Ausstellung vom 11.04.2026 bis zum 18.10.2026.
Karl Hofer (Karlsruhe 1878 – 1955 Berlin) zählt zu den eigenständigsten, bedeutendsten Malern der deutschen Moderne. Im Zentrum seines Schaffens steht der Mensch. Seine Figuren sind Träger existenzieller Empfindungen – in stillem, oft melancholischem Ausdruck. Er zeigt den Mensch in seiner ganzen Vielschichtigkeit:
Im Motiv der Mädchen mit Blumen, Maskeraden und Zirkusdarstellungen sowie den Fest- und Tischgesellschaften. Höchst subtil verarbeitet er in seinen Bildern auch die Schrecken der beiden Weltkriege. Bildnisse von anmutiger Schönheit treten somit teils visionären Mahn- und Warnbildern gegenüber.
Mit klarer Haltung widersetzt Hofer sich dem Nationalsozialismus und schafft zeitlose Bilder, die bis heute aktuelle Fragen nach Humanität und Existenz aufwerfen. „Zwischen Schönheit und Wahrheit“ macht seine künstlerische Spannweite sichtbar und bringt sein Schaffen auf den Punkt: Schönheit als Ideal, hinter dem sich eine oft schwer erträgliche Wahrheit verbirgt.
Karl Hofer ist einer der großen Einzelgänger des 20. Jahrhunderts, wohl auch deshalb, weil seine Malerei schwer zu fassen ist und sich einer Zuordnung widersetzt. Während sein Frühwerk noch stark von akademischen Vorbildern und Studien der Antike geprägt ist, entwickelt er mit den Jahren einen eigenständigen Stil. Seine unverwechselbare Bildsprache ist geprägt von klar konturierten, kantigen Umrisslinien, breitflächiger Komposition, trockener Farbigkeit und einer Verdichtung des Bildgeschehens. Seine Landschaften und Stillleben dienen ihm als Experimentierfelder für Form und Farbe.
Kunstgeschichte schreibt Hofer auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Direktor der wiedereröffneten Hochschule für bildende Künste in Berlin-Charlottenburg und als Erster Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes. In diesen Positionen, die er bis kurz vor seinem Tod innehat, prägt er maßgeblich die Debatte um Figuration und Abstraktion in der deutschen Nachkriegsmoderne. Er verteidigt dabei die figürliche Darstellung gegenüber der wachsenden Dominanz des Abstrakten.
Die Ausstellung in Schloss Achberg zeigt wichtige Themen, die ästhetische Kraft und das Menschenbild in Hofers Malerei anhand von über 60 Gemälden aus allen Schaffensphasen. Ergänzt wird die Ausstellung um Gemälde von Künstlern der Halleschen Schule, die thematische, stilistische und atmosphärische Anklänge an Hofers figurative Malerei aufweisen, sowie Gemälde von Willi Baumeister, die den Dialog zwischen Figuration und Abstraktion verdeutlichen. Sie werfen ein Schlaglicht auf die Rezeption Hofers zwischen 1945 und 1955 in Ost und West.
Freuen Sie sich auf ein vielfältiges Begleitprogramm mit Sonderführungen, Familienprogramm, Konzerten, Mitmachangeboten und vielen mehr im Jahr 2026.