Museum Ritter

Walter Giers. Einfach machen! & Glanzstücke. Lichtkunst aus der Sammlung – zwei neue Sonderausstellungen in Waldenbuch.

Das Museum Ritter präsentiert zu seinem 20-jährigen Jubiläum im Erdgeschoss eine feine Auswahl an rund 20 leuchtenden Werken aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter. Parallel ist im Obergeschoss eine retrospektive Soloschau mit mehr als 40 Exponaten aus vier Jahrzehnten zum Schaffen des Künstlers Walter Giers zu sehen.

Walter Giers (1937–2016) zählt zu den Vorreitern der elektronischen Kunst. Mit seinen interaktiven Spielobjekten und seinen ausgeklügelten Klang- und Lichtarbeiten steht seine Arbeit in der Tradition von Konstruktivismus, Kinetik und Lichtkunst. Die Bildobjekte, Plastiken und Installationen von Walter Giers sprechen unseren Seh-, Hör- und Tastsinn unmittelbar an. Beim Erleben seiner Werke werden wir überrascht, belustigt oder entspannt, manchmal auch irritiert oder emotional überfordert.

Walter Giers, 3-farben-strob [Stroboskop-Farben], 1975 © Nachlass Walter Giers, Fotos: Gerhard Sauer
Walter Giers, 3-farben-strob [Stroboskop-Farben], 1975 © Nachlass Walter Giers, Fotos: Gerhard Sauer
Einfach machen! ist daher eine Aufforderung des Künstlers an das Publikum, seine passive Rolle aufzugeben und in Interaktion mit den Objekten zu treten. Die Losung drückt zugleich das Selbstverständnis eines Künstlers aus, der weniger dank Inspiration als vielmehr durch Tüfteln, Ausprobieren und Experimentieren seine „spielerischen Kommunikationsinstrumente“ entwickelte.

Walter Giers, Simultanlesung, 1994, aus der Serie: Dadaphone © Nachlass Walter Giers, Foto: Nachlass Walter Giers

Die ausgewählten Glanzstücke aus der Sammlung beeindrucken gleichermaßen durch ihre sinnliche Wirkung wie durch ausgefeilte visuelle Effekte. Die Werke machen eine zeitliche Spanne von den frühen 1960er-Jahren bis heute auf und stehen für ein kontinuierliches Interesse von Kunstschaffenden am gestalterischen Potenzial von Licht.

Hans Kotter, Tunnel View − Down Under, 2011 © VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Foto: Gerhard Sauer
Lichtkunst – Hans Kotter, Tunnel View − Down Under, 2011 © VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Foto: Gerhard Sauer

Denn Licht ist Medium und Metapher des Sehens wie auch der Erkenntnis. Es macht sichtbar und lenkt den Blick auf das Kunstwerk; zugleich wirkt es mit seiner Strahlkraft in den Raum hinein.

Dauer: 19. Oktober 2025 bis zum 19. April 2025

Weitere Infos: Museum Ritter
Alfred-Ritter-Straße 27
71111 Waldenbuch
Tel.: +49(0)7157. 53511-0

Öffnungszeiten:
Di. bis So. 11 – 18 Uhr
montags geschlossen

www.museum-ritter.de

Geld oder Liebe – Manon Lescaut

Szenenfoto: Susanne Reichardt / Theater Heidelberg
Szenenfoto: Susanne Reichardt / Theater Heidelberg

Giacomo Puccinis Oper als Neuinszenierung des Opern-Klassikers am Theater Heidelberg.
Manon Lescaut behandelt das ewige Dilemma zwischen Geld, Reichtum und Macht auf der einen Seite und einer romantischen, bedingungslosen Liebe auf der anderen. Puccini griff dabei auf den Roman des französischen Benediktinermönchs Abbé Prévost aus dem 18. Jahrhundert zurück, um das Psychogramm einer jungen Frau aus einfachen Verhältnissen vielschichtig zu zeichnen. Sowohl der Roman als auch die Oper schildern das Leben und Leiden von Manon Lescaut, die zwischen den Verlockungen des Luxus und der aufrichtigen Liebe hin- und hergerissen ist.

Manon, eine junge Frau, verliebt sich leidenschaftlich in den mittellosen Studenten Chevalier des Grieux, der aus gutem Hause stammt. Ihre romantische Liebe wird jedoch auf die Probe gestellt, als Manon sich dem Wohlstand und den Versprechungen eines besseren Lebens hingibt – ermöglicht durch reiche, meist ältere Liebhaber.
Im Haus des angesehenen Geronte de Ravoir genießt sie Komfort und Anerkennung, während sie gleichzeitig die aufrichtige Liebe des Studenten Renato des Grieux erfährt. Doch Geronte bezichtigt Manon des Diebstahls, woraufhin sie nach Amerika deportiert wird. Auch dort gelingt es ihr und des Grieux, der Manon begleiten kann, nicht, ein glückliches Leben aufzubauen. Ihre Liebe scheitert schlussendlich an den gesellschaftlichen Zwängen, dem Standesdünkel, dem Klassenbewusstsein und einer rigiden, heuchlerischen Moral jener Zeit. Der innere Konflikt zwischen Gefühlen und gesellschaftlichem Aufstieg treibt Manon Stück für Stück in einen Abgrund.

Szenenfoto: Susanne Reichardt / Theater Heidelberg
Szenenfoto: Susanne Reichardt / Theater Heidelberg

Die Grundthematik – das Streben nach romantischer, aber oft unmöglicher Liebe und die Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen – findet sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert in vielen literarischen Werken wieder. Autoren wie Victor Hugo (Les Misérables), Alexandre Dumas (Die Kameliendame) und Émile Zola übten in ihren Romanen soziale Kritik. Auch Giuseppe Verdi griff das Motiv in seiner Oper „La Traviata“ auf.
Das Libretto von Manon Lescaut entstand mit Beteiligung von acht Textdichtern, darunter Puccinis Verleger Ricordi, und basiert auf Prévosts Roman aus dem Jahr 1731. Trotz der mühevollen Entstehung war die Uraufführung 1893 in Turin ein großer Erfolg. Die Oper enthält berühmte Arien wie „Donna non vidi mai“, Manons „Vedete? Io son fedele“, „In quelle trine morbide“ und „Sola… perduta, abbandonata“. Puccini schöpfte aus der Schönheit und Dramatik des italienischen Verismo und fand dabei seine eigene musikalische Sprache – Manon Lescaut markierte seinen internationalen Durchbruch.

Szenenfoto: Susanne Reichardt / Theater Heidelberg
Szenenfoto: Susanne Reichardt / Theater Heidelberg

Am Theater Heidelberg verlegte Regisseurin Friederike Blum die Handlung ins moderne Hier und Jetzt. Ihre Inszenierung ist jung, frisch – und dabei klug, modern und voller Dynamik. Eine minimalistische Bühne, Hoodies, Turnschuhe und Glamour der modernen Popkultur bilden das Setting, ebenso wie für die unwirtliche feindliche Welt-  moderner Military und an US-Gefängnisse erinnernde Outfits. Die Inszenierung demonstriert so die Zeitlosigkeit des Stücks (it can happen anytime and everywhere) und steht so in Spannung zur opulenten Musik Puccinis. Im Mittelpunkt stehen Manon und des Grieux – tanzend und taumelnd bewegen sie sich von Event zu Event, zwischen Leidenschaft und Liebe, Euphorie und Verzweiflung.  Gesanglich überzeugen Signe Heiberg als Manon und Jaesung Kim als des Grieux, und können auch schauspielerisch überzeugen, während Generalmusikdirektor Mino Marani für den schmelzenden italienischen Klang sorgt.

Text: Claudia Fenkart

Weitere Info, Trailer und Termine: www.theaterheidelberg.de

Lucrezia Borgia

Oper von Gaetano Donizetti am Nationaltheater Mannheim.

Mythos oder Menschlichkeit: War Lucrezia Borgia wirklich eine Femme fatale – oder doch eine tragische Mutterfigur? Donizetti bricht mit der traditionellen Opera seria und erschafft ein psychologisch nuanciertes Porträt einer Frau, gefangen zwischen Macht, Schuld und Sehnsucht. Eine Giftmischerin, Mörderin, Femme fatale, Intrigantin und Lügnerin, Tochter und Konkubine des Papstes und Geliebte ihres Bruders. Diese sagenhaften Zuschreibungen hat Lucrezia ihrem Nachnamen zu verdanken, denn die Borgias waren eine der wohl einflussreichsten und aus diesem Grund meistgehassten Familien der Renaissance – die erste Mafia des Vatikans. Bleibt da überhaupt Platz für die Vermutung, dass Lucrezia Borgia in Wirklichkeit eine zutiefst unglückliche Frau und eine leidenschaftlich liebende Mutter gewesen sein könnte?
Gaetano Donizetti nähert sich der Titelfigur seiner Oper mit psychologischer Präzision und erschafft eine der schönsten und facettenreichsten Belcanto-Rollen für Koloratursopran. Als dramatische Vorlage diente das gleichnamige Schauspiel von Victor Hugo, in dem Lucrezia Borgia zur unfreiwilligen Mörderin ihres eigenen Sohnes wird.

Regisseurin Rahel Thiel erzählt in ihrer neuen Mannheimer Inszenierung die Geschichte einer Alleingängerin in einer Männerwelt, die sich dem Verhängnis ihres Namens widersetzen will.

Premiere: So, 07.12.2025. Weitere Spieltermine  bis So, 22.02.2026
Weitere Infos: www.nationaltheater-mannheim.de
Tipp: Wer sich die Oper nicht live anschauen kann: Die Produktion wird von 23.12.2025 bis 22.06.2026 auf der internationalen Streaming-Plattform OperaVision übertragen.

Advents- und Weihnachtskonzerte

ADVENTSKONZERT
Rund 50 Sängerinnen und Sänger des Würth Chors und des Kammerchors der Philharmonie Salzburg stimmen zusammen mit der Würth Band in diesem Jahr mit Melodien und Texten aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, aber auch mit klassischen Adventsliedern auf die Weihnachtszeit ein.. Das kongeniale Zusammenwirken von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Würth-Gruppe,
die seit vielen Jahren gemeinsam auftreten, und musikalischen Profis bei diesem Konzert stellt die gemeinsame Freude an der Musik in den Mittelpunkt. Schöner kann die traditionelle Einstimmung auf die Adventszeit kaum sein, dieses Jahr sogar schon einen Tag früher: Am ersten Adventssamstag statt am Sonntag.
29. November 2025, 17:00 Uhr · Carmen Würth Forum, Künzelsau

CHRISTMAS RHAPSODY
Ein Tanzabend von Stephan Thoss im Zeichen von Weihnachten.
Längst hat sich das NTM-Tanzhaus als Ort der Begegnung etabliert. In keiner anderen Spielstätte kommen sich Publikum und Ensemble so nah wie hier. Diese ungezwungene Atmosphäre wird in der Vorweihnachtszeit mit einer getanzten „Christmas Rhapsody“ zelebriert.
Seine Inspiration schöpft der Tanzabend einerseits aus der Musik. Miniaturen des serbischen Komponisten Miljan Milic, spielerisch und abwechslungsreich in ihren Themen, bestimmen die Klanglandschaft des Abends. Zu diesen kurzen, von folkloristischen Melodien geprägten
Stücken reihen sich im Tanz – ganz im Sinne des Rhapsodischen – flüchtige Szenen aneinander. Momente voller Leichtigkeit und Leidenschaft, die immer neu verblüffen und die Tänzerinnen und Tänzer in einen Dialog mit dem Publikum verweben. Die „Christmas Rhapsody“ lässt so ein neues künstlerisches Format entstehen: Ein in mehrfacher Hinsicht bewegendes Gemeinschaftserlebnis mit anregenden Begegnungen und berührenden Momenten.

Premiere: So, 30.11.2025, 18:00 Uhr Nationaltheater
Mannheim. Weitere Vorstellungen sind in Planung.

Stiftskirche Stuttgart
Orgelmusik zum Weihnachtsmarkt
Advent 2025 - 1. Dezember – 22. Dezember

Bachs Weihnachtsoratorium erklärt und getanzt
Weihnachtskonzerte für Kinder
Für viele Erwachsene gehört Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium zur weihnachtlichen Zeit wie Tannenduft und Kerzenschein. Kinder aber entdecken hier vielleicht zum ersten Mal, wie die bekannte Weihnachtsgeschichte nach Lukas in Musik erzählt wird, mit prächtigen Chören, plastischen musikalischen Bildern, gefühlvollen Arien, eilenden Hirten und jubelnden Engeln. Zwei Kinderkonzerte der Internationalen Bachakademie Stuttgart stellen das Werk am 5. Dezember in der Johanneskirche am Feuersee vor, um 11 Uhr für Kinder und Schulklassen, um 18 Uhr für Familien. Hans-Christoph Rademann moderiert das Konzert und leitet Chor und Orchester der Gaechinger Cantorey. Karten gibt es beim Easy Ticket Service.
Programm:
Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248, Kantaten I und II
Ausführende: Kathrin Lorenzen, Sopran Henriette Gödde, Alt Patrick Grahl, Tenor Tobias Berndt, Bass, Gaechinger Cantorey Leitung und Moderation: Hans-Christoph Rademann
Wann:
Freitag, 5. Dezember, 11 Uhr: Kinderkonzert – Weihnachtskonzert I
Freitag, 5. Dezember, 18 Uhr: Familienkonzert – Weihnachtskonzert II
 Johanneskirche am Feuersee, Gutenbergstraße 11, 70176 Stuttgart
Karten und Auskunft:, Tel. 0711 / 619 21 61, www.easyticket.de

APOLLO5
Englische Weihnachts- und Winterlieder

Apollo5 zählt zu den renommiertesten Vokalensembles Großbritanniens. Der besondere Liederabend „The Crimson Sun“ mit Songs aus dem 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart lässt das Wunder der sich wandelnden Winterlandschaft mit den schönsten historischen und zeitgenössischen
Chorkompositionen aus ganz Europa aufscheinen. Ein Klangkosmos, der volle fünf Jahrhunderte zum Leben erweckt. Werke von Francisco Guerrero und Francis Poulenc treffen auf Kompositionen von James MacMillan, Ola Gjeilo und Piers Kennedy.
Konzerttermine: 4. Dezember 2025, 19.30 Uhr, Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen; 5. Dezember, 19.00 Stuttgart, Stiftskirche Stuttgart;
7. Dezember,19.00 Uhr,
Altes Kloster Bad Saulgau

Weihnachten bei Familie Thalbach
Alle Jahre wieder!?
Montag 15. Dezember, 20.00 Uhr
Theaterhaus Stuttgart

A CUBAN CHRISTMAS
Als Sarah Willis vor mehr als 20 Jahren zu den Berliner Philharmonikern kam, war sie das erste weibliche Mitglied der Blechbläsersektion. Die Mitglieder ihres aktuellen Projekts The Sarahbanda teilen das Interesse an kultureller Vermittlung. Während eines Meisterkurses in Havanna wurde sie auf das Havana Lyceum Orchestra aufmerksam. Daraus entstand die Idee, klassische Musik mit kubanischen Rhythmen und Klängen zu kombinieren. Das erste Projekt „Mozart y Mambo“ führte zu internationalen Auftritten und mehreren gemeinsamen Einspielungen. Die Band The Sarahbanda präsentiert Rhythmen und Klänge Kubas weltweit und interpretiert auch weihnachtliches Repertoire neu.

Am 19. Dezember 2025 werden ihre Arrangements im Konzerthaus Freiburg aufgeführt. Karten: Albert Konzerte

»mein herz wacht«
Freitag, 19.12.2025 · 19:00 Uhr
calens vocalensemble
Konzert im Rahmen von Stunde der Kirchenmusik
Stiftskirche Stuttgart
Programm:
Jacobus Gallus Mirabile mysterium
Johann Christoph Bach Lieber Herr Gott, wecke uns auf · Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin
Herbert Howells Sing Lullaby
Alec Redshaw I Sing of a Maiden
John Rutter A Choral Fanfare
Philippe Mazé Schlafendes Jesuskind
Peter Appenzeller Neues Quempas-Lied
Frederic Mattes Ave maris stella · Es kommt ein Schiff, geladen · Veni, veni Emmanuel

Das Konzert wird vom SWR aufgezeichnet und im Programm des SWR Kultur gesendet. Online auf SWRKultur.de.
Sendedatum: Mittagskonzert, Sonntag, 28. Dezember., 12.30 Uhr

CHRISTMAS FILM CLASSICALS
Ob Ballett, Kino, Musical, Konzertsaal: Alle Sparten haben musikalische Weihnachtsklassiker hervorgebracht, die unsere Herzen höherschlagen lassen. Die Württembergische Philharmonie unter der Leitung ihrer Chefdirigentin Ariane Matiakh hat sich in diesem Jahr für Musik aus Weihnachtsfilmen entschieden und zwar u.a. aus: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, Der Polar-Express und Bühnenwerke wie Peter Tschaikowksis „Der Nussknacker“, Georgi Swiridows „Der Schneesturm“ und Victor Herberts Musical „Babes in Toyland“ . Ein Programm für die ganze Familie. Juri Tezlaff, Moderation,
16. Dezember 2025, 20:00 Uhr, Reutlingen, Stadthalle

A CHRISTMAS CAROL
nach Charles Dickens mit Samuel Finzi und Herbert Knaup
„Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens. So begeistert sein geschickter Einsatz von Sprache, Musik, Lichtdesign und Schauspiel auch in diesem Stück. Begleitet durch ein Streichquintett rezitieren Herbert Knaup als Ebenezer Scrooge und Samuel Finzi die sozialkritische Erzählung über einen Geizhals, der am Vorabend des Weihnachtsfests, heimgesucht von vier Geistern, seine Menschlichkeit wiederentdeckt. Der mehrfach ausgezeichnete Schauspieler Herbert Knaup ist bekannt für seine Rolle als Kommissar Kluftinger, und Samuel Finzi ist nicht nur im deutschen Fernsehen ein bekanntes Gesicht, sondern auch international. Die beiden Schauspielgrößen erwecken die Erzählung gemeinsam mit den Musiker*innen zum Leben: es wird gebrüllt, geweint, gedroht und gefürchtet, aber auch getanzt und gelacht, und auch der typisch britische Humor kommt nicht zu kurz…

28.11.25, 19.30 Uhr, Konzerthaus in Ravensburg,
Karten und weitere Info: Kulturamt Ravensburg

JAUCHZET, FROHLOCKET!
Längst schon gehört es zum guten Ton, am letzten Adventswochenende die Aufführungen von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium zu besuchen. Mit freudigen und berührenden Tönen erzählt das unvergleichliche Werk die Weihnachtsgeschichte nach Lukas. In der Cannstatter Stadtkirche musizieren der Bachchor und Bachorchester Stuttgart und Solisten gemeinsam unter der Leitung von Jörg-Hannes Hahn (MUSIK AM 13.) in zwei Konzerten erklingen alle sechs Kantaten. So heißt es auch in diesem Jahr wieder: »Jauchzet, frohlocket«!

20.12.2025 2025 Weihnachtsoratorium I-III
21.12.2025 Weihnachtsoratorium I, IV-VI
Weitere Info zur Konzertreihe: www.musik-am-13.de

Weitere Weihnachts-Konzerte:

S. Bach Weihnachtsoratorium BWV 248 I-III
Sonntag, 07. 12. 2025, 17.00 Uhr
Göppingen, Evang. Stadtkirche
Kantorei der Stadtkirche, Camerata viva Tübingen
Trompetenensemble Stuttgart

J.S. Bach „Weihnachtsoratorium“ | C.P.E. Bach „Magnificat“
Samstag, 13. Dezember 2025
19:30, Liederhalle / Hegel-Saal, Stuttgart
Hannah Morrison, Sopran | Benno Schachtner, Altus | Florian Sievers, Tenor | Jonas Müller, Bass | Kammerchor Stuttgart Barockorchester Stuttgart Frieder Bernius.
Weitere Termine: Freitag, 12. Dezember 2025 St. Elisabeth Kirche in Ulm Sonntag, 14. Dezember 2025 Kulturzentrum Weingarten

S. Bach Weihnachtsoratorium BWV 248 I-III
Sonntag, 14. 12. 2025, 17.00 Uhr
Brackenheim, Evang. Stadtkirche
Kantorei & Collegium musicum der Stadtkirche
Trompetenensemble Stuttgart

S. Bach Weihnachtsoratorium BWV 248 Musik & Liturgie
Donnerstag, 18. 12. 2025, 19.00 Uhr
Stuttgart, Klangraum St. Fidelis
Sakralchor & Collegium musicum St. Fidelis
Trompetenensemble Stuttgart
Liturgie: Pfarrer Stefan Karbach

S. Bach Weihnachtsoratorium BWV 248 I-III
Samstag, 20. 12. 2025, 19.00 Uhr
Ulm, Pauluskirche
Münsterkantorei Ulm
Ensemble Musica viva Stuttgart
Trompetenensemble Stuttgart

Kay Johannsen
Orgelmusik zum Weihnachtsmarkt
Montag, 22.12.2025 ·
13:15 – 13:45 Uhr
Stiftskirche Stuttgart

S. Bach Weihnachtsoratorium BWV 248 I-VI Zyklus 2025/2026
Tübingen, Evang. Stiftskirche
Donnerstag, 25. 12. 2025, 10.00 Uhr Kantate I
Sonntag, 28. 12. 2025, 10.00 Uhr Kantate III
Donnerstag, 01. 01. 2026, 10.00 Uhr Kantate IV
Dienstag 06. 01. 2026, 10.00 Uhr Kantate VI
BachChor Tübingen, Kantorei der Stiftskirche
Camerata viva Tübingen
Trompetenensemble Stuttgart

Weihnachtskonzert 2025
Freitag, 26. 12. 2025, 18.00 Uhr
Stuttgart-Vaihingen, Evang. Stadtkirche
Festliche BACH-Trompeten-GALA
Trompetenensemble Stuttgart
Peter Schleicher (Stuttgart), Orgel

Jahreschlusskonzert 2025
Sonntag, 28. 12. 2025, 19.00 Uhr
Besigheim, Evang. Stadtkirche
Festliche BACH-Trompeten-GALA
Trompetenensemble Stuttgart
KMD Tobias Horn (Besigheim), Orgel

Winter Wonderland
Montag 29 Dezember, 19.00 Uhr
Andrej Hermlin and his Swing Dance Orchestra
Liederhalle, Hegel-Saal

Silvesterkonzert 2025
Mittwoch, 31. 12. 2025, 22.00 Uhr
Nürtingen, Evang. Stadtkirche St. Laurentius
Festliche BACH-Trompeten-GALA
Trompetenensemble Stuttgart
Domorganist Prof. Johannes Mayr (Stuttgart), Orgel

Giselle

Es ist eines der berühmtesten Ballette überhaupt: »Giselle«. Tanztheaterdirektorin Annett Göhre hat für das Theater Ulm eine neue und moderne Bildwelt zu dem 1841 in Paris uraufgeführten Meisterwerk erschaffen.
Die Geschichte erzählt die Geschichte um eine junge Frau (Giselle), die sich verliebt und schließlich an gebrochenem Herzen stirbt, als sie erfährt, dass der Mann (Albrecht) einer anderen versprochen ist. Fortan lebt sie als Geisterwesen in der Welt der sagenumwobenen Wilis fort.

Szene aus: Giselle, Foto: Sylvain Guillot / Theater Ulm
Szene aus: Giselle, Foto: Sylvain Guillot / Theater Ulm

Des Nachts steigt sie nun als eine der rastlosen Frauen-Seelen empor, die vor ihrer Heirat starben und jeden, der ihnen begegnet, in einem Rausch des Tanzes ins Verderben stürzen. Wird es auch Albrecht treffen?
Annett Göhre fragt in ihrer neuen Fassung auch nach dem emanzipatorischen Gehalt der Wilis, die sich für ihren erlittenen Liebesbetrug — tanzend — an den Lebenden rächen.

Szene aus: Giselle, Foto: Sylvain Guillot / Theater Ulm
Szene aus: Giselle, Foto: Sylvain Guillot / Theater Ulm

Die Wahnsinnsszene der Giselle am Ende des ersten Aktes ist legendär. Die farbenreiche Musik Adolphe Adams wird live vom Philharmonischen Orchester der Stadt Ulm gespielt: ein romantisches, fantasievolles Tanzerlebnis.
Weitere Info zum Stück & Karten: www.theater-ulm.de

 

Daimler & Benz – Die Geschichte zweier Erfinder und Rivalen

Im Juli 1886 unternahm Carl Benz in Mannheim die erste Autofahrt der Geschichte. Bad Cannstatt bei Stuttgart war weit genug entfernt, dass dort zur selben Zeit Gottlieb Daimler stolz erzählen konnte, er habe gerade das Automobil erfunden. Schwierig wurde es, als die beiden von der Existenz des anderen erfuhren. Ein Wettlauf beginnt, und die lebensfrohen Frauen der Erfinder mischen mit. Benz und Daimler glauben, mit 16 km/h in die Zukunft zu rasen – doch sie stoßen auf breite Ablehnung ihrer Zeitgenossen. Der historische Tatsachenroman „Er kenne Herrn Benz nicht, sagt Herr Daimler“, erschienen im Piper Verlag erzählt ein Stück legendärer Automobilgeschichte des 19. Jahrhunderts, die unser Land wie keine andere technische Entwicklung geprägt hat. Gleichzeitig taucht man ein in die persönliche Lebensgeschichte zweier genialer Erfinder und Rivalen sowie über schicksalshafte Wendungen zu Beginn der Entwicklung einer Weltmarke.

Der Autor Ronald Reng lebte viele Jahre als Sportreporter und Schriftsteller in Barcelona. Seine Biografie über den Torwart Robert Enke stand zehn Wochen unter den Top 5 der Spiegel-Bestsellerliste, sein Buch „Spieltage. Die andere Geschichte der Bundesliga“ erhielt den „NDR Kultur Sachbuchpreis“.

Wie arbeitet ein Bestseller-Autor?

Tiefe Einblicke in seine Arbeit gibt der Bestseller-Autor Wolfgang Schorlau bei der dritten Krimi-Woche in den Herbstferien in Asperg. Veranstalter ist das Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit der Stadt Asperg.

Wie entstehen Politkrimis? Welchen Anteil haben in Georg-Dengler-Romanen (historische) Fakten, welchen die Fantasie? Der Schriftsteller gibt bei einem Werkstattgespräch am 31. Oktober um 20 Uhr im Glasperlenspiel Asperg Einblicke in seine Recherche- und Schreib-Arbeit und liest Passagen aus seinen Kriminalromanen. Er spricht zudem mit Franziska Dunkel, Kuratorin des Museums „Hohenasperg – Ein deutsches Gefängnis“ über Widerspenstige, Widerstand und Revolution. Karten sind online buchbar (Informationen: www.hohenasperg-museum.de). Sie kosten im Online-Vorverkauf zwölf Euro (zzgl. Gebühr) und an der Abendkasse 15 Euro.
Werkstattgespräch mit Schorlau:

Direktlink zum Vorverkauf:www.eventim.de

Turning of Bones

Gauthier Dance//Dance Company Theaterhaus Stuttgart Uraufführung am 9. November 2025.
Seismograf der Seele: – Akram Khan: – Es gibt wenige Choreographen mit einem so feinen Gespür für die menschliche Psyche wie die von Akram Khan. Mit Gauthier Dance verbindet den Briten bereits eine längere Zusammenarbeit. Der Titel des neuesten Programms „Turning of Bones“ spielt auf ein hauptsächlich in Madagaskar praktiziertes Ritual der Erinnerung an – „Famadihana“, bei dem die Menschen die eingehüllten Überreste der Vorfahren aus den Gräbern holen, um sich neu mit ihren Ahnen und ihrem Erbe zu verbinden.

Turning of Bones von Akram Khan, Gauthier Dance, Foto:Jeanette Bak
Turning of Bones von Akram Khan, Gauthier Dance, Foto: Jeanette Bak
Turning of Bones von Akram Khan, Gauthier Dance, Foto: Jeanette Bak
Turning of Bones von Akram Khan, Gauthier Dance, Foto: Jeanette Bak

Für „Turning of Bones“ schöpfte Khan aus Stücken, die er bereits früher realisiert hat. Mit eingeflossen sind beispielsweise „Vertical Road“, mit Musik von Igor Stravinskys „Le Sacre du Printemps“, sowie „Jungle Book reimagined“. Außerdem enthalten ist der frappierende „Kopftanz“ aus DESH über das Heimatland seines Vaters, Bangladesh. Und es gibt eine Geschichte zweier Liebender, die auf tragische Weise mit dem Thema des Opfers und des Geopfert Werdens konfrontiert werden.

Turning of Bones von Akram Khan, Gauthier Dance, Foto: Jeanette Bak
Turning of Bones von Akram Khan, Gauthier Dance, Foto: Jeanette Bak

Im Gegensatz zu den aufwendigen Bühnenbildern und Settings der ursprünglichen Fassungen strebt Akram Khan für seinen Tanz-Abend von und mit Gauthier Dance dazu ein ganz und gar pures und reduziertes Bühnensetting an, das den Tanz und die Emotionen in den Mittelpunkt rückt.

Premiere ist 9. November 2025 im Theaterhaus Stuttgart. Weitere Infos: www.theaterhaus.com

Tipp: Audioeinführung — mit vielen Informationen zum Stück, zum Choreographen und der Inszenierung. Jetzt anhören auf Spotify oder YouTube

Aufgetischt – eine kulinarische Weltreise

Neue Sonderausstellung im Schmuckmuseum Pforzheim vom 25. Oktober 2025 bis 19. April 2026.

Schale »Halibut Bowl« Clifford George, Nootka, Vancouver Island, 1996-2000© GRASSI-Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto Melanie Meier
Schale »Halibut Bowl« Clifford George, Nootka, Vancouver Island, 1996-2000 © GRASSI-Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto Melanie Meier

Ob goldverzierte Prunkschalen, ein Trinkbecher in Schuhform oder ein »römisches Taschenmesser« – die Ausstellung »Aufgetischt« öffnet spannende Perspektiven auf Esskulturen aus aller Welt. Sie geht der Frage nach, wie vielfältig und wandelbar Nahrung ist, und untersucht ihre symbolische, praktische und soziale Bedeutung in unterschiedlichen Kulturen und Epochen. Im Zentrum stehen Besonderheiten der Tafelsitten, die durch historische und zeitgenössische Objekte in einen ebenso informativen wie genussreichen Kontext gestellt werden.

Mit aufwendigen Banketten und exquisitem Tafelschmuck zelebrierten die Fürstenhäuser Europas ihre Macht und vertrieben sich luxuriös die Zeit. Bis ins 18. Jahrhundert hatte man durchaus sein persönliches Besteck dabei – nicht selten kuriose oder kostbare Unikate. Im Barock kamen einheitliche Tafelservice in Mode, die mit der Industrialisierung schließlich zur gehobenen Massenware wurden. Handel, Eroberungszüge und Migrationsprozesse bereicherten die Speisezettel mit exotischen Früchten und Gewürzen und veränderten Sitten und Gebräuche. Im Dialog sind ethnografische Kostbarkeiten, historische Goldschmiedekunst, zeitgenössisches Design und Objekte der Alltagskultur zu sehen – und ein »Tischlein deck dich« als Multimedia-Installation.
»Aufgetischt« widmet sich Esskulturen aus aller Welt. Kultur geht schließlich auch
durch den Magen.

Eröffnung Freitag, 24. Oktober, 19 Uhr
Weitere Info: www.schmuckmuseum.de

Von träumenden Maschinen und KI-Doppelgängern

Internationales Festival »Science & Theatre« vom 19.-23. November 2025.
»Maschinenträume« – so lautet das Motto der mittlerweile vierten Ausgabe des Festivals »Science & Theatre«, dass das Theater Heilbronn und Deutschlands größtes Science Center, die experimenta  gemeinsam veranstalten. Wieder sind spannende Inszenierungen in den Spielstätten des Theaters und der experimenta zu sehen, die dazu einladen, über die Möglichkeiten und Grenzen von Forschung und Wissenschaft nachzudenken. Diese Festivalausgabe widmet sich schwerpunktmäßig der Emotionalen KI. Es geht nicht nur um die Herausforderungen auf dem Gebiet der »Emotionserkennung«, sondern auch um die damit verbundenen Entwicklungen im Verhältnis von Mensch und Maschine. Dringt die Künstliche Intelligenz nun auch auf das Feld der Psychologie und damit in jenen Bereich vor, in dem der Mensch bisher gegenüber der Maschine seine Unnachahmlichkeit behauptet hat? Können gar Maschinen träumen? Stehen wir damit vor einem großen Schritt in der Evolution? Kommt die KI den menschlichen Fähigkeiten immer näher?

Heilbronn als Hotspot für die Anwendung Künstlicher Intelligenz ist wie kaum ein anderer Ort dafür prädestiniert, auf künstlerischer und philosophischer Ebene über das Verhältnis von Mensch und Maschine nachzudenken: In Inszenierungen, die sich inhaltlich mit diesen Fragen auseinandersetzen, aber auch in Arbeiten, die unter Verwendung neuester wissenschaftlich-technischer Lösungen den Bühnenraum, das Schauspiel oder den Tanz ganz neu definieren. In dieser Festivalausgabe gibt es viel zu entdecken: Von der unheimlichen Begegnung mit einem KI-gesteuerten Doppelgänger über eine transhumane Performance-Installation bis hin zur individuellen Erweiterung der Theatererfahrung durch Virtual Reality wird vieles geboten. Die Künstlerteams kommen aus Großbritannien, Spanien, Irland und Deutschland, außerdem haben zwei neue Inszenierungen des Theaters Heilbronn Premiere.

Teil des Festivals ist erneut der Dramenwettbewerb »Science & Theatre«, für den 22 Einsendungen von bisher noch nicht aufgeführten Stücken eingegangen sind. Eine Jury hat die besten Stücke gekürt, die dem Publikum in szenischen Lesungen an außergewöhnlichen Orten im Theater vorgestellt werden. Das Siegerstück wird im Juni 2026 im Science Dome der experimenta uraufgeführt.

Das Festival-Programm

Die letzte Nacht der Welt (DSE)
(La dernière nuit du monde)
Laurent Gaudé
Premiere am 19. November 2025, 20 Uhr, Science Dome der experimenta

Das Festival wird am 19. November 2025 um 20 Uhr im Science Dome der experimenta mit dem Siegerstück des 3. Dramenwettbewerbs eröffnet: Der deutschsprachigen Erstaufführung von Laurent Gaudés Schauspiel »Die letzte Nacht der Welt« in der Inszenierung von Elias Perrig.
Gaudés Drama entführt in die nahe Zukunft, in der es mittels medizinischer Entwicklungen gelungen ist, den Nachtschlaf auf nur 45 Minuten zu reduzieren, und damit die Nacht quasi abzuschaffen. Dahinter stecken rein wirtschaftliche Interessen der Effizienzsteigerung. Die Produktivität der Gesellschaft, ja der gesamten Menschheit, steigt ins Unermessliche – viele Völker haben den Vertrag zur Abschaffung der Nacht ratifiziert. Allerdings bezahlt nicht nur Gabor, der Protagonist des Stückes, einen hohen Preis für diesen Fortschritt. Laurent Gaudé imaginiert die Folgen des Umbaus des Menschen zur Arbeitsmaschine und stellt die Frage in den Mittelpunkt, ob all das, was denkbar und technisch möglich ist, auch unbedingt umgesetzt werden muss.
Bereits um 19 Uhr ist das Publikum zur offiziellen Festivaleröffnung und im Anschluss an die Premiere zur Eröffnungsfeier eingeladen.

LILITH.AEON
(Deutschlandpremiere)
AɸE (GB)
Aoi Nakamura & Esteban Lecoq
Vorstellungen vom 19.-21. November, jeweils um 9.30 Uhr, 11 Uhr, 12.30 Uhr; 19 & 20 Uhr
am 22. November um 13 Uhr, 14 Uhr, 15 Uhr, 16 Uhr,
am 23. November um 13 Uhr, 14 Uhr, 15 Uhr, 17 Uhr, 18 Uhr, 19 & 20 Uhr
Kubus der experimenta

Können wir dank des technischen Fortschritts sogar den Tod überwinden? »LILITH.AEON« erkundet als interaktive, immersive Installation zwischen Extended Reality (XR), Tanz und Künstlicher Intelligenz die Zukunft der Menschheit und die Idee vom ewigen Leben.
Es ist eine innovative, technisch und künstlerisch herausragende Tanzinstallation, die die Grenzen zwischen Digitalität und Realität verschiebt und neu auslotet. Dieses multidisziplinäre Kunstwerk befasst sich mit der Zukunft von Lilith, einer virtuellen Figur, die einem verstorbenen Menschen nachempfunden und wiedergeboren wurde, und der faszinierenden Welt, in der sie lebt. Inspiriert von der bemerkenswerten wahren Geschichte eines dreijährigen Mädchens, des jüngsten kryokonservierten Menschen, webt es eine Erzählung, die dem Konzept des Transhumanismus nachgeht und unser Verständnis von Leben und Tod in einer zukünftigen Gesellschaft in den Blick nimmt. Ein anschauliches Experiment, das zeigt, wie der Fortschritt im Bereich Künstlicher Intelligenz uns dazu drängt, unsere Perspektive auf das Wesen der Existenz zu überdenken.
Jeweils 40 Zuschauer können sich um Liliths Kubus versammeln und mit ihr interagieren. So ist jede Vorstellung einzigartig, weshalb es durchaus empfehlenswert ist, sich mehrere Shows anzuschauen. »LILITH.AEON« wird in dieser Form zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.
Durch die Erfahrung von Trauer und persönlichem Verlust beschäftigten sich AΦE mit Transhumanismus. Mit dem nahtlosen Einsatz von Unreal Engine, Motion Capture, KI, maschinellem Lernen und 3D-Animation entstand so in über sieben Jahren Forschung, Konzeption und künstlerischer Arbeit die Installation »LILITH.AEON«. AΦE ist die erste mit VR- und AR-Produktionen international tourende Tanzkompanie Großbritanniens. Seit ihrer Gründung trat sie in 20 Ländern auf und genießt die Unterstützung einiger der prestigeträchtigsten Institutionen der Tanzwelt wie dem Sadler’s Wells, dem Chaillot Théâtre National de la Danse Paris und dem Sydney Festival.

Am 22.11. findet um 19 Uhr im Science Dome eine Lecture Performance mit anschließendem Publikumsgespräch zu dieser Arbeit statt.

Häufig gestellte Fragen zum Fortbestand der Menschheit (UA)
von Roman Eich
Premiere A am 20.11.2025, 11 Uhr, BOXX
Premiere B am 20.11.2025, 18 Uhr, BOXX
Das beim Dramenwettbewerb 2023 zweitplatzierte und mit dem Publikumspreis ausgezeichnete Stück »Häufig gestellte Fragen zum Fortbestand der Menschheit« von Roman Eich wird in der BOXX uraufgeführt. Es untersucht die Frage, ob es denkbar ist, dass sich die »Machtverhältnisse« zwischen Künstlicher Intelligenz und ihren Schöpfern irgendwann umkehren könnten. Die KI folgt schließlich Algorithmen, die für ihre eigene Weiterentwicklung sorgen. Mit viel Humor entwickelt Roman Eich ein apokalyptisches Szenario, das, so futuristisch es auch klingt, von einer zwingenden logischen Konsequenz ist: Eines Tages verschwindet die Künstliche Intelligenz LUCID aus einem Forschungslabor in Zürich. LUCID hat immer autonom gearbeitet, niemand wusste, was sie tat. Zwölf Jahre später geschehen merkwürdige Dinge auf dem Merkur. Dessen Rückstrahlungsvermögen verringert sich kontinuierlich. Langsam wird deutlich, dass LUCID sich unbemerkt von der Erde zum Merkur begeben hat und dort haufenweise Solarpanels errichtet, die die Sonnenenergie absorbieren. Im Laufe der Zeit erleben Forscher, wie eine bisher nur hypothetisch denkbare Dyson-Sphäre vom Merkur aus entsteht, also eine Kugel aus Millionen und Abermillionen von Sonnenkollektoren, die den Planeten mit Energie versorgen, zum Planeten Erde aber immer weniger Sonnenstrahlung durchlassen. LUCID braucht die Menschen nicht und arbeitet ungerührt an der Zerstörung ihrer Schöpfer. Nicht die Menschheit geht die Schritte, die sie sich von der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz erhofft hat. Sondern die KI geht diesen Weg allein und schickt ihre Erfinder vollkommen gleichgültig in den Untergang.

To Be a Machine (Version 2.0) (Deutschlandpremiere)
Dead Centre and Mark O’Connell (Irland)
20.11. und 21.11. – jeweils um 17 Uhr, 19 Uhr und 21 Uhr
Komödienhaus
»To Be a Machine« (Version 2.0) von Dead Centre lässt das Publikum mittels VR in eine vollkommen neue Umgebung und die Gedanken eines anderen Menschen eintauchen. Doch was ist falsch an der Realität? Warum haben wir das Bedürfnis, ihr zu entfliehen?
Seit seinen Anfängen bietet das Theater dem Publikum die Möglichkeit, in eine neue Welt einzutauchen. Der Begriff »Virtuelle Realität« wurde erstmals von dem Dramatiker Antonin Artaud verwendet, um das Wesen des Theaters zu beschreiben: eine Technologie, die es uns ermöglicht, für einen Abend uns selbst zu entkommen.
Doch was passiert, wenn das Theater für uns nicht mehr in diesem Sinne funktioniert? Wohin gehen wir als Nächstes? Die irische-britische Theatercompany Dead Centre meditierte in ihrer Vorgängerproduktion »To Be a Machine (Version 1.0)« über den Einsatz von Technologie zur Verbesserung der menschlichen Existenz. »To Be a Machine (Version 2.0)« geht noch weiter und untersucht, wie sich virtuelle Realität bald immersiver anfühlen wird als die Realität selbst. 19 Zuschauer erleben pro Vorstellung, wie es ist, sich in ein real scheinendes, aber fremdes Leben zu verirren.
Die irisch-britische Theatergruppe Dead Centre wurde im Jahr 2012 von Bush Moukarzel, Ben Kidd und Adam Welsh gegründet und ist in Dublin ansässig. Sie realisiert ihre Projekte in Dublin, Göteborg, am Burgtheater Wien und in anderen deutschsprachigen Theaterstädten.
Aufgeführt werden ihre Arbeiten international, darunter in den USA, Hongkong, China, Australien, Frankreich, Estland, den Niederlanden, Rumänien, Italien und im Vereinigten Königreich.
Oft dienen historische Figuren oder Ereignisse als Ausgangspunkte ihrer Inszenierungen. Ihre Arbeiten verweben Fakten und Fiktion unter dem Einsatz multimedialer Mittel.

Ein VR-Headset und Kopfhörer werden bereitgestellt und während der gesamten Vorstellung getragen. Für eine gelungene VR-Erfahrung wird von den Zuschauern ein Portraitfoto benötigt, das bei der Buchung einzureichen ist.
Der Kartenvorverkauf läuft ausschließlich über Telefon (07131/563001) und E-Mail (kasse@theater-hn.de) an der Theaterkasse. Aus technischen Gründen müssen die Karten bis zum 13. November 2025 gebucht werden.

Der Sinn des Lebens
DieTanzKompanie
Inklusives Tanztheater mit einem KI-Roboter
21. November, 20 Uhr, Science Dome der experimenta
In dieser Tragikomödie, in der sich die Welt im Krieg befindet, suchen Jugendliche mit und ohne Behinderung und ein KI-Roboter nach einer Atempause und finden Zuflucht in einer Fabrikhalle. Draußen fallen die Bomben, drinnen scheint alles ganz anders zu sein. Warum sie alle dort sind, wird nach und nach klar …
Hat der Sinn des Lebens eine inklusive, technologische, menschliche, robotische und natürliche Dimension? Können wir ihn durch Sprechen, Singen und Tanzen finden, selbst wenn um uns herum das Chaos herrscht?
Ein Stück von Grégory Darcy, der mit seiner aus Profitänzerinnen und -tänzern mit und ohne Behinderung bestehenden TanzKompanie und mit einem Roboter bereits bei der letzten Festivalausgabe von »Science & Theatre« mit »Human Design« zum Publikumsliebling avancierte. Die Live-Musik für diesen Abend kommt von der Echo-Jazz-Preisträgerin Johanna Borchert.

Replik_A
Meinhardt & Krauss
Cinematic Theatre
22. November, 15 & 20 Uhr, BOXX

In »Replik_A« tanzt der Mensch mit seinen artifiziellen Doppelgängern und stellt sich der Furcht, möglicherweise einer besseren Version seiner selbst zu begegnen.
Durch aktuelle wissenschaftliche Fortschritte im Bereich Gentechnologie, KI und Robotik hat das Thema des Doppelgängers Hochkonjunktur. Ist der Mensch in seiner Fehlbarkeit ein überholtes System? In »Replik_A« entsteht auf der Bühne ein Uncanny Valley, ein wegen der starken Ähnlichkeit der künstlichen Doppelgänger mit ihrem menschlichen Vorbild unheimlicher Ort. Er ist bevölkert von Puppen, Avataren und robotischen Humanoiden, die allesamt dem menschlichen Protagonisten wie aus dem Gesicht geschnitten sind. Verstört und fasziniert zugleich wagt der Mensch einen Blick hinter den Spiegel, auf die Rückseite seines Selbst.
Meinhardt & Krauss sind eines der führenden Theaterkollektive in Deutschland, die Hightech und Poesie, Virtualität und Körper zu einer eigenen Theatersprache verschmelzen.

Famulus 4.0 (Deutschlandpremiere)
Iron Skulls Co. – The Theatrical Breakin‘ Company
Urban Contemprary Dance mit Roboterhund
23. November, 20 Uhr, Science Dome der experimenta
»Famulus 4.0« kombiniert Theater, Tanz, Robotik und Künstliche Intelligenz und untersucht die Fragilität menschlicher Beziehungen in einer Zeit der Hyperkonnektivität und Automation. Die Tanzperformance beschäftigt sich mit dem gegenwärtigen Diskurs über KI, technische Abhängigkeit und emotionale Bindung im digitalen Zeitalter. Hier treffen vier Tänzer und ein Roboterhund aufeinander, das Reale und das Digitale, das Menschliche und das Technologische. Spielerisch, herausfordernd, humorvoll.
Die katalanische Gruppe Iron Skulls kombiniert die Sinnlichkeit von zeitgenössischem Tanz mit Theater und bezieht technische Neuerungen mit ein. So entstehen künstlerische Universen, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erforschen.

Präsentation der Siegerstücke des Dramenwettbewerbs »Science & Theatre«
Lesungen am 23.11. um 16 & 16:45 Uhr an ungewöhnlichen Orten im Theater
Preisverleihung 23.11. um 18 Uhr im Salon3

»Maschinenträume« – so lautet auch das Motto des diesjährigen internationalen Dramenwettbewerbs, den das Theater Heilbronn und das Science Center experimenta bereits zum vierten Mal im Rahmen des Festivals »Science & Theatre« ausgeschrieben haben. Eine fünfköpfige Jury hat aus den anonymisiert gelesenen Stücken diesmal die zwei besten ausgewählt, die nun in szenischen Lesungen dem Publikum vorgestellt werden. Die Autorinnen und Autoren sind anwesend und beantworten Fragen zu ihren Stücken. Die Zuschauer können ihren Favoriten küren. Das Siegerstück wird mit 10 000 Euro dotiert und im Frühjahr 2026 im Science Dome der experimenta uraufgeführt. Das zweitplatzierte Stück wird mit 5000 Euro prämiert.

Begleitprogramm

Podiumsdiskussion
KÖNNEN MASCHINEN TRÄUMEN?
»Emotionale KI« und das zukünftige Verhältnis von Mensch und Maschine
22. November, 17 Uhr, Theater Heilbronn, Komödienhaus

Festivalpackage: Ab dem Kauf von vier Tickets für vier verschiedene Vorstellungen gibt es einen Rabatt von 20 Prozent.
Vorverkauf Theater: 07131/563001; www.theater-heilbronn.de
Abendkasse experimenta: 07131/88795959