgebrachten Fee Carabosse verflucht und von der gütigen Fliederfee beschützt, in einen 100-jährigen Schlaf fällt. Nur durch den Kuss des Prinzen Desirés kann die schlafende Schöne erweckt werden. Die anspruchsvolle Choreographie lässt die Tänzerinnen und Tänzer zur Hochform auflaufen. Im Zusammenspiel mit dem märchenhaften Bühnenbild und den farbenprächtigen Kostümen des Designers Jürgen Rose lädt das Ballett Groß und Klein zum Staunen und Schwelgen ein.

Dornröschen, Coreografie Marcia Haydée, Tänzerin: Elisa Badenes, Ensemble©Stuttgarter Ballett

Auch die Moderne kommt im Dezember nicht zu kurz: Der zeitgenössische Ballettabend HÖHEPUNKTE (ab 23. Dezember im Opernhaus) vereint vier Choreographien, die sich dem Bild des „kleinen Todes“ annehmen. Jiří Kyliáns kurzweiliges Falling Angels zu Steve Reichs treibenden Schlagzeugklängen besteht aus einer reinen Frauenbesetzung, die kraftvoll durch Licht und Schatten tanzt. In Kyliáns Petite Mort, dem zweiten Stück des Abends, geht es sinnlicher zu: Zu den elegischen Klängen von Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzerten lässt Kylián zwölf TänzerInnen buchstäblich auf Messers Schneide tanzen; es entstehen betörende Bilder, die sich ins Gedächtnis einbrennen.
Das dritte Stück des Abends versetzt das Publikum in das Paris des frühen 20. Jahrhunderts: In Roland Petits Le Jeune Homme et la Mort nach einem Libretto von Jean Cocteau, verdreht eine verlockend schöne Frau einem jungen Künstler den Kopf so sehr, dass er ihn bereitwillig in die Schlinge legt.

Bolero, Solist: Friedmann Vogel (c) Stuttgarter Ballett

Ein buchstäblicher Höhepunkt bildet Maurice Béjarts berühmter Bolero zur gleichnamigen, sich immer steigernden Musik von Maurice Ravel. Auf einem großen, roten Tisch fordert ein Solotänzer oder eine Solotänzerin eine Schar Männer mit hypnotischen Gesten und Schritten auf: ob zu einem heidnischen Fruchtbarkeitsritual oder zum Tanz, bleibt offen. Fest steht, dass dieses anspruchsvolle Werk sowohl den Höhepunkt jeder TänzerInnenkarriere markiert, als auch das Publikum garantiert ekstatisch hinterlässt.

www.stuttgarter-ballett.de

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