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Rainer Maria Rilke
Neue Biografie über den Dichter von Sandra Richter.
Der 150. Geburtstag Rainer Maria Rilkes im Jahr 2026 bietet einen besonderen Anlass, diesen Dichter in den Mittelpunkt eines Abends zu rücken. Nicht allein das Jubiläum, sondern auch zahlreiche neue Erkenntnisse über Rilke und sein Werk rechtfertigen eine erneute Betrachtung. Im Deutschen Literaturarchiv finden sich viele seiner Briefwechsel und Manuskripte; zudem wurde das Archiv des Suhrkamp-Verlags sowie Rilkes privater Nachlass aufgenommen. Neu erschlossene Quellen ermöglichen einen tieferen Einblick in seine Zeit, sein Umfeld und sein Schaffen. Sandra Richter beschreibt in ihrer Biografie anschaulich, wie Rilke stets zwischen Flucht vor und Abhängigkeit von seinen Musen schwankte, die Schattenseiten des technischen Fortschritts beklagte, sich gleichzeitig aber für Technik begeisterte, das einfache Leben liebte und zugleich eine besondere Vorliebe für schöne Dinge und Wohnsitze pflegte. Mit den „Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“ entstand einer der ersten modernen Romane, daneben prägte Rilke mit seinen Gedichtzyklen die Literatur nachhaltig bis in die Gegenwart.
Sandra Richter, ist seit 2008 Professorin für Neuere deutsche Literatur in Stuttgart, seit 2019 Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, das 2025/26 eine Ausstellung und Veranstaltungen über Rilke und sein Werk plant. Sie veröffentlichte außerdem „Eine Weltgeschichte der deutschsprachigen Literatur“ (2017) und schrieb bereits 2004 in „Poetiken“ über Rilke.
Ihre neue Biographie über Rilke macht deutlich, warum es sich heute in besonderer Weise lohnt, Rilke wieder zu lesen: Er lebte in schwierigen Zeiten, und er verarbeitete sie mit einer Wucht, die vielleicht nur im Angesicht existenzieller Bedrohung glaubhaft wirkt.
Termine:
10.02.2026, 19:00
Museum für Literatur Karlsruhe
PrinzMaxPalais
Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe
Mehr unter karlsruhe.de
Thea Dorn, Schriftstellerin und Gastgeberin des „Literarischen Quartetts“ ,diskutiert mit ihren Gästen in wechselnder Runde über bedeutende literarische Werke.
In der neuesten Ausgabe hat sie die Schriftstellerin Eva Menasse, den Philosophen Wolfram Eilenberger und den Literaturkritiker Adam Soboczynski zum Talk empfangen. Gemeinsam debattieren sie über vier Neuerscheinungen.
Der neue Dokumentar-Film von Regisseur Paul Smaczny begleitete den Maler Michael Triegel mehrere Jahre und zeigt detailliert und erkenntnisreich das Entstehen eines bedeutenden Kunstwerkes. –
Triegels Malerei gehört zur sogenannten Leipziger Schule. Und doch unterscheidet ihn vieles von seinen Malerkollegen, allen voran von der seines Freundes Neo Rauch. Denn Triegel malt wie die Alten Meister und nennt Michelangelo, Raffael und Dürer seine Vorbilder.
2020 erhält er einen außergewöhnlichen Auftrag: Er soll den zerstörten Mittelteil des Altars im Naumburger Dom gestalten. Fast 500 Jahre zuvor fiel das Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren einem Bildersturm zum Opfer, nur die Seitenflügel blieben erhalten und weil es keinerlei Aufzeichnungen der Darstellung der Gottesmutter Maria mit Kind gibt, muss Michael Triegel ein gänzlich neues altes Gemälde fertigen.
Erstmals erlaubt es Michael Triegel, seinen Schaffensprozess aus nächster Nähe zu verfolgen. Regisseur Paul Smaczny öffnet er die Türen zu seinem Atelier, und gewährt tiefe, persönliche Einblicke in sein Verständnis von Leben, Kunst und Religion gewährte. Das Ergebnis ist ein nuanciertes Künstlerporträt, das überaus detailliert und erkenntnisreich das Entstehen eines faszinierenden Werkes offenbart. Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten, Kinostart: 05.02.2026, mehr Info zum Film unter: weltkino.de
Gesprächsreihe – PEN Berlin spricht über Heimat in 22 Orten Baden-Württembergs. Hintergrund und Anlass: Die bevorstehenden Landtagswahlen.
Die Autorenvereinigung PEN Berlin startet eine große Gesprächsreihe unter dem Titel “ Hallo Baden-Württemberg, reden wir über Heimat“ in Baden-Württemberg und besucht dafür 22 Städte und Gemeinden im Südwesten. Ziel der Veranstaltungen ist es, das Thema „Heimat“ aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und das Publikum aktiv in die Diskussion einzubeziehen. Die Reihe knüpft an frühere Formate von PEN Berlin an, bei denen über schwierige Themen gesprochen und diskutiert wurde. Dazu gehören Herausforderungen durch Migration, soziale Themen wie Wohnraum und Gesundheit sowie die Angst vor dem Verlust vertrauter Lebensverhältnisse. Das Motto der Reihe reicht von „Ist das noch mein Land?“ bis „Ist das schon mein Land?“ und lädt dazu ein, die eigene Verbindung zur Heimat zu hinterfragen.
Termine sind u.a. in Heidenheim, Crailsheim, Esslingen, Göppingen, Ulm, Stuttgart und in Gmünd. Zu den Podiumsgästen gehören u.a. die Publizisten Michel Friedman und Michel Abdollahi, die Journalist*innen Julia Ruhs, Özge Inan und Kai Diekmann, die Schriftsteller*innen Eva Menasse, Feridun Zaimoglu und Francesca Melandri.
Das Podium ist vielfältig besetzt. Mit dabei sind Autor*innen und Journalist*innen wie Michel Abdollahi, Julia Ruhs, Özge Inan und Kai Diekmann, Michel Friedman, Feridun Zaimoglu und Francesca Melandri und Eva Menasse. Hinzu kommen lokale Unternehmer, Polizisten, Pfarrer und Bürgermeister. Der Austausch findet in Theatern, Kulturzentren, Gemeindesälen und weiteren lokalen Einrichtungen statt, darunter Schützenvereine und Sportvereine.
Nach Baden-Württemberg werden weitere Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin folgen. Der Abschluss ist im Heimathafen Neukölln in Berlin geplant.
Mit der Gesprächsreihe möchte PEN Berlin einen offenen und ehrlichen Dialog fördern: „Das wird nicht immer nett. Aber mir scheint dieser Weg, die Auseinandersetzung zu suchen, der richtige“, so PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel.
Weitere Informationen sowie eine Übersicht über alle Veranstaltungsorte und Teilnehmer finden sich hier und auf der Website von PEN Berlin.
Grafik: Scholz & Friends / PEN Berlin
Corina Nani
Die Künstlerin Corina Nani (*1978 in Timișoara, Rumänien) widmet sich intensiv der Erforschung des menschlichen Körpers und seiner Psyche. In letzter Zeit war sie mit ihren Werken mehrfach in Stuttgart präsent und stellte dort unter anderem ihr neuestes Projekt „The Sleep of Reason“ vor. Eines der Kunstwerke der Serie wurde von der Galerie der Stadt Böblingen erworben – ein willkommener Anlass, diese spannende und vielseitige Künstlerin näher vorzustellen.
Im Zentrum ihres aktuellen Projekts „The Sleep of Reason“ gestaltet Corina Nani ein visuelles Universum, in dem die strenge Geometrie der Ordnung auf die Zerbrechlichkeit menschlicher Existenz trifft. Reine Formen wie Quadrat, Würfel und Dreieck dienen dabei als Ausgangspunkte für eine Reise durch Gedanken, Erinnerungen und Träume. Der Titel des Projekts ist inspiriert von Francisco de Goyas Werk „El sueño de la razón produce monstruos“ („Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“), das als zentrale Inspirationsquelle diente.
„Was mich an Corina Nanis Arbeit besonders fasziniert, ist ihr feines Gespür für das Unsagbare, Vorgefundene und Vorläufige. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Bildfläche, Objekt und Raum und setzt Alltagsbeobachtungen, Erinnerungsstücke und Fundobjekte zu vielschichtigen Bildkonstellationen zusammen. Vergangenes oder Beschädigtes kippt bei Nani in poetische Bildfindungen, die zwischen Abstraktion und Figuration schillern und altvertraute Motive in ein ganz neues Licht tauchen."
Corinna Steimel, Leiterin der Galerie der Stadt Böblingen:
Corinna Steimel, Städtische Galerie Böblingen (links im Bild) und die Künstlerin Corina Nani, Foto: Beatrice Zerwas
Die Themen Vernunft versus Chaos sowie Ordnung versus Fragilität werden in Nanis abstrakter Bildsprache neu interpretiert. Der Würfel, Reflexionen und Transparenzen dienen als Werkzeuge, um über die Instabilität und Komplexität der modernen Welt nachzudenken. Nach Nanis Verständnis symbolisiert der Würfel die Gefahren, die entstehen, wenn Vernunft aufgegeben wird. Betrachtende tauchen in einen Raum ein, in dem sich präzise Linien mit zerbrechlichen Schatten verweben, Korridore sich ins Unendliche zu vermehren scheinen und Klarheit in ein Spiel instabiler Wahrnehmungen übergeht.
Corina Nani erklärt: „Meine Werke sind abstrakt und beginnen stets mit der Idee, einen Würfel auszugraben – den Würfel als Symbol rationaler Ordnung. Durch seine Dekonstruktion und den Einsatz von Papier, spiegelnden Oberflächen und Transparenz erschaffe ich Illusionen von Perspektiven und Räumen, die Betrachter tatsächlich ‚betreten‘ können.“
Der zentrale Würfel fungiert dabei als Anker und zugleich als Tor: Die strenge Geometrie verwandelt sich in eine feine Vibration, während die illusionäre Oberfläche die Realität fragmentiert widerspiegelt – ein Hinweis auf die Verletzlichkeit der schlafenden Vernunft. „Die Geometrie der Abwesenheit“ schafft strikte Symmetrien, die unter dem Einfluss optischer Täuschungen ins Schwanken geraten. Gelbe Bildelemente unterstreichen das fragile Erwachen – kleine Momente der Orientierung in einem Raum, in dem Ordnung und Traum nebeneinander existieren. Diese Spannung wird im Werk „Inner Window“ nochmals gesteigert: Eine konzentrische Architektur, die wie ein Erinnerungstunnel pulsiert. Das gelbe Quadrat markiert das Zentrum des Unterbewusstseins, während diffuse Silhouetten in der fragmentierten Struktur die Zerbrechlichkeit von Identität andeuten.
Die visuelle Sprache vereint tiefes Blau (Introspektion, Ferne), Spiegelpapier (Reflexion und Verzerrung), schemenhafte menschliche Silhouetten (Chaos, Identitätsverlust) und Akzente aus phosphoreszierendem Grün (Warnsignale, Realitätsbrüche). Nanis Werke zeigen keine klassischen „Monster“, sondern Fragmente einer Gegenwart, in der Vernunft schwindet und Instabilität wächst – politisch, gesellschaftlich und global.
Corina Nani ist Professorin an der Fakultät für Bildende Künste und Design der Westlichen Universität Timișoara. Darüber hinaus ist sie eine engagierte Urban-Art-Künstlerin und eine prägende Persönlichkeit der lebendigen Kulturszene ihrer Heimatstadt. Als Initiatorin und Leiterin des International Street Art Festival of Timișoara (FISART) hat sie eine der bedeutendsten Plattformen für Straßenkunst in Rumänien geschaffen. Die Werke von Corina Nani sind auf zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen zu sehen, werden auf digitalen Plattformen präsentiert und tragen so zum weltweiten Dialog zeitgenössischer Kunst bei.
2026 feiert das E-Werk Freiburg unter dem Motto „Erste Sahne Soziokultur“. Anlass ist das Jubiläum: Seit drei Jahrzehnten ist das E-Werk kreativer Produktionsort für kulturelle Teilhabe der freien Szene in Darstellender und Bildender Kunst und gilt als lebendiger Begegnungsraum für Freiburg und die Region. Gegenseitig voneinander lernen, die nachhaltige Nutzung gemeinsamer Ressourcen und die Entfaltung schlummernder Potentiale im Kollektiv stehen dabei im Vordergrund. Zusätzlich zur gewohnten Programmbreite werden 2026 besondere Highlights der Soziokultur präsentiert: Darunter Workshops, Kunst, Performances, choreographische Experimente, Mitmach-Aktionen zum Singen und Gestalten und Angebote zur Förderung von Medienkompetenz.
Highlights 2026 Februar
Fr 20.02. 1ab 21:00 Uhr Club Unique
Der Club Unique ist mehr als nur ein Partyformat: Clubkultur verbindet sich hier mit performativen Elementen, Tanz und künstlerischen Pop-Up-Acts. Durch die Zusammenarbeit mit dem Tanz-netz Freiburg wird die lokale Kulturszene aktiv eingebunden und Menschen aus verschiedenen Hintergründen können teilnehmen. Mit den besten Beats von drei DJs.
März
Sa 07.03. & So 08.03. 120:00 Uhr shake the silence.
Das Projekt „shake the silence“ von Julia Klockow stellt Partizipation, Begegnung und Gemeinschaft In den Mittelpunkt. 3S Personen mit unterschiedlichen Hintergründen im Alter von 20 bis 77 werden eingeladen, gemeinsam einen kollektiven, friedlichen Tanzkörper zu erforschen. So entsteht ein vibrierender Raum, der die soziale Dimension von Tanzkunst auslotet.
April
Sa 18.04. & So19.04. LIED FÜR LIED
Ein lebendiges Mitmach-Wochenende: Singen, Tanzen, Basteln, Lesen, Kochen – alles kostenlos und für alle Generationen. Der Süduferchor vernetzt sich mit lokalen Chören und Initiativen, schafft Begegnungen zwischen Nachbarschaften und Generationen und feiert kulturelle Vielfalt. Dieses Jahr stehen die spanischsprachigen Klänge von CantAmerica im Mittelpunkt – Familien über drei Generationen gestalten gemeinsam Musik und Gemeinschaft.
Mai
So 17.05. Kunstparkour – Showing
Der Kunstparkour Ist ein kostenloses, soziokulturelles Kunst-Angebot von und für junge Menschen Im Alter von 1S-28 Jahren. Er wird von den Institutionen Kubus e.V., ArTik e.V. und E-WERK Freiburg konzeptioniert und veranstaltet. Von Februar bis Mai können die Teilnehmenden ihre eigene Kreativität in wechselnden Ateliers verschiedener Kunstformen entdecken – begleitet von professionellen Künstler:innen. Zum Abschluss werden die entstandenen Arbeiten beim Showing der Öffentlichkeit präsentiert.
kunstparkour-freiburg.de
Juni
Sa 06.06. 114:00-17:00 Uhr Hacking the Mouse: Mit der Maus kreativ experimentieren
Workshop im Rahmen der Ausstellung „Drifting Futures“ von Michel Winterberg, Medienkünstler Basel. Wie kann man eine Computermaus auf neue Art nutzen? In diesem Workshopkann man entdecken, wie man mit einfachen Materialien digitale Aktionen auslösen kann, ganz ohne Programmieren. Für Jugendllche von 12-18 Jahren
August
Mo-Do 03.-06.08. Workshops Bildende Kunst
Künstler:lnnen laden in ihre Atelierräume ein, um gemeinsam neue Techniken auszuprobieren und die eigene Kreativität zu entfesseln. Pop Art mit Elisabeth Bereznickl, Ton & Keramik , Collage mit Emeka Udemba u.v.m.
September
So 27.09. 114:00-17:00 Uhr Jazzfestival Freiburg & Jazz im Garten
Dezember
Do-So 03.-06.12. Tanzfestival
auftauchen hinterfragt etablierte Normen im zeitgenössischen Tanz und versteht sich als Einladung an alle, die Vielfalt von Körpern, Erfahrungen und Ausdrucksformen zu entdecken. Menschen mit und ohne Behinderung treten gleichberechtigt auf. In Aufführungen, Workshops und Diskussionsrunden werden Barrieren abgebaut und Begegnung ermöglicht.
Neustart – Antiquariatsmesse Stuttgart 2026
Stärker, International, Neu – Die bibliophile Antiquariatsmesse Stuttgart 2026 kehrt nach intensiven Vorbereitungen mit einem kraftvollen Neustart zurück. Mit neuem Team, neuem Standort, stärkerer Internationalität und mehr Ausstellern als in den vergangenen Jahren. Der Relaunch setzt ein kraftvolles Zeichen für die Zukunft der Messe rund um die Welt des Buchs.
Andächtige Betrachtungen, 1700, Antiquariat F. Neidhardt, Böblingen, ANTIQUARIATSMESSE STUTTGART 2026
Auf Entdeckungsreise auf der Stuttgarter Antiquariatsmesse
Ein persönlicher Bericht von Claudia Fenkart,
Herausgeberin von arsmondo
Mit gespannter Erwartung betrete ich die Ausstellungsräume der diesjährige Stuttgarter Antiquariatsmesse. Bereits beim Pressegespräch wird deutlich: Die Messe hat sich viel vorgenommen. Die Veranstalter und Kuratoren setzen darauf, das Event jünger und internationaler auszurichten – eine Reaktion auf die Entwicklungen des globalen Marktes, den man spürbar reflektieren möchte.
Was mich besonders beeindruckt: Das Buch wird nicht nur als Träger von Geschichten präsentiert, sondern als eigenständiges Kunstwerk. In den hell ausgeleuchteten Vitrinen verwandeln sich ledergebundene Erstausgaben, aufwendig gestaltete Einbände aus Seide oder Papier, Künstlerbücher mit Originalzeichnungen und prachtvolle Lexika mit floralen Illustrationen in dreidimensionale Erlebnisräume. Die haptische Qualität rückt ins Zentrum – das Anfassen, das Blättern, der Geruch von altem Papier werden zum sinnlichen Erlebnis.
Neu und spannend ist die sogenannte Art Collectors Zone. Hier richtet sich das Angebot gezielt an Sammlerinnen und Sammler – und das ausdrücklich nicht nur an die erfahrene Generation, sondern auch an die Jugend. Die Szene wächst, und das macht sich auch im digitalen Raum bemerkbar. Die Messe hat hierfür eine junge, engagierte Social-Media-Managerin aus Übersee gewonnen, die mit kreativen Inhalten bereits vor Messebeginn eine beachtliche Community aufgebaut hat.
Das Angebot reicht von uralten Schätzen bis hin zum modernen Antiquariat. Junge Ausstellerinnen und Aussteller bringen frischen Wind, setzen auf digitale Kanäle und handeln weltweit – von den USA bis nach Australien. Zugleich stehen Traditionshäuser aus Deutschland, Frankreich und England für die große Bandbreite: von Rilke bis Picasso, von opulenten Plattencovern bis zu Raritäten wie der wohl größten Struwwelpeter-Sammlung der Welt. Wussten Sie, dass dieses legendäre Bilderbuch heute zahlreiche internationale Fassungen hat – sogar eine auf Papyrus gedruckte Ausgabe aus Ägypten? Der aus der Schweiz stammende Antiquar Hasso Böhme besitzt zudem die weltweit bedeutendste und umfassendste Struwwelpeter-Privatsammlung. Einige hat er auf der Stuttgarter Messe dabei - die Ägyptische Interpretation begeisterte ihn so sehr, dass er gemeinsam mit einem Druckhaus eine aufwendige Neuauflage auf echtem Papyrus fertigen ließ, die man auch auf der Messe kaufen kann.
Die Preisgestaltung ist ebenso vielfältig wie das Publikum: Für Sammlerinnen und Sammler mit großem Budget findet sich ebenso das Besondere wie für junge Einsteiger, die auf der Suche nach dem ersten eigenen "Schatz" sind.
Mein Fazit: Die Antiquariatsmesse Stuttgart ist ein Ort der Begegnung, der Vielfalt und der Inspiration. Sie zeigt, wie lebendig und wandlungsfähig die Welt des antiquarischen Buches ist – und dass Bücher auch im digitalen Zeitalter eine Zukunft haben, wenn sie mit Leidenschaft und Innovationsgeist präsentiert werden.
Die 63. Stuttgarter Antiquariatsmesse findet vom 23. bis 25. Januar 2026 am neuen Messe-Standort, der Liederhalle, im Schiller-Saal, statt. Mit mehr als 70 Antiquariaten aus 11 Ländern (u.a. USA, UK, FR, I, A, CH), darunter zahlreiche internationale Experten, verspricht die Messe ein breiteres und hochkarätigeres Spektrum an Raritäten als je zuvor. Hinzu kommt ein innovatives Rahmen-Programm sowie attraktive Messe- bzw. Standpreise.
Fronius, Hans., Der grüne Hut, 1923, Antiquariat Hans Lindner, Mainburg, ANTIQUARIATSMESSE STUTTGART 2026
Es gibt viel zu entdecken…
Das Spektrum reicht von wertvollen Exponaten, seltenen Büchern, Inkunabeln, prachtvollen Handschriften. Dazu stehen besondere Manuskripte, Autographen, Vintage- Fotografie, Meisterwerke der Buchgestaltung, Ikonische Buchobjekte, Künstlerbücher, Kunst und besonders rare Erstausgaben im Fokus.
Zürcherische Seidenwebschule, Theorie, 1882:83 und 1884:85, EOS Buchantiquariat Benz, Zürich, ANTIQUARIATSMESSE STUTTGART 2026
Rahmenprogramm:
– Die Messe erweitert ihr Angebot mit einem noch vielfältigeren spannenden Rahmen-Programm – Ausstellungen, Vorträge, Young Collectors Zone & Design & Buchästhetik:
– Ein neuer Bereich lädt erstmals Sammler*innen der nächsten Generation ein, sich auszutauschen, zu lernen und ihre bibliophile Leidenschaft mit anderen zu teilen.
– Women & Bookcraft: Themen wie Buchgestaltung, Illustration und die Rolle von Frauen in der Buchkultur werden erstmals stärker präsent sein.
– Angeboten werden auch Führungen (Dauer: ca. 15–30 Min., max. 15 Personen). Treffpunkt ist die Cafeteria im Schiller-Foyer.
Roth, Dieter, Das Weinen, 1978, Antiquariat Michael Steinbach, Wien, ANTIQUARIATSMESSE STUTTGART 2026
Generationenwechsel im Messeteam & Synergien durch neue Kooperation:
Der Verband Deutscher Antiquare vollzieht mit dem Relaunch auch einen Generationenwechsel im Messeausschuss, was einen frischen Impuls für die strategische Ausrichtung bringt. Das neue Team verbindet langjährige Erfahrung mit Innovationskraft und stellt den klaren Willen unter Beweis, die Messe nicht nur zu revitalisieren, sondern zukunftsfähig zu machen.
HIER FINDEN SIE KATALOG & AUSSTELLERLISTE 2026 Die neue Homepage der Antiquariatsmesse bietet alle wichtigen Informationen rund um die Messe.
Joseph Beuys
Das Leben und Werk von Joseph Beuys (1921–1986) sind eng mit der Kunsthalle Tübingen verbunden. Der Künstler war Anfang der 1970er Jahre bis zur Jahrtausendwende nicht nur mehrmals in Ausstellungen in der Universitätsstadt, seine Werke befinden sich auch in der hauseigenen Sammlung. Die Ausstellung „Joseph Beuys – Bewohnte Mythen“ in der Kunsthalle gibt aktuell Einblicke in sein faszinierendes Kunstschaffen mit über 100 Werken.
Als Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg und die Krisen-, Umbruchserscheinungen hat der Künstler eine eigene unkonventionelle Kunstrichtung geschaffen – die man auch als eine Art Religion betrachten kann –Seine „Jünger“ versammelte Beuys regelmäßig um sich – ob bei seinen öffentlichen Happenings, in Ausstellungen oder als Lehrender an der Kunstakademie in Düsseldorf. Neben religiösen Traditionen bezog er auch mythologische, alchemistische und anthroposophische Elemente mit ein. Beuys hat den Kunstbegriff so nicht nur radikal hin zu einem menschlich-gesellschaftlichen Konzept erweitert.
Wie kein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts hat er auch alte Vorstellungswelten und Riten in die moderne Gesellschaft integriert, um ein Bewusstsein für die Verbindungen aller Lebewesen zu schaffen. So forderte Beuys bereits in den 1960er Jahren in seinem »Energieplan« eine neue Einfühlung in die Tier- und Pflanzenwelt. Das von ihm geforderte künstlerisch verbildlichte Bewusstsein für die spirituellen Energien der Erde und der Natur bietet deshalb auch heute noch eine Grundlage für Versöhnung und Heilung des aus der Balance geratenen Planeten.
Neben Zeichnungen, Skulpturen und Videos des Künstlers sind in der Ausstellung auch Werke von Willi Baumeister, Hermann Nitsch, Richard Oelze, Meret Oppenheim und Fritz Winter vertreten. In einem chronologischen Parcours wird darüber hinaus anschaulich gemacht, dass vormoderne Traditionen das umfangreiche Schaffen von Beuys wie einen roten Faden durchziehen – vom Frühwerk bis zu seinen späten Aktionen und politischen Auftritten: Angefangen von seinen Zeichnungen, über die Heilkunde bis in die 1960er Jahre, in denen er Riten als magische Katalysatoren in Aktionen einsetzte, um beim Publikum kollektive unterdrückte Gefühlskräfte zu provozieren.
Kuratiert wurde die Ausstellung von Dr. Nicole Fritz, Direktorin der Kunsthalle Tübingen. Die Szenografie, Inszenierung der Schau stammt von der Agentur jangled nerves in Stuttgart. Hauptleihgeber: Museum Schloss Moyland, weitere Leihgaben: Galerie Thaddaeus Ropac, Sammlung Froehlich, Kunstmuseum Basel, Sammlung Lothar Schirmer u. a.
Zur Ausstellung ist im Schirmer/Mosel Verlag, München ein Katalog mit Essays von Dr. Nicole Fritz, Prof. Dr. Volker Leppin, Dr. Cathrin Klingsöhr-Leroy, Prof. Dr. Jessica Ullrich erschienen. Im Museumshop der Kunsthalle Tübingen bestellbar.
FEUERSTÜHLE
In einer Ausstellung präsentiert der Stuttgarter Künstler Michael Gaedt motorisierte Objekte in Mailand, Italien. Ergänzt werden sie von Arbeiten des Fotografen Eric Scaggiante.
Feuerstühle – Michael Gaedt, Foto: Eric Scaggiante
Michael Gaedt (*1957, Deutschland) ist Musiker, Comedian und Schauspieler. Er ist Gründungsmitglied der Band „Die Kleine Tierschau“, mit der er über 35 Jahre auf Tour war. Seit 2009 ist er wöchentlich in der ZDF-Krimiserie SOKO Stuttgart zu sehen. Darüber hinaus ist er als Regisseur, Theaterschauspieler und Moderator tätig.
Feuerstühle – Michael Gaedt, Foto: Eric ScaggianteFeuerstühle – Michael Gaedt, Foto: Eric Scaggiante
Unter dem Titel FEUERSTÜHLE gewährt die Ausstellung in der GALLERIA MONTEGANI in Mailand vom 5. bis 24. Februar2026 Einblicke in Gaedts Garage, wo er seit über 40 Jahren Alltagsgegenstände durch Motorisierung zweckentfremdet: von der Schubkarre bis hin zum Klo. Diese Arbeiten entstanden ursprünglich als Bühnenrequisiten für seine Band „Die Kleine Tierschau“, mit der Gaedt zwischen 1981 und 2016 mehr als 3.200 Auftritte spielte. In FEUERSTÜHLE werden diese Objekte erstmals aus ihrem Bühnenkontext gelöst und als freistehende Arbeiten im Ausstellungsraum gezeigt.
Michael Gaedt in seiner Garage, Foto: Eric Scaggiante
Eric Scaggiantes Fotoserie entstand in und um Gaedts Werkstatt in Stuttgart. Seine Bilder bewegen sich zwischen dokumentarischer Beobachtung und Inszenierung, zwischen der Brutalität der gewaltigen Motoren und kindlicher Fantasie und Bastelei. Fotograf Eric Scaggiante ist fasziniert vom Charme der Realität und versucht, diesen in seiner Arbeit festzuhalten. Seine Arbeiten erschienen unter anderem in GQ, Frieze und Lampoon. Zu seinen kommerziellen Kunden zählen Prada, Marni, Diesel, Ferragamo und On. Scaggiante wird von SevenSix in New York und London vertreten.
Feuerstühle – Michael Gaedt, Foto: Eric ScaggianteFeuerstühle – Michael Gaedt, Foto: Eric Scaggiante
Die Schau läuft parallel zu den Olympischen Winterspielen in Milano–Cortina. Sie wird am 5. Februar eröffnet und endet am 24. Februar mit einem Konzert, bei dem Michael Gaedt die Maschinen live in Betrieb setzt und sie zurück in ihr natürliches Habitat — die Bühne — bringt.
Parallel zur Ausstellung ist Michael Gaedt derzeit mit seiner Solo-Show DAS GROSSE SCHEPPERN auf Tour.
GALLERIA MONTEGANI in Mailand vom 5 bis 24 FEBRUAR 2026 Via Montegani 7, 20141 Milano, Italia
Vernissage: 5 Februar, 18:00-21:00 Finissage-Konzert: 24 Februar, 20:00 Kurator: ANDREA CERESA Konzept und kreative Produktion: PAULINA GAEDT
Die Kunstmesse vereint 180 Galerien aus 18 Ländern, Skulpturenplätze und zahlreiche Sonderformate und Programme rund um das Kunst sammeln und kaufen. Vom 5. bis 8. Februar 2026 zeigen die Aussteller künstlerische Positionen aus 120 Jahren Kunstgeschichte. Das Angebot reicht von der hochkarätig besetzten Klassischen Moderne über Konkrete Kunst, Informel und Pop Art bis hin zu aktuellen zeitgenössischen Positionen. 18 großzügige Skulpturenplätze in den Hallen 1, 2 und 4 unterstreichen die Rolle der Skulptur innerhalb der Kunstszene und des Kunstmarktes.- Vollständige Galerienliste: art-karlsruhe.de/galerien Alle Infos: www.art-karlsruhe.de
Digitale Spuren, leuchtende Bildwelten, Pop Art und junge Positionen-
Ein persönliches Statement von Projektleiterin Olga Blaß zu den Sonderausstellungen der art karlsruhe 2026
„Wer sammelt, schaut genau hin. Und bleibt dran – oft über viele Jahre hinweg. Hinter jeder Sammlung steht weit mehr als nur der Aufbau eines Bestands, nämlich ein bewusstes, oft lebenslanges Engagement für die Kunst. Persönliche Entscheidungen, Geschichten, manchmal auch Wagnisse. Auf der art karlsruhe würdigen wir dieses Engagement seit vielen Jahren. Wir machen es sichtbar.
2026 setzen wir mit unseren vier Sonderausstellungen inhaltliche Impulse und geben Einblicke in Sammlungen, in künstlerische Handschriften und in Themen, die uns gesellschaftlich bewegen. Denn Sammlungen zeigen nicht nur Kunstwerke; sie erzählen auch etwas darüber, wie wir als Gesellschaft denken, fühlen und uns verändern.
Die LBBW zeigt mit ihrer Sammlungspräsentation „Digital Traces“, welche künstlerischen Antworten der digitale Wandel hervorbringt. Das Werk von Rolf Behm steht exemplarisch für konsequente Positionen in Farbe, Form und Erzählung. Die Pop Art-Sammlung von Dietmar Kohlrusch macht erlebbar, wie Sammlerleidenschaft über Jahrzehnte Schätze vereint. Und mit dem academy:square rücken wir für Sie Nachwuchspositionen in den Fokus die ganz neu den Kunstmarkt betreten – erstmals verbunden mit dem LBBW academy:square Award sowie einem Ankauf für die Sammlung der LBBW.
Das ARTIMA art meeting bietet vertiefende Gespräche rund ums Sammeln: Samstag, 7. Februar, 12–14 Uhr auf die Gesprächsrunde „Neues Sammeln“ sowie am Sonntag, 8. Februar, 12-14 Uhr auf die Talks zum „Einstieg in den Kunstmarkt“ – mit spannenden Impulsen für Sammlerinnen und Sammler jeden Erfahrungsstands.
Für mich persönlich ist genau das ein besonderer Moment: wenn Best Practice Beispiele auf begin-nende Sammlerfreude stoßen. Inspiration, unterschiedliche Perspektiven und leidenschaftliche Gespräche schaffen neue Zugänge – für die erfahrenen Kennerinnen ebenso wie für neugierige Neulinge.“
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