Mit Gunilla Eschenbach (DLA, Vortrag) und Birgitta Assheuer (Lesung)
Rilke studiert in München, als er Lou Andreas-Salomé im Mai 1897 durch Zufall kennenlernt und sich Hals über Kopf in die Tochter aus großbürgerlicher russischer Familie verliebt, ja ihr eine geradezu religiös gefärbte Verehrung entgegenbringt. Die damals 36-jährige Schriftstellerin zieht in jener Zeit durch ihre intellektuelle Strahlkraft und Selbstständigkeit bedeutende Wissenschaftler und Gelehrte an. Nietzsches Heiratsantrag hatte sie abgewiesen; sie heiratete stattdessen den Orientalisten Friedrich Andreas, ohne diese Ehe im bürgerlichen Sinn als verbindlich anzusehen. Auch dem jungen Rilke gibt sie nach der zweiten gemeinsamen Russlandreise den Laufpass, führt jedoch den brieflichen Gedankenaustausch fort. Die zunächst leidenschaftliche Beziehung mündet in eine lebenslange vertrauensvolle Freundschaft auf Augenhöhe, die für beide unschätzbaren Wert besitzt. Lou entwickelt, von Rilke ausgehend, ihr Konzept einer psychoanalytischen Kreativitätstheorie. Rilke verdankt ihr nicht weniger als den Durchbruch als moderner Lyriker. Der Abend eröffnet Einblicke in eine außergewöhnliche Liebesbeziehung und Künstlerfreundschaft, u.a. mit ausgewählten Briefen und Gedichten.
Eintritt 10 €, ermäßigt 8 €, Schüler und Studierende frei, Vorverkauf i-Punkt Fellbach, 0711 / 580058.