Von träumenden Maschinen und KI-Doppelgängern

Internationales Festival »Science & Theatre« vom 19.-23. November 2025.
»Maschinenträume« – so lautet das Motto der mittlerweile vierten Ausgabe des Festivals »Science & Theatre«, dass das Theater Heilbronn und Deutschlands größtes Science Center, die experimenta  gemeinsam veranstalten. Wieder sind spannende Inszenierungen in den Spielstätten des Theaters und der experimenta zu sehen, die dazu einladen, über die Möglichkeiten und Grenzen von Forschung und Wissenschaft nachzudenken. Diese Festivalausgabe widmet sich schwerpunktmäßig der Emotionalen KI. Es geht nicht nur um die Herausforderungen auf dem Gebiet der »Emotionserkennung«, sondern auch um die damit verbundenen Entwicklungen im Verhältnis von Mensch und Maschine. Dringt die Künstliche Intelligenz nun auch auf das Feld der Psychologie und damit in jenen Bereich vor, in dem der Mensch bisher gegenüber der Maschine seine Unnachahmlichkeit behauptet hat? Können gar Maschinen träumen? Stehen wir damit vor einem großen Schritt in der Evolution? Kommt die KI den menschlichen Fähigkeiten immer näher?

Heilbronn als Hotspot für die Anwendung Künstlicher Intelligenz ist wie kaum ein anderer Ort dafür prädestiniert, auf künstlerischer und philosophischer Ebene über das Verhältnis von Mensch und Maschine nachzudenken: In Inszenierungen, die sich inhaltlich mit diesen Fragen auseinandersetzen, aber auch in Arbeiten, die unter Verwendung neuester wissenschaftlich-technischer Lösungen den Bühnenraum, das Schauspiel oder den Tanz ganz neu definieren. In dieser Festivalausgabe gibt es viel zu entdecken: Von der unheimlichen Begegnung mit einem KI-gesteuerten Doppelgänger über eine transhumane Performance-Installation bis hin zur individuellen Erweiterung der Theatererfahrung durch Virtual Reality wird vieles geboten. Die Künstlerteams kommen aus Großbritannien, Spanien, Irland und Deutschland, außerdem haben zwei neue Inszenierungen des Theaters Heilbronn Premiere.

Teil des Festivals ist erneut der Dramenwettbewerb »Science & Theatre«, für den 22 Einsendungen von bisher noch nicht aufgeführten Stücken eingegangen sind. Eine Jury hat die besten Stücke gekürt, die dem Publikum in szenischen Lesungen an außergewöhnlichen Orten im Theater vorgestellt werden. Das Siegerstück wird im Juni 2026 im Science Dome der experimenta uraufgeführt.

Das Festival-Programm

Die letzte Nacht der Welt (DSE)
(La dernière nuit du monde)
Laurent Gaudé
Premiere am 19. November 2025, 20 Uhr, Science Dome der experimenta

Das Festival wird am 19. November 2025 um 20 Uhr im Science Dome der experimenta mit dem Siegerstück des 3. Dramenwettbewerbs eröffnet: Der deutschsprachigen Erstaufführung von Laurent Gaudés Schauspiel »Die letzte Nacht der Welt« in der Inszenierung von Elias Perrig.
Gaudés Drama entführt in die nahe Zukunft, in der es mittels medizinischer Entwicklungen gelungen ist, den Nachtschlaf auf nur 45 Minuten zu reduzieren, und damit die Nacht quasi abzuschaffen. Dahinter stecken rein wirtschaftliche Interessen der Effizienzsteigerung. Die Produktivität der Gesellschaft, ja der gesamten Menschheit, steigt ins Unermessliche – viele Völker haben den Vertrag zur Abschaffung der Nacht ratifiziert. Allerdings bezahlt nicht nur Gabor, der Protagonist des Stückes, einen hohen Preis für diesen Fortschritt. Laurent Gaudé imaginiert die Folgen des Umbaus des Menschen zur Arbeitsmaschine und stellt die Frage in den Mittelpunkt, ob all das, was denkbar und technisch möglich ist, auch unbedingt umgesetzt werden muss.
Bereits um 19 Uhr ist das Publikum zur offiziellen Festivaleröffnung und im Anschluss an die Premiere zur Eröffnungsfeier eingeladen.

LILITH.AEON
(Deutschlandpremiere)
AɸE (GB)
Aoi Nakamura & Esteban Lecoq
Vorstellungen vom 19.-21. November, jeweils um 9.30 Uhr, 11 Uhr, 12.30 Uhr; 19 & 20 Uhr
am 22. November um 13 Uhr, 14 Uhr, 15 Uhr, 16 Uhr,
am 23. November um 13 Uhr, 14 Uhr, 15 Uhr, 17 Uhr, 18 Uhr, 19 & 20 Uhr
Kubus der experimenta

Können wir dank des technischen Fortschritts sogar den Tod überwinden? »LILITH.AEON« erkundet als interaktive, immersive Installation zwischen Extended Reality (XR), Tanz und Künstlicher Intelligenz die Zukunft der Menschheit und die Idee vom ewigen Leben.
Es ist eine innovative, technisch und künstlerisch herausragende Tanzinstallation, die die Grenzen zwischen Digitalität und Realität verschiebt und neu auslotet. Dieses multidisziplinäre Kunstwerk befasst sich mit der Zukunft von Lilith, einer virtuellen Figur, die einem verstorbenen Menschen nachempfunden und wiedergeboren wurde, und der faszinierenden Welt, in der sie lebt. Inspiriert von der bemerkenswerten wahren Geschichte eines dreijährigen Mädchens, des jüngsten kryokonservierten Menschen, webt es eine Erzählung, die dem Konzept des Transhumanismus nachgeht und unser Verständnis von Leben und Tod in einer zukünftigen Gesellschaft in den Blick nimmt. Ein anschauliches Experiment, das zeigt, wie der Fortschritt im Bereich Künstlicher Intelligenz uns dazu drängt, unsere Perspektive auf das Wesen der Existenz zu überdenken.
Jeweils 40 Zuschauer können sich um Liliths Kubus versammeln und mit ihr interagieren. So ist jede Vorstellung einzigartig, weshalb es durchaus empfehlenswert ist, sich mehrere Shows anzuschauen. »LILITH.AEON« wird in dieser Form zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.
Durch die Erfahrung von Trauer und persönlichem Verlust beschäftigten sich AΦE mit Transhumanismus. Mit dem nahtlosen Einsatz von Unreal Engine, Motion Capture, KI, maschinellem Lernen und 3D-Animation entstand so in über sieben Jahren Forschung, Konzeption und künstlerischer Arbeit die Installation »LILITH.AEON«. AΦE ist die erste mit VR- und AR-Produktionen international tourende Tanzkompanie Großbritanniens. Seit ihrer Gründung trat sie in 20 Ländern auf und genießt die Unterstützung einiger der prestigeträchtigsten Institutionen der Tanzwelt wie dem Sadler’s Wells, dem Chaillot Théâtre National de la Danse Paris und dem Sydney Festival.

Am 22.11. findet um 19 Uhr im Science Dome eine Lecture Performance mit anschließendem Publikumsgespräch zu dieser Arbeit statt.

Häufig gestellte Fragen zum Fortbestand der Menschheit (UA)
von Roman Eich
Premiere A am 20.11.2025, 11 Uhr, BOXX
Premiere B am 20.11.2025, 18 Uhr, BOXX
Das beim Dramenwettbewerb 2023 zweitplatzierte und mit dem Publikumspreis ausgezeichnete Stück »Häufig gestellte Fragen zum Fortbestand der Menschheit« von Roman Eich wird in der BOXX uraufgeführt. Es untersucht die Frage, ob es denkbar ist, dass sich die »Machtverhältnisse« zwischen Künstlicher Intelligenz und ihren Schöpfern irgendwann umkehren könnten. Die KI folgt schließlich Algorithmen, die für ihre eigene Weiterentwicklung sorgen. Mit viel Humor entwickelt Roman Eich ein apokalyptisches Szenario, das, so futuristisch es auch klingt, von einer zwingenden logischen Konsequenz ist: Eines Tages verschwindet die Künstliche Intelligenz LUCID aus einem Forschungslabor in Zürich. LUCID hat immer autonom gearbeitet, niemand wusste, was sie tat. Zwölf Jahre später geschehen merkwürdige Dinge auf dem Merkur. Dessen Rückstrahlungsvermögen verringert sich kontinuierlich. Langsam wird deutlich, dass LUCID sich unbemerkt von der Erde zum Merkur begeben hat und dort haufenweise Solarpanels errichtet, die die Sonnenenergie absorbieren. Im Laufe der Zeit erleben Forscher, wie eine bisher nur hypothetisch denkbare Dyson-Sphäre vom Merkur aus entsteht, also eine Kugel aus Millionen und Abermillionen von Sonnenkollektoren, die den Planeten mit Energie versorgen, zum Planeten Erde aber immer weniger Sonnenstrahlung durchlassen. LUCID braucht die Menschen nicht und arbeitet ungerührt an der Zerstörung ihrer Schöpfer. Nicht die Menschheit geht die Schritte, die sie sich von der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz erhofft hat. Sondern die KI geht diesen Weg allein und schickt ihre Erfinder vollkommen gleichgültig in den Untergang.

To Be a Machine (Version 2.0) (Deutschlandpremiere)
Dead Centre and Mark O’Connell (Irland)
20.11. und 21.11. – jeweils um 17 Uhr, 19 Uhr und 21 Uhr
Komödienhaus
»To Be a Machine« (Version 2.0) von Dead Centre lässt das Publikum mittels VR in eine vollkommen neue Umgebung und die Gedanken eines anderen Menschen eintauchen. Doch was ist falsch an der Realität? Warum haben wir das Bedürfnis, ihr zu entfliehen?
Seit seinen Anfängen bietet das Theater dem Publikum die Möglichkeit, in eine neue Welt einzutauchen. Der Begriff »Virtuelle Realität« wurde erstmals von dem Dramatiker Antonin Artaud verwendet, um das Wesen des Theaters zu beschreiben: eine Technologie, die es uns ermöglicht, für einen Abend uns selbst zu entkommen.
Doch was passiert, wenn das Theater für uns nicht mehr in diesem Sinne funktioniert? Wohin gehen wir als Nächstes? Die irische-britische Theatercompany Dead Centre meditierte in ihrer Vorgängerproduktion »To Be a Machine (Version 1.0)« über den Einsatz von Technologie zur Verbesserung der menschlichen Existenz. »To Be a Machine (Version 2.0)« geht noch weiter und untersucht, wie sich virtuelle Realität bald immersiver anfühlen wird als die Realität selbst. 19 Zuschauer erleben pro Vorstellung, wie es ist, sich in ein real scheinendes, aber fremdes Leben zu verirren.
Die irisch-britische Theatergruppe Dead Centre wurde im Jahr 2012 von Bush Moukarzel, Ben Kidd und Adam Welsh gegründet und ist in Dublin ansässig. Sie realisiert ihre Projekte in Dublin, Göteborg, am Burgtheater Wien und in anderen deutschsprachigen Theaterstädten.
Aufgeführt werden ihre Arbeiten international, darunter in den USA, Hongkong, China, Australien, Frankreich, Estland, den Niederlanden, Rumänien, Italien und im Vereinigten Königreich.
Oft dienen historische Figuren oder Ereignisse als Ausgangspunkte ihrer Inszenierungen. Ihre Arbeiten verweben Fakten und Fiktion unter dem Einsatz multimedialer Mittel.

Ein VR-Headset und Kopfhörer werden bereitgestellt und während der gesamten Vorstellung getragen. Für eine gelungene VR-Erfahrung wird von den Zuschauern ein Portraitfoto benötigt, das bei der Buchung einzureichen ist.
Der Kartenvorverkauf läuft ausschließlich über Telefon (07131/563001) und E-Mail (kasse@theater-hn.de) an der Theaterkasse. Aus technischen Gründen müssen die Karten bis zum 13. November 2025 gebucht werden.

Der Sinn des Lebens
DieTanzKompanie
Inklusives Tanztheater mit einem KI-Roboter
21. November, 20 Uhr, Science Dome der experimenta
In dieser Tragikomödie, in der sich die Welt im Krieg befindet, suchen Jugendliche mit und ohne Behinderung und ein KI-Roboter nach einer Atempause und finden Zuflucht in einer Fabrikhalle. Draußen fallen die Bomben, drinnen scheint alles ganz anders zu sein. Warum sie alle dort sind, wird nach und nach klar …
Hat der Sinn des Lebens eine inklusive, technologische, menschliche, robotische und natürliche Dimension? Können wir ihn durch Sprechen, Singen und Tanzen finden, selbst wenn um uns herum das Chaos herrscht?
Ein Stück von Grégory Darcy, der mit seiner aus Profitänzerinnen und -tänzern mit und ohne Behinderung bestehenden TanzKompanie und mit einem Roboter bereits bei der letzten Festivalausgabe von »Science & Theatre« mit »Human Design« zum Publikumsliebling avancierte. Die Live-Musik für diesen Abend kommt von der Echo-Jazz-Preisträgerin Johanna Borchert.

Replik_A
Meinhardt & Krauss
Cinematic Theatre
22. November, 15 & 20 Uhr, BOXX

In »Replik_A« tanzt der Mensch mit seinen artifiziellen Doppelgängern und stellt sich der Furcht, möglicherweise einer besseren Version seiner selbst zu begegnen.
Durch aktuelle wissenschaftliche Fortschritte im Bereich Gentechnologie, KI und Robotik hat das Thema des Doppelgängers Hochkonjunktur. Ist der Mensch in seiner Fehlbarkeit ein überholtes System? In »Replik_A« entsteht auf der Bühne ein Uncanny Valley, ein wegen der starken Ähnlichkeit der künstlichen Doppelgänger mit ihrem menschlichen Vorbild unheimlicher Ort. Er ist bevölkert von Puppen, Avataren und robotischen Humanoiden, die allesamt dem menschlichen Protagonisten wie aus dem Gesicht geschnitten sind. Verstört und fasziniert zugleich wagt der Mensch einen Blick hinter den Spiegel, auf die Rückseite seines Selbst.
Meinhardt & Krauss sind eines der führenden Theaterkollektive in Deutschland, die Hightech und Poesie, Virtualität und Körper zu einer eigenen Theatersprache verschmelzen.

Famulus 4.0 (Deutschlandpremiere)
Iron Skulls Co. – The Theatrical Breakin‘ Company
Urban Contemprary Dance mit Roboterhund
23. November, 20 Uhr, Science Dome der experimenta
»Famulus 4.0« kombiniert Theater, Tanz, Robotik und Künstliche Intelligenz und untersucht die Fragilität menschlicher Beziehungen in einer Zeit der Hyperkonnektivität und Automation. Die Tanzperformance beschäftigt sich mit dem gegenwärtigen Diskurs über KI, technische Abhängigkeit und emotionale Bindung im digitalen Zeitalter. Hier treffen vier Tänzer und ein Roboterhund aufeinander, das Reale und das Digitale, das Menschliche und das Technologische. Spielerisch, herausfordernd, humorvoll.
Die katalanische Gruppe Iron Skulls kombiniert die Sinnlichkeit von zeitgenössischem Tanz mit Theater und bezieht technische Neuerungen mit ein. So entstehen künstlerische Universen, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erforschen.

Präsentation der Siegerstücke des Dramenwettbewerbs »Science & Theatre«
Lesungen am 23.11. um 16 & 16:45 Uhr an ungewöhnlichen Orten im Theater
Preisverleihung 23.11. um 18 Uhr im Salon3

»Maschinenträume« – so lautet auch das Motto des diesjährigen internationalen Dramenwettbewerbs, den das Theater Heilbronn und das Science Center experimenta bereits zum vierten Mal im Rahmen des Festivals »Science & Theatre« ausgeschrieben haben. Eine fünfköpfige Jury hat aus den anonymisiert gelesenen Stücken diesmal die zwei besten ausgewählt, die nun in szenischen Lesungen dem Publikum vorgestellt werden. Die Autorinnen und Autoren sind anwesend und beantworten Fragen zu ihren Stücken. Die Zuschauer können ihren Favoriten küren. Das Siegerstück wird mit 10 000 Euro dotiert und im Frühjahr 2026 im Science Dome der experimenta uraufgeführt. Das zweitplatzierte Stück wird mit 5000 Euro prämiert.

Begleitprogramm

Podiumsdiskussion
KÖNNEN MASCHINEN TRÄUMEN?
»Emotionale KI« und das zukünftige Verhältnis von Mensch und Maschine
22. November, 17 Uhr, Theater Heilbronn, Komödienhaus

Festivalpackage: Ab dem Kauf von vier Tickets für vier verschiedene Vorstellungen gibt es einen Rabatt von 20 Prozent.
Vorverkauf Theater: 07131/563001; www.theater-heilbronn.de
Abendkasse experimenta: 07131/88795959

Archistories. Architektur in der Kunst

Gebäude sind vollere Geschichte und Geschichten, von ihren Erbauern und Nutzern erzählen und so Zeit-Zeugnisse des Ausdrucks von Wertvorstellung und der Gestaltung unserer Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Die Ausstellung „Archistories – Architektur in der Kunst“ in der Orangerie der Kunsthalle Karlsruhe zeigt dazu derzeit mehr als 100 Werke von rund 70 Künstler*innen aus fünf Jahrhunderten, die Architektur reflektieren. Mit Gemälden, Zeichnungen, Grafiken und Plastiken aus der Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und mit Video-Arbeiten, Fotografien und Installationen eingeladener zeitgenössischer Künstler*innen. Sie bildet dabei einen Zeitraum vom 17. Jahrhundert bis in das 20. und 21. Jahrhunderts ab. „Archistories. Architektur in der Kunst“ spiegelt das große Interesse der Gegenwart an der Auseinandersetzung mit anthropologischen, ästhetischen, politischen, sozialen und ökologischen Fragen des heutigen und zukünftigen Bauens. Denn nie war der Menschheit bewusster als heute, wie nachhaltig dieser Sektor unserer Kreativität die Ökosphäre bestimmt und nie die Frage drängender, wie wir diese nachhaltig gestalten können.

Bild: Dionisio González, Wittgenstein‘s Cabin 10, 2021, © Der Künstler / Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Bild: Dionisio González, Wittgenstein‘s Cabin 10, 2021, © Der Künstler / Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Künstler*innen: Franz Ackermann, Robert Delaunay, Otto Dix, Lyonel Feininger, Günther Förg, Vincent van Gogh, Alexander Kanoldt, Karl Hubbuch, Brabara Klemm, Dionisio González, Niclas Goldbach, Axel Lieber, Julia Oschatz, Judith Hopf, Isa Melsheimer, Nicolas Daubanes, Alain Delorme, Rebecca Ann Tess, Stephen Craig, Samuel Beckett und Henrique Oliveira, Giovanni Battista Piranesi, Sean Scully und viele mehr

29. November 2025 bis 12. April 2026, Orangerie in der Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Neuschwanstein Konzerte 2025

Die ZDF streamt bis einschließlich 3. Januar 2026 „Neuschwanstein Konzerte 2025“ mit internationalen Opernstars.
Der Innenhof im berühmten Schloss Neuschwanstein des Bayernkönigs Ludwig dient als malerische Kulisse. Zu erleben sind Künstlerinnen und Künstler wie Elīna Garanča, Klaus Florian Vogt, Golda Schultz, Rolando Villazón, Ludovic Tézier, Jonathan Tetelman und Chelsea Zurflüh. Sie präsentieren ein vielseitiges Programm, von Opernklassikern bis zu Crossover-Klängen im Innenhof eines der schönsten Schlösser Europas (seit Juli 2025) UNESCO Weltkulturerbe.

Sopranistin Golda Schultz, Tenor Rolando Villazón und Bariton Ludivoc Tézier als Terzett. Copyright: ZDF/Markus Hertrich
Sopranistin Golda Schultz, Tenor Rolando Villazón und Bariton Ludivoc Tézier als Terzett. Copyright: ZDF/Markus Hertrich

Programmhighlights
Die lettische Mezzosopranistin Elīna Garanča lässt Auszüge aus Georges Bizets Oper „Carmen“ in einer kammer-musikalischen Fassung neu erstrahlen, und der kroatische Cellist HAUSER, bekannt für seine mitreißenden Performances, bringt Klassiker der Filmmusik auf die Bühne. Der deutsche Tenor Klaus Florian Vogt interpretiert Werke von Mozart und Weber, während die südafrikanische Sopranistin Golda Schultz, der aus Mexiko stammende Tenor Rolando Villazón und der französische Bariton Ludovic Tézier gemeinsam mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen große Opernklassiker zum Besten geben. Frische Stimmen liefern der in Chile geborene US-Amerikaner Jonathan Tetelman (Tenor) und die Schweizerin Chelsea Zurflüh (Sopran), die mit Arien und Duetten aus „La Bohème“ und „Roméo et Juliette“ das Publikum verzaubern.

Konzert, Tanz und Weltmusik 2025/2026 – Forum am Schlosspark Ludwigsburg

Von klassischen Konzerten übe spannende Ballettabende bis hin zu Weltmusik und Jazz bietet das Forum ein abwechslungsreiches kulturelles Erlebnis für alle Generationen.
Im Rahmen der Abonnementreihe KonzertForum erwarten die Besucher acht sinfonische Konzerte mit internationalen Solisten, renommierten Dirigenten und erstklassigen Orchestern. Das musikalische Spektrum reicht von Barock bis ins 20. Jahrhundert und umfasst sowohl bekannte als auch weniger bekannte Werke der Musikgeschichte. Zu den Höhepunkten zählen Auftritte von Künstlern wie Frank Peter Zimmermann mit der Deutschen Radio Philharmonie, Isabelle Faust mit dem WDR Sinfonieorchester und Gautier Capuçon mit dem Royal Scottish National Orchestra. Auch Ensembles wie die Gaechinger Cantorey und das Württembergische Kammerorchester sind vertreten.

Isabelle Faust , Foto: Marco Borggreve
Isabelle Faust , Foto: Marco Borggreve

• Bach Motetten – Gaechinger Cantorey (25.10.2025)
• Frank Peter Zimmermann & Deutsche Radio Philharmonie (08.11.2025)
• Isabelle Faust & WDR Sinfonieorchester (29.11.2025)
• Gautier Capuçon & Royal Scottish National Orchestra (10.01.2026)
• Ode to St. Cecilia – Gaechinger Cantorey (31.01.2026)
• Herbert Schuch & Württembergisches Kammerorchester (08.03.2026)
• Kit Armstrong & Le Concert Olympique (26.04.2026)
• Ragna Schirmer & Stuttgarter Philharmoniker (17.05.2026)

São Paulo Companhia Dança, Foto:© Iari Davies
São Paulo Companhia Dança, Foto:© Iari Davies

TanzForum: Internationale Tanzkunst
Im TanzForum stehen jeweils acht Vorstellungen mit internationalen Spitzenkompanien auf dem Programm. Die Besucher erleben das breite Spektrum des zeitgenössischen Tanzes mit Produktionen von weltweit renommierten Choreografinnen und Choreografen. Zu den Highlights gehören Gastspiele von São Paulo Companhia de Dança, Scapino Ballet, Ballet BC, Ballet du Capitole de Toulouse, Hessisches Staatsballett, Grupo Corpo, Compagnie Käfig und dem Cloud Gate Dance Theatre aus Taiwan.
São Paulo Companhia de Dança (21. & 22.11.2025)
• Scapino Ballet (20. & 21.12.2025)
• Ballet BC (17. & 18.01.2026)
• Ballet du Capitole de Toulouse (06. & 07.02.2026)
• Hessisches Staatsballett (28.02. & 01.03.2026)
• Grupo Corpo (20. & 21.03.2026)
• Compagnie Käfig (02. & 03.05.2026)
• Cloud Gate Dance Theatre (22. & 23.05.2026)

Forum Horizonte: Jazz, Weltmusik und Tanztheater
Mit einem Abonnement von Forum Horizonte genießen Besucher sieben Jazz- und Weltmusik-Konzerte sowie eine Tanztheater-Produktion. Künstlerinnen und Künstler aus Portugal, Spanien, Nigeria, Israel, Ungarn und den Kapverden sorgen für musikalische Abwechslung und inspirierende Konzerterlebnisse. Das Finale bildet das Cloud Gate Dance Theatre mit der Choreografie »Sounding Light«, die sich mit dem Gleichgewicht zwischen Zivilisation und Natur auseinandersetzt.
• Sílvia Pérez Cruz & Salvador Sobral (14.11.2025)
• Tom Gaebel (16.12.2025)
• Elida Almeida (24.01.2026)
• Janoska Ensemble (13.02.2026)
• Omer Klein (14.03.2026)
• Ola Onabulé (27.03.2026)
• Bundesjazzorchester & Bundesjugendorchester (18.04.2026)
• Cloud Gate Dance Theatre (23.05.2026)

Parklife – Carlo Krone

Die Städtische Galerie Ostfildern zeigt vom 19. Oktober 2025 bis 13. Januar 2026 eine Sonderausstellung mit dem Künstler Carlo Krone. Der Titel der Ausstellung „Parklife“ bezieht sich auf einen Song- bzw. Albumtitel der Britpop-Band „Blur“. Darin setzt sich die damals noch junge Band Mitte der 90-er Jahre auf humorvolle Weise mit alltäglichen und popkulturellen Themen auseinander: Alltagsbeobachtungen in einem Park. Auch bei Carlo Krones Malerei entwickeln scheinbare Nebensächlichkeiten ein prominentes Eigenleben und bieten gleichzeitig den Anlass für zeitgemäße Malerei.

Carlo Krone, „hollywood“, 2024.
Carlo Krone, „hollywood“, 2024.

Die Bilder erinnern an Pop-Up-Fenster im „Close Up“ auf Screens von unterschiedlicher Größe, die uns Betrachtende unmittelbar erreichen und „catchen“. Dabei verbindet die Seherfahrung erkennbare Motive mit abstrahierten Bildbereichen. Brüche und Ambivalenzen sind von zentraler Bedeutung. So gelingt es dem Künstler, die Aufmerksamkeit für die Bilder weiter zu binden, indem starke Kontraste, das Spannungsfeld von Groß und Klein, Abstraktion und Gegenstand, Form und Fläche irritieren. Unterschiedliche malerische Lösungen und ein Dialog der Bilder untereinander garantieren ein nachklingendes Seherlebnis.
Weitere Informationen: www.ostfildern.de/staedtische-galerie.
Infos zum Künstler: www.carlokrone.com.
Veranstaltungstipp: Kunst erleben! Öffentliche Führungen für kunstinteressierte Erwachsene und Jugendliche: Sonntag, 9. November und Sonntag, 7. Dezember, jeweils 16 Uhr.

Abb.: Carlo Krone „pavilion“ 2025, Courtesy Galerie Thomas Fuchs
Abb.: Carlo Krone „pavilion“ 2025, Courtesy Galerie Thomas Fuchs

 

Literaturstipendien BW 2025

Für das Jahr 2025 wurden die Literaturstipendien des Landes Baden-Württemberg an Doris Vogel, Silke Stamm, Frieda Paris und Simone Kucher vergeben.

„Elvis Presley, die Alpen, der Schneidetisch und ein lichter Sommer“…

Mit diesen Stipendien würdigt das Land jährlich herausragende und kreative Lyrik sowie packende Romane. Die vier Autorinnen nehmen in ihren Erstveröffentlichungen das Publikum mit auf eine spannende Spurensuche: Sie beschäftigen sich mit Themen wie Starkult und persönlichen Grenzerfahrungen.
Die Lyrikerin und Künstlerin Doris Vogel widmet sich in ihrem Debüt „Dieses Buch gehört dem König 2.0 Elvis Presley“ dem Mythos Elvis Presley, dem King of Rock’n’Roll. In ihrem Roman „Hohe Berge“ erforscht Silke Stamm die Alpen, deren Weite und Unberechenbarkeit verborgene Ängste ans Licht bringen. Frieda Paris begibt sich mit ihrem ersten Gedichtband „Nachwasser“ sinnbildlich vom Schneidetisch aus auf die Suche nach Spuren. Simone Kucher schildert in ihrem Roman „Die lichten Sommer“ (Kjona Verlag) die Themen Freundschaft, Entfremdung und Sprachlosigkeit zwischen den Generationen im Kontext der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus den tschechischen Gebieten nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Stipendiatinnen erhalten jeweils 18.000 Euro, wobei ein Stipendium zwischen zwei Autorinnen geteilt wird. Mit dieser Unterstützung möchte das Land den Autorinnen mehr Freiraum für ihre literarische Arbeit schaffen und sie auf ihrem kreativen Weg bestärken. Die Preisträgerinnen werden 2025 sowohl gemeinsam auf einer Lesereise als auch einzeln ihre Werke im Land präsentieren.
Das Ministerium vergibt die bis zu vier Stipendien jährlich auf Empfehlung einer Jury, eine Bewerbung ist nicht möglich. In diesem Jahr gehörten der Jury Katinka Emminger (Stadtbibliothek Stuttgart), Hanna Hovtvian (Literaturhaus Freiburg), Natalie Friedrich (Literarische Gesellschaft Karlsruhe), Silke Knäpper (Literarisches Forum Oberschwaben) und Moritz Heger (Schriftstellerhaus Stuttgart) an.

Portraitfotos der Literaturstipendiatinnen v.l.n.r. : Michael Kranz, Andreas Hornoff, El Menges, Lutz Knospe
Die Literaturstipendiatinnen: Silke Stamm (oben links), Foto: Andreas Hornoff, Frieda Paris oben rechts (Foto: El Menges), Doris Vogel unten links, Foto: Michael Kranz, Simone Kucher unten rechts  Lutz Knospe
Die Stipendiatinnen im Überblick:
Doris Vogel (1988*) wuchs in Aulendorf auf, studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und schloss dort auch ein Germanistikstudium ab. Sie lebt und arbeitet in Eislingen/Fils als Kunsterzieherin, Malerin und Lyrikerin. Ihr Lyrikdebüt war auf der Shortlist des Anna-Haag-Preises des Förderkreises der Schriftsteller:innen in Baden-Württemberg.
Silke Stamm (1968* in Schwenningen) studierte Mathematik und Physik in Freiburg und Edinburgh. Sie wurde 2013 mit dem Förderpreis für Literatur der Stadt Hamburg ausgezeichnet, erhielt 2020 den Hamburger Literaturpreis für einen Auszug aus „Hohe Berge“ und 2023 den Fulda Literaturpreis. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.
Frieda Paris (1986* in Ulm) ist Hörspielautorin und Lyrikerin. Nach ihrem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Damenschneiderin und studierte in Wien und Paris Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Sprachkunst. Für ihren Debüt-Lyrikband „Nachwasser“ erhielt sie den Debütpreis des Österreichischen Buchpreises. Sie lebt in Wien und Ulm.
Simone Kucher (1973* in Ellwangen) studierte Theaterwissenschaft, Gender Studies und Neuere Deutsche Literatur in München und Berlin, verfasste Theaterstücke und Hörspiele und veröffentlichte 2024 ihren ersten Roman „Die lichten Sommer“. Gefördert wurde sie unter anderem vom Berliner Senat, der Akademie der Künste, der Filmstiftung NRW und dem Goethe-Institut Prag. Ihr Wohnort ist Rostock.
Weitere Informationen und aktuelle Termine zu Lesungen finden sich auf den Websites der Autorinnen und ihrer Verlage.

Portraitfotos der Literaturstipendiatinnen
Michael Kranz, Andreas Hornoff, El Menges, Lutz Knospe

Haus Kiefer

Er gehört zu den bekanntesten und wichtigsten deutschen Künstlern der Gegenwart: Anselm Kiefer. Längst ist er und seine Kunst in der Welt zuhause, seinen Lebensmittelpunkt hat er in Frankreich gefunden. Wie sehr er sich aber nach wie mit seiner Heimat verbunden fühlt, stellt er mit der Neueröffnung von „Haus Kiefer“ in Rastatt-Ottersdorf unter Beweis – dort hat er sein früheres Elternhaus hat er kernsaniert. Seit einigen Monaten kann das Kleinod besucht werden. Die Eröffnungsausstellung zeigt frühe Werke und Werke aus Kindheit und Jugend des Künstlers.

Anselm Kiefer am Rhein bei Ottersdorf während der Dreharbeiten zum Film ANSELM von Wim Wenders, Foto: Elias Wallach
Anselm Kiefer am Rhein bei Ottersdorf während der Dreharbeiten zum Film ANSELM von Wim Wenders, Foto: Elias Wallach
Anselm Kiefer auf dem Dachboden im Haus in Rastatt während der Dreharbeiten zum Film ANSELM von Wim Wenders, Foto: Elias Wallach
Anselm Kiefer auf dem Dachboden im Haus in Rastatt während der Dreharbeiten zum Film ANSELM von Wim Wenders, Foto: Elias Wallach

Anselm Kiefer, geboren 1945 in Donaueschingen, dessen Vater Lehrer in Ottersdorf war, wohnte in diesem Haus von 1951 bis 1957, bevor die Familie nach Rastatt-Niederbühl umzog. Das ehemalige Schulhaus wurde 1875 erbaut und nach dem Umzug der Schule 1936 in Lehrerwohnungen umgewandelt. 2019 erwarb Kiefer sein Ottersdorfer Elternhaus, um es zu restaurieren und für Ausstellungen zu öffnen. Das Haus wurde so zurück gebaut, wie er es in seiner Kindheit erlebt hat.

Anselm Kiefer Gemälde Herzeleide, Foto: Eva König © Haus Kiefer
Anselm Kiefer Gemälde Herzeleide, Foto: Eva König © Haus Kiefer

Die Eröffnungsausstellung zeigt Werke aus den 70er und 80er Jahren, als Kiefer in seinen Ateliers in Hornbach und Buchen im Odenwald arbeitete. Zu den Schlüsselwerken der Ausstellung gehören Resumptio (1974),  Engel (1977) und Dein aschenes Haar, Sulamith (1981), die bereits im Israel Museum in Jerusalem, im Musée d’Art Moderne de la Ville Paris, in der Royal Academy of Arts in London und im Centre Pompidou in Paris gezeigt wurden. In diesen frühen Werken sind zentrale Themenkreise angelegt, die im künstlerischen Oeuvre von Anselm Kiefer bis heute immer wieder aufgegriffen und weiterentwickelt wurden: Landschaft, Geschichte, Mythologie und Poesie, Gedichte von Paul Celan, Victor Hugo und Walther von der Vogelweide.

Zu sehen im Haus Kiefer: das Gemälde „Für Julia Himmel + Erde“, Foto: Eva König © Haus Kiefer
Zu sehen im Haus Kiefer: das Gemälde „Für Julia Himmel + Erde“, Foto: Eva König © Haus Kiefer
Anselm Kiefer, Zyklus Die Meistersinger Ausstellungsansicht © Haus Kiefer
Anselm Kiefer, Zyklus Die Meistersinger Ausstellungsansicht © Haus Kiefer

Zu sehen sind auch einige Landschaftsgemälde die mit „Für Julia“ signiert sind. Diese hat er seiner ersten Frau Julia gewidmet, mit der er 1971 in den Odenwald gezogen ist. Leitmotivisch zieht sich durch Kiefers Arbeiten die große Ambivalenz zu vielen Themen, die er künstlerisch verarbeitet dazu gehört sein tiefes Hinterfragen was die Rolle des Künstlers und die von Kunst sei, und was sie versinnbildlicht. Geschichtliche Ereignisse wie der 2. Weltkrieg und das ewige Thema Religion bgleiten ihn ebenfalls durch sein Leben. So scheint zum Beispiel in dem Werk „Resumptio“ aus dem Jahr 1974 ( in der Ausstellung zu sehen) ein geflügeltes engelsgleiches Symbol von einem Grab aufzusteigen. Ein Zeichen der Hoffnung. Der Titel des Bildes verbindet das Wort resurrectio, die Auferstehung Christi, mit assumptio, der Himmelfahrt Marias und verheißt Auferstehung durch die Kunst.
Am 8. März 2025 feierte Kiefer seinen 80. Geburtstag. Wie könnte man sich schöner selbst beschenken als mit einer Erinnerung, die den Weg in die Wirklichkeit gefunden hat.

Weitere Info: www.haus-kiefer-rastatt.de, Eintrittskarten für Besuche sind nur online vorab buchbar.

Tipp: Der Film ANSELM – Das Rauschen der Zeit (2023) von
Wim Wenders über das Leben und Werk von Anselm Kiefer. Mehrere Szenen des Films wurden im Elternhaus von Kiefer und am nahegelegenen Rheinufer aufgenommen.
Kostenpflichtig abrufbar u.a. bei YouTube und amazon

Fokus Young Artists

Gleich zwei Ausstellungen in der Staatsgalerie Stuttgart präsentieren den künstlerischen Nachwuchs. Gezeigt werden Arbeiten von Studierenden der beiden großen Stuttgarter Kunsthochschulen: Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien, Stuttgart und Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

A–Z. Mapping the Future - Installation von Hyunjin Kang, 2025 © Hyunjin Kang
A–Z. Mapping the Future – Installation von Hyunjin Kang, 2025 © Hyunjin Kang

In „A – Z. Mapping the Future“ machen dreißig Absolventinnen und Absolventen aus dreizehn Klassen machen mit ihren medienübergreifenden Arbeiten deutlich, dass sie bereit sind für den Sprung von der Akademie in ein Leben mit der Kunst. Sie experimentieren mit unterschiedlichsten Techniken und Materialien, bearbeiten verschiedene gesellschaftlich relevante Themen und stellen oftmals auch den eigenen Körper in den Mittelpunkt ihrer künstlerischen Auseinandersetzung. »Mapping the Future« bringt die Vielfalt des künstlerischen Schaffens an der Stuttgarter Akademie in den musealen Raum und signalisiert, dass für die beteiligten Künstlerinnen und Künstler die Zukunft schon längst begonnen hat.
Die in der Ausstellung „Playlist“ gezeigten Arbeiten weisen interessante Schnittmengen zwischen angewandter, dokumentarischer und künstlerischer Fotografie auf. Dabei sind die Themen so vielfältig wie die Lebensrealitäten der Studierenden.

Playlist: Ilya Netyosov, Motiv aus der Serie »Psychedelic Map #2 (Urban Subtlety)«, 2025 © Ilya Netyosov
Playlist: Ilya Netyosov, Motiv aus der Serie »Psychedelic Map #2 (Urban Subtlety)«, 2025 © Ilya Netyosov
Yannick Schroth, Motiv aus der Serie »Nada Brahma - Bewegung und Resonanz, 2025 © Yannick Schroth
Playlist: Yannick Schroth, Motiv aus der Serie »Nada Brahma – Bewegung und Resonanz, 2025 © Yannick Schroth

Biografische Erlebnisse und Alltagsbeobachtungen setzen den Ton: Die Projekte befassen sich mit Fragen von Zugehörigkeit, Community und gesellschaftlicher Prägung oder setzen sich mit existenziellen Musikerlebnissen und berührenden Textzeilen auseinander. Ebenso nehmen sie spirituelle Erfahrungen in den Blick, richten ihre Aufmerksamkeit auf die Routinen des Alltags oder analysieren die eigene emotionale Verfasstheit in Zeiten der aktuell schwierigen Weltlage.

Josepha Stolz, Birke, Näherin, aus der Serie »tausend gründe*«, 2025 © Josepha Stolz
Josepha Stolz, Birke, Näherin, aus der Serie »tausend gründe*«, 2025 © Josepha Stolz

A – Z. Mapping the Future. Die ABK Stuttgart zu Gast in der Staatsgalerie, 17. – 26.10.2025
PLAYLIST. Ein fotografisches Mixtape von Studierenden der Merz Akademie und der ABK Stuttgart. 18.10.2025 – 11.1.2026

Doris Graf – XPlacesToBe

Die XPlacesToBe von Bietigheim-Bissingen stehen fest.
Mehr als 800 Zeichnungen aus der Bevölkerung sind bei den Aktionen der Stuttgarter Künstlerin Doris Graf entstanden. Anlässlich des 50. Jubiläums zum Zusammenschluss von Bietigheim und Bissingen war sie hier zu Gast. Bei verschiedenen Stadtfesten in diesem Sommer kam sie mit den Menschen vor Ort ins Gespräch und forderte sie auf, über ihre Stadt nachzudenken und ihre Lieblingsorte in Bietigheim-Bissingen zu zeichnen. Nach eingehender Analyse aller zeichnerischen Resultate entwickelte sie schließlich piktografische Bilder, die nun in der Städtischen Galerie präsentiert werden.

Doris Graf, CityX – Signs of Stuttgart – After Work, 2012–15
Doris Graf, CityX – Signs of Stuttgart – After Work, 2012–15
Doris Graf - XPlacesToBe |Pressefoto Staedt. Galerie Bietigheim-Bissingen)
Doris Graf – XPlacesToBe |Pressefoto Staedt. Galerie Bietigheim-Bissingen)

Doris Graf ist für einige internationalen, partizipativen CityX-Kunstprojekte und das dahinterstehende Konzept bekannt, das bereits in verschiedenen Städten weltweit realisiert wurde. Zu diesen Orten zählen unter anderem Istanbul, Rio de Janeiro, São Paulo, Havanna, Stuttgart, Ulm sowie Maputo. Derzeit stellt sie in der Elysium Gallery in Swansea (UK) aus.

Abbildung: Raumaufnahe von Doris Graf - XPlacesToBe |Pressefoto Staedt. Galerie Bietigheim-Bissingen)
Doris Graf – XPlacesToBe |Pressefoto Staedt. Galerie Bietigheim-Bissingen)

Ausstellungsdauer: 03. Oktober 2025 bis 12. April 2026

Begleitprogramm

After-Work-Kurzführungen mit Apéritif
Donnerstag, 30. Oktober, 18.30 Uhr
Dienstag, 18. November, 17 Uhr
Donnerstag, 15. Januar, 17.30 Uhr
Mittwoch, 4. März, 16.30 Uhr
Donnerstag, 9. April, 17 Uhr
Workshop-Programm für Kinder und Jugendliche entnehmen Sie bitte dem gesonderten Flyer oder der Website.
Begrenzte Teilnehmerzahl! Anmeldung empfohlen per Telefon oder Email!

Doris Graf – XPlacesToBe |Pressefoto Staedt. Galerie Bietigheim-Bissingen)

Familien-Fun-Freitage
Kombination aus Führung und Kreativ-Workshop für Groß und Klein
Freitag, 10. Oktober und 13. März, jeweils 15 Uhr
Eintritt frei
After-Work-Führungen: 4 € inkl. Getränk
Familien-Fun-Freitage: 10 € pro Familie

Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Hauptstraße 60–64
74321 Bietigheim-Bissingen
Telefon 07142 74-483
Telefax 07142 74-446
galerie@bietigheim-bissingen.de
http://galerie.bietigheim-bissingen.de

Die Städtische Galerie ist inklusive Sanitäranlage barrierefrei.

Jan Snela

ist Rottweiler Stadtschreiber 2025. Er wird in Kürze sein Quartier im Bischöflichen Konvikt Rottweil beziehen. Während seines dreimonatigen Aufenthalts in Rottweil wird er durch Lesungen und Schreibwerkstätten für Jugendliche aktiv am literarischen Leben der Stadt teilnehmen. Der in Tübingen und Stuttgart lebende Autor wurde bereits für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

Jan Snela, Foto: Maximilian Göddicke
Jan Snela, Foto: Maximilian Göddicke

Jan Snela wurde 1980 in München geboren und studierte Komparatistik, Slawistik und Rhetorik. Seine Werke sind in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften erschienen und wurden vielfach prämiert, unter anderem mit dem Gewinn des Open-Mike-Wettbewerbs. Sein Erstlingswerk „Milchgesicht“ markiert sein Debüt, während sein im Frühjahr veröffentlichtes Romandebüt „Ja, Schnecke, ja“ direkt Platz 8 auf der SWR-Bestenliste erreichte und derzeit für zwei weitere Preise nominiert ist.
Das Stadtschreiberstipendium Rottweil ist als Aufenthaltsstipendium konzipiert und bietet vorwiegend jungen Autorinnen und Autoren die Möglichkeit zur künstlerischen Entfaltung. Seit dem Jahr 2001 wird jährlich eine Stadtschreiberin oder ein Stadtschreiber nach Rottweil eingeladen und wohnt für drei Monate – von Mitte September bis Mitte Dezember – im Bischöflichen Konvikt, wo ein enger Kontakt zu den Jugendlichen besteht. Die Tätigkeit umfasst vielfältige Aufgaben wie Lesungen, auch im privaten Rahmen, Schreibwerkstätten für Jugendliche, literarische Stammtische und Diskussionsrunden. Trotz dieser Engagements bleibt ausreichend Zeit, eigene Projekte umzusetzen.
Mehr über den Autor, seine Bücher und Lesungen: www.klett-cotta.de
Mehr über das Rottweiler Stadtschreiber Stipendium finden Sie hier

Aktuelle Lesungen mit Jan Snela:
Do, 23. Oktober
Rottweil | Lesung und Gespräch
Fr, 7. November | 18:00
Erlangen | Lesung und Gespräch