Den (Augen)Blick sehen!

Malerei und Fotografie aus der Sammlung Klein. Die Hängung lädt dazu ein, die Vielschichtigkeit des Blicks und zugleich das Schauen auf den Blick zu erkunden.

Shirin Neshat: The Last Word, 2003, Silbergelatine Print, 94 x 241,3 cm © 2026 Shirin Neshat, courtesy neugerriemschneider, Berlin

Unter dem Motto Den (Augen)Blick sehen! lädt das Kunstwerk Nussdorf ein Werke aus der eigenen Sammlung zu entdecken, die sich auf das Schauen und Sehen beziehen. Es geht um Projektionen und Wahrnehmungen. Wie sehen wir die Welt und wie sieht die Welt uns? Was kann, darf und will ein Blick und welche Beziehungen können daraus entstehen?

Gottfried Helnwein: The Disasters of War 1, 2007, Öl und Acryl auf Leinwand, 140 x 248,5 cm © 2026 Gottfried Helnwein, VG Bild-Kunst, Bonn

Die Kraft des Blicks ist mächtig, schließlich sind die Augen Fenster tief in unser Inneres – das zeigen die über 60 gezeigten Gemälde und Fotografien u.a. von Gregory Crewdson, Xenia Hausner, Gottfried Helnwein, Alex Katz, Tracey Moffatt, Shirin Neshat, Michelangelo Pistoletto und Arnulf Rainer.

Christian Thompson: Scorch the Earth, 2013, C-Print, 121 x 121 cm © 2026 Christian Thompson

Richtet sich ihr Blick auf etwas innerhalb oder außerhalb des Bildraumes? Sind ihre Augen geschlossen und richtet sich ihr Blick nach innen? Sehen sie das betrachtende Gegenüber? Was verraten ihre Augen und ihre Mimik über ihre inneren Welten? Sagt ihr Blick etwas aus über ihre soziale oder gesellschaftliche Situation oder Rolle aus? Lässt sich etwas über Beziehungen oder Machtverhältnisse erfahren? Ein scheuer oder offensiver Blick, ein forschender Blick, ein verträumter, in sich gekehrter oder nachdenklicher Blick… oft sind es allein die Augen, die eine große Geschichte erzählen.

Die unendliche Vielfalt des Blicks macht deutlich: Der Blick ist eine der faszinierendsten und komplexesten Ausdrucksformen menschlicher Identität. Er fungiert als Türöffner zu versteckten Empfindungen und inneren Zuständen. Die Betrachtung der Dargestellten und ihrer unterschiedlichen Blicke kann zu ganz unterschiedlichen Reaktionen führen. Vorstellungen, Emotionen, Erwartungen, Vermutungen, Projektionen und Deutungen werden auf das Gegenüber projiziert. Während einige den frontalen Blick als provokativ empfinden, empfinden ihn andere als zugewandt und interessiert. Wie beeinflusst die eigene Wahrnehmung, was gesehen und wie der Ausdruck der Anderen eingeordnet wird? Wie verändern sich die Interpretationen je nach Kontext und Stimmung?

Michelangelo Pistoletto: Gemelle (Mirror Triptych), 1998, Siebdruck auf Acrylspiegel, jeweils 50 x 40 cm © 2026 Michelangelo Pistoletto

Gerade in unserer Zeit schauen sich Menschen immer seltener in die Augen – denn heute schaut man im Aufzug, im Wartezimmer, an der Bushaltestelle oder in der Bahn meist auf das Smartphone , statt Blickkontakt mit Mitmenschen aufzunehmen. Obwohl doch die Sehnsucht nach Kommunikation und Verbundenheit nie größer war wird der Blickkontakt immer seltener. Diese Ausstellung will dazu anregen, diesen Phänomen mit Mitteln der Kunst entgegen zu wirken und wieder anregen „neu zu schauen“ (!) …

Den (Augen)Blick sehen!
1. Februar bis 31. Juli 2026
KUNSTWERK – Sammlung Klein
Siemensstraße 40, 71735 Eberdingen-Nussdorf
Tel. 0 704 2 / 37 69 566
www.sammlung-klein.de
Öffnungszeiten: Freitag und Sonntag 13 bis 17 Uhr
Eintritt frei

Die letzten Tage der Menschheit

Das Schauspiel von Karl Kraus wirft einen schonungsloser Blick hinter die Kulissen des Ersten Weltkriegs. Das Theater Heilbronn präsentiert mit „Die letzten Tage der Menschheit“ ein Werk von seltener Wucht und aktueller Relevanz. Karl Kraus, einer der bedeutendsten österreichischen Publizisten und Schriftsteller, nimmt in seinem monumentalen Drama nicht die Hölle der Front ins Visier, sondern beleuchtet die Abgründe des Hinterlands: Er erzählt von jenen, die den Ersten Weltkrieg aus sicherer Entfernung verfolgen, bejubeln und von ihm profitieren. Entstanden ist das Stück zwischen 1915 und 1922 und gilt als einer der wichtigsten pazifistischen Texte der modernen Literatur.

Die letzten Tage der Menschheit, Foto: Candy Welz / Theater Heilbronn
Die letzten Tage der Menschheit, Foto: Candy Welz / Theater Heilbronn

Die Aufführung am Theater Heilbronn macht deutlich, wie Propaganda und menschliche Schwächen Kriege befeuern und zivilisatorische Gewissheiten ins Wanken bringen. Die zentrale Botschaft ist aktueller denn je: Frieden muss das Ziel allen politischen Handelns sein.Die Inszenierung verzichtet bewusst auf eine klassische Handlungsführung und setzt stattdessen auf 220 Szenen, in denen reale Figuren wie Kaiser Franz Joseph, Wilhelm II., Soldaten, Pastoren und Journalisten agieren. Rund ein Viertel des Textes stammt aus Originaldokumenten – von Zeitungsartikeln über Tagesbefehle bis hin zu Briefen und Predigten –, wodurch die Atmosphäre der damaligen Zeit greifbar wird.

Die letzten Tage der Menschheit, Foto: Candy Welz / Theater Heilbronn
Die letzten Tage der Menschheit, Foto: Candy Welz / Theater Heilbronn

Kraus verbindet bitteren Humor mit gnadenloser Satire und entlarvt so die Absurdität und Unmenschlichkeit des Krieges. Wir begegnen sensationshungrigen Kriegsberichterstattern, profitgierigen Unternehmern und Offizieren, die im sicheren Hinterland schwelgen, während an der Front Leid und Tod herrschen. Zwei Figuren führen streitend durch das Geschehen: Der Optimist sieht im Krieg eine reinigende Kraft, der Nörgler – das Sprachrohr des Autors – widerspricht und zeigt auf, dass der Krieg die Guten verzweifeln und die Schlechten noch schlechter werden lässt.

Die letzten Tage der Menschheit, Foto: Candy Welz / Theater Heilbronn
Die letzten Tage der Menschheit, Foto: Candy Welz / Theater Heilbronn
Die letzten Tage der Menschheit, Foto: Candy Welz / Theater Heilbronn
Die letzten Tage der Menschheit, Foto: Candy Welz / Theater Heilbronn

 

Weitere Info: www.theater-heilbronn.de

Pretty Privilege

Nach Oscar Wildes Roman Das Bildnis des Dorian Gray, adaptiert von Wilke Weermann am Schauspiel Stuttgart.
Was heißt Schönheit im Zeitalter von Social Media? Wilke Weermann hinterfragt in seiner modernen Interpretation des Klassikers, wie der Wunsch nach ewiger Jugend und makellosem Aussehen durch gesellschaftliche Ideale und digitale Bildbearbeitung geprägt wird. In Wildes Geschichte verführt Lord Henry den jungen Dorian, sein Leben im Rausch der Jugend zu genießen.

Screen: Teresa Annina Korfmacher (Sibyl-2), von hinten: Mina Pecik (Jane), Felix Jordan (Henry), Tim Bülow (Dorian), Sebastian Röhrle (Basil) // PRETTY PRIVILEGE, Foto: Björn Klein
Screen: Teresa Annina Korfmacher (Sibyl-2), von hinten: Mina Pecik (Jane), Felix Jordan (Henry), Tim Bülow (Dorian), Sebastian Röhrle (Basil) // PRETTY PRIVILEGE, Foto: Björn Klein

Dorians Wunsch, für immer schön zu bleiben, erfüllt sich – nur sein Porträt altert, während er selbst skrupellos und narzisstisch durchs Leben geht, was ihn schließlich ins Verderben stürzt. Weermann greift aktuelle Themen wie Ethik und den Einfluss von Technologie auf das Selbstbild auf und stellt die Frage, wie viel Wert Schönheit wirklich hat. Die Rolle des Dorian spielt Tim Bülow. Geboren in Berlin, studierte er u.a. Schauspiel am Mozarteum Salzburg. Schon während seiner Ausbildung war er in Film- und Fernsehproduktionen wie „Zwischen uns die Mauer“, „Sløborn“ und dem Stuttgarter „Tatort“ zu sehen. Sein Bühnendebüt feierte er 2023 als Laertes im „Hamlet“ am Tiroler Landestheater Innsbruck. Seit der Spielzeit 2023/24 gehört er fest zum Ensemble des Schauspiel Stuttgart.

Tim Bülow als Dorian in PRETTY PRIVILEGE, er tanzt vor einer Videoeinblendung von sich selbst,Foto: Björn Klein
Tim Bülow (Dorian) // PRETTY PRIVILEGE, Foto: Björn Klein

Uraufführung: Samstag, 7. Februar 2026, Kammertheater Stuttgart. Weitere Info & Karten finden Sie hier

„Kultur sucht Geld“

Eine ZDF-Doku in der Reihe „WISO“.
Kleine Ausstellungen oder große Konzerte: Kultur kostet immer mehr. Ohne Zuschüsse geht es kaum – doch die öffentlichen Kassen sind leer. Wie soll das Angebot noch bezahlt werden? Das Moderatoren-Duo Marcus Niehaves („WISO“) und Katty Salié („aspekte“) begibt sich auf eine Erkundungstour durch Deutschland. Ihr Budget: der Betrag, den in Deutschland eine Person im Monat durchschnittlich für Kultur ausgibt – rund 24 Euro. Sie wollen herauszufinden, wie viel Musik, Schauspiel oder Kunstwerke man sich davon leisten kann.

Katty Salié spricht mit Kunstsammler und Förderer Reinhard Ernst über privates Mäzenatentum und sein Engagement für die Allgemeinheit. Foto: ZDF und Daniel Waldhecker.

Fast 15 Milliarden Euro Steuergelder fließen jedes Jahr in Theater, Museen, Orchester oder Kunstevents. Doch es wird gekürzt. Neue Geldgeber werden deshalb gesucht. Kann die Wirtschaft helfen? Und was wäre der Preis? Bestimmen dann Konzerne das Programm?
Deutschlands Kulturlandschaft ist einzigartig. Nirgendwo sonst gibt es so viele Theater und Opernhäuser. Städte und Landkreise bieten zudem vom Malkurs bis zur Musikschule ein breites Kulturprogramm an – doch das ist ein finanzieller Kraftakt.

"WISO"-Moderator Marcus Niehaves wird von Opernregisseurin Anja Nicklich gefesselt – Vorbereitung für seine Rolle im Gefangenenchor von Verdis "Nabucco". Foto: ZDF und Daniel Waldhecker.
„WISO“-Moderator Marcus Niehaves wird von Opernregisseurin Anja Nicklich gefesselt – Vorbereitung für seine Rolle im Gefangenenchor von Verdis „Nabucco“. Foto: ZDF und Daniel Waldhecker.

Ohne Sponsoring keine Kultur? Schon heute fördern Privatbanken und Unternehmen Kunst und Kulturprojekte. Sie investieren in Künstlerinnen und Künstler, in Musikerziehung und machen aufwändige Blockbuster-Ausstellungen überhaupt erst möglich. Sollten sie sich noch stärker engagieren? Kritiker sehen die Unabhängigkeit von Kultur in Gefahr, wenn Künstler immer stärker auf Sponsoren und Mäzene angewiesen sind.
Kunst findet immer wieder ungeplante Aufmerksamkeit – wie im Herbst 2025. Weil ein Kunstwerk aus dem Landesmuseum in Wiesbaden einem aktuellen Musikvideo von Taylor Swift als Vorlage diente, stürmen die Swifties das Museum. Der Direktor bedankt sich sogar mit einem besonderen Event bei den Fans. Braucht es vielleicht mehr solcher Kulturverstärker wie Taylor Swift?
Die „WISO-Dokumentation: Kultur sucht Geld: Was wollen wir uns noch leisten?“ ist im ZDF (Mediathek) zu streamen. Link

Rihm und Wagner

Ein Konzertereignis mit dem SWR-Symphonieorchester unter der Leitung seines Chefdirigenten François-Xavier Roth. Auf dem Programm stehen Wolfgang Rihms faszinierendes Orchesterwerk „In-Schrift“ sowie der erste Aufzug aus Richard Wagners Oper „Die Walküre“.
Wolfgang Rihms „In-Schrift“ setzt sich intensiv mit der Frage auseinander, wie Musik als Schrift im Raum wirken kann, und lädt dazu ein, sich auf moderne orchestrale Klanglandschaften einzulassen. Wagners „Die Walküre“ ist Teil des monumentalen Ring-Zyklus und führt mit ihrem dramatischen ersten Aufzug in die spannungsgeladene Handlung über Liebe, Verrat und Schicksal zwischen Götter und Menschenwelt ein.

Johanni van Oostrum, fotografiert Klara Beck
Johanni van Oostrum © Klara Beck

Die gefeierte Sopranistin Johanni van Oostrum übernimmt die Partie der Sieglinde. Die Südafrikanerin ist international auf den großen Opernbühnen zu Hause und wird für ihre einfühlsame Interpretation deutscher und italienischer Partien geschätzt. Maximilian Schmitt, Tenor, gibt den Siegmund. Schmitt zählt zu den gefragtesten lyrischen Tenören seiner Generation und begeistert regelmäßig an der Bayerischen Staatsoper, der Wiener Staatsoper sowie bei internationalen Festivals. Den Hunding verkörpert der finnische Bass Mika Kares, der für seine kraftvolle Stimme und seine intensive Bühnenpräsenz weltweit anerkannt ist. Kares gastiert regelmäßig an Häusern wie der Mailänder Scala, der Metropolitan Opera New York und den Bayreuther Festspielen.
Termine: 26. und 27. Februar 2026 – Stuttgart, Liederhalle und 1. März 2026 – Freiburg, Konzerthaus

Weitere Info finden Sie hier

Foto: François-Xavier Roth: Marco Borggreve

Winterlandschaften in Konstanz

Die Ausstellung „Verschneites Land. Winterbilder“ widmet sich den Künstlern der Düsseldorfer Malerschule. Inspiriert von niederländischen Altmeistern und geprägt von der Freilichtmalerei, fangen die Werke die Magie verschneiter Landschaften in ihrer ganzen Vielfalt ein. In der Schau in der Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz, sind noch bis 1. März 2026 rund 60 Werke aus der Sammlung der Dr. Axe-Stiftung zum Thema Winter von zahlreichen Künstlern jener Zeit ausgestellt. Die Landschaftsmalerei war früh ein Schwerpunkt der Düsseldorfer Malerschule. Seit den Anfängen in den 1820er Jahren gingen die Künstler zum Malen ins Freie, und zwar zu allen Jahreszeiten (!). Dabei orientierten sie sich zumeist an den Werken der alten niederländischen Meister des 16. und 17. Jahrhunderts.

Max Clarenbach, Winterlandschaft am Niederrhein (Altwasser bei Wittlaer). Öl auf Leinwand, © Dr. Axe-Stiftung, Bonn, Foto: Barbara Frommann
Carl Nonn, Wintersonne (Schleiden in der Eifel) Öl auf Holz, 35 x 50 cm © Dr. Axe-Stiftung, Bonn Max. Foto: Barbara Frommann
Fritz von Wille, Verschneite Landschaft an der Urft, 1906, Öl auf Leinwand, 110,8 x 150,5 cm © Dr. Axe-Stiftung, Bonn, Foto: Barbara Frommann
Fritz von Wille, Verschneite Landschaft an der Urft, 1906, Öl auf Leinwand, 110,8 x 150,5 cm © Dr. Axe-Stiftung, Bonn, Foto: Barbara Frommann

Verschneite Klanglandschaften….Ein immersiver Raum in der Wessenberg-Galerie bereichert die Ausstellung: In Kooperation mit der Bodensee Philharmonie ist eine Installation entstanden, die sowohl visuell als auch akustisch die winterliche Atmosphäre intensiviert. Musiker*innen der Bodensee Philharmonie haben für diesen Raum vielfältige Klangwelten eingespielt – von klassisch bis experimentell. Umgeben von bewegten, digital projizierten Winterlandschaften entsteht ein immersiver Bildraum, der sich je nach musikalischer Atmosphäre immer wieder neu erschließt.

Jean Hendrichs, Verschneite Landschaft am Niederrhein, ohne Jahr, Öl auf Leinwand, 70,5 x 50,5 cm © Dr. Axe-Stiftung, Bonn
Jean Hendrichs, Verschneite Landschaft am Niederrhein, ohne Jahr, Öl auf Leinwand, 70,5 x 50,5 cm © Dr. Axe-Stiftung, Bonn

wessenberg-galerie.de

Rainer Maria Rilke

Neue Biografie über den Dichter von Sandra Richter.

Der 150. Geburtstag Rainer Maria Rilkes im Jahr 2026  bietet einen besonderen Anlass, diesen Dichter in den Mittelpunkt eines Abends zu rücken. Nicht allein das Jubiläum, sondern auch zahlreiche neue Erkenntnisse über Rilke und sein Werk rechtfertigen eine erneute Betrachtung. Im Deutschen Literaturarchiv finden sich viele seiner Briefwechsel und Manuskripte; zudem wurde das Archiv des Suhrkamp-Verlags sowie Rilkes privater Nachlass aufgenommen. Neu erschlossene Quellen ermöglichen einen tieferen Einblick in seine Zeit, sein Umfeld und sein Schaffen. Sandra Richter beschreibt in ihrer Biografie anschaulich, wie Rilke stets zwischen Flucht vor und Abhängigkeit von seinen Musen schwankte, die Schattenseiten des technischen Fortschritts beklagte, sich gleichzeitig aber für Technik begeisterte, das einfache Leben liebte und zugleich eine besondere Vorliebe für schöne Dinge und Wohnsitze pflegte. Mit den „Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“ entstand einer der ersten modernen Romane, daneben prägte Rilke mit seinen Gedichtzyklen die Literatur nachhaltig bis in die Gegenwart.

Sandra Richter, ist seit 2008 Professorin für Neuere deutsche Literatur in Stuttgart, seit 2019 Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, das 2025/26 eine Ausstellung und Veranstaltungen über Rilke und sein Werk plant. Sie veröffentlichte außerdem „Eine Weltgeschichte der deutschsprachigen Literatur“ (2017) und schrieb bereits 2004 in „Poetiken“ über Rilke.

Ihre neue Biographie über Rilke macht deutlich, warum es sich heute in besonderer Weise lohnt, Rilke wieder zu lesen: Er lebte in schwierigen Zeiten, und er verarbeitete sie mit einer Wucht, die vielleicht nur im Angesicht existenzieller Bedrohung glaubhaft wirkt.

Termine:
10.02.2026, 19:00
Museum für Literatur Karlsruhe
PrinzMaxPalais
Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe
Mehr unter karlsruhe.de

18.2.2026, 19.00 – 20.30
Stadtbibliothek + Muße-Literaturmuseum Baden-Baden
Luisenstraße 34, , 76530 Baden-Baden
Mehr unter: www.baden-baden.de

Das Literarische Quartett

Thea Dorn, Schriftstellerin und Gastgeberin des „Literarischen Quartetts“ ,diskutiert mit ihren Gästen in wechselnder Runde über bedeutende literarische Werke.
In der neuesten Ausgabe hat sie die Schriftstellerin Eva Menasse, den Philosophen Wolfram Eilenberger und den Literaturkritiker Adam Soboczynski zum Talk empfangen. Gemeinsam debattieren sie über vier Neuerscheinungen.

"Das Literarische Quartett", Thea Dorn © ZDF/Svea Pietschmann
„Das Literarische Quartett“, Thea Dorn © ZDF/Svea Pietschmann

Alle Folgen sehen kann man im ZDF-Streaming-Portal und als Podcast bei Deutschlandfunk Kultur.

 

Der Maler Michael Triegel

Der neue Dokumentar-Film von Regisseur Paul Smaczny  begleitete den Maler Michael Triegel mehrere Jahre und zeigt detailliert und erkenntnisreich das Entstehen eines bedeutenden Kunstwerkes. –

Triegels  Malerei gehört zur sogenannten Leipziger Schule. Und doch unterscheidet ihn vieles von seinen Malerkollegen, allen voran von der seines Freundes Neo Rauch. Denn Triegel malt wie die Alten Meister und nennt Michelangelo, Raffael und Dürer seine Vorbilder.

Szenenfoto aus dem Film „Triegel trifft Cranach – Malen Im Widerstreit der Zeiten“ © Emilian Tsubaki

Szenenfoto aus dem Film „Triegel trifft Cranach – Malen Im Widerstreit der Zeiten“ © Emilian Tsubaki

2020 erhält er einen außergewöhnlichen Auftrag: Er soll den zerstörten Mittelteil des Altars im Naumburger Dom gestalten. Fast 500 Jahre zuvor fiel das Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren einem Bildersturm zum Opfer, nur die Seitenflügel blieben erhalten und weil es keinerlei Aufzeichnungen der Darstellung der Gottesmutter Maria mit Kind gibt, muss Michael Triegel ein gänzlich neues altes Gemälde fertigen.

Erstmals erlaubt es Michael Triegel, seinen Schaffensprozess aus nächster Nähe zu verfolgen.  Regisseur Paul Smaczny  öffnet er die Türen zu seinem Atelier, und gewährt tiefe, persönliche Einblicke in sein Verständnis von Leben, Kunst und Religion gewährte. Das Ergebnis ist ein nuanciertes Künstlerporträt, das überaus detailliert und erkenntnisreich das Entstehen eines faszinierenden Werkes offenbart.
Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten, Kinostart: 05.02.2026, mehr Info zum Film unter: weltkino.de

Szenenfotos aus dem Film „Triegel trifft Cranach – Malen Im Widerstreit der Zeiten“ © Emilian Tsubaki

„Hallo Baden-Württemberg“

Gesprächsreihe – PEN Berlin spricht über Heimat in 22 Orten Baden-Württembergs. Hintergrund und Anlass: Die bevorstehenden Landtagswahlen.
Die Autorenvereinigung PEN Berlin startet eine große Gesprächsreihe unter dem Titel “ Hallo Baden-Württemberg, reden wir über Heimat“ in Baden-Württemberg und besucht dafür 22 Städte und Gemeinden im Südwesten. Ziel der Veranstaltungen ist es, das Thema „Heimat“ aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und das Publikum aktiv in die Diskussion einzubeziehen. Die Reihe knüpft an frühere Formate von PEN Berlin an, bei denen über schwierige Themen gesprochen und diskutiert wurde. Dazu gehören Herausforderungen durch Migration, soziale Themen wie Wohnraum und Gesundheit sowie die Angst vor dem Verlust vertrauter Lebensverhältnisse. Das Motto der Reihe reicht von „Ist das noch mein Land?“ bis „Ist das schon mein Land?“ und lädt dazu ein, die eigene Verbindung zur Heimat zu hinterfragen.
Termine sind u.a. in Heidenheim, Crailsheim, Esslingen, Göppingen, Ulm, Stuttgart und in Gmünd. Zu den Podiumsgästen gehören u.a. die Publizisten Michel Friedman und Michel Abdollahi, die Journalist*innen Julia Ruhs, Özge Inan und Kai Diekmann, die Schriftsteller*innen Eva Menasse, Feridun Zaimoglu und Francesca Melandri.
Das Podium ist vielfältig besetzt. Mit dabei sind  Autor*innen und Journalist*innen wie Michel Abdollahi,  Julia Ruhs, Özge Inan und Kai Diekmann, Michel Friedman, Feridun Zaimoglu und Francesca Melandri und Eva Menasse. Hinzu kommen   lokale Unternehmer, Polizisten, Pfarrer und Bürgermeister. Der Austausch findet in Theatern, Kulturzentren, Gemeindesälen und weiteren lokalen Einrichtungen statt, darunter Schützenvereine und Sportvereine.
Nach Baden-Württemberg werden weitere Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin folgen. Der Abschluss ist im Heimathafen Neukölln in Berlin geplant.
Mit der Gesprächsreihe möchte PEN Berlin einen offenen und ehrlichen Dialog fördern: „Das wird nicht immer nett. Aber mir scheint dieser Weg, die Auseinandersetzung zu suchen, der richtige“, so PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel.

Weitere Informationen sowie eine Übersicht über alle Veranstaltungsorte und Teilnehmer finden sich hier und auf der Website von PEN Berlin.

Grafik: Scholz & Friends / PEN Berlin