Staffellauf

Wie sind wir geworden, der wir sind? Oder: Wie sind wir nicht geworden, der wir sind – oder gerne sein wollten?
Joachim Zelters autofiktionaler Roman „Staffellauf“ beschreibt Lebenswege, Abwege und Notausgänge in einer Familie. Deren Geschichte beginnt im Atelier der Malerin Bernadette, in dem sich der Beamte Karl Staffelstein zwar keines ihrer Bilder, wohl aber sie sich zur Frau auswählt. Es folgt eine Art Lebenslauf (oder Staffellauf) anhand von Erinnerungen und Büchern, bereits geschriebenen und noch nicht geschriebenen. Zelter erzählt von Müttern, Vätern und Kindern, von Heiratsanträgen, Höhenflügen, Niederlagen, Seitensprüngen, Lebenslügen, Lebenssprüngen und welche Spuren dies alles bei den Familienmitgliedern hinterlässt.

Joachim Zelter, Jahrgang 1962, lebt in Tübingen. Er studierte und lehrte Literatur in Tübingen und Yale. Autor zahlreicher Romane, u.a. Der Ministerpräsident, der 2010 für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Er verfasst außerdem Hörspiele und Theaterstücke für deutsche und österreichische Bühnen. Joachim Zelter erhielt u.a. den Thaddäus-Troll-Preis, das Große Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg sowie den Publikumspreis der LiteraTourNord. Er ist Mitglied im deutschen PEN.

Staffellauf, ca. 250 S., ca. 25 Euro, Kröner Verlag Edition Klöpfer (ET: August 2024)

Art on Skateboards

Design Marc Velten (c) Forum Kunst Rottweil

Wie erreicht man eine jüngere Zielgruppe, die ihre Zeit normalerweise nicht in einem Kunstverein verbringt? Der Kunstverein FORUM KUNST ROTTWEIL hatte dazu eine sinnstiftende Idee und hat Kunstschaffende aus 16 Ländern der Welt eingeladen Skateboards künstlerisch zu gestalten.

Design: Paul Insect, (c) Forum Kunst Rottweil
Design: Stefan Strumbel (c) Forum Kunst Rottweil

Ziel der Ausstellung ist es aber auch „Skateboarding“ als Teil der Subkultur – Hip-Hop, Punkrock und Do it Yourself-Kultur – und deren Verbindung zur zeitgenössischen Kunst abzubilden. Dazu finden im Park der Kunststiftung Erich Hauser Rottweil mehrere Skateboarding-Veranstaltungen statt. Ein von Sergej Vutuc, diesjähriger Werkstatt-Preisträger der Kunststiftung Erich Hauser, geschaffener Obstacles-Parkour wird dabei aktiv in Szene gesetzt.
Forum Kunst Rottweil,
Dauer der Ausstellung:
14. Juli bis 1. September 2024.

Weitere Infos unter:
www.skateboarts.com

John Cranko – Der Film

Er war einer der großen Choreografen des 20. Jahrhunderts und sein Leben liest sich wie ein Hollywood-Film. Bis heute steht sein Name international auch für das „Stuttgarter Ballettwunder“. Eine Ikone des Balletts, der im Alter von nur 45 Jahren – auf dem Höhepunkt seines Könnens – aus dem Leben gerissen wurde. Nun kommt der begnadete Choreograph tatsächlich auf die große Leinwand – und bei der exklusiven Filmpremiere ins Opernhaus. Im einfühlsamen Cranko erzählt Regisseur und Autor Joachim A. Lang vom Wirken Crankos in den 1960er-Jahren in Stuttgart ebenso wie von seinem turbulenten Privatleben.

Cranko Filmstill/ Wolfgang Ennenbach/ Zeitsprung pictures/SWR

Im außergewöhnlichen Biopic spielt das Stuttgarter Ballett selbst eine Hauptrolle: Die damaligen TänzerInnen werden von aktuellen Mitgliedern des Stuttgarter Balletts verkörpert. Entstanden ist ein zutiefst bewegendes Porträt des Ausnahmechoreographen, das die Aufbruchstimmung des Stuttgarter Ballettcompany von damals noch einmal lebendig werden lässt. Welcher Ort wäre also passender für die Weltpremiere des Films in Anwesenheit der beteiligten KünstlerInnen, als dort wo alles begann…
Die Filmpremiere findet am 20. September 2024
im Opernhaus Stuttgart statt.

Offizieller Kinostart ist
ab 3. Oktober 2024.

ÜBEN ÜBEN ÜBEN – Å ØVE

Der neue Film des Stuttgarter Regisseur Laurens Pérol startet Anfang September bundesweit in den Kinos. Das kurzweilige Roadmovie handelt von einer jungen Musikerin, die zum Vorspielen mit ihrer Trompete von den Lofoten nach Oslo trampt aus Klimaschutzgründen – und unterwegs immer übt, in Scheunen, auf Wiesen, in Garagen. Der Film feierte bereits sein Debut auf vielen internationalen Festivals und erhielt bereits Auszeichnungen wie den Critics Award Hof Int. Film Festival und Best feature debut Nordic Film Days Lübeck (presented by Liv Ullmann)

Trine wartet auf eine Mitfahrgelegenheit – Filmszene mit Darstellerin Kornelia Melsæter /Foto: Arsenal Filmverleih

Zum Inhalt des Films:
Trine weigert sich zu fliegen. Als die 18jährige Klimaaktivistin und talentierte Trompetenspielerin zu einem Vorspiel an das berühmte Opernhaus in Oslo eingeladen wird, bleiben ihr nur wenige Tage, um die 1500 km Entfernung von den einsamen Lofoten – Inseln bis zur Hauptstadt zurückzulegen. Um ihren Prinzipien treu zu bleiben, entscheidet sich Trine zu trampen und auf die Hilfsbereitschaft von Fremden zu vertrauen. Allerdings stellt der Roadtrip durch Norwegens raue und schöne Landschaft Trines Leidenschaft für Musik und ihren Umweltschutz – Idealismus gehörig auf die Probe.

Trine übt im Parkhaus – Filmszene mit Darstellerin Kornelia Melsæter /Foto: Arsenal Filmverleih
Trine übt in der Wildnis – Filmszene mit Darstellerin Kornelia Melsæter /Foto: Arsenal Filmverleih

Laurens Pérol / Regie & Drehbuch
geb. 1995 in Stuttgart, studierte Moving Images an der Nordland School of Art and Film in Norwegen und begann im Herbst 2023 sein Regie-Masterstudium an der Filmakademie Wien. Seine Kurzfilme, in denen er sich mit der Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft beschäftigt, wurden international auf Festivals gezeigt. Å ØVE ist sein erster abendfüllender Spielfilm.

Laurens Pérol  – persönliche Statements zum Film
Wie lassen sich unsere persönlichen Lebensziele mit der Klimakrise, die unsere Zukunft bedroht, in Einklang bringen? Müssen wir uns einschränken? Wie viel meiner persönlichen Entscheidungen ist unvermeidlich politisch? Das sind Fragen, mit denen ich mich in meinem Leben und in meiner Arbeit als Regisseur täglich konfrontiert sehe. Aber wie geht man mit der Frustration, der Hoffnungslosigkeit und dem Gefühl der Ohnmacht um, das mit diesen Fragen einhergeht?
Als Kind hatte ich herausfordernden Phasen. Nach einigen schwierigen Jahren begann ich Trompete zu spielen – eine Entscheidung, die vieles auf den Kopf stellen sollte. Ohne es zu merken, begann ich, Ton für Ton, Übung für Übung, Tag für Tag, etwas zu entwickeln. Das konsequente tägliche Üben wurde zu einem Werkzeug, um mein eigenes Verhalten zu reflektieren und zu lernen, meine Grenzen herauszufordern. Ich lernte zu Üben und mir zuzuhören.

Der Stuttgarter Regisseur Laurens Pérol

Es ist genau dieses Werkzeug „Üben“, das Trine Hoffnung gibt, als für sie alles auf dem Spiel zu stehen scheint: Ihre Zukunft als Musikerin und ihre Prinzipien. Trine ist damit konfrontiert, in einer Zeit aufzuwachsen in der Zukunftsszenarien, Normen und Hoffnung vor dem Zusammenbruch stehen. Ist Aktivismus vielleicht die einzige konsequente Gegenreaktion auf solch eine existenzielle Krise?


ÜBEN ÜBEN ÜBEN – Å Øve portraitiert eine mutige Frau, die sich selbst treu bleibt und ohne Angst vor Konflikten immer wieder aus ihrer Komfortzone ausbricht. Ich will mit dem Film dazu inspirieren, den Zustand aufzusuchen, den Trine im Üben erlebt. Trine zeigt auf, wie es möglich ist eigene Gewohnheiten und Einstellungen immer wieder zu hinterfragen, sich dabei selbst treu zu bleiben und schließlich zu lernen, auf sich selbst zu hören.

Drama, 79 min. Kinostart: 05. September 2024, Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=tIEmX66CbBM

Aufbruch am Bodensee

Aus der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz wird die »Bodensee Philharmonie«. Die neue Spielzeit 2024/25 steht unter dem Motto SEE YOU.
Die neue Saison des Orchesters mit Sitz in Konstanz steht ganz im Zeichen des Aufbruchs sowohl auf künstlerischer- als auch organisatorischer Seite. Dafür steht auch der neue Name: Bodensee Philharmonie – er steht für eine verstärkte Zuwendung in die Region.

Bodensee Philharmonie. Pressefoto

Das Orchester will sich als Kulturbotschafter in die gesamte Bodenseeregion hinein engagieren und gleichzeitig mit neuen Spielorten ihre Präsenz in der Stadt verstärken.
Die musikalische Leitung hat auch künftig der beliebte Chefdirigent Gabriel Venzago inne. Neu dazu kommt vom Sinfonieorchester Basel der langjährige künstlerische Direktor Dr. Hans-Georg Hofmann, der als Intendant ad interim den Aufbruch des Orchesters in neue Regionen begleiten wird.

Chefdirigent Gabriel Venzago © Nikolaj Lund

Die Bodensee Philharmonie wird neben dem großen klassisch-romantischen Repertoire Vertreter der klassischen Moderne aufführen, aber auch Zeitgenossen wie Peteris Vasks, Luciano Berio oder Toru Takemitsu.
Musikbegeisterte in der Region Bodensee können sich auch 2024|2025 wieder auf zehn Philharmonische Konzerte freuen. Sie werden ein großes Spektrum an Komponisten, Epochen und Soloinstrumenten abbilden – darunter das im Konzertbetrieb selten zu hörende Alphorn, gespielt von Arkady Shilkloper, der das Alphornkonzert des Schweizer Saxophonisten und Komponisten Daniel Schnyder spielen wird.
Ein weiteres Highlight wird die Aufführung von Mendelssohn-Bartholdys Schauspielmusik zum »Sommernachtstraum« sein. Als Sprecherin konnte die aus TV und Film bekannte Schauspielerin Johanna Wokalek gewonnen werden.
Neben den Philharmonischen Konzerten im Konzil bietet das Orchester weitere Formate an: Im Rahmen der Musikvermittlungsreihe eduART finden kreative Konzerte für alle Altersgruppen statt. Für ein neugieriges, erfahrenes, aber auch neues Publikum veranstaltet die Bodensee Philharmonie erstmals Babykonzerte und innovative Xperiment-Konzerte an neuen und ungewöhnlichen Orten.
Bestehen bleibt die moZart-Reihe, wie auch die beliebten Kammer- und Inselkonzerte. Auch die Reihe der Bruckner-Konzerte im Konstanzer Münster unter Leitung des Ersten Gastdirigenten Marcus Bosch, wird fortgeführt.
In einer neuen Kooperation mit dem Theater Konstanz wird die Bodensee Philharmonie im Sommer 2025 im Freiluftheater auf dem Münsterplatz in der »Dreigroschenoper« zu erleben sein.
Das Angebot des Kultursemestertickets für Studierende und die Kulturtafel für Menschen mit geringem Einkommen bleiben ebenfalls bestehen.
Unterstützt werden die Pläne von der Exzellenz-Förderung des Bundes, die es unter dem Titel »Zukunftsmusik« ermöglicht, in unterschiedlichen Projekten und Konzerten in direkten Austausch und Kontakt mit der Stadtgesellschaft zu treten und gleichzeitig zu erforschen, welche zusätzlichen Qualifikationen ein Orchestermusiker oder eine -musikerin der Zukunft braucht, um als wichtiger Teil der Gesellschaft wahrgenommen zu werden.
Geplant ist ebenfalls eine Stärkung und Weiterentwicklung der institutionellen Verbindung zwischen dem Orchester und der Musikschule mit ihren zahlreichen Talenten. Nach dem fulminanten Auftakt der Jungen Bodensee Philharmonie, einem Paradebeispiel für die Zusammenarbeit von Musikschule und Philharmonie, wird es auch in der neuen Saison weitere Projekte geben.
Die Konzerteinführungen finden wieder im Studio der Philharmonie statt, jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn mit einer Dauer von einer halben Stunde, geleitet von Dr. Hans-Georg Hofmann zusammen mit Gabriel Venzago und weiteren Gästen.
Zu fünf Philharmonischen Konzerten werden die Generalproben für Publikum geöffnet.

Weitere Infos: www.philharmonie-konstanz.de

Themenwoche Demokratie

SEE YOU in einer Welt, in der jede/r
die gleichen Rechte hat. Aber wie erschaffen
wir diese Welt?

19. Jan – 26. Jan 25
Diese Themenwoche beschäftigt sich künstlerisch mit der Demokratie.
Eine Woche lang gibt es in Konstanz unterschiedlichste
Veranstaltungen wie Installationen, Performances, kleine Konzerte,
Vorträge und Ausstellungen. Ein Höhepunkt ist das Philharmonische
Konzert, das zeigt, wie KomponistInnen sich seit jeher mit dem Thema
Demokratie auseinandergesetzt haben.
Mehr Informationen zu dieser Themenwoche Mitte November

JEDERMANN

1949 spielte die Badische Landesbühne als allererste Premiere den Jeder*mann. Ihr 75-jähriges Jubiläum nimmt sie nun zum Anlass, Hofmannsthals wohl berühmtestes Stück mit heutigen Theatermitteln neu zu befragen…

Jeder*mann (c) Badische Landesbühne / Foto: Manuel Wagner

Jeder*mann hat alles, was ein glückliches Leben ausmacht: Geld, Macht, Zeit, jeden Tag Party. Da klopft der Tod an die Tür. Was bleibt Jeder*mann jetzt noch? Wer steht ihm bei in seinen letzten Stunden? Weder Buhlschaft, Mammon, Freunde noch Angestellte wollen helfen. Jeder*mann erkennt die Eitelkeit seines Lebens. Hofmannsthal zeichnet sich durch eine tiefe Reflexion über das Leben, die Liebe und die Vergänglichkeit aus. Als Meister der Sprache verstand es meisterhaft, in seinen Werken komplexe Themen auf poetische und gleichzeitig hochemotionale Weise zu behandeln. Auch in seinem berühmten Mysterienspiel stellt er die Frage nach Sinnverlust und Hoffnungslosigkeit in einem Leben, das sich nur an Wachstum, Wohlstand, Zerstreuung orientiert. Mit altertümlicher Form und Sprache wollte er das Theater erneuern. Und erschuf einen Klassiker, der nicht nur in Salzburg jeden Sommer der High Society den Spiegel vorhält.

Premiere: 13. September im Theater in Bruchsal, weitere Termine auch im Oktober in Bruchsal und an wechselnden Spielorten in BW –
Weitere Info, Termine und Karten: www.badische-landesbuehne.de und www.reservix.de

Foto: © Manuel Wagner

Boulez, Bruckner und Klänge aus dem Osten

Am 4. September 2024 feiert die Musikwelt den 200. Geburtstag von Anton Bruckner. Und so stehen die ersten Konzerte des SWR Symphonieorchesters zur Saison 2024/2025 ganz im Zeichen des österreichischen Sinfonikers, wenn am 12. und 13. September in Stuttgart bzw. am 15. September in Freiburg Pablo Heras-Casado Bruckners sechste Sinfonie und dessen Te Deum dirigieren wird. Ihm zur Seite steht mit Christina Landshamer, Sophie Harmsen, Daniel Behle und Franz-Josef Selig ein exquisites Solistenquartett, die Chorpartie gestalten gemeinsam das SWR Vokalensemble und der WDR Rundfunkchor. Bruckners einzigartige Bedeutung als Chorsinfoniker unterstreicht das SWR Symphonieorchester wenige Monate später mit der Aufführung der f-Moll-Messe – ebenfalls unter der Leitung von Pablo Heras-Casado.

Pablo Heras-Casado, Foto: Javier Salas

Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja ist Artistic Partner in der Saison 204/25

Bereits in der Spielzeit 2020/2021 war Patricia Kopatchinskaja beim SWR Symphonieorchester als Artist in Residence zu Gast. Nun kehrt sie als Artistic Partner für zwei Spielzeiten zum Orchester zurück und lässt sich in dieser Funktion nicht bloß als international bekannte Spitzengeigerin hören, sondern wird zugleich mit eigenen Programmideen aktiver Teil der künstlerischen Planungen. Zwei Formate wurden von ihr konzipiert: Im Februar 2025 kombiniert sie mit Dmitrij Schostakowitschs erstem Violinkonzert und György Ligetis „Mysteries of the Macabre“ zwei hochexpressive, doppelbödige Werke voll abgründigen Humors miteinander und tritt in beiden unter der Leitung von Ingo Metzmacher als Solistin auf. Für die „Linie 2“-Konzerte im November 2024 hat Kopatchinskaja ein „Peace Project“ gestaltet, in dem die traditionellen Grenzen zwischen Bühne und Publikum verschwinden und das Konzert zu einer klingend inszenierten Realität werden soll.

Patricia Kopatchinskaja
Foto: Marco Borggreve

„Als ich von dem Kriegsausbruch in der Ukraine hörte und im Fernsehen sah, wie die Menschen sich in einem Bunker versteckt haben, wie sie mit ihrer Angst um ihr Leben umgegangen sind: Das hat mich erschüttert. Und ich fragte mich: Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn man in so einem Unterschlupf gemeinsam sitzt? Welche Art von Musik – oder einfach: welche Klänge – hört man da? Woran denkt man in solch einer Situation? Diese Gedanken haben mich dazu bewogen, das ‚Peace Project‘ zu entwickeln – im Gedenken an die Opfer dieses schrecklichen Krieges.“

100 Jahre Pierre Boulez
Mit Pierre Boulez würdigt das SWR Symphonieorchester in der neuen Saison einen weiteren Jubilar. 100 Jahre wäre Boulez, der zeitlebens eine besonders enge Beziehung zum heutigen SWR pflegte, am 26. März 2025 geworden. Und so dirigiert François-Xavier Roth, der designierte Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters, im Rahmen der Pfingstfestspiele Baden-Baden 2025 zwei Konzerte am Pult des SWR Symphonieorchesters, bei denen neben Werken von Anton Bruckner und Maurice Ravel Pierre Boulez‘ „Notations“, „Cummings ist der Dichter“ und „Figures – Doubles – Prismes“ erklingen werden.

SWR Symphonieorchester © SWR/Patricia Neligan

Klänge aus dem Osten
Jenseits der beiden Jubilare Bruckner und Boulez ziehen sich sinfonische Werke aus Osteuropa wie ein roter Faden durch die neue Saison des SWR Symphonieorchesters – wenngleich in ganz unterschiedlichen Kontexten. So liegen Anatoli Ljadows „Der verzauberte See“, Josef Suks „Pohádka“ (Märchen) und Antonín Dvořáks „Mittagshexe“ jeweils fantastische Geschichten bzw. Märchen zu Grunde. Peter Tschaikowski hat sich hingegen für „Romeo und Julia“ und „Francesca da Rimini“ von großer Literatur inspirieren lassen. Aber auch aktuelle Zeitbezüge gehör(t)en zur (Ton)Sprache im musikalischen Osten: So griff Dmitrij Schostakowitsch in repressiven Zeiten des Stalinismus zur Chiffre wie bspw. in seiner vierten Sinfonie oder auch dem ersten Violinkonzert, in deren harten Kontrasten und musikalischer Zerrissenheit sich die damalige Unterdrückung widerspiegelt. Und schließlich spielte immer auch die Liebe zur Virtuosität in der osteuropäischen Musik eine prominente Rolle. Dafür stehen in der kommenden Saison u. a. Sergej Rachmaninows legendäres drittes Klavierkonzert wie auch Karol Szymanowskis Symphonie concertante, Alexander Skrjabins Klavierkonzert und Antonín Dvořáks Cellokonzert.

Gastkonzerte
Neben den traditionellen Auftritten bei den Donaueschinger Musiktagen, den Schwetzinger SWR Festspielen und dem Stuttgarter ECLAT Festival gastiert das SWR Symphonieorchester in der Saison 2024/2025 mit gleich drei unterschiedlichen Programmen in der Hamburger Elbphilharmonie, zudem im Konzerthaus Berlin, dem Konzerthaus Dortmund und der Kölner Philharmonie. Mit Konzerten in Mainz, Wiesloch, Villingen-Schwenningen, Karlsruhe und Heilbronn zeigt es sich aber auch verstärkt im Sendegebiet des SWR.

Stream
Zu erleben ist das SWR Symphonieorchester nicht nur im Konzert und in persönlichen Begegnungen, sondern auch in SWR Kultur sowie bei kostenlosen Videostreams auf SWR.de/so.

Kompositionswerkstatt
Seit einigen Jahren lädt das SWR Symphonieorchester junge Kompositionstalente zu einem Meisterkurs Orchesterkomposition ein, der in der kommenden Saison vom 28. April bis 1. Mai 2025 in der Musikhochschule Freiburg stattfinden wird. Im Mittelpunkt des Meisterkurses steht die Idee des Labors. Im lebendigen Austausch zwischen Komonist:innen, Dirigent:in, Mentor:innen und Orchestermitgliedern werden Partituren der jungen Komponist:innen intensiv geprobt, diskutiert und zur Aufführungsreife gebracht. Die detaillierte Ausschreibung findet sich ab dem 1. Juli 2024 auf SWR.de/so.

Info  & Kartenvorverkauf: SWR.de/so
SWR Ticketservice  Baden-Baden, Telefon: 07221 300 100 (Mo – Fr 10 – 16 Uhr)
E-Mail: swrticketserivce@SWR.de

 

Sonderauktion „Adolf Hölzel, Ida Kerkovius und ihr Kreis“

Das Auktionshaus Nagel in Stuttgart bietet am 25. September 2024 eine Sonderauktion mit Werken von Adolf Hölzel und Ida Kerkovius sowie deren Schüler u. a. Max Ackermann, Willi Baumeister, Maria Hiller-Foell, Oskar Schlemmer, Heinrich Eberhardt, Johannes Itten und Hermann Stenner.

Adolf Hölzel (1853 – 1934) Ohne Titel, um 1923. Pastell auf Papier. 48 x 60 cm
Ida Kerkovius (1879 – 1970) „Grünes sitzend“. Aquarell auf Papier. Signiert. 30 x 40 cm

Dazu lädt das Auktionshaus Nagel zudem Besitzer*innen ein, die aus mehr als 100 Arbeiten bestehende Sammlung mit entsprechenden Werken zu ergänzen.

Versteigerung: 25. September 2024
Besichtigung: 21. – 23. September 2024, 11 – 17 Uhr

Für kostenlose Schätzanfragen steht Expertin Frau Gerda Lenssen-Wahl, von Montag – Freitag, zwischen 9:00 Uhr und 17:00 Uhr zur Verfügung. Tel.: +49 (0) 711 – 6 49 69-340
E-Mail: lenssen-wahl@auction.de

Weitere Informationen finden Sie hier 

Willi Baumeister (1889 – 1955) „Badende“, 1911. Öl auf Karton. Monogrammiert. 49 x 53,8 cm
Oskar Schlemmer (1888 – 1943) „Ansicht der Gärtnerei beim Stuttgarter Pragfriedhof“, ca. 1911/1913. Öl auf Leinwand. Signiert. 80 x 96,5 cm

Abbildungen © VG Bild-Kunst, Bonn 2024 (für alle vetretenen Künstler)

Studienangebot Museum, Kunst, Pädagogik

Angebote entwickeln, Ausstellungen gestalten, Projekte initiieren, Zielgruppen ansprechen, Besucher*innen anregen, Raum für interaktive und partizipative Aktivitäten eröffnen etc. sind Anforderungen, die sich in Museen und Ausstellungskontexten stellen.
Diese nicht nur zu bewältigen, sondern sie pädagogisch professionell und didaktisch versiert zu arrangieren, stellt sich als eine besondere Herausforderung dar. Rezeptive und reflexive Auseinandersetzungsprozesse zu ermöglichen und zu fördern sowie Museen und Ausstellungskontexte in all ihren Facetten als Lernort und Bildungsraum zu verstehen und vermittlungsorientiert zu gestalten, ist Gegenstand des
Zertifikatsstudiums Museum – Kunst – Pädagogik.

(c) Clipdealer

Dieses Angebot richtet sich an haupt-, neben- und freiberuflich an Museen und in Ausstellungskontexten tätige Akteure*innen sowie diejenigen, die es werden möchten, um sich neben Ausstellungsdesign und Kommunikation insbesondere für professionelle pädagogische Vermittlungspraktiken weiterzubilden bzw. zu qualifizieren.
Das Zertifikatsstudium ist als virtuelles Format angelegt und beruht auf dem Blended-Learning-Konzept. Wissenschaftlich fundierte und gleichermaßen anwendungsorientierte Studieninhalte werden in Online-Seminaren mit Lern- und Transferaufgaben sowie Selbststudienphasen verknüpft, um ein berufsbegleitendes und familienfreundliches Studieren aufgrund der flexiblen Studienorganisation zu ermöglichen.

Das Zertifikatsstudium umfasst folgende Module im
Umfang von insgesamt 30 ECTS:

Modul 1 Kulturgeschichte(n) ausstellen
Modul 2 Besucher*innen-Orientierung in der
Vermittlungspraxis
Modul 3 Partizipative Projekte im Museum
Modul 4 Kunst im Museum
Modul 5 Sprechen durch und über Bilder
Modul 6 Projektmodul „Imaginäres Museum“

Das Zertifikatsstudium findet komplett online statt.
Studienstart: 21. Oktober 2024

(c) Institut für Weiterbildung und Hochschuldidaktik (IWH) Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

Termine der Online-Wochenenden (jeweils ganztägig):
Modul 1: 8./9. November und 29./30. November 2024
Einführung ins Projektmodul: 14. Dezember 2024
Modul 2: 10./11. Januar und
31.Januar/1. Februar 2025
Modul 3: 21./22. Februar und 7./8. März 2025
Modul 4: 21./22. März und 4./5. April 2025
Modul 5: 9./10. Mai und 23./24. Mai 2025
Modul 6 (Projektmodul): 18./19. Juli 2025 Projektpräsentationen

Vorteile:
Höchstmögliche Flexibilität und Zeitersparnis durchvirtuelle Durchführung und selbstgesteuerte Lernphasen
– Kurze Dauer bei hoher Qualität
– Persönliche Ansprechpartner für Ihre Anliegen
– Das gesamte Zertifikatsstudium kostet 3.000 €.
– Die Module können auch einzeln gebucht werden zum
Preis von je 600 €.
– Ratenzahlung ist auf Anfrage möglich.

Weitere Informationen: www.weiterbildung.ph-gmuend.de unter der Rubrik Weiterbildung.

Anmeldung und Kontakt:
Sabine Brenner (Geschäftsführung)
Zentrum für Wissenstransfer der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd
Tel. 07171 983-475, E-Mail: weiterbildung@ph-gmuend.de
Katja Schiefele M.A.
Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd
IWH – Institut für Weiterbildung und Hochschuldidaktik
Tel. 07171 983-473, E-Mail: weiterbildung@ph-gmuend.de

Sommer im Museum Ritter

Open-Air-Kino in der Passage des Museum Ritter
Das Museum Ritter zeigt an zwei Sommerabenden in der Passage
wieder Filme.

Samstag, 3. August 2024, 21 Uhr: 
Der Amerikaner Gil schwärmt für die Pariser Kunstszene der 1920er-Jahre. Hätte er nur damals gelebt, als sich Hemingway und Fitzgerald von der Magie der französischen Metropole verzaubern und Dalí oder Picasso zu Meisterwerken inspirieren ließen. Ein Wunsch geht für Gil in Erfüllung, als er mit seiner Verlobten in die Stadt der Liebe reist. Doch Inez hat kein Verständnis für seine Schwärmerei. Er streift allein durch die Nacht. Plötzlich geschieht etwas Wundersames: Eine Limousine hält und entführt den Träumer in eine verrückte Zeit. Gil findet sich inmitten seiner Idole wieder…

Midnight in Paris von Woody Allen, Filmstill © Frenetic

Donnerstag, 29. August 2024, 21 Uhr: The Danish Girl
Der Film erzählt die wahre Geschichte der Malerin Lili Elbe, die als Einar Wegener aufwuchs. In den 1920er-Jahren führt Einar mit seiner Ehefrau Gerda in Kopenhagen und Paris ein bewegtes Künstlerleben. Als Gerda ihren Mann bittet, als weibliches Modell für ihre Malerei zu posieren, findet sie in Einar eine ersehnte Muse. Tatsächlich aber ist nichts mehr, wie es war. Einar verwandelt sich in jene Frau, die er als seine wahre Natur empfindet. Es kommt zu einer Geschlechtsanpassung mit tragischem Ausgang. (Tom Hooper, 2015, 120 min)

Kartenpreis: € 12, inkl. vorherigem Ausstellungsbesuch,
Vorverkauf an der Museumskasse oder Abendkasse ab 19:45 Uhr
Die Filmvorführungen finden auch bei Regenwetter statt, die Sitzplätze sind überdacht. 

KulturGourmet
Warum nicht einmal einen Museumsbesuch mit kulinarischen Genüssen verbinden: Zum Beispiel im historischen und mit einem Michelin Stern ausgezeichneten Gasthof Krone unweit des Museums. Den kulturellen Auftakt bildet eine Führung durch die aktuellen Ausstellungen. Anschließend bietet der Gasthof Krone ein feines Menü, kreiert von Chef de Cuisine Erik Metzger und Maître Matthias Gugeler.
Nächste Termine: 11. August, 15. September, 11.30 Uhr
Buchung über Gasthof Krone, +49(0)7157.408849,
www.krone-waldenbuch.de
Zur Info: Gruppen können das Format KulturGourmet auch zum individuellen Wunschtermin buchen.

Anlässlich der aktuellen Sammlungspräsentation Hommage à la France lädt das Museum Ritter zu einer Lesung mit Gourmet Denis Scheck und zu einem Vortrag über die Pariser Kunstszene der Nachkriegszeit von Kuratorin Hsiaosung Kok ein.

Lesung mit Denis Scheck
Sonntag, 18. August, 18 Uhr
Der bekannte Literaturkritiker und Gourmet liest aus seinem Buch
Schecks kulinarischer Kompass –  Köstliches und Kurioses aus
meiner Küche und aller Welt (Piper Verlag)
Ob er von seinen Lieblingsgerichten mit Lauch schwärmt oder erklärt, wie man die perfekte Bouillabaisse kocht – Mit Sprachkunst erzählt er von seiner Leidenschaft für Essen und Trinken, mischt Literarisches und Persönliches, verrät Rezepte und gibt Restauranttipps.

Foto: © Andreas Hornoff im Cookies Cream, Berlin / Piper Verlag

Vortrag: Die Pariser Kunstszene der Nachkriegszeit
Freitag, 23. August, 18–19 Uhr
Die aktuelle Sammlungspräsentation Hommage à la France im Museum Ritter stellt Werke von über 50 Künstlerinnen und Künstlern vor, die in Paris gelebt und gearbeitet haben. Kunstschaffende aus aller Welt trafen in der Metropole an der Seine aufeinander. Wie lebendig der Austausch und die gegenseitige Inspiration innerhalb der eng vernetzten Kunstszene im Frankreich der Nachkriegszeit war, lässt sich angesichts der ausgestellten Arbeiten erahnen. In einem kenntnisreichen Vortrag erläutert Kuratorin Hsiaosung Kok die treibenden Kräfte der konstruktiven Kunst in Frankreich nach 1945 und öffnet allen Interessierten die Augen für eine Welt der elementaren Formen und Farben und deren sinnliche sowie räumliche Wirkweisen.
€ 10, inkl. vorherigem Museumsbesuch.

Vera Molnar, 9 carrés dispersés par le vent du large, 1999/2001; François Morellet, Objet non-identifié ancien, 1989; Daniel Buren, Die Farbe gesetzt/ersetzt H (8), 1992; Cadre décadré 19 D3, 2006; Jean Gorin, Composition spatiotemporelle multivisuelle n° 63, 1971; Vera Molnar, A dieu Knifer, n° 25, 2005; Hommage à Renoir, 1968; César Andrade, Hommage à J. Albers, 1984; Horacio García Rossi, Ohne Titel, 1976 © VG Bild-Kunst, Bonn 2024 / KünstlerInnen, Foto: Andreas Sporn

Weitere Infos: Museum Ritter
Alfred-Ritter-Straße 27
71111 Waldenbuch
Tel.: +49(0)7157. 53511-0

Öffnungszeiten:
Di. bis So. 11 – 18 Uhr
montags geschlossen

www.museum-ritter.de