Timeless Silver

Silber – das weiße, helle und spiegelnde Metall gehört seit beinahe 150 Jahren zur DNA des Gmünder Museums im Prediger. 1876 von den ansässigen Silberwarenfabrikanten nach dem Konzept des Londoner Victoria and Albert Museum gegründet, ist das Gmünder Museum die älteste kunstgewerbliche Vorbildersammlung im deutschen Südwesten. Dies ist der Ausgangspunkt für die Sonderausstellung TIMELESS SILVER. Im Fokus stehen die materiellen Vorzüge, die Vielseitigkeit und die visuellen Eigenschaften des faszinierenden Metalls, dessen ästhetische Wirkung je nach Bearbeitungstechnik einen ganz eigenen Charakter entwickelt.

Hans Pezolt (1551-1633), Zwei Sturzbecher der Familie Tetzel, Nürnberg, um 1610, Silber, vergoldet, getrieben, gegossen, graviert, geätzt © Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Foto: Monika Runge.

Unvergleichlich ist der kühle Silberglanz des Materials, der – je nach Art der Behandlung – auf Hochglanz poliert als Spiegel oder mattiert als helle, immer noch stark reflektierende Fläche erscheint. Neben dem Licht gehört das Spiel mit dem Schatten zu den künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten. Silber ist bis zur Schwärze verfärbbar und wird bei der Bearbeitung unter Hitze glutrot. In sechs thematisch gegliederten Kapiteln treten über 80 Meisterwerke der historischen und zeitgenössischen Silberschmiedekunst in einen epochenübergreifenden Dialog und erzählen ihre Geschichten als Auftragsarbeiten oder als außergewöhnliche, künstlerische Schöpfungen: ausgehend von einem um 1400 vermutlich in Burgund gefertigten, höfischen Löffel über kirchliches Gerät und königliches Tafelsilber bis zu einem eigens für die Ausstellung konzipierten Raumensemble, das sich als Gesamtkunstwerk präsentiert.
Dauer der Ausstellung: bis 10. April 2023
Weitere Informationen:
Fon 07171/603-4130, www.museum-galerie-fabrik.de