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SUMMARY:Nathan der Weise
DESCRIPTION: Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen | von Gotthold Eph
 raim Lessing\nmit englischen Übertiteln \n\n&nbsp\;\n\n»Sind Christ und 
 Jude eher Christ und Jude als Mensch?«\n\nJerusalem im 12. Jahrhundert w
 ährend der Zeit des dritten Kreuzzuges: Der Jude Nathan kehrt von einer G
 eschäftsreise zurück. Da erfährt er\, dass sein Haus gebrannt und seine
  Tochter Recha nur wie durch ein Wunder überlebt hat. Ein christlicher Te
 mpelherr rettete das Mädchen aus den Flammen. Als Nathan ihm persönlich 
 danken möchte\, reagiert der schroff. Er möchte als Christ nicht mit ein
 em Juden verkehren. Doch da er eigentlich ein feinsinniger\, kluger Mann i
 st\, verschließt er sich Nathans Argumenten nicht\, dass sie beide doch i
 n erster Linie Menschen seien und dann erst Angehörige ihrer Religion. Al
 s der Tempelritter dann auch noch Recha wiedertrifft\, verliebt er sich so
 fort und hält bei Nathan um ihre Hand an. Doch warum weicht Nathan ihm au
 s? Daja\, das Dienstmädchen des Juden\, verrät ihm schließlich\, dass R
 echa nur die angenommene Tochter Nathans und eigentlich auch Christin sei.
  Eine Tatsache\, die den Tempelherrn zutiefst empört und die er seinem ge
 istlichen Oberhaupt\, dem Patriarchen\, zuträgt. Für den steht auf diese
 n »Raub« eines Christenkindes aus der religiösen Gemeinschaft ganz klar
  die Todesstrafe. Unterdessen hat Sultan Saladin den überall als Weisen g
 epriesenen Nathan zu sich gebeten. Er möchte von ihm wissen\, welche Reli
 gion er für die wahre halte. Nathan erzählt ihm darauf die Parabel von e
 inem Ring\, der die Eigenschaft habe\, vor Gott und den Menschen beliebt z
 u machen. Die »Ringparabel« ist als eines der wichtigsten Plädoyers fü
 r die Ebenbürtigkeit der drei Weltreligionen in die Literaturgeschichte e
 ingegangen. Eine Religion muss ihre Werte hier und heute leben. Nur im hum
 anen Handeln\, in der gelebten sozialen Praxis erweist sich ihr Bestand.\n
 \nLessings Nathan gilt als die Gestalt gewordene Idee von Toleranz und Nä
 chstenliebe. Er ist ein Mensch\, der in seinem Leben geliebt und gelitten 
 hat\, und der von vielen schrecklichen Erlebnissen geprägt wurde. Nathan 
 weiß: Es gibt keine Alternative zur Vernunft. Er verkörpert den aufgekl
 ärten Menschen\, der seinem Verstand vertraut und auch andere von dessen 
 Benutzung überzeugen will. Damit gilt »Nathan der Weise« als ein Hauptw
 erk der Aufklärung. Das friedliche Miteinander der Kulturen und Religione
 n und das Verständnis füreinander ist existentiell und auch heute eine d
 er großen Herausforderungen unserer Zeit. 2008 eröffnete Axel Vornam sei
 ne Intendanz mit »Nathan der Weise« – damals in der Inszenierung von A
 lejandro Quintana. Nun\, 18 Jahre später\, zum Ende seiner Intendanz am T
 heater Heilbronn\, möchte Vornam das Stück erneut auf seine Aktualität 
 hin befragen.
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