Aufführungen von Klassik bis Jazz, Oper, Tanz, Theater, Konzert
Entdecken Sie Kunst
Ausstellungen, Künstler, Projekte
Literatur
Lesungen, Autoren, Buchempfehlungen
Design & Architektur
Projekte und Objekte, Messen
Kulturreisen
Sehnsuchtsorte in Stadt und Land, Tages-Trips und Reisen
Film & Medien
Arthouse Kino, Hörgenuss – DVD- und CD-Tipps
AUSSTELLUNGEN, THEATER & MUSIK
KULTURELLE HIGHLIGHTS IN IHRER NÄHE
Kunsthandel
Musik & Instrumente
Kurs-Angebote
Panorama
Portraits, Interviews, Zeitloses,...
Abbas Khider
Abbas Khider ist Comburg-Stipendiat 2019. Ab Mitte September wird er vier Wochen im historischen Torbau des ehemaligen Klosters wohnen. Die Jury des Comburg-Stipendiums war einhellig angetan von Abbas Khiders Romanen. Hinzu kam für Kulturbeauftragte Ute Christine Berger, die bereits eine Lesung mit Khider in Schwäbisch Hall organisierte, das kontaktfreudige und humorvolle Wesen des Autors. Khider kommentiert seine Wahl: „Als 16jähriger wurde ich ungläubig und beschloss, nie wieder in die Moschee zu gehen. Jetzt, 30 Jahre später, gehe ich freiwillig ins Kloster und freue mich sehr darauf.“
Abbas Khider, Foto: Olaf Kosinsky/kosinsky.eu
Das ehemalige Benediktinerkloster Comburg ist heute ein Standort der Akademie für Lehrerfortbildung des Landes Baden-Württemberg. Die Akademie stellt für das Stipendium vier Wochen eine Ferienwohnung zur Verfügung, die Stadt Schwäbisch Hall stiftet das Preisgeld von 5.000 Euro.
Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich als »illegaler« Flüchtling in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland. Er studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman Der falsche Inder, es folgten Die Orangen des Präsidenten und Brief in die Auberginenrepublik. Seinen bei Hanser erschienen Roman Ohrfeige stellte er 2016 in Schwäbisch Hall vor.
Im Frühjahr 2019 ist sein Buch erschienen „Deutsch für Alle. Das endgültige Lehrbuch“.
Über das Buch:„Deutsch für Alle. Das endgültige Lehrbuch“
Hitler, Scheiße, Lufthansa. Diese drei deutschen Wörter kennt Abbas Khider, als er aus dem Irak flieht. Zwanzig Jahre später ist er ein vielfach ausgezeichneter deutscher Schriftsteller, der akzentfrei schreibt – aber nicht spricht. Dies ist sein ungewöhnliches Lehrbuch für ein neues Deutsch. „Deutsch für alle“ ist ein Trostbuch für alle Deutschlernenden und deren Angehörige, für Expats, Einwanderer und Menschen in mehrsprachigen Liebesbeziehungen. Und es ist ein herrliches Vademecum für alle Lauchs, die glauben, die deutsche Sprache bereits zu kennen – und Spaß an ihr haben. Provokant, erhellend und unterhaltsam gelingt Abbas Khider dabei auch ein satirischer Blick auf die deutsche Gesellschaft.
Deutsch für alle / ISBN 978-3-446-26170-9 Hanser Verlag
Khider erhielt u.a. den Nelly-Sachs-Preis, den Hilde-Domin-Preis und den Adelbert-von-Chamisso-Preis. 2017 war er Mainzer Stadtschreiber. Abbas Khider lebt in Berlin. Öffentliche Termine (Eintritt frei) Do., 19. September 2019 um 18 Uhr Preisverleihung im Rathaus Schwäbisch Hall durch Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim Do. 26. September 2019 um 19.30 Uhr Lesung auf der Comburg, Kaisersaal
Kurz vor dem Leitungswechsel bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen hatten Intendant Thomas Wördehoff und seine Mitstreiterinnen und Begleiter noch einmal das Bedürfnis, über ihre aufregenden zehn Jahre in Ludwigsburg nachzudenken. Ergebnis dieser Bestandsaufnahme ist ein ungewöhnlich gestaltetes Taschenbuch mit dem Titel »War das jetzt der Anfang?« In einer Sammlung aus Essays, Briefen, Beobachtungen und Gesprächen gewinnt der Leser einen Überblick über die vergangene Dekade bei den Schlossfestspielen, einer Periode des Umbruchs, in der Künstler und Festspielmacher gängige Konzertformen und Hörgewohnheiten infrage stellten. Nicht nur der Intendant selbst und seine Mitarbeiter, sondern auch Gastautoren wie der Tenor Simon Bode, der Sternekoch Vincent Klink oder die Musikjournalistin Eleonore Büning, haben sich mit zum Teil sehr persönlichen Texten an der Publikation beteiligt. Dabei haben sie sich verschiedenen Themen und Fragestellungen rund um das Festival gewidmet und versucht, sowohl der Identität der Ludwigsburger Schlossfestspiele auf den Grund zu gehen als auch über deren Tellerrand hinaus zu blicken. Eine Auswahl von Fotografien der »Bildwelten« aus den Saisonprogrammen von 2010 bis 2019 von Fotografinnen und Fotografen wie Christine Schäfer, Monika Rittershaus oder Peter Untermaierhofer illustriert das Buch mit neuen Blickwinkeln auf das vertraute Ludwigsburger Residenzschloss.
»WAR DAS JETZT DER ANFANG?« ISBN 978-3-947573-03-5
Erhältlich ist das Buch zum Preis von 15 € im Kartenbüro der Ludwigsburger Schlossfestspiele, bei allen Veranstaltungen und online unter www.schlossfestspiele.de sowie im Shop des Residenzschlosses Ludwigsburg und in der Tourist Information in der Eberhardstraße 1.
Museumssammlungen auf dem Prüfstand
Spätestens seit dem sogenannten Schwabinger Kunstfund beim Kunstsammler Cornelius Gurlitt (1932-2014) im Jahre 2012 ist die Provenienzforschung in aller Munde. Seither wurde auch die Förderungssumme für Projekte, welche die Herkunft von Objekten in den Sammlungen des Landes und in den Kommunen untersuchen, stetig erhöht. Doch die Provenienzforschung kämpft noch immer mit strukturellen Problemen.
Die abgeschlossenen und aktuellen Projekte in Baden-Württemberg können sich dabei durchaus als Erfolgsgeschichte moralisch-ethischer Verantwortung sehen lassen. Mit unbefristet angestellten ProvenienzforscherInnen in den großen Museen des Landes in Stuttgart und Karlsruhe (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Staatsgalerie Stuttgart) wird gezeigt, dass eine kontinuierliche Arbeit notwendig ist. Kleinere Museen sind vor allem auf die Förderung der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg (DZK) angewiesen, um ForscherInnen für diese umfangreiche zusätzliche Arbeit anstellen zu können. Aktuell laufen in Baden-Württemberg elf geförderte Projekte mit Provenienzforschungsbezug, gleichmäßig verteilt auf Museen, Archive, Bibliotheken, eine Universität und eine private Institution. Trotz des bisherigen (20 Projekte wurden bereits abgeschlossen) und aktuellen Engagements ist die Bilanz jedoch ernüchternd: Laut einer Studie des Instituts für Museumsforschung in Berlin von 2016 betreiben weniger als 8 Prozent der insgesamt über 1.000 Museen in Baden-Württemberg Provenienzforschung.
Copyright: Stadtmuseum Tübingen, Foto: Peter Neumann
Oft haben kleinere Museen nicht genug Kapazitäten, um überhaupt den Antrag auf Förderung stellen zu können oder die Eigenmittel aufzubringen, die mit einem solchen Antrag in Verbindung stehen. Oder es scheitert aus Personalmangel schon daran, die erste eigene Recherche in den Beständen nach Verdachtsfällen vorzunehmen, die Grundlage für den Antrag sind. Zuletzt gilt aber auch noch immer weitläufig die Annahme, dass sich kein NS-Raubgut in der Sammlung befinden könne. Hier wird oft angeführt, dass sich das entsprechende Museum erst nach 1945 gegründet habe. Die Gründung eines Museums ist jedoch nicht ausschlaggebend dafür, ob sich in der Sammlung Raubgut befindet. Alle Objekte, egal ob Kunst oder Alltagsgegenstände, können ihrem vorherigen Besitzer geraubt worden sein, wenn sie vor 1945 entstanden sind und nach 1933 in die Sammlung kamen.
Copyright: Stadtmuseum Tübingen / Foto: Christoph JäckleCopyright: Stadtmuseum Tübingen / Foto: Christoph Jäckle
Die befristeten Projekte können aber auch nur Teile der jeweiligen Bestände untersuchen. Bei einer Höchstförderungsdauer von drei Jahren pro Projekt bleibt auch diese Forschung immer zeitlich beschränkt. Nach Abschluss der Projektförderung gehen die ForscherInnen dann in andere Institutionen. Ihr gesammeltes Wissen um die Sammlungsstrukturen und deren Geschichte nehmen sie meistens mit.
Zudem sind die Erwartungen der Öffentlichkeit an die ForscherInnen und die Ergebnisse ihrer Recherchen sehr hoch. Die langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Provenienzforschung spricht aber eine andere Sprache: Die Erforschung der Herkunft von Objekten ist nicht nur zeitaufwendig, sondern oft auch frustrierend. Nur wenige Fälle können lückenlos rekonstruiert werden. Der größte Teil, meist über die Hälfte der zu untersuchenden Fälle pro Sammlung, kann aufgrund von Lücken in der Provenienzgeschichte weder eindeutig als verdachtsfrei noch eindeutig als verdächtig eingestuft werden. Auch wenn man mehrere Vorbesitzer gefunden hat, reicht dies oft nicht aus, um die Lücken in der Provenienzkette für die Zeit des Nationalsozialismus schließen zu können.
Copyright: Stadtmuseum Tübingen / Foto: Christoph Jäckle
Dass die Arbeit und die damit zusammenhängende intensive Auseinandersetzung mit der Sammlungsgeschichte der jeweiligen Institution aber auch in attraktiven Ausstellungen münden können, haben in den letzten Jahren viele Museen bewiesen. Noch bis zum Januar 2020 ist im Zeppelin Museum in Friedrichshafen die Ausstellung „Eigentum verpflichtet. Eine Kunstsammlung auf dem Prüfstand“ zu sehen. Die Kunsthalle Mannheim nimmt in der Ausstellung „(Wieder)entdecken – Die Kunsthalle Mannheim 1933 bis 1945 und die Folgen“ die eigene Institutionsgeschichte sowie das Schicksal von fünf jüdischen Stifter-Familien in den Fokus.Und im Stadtmuseum Tübingen wird unter dem Titel „Abgestaubt! Museumsschätze erzählen Geschichten“ die Herkunft der Sammlungsobjekte noch bis Mitte Juni 2019 beleuchtet.
Um der gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Relevanz der Arbeit der ProvenienzforscherInnen neue Aufmerksamkeit zu geben, wurde in diesem Jahr der 1. Internationale Tag der Provenienzforschung vom Arbeitskreis Provenienzforschung e. V. eingeführt. Am 10. April 2019 werden im Rahmen von Führungen, Präsentationen, Ausstellungen oder anderen Aktionen mehr als 80 Kulturinstitutionen und ForscherInnen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien und den Niederlanden Einblicke in die Ergebnisse und Probleme bei der Erforschung der Herkunft von Sammlungen und Objekten geben. U. a. wird auch die Provenienzforscherin der Staatsgalerie Stuttgart eine Führung zu ausgewählten Kunstwerken und deren Geschichten durchführen. Hier wird bereits seit 2009 proaktiv und systematisch der Sammlungsbestand untersucht. Zunächst ebenfalls vom DZK gefördert wird diese Stelle seit 2013 vom Land Baden-Württemberg allein getragen. 2015 wurde die Stelle entfristet, um nachhaltig der moralisch-ethischen Verpflichtung gemäß der Washingtoner Prinzipien nachkommen zu können. Als erster Förderverein eines Museums in Deutschland und als erste private Institution in Baden-Württemberg haben 2018 auch die Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. einen Antrag bei der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste Magdeburg gestellt. Seit dem 1. April 2019 wird nun systematisch und proaktiv die Sammlung des Vereins erforscht. 1906 als Stuttgarter Galerieverein gegründet haben die Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e.V. seither mehr als 2.000 Kunstwerke erworben und sie als Dauerleihgabe der Staatsgalerie überlassen. Im zunächst zweijährigen Projekt geht es nun um rund 183 Kunstwerke, die vor 1945 entstanden sind und nach 1933 vom Verein erworben wurden.
Ein Beitrag von Johanna Poltermann und Andrea Richter
Fotos: Raumaufnahmen und Objekte der Provenienzforschung aus der Ausstellung „Abgestaubt! Museumsschätze erzählen Geschichten“ im Stadtmuseum Tübingen, noch bis zum 16. Juni 2019
Veranstaltungshinweise:
Provenienzgeschichten. Einblicke in die Provenienzforschung an der Staatsgalerie Stuttgart Führung mit der Provenienzforscherin Johanna Poltermann, am 10. April 2019, 15-16 Uhr
Ausstellung „Abgestaubt! Museumsschätze erzählen Geschichten“ im Stadtmuseum Tübingen, noch bis zum 16. Juni 2019
Ausstellung „Eigentum verpflichtet. Eine Kunstsammlung auf dem Prüfstand“ im Zeppelin Museum in Friedrichshafen, noch bis zum 6. Januar 2020
Ausstellung „(Wieder)entdecken – Die Kunsthalle Mannheim 1933 bis 1945 und die Folgen“, in der Kunsthalle Mannheim, noch bis zum 1. Januar 2020
»Geschichten unter der Haube«
Die KulturRegion Stuttgart begibt sich 2019 auf die Suche nach unbekannten Geschichten aus der Region. Und wo könnten diese besser erzählt werden als in einem Friseursalon? So schickt die KulturRegion einen ganz speziellen Wagen auf die Reise: Von Juni bis Oktober 2019 reist ein mobiler Pop-up-Salon durch die Region Stuttgart und macht an öffentlichen Plätzen in rund 20 Städten und Gemeinden Halt. Innen erwartet die Besucher ein gemütliches Ambiente wie beim Friseur – unter den Friseurhauben wartet die Überraschung: Sie spielen Geschichten von Menschen aus der Region ab.
Gesammelt werden die Geschichten von den jungen Stuttgarter Künstlern Jonas Bolle, Christian Müller und Simon Kubat vom »Citizen.KANE.Kollektiv«, das zuletzt mit der Performance »Die Stille der Stadt« im Stuttgarter Osten einen Erfolg feierte. Das Autoren-Team wird mit Menschen aus der Region sprechen und gemeinsam mit ihnen ihre Geschichten erzählen. Diese bewegen sich in den Themengebieten erste Liebe, Paradies oder Arbeit – Bereiche des menschlichen Lebens, in denen sich viele prägende Geschichten ereignen. Darüber hinaus werden frühere Projekte der KulturRegion Stuttgart thematisch aufgegriffen.
Geschichten erzählen etwas über die Menschen einer Region. »Die Kultur vermag es in besonderer Weise Orte und Räume zu ermöglichen, an denen ein gesellschaftlicher Austausch stattfinden kann«, erläutert der erste Vorsitzende OB Werner Spec. »Der Salon soll dazu einladen, unsere Mitmenschen in der Region kennenzulernen und vor Ort ins Gespräch zu kommen. Gerade im öffentlichen Raum auf diese Weise Platz für soziales Miteinander zu schaffen, ist besonders reizvoll.« Als offener Treffpunkt stellt der Pop-up-Salon für einige Tage einen Rückzugsort, einen Ort für die Begegnung von Menschen mitten im öffentlichen Leben einer Stadt dar. www.kulturregion-stuttgart.de
„WortMenue“
Küchenkunst und Wortgenuss: Das lässt sich in diesem Frühjahr beim literarischkulinarischen Festival „WortMenue“ in Überlingen wieder aufs Angenehmste verbinden. Vom 6. bis 21. Mai werden mehr als zwanzig Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Romane und kulturgeschichtlichen Beiträge rund um das Thema „Essen und Trinken“ in Restaurants und Landgasthöfen der Bodenseestadt vorstellen. Mal kulinarisch präzise und kenntnisreich, mal abgründig und ironisch augenzwinkernd – auf jeden Fall stets begleitet von passenden Speisen und Getränken.Literarisch „aufgetischt“ wird von Autorinnen und Autoren wie Franz Hohler, Ulla Lachauer, Vincent Klink, Karl-Heinz Ott und vielen mehr.
Weitere Info: www.wortmenue-ueberlingen.de
Nora Krug ist Schubart-Preisträgerin
Der Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen wird jährlich verliehen. Mit dem Förderpreis der Kreissparkasse Ostalb wird Nora Krug 2019 ausgezeichnet. Die Illustratorin und Autorin mit Wurzeln in Karlsruhe erhält den Förderpreis für „Heimat. Ein deutsches Familienalbum“. Das Buch ist im Penguin Verlag erschienen. Der Schriftssteller Daniel Kehlmann erhält den Hauptrei für seinen Roman „Tyll“ (rowohlt).
Heimat Ein deutsches Familienalbum Hardcover, 288 Seiten, 19,0 x 26,0 cm ISBN: 978-3-328-60005-3 Verlag: Penguin
Auch die Entscheidung der Jury für den Förderpreis 2019 fiel einvernehmlich. „Nora Krugs Debut ist kein Comic und keine graphic novel, auch kein Scrapbook, sondern ein kluges, visuell herrlich opulentes Bilderbuch für Erwachsene“, so die Begründung.
Die seit über zehn Jahren in New York lebende Illustratorin geht in „Heimat“ der Frage nach, was denn die deutsche Identität ausmacht und inwiefern das Wissen um die Beteiligung eigener Angehöriger am Aufstieg der Nazis, am Zweiten Weltkrieg und am Holocaust Folgen für die eigene Identität und den Umgang mit der eigenen Familiengeschichte hat. „Nora Krug macht das so differenziert, intelligent und sublim sowohl auf der Bild- wie auf der Textebene ihres deutschen „Familienalbums“, dass dieses Buch selbst zur Heimat werden kann“, lobt die Jury.
Nora Krug, geboren 1977 in Karlsruhe, studierte Bühnenbild, Dokumentarfilm und Illustration in Liverpool, Berlin und New York. Ihre Zeichnungen und Bildergeschichten erscheinen regelmäßig in großen Tageszeitungen und Magazinen (u.a. »The New York Times«, »The Guardian«, »Le Monde diplomatique«). Sie ist Fulbright-Stipendiatin und erhielt zahlreiche Preise und Förderungen, u.a. der John Simon Guggenheim Memorial Foundation, der Pollock-Krasner Foundation und der Maurice Sendak Foundation. Krug ist Professorin für Illustration an der “Parsons School of Design” in New York und lebt in Brooklyn.
Die Stadt verleiht den Schubart-Literaturpreis bereits seit 1956 in zweijährigem Turnus. Im Mittelpunkt stehen herausragende literarische Leistungen in der Tradition des freiheitlichen und aufklärerischen Denkens von Christian Friedrich Daniel Schubart. (*1739 +1791). Der Literat, Journalist und Komponist erlebte seine Jugendjahre in der Reichsstadt Aalen. Sein Lebenswerk war die Herausgabe der Deutschen Chronik, einer zweimal wöchentlich erscheinenden Zeitung voller literarischer, kultureller und tagespolitischer Berichte.
Die 24. Karlsruher Künstlermesse 2019 bietet ein vielfältiges, buntes Spektrum aus Malerei, Zeichnung, Aquarell, Collage, Grafik, Druck, Skulptur, Objekt, Fotografie, Video, Installation und der Verbindung verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen. Zunächst auf Karlsruhe beschränkt, werden seit 2013 Kunstschaffende aus ganz Baden-Württemberg, aus Rheinland-Pfalz und dem Elsass eingeladen, sich zu bewerben.
Nathalie und Alexander Suvorov-Franz, KLEINES GELBES , 40 x 30 x 4 cm , Leinwand, Acryl, Papprollen auf Wellpappe
Eine Fachjury, die das gesamte Ausschreibungsgebiet repräsentiert, wählte aus 100 Bewerbungen 33 Positionen aus, die für unterschiedlichste Strömungen der Gegenwartskunst stehen. Vertreten sind die Jahrgänge 1948 bis 1992: Das gibt Gelegenheit, die Arbeiten verschiedener Künstlergenerationen im direkten Vergleich zu erleben. Mit Ihrem Profil Künstlerinnen und Künstlern selbst die Möglichkeit zu geben ihre Werke auszustellen, unterscheidet sie sich wesentlich von anderen Kunst¬messen, auf denen Galerien Werke vorstellen.
Dieter Schwerda, O. T., 2016, 100 x 70 cm Tintenrollerzeichnung, Tusche, Collageelemente
Wer von ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern den von der Stadt Karlsruhe ausgelobten Preis der Karlsruher Künstlermesse in Höhe von 4 000 Euro erhält, entscheidet die Fachjury nach Sichtung der gezeigten Werke kurz vor Beginn der Messe, verliehen wird der Preis dann bei der Eröffnung. Ebenfalls verbunden mit der Messe ist ein Plakatwettbewerb: Mit dem Entwurf der Gewinnerin Mio Kojima wird für die Karlsruher Künstlermesse geworben. Der zweite Preis geht an Jannis Zell, der dritte an Lena Thomaka. Die Originale der drei Preisträgerplakate sind auf der Messe zu sehen.
Markus Walenzyk, Der Affichist, 2018, Variabel (42“ Monitor/Display: B x H in mm: 972 x 565) HD-Video (1920×1080 px)
Am Samstag, 13. April gibt die Formation Me, Myself & Them mit der Sängerin Sandie Wollasch, mit Martin Meixner, Piano und Wurlitzer, und dem Gitarristen Jörg Teichert ein Konzert in den Räumen der Künstlermesse, Beginn ist 20.00 Uhr.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Anna Andris | Gin Bahc | Anna Bläser | Benno Blome | Eléna Blondeau | Silvia Braun | Adam Cmiel | Sarah Degenhardt | Ursula Donn | Hildegard Elma | Anne Ehrhardt | Holger Fitterer | Frank Frede | Anette C. Halm | Naehoon Huh | Dietmar Israel | Eric Junod | Theresa Klumpp | Beate Kuhn | Rina Kurihara | Lars Lehmann | Hanna Viola Moritz | Adrian Peters | Martin Pöll | Grit Reiss | Sanna Reitz | Christian Schmid | Anja Schneider | Dieter Schwerda | Alexander und Nathalie Suvorov-Franz | Claudia Urlaß | Markus Walenzyk | Verena Wippenbeck
Weitere Infos:
Der Eintritt ist frei, es werden kostenlose Führungen angeboten.
24. Karlsruhe Künstlermesse
11. bis 14. April 2019
Regierungspräsidium Karlsruhe am Rondellplatz
Karl-Friedrich-Straße 17, 76133 Karlsruhe
Eröffnung: Donnerstag, 11. April 2019, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Freitag, 12., Samstag, 13. und Sonntag, 14. April 2019, 11 – 20 Uhr www.karlsruhe.de/kuenstlermesse
Clara – Kammeroper von Victoria Bond
In Lichtental, einem Vorort Baden-Badens, steht das öffentlich zu besichtigende Brahms-Haus. Hier hat die amerikanische Komponistin Victoria Bond ihre Kammeroper „Clara“ komponiert, die Clara Schumann, der berühmtesten Bewohnerin der Stadt, ein Denkmal setzt. Die Premiere bei den Osterfestspielen im Theater Baden-Baden ist zugleich auch die deutsche Uraufführung.
Zehn Jahre lang, von 1863 bis 1873, lebte die Pianistin und Komponistin Clara Schu¬mann in Baden-Baden. Sechs Jahre nach dem Tod ihres Mannes Robert war sie mit ihren Kindern nach Lichtental gezogen. Die amerikanische Komponistin Victoria Bond (*1945) hat 2014 einen Studienaufenthalt im Baden-Badener Brahmshaus dazu genutzt, eine Kammeroper über die berühmte Musikerin zu schreiben. Nun inszeniert ein junges Frauenteam die Uraufführung im Theater, das in Clara Schumanns Zeit in Baden-Baden gerade frisch eröffnet war.
In Baden-Baden-Lichtental steht auf einem Felsen das Brahmshaus. Das über 150 Jahre alte „hübsche Haus auf dem Hügel“ war in den Sommermonaten der Jahre 1865 – 1874 die Wohnung des Komponisten Johannes Brahms. Hier fand er die für ihn so typische Arbeitsatmosphäre: Stille, Abgeschiedenheit, bescheidene Gemütlichkeit. Hier komponierte oder vollendete Johannes Brahms viele seiner berühmten Werke. Noch heute sind das Grundstück und das schindelgedeckte Haus im Stil des 19. Jahrhunderts vollständig unverändert. Die früheren Wohnräume in der Mansarde des Hauses sind als Museum eingerichtet. In einem Ausstellungsraum erzählen Exponate, Autographen, Dokumente und eine umfassende Fotosammlung aus dem Leben von Johannes Brahms und seiner lebenslangen Freundin, der Komponistin und Pianistin Clara Schumann.
Die US-amerikanische Komponistin und Dirigentin Victoria Bond (* 6. Mai 1945 in Los Angeles) entstammt einer Musikerfamilie. Sie studierte u.a. an der Juilliard School of Music Doctor of Musical Arts an der sie auch promovierte. Sie beherrscht sowohl das symphonische als auch das Opernrepertoire in der gesamten Breite. Während ihrer Laufbahn leitete zahlreiche Orchester in Amerika und arbeitet mit Künstlern wie Ray Charles und Billy Taylor. Besonders mit Interpretation zeitgenössischer Musik hat sie sich einen Namen gemacht und hat zahlreiche Erst– und Uraufführungen geleitet. Sie selbst hat acht Opern, sechs Ballette, zwei Klavierkonzerte komponiert. Darüber hinaus auch zahlreiche Kompositionen für Orchester, Kammermusikensembles, Chor und Klavier. Darunter findet sich auch die Oper Mrs. President über Victoria Woodhull, die 1872 als erste Frau für die Präsidentschaft der USA kandidierte und über die Komponistin Clara Schumann. Bond skizziert in ihrem Werk „Clara“ deren Leben sie zwischen künstlerischer Eigenständigkeit, der Abhängigkeit von ihrem Vater und dem Beziehungsgeflecht zu ihrem Mann, Robert Schumann und der Liebe zu Johannes Brahms.
TERMINE: So 14./17.04/21. April // 10./11./12./19. Mai/ 05./06./ 14./15. Juni
(30 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Spiegelfoyer statt)
VICTORIA BOND: CLARA (UA)
Oper in zwei Akten.
Libretto von Barbara Zinn Krieger.
Koproduktion mit dem Festspielhaus Baden-Baden, den Berliner Philharmonikern und der „Akademie Musiktheater heute“ der Deutsche Bank Stiftung
Im Rahmen der Osterfestspiele (Vorstellungen 14.04., 17.04. und 21.04.) spielen die Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker eine eigens angefertigte Fassung für Orchester. Die Aufführun¬gen im Repertoire des Theaters (ab 10.05.) werden in der originalen Triobesetzung gespielt.
In ihrer jüngsten Aufnahme für Deutsche Grammophon widmet sich Hélène Grimaud dieser besonderen Fähigkeit von Musik: Bilder der Vergangenheit in der Gegenwart wachzurufen, Eindrücke von Orten und Zeiten zum Leben zu erwecken. Auf Memory, das im Herbst 2018 erschienen ist, spielte sie Klavierminiaturen ein, die von impressionistisch anmutenden Träumereien Chopins und Debussys bis zu Valentin Silvestrovs zeitlosen Melodien im Volkston reichen.
Live wird sie mit diesem Programm am 26. Mai 2019 in Konzerthaus Freiburg und 14. Juni 2019 im Festspielhaus Baden-Baden zu erleben sein.
Hartmann Projects und Hartmann Books
Sie machen Projekte und Bücher, die sie wirklich interessieren, sie glauben an die Macht des Zufalls, der persönlichen Begegnungen und an die Kraft der Bilder, um kulturelle, religiöse und politische Grenzen zu überwinden. Sie haben keine Berührungs-ängste und sind mutig, in der Überzeugung, dass das Buch immer noch ein relevantes Medium menschlicher Kultur ist. 2014 gründeten Angelika und Markus Hartmann die Ausstellungs- und Künstleragentur Hartmann Projects. 2016 kam den Verlag Hartmann Books dazu.
Was für ein Abenteuer, in Anbetracht des extrem dynamischen Marktes. Doch die Hartmanns wissen genau, was sie tun.
Er – Markus Hartmann, geb. 1962 in Berlin, stammt aus einer Berliner Verleger- und Druckerfamilie. Nach der Lehre als Verlagskaufmann, einem Studium an der HDM in Stuttgart und diversen Ausflügen in die internationale Verlagswelt, kümmerte er sich von 1990 bis 2013 im Hatje Cantz Verlag schwerpunktmäßig um die Programmbereiche Fotografie und Zeitgenössische Kunst. Seit 2014 wirkt er als freier Kurator und Autor.
Sie – Angelika Hartmann, geb. 1966 in Stuttgart, absolvierte ebenfalls ein Studium an der HDM und ein Aufbaustudium Kulturmanagement an der PH Ludwigsburg. Sie sammelte als Buchherstellerin und Kulturmanagerin vielfältige Erfahrungen im Kulturbetrieb. Sie ist Mitglied der Künstlergruppe „Wahlverwandt“.
Von 2016 bis 2018 wurden die beiden außerdem von Nadine Engler, ehemals Herstellungsleiterin im Hatje Cantz Verlag, tatkräftig und ideenreich unterstütz.
Da heuer allerdings Nachwuchs ansteht, ist die 20 Jahre jüngere Berlinerin als feste Mitarbeiterin ausgestiegen, wird aber den Hartmanns als freie Produktionerin erhalten bleiben.
Aber wie kam es nun zu diesem Neuanfang? Es klingt ganz einfach. 2013 änderte sich das berufliche Umfeld der beiden grundlegend, die Kinder waren aus dem Haus und die Hartmanns bauten ihren Fiat Doblò um: Kurz entschlossen traten sie eine 7-wöchige Findungsreise in den Süden an. „Kann man alles, was wir machen, auch ganz anders erleben – und machen?“ Das war die Frage, die sich stellt.
Die gefundenen Antworten beeindrucken: Die Agentur vertritt Künstler*innen, national und international, und arbeitet dabei mit Institutionen, Galerien, Sammlern, Verlagen und Medien zusammen. Gesucht werden Künstler*innen, deren Arbeiten die Hartmanns überzeugen und die für die Themen unserer Zeit Relevanz haben. Gezeigt werden ihre Bilder in öffentlichen und privaten Ausstellungen. Hartmann Books veröffentlicht jedes Jahr ca. 10 bis 15 Bücher in einer Auflagengröße von 300 bis 3000. Und es läuft auch im 2. Bücher-Jahr gut: Der Herbst 2018 war besonders erfolgreich; einige Titel haben sich national und international sehr gut verkauft.
Da der Weg von einer Idee bis zum fertigen Produkt – egal ob Buch oder Ausstellung – bekanntlich aber ein langer ist, auf vielen einzelnen Arbeitsschritten und eigentlich auch auf Manpower basiert, funktioniert so ein kleines Unternehmen nur durch gute Kontakte und ein großes Netzwerk. Durch ihre lange Tätigkeit und vielseitige Erfahrungen konnten sich die beiden ein solches aufbauen. „Wichtig dabei“, so Angelika Hartmann „sind auch persönliche Sympathien, anders geht es nicht! Nur wenn man andere Menschen trifft, kann etwas passieren, etwas anfangen.“
Und die Hartmanns haben noch viel vor: Ende Januar werden sie ihren bisherigen „Firmensitz“, den großen Tisch im Erdgeschoss des eigenen Wohnhauses verlassen. Unter dem Namen Galerienhaus 3.0 ziehen sie in eine großräumige Fabriketage in den Stuttgarter Westen um und werden dort dann einer von drei Partnern (zusammen mit Marko Schacher, Raum für Kunst und Jürgen Palmer, palmer projekt) sein. Dort entsteht neben dem Verlagsbüro ein ständiger Schauraum für ihre Publikationen und Editionen. In der Tradition des Galerienhauses zeigen Hartmann Projects regelmäßig Ausstellungen, die mit ihrem Buch- und Künstlerprogramm zusammenhängen. Die erste Ausstellung präsentiert die „In Between“-Serie des Hamburger Fotografen Henrik Spohler, der bereits 2016, als der Verlag noch in der Gründung war, ein Buch mit Hartmann Projects gemacht hat.
Die weiteren Ausstellungen und Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt Fotografie (und Bezügen zur Architektur/Urbanismus und Medienkunst) werden auf der Website bekannt gegeben. Geplant sind vorerst ca. 5 bis 6 Ausstellungen pro Jahr. Die Entscheidung mit einem Ausstellungsraum in Stuttgart präsent zu sein, ist auch dem Umstand geschuldet, in der Stadt einer von wenigen Orten für Fotografie zu sein, wo andernorts die Sättigungsschwelle schon überschritten scheint. Im Verlag Hartmann Books ist für Frühjahr 2019 ein zweites Buch mit Peter Bialobrzeski geplant.
Hartmann Projects Galerienhaus 3.0; Breitscheidstraße 48; 70176 Stuttgart Öffnungszeiten: Di-Fr 14-19, Sa 11-16 Uhr Weitere Infos: www.hartmannprojects.com
Hallo Startseite
Cookie-Zustimmung verwalten
Um Ihnen ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn Sie diesen Technologien zustimmen, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn Sie Ihre Zustimmung nicht erteilen oder zurückziehen, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Voreinstellungen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Nutzer beantragt wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.