Neuer SWR Classics-Kanal auf YouTube –

 

YouTube nutzen mehr als eine Milliarde Menschen mit unterschiedlichen Interessen, darunter auch viele Klassikfreunde. Für sie gibt es seit Juni ein neues Angebot: SWR Classic startete einen eigenen YouTube-Kanal.
Digitale Konzerterlebnisse mit preisgekrönten Ensembles – SWRClassic.de steht für digitale Konzerterlebnisse der Spitzenklasse, rund um die Uhr, ortsunabhängig und in exzellenter Tonqualität und Bildern in voller HD-Auflösung. Jetzt sind sie unter youtube.com – der größten digitalen Bühne der Welt abrufbar. Wer mehr über Musik oder Künstler wissen möchte, findet zudem informative und unterhaltende Videobeiträge rund um die Ensembles, um Komponisten, Solisten und Werke. Aufrufen und Abonnieren kann man den YouTube-Kanal unter youtube.com und dem Stichwort SWR Classic.

SWR Classic – unter dieser Marke vereint der Sender einen wesentlichen Teil seines traditionell umfangreichen Engagements für die klassische Musik im weiteren Sinne. Dazu gehören das SWR Symphonieorchester, das SWR Vokalensemble, das SWR Experimentalstudio, die SWR Big Band, die Schwetzinger Festspiele, die Donaueschinger Musiktage, das Festival Rhein Vokal und die Deutsche Radiophilharmonie (in Kooperation mit dem Saarländischen Rundfunk). Unter dem Motto „Klangvielfalt erleben“ reicht so das Spektrum von Barockmusik bis zur zeitgenössischen Avantgarde, von Chormusik und Sinfonik über Jazz und Swing bis zur Live-Elektronik. Das Online-Portal SWRClassic.de bietet Musikfreunden dazu aktuelle Informationen und Beiträge, Videoclips, die Angebote der SWR Musikvermittlung, Konzertkarten, Programmhefte zum Download und vieles mehr. Konzerte der Orchester, Ensembles und Festivals des SWR sind nicht nur auf SWR2 und im SWR Fernsehen zu erleben, sondern kostenfrei auch als SWR Web Concerts zu hören und zu sehen – live oder als Videostream on demand.

Foto: Teodor Currentzis (c) SWR

Von Pinsel bis Pixel

Ausprobieren, Selbermachen, Experimentieren und kreativ sein können Sie jeden dritten Mittwoch und Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr in der offenen Werkstatt der Staatsgalerie Stuttgart. Mit diesem Angebot eröffnet das Museum eine moderne und innovative Mit-Mach-Werkstatt, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zur Verfügung steht. An den Sonntagen werden unter Anleitung unterschiedliche künstlerische Techniken vorgestellt, die zum Mitmachen einladen. Mittwochs ist ein eigenständiges, vertiefendes künstlerisches Arbeiten möglich. Die offene Werkstatt bietet zudem eine qualifizierte Betreuungsmöglichkeit für Kinder ab vier Jahren. Während dieser Zeit kann man in Ruhe das Museum besuchen oder an einer Führung teilnehmen.

Wo: HUGO BOSS-Werkstatt Preis: im Museumseintritt enthalten
Weitere Details und Termine: www.staatsgalerie.de/offene-werkstatt
Ansprechpartnerin: Anke Bächle, Fon 0711 470 40-451

Abbildung: Kreatives Gestalten in der offenen Werkstatt der Staatsgalerie/Foto: Staatsgalerie

Sammlung Rheingold

Tal R (1967), Riders in the sky, Öl aufLeinwand, Schätzpreis: 25.000 – 35.000 Euro

Am 6. Dezember kommt bei VAM HAM ein Teil der bekannten Sammlung Rheingold zur Auktion. Die einzigartige Kollektion von Werken rheinischer Gegenwartskünstler wird mit einem eigenen Sonderkatalog und einer Abendauktion gewürdigt.
Initiiert durch Helge Achenbach wurde die Sammlung Rheingold im Jahr 2002 mit dem Ziel gegründet, den Kunststandort Rheinland und seine Künstler zu fördern und ihnen eine breite Plattform zu schaffen.

 

Wolfgang Tilmans (1968), „Freischwimmer 33“, 2013, C-Print, 237 x 181 cm, Schätzpreis: 100.000 – 150.000 Euro

Den insgesamt sechs Gründungsmitgliedern standen DirektorInnen wichtiger rheinländischer Museen zur Seite wie u.a. Kasper König (Museum Ludwig, Köln), Veit Loers und Susanne Tietz (Museum Abteiberg, Mönchengladbach), Jean Hubert Martin (Museum Kunstpalast, Düsseldorf), Ulrike Groos (Kunsthalle, Düsseldorf) und Eva Schmidt (Museum für Gegenwartskunst, Siegen). An Bedeutung gewann die Sammlung, in der u. a. hervorragenden Fotokunst von Candida Höfer, Thomas Struth und Wolfgang Tillmans vertreten ist, durch eine beeindruckende Ausstellungshistorie.
Im Zuge des Insolvenzverfahrens gegen Helge Achenbach kommt nun sein Anteil der Sammlung bei Van Ham zur Auktion.


Sammlung Rheingold
Auktion: 6. Dezember 2017
Vorbesichtigung: 2.-5. Dezember 2017
www.van-ham.com/sammlung-rheingold

Die Graphothek
der Stadtbibliothek

Wenn Sie Kunst in Ihr persönliches Umfeld integrieren, machen Sie sie zu einem Bestandteil Ihres täglichen Lebens. Aber woher wissen Sie welche Kunst zu Ihnen passt?
Genau hier setzt die Graphothek der Stadtbibliothek am Mailänder Platz an. Seit 1976 wurde der Bestand kontinuierlich auf über 2500 Originalwerke erweitert und umfasst heute Zeichnungen, Radierungen, Fotografien, Collagen, Aquarelle und vieles mehr.
Der enge Kontakt der Bibliothek zu sowohl regional als auch international bekannten Künstlern führt dazu, aktuelle Tendenzen der Kunstszene zu verfolgen und den Bestand der Graphothek nicht nur zu vergrößern sondern auch lebendig zu halten.
Und so funktioniert es: In der Graphothek im 8. OG steht Ihnen sowohl ein elektronischer Bild- als auch ein traditioneller Diakatalog zur Verfügung, anhand dessen man seine persönliche Bildauswahl treffen kann.

Konditionen: Mit einem gültigen Leseausweis können Sie Ihr Wunschbild dann selbst verbuchen, verpacken und für acht Wochen mit nach Hause nehmen. (Das Verpacken in die bereitgestellten Kartons ist verpflichtend.)
Eine Versicherungsgebühr von €2,50 wird Ihrem Konto automatisch berechnet. Wenn Sie sich nach Ablauf der Frist noch nicht von dem Bild trennen können, kann die Leihfrist, sofern das Bild nicht vorgemerkt ist, bis zu 6 mal verlängert werden. Und sollte Ihr Wunschbild gerade entliehen sein, kann man es auch vormerken lassen.


Kontakt: Ebene Kunst und Graphothek, Fon 0711/216-96558

Einen Film über die Graphothek sehen Sie hier
Das Kirchenfernsehen zeigt einen Film über die Graphothek
Autor: Michael Traub

Stadtbibliothek am Mailänder Platz
Die besondere Qualität der Stadtbibliothek Stuttgart besteht aus dem Zusammenspiel der Stadtbibliothek am Mailänder Platz mit zentraler Kinderbibliothek, Musikbibliothek und Graphothek, dem ausgebauten Netz der 17 Stadtteilbibliotheken, der Fahrbibliothek mit ihren zwei Bücherbussen und den Krankenhausbibliotheken. In den Einrichtungen der Stadtbibliothek Stuttgart stehen über eine Million Bücher und Medien zur Verfügung. Das vielfältige Veranstaltungs- und Ausstellungsprogramm ist ein Forum für Literatur, Kunst und Musik aus Stadt und Region. Das Angebot vor Ort wird durch die eMedien der Onleihe, die Kurse des neuen eLearning-Portals, Veranstaltungspodcasts und ausgewählte Onlineangebote ergänzt.

Stadtbibliothek am Mailänder Platz
Mailänder Platz 1, 70173 StuttgartTel.: 0711/216-91100
Telefonische Beratung: Mo-Fr 10-19 Uhr; Sa 10-16 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten steht Ihnen für Verlängerungen unser Anrufbeantworter zur Verfügung. Tel.: 0711/216-96644
eMail: stadtbibliothek@stuttgart.de
www.stuttgart.de/stadtbibliothek/mailaender_platz

Fotos: Martin Lorenz

Silke Scheuermann

«Glaubst du, das ist eine tote Nutte? Atmet sie noch?» «Natürlich atmet sie noch. Wenn du mal die Klappe hältst, hörst du sogar, wie sie schnarcht. Das ist übrigens meine Mutter.» – Was für ein krasser Anfang! Und das aus der Feder einer Autorin, die 2001 mit Lyrik debütierte und für ihren feinsinnigen, poetischen Ton berühmt ist. Direkter und härter als mit dieser Szene hätte Silke Scheuermann, geboren 1973 in Karlsruhe, ihre Leser und Leserinnen wohl kaum in die düstere Welt ihres Protagonisten Marten einführen können. «Wovon wir lebten“, erschienen 2016, ist bereits ihr vierter Roman und untermauert erneut, dass in den Romanen der vielfach ausgezeichneten Lyrikerin ein völlig anderer Ton als in ihren Gedichten vorherrscht.

Silke Scheuermann

Scheuermann beobachtet genau und ist unglaublich gut darin, anschaulich und präzise ganz verschiedene Welten zu schildern: vom Drogenmilieu über die industrielle Arbeitswelt bis hin zur Koch- und Kunstszene. In den unterschiedlichsten Tonlagen, mal beißend ironisch, mal subtil feinsinnig, gelingt es ihr, Empathie für ihre Protagonisten zu erzeugen. Die Figuren und ihre Schicksale gestaltet sie nahezu sezierend psychologisch. Für reine «Typen» interessiert sich Scheuermann nicht. «Jedes Buch ist für mich sowohl eine direkte Auseinandersetzung mit Figuren meiner Lektüre wie auch mit der Wirklichkeit», so die Autorin. In «Shanghai Performance» waren das die internationale Kunstszene, die Shanghaier Galerie-Szene und «Der große Gatsby» von F. Scott Fitzgerald; in «Die Häuser der anderen» das abweisende, fiktive Szenario einer Frankfurter Nobelstraße und «Mr. und Mrs. Derdon» von Maeve Brennan, die zahlreiche Erzählungen für den New Yorker schrieb. Wobei: «Die Straße Kuhlmühlgraben gibt es in Offenbach tatsächlich, da gehe ich oft mit meinem Hund spazieren. Bei solchen Spaziergängen kommt man ins Gespräch mit Leuten aus allen sozialen Schichten, schnappt irre Details auf, Alltagsfabeln, kleine Sorgen, die ganzen Wunsch- und Albtraumschlösser unserer Alltagsexistenz», gibt die Autorin zu.
Als Scheuermann „Wovon wir lebten“ anging, hatte sie Charles Dickens‘ Entwicklungsroman «Great Expectations» im Hinterkopf. Verblüfft müssen die Leser bei der Lektüre jedoch feststellen, dass ausgerechnet der Hauptfigur Marten die für das Genre typische, selbstkritische Reflexion total abgeht. Vielmehr ist er sogar überrascht ob der allmählichen Veränderung seiner Persönlichkeit und erkennt: „Manchmal stehe ich in der Küche und denke, dass ich gar nicht weiß, wie sich ein normaler Mensch benimmt.» Während die Helden klassischer Entwicklungs- und Bildungsromane ihre Persönlichkeit durch Reisen bilden und vervollkommnen, übt Marten die radikale Neuerfindung seines Charakters durch das Ausprobieren neuer Gerichte wie Pfeffer-Tunfisch auf Glasnudel-Krautsalat, Jakobsmuscheln mit Orangen-Chili-Butter oder Poulardenbrust auf Kartoffel-Karottentopf mit Portweinjus.
Auch Form und Formulierungen passt Silke Scheuermann kunstfertig und zwingend dem jeweiligen Schauplatz und gesellschaftlichen Umfeld ihrer Romane an. Während die Autorin beispielsweise in „Die Häuser der anderen“ den Wechsel der Erzählperspektive als strategisch wichtiges Prinzip nutzte, erzählt Martens seine Geschichte selbst – eben aus der Ich-Perspektive. Mit dieser überraschenden literarischen Strategie gelingt es Silke Scheuermann die Entwicklungskonsequenzen, gemäß seiner inneren Logik, plausibel darzulegen.
Aber keine Sorge: Scheuermann wäre nicht Scheuermann, wenn sie nicht auch in dieser knallharten Geschichte voller Gewalt, Exzessen und quälerischer Unterwerfung Szenen einschieben würde, die von der Stimmung leben und den feinsinnigen, poetischen Ton ihrer Sprache zum klingen brächten.

Die Autorin
Silke Scheuermann, geboren 1973 in Karlsruhe, lebt seit vielen Jahren im Rhein-Main-Gebiet – bis 2008 in Frankfurt und seither in der Nachbarstadt Offenbach.
Nach dem Abitur studierte sie Theater- und Literaturwissenschaft in Frankfurt a. M., Leipzig und Paris. Sie verfasst Lyrik und Prosa, die in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht wurde. Die Autorin debütierte 2001 mit dem Lyrikband «Der Tag an dem die Möwen zweistimmig sangen». 2007 erschien ihr erster Roman «Die Stunde zwischen Hund und Wolf», für den sie mit dem Förderpreis zum Grimmelshausen-Preis ausgezeichnet wurde. 2007 nahm sie am Klagenfurter Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis teil. Neben zahlreichen Auszeichnungen und Stipendien folgte 2004 das der Kunststiftung Baden-Württemberg, 2009 Villa Massimo in Rom, 2012 Goethe-Institut Villa Kamogawa in Kyoto (Japan), 2014 der Hölty-Preis für ihr lyrisches Werk sowie 2016 Bertolt-Brecht- und Robert-Gernhardt-Preis. Unlängst im Mai 2017 erhielt Silke Scheuermann für ihr literarisches Gesamtwerk unter besonderer Berücksichtigung ihres Romans «Wovon wir lebten» den Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis für Literatur des Landkreises Darmstadt-Dieburg.
Außerdem ist Scheuermann Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland, hatte im Wintersemester 2012/2013 die Poetikdozentur junge Autoren der Hochschule RheinMain in Wiesbaden inne und verfasst regelmäßig die Kolumne «Lyrischer Moment» in der Literaturzeitschrift «Volltext».

Das Buch

Große Erwartungen an das Leben hat Marten nicht. Er stammt aus einem problematischen Elternhaus und wächst in einem Umfeld auf, das von illegalen Geschäften, Schlägereien und Sex beherrscht wird. Beim Drogenentzug trifft er Peter, einen ehemaligen Restaurant- und Clubbesitzer. Peter entdeckt Martens Talent zum Kochen.
Als die beiden gemeinsam das Edellokal Happy Rabbit eröffnen, kommt es zu einem Wiedersehen mit Martens Jugendliebe Stella, die ihre Bilder in der Galerie des Restaurants ausstellen soll. Von einer reichen Tante großgezogen, scheint sie ihm unerreichbar. Jetzt aber drehen sich die Vorzeichen um: Während Stella um Anerkennung für ihre Kunst kämpfen muss, avanciert Marten zum angesagten Fernsehkoch. Doch das kriminelle Milieu droht ihn wieder einzuholen.
Eindringlich und authentisch erzählt Silke Scheuermann von fragilen Lebensträumen. Ihr packender Entwicklungsroman führt unerschrocken in menschliche Abgründe. Doch „Wovon wir lebten“ ist auch eine Liebesgeschichte, in der sich am Ende unerwartete Zusammenhänge aufdecken.

Silke Scheuermann
Wovon wir lebten
Schöffling & Co.
ISBN: 978-3-89561-378-4
24,00 €

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