Bach im XXL Format

60 Kantaten, 23 Konzerte, 12 Spielstätten in der Region: Zum 300-jährigen Jubiläum wird Hans-Christoph Rademann für „Vision.Bach – Mit Bach das Leben begreifen“ mit der Gaechinger Cantorey den kompletten ersten Leipziger Kantatenjahrgang von 1723/24 zur Aufführung bringen.

Bereits die Umrisse des jüngsten Projekts der Internationalen Bachakademie klingen gewaltig: Alle 60 Kantaten, die Johann Sebastian Bach in seinem ersten Jahr als Thomaskantor in Leipzig geschrieben hat, wird Hans-Christoph Rademann mit der Gaechinger Cantorey sowie einem Dutzend handverlesener Solistinnen und Solisten zur Aufführung bringen – (mehr oder weniger) in der Reihenfolge ihres Entstehens.
Bis zu seinem Tod hat Bach daran festgehalten, Gottesdienste mit zumeist komplett neuen Kantaten einzurahmen, in den ersten Leipziger Jahren wohl tatsächlich Sonntag für Sonntag.
Somit gibt die Bachakademie allen Interessierten die Gelegenheit, diesen ersten Kantatenjahrgang Bachs genau 300 Jahre nach seiner Entstehung noch einmal als lebendige Musik zu erleben. Neben Kirchen in Stuttgart werden auch die Stiftskirchen in Tübingen und Herrenberg bespielt, dazu die Stadtkirche Schorndorf. Aber auch die Liederhalle oder der Festsaal am Esslinger Blarerplatz gehören zu den Schauplätzen des Bach-XXL-Projekts, das im Rahmen der Bachwoche Ansbach auch im Heilbronner Münster Station machen wird.
Jedes der 23 Konzerte ist überschrieben mit einem Zitat aus einem der jeweiligen Kantatentexte, die man jenseits des theologischen Gehalts darauf befragen möchte, was sie uns heute zu sagen haben. Daher ist zu jedem Termin eine Person der öffentlichen Lebens eingeladen um in Gespräch-  oder Vortragsform auf das Motto Bezug zu nehmen – von Landtagspräsidentin Muhterem Aras bis hin zu einem „Praktizierenden“ Schäfer.
Auftakt unter dem Titel „Vom Licht der Vernunft“ ist am 14. Mai mit den Kantaten BWV 75 und BWV 76 („Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“) sowie dem noch für die Köthener Hofkapelle entstandenen Brandenburgischen Konzert Nr. 5 (BWV 1050) im Beethoven-Saal der Stuttgarter Liederhalle, wo am 31. Mai 2024 mit „Erschallet, ihr Lieder!“ auch das Finale erklingt: „Wer mich liebet, der wird mein Wort halten“ (BWV 59), „Erschallet, ihr Lieder“ (BWV 172), „Erhöhtes Fleisch und Blut“ (BWV 173), „Er-wünschtes Freudenlicht“ (BWV 184) und „O heilges Geistund Wasserbad“ (BWV 165).
Die Herausforderung für alle Beteiligten ist nicht zu unterschätzen: Rademann spricht von einem „Experiment“ und hat sich für die Dauer des Projekts von seinem Lehrauftrag freistellen lassen. Einspielungen aller Konzerte werden sukzessive in einer Reihe von zehn Doppel-CDs beim Label Hänssler Classic erscheinen.

Termine:

So 14.05.2023 – Vom Licht der Vernunft – Kantaten BWV 75, 76
Sa 24.06.2023 – Den Nächsten nicht vergessen – Kantaten BWV 21, 24, 185, 167, 147
Sa 08.07.2023 – Die Welt als große Wüstenei – Kantaten BWV 186, 136
Fr 21.07.2023 – Dem Vater die Rechnung übergeben – Kantaten BWV 105, 46, 76
Di 01.08.2023 – Macht dies wohl einen Christen aus? – Kantaten BWV 179, 199, 105
Sa 09.09.2023 – Die Zehn Gebote – Kantaten BWV 69a, 77
Sa 16.09.2023 – Die Obrigkeit ist Gottes Gabe – Kantaten BWV 25, 119
Sa 07.10.2023 – Armut tötet – Kantaten BWV 138, 95, 48
Sa 14.10.2023 – Himmelsglanz und Höllenflammen – Kantaten BWV 162, 109, 89
Sa 18.11.2023 – Vergehe, Welt, mit deiner Pracht – Kantaten BWV 163, 194
Sa 25.11.2023 – Der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach – Kantaten BWV 60, 90, 70
So 17.12.2023 – Er stürzt die Mächtigen vom Thron – Kantaten BWV 61, 63, Magnificat BWV 243a
Fr 29.12.2023 – Sehet, welch eine Liebe – Kantaten BWV 40, 64
Sa 06.01.2024 – Stürmt, ihr Trübsalswetter – Kantaten BWV 190, 153, 65
Sa 13.01.2024 – Die Stimme meines Freundes – Kantaten BWV 154, 155
Sa 20.01.2024 – Vom Sterben in Frieden – Kantaten BWV 73, 81, 83
Sa 17.02.2024 – Ein andrer sorgt nur für den Bauch – Kantaten BWV 144, 181, 18
Sa 24.02.2024 – Meine Seel’ auf Rosen geht – Kantate BWV 182
Sa 06.04.2024 – Der Himmel lacht! – Kantaten BWV 4, 31, 66
Sa 13.04.2024 – Der Liebe Kraft – Kantaten BWV 134, 67
Sa 27.04.2024 – Was nützen meine Sorgen? – Kantaten BWV 104, 12, 166
So 12.05.2024 – Zum Himmel wandern – Kantaten BWV 86, 37, 44
Fr 31.05.2024 – Erschallet, ihr Lieder! – Kantaten BWV59, 172, 173, 184, 165

Karten und weitere Informationen unter www.bachakademie.de.

The „Voice“ in Stuttgart

Nachkritik
Jonas Kaufmann – The Voice – der Tenor der Stunde – begehrt und umjubelt auf allen wichtigen Konzert- du Opernbühnen der Welt, von der Met, über die Scala bis nach Salzburg.
Der Tenor, bekannt für sein warmes dunkles Timbre mit gleichzeitiger müheloser Höhe, verfügt noch dazu neben seinem stimmlichen Können über eine charismatische und mitreißende Bühnenpräsenz. Im Rahmen seiner Tournee mit Arien von Verdi und aus dem Verismo gastierte Jonas Kaufmann am 18. Mai auch in der Stuttgarter Liederhalle. Im ersten Teil widmete sich Kaufmann den großen Tenorarien von Verdi und begann mit der Arie „Celeste Aida“ des Radames aus „Aida“ und endete vor der Pause mit dem dramatischen Othello-Monolog.
In Stuttgart konnte man einen gereiften Kaufmann erleben, einer der sein Instrument perfekt beherrscht und weiß ökonomisch mit seiner Stimme umzugehen. Keine Frage. Kaufmann ist der Meister der feinen Töne, bei ihm gibt es kein polterndes zur Schau stellen der eigenen Stimme – sein Credo lautet vielmehr den Rollen und Arien und ihrer Agogik mit allen Zwischentönen – von Piano bis Fortissimo optimal gerecht zu werden. Sein subtiler und feinsinniger Umgang mit den Verdi-Arien im ersten Teil bewegte, gleichzeitig hätte man sich an manchen Stellen mehr stimmliche Kraft gewünscht. Erste Anzeichen eine gewissen Ermüdung? Man kann nur vermuten, geholfen hatte es ihm jedenfalls, dass es im ersten Teil des Konzerts jeweils längere orchestrale Zwischenspiele zwischen den Arien gab, die offenbar bewusst gewählt wurden, um Kaufmann größere Pausen zu gönnen. Mit der Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Jochen Rieder hatte Kaufmann einen zuverlässigen Klangkörper an seiner Seite, obgleich man sich vom Orchester vor allem im ersten Teil des Konzerts etwas weniger Lautstärke gewünscht hätte. Das Klangverhältnis war nicht immer ausgewogen. Dies mag auch an der großen Besetzung gelegen haben und auch an den akustischen Tücken des Beethovensaals. An der Spitze ist es bekanntermaßen einsam… zweifellos gehört Jonas Kaufmann nach wie vor zu ersten Riege der Tenöre weltweit, aber die Strahlkraft seiner Stimme ist nicht mehr ganz so durchgängig und selbstverständlich wie früher präsent, einer der Gründe dafür mag sicher auch darin liegen, dass er mittlerweile zu den „Viel-Sängern“ gehört, die weltweit von Konzert zu Konzert und von Opernrolle zu Opernrolle eilen, ein kräftezehrender Marathon, der seinen Tribut fordert. Im zweiten Teil des Abends begeisterte Kaufmann nach der Pause aber dann doch mit Arien des italienischen Verismo wie mit Leoncavallos berühmten „Bajazzo“-Arie. Nach der Pause klang die Stimme insgesamt ausgewogener, voller und runder und die hohen Töne fast immer makellos und im emotionsgeladenen Fluss der Arien. Ob Federico aus Francesco Cileas „L’Arlesiana“ oder die bewegende Arie Turridu aus Mascagnis „Cavalleria rusticana“ hier zeigte Kaufmann sein ganzes sängerisches Repertoire von lyrischen feinen Linien, über dramatisch-affektgeladenen Passagen bis hin zu den berühmt-berüchtigten hohen G- und C-Stellen. Der zweite Teil zeigte jenen Jonas Kauffmann für den die Klassikwelt und seine Fangemeinde ihn lieben und verehren. Das sichtlich gerührte Publikum belohnte seine Leistung mit jeder Menge Bravo-Rufen, Standing Ovations und er dankte zurück  mit insgesamt fünf Zugaben, darunter „Tenor-Hits“ wie „Mattinata“, „Come un bel di maggio“, „Ombra di nube“ und „Non ti scodar di me“…

Ein Beitrag von Claudia Fenkart

Gregor Hohenberg / Sony Classical
Konzertankündigung
Seit seinem Debüt an der Metropolitan Opera New York im Jahr 2006 zählt der Tenor Jonas Kaufmann zu den führenden Klassik-Solisten weltweit und verkörpert den Inbegriff des Opernstars im 21. Jahrhundert. Publikum und Presse beeindruckt er nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch durch die Intensität seines Bühnenspiels und enormen Ausdrucksstärke. Dabei beherrscht Kaufmann die gesamte Bandbreite des Tenor-Repertoires und legt großen Wert auf Vielseitigkeit und Flexibilität. Ob Oratorien, Operetten, italienische Schlager oder Wiener Lieder – Kaufmann begeistert und überrascht immer wieder mit seinem vielseitigen Repertoire. Für seine Leistungen wurde er mehrfach ausgezeichnet, darunter als Bayerischer Kammersänger und mit dem Bundesverdienstkreuz. Als Botschafter der Vereinten Nationen setzt er sich für ein besseres Miteinander und eine nachhaltige Zukunft ein. Durch seine Kunst möchte Kaufmann eine Brücke schlagen und das Bewusstsein für unsere gemeinsame Kultur und Verantwortung fördern – für eine bessere Welt. In Stuttgart wird Jonas Kaufmann nun seine persönlichen Lieblingsarien der italienischen Oper, darunter berühmte Arien von Verdi, Puccini, Mascagni und Leoncavallo. Begleitet wird er von Deutschen Staatsphilharmonie unter der Leitung von Jochen Rieder.
Veranstalter: Stuttgart Konzert
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LIT:potsdam 2023

Der neue künstlerische Leiter des Festivals LIT:potsdam heißt Denis Scheck. Der Moderator der TV-Sendungen „Druckfrisch“ in der ARD und „Lesenswert“ im SWR moderierte beim Festival LIT:potsdam bereits mehrere Festveranstaltungen. Als Motto für seine erste Festivalsaison wählte er „Wenn das vorbei ist/ This too shall pass“ gewählt. „Der Spruch, der zum ersten Mal in den Schriften persischer Sufi-Poeten auftaucht, spiegelt das Vergängliche, Transitorische der menschlichen Existenz“, so Scheck. „Was bleibt? Was kann gerettet werden? Was wünschen wir uns? Und implizit steckt darin die Frage, wie Krisen und Katastrophen mit Mitteln der Kunst, der Literatur aufgearbeitet werden können. Wie bezieht Literatur Stellung zum Ende einer Ära und zum Beginn einer neuen? Kann sie der Vergänglichkeit Paroli bieten, Hoffnung und Sehnsüchte für die Zeit danach formulieren?“

Denis Scheck © SWR2

Auftritte preisgekrönter Autorinnen und Autoren
Zum Festival LIT:potsdam 2023 (27.06.-02.07.) wird ein illustrer Kreis namhafter Gäste erwartet: Die Eröffnung am 27. Juni bestreitet Peter Wohlleben mit seinem neuen Buch „Waldwissen. Vom Wald her die Welt verstehen“. Der Förster und Autor, dessen Werk „Das geheime Leben der Bäume“ weltweit für Furore sorgte, nimmt Tiere, aber auch Bäume als beseelte Lebewesen wahr. In den Tagen darauf stellen unter anderem Arno Geiger, Dörte Hansenund Mariana Leky ihre viel beachteten neuen Romane vor. Auch der Deutsche Sachbuchpreisträger 2022 Stephan Malinowski kommt nach Potsdam mit „Die Hohenzollern und die Nazis“, der kritischen Aufarbeitung einer komplexen und heiklen Beziehung. Nicht nur Fantasy-Fans wird Andreas Fröhlich begeistern, der einem großen Publikum durch seine Rolle des Bob Andrews in der Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“ bekannt wurde. In Potsdam erkundet er J.R.R. Tolkiens „Mittelerde“ und liest als deutsche Synchronstimme Gollums aus Tolkiens Werken. Zum Abschluss, am 2. Juli, ist Kim de l’Horizon zu Gast, 2022 mit dem Deutschen Buchpreis geehrt. Emphatisch setzt sich Kim de l’Horizon dafür ein, nichtbinäre, genderfluide Lebensentwürfe sichtbar zu machen und eine Sprache für diverse Identitäten zu finden. Darüber hinaus steht eine Premiere auf dem Programm: Joachim Meyerhoff, einer der profiliertesten Schauspieler in Deutschland und zugleich begnadeter Autor, wird aus neuen, noch unveröffentlichten Texten lesen.

Weitere Info: www.litpotsdam.de

Herzlichen Glückwunsch Dinçer Güçyeter!

Dinçer Güçyeter, Foto: Palagrafie / Metehan Pala

Für den Preis der Leipziger Buchmesse wurden 465 Werke eingereicht. Drei Autor:innen erhielten am Donnerstag in der Glashalle vor einem großen Auditorium die Auszeichnung der Jury: Dinçer Güçyeter in der Kategorie Belletristik für sein Familienporträt „Unser Deutschlandmärchen“.

Wir hatten den Autor bereits im letzten Sommer in unserem Porträt mehr / nicht weniger als diese Gedichte  vorgestellt. Link zum Beitrag hier klicken. Die Begründung der Jury: Traditionell wie innovativ queer erzählt, reißt einen diese Einwanderergeschichte mit ihrer Emotionalität und großen politischen Bedeutung von Anfang an mit. Der Roman blickt auf deutsche und europäische Verhältnisse, lässt die Worte zum Himmel fliegen, spart aber gleichzeitig die Demütigungen am Boden nicht aus. Dinçer Güçyeter fängt Geschichten mit einem Netz ein, das feiner gewebt ist als ein Schmetterlingskescher, kann schmerzliche Momente in komische verwandeln und hat uns mit „Unser Deutschlandmärchen“ einen mehrstimmigen Roman geschenkt, dessen poetischer Chor noch weiterklingen wird. Diesen Sätzen können wir uns nur anschließen!

Dinçer Güçyeter ist Theatermacher, Lyriker, Herausgeber und Verleger. 2012 gründete er den Elif Verlag mit dem Programmschwerpunkt Lyrik und finanziert diesen bis heute als Gabelstaplerfahrer in Teilzeit. 2017 erschienen in seinem eigenen Elif Verlag „Aus Glut geschnitzt“ und 2021 „Mein Prinz, ich bin das Ghetto“. 2022 wurde Güçyeter mit dem Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet.

Weitere Preisträger*innen der Leipziger Buchmesse sind: Regina Scheer in der Kategorie Sachbuch/Essayistik für ihre Biographik „Bittere Brunnen. Hertha Gordon-Walcher und der Traum von der Revolution“ und Johanna Schwering in der Kategorie Übersetzung für ihre Übersetzung des Buches „Die Cousinen“ der argentinischen Schriftstellerin Aurora Venturini.

Mehr zur Leipziger Buchmesse 
www.leipziger-buchmesse.de
www.preis-der-leipziger-buchmesse.de
https://blog.leipziger-buchmesse.de/

Porsche Awards 2023

Am 20. April 2023 wurden an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg zum 19. Mal die PORSCHE AWARDS vergeben. Im Rahmen einer festlichen Preisverleihung im Albrecht Ade Studio gingen insgesamt drei Auszeichnungen in drei Kategorien an den internationalen Filmnachwuchs. Unter den Gewinnern befindet sich auch ein Team von Alumni der FABW. Zudem sprach die Jury zwei lobende Erwähnungen für studentische Produktionen der Filmakademie aus.

Sire: MOBILE ESCALATION; Netherlands Film Academy, Regie: Wietger Mosch, Stan Egberts

In der Kategorie Short Advertising Content setzte sich der Beitrag „Sire: MOBILE ESCALATION“ (Regie: Wietger Mosch, Stan Egberts) von der Netherlands Film Academy durch, der die Faszination von Büchern und die Freude am Lesen trotz der Konkurrenz durch Smartphones feiert. Neben dem wichtigen Thema befand die Jury den Spot für besonders überraschend und visuell herausragend.

Adventure 001: FALCONRY EXPERIENCE, National Film and Television School, Regie: Max Bach

In der Kategorie Long Advertising Content freute sich das Team von „Adventure 001: FALCONRY EXPERIENCE“ von der National Film and Television School in England über die begehrte Trophäe, die Regisseur Max Bach entgegennahm. Der Spot wirbt für eine Online-Plattform, die verschiedene Abenteuer-Erlebnisse und -Kurse anbietet.
Hier zeigte sich die Jury begeistert von der typisch britischen Machart des Films, der durch einen hohen Unterhaltungswert, leise Komik, Charme und eine entspannte Atmosphäre überzeugt.

Child Marriage in Latin America: MOTOCICLISTA, Produktion: Sterntag Film, Metropolis Films, Regie: Eugen Merher

In der dritten Kategorie Driven by Dreams wurde ein Spot zum Sieger gekürt, der perfekt zur Philosophie dieses Wettbewerbs passt. In dem deutschen Beitrag „Child Marriage in Latin America (Awareness Spot): MOTOCICLISTA“ (Produktion: Sterntag Film, Metropolis Films) geht es um ein junges Mädchen, das trotz einer drohenden Zwangsverheiratung seinen Träumen folgt. Die Jurymitglieder waren begeistert von der professionellen Umsetzung und zeigten sich bewegt von der emotionalen Tiefe des Spots. Regie führte Filmakademie-Absolvent Eugen Merher. Die Auszeichnung übergab Oliver Hoffmann, Leiter Marketingkommunikation bei der Porsche AG. Zum Team gehörte auch eine Reihe weiterer Alumni der FABW.

Pro Preiskategorie wird ein Gewinnerfilm prämiert. Die drei erfolgreichen Teams erhalten jeweils eine Trophäe sowie ein Preisgeld von 4.911€ – nach wie vor als Reminiszenz an den Sportwagenklassiker Porsche 911.

V.l.: Mariana Bernlochner („Motociclista“, Sterntag Berlin, i.V. von Regisseur Eugen Merher); Max Bach („Falconry Experience“); Oliver Hoffmann (Leiter Marketingkommunikation Porsche AG ); Elvira Pouw („Mobile Escalation“, Programme Coordinator Netherlands Film School, i.V. der Regisseure Wietger Mosch und Stan Egberts), © Filmakademie Baden-Württemberg GmbH

Weitere Informationen unter: www.porsche-awards.com.

»Il barbiere di Siviglia«

Am 21. April 2023 feiert »Il barbiere di Siviglia« von Gioachino Rossini unter der Regie von Inga Levant im Marguerre-Saal des Theaters und Orchesters Heidelberg Premiere. Es wird in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln gezeigt und die musikalische Leitung der Musiktheaterpremiere übernimmt Paul Taubitz, der 2. Kapellmeister und Assistent des Generalmusikdirektors des Theaters und Orchesters Heidelberg. Im Anschluss findet eine Premierenfeier statt.

Szenenbild: Stefan Stoll (Doktor Bartolo), João Terleira (Graf Almavi-va), Katarina Korfa (Rosina); Foto: Susanne Reichardt

Mit »Il barbiere di Siviglia« präsentiert das Theater und Orchester Heidelberg eine der beliebtesten Opern aller Zeiten. Die spritzige Musik und das witzige Libretto von Cesare Sterbini versprechen einen vergnüglichen Opernabend voller Charme und Esprit. Die Handlung dreht sich um Graf Almaviva, der sich unsterblich in die schöne Rosina verliebt hat. Um sie zu erobern, schließt er sich mit dem findigen Barbier Figaro zusammen, der ihm hilft, inkognito Zugang zum Haus des Doktor Bartolo zu erhalten. Dieser ist der Vormund von Rosina und hat vor, sie selbst zu heiraten – vor allem wegen ihres Vermögens. Rossini war erst 23 Jahre alt, als er mit »Il barbiere di Siviglia« seine 17. Oper komponierte, die schnell zu einem weltweiten Erfolg wurde. Der Komponist, Cellist, Geiger, Cembalist, Sänger, Hornist, Organist, Hobbykoch und begnadete musikalische Humorist schuf ein musikalisch-rasantes Verwirrspiel voller Humor und Einfallsreichtum, das bis heute seinesgleichen sucht.

Rossinis Partitur erreichte mit traditionellen Methoden eine frische musikalische Wirkung. Dies zeigt sich besonders im Aufbau der großen Crescendi, wie zum Beispiel im Finale des ersten Aktes. Rossini nutzt die aus der Opera buffa des 18. Jahrhunderts bekannte Technik der Reihung, indem er kleine, einfache Motive zu einer Kette verbindet. Die Wirkung des Crescendos erzielt er jedoch nicht durch bloße Anhäufung, sondern durch rhythmische, dynamische und instrumentale Veränderungen dieser Motive. Dies gibt der Musik eine fast unwiderstehliche Dynamik.

Szenenbild: Stefan Stoll (Doktor Bartolo); Foto: Susanne Reichardt

Die Rolle des Grafen Almaviva übernimmt João Terleira, Doktor Bartolo wird von Stefan Stoll dargestellt, Mezzosopranistin Katarina Morfa ist Rosina und Ipča Ramanović ist als Figaro zu sehen. Kammersänger Wilfried Staber steht als Basilio auf der Bühne. Zu hören sind außerdem Nelly Palmer als Berta, Dimitrios Karolidis als Fiorillo und Offizier sowie die Herren des Chores des Theaters und Orchesters Heidelberg. Es spielt das Philharmonische Orchester Heidelberg. Die Darsteller*innen sind in einem Bühnenbild und in Kostümen von Petra Korink zu sehen.

Termine
Fr, 21. April 2023, 19:30 Uhr // Premiere / Marguerre-Saal
Di, 9. Mai 2023, 19:30
Di, 30. Mai 2023, 19:30
Sa, 3. Juni 2023, 19:30
Fr, 7. Juli 2023, 19:30

Weitere Informationen sowie Karten unter www.theaterheidelberg.de oder an der Theaterkasse, Theaterstraße 10; 06221 / 58 20 000; tickets@theater.heidelberg.de

Casablanca – Gehen und Bleiben

Auch ohne Leinwand leben im Alten Kino Franklin in Mannheim große Hollywood-Storys auf: Das Schauspiel des Nationaltheaters Mannheim feiert am Freitag, 28. April um 19.30 Uhr die Premiere von »Casablanca – Gehen und Bleiben«.

Foto: Christian Kleiner; Patrick Schnicke, Jessica Higgins, Christoph Bornmüller, Omar Shaker, Eddie Irle, Ragna Pitoll (vorne)

Indem sie Motive des Filmklassikers von Michael Curtiz aufgreift, beleuchtet Regisseurin Johanna Wehner, die in der vergangenen Spielzeit Saša Stanišićs Roman »Herkunft« für das NTM adaptierte, den Zustand des Verharrens in einer kaputten Welt. Bühnenbildner Benjamin Schönecker verwandelt das Alte Kino hierzu zum berühmten »Rick’s Café Americaine«. In diesem Zwischenraum vereint jeden Gast die Unsicherheit des Wartens und das Planen einer unbekannten, mit Hoffnungen versehenen Zukunft. Die Musik von Vera Mohrs komplettiert diesen Theaterabend, in dem sich die Ambivalenzen zwischen Kino und Theater, zwischen Gehen und Bleiben entfalten.

Weitere Termine:
So, 07.05.2023, 18:00 Uhr
Fr, 12.05.2023, 19:30 Uhr
So, 11.06.2023, 18:00 Uhr

Karten und weitere Informationen auf www.nationaltheater.de.

 

Thomas Zehetmair –
Der Klangmeister

Thomas Zehetmair ist Chefdirigent des Stuttgarter Kammerorchester. Als Geiger, Dirigent und Kammermusiker genießt er weltweit großes Ansehen. Er kennt sich mit der klassischen Aufführungspraxis mit Originalinstrumenten aus und gilt als ausgewiesener Ensemblespezialist und Klangexperte; zudem liebt er eine detaillierte und sorgfältige Probenarbeit und hat bei der Programmauswahl den Mut zu künstlerischen Gratwanderungen, indem er moderne zeitgenössische Werke mit sogenannten Klassikern kombiniert. arsmondo hat den  Maestro am Pult einige Fragen zu seiner künstlerischen Arbeit gestellt, und darüber, was er macht, wenn er nicht musiziert.

Thomas Zehetmair (c) Julien Mignot

Sie genießen als Violinist, Dirigent und Kammermusiker weltweit großes Ansehen. Jede dieser Rollen erfordert unterschiedliche Fähigkeiten. Geben Sie uns einen kleinen Einblick in Ihren Schaffenskosmos.
Das Schaffen haben doch schon die Komponisten besorgt! Das Eintauchen in jedes geniale Werk ist so inspirierend, das vermittle ich mit großem Vergnügen und manchmal mit viel Schweiß … Das Zehetmair Quartett und mein Arbeiten als Dirigent gingen Hand in Hand, das eine inspiriert das andere …
Jedes erfolgreiche Musikerleben hat besondere Wegmarken, die für die Karriere entscheidend waren. Welche waren das bei Ihnen? Wer und was hat Sie besonders geprägt – kurz: wie wurde Sie zu dem, der Sie heute sind?
Wirklich gerne denke ich an die zahlreichen Proben und Konzerte mit Frans Brüggen. Das inspiriert auch noch viele Jahre später. Ansonsten ist es für Rückblicke zu früh, das Neuentdecken interessiert mich, auch das Wiederentdecken von vermeintlich bekanntem Repertoire.

Das Stuttgarter Kammerorchester, Foto: Reiner Pfisterer

Wäre das Stuttgarter Kammerorchester ein Mensch – mit welchen Eigenschaften würden Sie ihn beschreiben?
Hochbegabt, aufgeschlossen, kommunikativ – die Frage müssen Sie mir in drei Jahren noch einmal stellen.
Immer wieder geht es um die Gestaltung des Klangs bei Orchestern, so auch beim Stuttgarter Kammerorchester seit gut 75 Jahren. Wie würden Sie dessen „unverwechselbaren“ Klang charakterisieren?
In der Musik gibt es keine Statik, ein unverwechselbarer Einheitsklang macht mich als Hörer in wenigen Minuten müde. Musik ist eine Sprache voller Leben und voller Nuancen, das ist ein Weg, den wir zusammen gehen wollen und der mich fasziniert.
Sie sind weltweit viel unterwegs – wenn Sie an fremde Orte kommen und freie Zeit haben, wo zieht es Sie hin in einer Stadt?
Meistens ist es ein spontaner Spaziergang. Proben und Konzerte sind minuziös geplant, der Rest ist intuitiv.
Welche anderen Kunstsparten interessieren Sie und inspirieren Sie?
Meine Frau und ich lieben die Berliner Museen, wir haben beide eine Jahreskarte.
Wo und wie entspannen Sie?
Meistens im Freien, Yoga im Park oder Schwimmen in Seen oder Flüssen.
Wo leben Sie und wie nutzen Sie Ihre
„musikfreie“ Zeit zuhause?
Zuhause in Berlin gibt es immer tausend Sachen zu erledigen. Zum Glück sind wir in wenigen Minuten an der Havel, nach einem Sprung ins Wasser ist der Kopf wieder klar.

Vielen Dank für das Gespräch!


Alle Infos zu den Konzerten:
www.stuttgarter-kammerorchester.com

Foto Vorschaubild: Pablo Faccinetto

Contemporary Dance 2.0

Ursprünglich entwickelt wurde Contemporary Dance 2.0 für die schwedische Göteborgs Operans Danskompani. Danach adaptierte der israelische Choreograf Hofesh Shechter sein Stück  für seine eigene Nachwuchskompanie Shechter II. Vielleicht ist das Stück deshalb einfach ideal um junge Leute für den Tanz zu begeistern. Und genau deshalb stand es ganz oben auf Eric Gauthiers Wunschliste für die Sommerpremiere im Stuttgarter Theaterhaus 2023. Der elektronische Soundtrack, die wogenden, sich wie in einem Kaleidoskop immer neu formierenden Gruppen der Tänzer*innen lassen eher an einen Rave als an ein Bühnenstück denken.  Nicht nur ist Contemporary Dance 2.0 auf raffinierte Weise durchsetzt mit bewegten Zitaten aus anderen Arbeiten des Choreographen, typisch für ihn ist auch wieder die Intensität und immersive Wirkung – Eine  echte tänzerische Tour de force!

Shechter II, Contemporary Dance 2.0, Foto: Todd MacDonald

Premiere ist am Freitag, 16. Juni 2023 / Samstag, 17. Juni 2023 – jeweils um 20:00 Uhr / Sonntag, 18. Juni 2023 um 19:00 Uhr, weitere Termine:
21. 22. 23. 24. 25. 29. 30. Juni 2023 und 1. 2./ 5. /6. /7. /8. Juli 2023

Die aktuelle Ausstellung MONEY MONEY MONEY im Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen spannt einen Bogen über 100 Jahre Geldwesen, blickt zurück in die weitere Vergangenheit und wagt Ausblicke in die digitale Welt des Geldes. Auch für Kinder gibt es ein Programm…
Öffnungszeiten: Jeden Sonntag von 10.30 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 17.30 Uhr, und an den Vortrags-Donnerstagen von 17.00 bis 20.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen sowie alle Vortrags-Termine unter
www.leinfelden-echterdingen.de