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 -2026-06-07/
SUMMARY:Der Fernseher als Galerie
DESCRIPTION:Ausstellung vom 30.05.2026 bis zum 10.01.2027. \n\nIm April 19
 69 erschienen Kunstwerke der internationalen Avantgarde an einem unerwarte
 ten Ort: auf den Fernsehbildschirmen deutscher Wohnzimmer. Der Filmemacher
  Gerry Schum und die Kunsthistorikerin Ursula Wevers hatten das Fernsehen 
 in einen Ausstellungsraum für Kunst verwandelt. Mit der Fernsehgalerie Ge
 rry Schum und der späteren videogalerie schum gehörten sie zu den Ersten
 \, die versuchten\, Fernsehen und Video als künstlerische Medien zu etabl
 ieren.\n\nDie Ausstellung Der Fernseher als Galerie. Das Archiv Gerry Schu
 m und Ursula Wevers erzählt die Geschichte dieses heute legendären Proje
 kts und ist zugleich mit einem bedeutenden Erwerb verbunden: Das ZKM über
 nimmt das Archiv Gerry Schum und Ursula Wevers und sichert damit eines der
  bedeutenden Archive der Kunst des 20. Jahrhunderts für künftige Generat
 ionen. Der Erwerb wurde durch die Unterstützung der Kulturstiftung der L
 änder\, der Stadt Karlsruhe und des Landes Baden-Württemberg ermöglicht
 .\n\nGegen Ende der 1960er Jahre wurde das Kunstwerk als Objekt zunehmend 
 in Frage gestellt. Doch Prozesse\, Aktionen und ortsspezifische Werke wide
 rsetzten sich den gewohnten Formen des Sammelns und Ausstellens. Die Antwo
 rt von Gerry Schum und Ursula Wevers auf diese Situation war ebenso einfac
 h wie radikal: Diese Kunst brauchte ein neues Medium.\n\nAm 15. April 1969
  ging die Fernsehgalerie Gerry Schum erstmals auf Sendung: Die ARD strahlt
 e mit LAND ART die erste Fernsehausstellung aus. Am 30. November 1970 f
 olgte mit IDENTIFICATIONS eine zweite Fernsehausstellung im Südwestfunk
 . Alle Filme waren für das Fernsehen konzipiert worden und existierten pr
 aktisch nur im Augenblick der Sendung. Die Produktionen\, die heute zum in
 ternationalen Kanon der Videokunst\, Land Art und Konzeptkunst zählen\, e
 ntstanden in Zusammenarbeit mit 30 Künstlern\, darunter Joseph Beuys\, Da
 niel Buren\, Jan Dibbets\, Richard Long\, Mario Merz\, Richard Serra und L
 awrence Weiner. Hinzu kamen die Fernsehinterventionen  von Keith Arnatt u
 nd Jan Dibbets\, die unangekündigt in das laufende Programm eingriffen.\n
 \n„Eine unserer Ideen ist die Kommunikation von Kunst anstelle des Besit
 zes von Kunstobjekten“\, erklärte Gerry Schum. Tatsächlich zielte das 
 Projekt nicht nur auf ein neues Medium\, sondern auf eine andere Öffentli
 chkeit für Kunst und eine neue Ökonomie. Die Fernsehgalerie war ein Ge
 genentwurf zur Exklusivität von Museum\, Galerie und Kunstmarkt.\n\nDie s
 trukturellen Grenzen dieser Kritik an der Kunst als Ware zeigten sich jedo
 ch bald. Als die Fernsehsender sich weigerten\, die Zusammenarbeit fortzus
 etzen\, musste sich das Projekt an genau jene Strukturen des Kunstmarktes 
 anpassen\, denen es ursprünglich entkommen wollte. 1971 gründeten Schum 
 und Wevers in Düsseldorf die videogalerie schum und schufen damit ein neu
 es\, wegweisendes Modell – die erste Galerie in Europa\, die sich aussch
 ließlich der Produktion und dem Vertrieb von Videoeditionen widmete.\n\nD
 ie Ausstellung erzählt anhand des umfangreichen Archivs eine Geschichte v
 on Utopien\, von Gelingen und Scheitern – von Gerry Schums ersten Filmen
  ab 1967 bis zu seinem Suizid im Jahr 1973. Dabei löst sie diese Geschich
 te aus der Verkürzung auf einen einzelnen Protagonisten. Von Anfang an wa
 r das Projekt von Zusammenarbeit geprägt: im Vorfeld mit Bernhard Höke u
 nd Hannah Weitemeier\, dann vor allem mit Ursula Wevers\, die seit Oktober
  1968 die Realisierung der Fernsehgalerie Gerry Schum und der späteren vi
 deogalerie schum maßgeblich mitgestaltete.\n\nGrundlage der Ausstellung i
 st das Archiv\, das von Ursula Wevers über 50 Jahre bewahrt wurde. Zu seh
 en sind nicht nur die bekannten Film- und Videoarbeiten\, sondern auch ori
 ginale 16-mm-Filme und Videobänder\, historische Videotechnik sowie Korre
 spondenzen\, Produktionsunterlagen\, Fotografien\, Drucksachen und Zertifi
 kate. Diese Materialien geben Einblick in die konzeptuelle Arbeit hinter d
 en Projekten\, in institutionelle Konflikte und in die praktischen Bedingu
 ngen der Produktion.\n\nDie Fernsehgalerie und die videogalerie schum sind
  nicht nur als wegweisende Kunstprojekte von Bedeutung. Sie zeigen auch mi
 t besonderer Klarheit eine Dynamik\, die auch unsere Gegenwart prägt: Neu
 e Medien verändern nicht nur die Gestalt der Kunst\, sondern auch ihre Be
 dingungen – ihre Produktion\, ihre Verbreitung und ihre Eigentumsverhäl
 tnisse.\nKünstler:innen / Mitwirkende\nGiovanni Anselmo\, John Baldessari
 \, Joseph Beuys\, Alighiero Boetti\, Marinus Boezem\, Stanley Brouwn\, Dan
 iel Buren\, Pier Paolo Calzolari\, Gino De Dominicis\, Walter de Maria\, J
 an Dibbets\, Barry Flanagan\, Hamish Fulton\, Gilbert &amp\; George\, Mich
 ael Heizer\, Bernhard Höke\, Gary Kuehn\, Richard Long\, Mario Merz\, Den
 nis Oppenheim\, Klaus Rinke\, Ulrich Rückriem\, Reiner Ruthenbeck\, Gerry
  Schum\, Richard Serra\, Robert Smithson\, Keith Sonnier\, Ger van Elk\, F
 ranz Erhard Walther\, Lawrence Weiner\, Hannah Weitemeier\, Ursula Wevers\
 , Gilberto Zorio.
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