Internationaler Autor*innenwettbewerb

Wann

02.05.2026    
13:30 - 17:45

Wo

Zwinger 3
Zwingerstraße 3−5, Heidelberg, Baden-Württemberg, 69117, Rhein-Neckar

Veranstaltungstyp

Lesungen / Internationaler Autor*innenwettbewerb / Gastland Kanada / Monnet/Milot/St-Laurent/Tannahill/Shields

Heidelberger Stückemarkt
Zwinger 3
13:30 Uhr »Marguerite: Das Feuer« von Émilie Monnet / 14:30 Uhr »Illegal« von Marie-Ève Milot und Marie-Claude St-Laurent / 16:00 Uhr »Prince Faggot« von Jordan Tannahill / 17:00 Uhr »Zum Licht« von Erin Shields

Die Lesungen im Zwinger 3 werden live gestreamt. Zusätzlich stehen sie im Anschluss als Video zur Verfügung.
Nach jeder Lesung findet ein Publikumsgespräch statt.

»Marguerite: Das Feuer« (»Marguerite: Le feu«) von Émilie Monnet
aus dem Französischen (Québec) von Sonja Finck
Wir schreiben das Jahr 1740 in Mooniyaang, dem heutigen Montréal. Hier klagt Marguerite Duplessis gegen ihre eigene Versklavung und Verschiffung auf die Plantagen von Martinique. Damit ist sie die erste Sklavin, die in Neufrankreich (heute Kanada) als Rechtssubjekt von einem Gericht angehört wurde. Trotzdem verliert sich ihre Spur auf einem Schiff zur Vulkaninsel in der Karibik. Auf der Basis von intensiver historischer Recherche ist ein Stück zwischen Vergangenheit und Gegenwart entstanden, in dem drei Frauen sich auf die Suche nach der Wahrheit machen und so gegen das Vergessen eines der düstersten Kapitel in der Geschichte Kanadas ankämpfen.

»Illegal« (»Clandestines«) von Marie-Ève Milot und Marie-Claude St-Laurent
aus dem Französischen (Québec) von Sonja Finck und Frank Weigand
In einer Realität, in der Abtreibungen mehr und mehr in die Illegalität gedrängt werden, kämpfen Sylvia und Marie an vorderster Front für weibliche Selbstbestimmung. Die beiden leiten eine geheime Praxis und führen nachts heimlich Schwangerschaftsabbrüche durch. Genauso entschlossen kämpft Vera, allerdings für ein Abtreibungsverbot. Als sie eines Nachts in die Praxis kommt und die Kontrolle verliert, ändert sich alles. Eins kommt zum anderen und es entspinnt sich eine Geschichte, die Figuren verschiedenster Einstellung miteinander verknüpft und in der sich politische und private Interessen vermischen. Marie-Ève Milot und Marie-Claude St-Laurent breiten in »Illegal« ein gesellschaftliches Kaleidoskop aus, machen so einen hochaktuellen politischen Diskurs greifbar und fordern uns zu einer Haltung heraus.

»Prince Faggot« von Jordan Tannahill
aus dem Englischen von Frank Weigand
Sechs Performer*innen nähern sich einer queeren royalen Biografie, projiziert in die nahe Zukunft, basierend auf persönlichen Erlebnissen. Was wäre, wenn der britische Prinz George, Erstgeborener von William und Kate, schwul wäre? Wie würden seine Eltern den ersten festen Freund aufnehmen, in der Familie und im öffentlichen Auftritt? Wie könnte ein selbstbestimmtes queeres Leben einer dermaßen öffentlichen Person aussehen? Welche Auswirkungen hätte es auf die queeren Communities weltweit? Wo lägen Verletzungen, wo Utopien? Reflektiert von persönlichen Haltungen und Erfahrungen entwerfen die Performer*innen Szenen einer Liebe, eines Erwachsenwerdens und einer Gesellschaft im Wandel.

»Zum Licht« (»To a Flame«) von Erin Shields
aus dem Englischen von Ulrike Syha
Erin Shields entwickelte diesen faszinierenden Text gemeinsam mit Menschen mit und ohne Hörfähigkeit. Entstanden ist eine dichte, mehrsprachige Schauerparabel über die Zustände im Patriarchat. Als Vorlage diente die Kurzgeschichte »Der Untergang des Hauses Usher« vom Meister der Gothic Fiction, Edgar Allan Poe. Im Zentrum stehen Madeline, Harriet und Fanny, die von ihren erschütternden Erfahrungen im »Haus des Vaters« berichten. Aus ihren weiblichen Perspektiven heraus finden sie eine Sprache, um den Umgang einer Gesellschaft mit dem »Anderssein« über Jahrhunderte hinweg erlebbar zu machen. Der Text stellt Fragen nach weiblicher Solidarität und danach, ob Gewalt mit Gewalt bekämpft werden kann.