Frank Kunert – Wunderland

Frank Kunert (*1963) baut aufwendige Objekte unter anderem aus Leichtschaumplatten, Holz, Pappe und Farbe, die er anschließend fotografisch in Szene setzt. Diese Fotografien der „kleinen Welten“ erschaffen mit ihren Alltagsmotiven eine Illusion von Realität. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Offenburg nimmt uns mit über 60 Fotografien und einigen Modellen in ein faszinierendes „Wunderland“.

Drive in 2012 (c) Frank Kunert

Faszinierend detailreich stellt der Fotograf Frank Kunert dabei die ganze Vielfalt des Lebens dar, von der Tragik bis zur Komik. Er thematisiert dabei oftmals kritisch, aber auch mit einem Augenzwinkern, unser Verhalten bezogen auf die Umwelt sowie unsere Mitmenschen. Die Werke geben den Betrachter*innen die Möglichkeit, sich in die Situation hineinzuversetzen.

Spielabbruch 2019 (c) Frank Kunert

Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, denn der Künstler gibt nicht vor, wie die Situation außerhalb des Ausschnittes weitergehen könnte. Eine große Rolle tragen außerdem die Titel der Werke, so kommt den Betrachter*innen sicher keine riskant abbrechende Autobahn in den Sinn, wenn sie den Titel „Fahrt ins Blaue“ hören.

Museums-Flyer zur Ausstellung hier klicken

Dauer: bis 7. April 2024

STÄDTISCHE GALERIE OFFENBURG
Amand-Goegg-Str. 2 / Kulturforum
D – 77654 Offenburg
Fon 0781 – 82 2040
https://galerie-offenburg.de/besuch/

Mittwoch – Freitag 14 – 18 Uhr
Samstag und Sonntag 11 – 17 Uhr
Montag und Dienstag geschlossen

»Das Gedicht als Augenblick von Freiheit«

Für Hilde Domin, die bis zu ihrem Tod 2006 in Heidelberg lebte und deren Nachlass im DLA bewahrt wird, war Literatur von existenzieller Bedeutung und Lyrik ein Ausdruck von Freiheit. Am Ende ihres Exils begann die nach Santo Domingo emigrierte Jüdin mit dem Schreiben, ihr Debüt „Nur eine Rose als Stütze“ machte sie berühmt. Im Rahmen des Literatursommers Baden-Württemberg, der sich 2024 dem Thema ›Freiheit‹ widmet, unterhalten sich in Fellbach Aleida Assmann, die Friedenspreisträgerin von 2018, mit Jan Bürger und Nikola Herweg, die mehrere Bücher von Hilde Domin herausgegeben haben. Doris Wolters liest dazu ausgewählte Gedichte und Briefstellen.

Mi. 8.5.2024, 19:30 Uhr, Stadtbücherei Fellbach
Eine Veranstaltung der Kulturgemeinschaft Fellbach e.V. im Rahmen des Literatursommers 2024 der Baden-Württemberg Stiftung, Informationen: www.kulturgemeinschaft-fellbach.de

100 Jahre Kafka

Am 3. Juni 2024 jährt sich der Todestag des Schriftstellers und gebürtigen Pragers Franz Kafka zum hundertsten Mal. Das Projekt Kafka 2024 informiert über Veranstaltungen, über Wettbewerbe und Ausschreibungen, Hintergrundinformationen. Es gibt Blogs und viele weitere Beiträge und Hintergrundberichte über Franz Kafka, sein Lebens und Werke.
In der multikulturellen Stadt Prag in Deutsch und Tschechisch aufgewachsen, erlebte Kafka nicht nur die gegenseitige Befruchtung und Überschneidung der deutschen, tschechischen und jüdischen Kulturen, sondern auch den steigenden Nationalismus und auch Antisemitismus, Themen, die uns heute ebenfalls beschäftigen. Und nicht zuletzt achtete er zeitgemäß auf gesunden Lebensstil und Ernährung, möglicherweise ist nicht allgemein bekannt, dass er Vegetarier war.
Hier geht es zur Website von Kafka2024 

Tipp: Ulrich Matthes liest »Die Verwandlung« von Franz Kafka

Kafkas bekannteste Erzählung rund um die Verwandlung des Handlungsreisenden Samsas in ein riesiges Ungeziefer zählt zur Weltliteratur und hat längst Einzug in den schulischen Lehrplan gefunden. Insbesondere die Verbindung des beklemmenden Themas mit einer vollkommen nüchternen Erzählweise, der distanzierten Beschreibung einer undurchsichtigen und diffus bedrohlichen Situation zählen zu den eindrücklichsten Merkmalen Kafkas Erzählstil. Die bedrohliche Atmosphäre, die von Seite zu Seite wächst, hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren.
. Mit seiner unverwechselbaren Stimme nimmt uns der Schauspieler und Sprecher Ulrich Matthes mit in die sich immer weiter zuspitzende und ausweglos werdende Situation Gregor Samsas.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Literaturarchivs Marbach mit dem Schauspiel Stuttgart und der Akademie für gesprochenes Wort.
Fr. 31.5.2024, 20:00 Uhr, Kammertheater Schauspiel Stuttgart

Tickets: www.schauspiel-stuttgart.de

Junge Kunst- Arthur Metz

Unter dem Titel „Le jeune européen“ sind derzeit in der Galerie der Stadt Backnang Arbeiten des jungen französischen, im Elsass lebenden Malers Arthur Metz zu sehen.

Arthur Metz, Mönchhalde, 2021, 185 x 240 cm, Acryl auf Sperrholz, Foto: Arthur Metz

Metz (*1988) hat bei Prof. Cordula Güdemann an der Stuttgarter Kunstakademie studiert und ist mit der Region vertraut, wie eine Bilder-Serie mit stimmungsvollen nächtlichen Stuttgart-Panoramen eindrucksvoll zeigt. In seinen Serien untersucht Arthur Metz nicht nur seine Umgebung, sondern auch seine Generation: wie sie lebt, was sie erlebt, ihre Einsamkeit in Zeiten sozialer Netzwerke und ihre Existenz in einer komplexer, aber offensichtlich nicht besser werdenden Welt: Open-air-Konzerte, Partys, Urlaub in Spanien, das Erwachsenwerden, politische Proteste und Landschaften sind die Motive seiner überwiegend auf Holzplatten gefertigten, mit Acrylfarbe in aquarellartig dünnen Schichten aufgetragenen Malereien.

Arthur Metz, Let there be light, 2019, 270 x 190 cm, Gouache auf Papier, Foto: Arthur Metz

Aber auch Naturerscheinungen wie Bäume oder Quallen faszinieren den Maler. Mit ihrem ruhig-nachdenklichen Unterton lassen die Bilder eine gewisse Wesensverwandtschaft mit der deutschen Malerei der Romantik erkennen, sind gleichzeitig aber zweifellos im Hier und Jetzt verankert und suchen die Auseinandersetzung mit unserer Zeit.

Arthur Metz, The young European, 2020, 25 x 29 cm, Wasserfarbe auf Papier, Foto: Arthur Metz
Arthur Metz, Dance in France (boys version), 2014, 25 x 22 cm, Gouache auf Papier, Foto: Arthur Metz

Arthur Metz – Le jeune européen 02.03.2024 – 26.05.2024
Mehr Info: www.galerie-der-stadt-backnang.de

Mehr über den Künstler und  zur Ausstellung - Reinhören: SWR2Podcast

art fair Schwäbisch Gmünd

Der Gmünder Kunstverein veranstaltet in Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt Schwäbisch Gmünd eine Verkaufsmesse für zeitgenössische Kunst im Kulturzentrum Prediger im Turnus von zwei Jahren. Die umfangreiche Präsentation erstreckt sich über den gesamten Innenhof, die Empore und den Festsaal des Predigers. Die Messe wird nach bewährtem Konzept durch musikalische Darbietungen dezent umrahmt.
Aus der Vielzahl von regionalen und überregionalen Anmeldungen wurden über 40 Kunstschaffende von einer Jury ausgewählt, ihre aktuellen Arbeiten zu präsentieren. Mit dabei sind zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den letzten Jahren, aber auch Kunstschaffende, die neu dabei sind oder lange nicht mehr vertreten waren. Wie bei den vergangenen erfolgreichen Kunstmessen wurde auf eine große Bandbreite an künstlerischen Ausdrucksformen und Stilen geachtet.

Eröffnung am Freitag 15. März, 19 Uhr
Fr 15.3. 18-22 Uhr > Sa 16.3. 11-23 Uhr > So 17.3. 11-16 Uhr
Bewirtung an allen Messetagen mit Bistro und Café im Prediger Innenhof

Eintritt frei Spenden sind willkommen!
Kulturzentrum Prediger
Johannisplatz 3
73525 Schwäbisch Gmünd
Weitere Info: www.gmuender-kunstverein.de/kunstmesse-2024

»Die Reise des G. Mastorna«

Foto:  Ensembleschauspieler Steffen Gangloff als Giuseppe Mastorna, Foto: Susanne Reichardt.

Mit einem außergewöhnlichen Bühnenkonzept bringt das Theater und Orchester Heidelberg sein nächstes Schauspiel auf gleich zwei Bühnen: »Die Reise des G. Mastorna« ist zeitgleich im Alten Saal und im Marguerre-Saal zu sehen. Das Theaterspektakel basiert auf einem nie verfilmten Drehbuch des legendären Filmemachers Federico Fellini.
Premiere / 20. März 2024 / 19:30 Uhr / Alter Saal und Marguerre-Saal
Das Stück wird im Anschluss an die Premiere bis Ende März und anschließend wieder an vier aufeinanderfolgenden Tagen im Juli gezeigt.

Nie verfilmtes Drehbuch

Die italienische Filmlegende Federico Fellini war einer der radikalsten Regisseure der Filmgeschichte und öffnete mit seinen vielfach oscarprämierten Filmen die Fantasie seines Publikums, böse, kritisch, melancholisch und poetisch. Es wäre sein bester Film geworden, sagte der italienische Filmregisseur und Drehbuchautor Federico Fellini einst über »Die Reise des G. Mastorna«. Das von ihm verfasste und krankheitsbedingt nie verfilmte Filmskript ist die Geschichte des Cellisten Giuseppe Mastorna, der auf einem Flug zu einem Konzert in einer unbekannten Stadt notlanden muss. Anfangs froh, dem tödlichen Absturz entkommen zu sein, muss er dort bald feststellen, dass die Dinge nicht sind wie sie scheinen. Mythologische Wesen schleichen durch das Stadtgeschehen, fantastische Prozessionen werden abgehalten, alle Versuche des Cellisten, sich auf den Heimweg zu begeben, scheitern und als er schließlich einem totgeglaubten alten Freund begegnet, begreift Giuseppe Mastorna, dass der merkwürdige Ort, an dem er sich befindet, mehr ist als nur eine ihm unbekannte, etwas sonderbare Kleinstadt.

Neue und unbekannte Einblicke  in das Heidelberger Theater

Das Theater und Orchester Heidelberg bringt Fellinis Meisterwerk mit Hilfe seiner einzigartigen Architektur gleich auf zwei Bühnen: Denn der vor gut elf Jahren sanierte Theaterbau vereint historische und neu gebaute Gebäudeabschnitte und damit auch Theatersäle in beiden Stilen und lässt sie miteinander verschmelzen. So teilt sich der moderne Marguerre-Saal eine geräumige Hinterbühne mit dem Alten Saal – ein Ort, von dem aus beide Säle einsehbar sind und nun der Schauplatz für das Theaterspektakel »Die Reise des G. Mastorna«.

Publikum im Bühnengeschehen

Der Heidelberger Künstler und Bühnenbildner Sebastian Hannak hat für diesen ganz besonderen Schauplatz ein maßgeschneidertes Bühnenbild entworfen: Der Spezialist für Raumbühnen und aufsehenerregende Bühneninstallationen verwandelt die Heidelberger Bühnen in ein Cinecittà-Filmsetting, eine italienische Piazza mit Bistrotischen und liebevoll gestalteten Fassaden. Das Publikum wird direkt einbezogen und erlebt das Bühnengeschehen in der Filmstadt sitzend ganz unmittelbar um sich herum. Unterstützt wird Hannaks Bühnenbild vom aufwendigen Einsatz mehrerer Live-Kameras.

Für die Inszenierung von »Die Reise des G. Mastorna« kehrt Regisseurin Bernadette Sonnenbichler zurück ans Theater Heidelberg. Heute Oberspielleiterin am Düsseldorfer Schauspielhaus, brachte sie zuletzt den »Steppenwolf« nach Hermann Hesse (Spielzeit 2016/17) auf die Heidelberger Bühne. Jetzt entdeckt sie in einer eigenen Bühnenbearbeitung den fantastischen Filmstoff Federico Fellinis neu.

Weitere Informationen sowie Karten unter www.theaterheidelberg.de oder an der Theaterkasse, Theaterstraße 10; 06221 / 58 20 000; tickets@theater.heidelberg.de

 

Kunst und Fälschung

Erstmalig bringen das Kurpfälzische Museum und das Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg eine Vielzahl von Kunstfälschungen zur Ausstellung. Die Schau Kunst und Fälschung wird ergänzt durch kostbare Originale aus Köln, Frankfurt, München, Berlin und Heidelberg.

Gegenüberstellung von Echt und Falsch

Die angeblich originalen Gemälde, Zeichnungen und Drucke von Künstlern und Künstlerinnen wie z.B. Lucas Cranach dem Älteren, Rembrandt, Vincent Van Gogh, Paula Modersohn-Becker, Salvador Dalí oder Pablo Picasso fanden auf unterschiedlichem Weg in den Kunsthandel.

Täuschend echt und gut getarnt gelangen Kunstfälschungen immer wieder in den Handel. Werden sie beschlagnahmt, verschwinden sie häufig in den Asservatenkammern der Landeskriminalämter.
Spektakulär in der Ausstellung ist das jüngste Werk im Stil Rembrandts, eine Leihgabe aus Amsterdam. Das computergefertigte Porträt ist das Ergebnis des Projektes „The Next Rembrandt“ und entstand mittels künstlicher Intelligenz und 3D-Druck. Die Kunstwelt ist ebenso verblüfft wie gespalten angesichts dieses technologisch erzeugten Bildes. Denn zeigt es uns vielleicht auch die Zukunft der Kunstfälschung und der damit gegebenen Möglichkeiten?

Abbildung: The Next Rembrandt, mittels KI und 3D-Drucker erzeugtes Kunstwerk, hervorgegangen aus einem interdisziplinären Forschungsprojekt, Abbildung: Wikimedia Commons

Die Ausstellung bietet die einzigartige Gelegenheit, demaskierte Fälschungen selbst in Augenschein zu nehmen und sie auch in einigen Fällen authentischen Werken gegenübergestellt zu bekommen. Auch zwei Fälschungen Wolfgang Beltracchis nach Heinrich Campendonk und Johannes Molzahn finden sich echten Werken der beiden Künstler zu einer eindrucksvollen Konfrontation gegenübergestellt. Die Fehler der Fälscher werden nachvollziehbar erklärt, ebenso die Methoden der Kunstexpertise. Dazu gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm

Wolfram Ulrich

Eine neue  Ausstellung in der kunsthalle weishaupt in Ulm beleuchtet anhand von Werken aus der Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt sowie Leihgaben das über vier Jahrzehnte umfassende Schaffen des Künstlers Wolfram Ullrich.

Wolfram Ullrich schneidet und faltet Stahl wie andere Papier. Was daraus entsteht, sind großformatige, scheinbar schwebende Reliefs, deren räumliche Wirkung ihre tatsächlichen Dimensionen weit überschreitet.
Seit Beginn seines Schaffens treibt den Stuttgarter Künstler (*1961) die Frage an, wie aus planer Fläche ein räumliches Objekt werden kann. In frühen Arbeiten bedingt allein ein Schnitt ein erstes Erforschen von Dreidimensionalität. Im Zusammenfügen von Teilen entstehen später Reihungen, die ein Gefühl von Tiefe vermitteln. Dabei greift Ullrich zu unterschiedlichsten Formaten und Materialien. So treten in dieser Einzelausstellung kleinere feine Tuschearbeiten auf Papier in Dialog mit massiven gerosteten Stahlsegmenten. Geometrische Reliefs aus Sperrholz kontrastieren mit den glänzenden Oberflächen farbig strahlender Stahlpolyeder.

OnlineWolfram Ullrich_MITA, 2014 (c) beim Künstler

Doch Ullrichs Erforschen von Dreidimensionalität endet nicht bei einer frei stehenden Skulptur. In einigen seiner ausgestellten Arbeiten erschafft er Darstellungsformen, in denen sich Räume eröffnen, die nur im Auge der Betrachtenden existieren. Hier widersprechen sich Anschauung und Physis, und seine flachen Wandobjekte verwandeln sich in schwebende (Vorstellungs-)Räume. Trapezförmige Flächen scheinen sich in die Wand hineinzuarbeiten, Rechtecke kippen uns entgegen, Ellipsen aus farbiger Fläche und gebürsteten Stahlkanten gleiten schwerelos dahin. Ullrich perfektionierte in diesen Arbeiten den Einsatz von Kanten, das Spiel mit dem tatsächlichen Schatten und dessen Imitation, um augentäuschende Kunst zu schaffen, die immer wieder die Frage nach Realität und Illusion umkreist.
Dass nichts ist, wie es scheint, und unser Eindruck von Größe und Proportion jeweils abhängig vom Standpunkt ganz unterschiedlich sein kann, lässt sich ebenfalls eindrucksvoll in der Ausstellung erleben. Je nach Blickwinkel erscheint die gleiche Form mal als Quadrat und mal als schmales Rechteck. Ullrichs Kunst ist eine, die ihre volle Wirkung nur in situ entfaltet. Die großen, hellen Räume der kunsthalle weishaupt bieten dazu die ideale Architektur.


kunsthalle weishaupt, Hans-und-Sophie-Scholl-Platz 1, 89073 Ulm
www.kunsthalle-weishaupt.de

Droste-Preis für Esther Kinsky

Esther Kinsky erhält den Droste-Preis 2024 der Stadt Meersburg. Geehrt wird sie für ihr literarisches Werk, das Lyrik, Erzählprosa, Übersetzungen und Essayistik umfasst.

Esther Kinsky © Heike Steinweg
Esther Kinsky (1956*) wuchs im Rheinland auf und ist auch für ihre Übersetzungen aus dem Polnischen, Russischen und Englischen bekannt geworden. Zu ihren bekanntesten Werken gehören der Gedichtbände „Aufbruch nach Patagonien“ und „Schiefern“, der Roman „Am Fluss“ und die Erzählung „Weiter Sehen“. Sie erhielt bereits zahlreiche namhafte Preise, so u.a. mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis, Kleist-Preis und dem Paul-Celan-Preis. 2019 wurde sie in die „Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung“ aufgenommen.

Ob es um die vom Erdbeben verwüstete Bergregion im Friaul, um Schieferabbau auf den Hebriden oder um die Renovierung eines Kinos in der ungarischen Provinz geht: ihre Texte zeigen Kinskys Leidenschaft sich in abseitige Regionen zu begeben und diese mit einer immer wieder neu suchenden Sprache zu beschreiben. Mit Annette von Droste-Hülshoffs Werk verbinden Esther Kinskys Texte die Doppelorientierung auf genaues Sehen und auf eine sich selbst reflektierende, poetische Sprache. Ihr Werk setzt eigenwillige Akzente auf nature writing, wie sie Annette von Droste-Hülshoff gefallen hätten. Nature Writing beleuchtet das Verhältnis des Menschen zu seiner Umgebung – zu Landschaft, Lebenswelt und anderen Lebewesen. Häufig verbinden sich autobiografische Elemente mit essayistischen Reflexionen über die gesellschaftlichen Umstände und das eigene Naturerleben. Beide Autorinnen sehen kritisch und mit einer intellektuellen Schärfe auf ihre Zeit, die sie zwar durch subtile Ironie und sprachliche Brillanz, aber ohne die kleinste Beimischung von Prunk und Pathos abmildern.
Die Preisverleihung: Sonntag, 16. Mai 2024, 11.00 Uhr, Neues Schloss Meersburg

arsmondo-Tipp
Esther Kinsky spricht in dem Podcast Dichtung & Wahrheit #8, wieso sollten wir überhaupt noch ins Kino gehen?

Martin Suter

Der Schweizer Bestseller-Autor  Martin Suter stellt im März 2024 seinen aktuellen Roman Melody auf Tour in Deutschland und der Schweiz vor.

Über das Buch: In einer Villa am Zürichberg wohnt Alt-Nationalrat Dr. Stotz, umgeben von Porträts einer jungen Frau. Melody war einst seine Verlobte, doch kurz vor der Hochzeit – vor über 40 Jahren – ist sie verschwunden. Bis heute kommt Stotz nicht darüber hinweg. Davon erzählt er dem jungen Tom Elmer, der seinen Nachlass ordnen soll. Nach und nach stellt sich Tom die Frage, ob sein Chef wirklich ist, wer er vorgibt zu sein. Zusammen mit Stotz’ Großnichte Laura beginnt er, Nachforschungen zu betreiben, die an ferne Orte führen – und in eine Vergangenheit, wo Wahrheit und Fiktion gefährlich nahe beieinanderliegen. (diogenes Verlag 978-3-257-07234-1)

Termine:
17.3.2024 Köln · Gürzenich
18.3.2024 Stuttgart · Liederhalle
19.3.2024 München · Volkstheater
20.3.2024 Berlin · Urania
21.3.2024 Hamburg · St. Pauli Theater
26.3.2024 Zürich (CH) · Volkshaus
27.3.2024 Bern (CH) · Theater National

Weitere Info und Karten: eventim 

Martin Suter, Foto: © Joël Hunn
Martin Suter
Martin Suter wurde 1948 in Zürich geboren. Seine Romane und ›Business-Class‹-Geschichten sind auch international große Erfolge. Seit 2011 löst außerdem der Gentleman-Gauner Allmen in einer eigenen Krimiserie seine Fälle, derzeit liegen sieben Bände vor. 2022 feierte der Kinofilm von André Schäfer ›Alles über Martin Suter. Außer die Wahrheit‹ am Locarno Film Festival Premiere. Er lebt mit seiner Tochter in Zürich.
Mehr über Martin Suter: https://www.martin-suter.com/