Zauber der Stille

Mit Florian Illies kann man Vergangenheit plötzlich als Gegenwart erleben. In »Zauber der Stille« breitet er erstmals die abenteuerlichen Geschichten Caspar David Friedrichs vor uns aus. Eine wilde Zeitreise zu dem Mann, der für die Deutschen die Sehnsucht erfand.

Friedrichs abendliche Himmel wecken seit Jahrhunderten die leidenschaftlichsten Gefühle: Goethe macht ihre Melancholie so rasend, dass er sie auf der Tischkante zerschlagen will, Walt Disney hingegen verliebt sich so heftig in sie, dass er sein »Bambi« nur durch Friedrich’sche Landschaften laufen lässt. Von Hitler so verehrt wie von Rainer Maria Rilke, von Stalin so gehasst wie von den 68ern, von der Mafia so heiß begehrt wie von Leni Riefenstahl – am Beispiel von Caspar David Friedrich werden in diesem mitreißend erzählten Buch 250 Jahre deutscher Geschichte sichtbar. Und Friedrich, der Maler, wird zu einem Menschen aus Fleisch und Blut.
Nach »1913« und »Liebe in Zeiten des Hasses« das dritte große historische Epochenportrait von Florian Illies.

Oper Tosca am Theater Ulm

Tosca ist mit ihrer Uraufführung am 14. Januar 1900 in Rom nicht nur die erste Oper des 20. Jahrhunderts, sondern nach La Bohème wohl auch das bekannteste Werk des italienischen Opernkomonisten Giacomo Puccini. Mit Tosca gelang ihm ein dichtes musikalisches Psychodrama voller politischer Brisanz hinsichtlich der Willkür der damaligen Obrigkeit und ein echter Opernkrimi. In dieser Spielzeit wagt sich das Theater Ulm an den Opernstoff in der die gefeierte Sängerin Floria Tosca zum Spielball von Intrigen und zum Opfer ihrer Liebe wird. Denn wer sich dem brutale römischen Polizeichef Scarpia widersetzt, findet unweigerlich den Tod. Verzweifelt versucht Tosca, ihren Geliebten, den Maler Cavaradossi, den Scarpia unter einem Vorwand verhaften ließ vor seiner Hinrichtung zu retten und wird darüber schließlich selbst zur Mörderin. Legendär sind nicht nur die beiden bekannten und beliebten Opernarien Vissi d’arte (Tosca) und E lucevan le stelle (Cavaradossi), sondern auch die dramatische Schlusszene und Floria Toscas letzten Worte „O Scarpia, avanti a Dio!“ („Oh Scarpia, zu Gott!“) mit denen sie sich im Morgenrot von einer Terrasse der Engelsburg in Rom in die Tiefe stürzt.

Termine

So 05.11.23 // 19:00
Sa 18.11.23 // 19:00
Do 23.11.23 // 20:00
So 26.11.23 // 14:00
Sa 23.12.23 // 19:00
Mo 25.12.23 // 19:00 / Letzte Vorstellung

Karten unter www.theater-ulm.de oder an der Theaterkasse, Fon: 0731 161-4444

François-Xavier Roth

„Er ist ein sehr großer Musiker und ein fabelhafter Dirigent“, schwärmt Daniel Barenboim. „At the moment he is the exception, but he should be the model“, sagt Starkollege Sir Simon Rattle. Ab der Saison 2025/2026 wird François-Xavier Roth Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des SWR Symphonieorchesters.

François-Xavier Roth (c) Mark Allen

François-Xavier Roth ist sicher der vielseitigste Vertreter der aktuellen Dirigenten-Generation: Originalklangmusiker und Neue-Musik-Spezialist, Gründer und Generalmusikdirektor, Forscher und Vermittler, unermüdlicher Probenarbeiter und Weltstar: FXR, wie ihn seine Mitstreiter gerne nennen, bringt das Kunststück fertig, alles was sich sonst auf mehrere Pultstars verteilt, in einer einzigen Person zu vereinen.

Der Film von Salim Butt-Lutz versucht die Quadratur des Kreises: diese schwer greifbare Vielfalt einzufangen und zum kohärenten Bild einer einzigen Person zu verdichten. Er entdeckt dabei den Menschen, der hinter all diesen Talenten und Projekten steckt, zeigt ihn so empathisch, energisch, akribisch und auch so zugänglich und super-sympathisch, wie er eben ist. Im Film begleiten wir François-Xavier Roth bei der Probenarbeit in Köln, Paris und Berlin, beobachten seinen Einsatz mit Laien und sein Engagement für junge Komponierende bei den Panufnik-Workshops in London. In ausführlichen Gesprächen gewährt FXR uns Einblicke in sein Denken, seinen künstlerischen Hintergrund, seine Philosophie. Und er lädt uns zu sich nach Hause ein, führt uns durch das Paris seiner Kindheit und erlaubt uns den Zugang zu seinem Allerheiligsten: seinem geliebten Rückzugsort in Nîmes. So findet der Film fast von selbst zu seiner episodenhaften Struktur, angelehnt an die musikalische Form der Variation, in der jeder Abschnitt seiner eigenen Dramaturgie folgen kann. Dadurch entstehen gleichzeitig erzählerische Leichtigkeit und Raum für inhaltliche Tiefe. Unterhaltsam und zugleich anspruchsvoll, kann der Film ein fachfremdes Publikum genauso begeistern, wie er inhaltlich versierte Zuschauende fesselt.

François-Xavier Roth – Maestro in 8 Variationen

Die Dokumentation entdeckt den Menschen hinter den vielen Talenten und Projekten, begleitet François-Xavier Roth zu Proben in Köln, Paris und Berlin und zeigt sein Engagement für Laienmusiker und junge Komponisten in den Panufnik-Workshops in London. François-Xavier Roth teilt seine Gedanken, Überzeugungen, künstlerischen Wurzeln und spricht über seine Lebensphilosophie. Außerdem gewährt er einen Einblick in das Paris seiner Jugend und sein persönliches Domizil in Nîmes.
In der Dokumentation äußern sich Wegbegleiter wie Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle, Isabelle Faust, Emmanuel Pahud und Daniel Roth. Proben und Konzerte des Gürzenich-Orchesters Köln, Les Siècles, der Berliner Philharmoniker und des London Symphony Orchestra bereichern das Porträt dieses außergewöhnlichen Musikers. (Quelle: SWR)
Anschauen kann man die Doku vom
Vom 24/11/2023 bis 23/02/2024
 auf arte

VISION.BACH

Mit Bach das Leben begreifen: „Weil die Kantaten Grundfragen der menschlichen Existenz berühren, sind sie heute genauso bedeutsam wie vor dreihundert Jahren“ sagt Hans-Christoph Rademann, Leiter der Internationalen Bachakademie (IBA)in Stuttgart.

Das JSB Ensemble und Hans-Christoph Rademann, Foto: Holger Schneider

Mit der Reihe „VISION.BACH“ stellt er jene Lebensnähe des Komponisten gemeinsam mit seinen Ensembles musikalisch unter Beweis. Dazu lädt die IBA in jedes Konzert Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ein, um über aktuelle Themen zu sprechen.
Die Konzerte finden in der Stuttgarter Liederhalle, im Ludwigsburger Forum am Schlosspark aber auch in wunderschönen Kirchen von Herrenberg, Tübingen oder Schorndorf statt. Im Zeichen von „VISION. BACH“ stehen auch diesjährigen Weihnachtskonzerte der IBA. 1723 wartete auf Bach eine erste große Bewährungsprobe: Viele Feiertage mussten von ihm als neuem Thomaskantor in Leipzig mit festlicher Musik versorgt werden. Zwischen dem 1. Advent und dem 25. Dezember komponierte er u.a. die von vier (!) Trompeten gekrönte Weimarer Kantate BWV 63 und er wendete vor allem für seine Kantaten einen alten und zugleich sehr ökonomischen Leipziger Brauch an und bearbeitete beliebte Weihnachtsgesänge. So schaffte er das immense Pensum als frischgebackener Kantor im ersten Leipziger Amtsjahr.

Alle Konzerte, Karten, Abonnements und Informationen unter www.bachakademie.de, Fon 0711 / 619 21 61.

Creations XIII – XV

Vorhang auf für weibliche Handschriften! Die Bühne des Stuttgarter Schauspielhauses gehört bei der neuen Ausgabe der CREATIONS-Reihe drei Choreographinnen. Im Auftrag von Ballettintendant Tamas Detrich, der die Reihe 2019 ins Leben rief, kreieren sie neue Werke und führen die Serie der zeitgenössischen Uraufführungen fort.

Samantha Lynch, Morgann Runacre-Temple, Vittoria Girellis© Stuttgarter Ballett

Vittoria Girellis Choreographien sind seit 2020 in Stuttgart zu sehen – sie bestechen vor allem durch fesselnde Ensembleszenen. Erst Anfang 20 zeigt die Italienerin, die als Halbsolistin beim Stuttgarter Ballett tanzt, unglaubliches Talent beim Arrangement von kaleidoskopartigen Körperformationen. Meist inspiriert von der bildenden Kunst schuf sie außerhalb Stuttgarts bereits Arbeiten in Monterrey (Mexico) und am Theater Winterthur für die Junior Compagnie des Balletts Zürich.
Samantha Lynch tanzt normalerweise als Erste Solistin beim Norwegischen Nationalballett. Als Initiatorin der „Dancer’s Choreography Workshops“ der Compagnie hat sie sich nicht nur selbst der Kreation von Schritten gewidmet, sondern auch anderen Talenten neue Wege eröffnet. Spätestens seit A Boléro 2021 für die große Bühne in Oslo hat sich die Australierin als Geheimtipp in Europa herumgesprochen. So wie die Kombination aus Musik und Tanz die Choreographin selbst in Euphorie versetzt, begeistert sie das Publikum.
Morgann Runacre-Temple hat sich bereits einen Namen als freischaffende Künstlerin gemacht. Nach verschiedenen Stationen als Tänzerin war sie von 2009 bis 2015 Hauschoreographin beim Ballet Ireland, wo sie mehrere abendfüllende Handlungsballette schuf. Doch die Londoner Choreographin interessiert sich auch für andere Sparten und insbesondere die Verbindung von Tanz und Medien. Auf diese Weise war sie an außergewöhnlichen Tanzfilmen beteiligt, die von einzigartigem Humor zeugen. In Stuttgart hat sie sich mit ihrer originellen Bewegungssprache bereits 2019 bei Noverre: Junge Choreographen vorgestellt.

Karten und weitere Informationen unter www.stuttgarter-ballett.de.

Alltag, Apokalypse, Autonomie

Die neue Sonderausstellung im Museum Humpis-Quartier in Ravensburg beschäftigt sich mit Relikten und Erinnerungen der 1970er und 80er Jahren und ihrer Bedeutung für die Stadt bis heute. Gezeigt werden zahlreiche Objekte aus Privatbesitz, Fotos und Plakate, ergänzt von Videoschnipseln und Audiofiles mit Zeitzeug*innen-Interviews und dem Sound der Zeit.

Ausstellungsansicht „79 80 Ravensburg. Alltag, Apokalypse, Autonomie“ © Museum Humpis-Quartier, Aufnahme: Wynrich Zlomke

Die Wende der 1970er zu den 80er Jahren war von weltpolitischen Ereignissen und Krisen geprägt: Kalter Krieg und atomare Bedrohung, Umweltzerstörung, Luft- und Wasserverschmutzung sowie die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 führten auch im bisher konservativen Ravensburg zu einer politischen Aktivierung und damit zu einer bislang unbekannten Vielfältigkeit des kulturellen Spektrums und der Lebensstile. Politische Bewegungen und Initiativen wie die Anti-AKW-Bewegung, Umwelt- und Öko-Gruppen, die neue Friedens- und die zweite Frauenbewegung, alternative Zeitungen sowie Kneipen etablierten sich und veränderten die Stadt nachhaltig. Etwa die 1978 gegründete Kulturkneipe Räuberhöhle, der Förderverein Zehntscheuer, das Magazin für Politik und Kultur in der Region, „die Südschwäbischen Nachrichten“, oder das 1984 eröffnete Douala.

Kinokarten-Spender © Museum Humpis-Quartier, Aufnahme: Wynrich Zlomke

Im Aufbruch befanden sich vor allem die Frauen, die sich ihre Räume in der Stadt und in den politischen Gremien erkämpften, etwa mit den Demonstrationen zur „Walpurgisnacht“ gegen Gewalt an Frauen oder der Grünen Frauenliste zur Gemeinderatswahl 1989. Eine vielfältige Jugend- und Musikkultur von Punk über „Schwobarock“ bis Pop breitete sich aus und war eng mit dem städtischen Jugendhaus verknüpft. Junge Menschen erprobten neue Lebensstile in Wohngemeinschaften, gründeten genossenschaftlich oder kollektiv organisierte Projekte und Netzwerke. Oder sie genossen neue Freiheiten im Bereich der Mobilität und Freizeitgestaltung. Erstmals ermöglichten neue Medien und Formate eine flächendeckende und schichtenübergreifende Versorgung mit Unterhaltung, Film, populärer Musik und neuen Trendsportarten: in den heimischen Wohnzimmern erfreuten sich Fernsehserien, Hitparaden und Fitnesssendungen großer Beliebtheit.Außerdem veränderte sich das Gesicht der Stadt durch Sanierungsmaßnahmen, Neubau und den zögernden Abschied vom Konzept der autogerechten Stadt. Auch hier spielte bürgerschaftliches Engagement eine große Rolle. Grund genug, sich diese kontrastreiche Epoche auf dem Weg zur heutigen Stadt einmal genauer anzuschauen und in einer Ausstellung zu präsentieren.

Ausstellungsplakat © Museum Humpis-Quartier, 2xGoldstein

Noch bis 18. August 2024
im Museum Humpis-Quartier in Ravensburg
Telefon +49-751-82-2664

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 – 18 Uhr
Weitere Informationen finden Sie unter www.museum-humpis-quartier.de.

„It’s terrific!“

„It’s terrific!“ betitelte Kurt Schwitters eine Collage aus Papierschnipseln, Buchstaben und Werbemotiven, die er 1944 im britischen Exil schuf. Der spannende Neuzugang gibt Sound, Struktur und Titel der opulenten Ausstellung „Terrific – Faszination Sammlung Würth“ im Museum Würth 2 in Künzelsau vor. Die Ausstellung umfasst rund 130 Gemälde und Skulpturen. Sie gewährt neue Einblicke in die Vielfalt und Dynamik der über 20.000 Werke umfassenden Sammlung Würth, die ihrerseits einer faszinierenden Collage gleicht.

Kurt Schwitters: It’s Terrific! / Es ist großartig! 1944, Collage auf ledergebundenem Buchdeckel, 30 x 54 cm, Sammlung Würth, Inv. 18637

Zwischen Künstlerinnen und Künstlern, Themen und Zeiträumen wechselnd, generiert „Terrific“ überraschende Zusammenhänge selbst zwischen dem, was wir bereits zu kennen glaubten. Spektakuläre Neuerwerbungen, etwa zu Franz Ackermann, Stephan Balkenhol, Max Beckmann, Max Ernst, Roberto Matta, Edvard Munch, Paula Modersohn-Becker, Anselm Kiefer, František Kupka und anderen mehr, sowie der Kunstkammer Würth verschmelzen die Vergangenheit mit der Gegenwart und machen deutlich, warum in einer solchen Sammlung ein Barockmeister wie Leonhard Kern so unerlässlich wie Günter Fruhtrunk ist.

Museum Würth 2, Künzelsau, Foto: Ufuk Arslan

In Kooperation mit der zis-Stiftung dokumentiert das Museum Würth 2 im Untergeschoss zudem die Eindrücke einer Studienreise des jungen Anselm Kiefer durch Holland, Belgien und Frankreich 1963 und einer zweiten Reise durch Frankreich 1966.

Werke von Anselm Kiefer im Museum Würth 2, Künzelsau, Foto: Ufuk Arslan

Museum Würth 2, Künzelsau, Terrific – Faszination Sammlung Würth. bis Frühjahr 2025.
Täglich 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei.
www.kunst.wuerth.com

Ausstellungsansicht Museum Würth 2, Künzelsau, Foto: Ufuk Arslan
Rund um das Atrium widmet das Museum Würth 2 Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) zudem eine Geburtstagsausstellung aus eigenen Beständen. Am 15. Dezember 2023 würde er 95 Jahre alt.

Antigone

Susanne Schmelchers Neuinszenierung des Klassikers Antigone am Theater Konstanz verdeutlicht die andauernde Aktualität klassischer Stoffe. Sophokles hat mit Antigone eine der wichtigsten Frauenfiguren der Theaterliteratur erschaffen, deren Schicksal wie kein anderes für den Konflikt des Individuums mit dem Staat steht. Susanne Schmelcher untersucht den antiken Stoff vor dem Hintergrund unseres heutigen Demokratieverständnisses, in dem Recht nicht gottgegeben oder von Autoritäten verordnet wird, sondern immer wieder aufs Neue kollektiv ausgehandelt werden muss.

Jasper Diedrichsen, Sarah Siri Lee König (hinten), Jana Alexia Rödiger, Foto: Ilja Mess

Der Krieg in Theben ist vorbei. Im Kampf um den Thron erschlugen sich die beiden Brüder Polyneikes und Eteokles gegenseitig auf dem Schlachtfeld. Ersterer zog als Verbannter gegen seine eigene Stadt, gegen seinen eigenen Bruder in den Krieg. Und nun verbietet der neue König Kreon, Polyneikes rechtmäßig beisetzen zu lassen. Vor den Toren der Stadt soll der Tote auf offenem Feld liegen bleiben, den Vögeln und Hunden zum Fraß. Antigone, seine Schwester, kann das nicht zulassen. Auch Polyneikes gebühre das Menschenrecht auf Bestattung. Dass jede Zuwiderhandlung gegen Kreons Befehl mit dem Tod bestraft wird, ist ihr egal. Kompromisslos stellt sie ihre Wertvorstellungen und Argumente Kreons Herrschaftslogik entgegen. Und der vollzieht erbarmungslos das Gesetz. Nichts und niemand kann ihn umstimmen. Der Streit spaltet Theben und führt zu noch mehr Toten.

Sarah Siri Lee König, Fynn Engelkes, Anne Rohde (hinten), Jana Alexia Rödiger, Lilian Prent, Foto: Ilja Mess
Jana Alexia Rödiger, Anne Rohde, Sarah Siri Lee König, Foto: Ilja Mess

Regie Susanne Schmelcher Bühne & Kostüme Franziska Smolarek Musik Svea Kirschmeier Dramaturgie Sabrina Toyen
Mit Ingo Biermann, Anne Rohde, Lilian Prent, Jasper Diedrichsen, Fynn Engelkes, Sarah Siri Lee König, Jana Alexia Rödiger

Termine
Freitag, 24.11.2023 | 20:00 Uhr
Sonntag, 26.11.2023 | 18:00 Uhr
Dienstag, 28.11.2023 | 20:00 Uhr

Freitag, 01.12.2023 | 19:30 Uhr
Samstag, 02.12.2023 | 20:00 Uhr
Dienstag, 05.12.2023 | 19:30 Uhr
Donnerstag, 07.12.2023 | 19:30 Uhr
Freitag, 08.12.2023 | 19:30 Uhr
Samstag, 09.12.2023 | 20:00 Uhr

Mittwoch, 13.12.2023 | 15:00 Uhr
Donnerstag, 14.12.2023 | 20:00 Uhr
Samstag, 16.12.2023 | 20:00 Uhr
Montag, 25.12.2023 | 20:00 Uhr

Mittwoch, 10.01.2024 | 20:00 Uhr

Tickets und weitere Informationen unter www.theaterkonstanz.de.

The Rake’s Progress

Igor Strawinskys Musikdrama zählt zu den musikalischen
Meilensteinen des 20. Jahrhunderts. Die Neuinszenierung
am Theater Freiburg hinterfragt aufs neue ihr Thema:
Inwieweit wird die menschliche Natur vom gesellschaftlichen
Wandel beeinflusst?

Ektoras Tartanis , Foto: Harald Krassnitzer

In Strawinskys The Rake´s Progress geht es um den Zusammenstoß von
Tradition und Fortschritt, Moral und Verführung.1951 uraufgeführt, gehört
es den erfolgreichsten Werken des Komponisten. Die Oper erzählt die
Geschichte von Tom Rakewell, einem naiven jungen Mann, der ein Erbe
erhält und in die Versuchungen des modernen Lebens gerät. Er lässt sich
von seinem betrügerischen Mentor Nick Shadow verführen und verliert
am Ende alles, sogar seine Geliebte Anne Trulove. Das Libretto stammt
von W.H. Auden und Chester Kallman und basiert auf dem berühmten
Gemäldezyklus „A Rake‘s Progress“ von William Hogarth. Strawinsky
vollzieht in neun musikalischen Bildern eine unerbittliche Studie über den
Werdegang eines kopflosen Menschen. Die Musik ist modern zeigt aber
Einflüsse des Neoklassizismus und enthält Elemente des Barock.
Die Musikalische Leitung der Neuinszenierung übernimmt Ektoras Tartanis,
1. Kapellmeister am Theater Freiburg. Seit 2014 ist Teodor Currentzis
sein künstlerischer Mentor. Als Gastdirigent hat er bereits erfolgreich
mit Orchestern wie dem SWR-Symphonieorchester, MusicAeterna, der
Badischen Staatskapelle Karlsruhe und dem Staatsorchester Athen
zusammengearbeitet. Neben dem klassisch-romantischen Konzert- und
Opernrepertoire, liegt ihm die zeitgenössische Musik besonders am
Herzen. Dies mag u.a. auch darin liegen, dass er neben
seinem Dirigierstudium auch das Fach Komposition
an der Musikhochschule Stuttgart belegt hat.

Mehr unter: www.ektorastartanis.com
Premiere 02.12.2023 am Theater Freiburg;
weitere Termine und Karten:
www.theater-freiburg.de, Telefon: 0761-2012853

Das SPOKEN ARTS FESTIVAL geht in die zweite Runde

Das SPOKEN ARTS FESTIVAL schlägt Brücken zwischen dem Wort und den anderen darstellenden Künsten ebenso wie von der Vergangenheit zur Gegenwart. Inhaltlich und chronologisch knüpft die zweite Festival-Ausgabe nahtlos an das Debüt 2022 an, das den 1920er Jahren gewidmet war. In dem als Trilogie angelegten Festival-Triple folgt nun die Zeit zwischen 1933 bis 1945.

Lars Eidinger, Foto: Ingo Pertramer

Besonders freuen darf man sich auf einen Brecht-Abend mit Lars Eidinger, auf Gäste wie Claudia Michelsen und Helene Schneidermann, die am Eröffnungsabend singen wird. Ebenfalls zugesagt haben Barbara Auer, Robert Stadelober, Friedemann Vogel, Reid Andersen und Thomas Thieme. Eine Veranstaltung im Württembergischen Kunstverein wird der ukrainische Regisseur Oleksandr Seredin betreuen. Dort wird sein Text „Die Lang-Lebigen“ als szenische Lesung inszeniert.

Robert Stadlober © Jana-Ritchie

 

Dazu bilden Bertolt Brechts kämpferische Zeilen „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen!“ das Festival-Motto und es wird auf vielfältige Weise mit Leben gefüllt werden: Mit Lesungen, Poetry Slam, Konzerten und Tanz-Performances bis hin zu Vorträgen. Nicht zuletzt mit Darsteller*innen, die zu den Besten und Kundigsten ihres Fachs zählen.
Prominente Schauspieler*innen,Sänger*innen, Tänzer*innen und Musiker*innen sind ebenso mit von der Partie wie profilierte Vertreter*innen aus Literatur und Geisteswissenschaften. Einmal mehr wurden sämtliche Programmpunkte eigens für das Festival entwickelt und sind ausnahmslos Premieren und Uraufführungen.

Claudia Michelsen © Mathias-Bothor

Waren die 1920er Jahre von Modernität, Zerrissenheit, einer grandiosen kulturellen Vielfalt und Blütezeit der Künste geprägt, so spannt sich der Bogen nun weiter und Spoken Arts stellt in diesem Jahr Künstler*innen in den Fokus, die dem Terror in der Zeit zwischen 1933 und 1945, ihre ganze Wortgewalt und die Macht des Geistes entgegensetzten. Das Jahr 2023, das geprägt ist von multiplen Krisen, wachsendem Rechtsradikalismus und dem Angriffskrieg auf die Ukraine, wird uns ihre Werke und deren Aktualität noch näherbringen. Los geht es am Freitag, 8. Dezember 2023 mit dem festlichen Opening in der Stuttgarter Liederhalle. Musik, Tanz, Lesungen und Theater umreißen den geschichtlichen Rahmen von 1933 bis 1945 und stimmen ein auf die folgenden fünf Festival-Tage. Der Abschlussabend des Festivals gehört dann den Zeitzeugen: Mit einer Lesung von Holocaust-Überlebenden aus einer Zeit, die für unsere Generation kaum mehr vorstellbar ist, setzt er ein denkbar starkes Zeichen für Lebensmut und Hoffnung.
Künstlerischer Leiter des Festivals ist Joachim A. Lang, langjähriger Intendant des Brechtfestivals Augsburg und renommierter Filmregisseur (George, Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm, und in Vorbereitung: Führer und Verführer, John Cranko). Die Idee und Konzeption stammen von Uta Kutter, Annikke Fuchs-Tennigkeit und Joachim A. Lang.
Das SPOKEN ARTS FESTIVAL ist eine Veranstaltung der Akademie für gesprochenes Wort, Stuttgart. Locations: Theaterhaus Stuttgart, Liederhalle, Im Wizemann, Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Stadtarchiv Stuttgart u.a.


Alle Informationen und das Programm:
www.spoken-arts-festival.de