SIRI HUSTVEDT

Sie gehört zu den wichtigsten Stimmen der Gegenwartsliteratur – Der Dokumentarfilm SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF feiert Weltpremiere in der Sektion Panorama der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale).  Regisseurin Sabine Lidl porträtiert die international gefeierte Schriftstellerin und ihre ganz eigene Art zu leben. Hustvedt verbindet ihr Schreiben mit den großen Themen des Lebens: Liebe und Abschied – besonders im Zusammenhang mit der tiefen persönlichen und künstlerischen Verbundenheit zu ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Paul Auster.

 © Medea Film Factory / Dschoint Ventschr Filmproduktion / Meret Madörin
© Medea Film Factory / Dschoint Ventschr Filmproduktion / Meret Madörin

Zum Film: Jung, neugierig und voller Tatendrang verlässt Siri Hustvedt ihre Heimat Minnesota und stürzt sich mitten hinein ins pulsierende New York. Auf der Suche nach der Hauptfigur ihres ersten Romans beginnt eine Reise, die sie nicht nur zur Schriftstellerin macht, sondern zu einer der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Der Film öffnet einen Blick weit über Siri Hustvedt hinaus und feiert die kämpferische Kreativität von Künstlerinnen, denen die Autorin sich verbunden fühlt. Zugleich erzählt der Film auch die einzigartige Liebesgeschichte des legendären Autorenpaares aus Brooklyn: Siri Hustvedt und Paul Auster. Doch während die beiden über Sprache, Identität und die Kraft der Worte nachdenken, bricht das Leben herein: Paul Auster wird schwer krank. Doch auch nach seinem Tod endet die gemeinsame Geschichte nicht: Siri Hustvedt beginnt den Verlust ihres „Lebensmenschen“ im Buch „Ghost Stories: Ein Buch der Erinnerung“ literarisch zu verarbeiten.

Vier Jahre lang folgte die Filmemacherin Sabine Lidl den Gedanken und Geschichten der Autorin.  Das auf diese Weise entstandene intime Portrait SIRI HUSTVEDT – DANCE AROUND THE SELF ist ein Spiegelfilm zum 2019 ebenfalls unter der Regie von Sabine Lidl entstandenen Filmportrait ihres Ehemanns und „Lebensmenschen“: PAUL AUSTER – WAS WÄRE WENN.

Das Buch „Ghost Stories: Ein Buch der Erinnerung“, das die gemeinsame Liebes- und Lebensgemeinschaft des Autorenpaares wiedererstehen lässt, erscheint am 13. März im Rowohlt Verlag.

Kinostart deutschlandweit: 2. April 2026

„Die politische Dimension von Schillers Werk in den Fokus“

Das Schiller-Nationalmuseum lockt in neuem Glanz generalsaniert mit der Dauerausstellung „Schiller!“ nach Marbach.
Ein Beitrag von Harry Schmidt.

Ganze vier Jahre war das Schiller-Nationalmuseum der Öffentlichkeit entzogen, seit 1. November 2021 blieben die Türen des 1903 eröffneten, nach Plänen der Stuttgarter Architekten Ludwig Eisenlohr und Carl Weigle auf der Marbacher Schillerhöhe hoch über dem Neckar thronenden Dichterweihetempels geschlossen, während das Gebäude dahinter denkmalschutzgerecht saniert und die Dauerausstellung neu konzipiert wurde.

Treppenhaus im Schiller-Nationalmuseum mit Schillerbüste. Foto: Valentin Wormbs, Stuttgart.
Treppenhaus im Schiller-Nationalmuseum mit Schillerbüste. Foto: Valentin Wormbs, Stuttgart.

Seit November 2025 ist unter dem Titel „Schiller!“ der Teil des Deutschen Literaturarchivs (DLA) wieder zu sehen, der die Keimzelle und Daseinsberechtigung der gesamten Institution repräsentiert und nach außen trägt. Schließlich beherbergt der hiesige Schiller-Bestand neben dem Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv die bedeutendste Sammlung zu Werk und Leben des 1759 in Marbach geborenen Dichters weltweit.

Theaterzettel zur Uraufführung der »Räuber« in Mannheim am 13. Januar 1782. Foto: DLA Marbach.
Theaterzettel zur Uraufführung der »Räuber« in Mannheim am 13. Januar 1782. Foto: DLA Marbach.

Endlich! Schon wieder! Immer noch! Nichtsdestotrotz! Bloß nicht! Ein Ausrufezeichen kann recht viele unterschiedliche Bedeutungen transportieren und verstärkend zum Ausdruck bringen. „Wir wollen damit zur erneuten Auseinandersetzung mit Schillers Werken, zum Anders-Lesen, zum Neu-Lesen einladen“, erklärt Vera Hildenbrandt, die als Leiterin der DLA-Museen die Neukonzeption der Dauerausstellung mit Helmuth Mojem, Alina Palesch und Pascal Quicker kuratiert hat, die Intention der Ausstellungsmacher, dem Dichternamen im Titel ein Satzzeichen folgen zu lassen. Generell rücke man mit rund 400 Exponaten im Vergleich zur 2009 eröffneten Vorgängerschau mehr „die politische Dimension von Schillers Werk in den Fokus“, habe den Schwerpunkt von einer auf „Materialität“ setzenden Präsentation hin zu einem „viel stärker historisch kontextualisierten Zugang“ verschoben, so DLA-Direktorin Sandra Richter. Zwischen Dekonstruktion und Mythenpflege begebe man sich auf einen Weg differenzierterer Betrachtung, der Zwischentöne und Details nicht unterschlägt.

Blick in die Ausstellung. Foto: DLA Marbach (Anja Bleeser).

Blick in die Ausstellung. Foto: DLA Marbach (Anja Bleeser).
Blick in die Ausstellung. Foto: DLA Marbach (Anja Bleeser).

Den Ausrufezeichen im Titel konterkarierend werfen die Stellwandtexte unzählige Fragen auf. Manche Antworten finden sich in den schlicht-vornehm wirkenden Vitrinen. Etwa der berühmte „Bauerbacher Plan“ zu „Don Karlos“ unter der Überschrift „Die Bühne als Experimentierfeld? Schillers Talent fürs Theater“. Oder zum Rubrum „Dichter der Freiheit? Europäische Werte in Schillers Texten“, das den für Schillers Denken zentralen Freiheitsbegriff thematisiert und nach dessen Verhältnis zur französischen Revolution fragt, die Urkunde zur Ehrenstaatsbürgerschaft Schillers in Frankreich, die ihn 1798 mit fünf Jahren Verspätung erreichte – „aus dem Reich der Toten“, so Goethes maliziöser Kommentar: Alle mit diesem Dokument Betrauten, auch der unterzeichnende Danton, waren zu diesem Zeitpunkt bereits der Revolution zum Opfer gefallen.
Raum-Überschriften wie „Medizin oder Poeterei? Literatur und Wissenschaft“ spürt Wechselwirkungen zwischen Schillers Tätigkeit als Mediziner und Historiker einerseits und seinem literarischen Schaffen andererseits nach, „Vom Schreiben leben?“ beleuchtet „Schillers Weg zum Berufsschriftsteller“.

Lederner Hut, mit herunterklappbaren Seiten gegen Wind und Regen. Friedrich Schiller soll ihn als Karlsschüler getragen haben. Foto: DLA Marbach.
Lederner Hut, mit herunterklappbaren Seiten gegen Wind und Regen. Friedrich Schiller soll ihn als Karlsschüler getragen haben. Foto: DLA Marbach.

Ein anderes Kapitel ist dem Balladen-Dichter im Kreis seiner Zeitgenossen gewidmet, hier wurde der Kanon – Hölderlin, Uhland, Hauff, Mörike – auch um einige Frauen wie Annette von Droste-Hülshoff, Sophie Mereau und Sophie von La Roche erweitert, ein weiteres gilt dem Netzwerker, der eines der ambitioniertesten belletristischen Journale der Aufklärung aus der Taufe hob – der „Contract über die litterarische Monatsschrift Die Horen“ mit dem Stuttgarter Verleger Johann Friedrich Cotta findet sich ebenso ausgestellt wie ein Beispiel der mit Goethe verfassten Spottgedichte der „Xenien“ zur Verteidigung jenes Zeitschriftprojekts. Aber auch ein Spielkartendeck zu „Maria Stuart“ und „Wallenstein“-Zinnfiguren sind zu sehen, ebenso zum Thema „Schiller-Kult“ eine Haarlocke mit Echtheitsbestätigung des Dichtersohns Karl von Schiller oder kuriose „Reliquien“ wie drei Splitter vom „Bettgestell Friedrich Schillers Bettstelle in Weimar“ oder zwei Nägel seines Gartenhauses in Jena.

Johann Heinrich Danneckers Gipsmodell zur Schiller-Büste (1805). Foto: DLA Marbach (Mathias Michaelis).
Johann Heinrich Danneckers Gipsmodell zur Schiller-Büste (1805). Foto: DLA Marbach (Mathias Michaelis).

Bislang noch nie gezeigt wurden zwei der legendären „Schnipsel“ – Caroline von Wolzogen, die Nachlassverwalterin Schillers, zerschnitt nach dem Tod des Dichters etliche Manuskripte ihres Schwagers, um die Autographen-Schnipsel freimütig an Schiller-Verehrer zu verteilen. 2010 konnte das DLA das Handschriftenfragment einer frühen Fassung von „Don Karlos“ erwerben. Erst 2019 ins Archiv gelangt ist ein Textbruchstück des „Demetrius“. Bei den meisten Exponaten handelt es sich um Originale, doch nicht alles ist echt: Einige Papiere sind so fragil, dass sie lediglich als Faksimile gezeigt werden können, andere bewusst als Imitationen gekennzeichnet, etwa die sogenannten Gerstenbergʼschen Fälschungen. Ohne Echtheitsnachweis zu sehen ist auch ein kompletter Zopf in einer Pappschatulle, der verbunden mit einer abenteuerlichen Provenienzgeschichte während der Coronazeit als private Schenkung ins Haus kam und sich in der betreffenden Familie als „Schiller-Zopf“ vererbt habe.

Selbstredend fehlt Danneckers Schiller-Büste ebenso wenig wie das Porträt von Ludovike Simanowiz.
Wechselvitrinen, die regelmäßig mit neuen Exponaten bestückt werden, sollen die Brücke aus dem 18./19. Jahrhundert ins 20./21. Jahrhundert, vom Schiller-Nationalmuseum ins Literaturmuseum der Moderne, von der Dauerausstellung zur dynamischen Präsentation schlagen. Der Schillersaal, Herzstück des Museums, soll zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs werden.

Näheres unter www.dla-marbach.de

Internationale Händel-Festspiele Karlsruhe

Auch wenn Georg Friedrich Händel persönlich nie in Karlsruhe war, ist sein Name seit fast einem halben Jahrhundert mit der Fächerstadt verbunden: Alljährlich spüren im Badischen Staatstheater bei den Internationalen Händel-Festspiele Karlsruhe Menschen aus aller Welt seinem Geist nach. 2026 wieder vom 20. Februar bis 8. März 2026. Im Rahmen eines vielfältigen Angebots mit unterschiedlichsten Formaten wird internationalen Musik-Größen der Barockszene ebenso ein Podium geboten wie vielversprechendem Nachwuchs.
Der Festival Veranstalter – Das Badische Staatstheater Karlsruhe  – intensiviert 2026 seine Kooperationen mit der Händel-Gesellschaft und der Internationalen Händel-Akademie, aber auch mit der Karlsruher Kirchenmusikszene und weiteren Institutionen der Stadt. Das Motto: Mehr Konzerte und Aufführungen im urbanen Raum zu verankern und so den Zugang für noch mehr Menschen zu ermöglichen.

Das Leitungsteam der Internationalen Händel-Festspiele: Oliver Kersken (Orchesterdirektor und Festspielleitung), Christoph von Bernuth (Operndirektor und Künstlerischer Leiter), Stephanie Twiehaus (Leitende Opern- und Konzertdramaturgin und Kuratorin Konzert- und Rahmenprogramm). Foto: Arno Kohlem
Das Leitungsteam der Internationalen Händel-Festspiele: Oliver Kersken (Orchesterdirektor und Festspielleitung), Christoph von Bernuth (Operndirektor und Künstlerischer Leiter), Stephanie Twiehaus (Leitende Opern- und Konzertdramaturgin und Kuratorin Konzert- und Rahmenprogramm). Foto: Arno Kohlem

Händel war ein freiheitsliebender Künstler, demgemäß stehen die Internationalen Händel-Festspiele 2026 unter einem Motto aus seiner Oper Tamerlano –  die u.a. um Wege der Befreiung aus Diktatur und Despotismus kreisen. In vielen Programmen taucht dies leitmotivisch auf – Selbstbestimmung und Befreiung aus einem starren Regelwerk: Sei es in einer kammermusikalischen Lesung oder in großbesetzten Konzerten mit Staraufgebot, sei es in einem Orgelrezital oder in einem hochenergetischen Cross-Over-Konzert.

Opernprogramm

Premiere: Tamerlano
Dramma per musica in drei Akten von Georg Friedrich Händel
Im Zentrum der Händel-Festspiele 2026 steht Händels 1724 uraufgeführte Oper Tamerlano, musikalisch erarbeitet von René Jacobs mit dem Freiburger Barockorchester und einem erlesenen Cast. Diese Händeloper ist nicht nur für René Jacobs eine der dramaturgisch stärksten und galt schon zur Entstehungszeit als politisches Statement in Sachen Herrschaftsverständnis. Die Oper wird von Allrounder Kobie van Rensburg in Szene gesetzt, der vielerorts ebenso mit seinem ungewöhnlichen, theatralen Einsatz von Videokunst begeistert.

Rinaldo Opera seria in drei Akten (1731) von Georg Friedrich Händel
Mit der Zauberoper Rinaldo legte Händel 1711 den Grundstein für seine beispiellose Londoner Opernkarriere: Nicht nur die Handlung – Liebe, Wut und Leidenschaft inmitten phantastischer Szenenwechsel, feuerspeiender Monster und blühender Zaubergärten – war ein Erfolgsgarant, auch die Musik traf genau den Nerv des damaligen Publikums.

Szene aus der Oper "Rinaldo". Badisches Staatstheater Karlsruhe, Foto: Felix Grünschloß
Szene aus der Oper „Rinaldo“. Badisches Staatstheater Karlsruhe, Foto: Felix Grünschloß

Atalanta
Dramma per musica von Georg Friedrich Händel – konzertant
Händels 1736 in London uraufgeführte italienische Pastoraloper ist eine der wenigen Opern, die seit Gründung der Händel-Festspiele noch nicht in Karlsruhe gespielt wurden. Lars Ulrik Mortensen bringt in der Christuskirche zusammen mit den Deutschen Händel-Solisten die arkadische Welt zum Klingen, in der nicht nur die Verwandlung eines Hirten in die Prinzessin Atalanta zu erleben ist, sondern auch manch angehender Star, darunter Dennis Orellana, der „Farinelli“-Sieger 2025.

Konzerte & Rahmenprogramm
Das vielfältige Konzertprogramm wird von den Deutschen Händel-Solisten maßgeblich mitgestaltet, so im glanzvollen Festkonzert mit Andrea Marcon, auf dessen Programm „Concerti, Arien, Duette zwischen Tyrannei und Versöhnung“ stehen.
Zur Feier des 341. Geburtstag von Georg Friedrich Händel laden die Festspiele zu einem Geburtstags-Salon in die historischen Räumlichkeiten des Stadtpalais Solms, zu einem ungezwungenen Beisammensein in bester Salon-Manier – und mit künstlerischer Inspiration. Und zu einer gelungenen Geburtstagsfeier gehören natürlich auch Getränke, Fingerfood und eine Geburtstagstorte, die im Preis inbegriffen sind.
Auch ein trauriger Jahrestag wird programmatisch aufgegriffen: Am 24. Februar, dem Tag des russischen Überfalls auf die Ukraine, spielt die aus Lwiw stammende und seit Kriegsausbruch in Potsdam lebende Organistin Nadiya Velychko in der Christuskirche ein beziehungsreiches Orgel-Rezital: Ihr Programm vereint Händel-Transkriptionen mit Werken ukrainischer Komponisten von Klassik bis Gegenwart.
In der Evangelischen Stadtkirche ist die große Bandbreite kirchenmusikalischer Werke zu erleben, dazu gehört beispielsweise ein Orgelkonzert und Auszüge aus Arvo Pärts meditativer Berliner Messe. Es singen Solist:innen des Staatstheaters und der Karlsruher CoroPiccolo.

Farinelli-Wettbewerb für Countertenöre

Farinell war einer der berühmtesten Kastratensänger des Barockzeitalters und begeisterte das europäische Publikum mit seiner außergewöhnlichen Stimme und Virtuosität. Er wirkte an den bedeutendsten Opernhäusern seiner Zeit und galt als musikalisches Vorbild für viele nachfolgende Generationen. Mit den Internationalen Händel-Festspielen 2025 wurde vom Künstlerischen Leiter Christoph von Bernuth der weltweit erste Gesangswettbewerb für Countertenöre ins Leben gerufen, dessen Online-Stream mit annähernd 18.000 Aufrufen weltweit und nachhaltig Aufsehen erregte. Mit Spannung erwarten nun Fachwelt und Fans 2026 die zweite Runde: Wieder werden 24 Kandidaten vor einer fünfköpfigen Fachjury gegeneinander antreten.

Lidor Ram Mesika - Gewinner des Nachwuchspreises (U25) des 1. Farinelli-Wettbewerbs für Countertenöre im Rahmen der Internationalen Händel-Festspiele Karlsruhe 2025, Foto: Felix Grünschloß
Lidor Ram Mesika – Gewinner des Nachwuchspreises (U25) des 1. Farinelli-Wettbewerbs für Countertenöre im Rahmen der Internationalen Händel-Festspiele Karlsruhe 2025, Foto: Felix Grünschloß

Das vollständige Programm der Internationalen Händel-Festspiele 2026 ist hier veröffentlicht:
Dort finden Sie auch den Programmflyer als PDF zum Download.
Weitere Informationen unter: www.staatstheater-karlsruhe.de

Die Händel-Gesellschaft Karlsruhe e.V. mit inzwischen über 550 Mitgliedern besteht seit 37 Jahren und versteht sich als Schnittstelle zwischen den Händel-Institutionen in Karlsruhe und mit den Händel-Fans national und international.

Die Internationale Händel-Akademie ist längst als Forum für international renommierte Künstler:innen und junge Musiker:innen aus aller Welt etabliert, auf dem historische Aufführungspraxis erlernt und neue Ansätze erprobt werden.

 

Dieter Zimmermann

News: Der Filmemacher und Künstler Dieter Zimmermann startet mit zwei Ausstellungen ins Jahr 2026

Stand-Bilder – von Downtown L.A. bis Ochsen&Busch
10. Januar bis  15. Februar 2026 ( Finissage am Sonntag, 11 Uhr)
Galerie Altes Rathaus Musberg, Filderstraße 44, 70771 Leinfelden-Echterdingen

Fenster zum Leben – Vom 15. Januar bis zum 6. März 2026
In der Ausstellung „Jahresbilder“ im Marien Hospital Stuttgart porträtiert Dieter Zimmermann die regionale Natur in ihrem Lauf durch die Jahreszeiten. Ab 15. Januar 2026 werden seine farbenfrohen Werke im Marienhospital Stuttgart zu sehen sein. Die Besucher der Ausstellung erwartet eine spannende künstlerische Bilder-Reise durch Natur und Zeit.

Blick in die Ausstellung, Foto: privat
Blick in die Ausstellung, Foto: privat

Über den Künstler, seine Werke, sein Leben

STANDBILDER werden im Stehen gemacht, aus dem Fluss der Bewegung zum Stand der Dinge gebracht. In der Filmsprache nennt man es „Freeze“. Dann steht Bewegung für einen Augenblick still. Die Zeit läuft weiter.

Dieter Zimmermann, Absolvent der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart, studierte bei den Professoren Eugen Funk angewandte Grafik, bei Kurt Weidemann Visuelle Kommunikation. Wie ein der Wirklichkeit entnommener Augenblicks-Moment in andere Bild-Sprachen wandert, zur Zeichnung mäandert oder wie Lithographie und Serigraphie dem geknipsten Einzelfoto neuen Ausdruck verleihen, wie das Original-Bild zerschnitten oder gut gerissen als Collage zur Kunst wird – diese kompositorischen Veränderungen halfen dem Oberlippen bärtigen Leptosomen, als Dieter Zimmermann nach absolviertem Studium beim Stuttgarter Haussender persönlicher Assistent von Prof. Frieder Grindler werden durfte. In den „Roaring Seventies“ entstanden in der Graphikabteilung der Villa Berg Plakate für den SDR, auch Plakat-Collagen für die avantgardistischen Bühnenstücke des Tübinger Zimmertheaters und der Staatstheater Stuttgart.

Dieter Zimmermann. Foto: privat

In der Aufbruchstimmung jener Zeit, kam Dieter Zimmermann mit 16 MM-Film in Berührung. Schnell durfte der „Künschdler von der Aka“ eigene Filme probieren. Für „Juli-Bilder eines Monats“ erhielt er beim ARD-Festival / Radio Bremen den ersten Preis.

Bis 2022 entstanden weit über 120 Filme in kurzen, mittleren und langen Formaten. Für die SDR-Redaktionen Kultur und Gesellschaft entwarf der Regisseur Backstage-Blicke, u.a. hinter die Kulissen der Kaderschmiede des Stuttgarter Balletts, schärfte den Film-Fokus auf die Hip-Hop-Ghettokinder aus Gerlingen und Degerloch im Baden-Württemberg geförderten allerersten Bandporträt über die Fantastischen Vier, intensivierte Bewegtbildbotschaften aus dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und aus dem Limo-Museum über dem Neckar am Neckar. Fünf Jahre Drehzeit brauchte der Juniorranger:innen-Film „Eine Spur wilder“, ein Langzeit-Projekt aus dem Nationalpark Schwarzwald. Der M.F.G. Ba.-Wü. geförderte Lebenswerkfilm „B.E.N. – Ben Willikens – der Maler der leeren Räume“ ist 2022 realisiert worden.

Blick in die Ausstellung, Foto: privat
Blick in die Ausstellung, Foto: privat

Etwa ab 2018 entnimmt Dieter Zimmermann seinem Standphoto-Archiv Motive, die als Einzelbilder nun nicht mehr dem filmischen Aneinanderreihen von Kadrierung, Soundtrack, Montage, gesprochenes Wort gehorchen. Seinen dramaturgischen Platz erzeugt sein STANDBILD hingegen bewegungslos in einem Format komponiert.

Die STANDBILDER stehen jetzt herausgeschnitten und bearbeitet, losgelöst vom bewegten Format. Spartenübergreifend machen sie den Dialog des Überganges selber zum stilistischen Thema.

„Bedeutendes wollen meine Bilder nicht. Wohl aber einen jeweiligen Augenblick aus meinem unaufhörlichen Erinnern festhalten. Denn es sind auch Fragmente des Verschwindens und des Auftauchens, wenn Plakatwände, zerrissene Parolen einer nimmersatten Werbewelt ohne leserlichen Glanz zerschunden im Hin und Her der vergilbten Zeit als Motive auftauchen. Für mich sind’s Insignien staubigen Charms, den manchmal alte Bilder haben“.  Dieter Zimmermann

Blick in die Ausstellung, Foto: privat
Blick in die Ausstellung, Foto: privat

Sie ordnen sich den bestehenden Gattungsbegriffen wie Foto, Zeichnung, Übermalung, Kalligraphie nicht unter. Was im Bild sich ausspricht, sind Zimmermanns Momente eines Bewusstseins, das sich durch die Wirklichkeit bewegt. Der Mixed-Media-Künstler demonstriert diese Wirklichkeit nicht anders, als er sie erfährt. Und seine Erfahrung stiftet zugleich den fort-währenden Wechsel seiner Bildsprache.

Motive aus der allersten Einzel-Ausstellung „INSTANT“ der von Prof. Albrecht Ade aufgelegten Serie „Zwischen Studium und Beruf“ (1980) sind 2025 restauriert worden. Neu editiert erscheint, dass Polaroid SX-70 Material jetzt in Linien und Farbfelder gezeichnet, auf Büttenpapier in müde Farben der 70er getaucht. Coffee-Shop-Sequenzen mit Spiegeleier-Sunny Side-Up, Ketchup bekleckert, sind seriell gegeneinander gekantet. Ein paar alte INSTANT-Frühstücksbilder aus den Down-Town-Revieren von Los Angeles haben im Zuge der Restauration 2025 einen neuen Retro 70er Look erfahren.

Blick in die Ausstellung, Foto: privat
Blick in die Ausstellung, Foto: privat

Seit 2023 lebt und arbeitet Dieter Zimmermann im Schwäbischen Wald.

Motive wie Ochsen & Busch sind ihm Programm, weil er sie an seinem neuen Wohnort praktisch vor der Haustüre hat. Er fotografiert, zeichnet, malt was er dort sieht – Sein Atelier heißt Ochsenbusch 42.

Den Zwischenraum der urbanen Brachen, die INSTANT-Parolen der Werbewelt verlassend, zoomt nun sein Blick verstärkt auf Wald, Holz, Ast, Rand, Wiese. Dazwischen OX XL. So porträtiert er mit dem Handy Zottel-Tiere, seine Nachbarn: Ochsen, ohne je ihre Augen gesehen zu haben. Eine einseitige Angelegenheit. Im Atelier zeichnet er ein neues Bild dieser fotografierten Wirklichkeit auf Papier.

„Ich wechsle vom Stift zum borstigen Haar-Pinsel. Mische Tusche mit Acryl, Kohle, Wasser. Widerborstige Haare wie Rinder sie haben, brauchen den gestischen Widerpart des kalligraphischen Schwungs. Mein Strich wird spröder und schwarz. Vieles lass’ ich weg – manche Linie kommt dazu. Die gestische Methode, bildlich die Diskontinuität des Wirklichen zu reflektieren, ist imstande, all das zu erfassen, was im unaufhörlichen Erinnern den jeweiligen Augenblick bestimmt. Meine Bildabschnitte sind nicht eingezäunt, sondern offene Gravitationsfelder für einen Bildaugenblick, ein STANDBILD, das einmal in Bewegung war.“                 Dieter Zimmermann

Textbeitrag: Katharina Goldbeck-Hoerz

www.zimmermannfilm.com

 

 

»Ich muss zeichnen…«

Skizzen von Ernst Ludwig Kirchner im ZKM Karlsruhe in Kooperation mit der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe

Ernst-Ludwig Kirchner, Badende in den Moritzburger Teichen um 1910, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Ernst-Ludwig Kirchner, Badende in den Moritzburger Teichen um 1910, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) zählt zu den bedeutendsten Künstlern des deutschen Expressionismus. Als Mitbegründer der Künstlergruppe Brücke prägte er maßgeblich die Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Weniger bekannt, aber von zentraler Bedeutung für sein Schaffen, ist sein zeichnerisches Werk: Täglich hielt Kirchner seine visuellen Eindrücke in Skizzen fest. Seine Skizzen können als Essenz seines künstlerischen Ausdrucks betrachtet wer-den, in denen er seine Wahrnehmung und Erlebnisse intensiv und oft nur mit wenigen Linien festhielt.
Die Studioausstellung »Ich muss zeichnen…« Skizzen von Ernst Ludwig Kirchner zeigt noch bis zum 15. Februar 2026 etwa 40 aus-gewählte Werke auf der Fläche der Sammlungspräsentation im ZKM.

Ausstellungsansicht (c) Kunsthalle Karlsruhe
Ausstellungsansicht (c) Kunsthalle Karlsruhe
Ausstellungsansicht (c) Kunsthalle Karlsruhe

Anlass zur Schau gibt eine herausragende Schenkung aus Privatbesitz, die das Kupferstichkabinett 2024 erhielt: 36 Skizzen sowie fünf Kataloge der Künstlergruppe Brücke ergänzen den umfangreichen Kirchner-Bestand der Kunsthalle. Dieser umfasst neben vier Gemälden inzwischen knapp 100 Zeichnungen, über 70 Druckgrafiken sowie rund 330 Radierplatten und 30 Holzstöcke.

Ernst Ludwig Kirchner, Paar beim Tanz (im Variété), um 1911, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Ernst Ludwig Kirchner, Paar beim Tanz (im Variété), um 1911, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938)
Ernst Ludwig Kirchner wurde 1880 in Aschaffenburg geboren. Nach dem Stu-dium der Malerei und Architektur in München und Dresden gründete er 1905 mit Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl die Künstlergruppe Brü-cke, die den deutschen Expressionismus entscheidend prägte. Ab 1911 lebte er in Berlin, wo seine berühmten Straßenszenen entstanden. Nach einem Kriegseinsatz zog er sich 1917 nach Davos zurück, wo ein eigenständiges Spätwerk entstand. Kirchner starb 1938 in Davos. Er hinterließ insgesamt 180 Skizzenhefte mit rund 11.000 Zeichnungen.

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Hermann-Veit-Straße 6
76135 Karlsruhe

kunsthalle-karlsruhe.de
Entdecken Sie die Ausstellungen der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe an den Standorten im ZKM, der Jungen Kunsthalle und in der Orangerie.
Die Kunstbibliothek (Hermann-Veit-Straße 6 ) ist dienstags & mittwochs von 10–16 Uhr geöffnet.

Hannah Arendt – Denken ist gefährlich

Dokumentation & Reportage.
Aktivistin, Medienstar, Denkerin „ohne Geländer“ – Hannah Arendt wurde bewundert ihr unermüdliches und furchtloses Eintreten für die Freiheit des Denkens und die offene Gesellschaft. Ihre Bücher und Essays sind bis heute Bestseller. 50 Jahre nach ihrem Tod erzählt der Film die Geschichte ihres Lebens, entlang der historischen Ereignisse, die ihr Denken nachhaltig prägten – vom Reichstagsbrand bis zum Vietnamkrieg. Menschen, die sie kannten, zeichnen das Bild einer ebenso furchtlosen wie lebensfrohen Frau.

Hannah Arendt, Foto: SWR Presse/Bildkommunikation, Baden-Baden
SWR/IMAGO/Bridgeman Images“ (S2+). SWR Presse/Bildkommunikation, Baden-Baden

Arendts Weg führte von der Jugend in Königsberg über das Studium bei Karl Jaspers und Martin Heidegger – ihrer großen Liebe – bis ins amerikanische Exil. In New York wurde sie als Professorin und Autorin von Werken wie „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ weltberühmt. Ihre Diagnose der „Banalität des Bösen“ machte sie zur kontroversesten Denkerin ihrer Zeit. Getreu ihrem Motto: „Denken ist gefährlich – aber Nicht-Denken ist sogar noch gefährlicher“.
Originalmitschnitte von Arendt und Zitate aus ihren Büchern und Briefen, gesprochen von Schauspielerin Nina Hoss, zeugen von einem einzigartig selbstbestimmten Leben. Ein Film über die erstaunliche Weitsicht einer politischen Denkerin, die bis heute motiviert im Angesicht des Abgrunds Haltung zu bewahren. Denn Arendts Blick auf Macht, Lüge und Verantwortung ist aktueller denn je.
Ihr „Denken ohne Geländer“ erinnert daran, dass kritisches Denken die Grundlage einer freien Gesellschaft ist. Arendts Worte klingen heute auf unheimliche Weise aktuell und damit weist auch der Film an vielen Stellen bis in unsere Gegenwart: „Noch nie war unsere Zukunft unberechenbarer. Noch nie waren wir so sehr von politischen Kräften abhängig, bei denen man nicht darauf vertrauen kann, dass sie den Regeln der Vernunft folgen.“ Mit größter Klarheit beschreibt sie die Kennzeichen totalitärer Systeme – dreiste Lügen, den Aufstieg von „Scharlatanen und Narren“, die Entpolitisierung der Gesellschaft. Und doch bleibt der Leitsatz Hannah Arendts, die sich nie vereinnahmen ließ, hoffnungsvoll: „Solange Menschen geboren werden, können wir die Welt, in der wir leben, immer wieder verändern.“
Zu finden in der ARD-Mediathek / Das Video verfügbar: bis 01.03.2026

privatissimo!

Sonderausstellung in Rottweil zeigt Lieblingsstücke der Gegenwartskunst aus privaten Sammlungen der Region. Kunst sammeln ist eine spannende Reise – vom Entdecken und Suchen über das Bewahren bis hin zum Präsentieren.

Yongchul Kim, Mann, 2018, Öl auf Leinwand, 180 x 160 cm, Sammlung Bacchus Vinothek Rottweil

Im Raum Schwarzwald-Baar-Heuberg leben zahlreiche Menschen, die sich dieser Passion verschrieben haben und deren Sammlungen wahre Highlights der Gegenwartskunst beherbergen. Für die Ausstellung „privatissimo“  im kunstraum rottweil im Dominikanermuseum haben sie ihre Lieblingsstücke vorübergehend überlassen, um auch anderen die Möglichkeit zu geben, an diesem kulturellen Reichtum teilzuhaben. Die präsentierten Werke namhafter Künstlerinnen und Künstler der Nachkriegszeit sind einzigartig zusammengestellt und bieten in ihrer Qualität und Vielfalt einen einmaligen Einblick in die Kunstszene der Region. Ihr Wert reicht von ganz persönlichen Erinnerungen und Geschichten bis hin zu bedeutenden kunsthistorischen Aspekten.

Engdaget Legesse Amede, Weben Grün Round, 2016, Acryl auf Leinwand, 120 x 120 cm. Sammlung Nikola und Simon Busch, Rottweil
Engdaget Legesse Amede, Weben Grün Round, 2016, Acryl auf Leinwand, 120 x 120 cm. Sammlung Nikola und Simon Busch, Rottweil

Nicht nur Museen sind leidenschaftliche Sammler, auch viele Privatpersonen widmen sich mit Herzblut der Kunst. Häufig ziert das Lieblingsobjekt das eigene Wohnzimmer, das Büro, die Diele oder das Treppenhaus. Nur die engste Familie und vertraute Freunde kennen diesen persönlichen Schatz, der Tag für Tag bewundert und geschätzt wird – ein Stück, das aus dem Alltag der Besitzerin oder des Besitzers nicht mehr wegzudenken ist. Dieses besondere Gemälde oder die außergewöhnliche Skulptur kann ein wertvolles Erbstück sein, das über Generationen weitergegeben wurde, ein mit Hingabe und Einsatz erworbenes Werk oder sogar ein unerwartetes und kostbares Geschenk. Unabhängig vom Ursprung spielt das Lieblingsstück eine tragende Rolle im Leben des Sammlers.

Enrico Bach | PDFRMX | 2018 | Öl auf Leinwand | 195 x 155 x 2 cm, Sammlung Markus Merkle/Thomas Pes, Rottweil
Enrico Bach | PDFRMX | 2018 | Öl auf Leinwand | 195 x 155 x 2 cm, Sammlung Markus Merkle/Thomas Pes, Rottweil

Der Gedanke an Verkauf kommt selten auf – meist würde man sich nur schweren Herzens davon trennen, denn oft sind damit Erinnerungen und persönliche Geschichten verbunden. Während einige Kunstliebhaber gezielt und mit Bedacht eine kleine Auswahl besonderer Werke zusammentragen, sammeln andere spontan und mit großer Leidenschaft. Beide Arten von Sammlern erwerben im Lauf der Zeit ein umfangreiches Wissen und besondere Kompetenzen.

Walter Kütz, Stier, 2015, Mischtechnik, 75 x 65 x 90 cm, Privatsammlung
Walter Kütz, Stier, 2015, Mischtechnik, 75 x 65 x 90 cm, Privatsammlung

Ausgestellte Werke von: Engdaget L. Amede, Enrico Bach, Jürgen Brodwolf,
Franz Bucher, Willi Bucher, Josef Bücheler, Otto Dix, Angela M. Flaig,
Karl Otto Götz, Erich Hauser, Romuald Hengstler, Edgar Hofschen, Urban
Hüter, Jörg Immendorf, Paul Isenrath, Yongchul Kim, H.-J. Kossack, Jürgen
Knubben. Walter Kütz, Sophia Loth, Heinz Mack, David Nash, Pino Pinelli,
K. M. Rennertz, Richard Serra, Artur Stoll, Stefan Strumbel und Rudolf Wachter.

privatissimo
Lieblingsstücke der Gegenwartskunst aus privaten Sammlungen der Region

19. Oktober 2025 – 22. Februar 2026
dominikanermuseum rottweil
kriegsdamm 4
78628 rottweil

Fon 0741 7662
Öffnungszeiten
di – so 10 – 17 uhr geöffnet
montags geschlossen

Der rote Wal

Wofür kämpfst Du? – Modernes Musiktheater  das Zeitgeschichte und Märchenhandlung verbindet. Das Musiktheaterstück „Der rote Wal“ – Ein deutsches Herbstmärchen“ an der Staatsoper Stuttgart setzt sich auf innovative Weise mit dem Deutschen Herbst und den Ereignissen des RAF-Terrors im Jahr 1977 auseinander. Nach seiner Uraufführung im Juni 2025 werden weitere Aufführungen des viel beachteten Werks angeboten.

Der rote Wal - Ein deutsches Herbstmärchen<br />Auf dem Bild: DER ROTE WAL: Matthias Klink (Abad), Josefin Feiler (Ge); 2025, Foto: Matthias Baus
Der rote Wal – Ein deutsches Herbstmärchen
Auf dem Bild: DER ROTE WAL: Matthias Klink (Abad), Josefin Feiler (Ge); 2025, Foto: Matthias Baus

Die Handlung folgt dem Orca-Wal Gladis, die sich gegen eine zerstörerische Umwelt wie Kreuzfahrtschiffe und Superyachten zur Wehr setzt. Der geheimnisvolle Lone gewährt Gladis für 24 Stunden einen menschlichen Körper, wofür sie ihm eine Flosse überlässt. In menschlicher Gestalt begegnet sie in Stuttgart unterschiedlichen Figuren, darunter Abad und Ge, einer Stadtguerilla sowie einer Schulklasse auf Theaterbesuch. Zentrale Themen des Stücks sind Moral, Gewalt und Widerstand: Es werden grundlegende Fragen zu Zweck und Mittel, Wahrheit und Militanz aufgegriffen. „Der rote Wal“ verarbeitet einen Stuttgarter Stoff mit nahezu mythischem Charakter und thematisiert Aspekte von Widerstand und Gewaltmonopol.

Der rote Wal - Ein deutsches Herbstmärchen<br />Auf dem Bild:  Madina Frey (Gladis), Statisterie der Staatsoper Stuttgart; 2025, Foto: Matthias Baus<br />
Der rote Wal – Ein deutsches Herbstmärchen
Auf dem Bild:  Madina Frey (Gladis), Statisterie der Staatsoper Stuttgart; 2025, Foto: Matthias Baus

Markus Winter, bekannt als Maeckes (Die Orsons), hat als Rapper und Singer-Songwriter vielfältige Erfahrungen gesammelt und sein erstes Opernlibretto für dieses Werk verfasst. Die Komponisten Vivan und Ketan Bhatti sind für ihre Arbeit im experimentellen Musik- und Tanztheater sowie für Bühnen- und Filmmusik mit Einflüssen aus elektronischer Musik und Hip-Hop bekannt. Sie kombinieren in „Der rote Wal“ klassische Opernelemente mit modernen Stilrichtungen wie Rap und zeitgenössischen
Klängen. Das Libretto stammt von Markus Winter, die
Komposition von Vivan und Ketan Bhatti. Madina Frey übernimmt die Hauptrolle der Gladis; sie war zuvor unter anderem in
„Tina – Das Tina Turner Musical“ engagiert. Markus Winter tritt in
der Rolle des Lone selbst auf; weitere Rollen übernehmen Matthias
Klink (Abad), Josefin Feiler (Ge) und der Stuttgarter Rapper
Baron (Pip). Neben dem Staatsorchester Stuttgart wirkt auch
der Staatsopernchor bei den Aufführungen mit.
Vorstellungen: 17. / 22. / 29. Dezember 2025 und 7. / 17. / 19. /
22. Januar 2026. Weitere Informationen finden Sie hier

Heldinnen der Musik

Buch & CD – Die Cellistin Raphaela Gromes geht mit „Fortissima“ auf Entdeckungsreise zu vergessenen Komponistinnen.

Raphaela Gromes © Wildundleise
Raphaela Gromes © Wildundleise

Bereits das vorherige Album „Femmes“ von 2023 von Cellistin Raphaela Gromes war nicht nur erfolgreich, sondern auch vieldiskutiert. Jetzt legte Raphaela Gromes 2025 im Herbst mit ihrer Einspielung „Fortissima“ nach. Parallel zu ihrer gleichnamigen Buchveröffentlichung im Goldmann-Verlag setzt sie ihre Erkundungen von Werken bisher vernachlässigter Komponistinnen aus mehreren Jahrhunderten aufs Inspirierende fort.
Kennen Sie zum Beispiel Amy Beach, Florence Price und Henriëtte Bosmans? Wie lebten die in Vergessenheit geratenen Frauen, die unermüdlich für ihre Kreativität und ihre Freiheit kämpfen mussten? Komponierten sie anders als ihre männlichen Kollegen? Was können wir heute von ihnen lernen? Das sind nur einige der Fragen, denen sich Raphaela Gromes mit großer Leidenschaft widmet und die sie mit einer Mischung aus fundiertem Wissen und Einblicken in ihr Leben als Musikerin lebendig werden lässt.
Nach wie vor ist das Feld der Komponistinnen im Bereich klassischer Musik ein rares Feld. Mit ihrer leidenschaftlichen Hommage möchte Star-Cellistin Raphaela Gromes dies ändern und begibt sich gemeinsam mit der Musikwissenschaftlerin Susanne Wosnitzka auf eine Entdeckungsreise zu den lange vergessenen und bis zum heutigen Tag unterschätzten Heldinnen der Musikgeschichte.

Raphaela Gromes zählt zu den großen jungen Cellistinnen. Vielfach mit Preisen ausgezeichnet, finden sich ihre Alben regelmäßig in den deutschen Klassik Charts. Dafür erhielt sie u.a. den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, den OPUS KLASSIS und den Diapason d’Or. Sie tritt regelmäßig als Solistin und Kammermusikerin in den wichtigsten Konzertsälen Europas und Asiens auf und ist auch beliebte, regelmäßige Gesprächspartnerin in den großen Talkshowformaten. Im Herbst 2025 ist bei Sony das Album Fortissima erschienen. CD No 1: Kammermusik Raphaela Gromes, Cello und Julian Riem, Klavier. CD No 2: Werke für Cello und Orchester mit Raphaela Gromes, der Deutsches Symphonie-Orchester Berlin und Anna Rakitina, Dirigentin.
Buch und CD – gewähren neue Blicke auf die weibliche Musikgeschichte – und eine inspiriert sich mit herausragenden Komponistinnen und ihrer fantastischen Musik zu beschäftigen.

Weitere Info: www.raphaelagromes.de

Konzert-Tipp: Raphaela Gromes live in BW mit ihrem Programm "Femmes"
Württembergisches Kammerorchester Heilbronn, Zohar Lerner, Konzertmeister & Leitung
Werke von Emilie Mayer, Marie Jaell u.a.
Heilbronn Harmonie, 19:30 Uhr, Einführung, 18:50 Uhr
Tickets

Festival ECLAT Neue Musik Stuttgart 2026

Ein Fest der klanglichen Innovation und künstlerischen Grenzgänge.
Das Festival ECLAT (4. bis 8. Februar) in Stuttgart zählt seit Jahren zu den bedeutendsten Treffpunkten für zeitgenössische Musik in Europa. Vom 4. Februar 2026 bietet das Festival ein Programm, das von Anfang bis Ende mitreißt und neue künstlerische Impulse setzt.
Man darf sich wieder auf Uraufführungen und Meisterwerke der Neuen Musik, intensive musikalische Momente, innovative Klangwelten und Begegnungen mit den kreativsten Köpfen der Szene freuen.
Den Auftakt am 4. Februar 2026  bildet Francesca Verunellis Zyklus „Songs and Voices“, der vom Paradox des Nicht-Gesagten inspiriert ist und alle stimmlichen und instrumentalen Ausdrucksmöglichkeiten jenseits der Sprache auslotet. Franz Kafkas »Schweigen der Sirenen« mit all seinen Paradoxien inspirierte Francesca Verunelli zu diesem Werk. In einer außergewöhnlichen Besetzung mit dem französischen Ensemble C Barré und den Neuen Vocalsolisten wird dieses Werk zum eindrucksvollen Erlebnis zwischen Energie und Sehnsucht, Brutalität und Zärtlichkeit.

Weitere Highlights und einen umfassenden Überblick über das gesamte spannende Programm finden Sie auf der offiziellen Festival-Website

ECLAT Festival Neue Musik
Musik der Jahrhunderte
Siemensstraße 13
D70469 Stuttgart

Telefon: +49 (0)711 62 90 512
Fax: +49 (0) 711 62 90 516
E-Mail: musik@mdjstuttgart.de
https://www.eclat.org

Tickets:
Theaterhaus Stuttgart
Telefon: 0711 40 20 720
E-Mail: tickets@theaterhaus.com
www.theaterhaus.com