„Gerbersauer Lesesommer“

Zwischen 1. Juli und 4. August wird wieder der „Gerbersauer Lesesommer“ stattfinden, bei dem aus Hermann Hesses Werk gelesen wird. Sechs musikalisch umrahmte Lesungen und einen Literarischen Spaziergang wird es dabei geben.
Im Mittelpunkt stehen Hermann Hesses Erzählungen, die in einem Städtchen namens „Gerbersau“ spielen, als dessen Vorlage in vielen Details seine Geburts- und Heimatstadt Calw zu erkennen ist.

Hermann Hesse, Foto Martin Hesse © Martin Hesse Erben

Gleich am 1. Juli ist bei einem Literarischen Spaziergang sogar ein historisch verbürgtes Ereignis Thema, das Hesse am 1. Juli 1895 selbst in Calw erlebt hat, als ein Zyklon in der Stadt große Verwüstungen anstellte.
Bei einer ganzen Reihe von Erzählungen ist als Schauplatz die Calwer Bischofstraße zu erkennen, in der Hesse etliche Jugendjahre im Haus des Calwer Verlagsvereins verbracht hat, in dem sein Großvater und Vater als Verleger arbeiteten. Diese Erzählungen werden am 28. Juli im Sparkassenhaus gelesen werden.

Historische Aufnahme der Stadt Calw: Die Bischofstraße vor 100 Jahren

Autobiografisch inspiriert sind auch die Erzählungen, die auf Erlebnissen aufbauen, die Hesse 1894/95 bei seinem Mechanikerpraktikum in der Werkstatt Heinrich Perrots gewonnen hat. Etliche davon werden am 14. Juli in der ehemaligen Produktionsstätte der Turmuhrenfabrik Perrot in Calw-Heumaden Thema sein.
Wo Hermann Hesse den Stoff für die Liebesgeschichte „Der Lateinschüler“ gefunden hat, die am 21. Juli im Saal im Landratsamt gelesen wird, ist dagegen nicht bekannt. Aber die Calwer Altstadt mit Lateinschule, Marktplatz, Ledergasse usw. ist darin deutlich als mit viel Lokalkolorit geschilderter Schauplatz zu erkennen.
Ungefähr 30 „Gerbersauer Erzählungen“ hat Hesse geschrieben. Da bleibt es bei 19 „Gerbersauer Lesesommern“ natürlich nicht aus, dass alle einmal gelesen sind. Aus diesem Grund macht der Lesesommer in diesem Jahr auch einen Ausflug in einen anderen Bereich von Hesses Werk:
Sein Roman „Narziß und Goldmund“ hat Schauplätze, bei denen er wohl Kloster Maulbronn, die Bischofsstadt Würzburg und die Landschaft dazwischen vor Augen hatte. Goldmunds spannender Weg zwischen diesen Orten wird den Lesestoff liefern für drei Lesungen, die an besonderen Orten stattfinden werden: am 2. Juli in Kloster Hirsau, am 7. Juli in Burg Zavelstein und am 4. August in der Calwer Stadtkirche.

Programmflyer, Karten und Abos sind bei der Touristinformation Calw am Marktplatz 7, Tel. 07051-167-399, erhältlich. Weitere Infos finden Sie hier. Karten sind auch über www.reservix.de buchbar.

Schwanensee modern

Diesen Juli wird im Forum am Schlosspark Frankreichs bedeutendste zeitgenössische Kompanie in einer vollkommen neuen Interpretation des bekannten Balletts »Schwanensee« zu sehen sein.

Le Lac des Cygnes, Preljocaj Kompanie © Jean-Claude Carbonne
Lucile Boulay, Celian Bruni © Jean-Claude Carbonne

In Angelin Preljocajs Neuerzählung des alten russischen Ballett-Klassikers ist der Prinz nicht der Erlöser der zum Schwan verzauberte Jungfrau, sondern ein Industriellensohn, der den mafiösen Kapitalismus seiner Eltern ablehnt.
Preljocaj erweist sich wieder als ein Meister darin, einen Klassiker choreografisch neu und spannend zu inszenieren. Seine 2020 entstandene Fassung beruht auf dem traditionellen Libretto und holt das Ballett samt Tschaikowskijs Partitur radikal in unsere digitalisierte Zeit. Igor Chapurin hat wieder todschicke und ausdrucksstarke Kostüme geschaffen, die Schwanenfarben Schwarz und Weiß beherrschen das Tableau. Auch in Preljocajs Version hat die sanfte Schwanenkönigin ein dunkles Spiegelbild. Videoprojektionen zeigen eine kalte Machtwelt und zerfließen ins Surreale. Dazwischen tanzen die Schwäne in großen Formationen gegen die Zerstörung. Auf den Partys der High Society geht barocke Geometrie in wilden Rave über. Tief blickt der Choreograf in die Psyche des Prinzen, der so hart wie seine Eltern werden soll, zeigt das Leid der Frauen in einer von Männern beherrschten Geschäftswelt. »Schwanensee« wird tänzerisch beeindruckend zum brandaktuellen Gegenwartsdrama.

Le Lac des Cygnes, Preljocaj Kompanie © Jean-Claude Carbonne

Termine:

Sa 15. Juli / 20 Uhr
So 16. Juli / 19 Uhr
im Forum am Schlosspark Ludwigsburg

Karten und weiter Informationen unter forum.ludwigsburg.de.

Aufbruch

Zum Abschluss der diesjährigen Konzertsaison zeigt das Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim drei große Werke, die durch ihre Schöpfer den steten musikalischen Aufbruch in ihrer Zeit beschreiben. Gemeinsam mit Oliverv Schnyder am Klavier und unter musikalischer Leitung von Douglas Bostock möchte das Kammerorchester ein erfüllendes Konzertjahr würdig beschließen

Eröffnet wird der Abend von Felix Mendelssohn Bartholdys farbenreicher Ouvertüre „Die Hebriden“, die die gleichnamigen, rauen und doch auch wieder verwunschenen Inselgruppen vor Schottland klanglich erlebbar macht.
Mit Wolfgang Amadeus Mozarts A-Dur-Klavierkonzert KV 488 folgt nicht nur eines der bekanntesten seiner Klavierkonzerte, sondern auch eines der bezauberndsten! Mit unnachahmlichem Charme und großer lyrischer Kraft, dazu mit einer geradezu überbordenden Wendigkeit in den schnellen Sätzen holt es das Elysium, den Ort der Glückseligkeit, auf die Erde.
Abgeschlossen von Ludwig von Beethovens zweiter Sinfonie, die von Zeitgenossen als „merkwürdiges, kolossales Werk, von einer Tiefe, Kraft und Kunstgelehrsamkeit, wie sehr wenige“ beschrieben wurde, verspricht der Abend ein berührendes musikalisches Erlebnis zu werden.

Programm:

Felix Mendelssohn-Bartholdy – Ouvertüre „Die Hebriden“
Wolfgang Amadeus Mozart – Klavierkonzert A-Dur KV 488
Ludwig van Beethoven – Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36

So, 25. Juni 2023, 19:00 Uhr
CongressCentrum Pforzheim, Großer Saal, Am Waisenhausplatz 5

Tickets und weiter Informationen unter www.swdko-pforzheim.de.

 

Douglas Bostock, Dirigent ©PeterAdamik
Das im Jahr 1950 von Friedrich Tilegant gegründete 
Südwestdeutsches Kammerorchester fand rasch internationale Anerkennung und war bald bei den Festspielen in Salzburg, Luzern und Leipzig und auf weltweiten Konzertreisen mit musikalischen Größen wie Maurice André, Dietrich Fischer-Dieskau und Yehudi Menuhin zu hören. Nach dem allzu frühen Tod des Gründers 1968 wurde das Orchester vor allem durch Paul Angerer, Vladislav Czarnecki, Sebastian Tewinkel und Timo Handschuh geprägt. Seit Beginn der Konzertsaison 2019/20 übernahm der britische Dirigent Douglas Bostock die künstlerische Leitung. Er prägt und entwickelt seither Klang, Stilistik und Programmatik des Ensembles weiter. Zuvor war er von 2001 bis 2019 Chefdirigent des Schweizer Sinfonieorchesters „Argovia Philharmonic“ und arbeitete u.a. mit der Karlsbader Symphoniker, der Tschechischen Kammerphilharmonie, der Münchner Symphoniker und dem Tokyo Kosei Wind Orchestra.

Immer wieder beeindruckt das in seiner Basis mit vierzehn Musikern aus sieben Nationen besetzte Ensemble mit einer außergewöhnlichen Homogenität und Flexibilität des Klangbildes, die auch in größerer Besetzung mit Bläsern und weiteren Streichern aus einem festen Musikerstamm erhalten bleibt.
Auf seinem Erfolgsweg hat das Südwestdeutsche Kammerorchester neben etlichen Rundfunkaufnahmen etwa 300 Schallplatten und CDs eingespielt. Auch heute arbeitet es mit international bekannten Solisten und Partnern wie Nigel Kennedy, Andrea Bocelli, Mischa Maisky, Christian Tetzlaff, Lars Vogt, Giora Feidman, Iris Berben und Senta Berger zusammen und war mit ihnen in ganz Europa (Festival Prager Frühling, Schleswig-Holstein-Musikfestival, Schwetzinger Festspiele, Flandern-Festival, Festival Euro Mediterraneo Rom, OsterKlang Wien), in den USA und Japan zu Gast 

 

Der eingebildete Kranke

Ein ganz besonderes Erlebnis ist in Konstanz das Sommertheater auf dem Münsterplatz – diesen Sommer zeigt das Theater Konstanz „Der eingebildet Kranke“, die Komödie mit erwünschten Nebenwirkungen von Molière, in der Regie von Christina Rast.

Schon seit 17 Jahren gehören das Theater Konstanz und der Münsterplatz als Spielstätte zusammen. Auch wenn er anfangs nicht jährlich bespielt wurde, ist inzwischen Theater auf dem Münsterplatz nicht mehr wegzudenken aus dem Konstanzer Kalender. In den letzten beiden Jahren begeisterte das sommerliche Programm auch deshalb, weil es endlich wieder entspannte und unbeschwerte Theatermomente ermöglichte – so etwa im Sommer 2021 mit der leichtfüßigen Shakespeare-Komödie „Viel Lärm um nichts“, die perfekt zur atmosphärischen Kulisse passte und in die flirrende Welt des sommerlichen Siziliens entführte. Letzten Sommer sorgte die Uraufführung von „Nosferatu“ für genüssliches Schaudern. Beides Mal überzeugten sowohl das Schauspiel-Ensemble als auch die musikalischen Akteure.

Maëlle Giovanetti (Toinette, Argans Dienstmädchen) und Jasper Diedrichsen (Argan, der eingebildet Kranke), nicht im Originalkostüm

Dies wird auch im Sommer 2023 bei „Der eingebildet Kranke“ wieder der Fall sein. Eigentlich fehlt es dem wohlhabenden Herrn Argan an nichts. Doch ständig kreisen seine Gedanken um mögliche Krankheiten – ein gefundenes Fressen für seine Ärzte und Apotheker. Eine Qual für die Menschen in seinem Haushalt. Als auch noch ein Mediziner in die Familie einheiraten soll, um die Arztrechnungen zu sparen, setzen sie sich mit Witz und Raffinesse zur Wehr.

Termine:

 Fr 16.6.2023 // Premiere
18./20./23./24./27./28./29./30.6.
1./4./5./6./8./9./12./13./14./15./18./19./20./22.7.
Vorstellungsbeginn jeweils um 19 Uhr

Kartenverkauf:
Theaterkasse im KulturKiosk, Wessenbergstr. 41, 78462 Konstanz
theaterkasse@konstanz.de
Tel. 07531/ 900 2150

Weitere Informationen unter www.theaterkonstanz.de.

Stimmen-Festival

Zwischen dem 23. Juni und dem 30. Juli 2023 findet das STIMMEN Festival wieder statt. Vier Wochen lang werden alle Musikbegeisterten eingeladen, jede Menge gute Musik an Spielorten mit einzigartigem Ambiente zu genießen. Auch mit dieser Ausgabe bietet das in Lörrach verwurzelte Festival ein breites Spektrum musikalischer Genres. Von der Intimität der Singer-Songwriter über Folk, Indierock und Hip-Hop bis hin zu schmelzendem Pop, Funk und klassischen Konzerten ist alles gegeben.

Zucchero

Dieses Jahr findet das Festival zum 29. Mal statt und wird am 29. Juni im Burghof Lörrach mit einem Konzert des Multi-Instrumentalisten und Singer-Songwriters Jacob Banks eröffnet. Im programmatischen Fokus steht weiterhin die Vielfalt der menschlichen Stimme und auch der Bezug zur reichen Kulturlandschaft der Region soll erhalten bleiben. Dabei wird das Programm 2023 über den klassischen Fokus hinaus erweitert. Am 1. Juli wird das Sinfonieorchester Basel die mehrfach ausgezeichnete junge armenische Sopranistin Juliana Grigoryan und „Rising Star“ Marie-Ange Nguci (Klavier) begleiten. Ausklang findet der Abend im Schlosskeller mit einem Club Epilog. Am Sonntag, 2. Juli stehen mit Bill Evans & The Spykillers!, Wolfgang Haffner und Thomas Quasthoff absolute Hochkaräter der Jazzmusikszene auf der Schlossplatz-Bühne.
STIMMEN wird ebenfalls in diesem Jahr wieder hochkarätige Stimmen der klassischen und alten Musik bei Liederabenden in Lörracher Kirchen und im Burghof präsentieren. In der Ottilienkirche in Lörrach-Tüllingen erwarten Sie Theresa Pilsl & Sarah Christ (Harfe) am 4. Juli und das schweizerisch-französische Mittelalter-Consort Mediva am 11. Juli. Das schwedische Vokalquartett Kraja tritt am 9. Juli in der Ev. Kirche Rötteln auf und das Basler Vokalensemble Voces Suaves besingt „Monteverdis Muse“ am 19. Juli im Burghof Lörrach. Hinzu kommen auch zwei Konzerte im schweizerischen Arlesheim. Die Lörracher Marktplatzwoche findet vom 12. bis 16. Juli mit Zoe Wees, Danger Dan, einem weiteren Überraschungs-Act, Zucchero und Simply Red statt. Die Rosenfelspark-Konzerte finden vom 26. bis 30. Juli statt und bilden erneut den Abschluss des Festivals. Im Line-Up dabei ist auch Lady Blackbird. Sie gehört zum Besten, was die internationale Jazz-Szene derzeit zu bieten hat und sie wird am 30. Juli das STIMMEN-Abschlusskonzert im Rosenfelspark geben.

Zoe Wees
Simply red

 

 

 

 

 

 

 

Die Vielfalt der unterschiedlichen Spielorte, kombiniert mit einem grenzübergreifenden Konzept, bei dem populäre auf experimentelle Musik trifft, machen das STIMMEN-Festival zu einem einmaligen Musikerlebnis. Auch dieses Jahr darf sich das Publikum auf den unverwechselbaren Charakter mit stilistischer Vielseitigkeit, qualitativer Klasse und außergewöhnlichen Spielorten freuen. Ein Highlight, das Sie definitiv nicht verpassen sollten.

Sinfonie Orchester Basel

Tickets finden Sie hier und weitere Informationen zum Programm unter www.stimmen.com.

 

Tanzen trotz Krieg

Die SWR Kultur Doku „Tanzen trotz Krieg“ ist ab 4. Juni 2023 in der ARD Mediathek verfügbar und wird am 4. Juni um 17:30 Uhr im SWR Fernsehen ausgestrahlt. Ab dem 12. Juni ist eine ins Russische übersetzte Fassung auf Youtube abrufbar. Es geht um den tänzerisch hochbegabten Danylo (16) aus der Ukraine, der kurz davor ist durchzustarten, als der russische Angriffskrieg seine Heimat und seinen Zukunftstraum bedroht. Die Mainzer Tanzlehrerin Irina Starostina holt Danylo zu sich und verspricht seinem Vater ihn an die Weltspitze zu führen. Werden sie es beim Wettbewerb im italienischen Spoleto schaffen, den Kriegshorror für einen Moment zu vergessen und seinen Traum von einer Tanzkarriere zu verwirklichen?

Danylo mit Tanzlehrerin Irina Starostina beim Üben an einer Ballettstange; Foto: SWR, Lars Reuther
Danylo in einem Ballettkostüm beim Tanzen; Foto: SWR, Cristiano Castaldi

Irina Starostina, früher selbst Tänzerin in Kiew, erinnert sich: „Danylos Vater hat mich angerufen und gefragt: Kannst du uns retten? Wenn er nicht trainiert, dann war es das. Ich habe keine halbe Sekunde nachgedacht, ob ich ihn nehme. Ohne diese Welt kannst du nicht leben.“ Unter abenteuerlichen Umständen hat sie Danylo vor drei Monaten aus Kiew nach Deutschland gebracht und versucht nun alles, damit sein jahrelanges Training nicht umsonst war. Er wohnt bei ihr in der Tanzschule, damit er die sechs Stunden Training am Tag absolvieren kann. Nur langsam lernt er Deutsch, die gefährliche Flucht aus der Ukraine hat deutliche Spuren hinterlassen. Irina Starostina führt seit vielen Jahren in Mainz eine der wenigen Ballettschulen, die junge Tänzer:innen auf Weltniveau ausbildet. Sie bezeichnet sie als „meine Kinder“ und nimmt mit ihnen an hochkarätigen internationalen Wettbewerben teil. Ihr Netzwerk ist weltumspannend, denn die wenigen „Auserwählten“, zu denen auch sie gehörte, treffen traditionell bei internationalen Wettbewerben aufeinander. Acht Jahre dauert die klassische Tanzausbildung, von den Zehn- bis 18 Jährigen dürfen nur geeignete Schüler:innen bis zu sechs Stunden am Tag bei ihr trainieren. Irina Starostinas besonderes Augenmerk gilt derzeit den jungen Tänzer:innen, die in der Ukraine für eine internationale Ballett Karriere vorgesehen waren und deren Traum nun unter Schutt und Asche droht begraben zu werden. Gleichzeitig ist sie unermüdlich damit beschäftigt, Hilfslieferungen für ihr vom Krieg gebeuteltes Land vom Hof ihrer Tanzschule aus zu organisieren. Jetzt steht aber ers t der große internationale Tanzwettbewerb im italienischen Spoleto an: Dort soll Danylo gewinnen und der Welt zeigen, dass die ukrainische Tanzkunst niemals stirbt.
Wird Danylo es gemeinsam mit Irina schaffen, den Horror des Krieges zu überwinden und seinen Traum von einer Tanzkarriere zu verwirklichen?

Danylo (16), Tanztalent aus der Ukraine; Foto: SWR, Lars Reuther

Ab 4. Juni 2023 in der ARD Mediathek
Ab 12. Juni 2023 ins Russische übersetzte Fassung auf Youtube
Weitere Informationen unter SWR.de.

John Cranko

Im Juni und Juli 2023, fünfzig Jahre nach dessen Tod, feiert das Stuttgarter Ballett seinen Gründer, den Choreographen John Cranko mit mehreren Veranstaltungen und Vorstellungen seiner Werke, Onegin und Der Widerspänstigen Zähmung und außerdem einem gemeinsamen Auftritt der Tänzer:innen der John-Cranko-Schule.

John Cranko, Choreograph

Am Montag, den 26. Juni – dem 50. Jahrestag seines Todes, kommen Crankos ehemalige Erste Solistinnen, seine Choreologin Georgette Tsinguirides und der Bühnen- und Kostümbildner Jürgen Rose zusammmen und werden gemeinsam mit Intendant Tamas Detrich ihre Erinnerung an Cranko und seine Werke teilen.
Am Freitag, den 30. Juni, veranstaltet das Stuttgarter Ballett eine Gala, bei der Ausschnitte aus 14 seiner Werke gezeigt werden. Unter anderem werden auch Aufnahmen seiner letzten Arbeit Spuren zu sehen sein, die nie gänzlich rekonstruiert werden konnte, da sie noch nicht vollständig notiert worden war. Das einzige vorhandene Video ist von schlechter Qualität, zeigt aber genug, um den letzten Pas de trois und das Ende des Stücks zu rekonstruieren. Tamas Detrich, Tänzerin Marcia Haydée, Bühnenbildner Jürgen Rose und Reid Anderson, der im Corps de ballet der Uraufführung tanzte, werden gemeinsam an der Rekonstruktion arbeiten. Nicht zuletzt werden auch Schüler:innen der John-Cranko-Schule auftreten.

Die alljährlichen Ballettwochen, die vom 13. bis 26. Juni stattfinden, werden mit der Premiere des Ballettabends Remember Me eröffnet. Außerdem werden auch Crankos Der Widerspänstigen Zähmung und Onegin gezeigt und bei ihrer jährlichen Matinee im Opernhaus werden alle Klassen der John-Cranko-Schule die Möglichkeit haben, auf der großen Bühne zu glänzen.

John Cranko, li. Alan Beale, Egon Madsen; re. Richard Cragun, Anne Wolliams, Marcia Haydée

Termine:

Ballettgespräch zum 50. Todestag John Crankos
Mo 26. Juni 19:00 – 20:30

Ballettgala zu Ehren John Crankos
Fr 30. Juni 19:00

Remember Me
Ballettabend von Cranko/MacMillan
13. (PREMIERE) 14. / 19. / 20. / 25. / 26. Juli 19:00

Der Widerspänstigen Zähmung
Ballett von John Cranko nach William Shakespeare
15. / 16. / 18. Juli 19:00

Onegin
Ballett von John Cranko nach Alexander Puschkin
21. / 22. Juli (Ballett im Park) 19:00
23. / 24. Juli 19:00

Ballett-Matinee der John Cranko Schule
16. Juli  11:00 – 13:00
23. Juli (Ballett im Park) 11:00 – 13:00

Karten und weitere Informationen finden Sie unter www.stuttgarter-ballett.de.

1,5 Grad. Verflechtungen
von Leben, Kosmos, Technik

Die Klimakrise nimmt auf alle Lebensbereiche Einfluss! Die Kunsthalle
Mannheim untersucht mit der Ausstellung „1,5 Grad. Verflechtungen von
Leben, Kosmos, Technik“ das Zusammenwirken von Mensch und Natur im
globalen Kontext. Mehr als 200 Werke, darunter zahlreiche internationale
Leihgaben, Sammlungsobjekte und eigens für die Ausstellung produzierte
Kunstwerke, werfen den Blick von den kleinsten Bewohnern der Erde bis zu
den größtmöglichen Zusammenhängen: den Kosmos der Sterne.

Eugen Bracht, Hoeschstahlwerk, Dortmund, Mittagspause, 1906, Öl auf Leinwand, Kunsthalle Mannheim

Im Dezember 2015 einigten sich 197 Staaten auf der UN-Klimakonferenz in
Paris, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen – ein hehres Ziel, das nach heutigem Stand keines der großen Industrieländer erreichen wird. Wie können wir die Erderwärmung aufhalten, wenn wir von Formen der Energiegewinnung abhängig sind, die diesem Vorhaben entgegenstehen? Sind die Methoden, mit denen wir uns die Welt seit Anbeginn der Industrialisierung zu eigen machen, noch legitim? Dies sind Fragen, mit denen sich die Ausstellung beschäftigt.
„1,5 Grad“ ist in mehrere Fragmente aufgeteilt, die sich auf alle Ebenen des Museumskomplexes der Kunsthalle Mannheim erstrecken. Einzelne Kapitel von „1,5 Grad“ beschäftigen sich unter anderem mit künstlerischen Formen von Aktivismus, der Bedeutung von Tier-Mensch-Beziehungen oder der Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Technologie. Künstler*innen wie Ernesto Neto, melanie bonajo, Marianna Simnett, Laure Prouvost, Tita Salina oder Trevor Paglen weisen dabei einerseits auf drohende ökologische Gefahren hin und betonen andererseits das Hoffnung spendende Potenzial von Kreativität und Innovation.
Die künstlerischen Positionen geben Impulse, um uns und unsere Stellung im Verbund mit Umwelt, Ressourcen und Politik neu zu betrachten. Ausgehend von einer kritischen Auseinandersetzung mit dem, was war und ist, regt die Ausstellung dazu an, das, was kommt, ökologisch bewusster, innovativer und kreativer zu gestalten. Ergänzend eröffnet am 11.05.23 im Jugendstilbau die Grafikausstellung „Das Insekt“, die sich der zeichnerischen Darstellung der Kleinstlebewesen in der Wissenschaft und Kunst widmet.

Margaret & Christine Wertheim, Baden-Baden Satellite Reef aus dem Crochet Coral Reef Projekt, 2021/22; Foto: Nickolay Kazakov, Museum Frieder Burda, Baden-Baden

Die Ausstellung „1,5 Grad“ wird von einem partizipativen Rahmenprogramm begleitet, das Besucher*innen im „Grünen Zimmer“ dazu einlädt, über die sozialen, ökonomischen und kulturellen Zusammenhänge der Klimakrise nachzudenken und zu diskutieren. Das „Grüne Zimmer“ will die globalen und lokalen Zusammenhänge ökologischer Eigenverantwortung zur Sprache bringen und lokale Akteur*innen miteinander vernetzen.
Als Partner der Bundegartenschau Mannheim 2023 bewegt sich die
Kunsthalle Mannheim mit „1,5 Grad“ räumlich über die Museumsgrenzen
hinaus: Die Künstler Olaf Holzapfel und Fabian Knecht realisieren im
Rahmen der Ausstellung auf dem Gelände der Bundesgartenschau
begehbare und ortsspezifische Installationen. Sie sind eine Ko-Produktion
der Kunsthalle Mannheim und der BUGA 23. Das Publikum ist zu sozialer
Teilhabe eingeladen und soll dazu angeregt werden, kritisch zu
überdenken, wie sich der Mensch zu der ihn umgebenden Natur ins
Verhältnis setzt.

Marianna Simnett, Covering (bloodstock), 2020, Lenktikularanimation, Foto: Henning Krause, Courtesy Marianna Simnett, Société, Berlin © Marianna Simnett
Otobong Nkanga, Unearthed – Twilight, 2021, Tapisserie, Foto: Markus Tretter, Courtesy Otobong Nkanga © Otobong Nkanga, Kunsthaus Bregenz

Karten und weitere Informationen unter www.kuma.art.
Kunsthalle Mannheim
Friedrichsplatz 4
Tel.: +49 (0) 621 293-6423 (Mo-Fr 9-12 Uhr)
Mail: info@kuma.art

Musikfest Stuttgart

Vom 16. Juni bis 2. Juli 2023. findet das diesjährige Musikfest der Bachakademie unter dem Motto #natürlich statt.

Gemeinsam mit vielen Institutionen der Stadt veranstaltet sie ein sommerliches Fest der Musik. Zu erleben sind Angebote für die ganze Familie, kostenlose Konzerte im Grünen, Podiumsgespräche, Kunstführungen oder ein ganzer Tag mit Musik von Johann Sebastian Bach. In den Musikfest-Reihen »Sichten auf Bach« und »Stimme pur« treten international renommierte Künstler und Ensembles auf wie Jean Rondeau und Masaaki Suzuki, der Thomanerchor Leipzig, die Tallis Scholars und die Gaechinger Cantorey. Karten für 21 Konzerte und den Festvortrag mit Harald Welzer sind beim Easy Ticket Service und an den Tageskassen erhältlich sowie während des Festivals im Café Zuckerei im Hospitalviertel.

 

Eröffnugskonzert: Die Schöpfung – Erde an Zukunft © Holger Schneider

 

Karten und weiter Informationen unter www.musikfest.de.
Tel. 0711 / 619 21 61
Vorverkaufsstellen in Stuttgart und der Region sowie Tages- und Abendkasse bei allen Veranstaltungen.
Für die Konzerte im Grünen und die Musikfest-Cafés ist der Eintritt frei.

 

Istanbul

Foto: Martin Sigmund

In Szenen auf Deutsch und Songs auf Türkisch erzählt der Theaterabend »Istanbul« am Alten Schauspielhaus in Stuttgart die Geschichte der Gastarbeiter*innen einmal andersherum und stellt dabei die spannende Frage:  Was wäre, wenn das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg nicht in Deutschland, sondern in der Türkei stattgefunden hätte? Wenn deutsche Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter geholfen hätten, die Türkei wieder aufzubauen – und nicht umgekehrt? Wie wären sie dort wohl aufgenommen worden, wie hätten sie sich gefühlt?
Im Mittelpunkt der Handlung steht Klaus Gruber, der sich im Zuge eines türkischen Anwerbeabkommen als Gastarbeiter von Stuttgart auf den Weg nach Istanbul macht. Er ist auf der Suche nach bescheidenem Wohlstand und einer Zukunftsperspektive. Seine Familie bleibt vorerst am Neckar zurück, folgt ihm aber bald nach. Doch das Ankommen in der Fremde ist gar nicht so einfach, und selbst nachdem die Familie sich in der pulsierenden Metropole eingelebt hat: ein Rest Sehnsucht nach Stuttgart bleibt immer …

Klaus, der Wanderer zwischen den Welten, wird gespielt von Publikumsliebling Reinhold Weiser. Mit ihm steht ein zweisprachiges, türkisch-deutsches Ensemble auf der Bühne – und eine kraftvolle Live-Band! Regie führt Murat Yeginer: gebürtiger Türke aus Hamburg Schauspieler und Regisseur. Er inszeniert erstmals an den Schauspielbühnen in Stuttgart.  Die  tragikomische Geschichte von der Suche nach Glück, Liebe und Heimat wurde kreiert von Musiker Torsten Kindermann und Autor Akın Emanuel Şipal, begleitet wird die Handlung von den wunderbaren Songs von Sezen Aksu, der Königin des türkischen Pop.

Laufzeit: 09. Juni – 15. Juli 2023
Karten und weitere Info: https://schauspielbuehnen.de/

Der Autor des Stücks Akın Emanuel Şipal wurde 1991 in Essen geboren, studierte Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Für sein erstes Theaterstück Vor Wien gewann er den bundesweiten Wettbewerb »In Zukunft« 2012, für Santa Monica erhielt er den Förderpreis Literatur der Kulturbehörde Hamburg. Şipal ist als Drehbuchautor an diversen Kurz- und Langfilmen beteiligt, die auf Festivals wie Festival des Films du Monde de Montréal (Prix du Jury für The Bicycle), Shanghai International Film Festival oder Cairo International Film Festival zu sehen sind. In der Spielzeit 2016/17 war Şipal Hausautor am Nationaltheater Mannheim. Von 2017-2019 war er Hausautor am Theater Bremen.(Quelle:Suhrkamp Verlag)

Zum Stück  gibt es ein interessantes Rahmenprogramm: In Publikumsgesprächen kommen prominente Gäste wie Edzard Reuter und Muhterem Aras zu Wort, im Delphi-Kino sind interessante Dokumentarfilme zu sehen.

11.6., 20 Uhr: „Deutschlandlieder“ – Film von Mustafa Dok und Nedim Bora Hazar im DELPHI Arthaus Kino
14.6., 18:30 Uhr: „Ask, Mark ve Ölüm – Liebe, D-Mark und Tod“ – Film von Cem Kaya im DELPHI Arthaus Kino
16.6., nach der 20 Uhr Vorstellung: Publikumsgespräch mit Muhterem Aras
22.6., nach der 20 Uhr Vorstellung: Publikumsgespräch mit Dr. Wolfgang Schuster
8.7., nach der 16 Uhr Vorstellung: Publikumsgespräch mit Edzard Reuter
8.7., nach der 20 Uhr Vorstellung: Publikumsgespräch mit Murat Yeginer
10.7., nach der 19 Uhr Vorstellung: Publikumsgespräch & Versteigerung mit Ergun Can
12.7., nach der 20 Uhr Vorstellung: Publikumsgespräch mit Sibel Yüksel & Ayse Özbabacan

İSTANBUL
SEZEN AKSU’NUN MÜZIKLERIYLE BIR TIYATRO OYUNU
“İstanbul” adlı Almanca tiyatro oyunu, merkezine Türk Pop Divası Sezen Aksu’nun muhteşem şarkılarını alarak, mutluluk, aşk ve vatan arayışının trajikomik öyküsünü anlatıyor.
İkinci Dünya Savaşı’ndan sonraki ekonomik mucize Almanya’da değil de Türkiye’de gerçekleşseydi ne olurdu? Alman misafir işçiler Türkiye’nin yeniden inşasına yardım etseydi? Orada nasıl karşılanırlardı, kendilerini nasıl hissederlerdi? Bu heyecan verici zihinsel oyun, gösterimizin temelini oluşturuyor.
İşgücü Anlaşması sırasında Klaus Gruber Stuttgart’tan İstanbul’a doğru yola çıkar. Mütevazı bir refah ve gelecek için umut peşindedir. Ailesi şimdilik Neckar’dadır, ancak kısa süre sonra peşinden gelirler. Yabancı bir ülkeye varmak o kadar kolay değildir ve aile hareketli metropole yerleştikten sonra bile Stuttgart’a duydukları özlem baki kalır …
İki Dünya arasında gezinen Klaus, seyircinin favorisi Reinhold Weiser tarafından canlandırılıyor. Ona sahnede iki dilli Türkçe-Almanca bir topluluk ve güçlü bir canlı müzik grubu eşlik ediyor!
Yönetmen ve oyuncu Murat Yeğiner, Türkiye kökenli bir Hamburglu. Kendisini Stuttgart Türk-Alman Forumu ile iş birliği içinde gerçekleştirdiğimiz bu oyunda tiyatrolarımızda ilk kez yönetmen olarak ağırlıyoruz.