Magazin

Durch sein mehrdimensionales und spartenübergreifendes Konzept zeigt das Quartals-Magazin arsmondo (bis 2016 unter dem Haupttitel Kulturkalender BW erschienen) die ganze Fülle der baden-württembergischen Kulturlandschaft auf und spricht damit landesweit eine große Breite kulturinteressierter Menschen an. Die redaktionellen Inhalte reichen dabei von Kunst, Bühne, Literatur bis hin zu Design und Architektur.

Das Kulturmagazin arsmondo (Erscheinung 4 x pro Jahr) ist im Zeitschriftenhandel in Baden-Württemberg erhältlich und kann direkt beim Verlag als Einzelpreis (Euro 4,50.-) oder im Abonnement (4 Ausgaben pro Jahr zu 22.-) bezogen werden.

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editorial arsmondo 3/2021

Corona hat vieles verändert, im Privaten und im Öffentlichen. Weniger gesellschaftliche
Probleme wurden angegangen, viele andere überschattet und auf ein Danach „verschoben“.
Eines davon ist die fortschreitende Umweltzerstörung und der daraus folgende Klimawandel. Doch
auf längere Sicht dürfte es für die Menschheit kaum weitreichendere Probleme geben als die
selbst zu verantwortende Vermüllung und Zerstörung unseres Planeten. Da Kunst und Kultur seit
jeher den Anspruch besitzen, sich mit gesellschaftlichen Themen und den daraus resultierenden
Folgen auseinanderzusetzen, zeigen wir Ihnen in dieser arsmondo beispielhaft, wie Künstlerinnen
und Künstler dieses existenzielle Problem angehen und welche Kunst- und Kulturprojekte es dazu
aktuell im Land gibt.
Ein anderes ungelöstes, unter der Oberfläche schwelendes Problem ist das große Menschheitsthema
Toleranz. Durch Zuwanderung treffen unterschiedlichste Kulturen aufeinander. Zwar begegnen
uns im Alltag vielerorts Integration und akzeptierte Diversität, doch ob die einzelnen Kulturen
individuell-egoistisch oder aufgeschlossen handeln, kommt auf das Individuum an. Ob die Person
auf Akzeptanz oder Abstoßung trifft, liegt am Gegenüber. Das heißt, Toleranz muss auch heute
immer wieder eingefordert und ständig thematisiert werden. Der Aufklärer Gotthold Ephraim
Lessing hat in seinem 1779 veröffentlichten dramatischen Gedicht „Nathan der Weise“ Figuren
erschaffen, die beispielhaft für Vernunft, Freiheit, Menschlichkeit und Toleranz stehen und sich
gegen Vorurteile, Bevormundung und Willkür zur Wehr setzen. Bei den Freilichtspielen Schwäbisch
Hall wird der Longseller unter der Regie von Christian Doll mit dem Hauptdarsteller Walter Sittler
auf der großen Treppe von St. Michael in Szene gesetzt.
In ihrem interaktiven Videowalk Un/true im Stuttgarter Kammertheater hinterfragen Regisseur Gernot
Grünewald und Videokünstler Thomas Taube gemeinsam mit dem Schauspiel-Ensemble und
dem Publikum unser Verhältnis zur Wahrheit und die Rezeptionsmechanismen von Wirklichkeit.
Die Pop-Art Malerin, Film-Avantgardistin, Bühnenkünstlerin und Fotografin Ulrike Ottinger verlässt
in ihrer Kunst gewohnte Erzählstrukturen und ersetzt sie durch komplexe Meditationen über Geschlecht,
sexuelle Identität und Macht. Dafür erhält sie den Hans-Thoma-Preis 2021.
Skulpturen des britischen Bildhauers Antony Gormely sind im Schauwerk Sindelfingen zu sehen
und Claudia Magdalena Merk stellt ihre farbintensiven Arbeiten im Stuttgarter Kunstmuseum aus.
Im März bereits eröffnete in der Tübinger Bursagasse 15 die erste auf Lyrik und Dichtkunst spezialisierte
Buchhandlung Deutschlands.
Der Podcast „SWR2 Zeitgenossen“ stellt Persönlichkeiten vor, die auf einen besonderen Lebensweg
zurückblicken und in der neue Web-Doku „lesenswert“ führt der Literaturkritiker Denis Scheck
auf dem Rücken der Pferde ein „Reitgespräche“ über Literatur und Gesellschaft mit der Schriftstellerin
Juli Zeh.
Außerdem laden wir Sie auf die Ostalb ein: nach Aalen, um inspirierende Eindrücke im kernsanierten
alten Bahnhof zu sammeln, im Schloss und Park Fachsenfeld zu flanieren und spannende
Entdeckungen im neu konzipierten Limes-Museum auszugraben. Gleich um die Ecke stehen die
Opernfestspiele Heidenheim an. arsmondo hat mit dem Intendanten Marcus Bosch u.a. über die
Kraft der Musik und über Kulturpolitik gesprochen.
Ab sofort wird nichts mehr aufgeschoben! Selbst in diesen immer noch sehr fragilen Zeiten konnten
wir wieder viel Interessantes und Ungewöhnliches aus Kunst, Musik, Literatur, Tanz und Bühne,
Architektur und Design zusammentragen.
Tauchen Sie ein in unsere vielfältig erstarkende Kulturlandschaft Baden-Württemberg.
Clau dia Fenkart-N‘jie
Herausgeberin & das gesamte Redaktionsteam