Der in Tansania geborene und in England lebende Literaturnobelpreisträger Abdulrazak Gurnah hält die diesjährige Marbacher Schillerrede. Sprachlich präzise und mit erzählerischer Wucht entwirft er Gesellschaftsepen von eigener Poesie, humorvoll und ironisch, und erzählt dabei von den Auswirkungen des Kolonialismus, von Flucht und Migration, dem Unterjochen, Aufbegehren und Nebeneinander von Kulturen. Immer wieder befasst er sich auch mit dem deutschen Kolonialismus in Ostafrika Anfang des 20. Jahrhunderts und der Frage nach einer Kontinuität dieser Form der Gewalt im Nationalsozialismus.
Es begrüßen zu diesem Anlass Abdallah Saleh Possi, Botschafter der Vereinigten Republik Tansania in der Bundesrepublik Deutschland, Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, und Sandra Richter, Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach.