Senta Berger liest Flaubert

Gustave Flauberts präzises Gesellschaftsporträt „Lehrjahre der Männlichkeit“ prägte die literarische Moderne und erzählt von Liebe, Politik, Kunst, Literatur und Geld zwischen 1840 und 1851. SWR2 hat aus dem stilistischen Meisterwerk nach seiner neu erschienenen Übersetzung von Elisabeth Edl ein Hörspiel produziert. Zur hochkarätigen Besetzung gehören Senta Berger als Erzählerin, Patrick Güldenberg in der Hauptrolle des Frédéric Moreau, Franz Pätzold als Charles Deslauriers und Gudrun Landgrebe als Madame Moreau. Das dreiteilige Hörspiel ist ab 6. Dezember auf SWR2.de, in der SWR2 App und in der ARD Audiothek zu hören und steht sechs Monate lang auf allen Kanälen als Download zur Verfügung. SWR2 sendet den Dreiteiler im Radio am 6., 13. und 20. Dezember jeweils um 18:20 Uhr.

Senta Berger spricht die Erzählerin in der SWR-Produktion „Lehrjahre der Männlichkeit“ © SWR/Thomas Dashuber

Teil 1: Bohemeleben in Paris
Frédéric Moreau ist 18, als er sich heftig und lebenslang in Marie Arnoux verliebt. Doch die ist mit einem Kunsthändler verheiratet. Der tragikomische Held aus der Provinz vergnügt sich mit seinem Freund Deslauriers in Paris, verkehrt mit snobistischen Bürgersöhnen, Salonrevolutionären, leichten Mädchen, Arbeitern, Halbkriminellen, steinreichen Unternehmern und Adligen.

Teil 2: Rückkehr nach Paris
Als Frédéric 1845 wohlhabend nach Paris zurückkehrt, leben die Arnoux‘ in bescheideneren Verhältnissen. Ihre Ehekrise ermöglicht ihm die platonische Freundschaft zu Madame. Auf einem Kostümball lernt er Rosanette kennen, die drei Geliebte hat, darunter Arnoux, führt mit seinen Boheme-Freunden politische Diskussionen und begibt sich in den großbürgerlichen Kreis um die Bankiersfamilie Dambreuse. Unbeständig gegenüber seinen Freunden und sorglos im Umgang mit Geld unterlässt Frédéric den erwarteten Antrag an die junge Louise in der Provinz und zieht in Paris das Liebesglück dem revolutionären Kampf vor.

Teil 3: Revolution und Contrerevolution
Während der Februarrevolution 1848 wird Frédéric Rosanettes Liebhaber und verbringt mit ihr, fern vom Juni-Aufstand, schöne Tage in Fontainebleau. Madame Dambreuse wird seine zweite Geliebte, doch als er die Flucht der Familie Arnoux ins Ausland nicht verhindern kann, trennt er sich erst von Rosanette und, am Tag vor dem Ende der Republik, von Madame Dambreuse. Als ihn Marie Arnoux 16 Jahre später besucht, sagen sie sich endgültig Adieu. Zwei Jahre später trifft er auf Deslauriers und sie bekennen: Das Beste in ihrem Leben war der gemeinsame erste missglückte Bordellbesuch!

Lehrjahre der Männlichkeit. Geschichte einer Jugend.
Nach dem Roman „L’Éducation sentimentale. Histoire d’un jeune homme“   von Gustave Flaubert   Aus dem Französischen von Elisabeth Edl   Teil 1-3

Mit: Senta Berger, Patrick Güldenberg, Franz Pätzold, Gudrun Landgrebe, Jörg Hartmann, Laura Maire, Lou Strenger, Maren Eggert, Gro Swantje Kohlhof u.

Produktion: SWR 2020
Download auf SWR2.de, in der SWR2 App und in der ARD Audiothek.

Lexikon der Schönheit

Halt, Schutz, Abweichung und Aufbruch: In den Monaten des Lockdowns, im April und Mai, lud das Literaturhaus Stuttgart Menschen ein, der existenziellen Verunsicherung und Sorge in einer pandemischen Zeit, in der Begegnungen potenziell gefährlich sein können, etwas entgegen zu setzen und dem genuinen Bedürfnis nach Schönheit neuen Raum zu geben.

Bildquelle: Literaturhaus Stuttgart

Im Format eines partizipativen online-Projekts wurden schöne Wörter gesucht, ergänzt um jeweils persönliche Sätze zur jeweiligen Schönheits-Bedeutung des Wortes. Mehr als 150 Beiträge gingen ein. Marit Beyer (freie Hörbuchsprecherin und Dozentin für Sprechkunst) und Moritz Pliquet (freier Sprecher und Schauspieler) haben ausgewählte Beiträge auf einer Hör-CD eingesprochen, ergänzt werden sie durch „schöne Akkorde“ von Oliver Prechtl (Komposition und Klavier), denen Sie hier von A-Z oder per Überraschungsklick lauschen können. Der Stuttgarter Buchkünstler Demian Bern gab einer Auswahl schöner Wörter im „Lexikon der Schönheit“ Form. Die handschmeichlerische Druckausgabe der Wörtersammlung kann in der Buchhandlung im Literaturhaus Stuttgart bestellt werden.

Buchhandlung im Literaturhaus
Claudia Leutner
Fon (0711) 28 42 90 – 4
buchhandlung@literaturhaus-stuttgart.de

Abholzeiten:
Mo – FR 14 – 17 Uhr

Alle Beiträge online unter:
www.literaturhaus-stuttgart.de/literaturhaus/buchhandlung/lexikon-der-schoenheit.html

Hör-CD: Verlag: Der Diwan Hörbuchverlag
ISBN-13: 9783941009752

Across the Stars

2019 nahm Anne-Sophie Mutter gemeinsam mit dem legendären Filmkomponisten John Williams dessen berühmte Filmthemen in Los Angeles auf. Entstanden ist das Album Across the Stars. 2020 setzten sie ihre Zusammenarbeit fort und zwar mit dem Konzertprojekt „Williams live in Vienna“ zu dem jetzt ebenfalls ein Album veröffentlicht wurde. Die Wiener Philharmonikern spielen John Williams und John Williams steht selbst am Pult, die Soloparts übernahm auch hier wieder Anne-Sophie Mutter. Sie spielte für das Publikum im Wiener Musikverein eine Auswahl der virtuosen Adaptionen, die Williams eigens für sie geschrieben hat, darunter »Hedwig’s Theme« aus Harry Potter, »Devil’s Dance« aus Die Hexen von Eastwick und das Thema aus Sabrina, alle nun auch auf CD veröffentlicht.

Die Geigerin in Los Angeles – ASM (c) Private Archiv

»Es gibt nur einen John Williams«, erklärt Anne-Sophie Mutter. »Was er schreibt, ist unvergleichlich. Wenn ich einen seiner Filme sehe und darin eine Geige oder ein Cello erklingt, denke ich jedes Mal, das würde ich gern selbst spielen!

Studioaufnahmen von Filmmusiken haben eine lange Tradition in Hollywood, auch deshalb brachte Williams Musiker zusammen, mit denen er schon in früheren Jahren gearbeitet hat, und formte das 70-köpfige Recording Arts Orchestra of Los Angeles. In fünf Tagen intensiver Zusammenarbeit spielten Anne-Sophie Mutter als Solistin und John Williams am Pult gemeinsam mit dem Orchester dann eine Auswahl seiner berühmten Filmthemen ein. Die Aufnahmen entstanden im Sony Pictures Scoring Stage, einem Ort, an dem schon Filmmusiken eingespielt wurden, wie Der Zauberer von Oz, Vom Winde verweht, Ein Amerikaner in Paris, Singin’ in the Rain, Lawrence von Arabien, E. T..

ASM (c) Private Archive

Für Anne-Sophie Mutter, vierfache Grammy-Preisträgerin und weltweit eine der besten Geigerinnen unserer Zeit,  war die Zusammenarbeit mit dem fünffachen Oscar-Preisträger und 24-fachen Grammy-Preisträger John Williams zu arbeiten unglaublich inspirierend und eine große Ehre. Und sie genoss ihren Aufenthalt in Los Angeles und besuchte in ihrer freien Zeit die berühmten Wahrzeichen und Orte der Traumstadt am Pazifik. Die Bedingungen bei dieser Aufnahme seien so gut gewesen wie zuletzt vor über 30 Jahren bei ihrer Arbeit mit Herbert von Karajan. Mutter erzählt, wie sie als Teenager im Schwarzwald die Musik von Krieg der Sterne für sich entdeckte. »Diese Melodien, die uns so tief berühren, sind unvergesslich«, erklärt sie. »Das ist das Wunderbare an Johns Musik – sie steht für sich, auch ohne den Film.


Across the Stars

Die Aufnahme enthält u.a. Titel aus Krieg der Sterne (»Rey’s Theme« aus Das Erwachen der Macht, »Princess Leia’s Theme« aus Eine neue Hoffnung, »Yoda’s Theme« aus Das Imperium schlägt zurück, »Luke and Leia« aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter, »Across the Stars« aus Angriff der Klonkrieger), aber auch jüngere Arbeiten (»Sayuri’s Theme« aus Die Geisha, »The Duel« aus Die Abenteuer von Tim und Struppi und »A Prayer for Peace« aus München sowie »Hedwig’s Theme« aus Harry Potter. Hinzu kommen das Hauptthema und »Remembrances« aus Williams’ mit zwei Oscars ausgezeichneter Musik zu Schindlers Liste.

John Williams – Live in Vienna
John Williams dirigiert erstmals die Wiener Philharmoniker. „John Williams in Vienna“ dokumentiert den historischen Auftritt – „eine ganz besondere Ehre“ im Leben des Komponisten. Symphonische Hollywood-Klänge auf der Bühne des Wiener Musikvereins – das weltbekannte Orchester spielt Kultthemen aus „Star Wars“, „Harry Potter“, „Indiana Jones“, „Jurassic Park“ und anderen Meilensteinen der Filmgeschichte. Als Stargast Anne-Sophie Mutter mit eigens von Williams für sie arrangierten Adaptionen für Geige. „John Williams in Vienna“ ist beim Label Deutschen Grammophon erschienen (Blu-ray, CD, Vinyl und eVideo).

Artist-Talk: Anne Sophie Mutter im Gespräch mit John Williams (c) Prashant Gupta/DG

Anne-Sophie Mutter und John Williams im Gespräch (Part I)
https://dg.lnk.to/Williams

Anne-Sophie Mutter and John Williams share Vienna’s Musikverein stage with the world-famous Vienna Philharmonic to perform a series of the virtuosic adaptations written specially for her by Williams, including “Hedwig’s Theme” from the Harry Potter films, “Devil’s Dance” from The Witches of Eastwick and the Theme from Sabrina. 
https://www.anne-sophie-mutter.de/seite/projekte/john-williams-live-in-vienna/
 https://www.anne-sophie-mutter.de/diskografie/2020/john-williams-live-in-vienna/

Foto-Nachweise: Private Archive (2019) © Copyrights Prashant Gupta / DG (2019)

GrauSchumacher Piano Duo

Klug zusammengestellte Programme sind das Markenzeichen, mit dem sich Andreas Grau und Götz Schumacher als Klavierduo weltweit reussieren. Dabei spannt es souverän den Bogen von Bach bis hin zu Musik zeitgenössischer Komponisten. Jetzt haben die beiden ein neues Album mit Werken von Brahms, Ravel, Richard Wagner und Claude Debussy eingespielt. Entstanden ist eine Metamorphose dreier Meisterwerke auf 176 Tasten zweier Konzertflügel. Neues Hören, in der sich kompositorische Strukturen umso deutlicher herauskristallisieren.
Erschienen ist die CD beim Label neos 22002

GrauSchumacherPianoDuo, Foto: Johannes_Grau

Hier gehts zum SWR Classic Backstage Talk mit dem GrauSchumacher Piano Duo zum CD-Making-of

remixed – GrauSchumacher Piano Duo
Johannes Brahms, Sonate für 2 Klaviere f-Moll, op. 34b  (vor dem Klavierquintett op. 34)
Richard Wagner, Vorspiel und Isoldes Liebestod aus «Tristan und Isolde», Transkription für 2 Klaviere von Max Reger
Claude Debussy, Trois nocturnes, Transkription für 2 Klaviere von Maurice Ravel

CD anhören und bestellen www.jpc.de

Das kalte Herz

Der arme Köhler Peter Munk ist verzweifelt, denn er muss wieder einmal um seine Existenz bangen. Der Grund: Glasmacher Schlurkinger bezieht seine Kohlen nun lieber direkt in großen Mengen vom Bergwerk im Nachbarort und nicht mehr von ihm. Im Dorf ohnehin schon wegen seines niedrigen Standes verhöhnt, hat er nun nicht einmal mehr einen Kreuzer in der Tasche, um zum Tanz zu gehen. Dabei würde er die Lisbeth in die er verliebt ist doch so gern wiedersehen. In seiner Verzweiflung wendet er sich an die Waldgeister und schließt einen verhängnisvollen Pakt: Sein warmes Herz für Geld und Ansehen. Sein sozialer Aufstieg geht rasant voran, doch der Preis dafür ist hoch …

Alle Szenenfotos: Rainer Muranyi / Theater Freiburg

Die Musik zur Inszenierung am Theater Freiburg nach Wilhelm Hauffs berühmten Schwarzwaldmärchen wurde eigens von Martyn Jaques, dem Frontmann der britischen Kultband THE TIGER LILLIES komponiert. Interpretiert werden die Songs von Mitgliedern Schauspiel- und Opernensembles und der Freiburger Band EXIL 46! Die wilde schwarzwälderische Show zwischen Musiktheater, Schauspiel, Musical und Märchenadaption feierte im letzten Herbst seine Uraufführung, weitere Vorstellungen sind geplant, sobald Corona es wieder zulässt.
Den Trailer zum Stück finden Sie hier
Weitere Info: https://theater.freiburg.de

Schwetzinger SWR Festspiele 2021

Die Festspiele 2021 mit 45 Veranstaltungen stehen unter dem Motto »Erinnern«. In Anlehnung an den von Aleida Assmann geprägten Begriff des ›kulturellen Gedächtnisses‹ hat Heike Hoffmann, Künstlerische Leiterin der Festspiele, ein Programm konzipiert, das neben ästhetischen und künstlerischen auch biographische, gesellschaftspolitische und historische Dimensionen des Leitmotivs spiegelt. Mit Oper und Musiktheater, einem Opern-Pasticcio für Familien, einer Klanginstallation und zahlreichen Konzerten mit international renommierten Künstlern versprechen die Festspiele wieder ein besonderer kultureller Höhepunkt in der Metropolregion Rhein-Neckar zu werden.

Schwetzinger SWR Festspiele Titelmotiv

Zur Uraufführung kommt das Musiktheaterwerk Im Dickicht von Isabel Mundry (Musik) und Händl Klaus (Libretto) in der Regie von David Hermann. Die Handlung beruht auf der gleichnamigen Erzählung von Ryunisuke Akutagawa und kreist um die Unschärfe des Erinnerns. Im Dickicht entsteht als Auftragswerk der Schwetzinger SWR Festspiele in Koproduktion mit dem Staatstheater Mainz, der Kompositionsauftrag wird finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung. Dem Mythos von Orpheus sind neben Glucks Oper Orfeo ed Euridice mit der Akademie für Alte Musik Berlin und dem RIAS Kammerchor das Opern-Pasticcio für Familien Orpheus und die Zauberharfe und eine musikalisch-literarische Collage u. a. mit dem Schauspieler Udo Samel gewidmet. Burgschauspieler Peter Simonischek gestaltet einen Abend gemeinsam mit der Musicbanda Franui und der aus Film und Fernsehen bekannte Ulrich Noethen begibt sich
zusammen mit dem Boulanger Trio und Hans von Trotha auf eine Sentimental Journey. Sie ist inspiriert von Werken des englischen Autors Laurence Sterne.
Residenzkünstler dieses Festspieljahrgangs sind mit jeweils drei Konzerten die Capella de la Torre, das Tetzlaff Quartett und der Bratschist Nils Mönkemeyer. Wiederbegegnungen gibt es mit bedeutenden Künstlern wie Sir András Schiff, Christoph Prégardien, Alexander Lonquich, Jörg Widmann oder Antje Weithaas. Zahlreiche Künstler sind aber auch erstmals in Schwetzingen zu erleben, darunter das auf Alte Musik spezialisierte Ensemble Correspondances aus Frankreich und das Cuarteto Quiroga aus Spanien. Höchst erfolgreich zwischen den Genres bewegen sich Nico and the Navigators, deren ursprünglich für Mai 2020 geplante und wegen der Pandemie abgesagte Musiktheaterproduktion Force & Freedom nun zum Abschluss der Festspiele 2021 gezeigt wird. Bewährte Programmlinien wie die Streichquartett-Matineen an Sonn- und Feiertagen, die Preisträgerkonzerte des ARD-Musikwettbewerbs oder die Orchesterakademie mit dem SWR Symphonieorchester werden fortgesetzt. Während der gesamten Festspiele kostenfrei zu erleben, ist die Klanginstallation Alla Turca der international renommierten Klangkünstlerin Christina Kubisch im Schlossgarten Schwetzingen. Sämtliche Veranstaltungen werden aufgezeichnet und in SWR2 gesendet. Einige Veranstaltungen sind zudem im Videostream auf SWR Classic zu erleben.


Ab dem 4. Dezember können Tickets für die nächsten Schwetzinger SWR Festspiele, die vom 30. April bis 29. Mai 2021 stattfinden, erworben werden. Der Vorverkauf startet coronabedingt zunächst mit beschränkter Platzkapazität und wird ausschließlich über den SWR Classic Service abgewickelt, telefonisch unter 07221 300 100 (Mo – Fr: 10 – 16 Uhr) oder online auf www.swrclassicservice.de bis kurz vor Konzertbeginn.
Weitere Informationen
schwetzinger-swr-festspiele.de

Hanns-Josef Ortheil –
Mein Beethoven

Hanns-Josef Ortheil gestaltet von Montag, 14., bis Freitag, 18. Dezember, täglich die Sendung „SWR2 Musikstunde“ zwischen 9 und 10 Uhr. In „Mein Beethoven“ erzählt der Schriftsteller und Pianist, wie der berühmte Komponist sein Leben begleitete. Damit steuert die Kulturwelle des SWR einen spannenden Aspekt zum Beethoven-Jahr bei: Hanns-Josef Ortheil und seine persönliche Wanderung durch die Vielfalt der Quellen und Kompositionen des Meisters.

Der Schriftsteller und Pianist Hanns-Josef Ortheil © Luchterhand Literaturverlag

Hanns-Josef Ortheil war, so berichtet er, vier Jahre alt, als er zum ersten Mal Klavierkompositionen von Ludwig van Beethoven hörte. An Haydn und Mozart bereits durch Konzerte im Radio gewöhnt, erlebte er die Sonaten Beethovens als einen Schock. Was war an dieser Musik so anders und warum verwirrte sie ihn? Diese Fragen beschäftigen ihn bis heute. Über Bach, Mozart und Schumann hat Ortheil längere Texte geschrieben, über Beethoven aber bisher kaum ein paar Sätze. Aus Anlass des 250. Geburtstages versucht er es und möchte in fünf Folgen der „SWR2 Musikstunde“ mögliche Antworten auf seine Fragen finden.
Persönliche Annäherung seit der Kindheit „Mein Beethoven“ ist eine sehr persönliche Wanderung durch die erstaunliche Vielfalt der Quellen und Kompositionen – erzählend, essayistisch und mit einem Seitenblick auf die Erfahrungen Ortheils als jungem Pianisten, der einmal in ganz wörtlichem Sinn versucht hat, Klavierstücke von Beethoven „in den Griff zu bekommen“. Hanns-Josef Ortheil, geboren 1951 in Köln, verknüpft seine Leidenschaft für klassische Musik mit seiner Hingabe zur Schriftstellerei, die ihn schon lange begleitet und längst berühmt machte.

„Mein Beethoven“ in fünf Folgen von und mit Hanns-Josef Ortheil
1) Wie ich Beethoven kennenlernte
2) Wie ich in Bonn nach Beethoven fahndete
3) Wie ich Beethoven nach Wien begleitete
4) Wie ich Beethoven beim Schreiben beobachtete
5) Wie ich mit Beethoven in ferne Gefilde abhob.

Die Beiträge sind ab Samstag, 12. Dezember 2020 im Radio und auch auf SWR2.de zu hören.

Sammlung digital

Ab Dezember 2020 bietet das Linden-Museum Stuttgart virtuelle Zugänge zu seinen Museumsbeständen. Mit rund 160.000 Alltagsgegenständen, Kunstwerken und sakralen Objekten aus den Sammlungsbereichen Afrika, Islamischer Orient, Nord- und Lateinamerika, Ozeanien sowie Süd-, Südost- und Ostasien beherbergt das Linden-Museum eine der bedeutendsten ethnologischen Sammlungen in Europa.

Maske, Mapuche, Chile, Sammlung Holz, Eingang ins Museum: 1898, Copyright: Linden-Museum Stuttgart, Foto: Dominik Drasdow |

Die „Sammlung digital“ präsentiert detaillierte Informationen, interessante Geschichten und Hintergründe zu den Objekten. Sie macht Methoden und Ergebnisse der Provenienzforschung sichtbar und ist essentieller Teil der aktiven Aufarbeitung der (post-)kolonialen Vergangenheit des Museums. Die Plattform will mit seiner neuen Präsentations- und Kommunikationsplattform möglichst vielfältige Nutzergruppen ansprechen: Wissenschaftler*innen und Vertreter*innen der verschiedenen „Herkunftsgesellschaften“ der Ausstellungsstücke, ein lokales sowie internationales Publikum.

www.lindenmuseum.de

Studio Spielhaus

Mit einem neuen Podcast geht das Nationaltheater ab Donnerstag, 26. November an den Start. Dann erscheint die erste Folge von »Studio Spielhaus« mit Maik Dessauer und Clara Günther aus der Presseabteilung des NTM. Mit ihren Gästen aus Politik, Sport, Wissenschaft und Kunst diskutiert das Moderator*innen-Duo über Fragen des Zusammenlebens, der Gesellschaft und menschliche Bedürfnisse.

Maik Dessauer und Clara Günther moderieren den neuen NTM-Podcast »Studio Spielhaus«.Foto: Christian Kleiner

Dabei wollen sie zeigen, dass Theater überall drinsteckt. Zum Start sprechen sie mit der Mannheimer Tanztherapeutin Natascha Waßerfall darüber, warum Berührung wichtig ist, was passiert, wenn sie ausbleibt und wie Berührung ersetzt werden kann. Dabei nehmen Maik Dessauer und Clara Günther auch die Situation der NTM-Tänzer*innen in den Blick, die im Training und auf der Bühne Abstand voneinander halten müssen.

Der neue NTM-Podcast »Studio Spielhaus« ist bei Spotify, Soundcloud, Youtube und auf der NTM-Webseite abrufbar.

„ÖKOZID“ von Andres Veiel

Am 18. November 2020 strahlt die ARD um 20:15 Uhr den neuen Film des Autors und Regisseurs Andres Veiel im Rahmen der Themenwoche „#WIE LEBEN – Bleibt alles anders“ im deutschen Fernsehen aus. Ökozid spielt in der nahen Zukunft im Jahr 2034 und zeigt, wie zum ersten Mal vor dem Internationalen Gerichtshof verhandelt wird, ob Staaten grundsätzlich die Pflicht haben, gegen den Klimawandel vorzugehen. Auf der Anklagebank sitzt die Bundesrepublik Deutschland. Ihr wird von 31 Staaten des globalen Südens vorgeworfen, durch Abschwächung und Blockade europäischer Klimaschutzvorgaben ihre völkerrechtliche Pflicht verletzt zu haben, einer Erhöhung der weltweiten CO2-Konzentration entgegenzuwirken. Die Rollen sind mit Friederike Becht, Nina Kunzendorf, Ulrich Tukur, Edgar Selge exzellent besetzt.

Foto: ARD/rbb  In den Hauptrollen: Nina Kunzendorf, Friederike Becht, Ulrich Tukur, Edgar Selge (v.l.n.r.). © rbb/zero one film/Julia Terjung, Quelle: „obs/ARD Das Erste“

 

Hier gehts zum Direktlink – Der Film  Sendung ist nach der Ausstrahlung noch 2 Monate lang in der ARD Mediathek verfügbar.

Im Mai 2021 findet Ökozid dann den Weg auf die Theaterbühne im Schauspielhaus Stuttgart: Schauspielintendant Burkhard C. Kosminski wird das Gerichtsdrama im Schauspielhaus uraufführen. Aktuell ist Andres Veiel in Gesprächen mit Burkhard Kosminski und arbeitet gemeinsam mit seiner Co-Autorin Jutta Doberstein an der Stückfassung von Ökozid.

Andres Veiel arbeitet seit 1990 als Autor und Regisseur an Film- und Theaterprojekten, die meist in den Grenzbereichen zwischen Realität und Fiktion angesiedelt sind. Für seine Filme Winternachtstraum, Balagan, Die Überlebenden, Black Box BRD, Die Spielwütigen, Wer wenn nicht wir hat er mehr als vierzig nationale und internationale Auszeichnungen erhalten, darunter mehrfach den Deutschen Filmpreis und den Europäischen Filmpreis. Er schrieb und inszenierte die Theaterstücke Der Kick und Das Himbeerreich, das im Schauspiel Stuttgart uraufgeführt wurde. Jutta Doberstein ist freischaffende Autorin und Stoffentwicklerin im Bereich Film und Fernsehen. Neben der Realisierung fiktionaler Formate hat sie sich vor allem auf die Entwicklung dokumentarischer Stoffe und Online-Formate spezialisiert. Mit Andres Veiel verbindet sie eine mehrjährige Zusammenarbeit.

Mehr unter
www.schauspiel-stuttgart.de