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Klosterkonzerte Maulbronn
Musikfestival im UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Klosterkonzerte Maulbronn bieten von 16. Mai bis 27. September ein außergewöhnliches Musikerlebnis inmitten der beeindruckenden Kulisse der ehemaligen Zisterzienserabtei Maulbronn. Seit ihrer Gründung im Jahr 1968, hat sich die Konzertreihe zu einem renommierten Festival für klassische Musik in Baden-Württemberg entwickelt. Hier treffen internationale Künstlerinnen und Künstler auf ein begeistertes Publikum und füllen die historischen Gemäuer mit lebendigen Klängen.
Das Programm 2026 reicht von Barock, Klassik bis Jazz und Weltmusik. Veranstaltungsorte wie die Klosterkirche und das Laienrefektorium bieten dabei eine ganz besondere Atmosphäre.
Zu den herausragenden Ensembles und Solisten gehören in diesem Jahr Barock_Plus, Thorsten Hülsemann, Vincent Dubois und Christian Poltéra. Weiter bereichern die Hanke Brothers, das Helsinki Baroque Orchestra, Karidion Brass sowie die Blockflötistinnen Lucie Horsch und Dorothee Oberlinger das Festival.
Dorothee Oberlinger, Pressefoto
Die Kammermusikwoche im September bildet einen festen Bestandteil des Festivals: 2026 konzertiert der Pianist Bernd Glemser – seit 20 Jahren permanent Artist in Residence in Maulbronn – u.a. mit musikalischen Partnern wie Mirijam Contzen, Dimitri Ashkenazy, Joël Marosi und dem Gewandhaus-Quartett.
Das Zusammenspiel von Maulbronner Kammerchor und Hannoversche Hofkapelle im Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy bildet eines der Höhepunkte im Bereich geistlicher Musik.
Und die beliebten Wanderkonzerte mit dem Maulbronner Kammerchor verbinden anspruchsvolle Chormusik mit dem Naturerlebnis im Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Auf unterschiedlichen Wanderrouten finden Kurzkonzerte in Kirchen und Höfen statt, Rastmöglichkeiten mit regionalen Spezialitäten sorgen für Stärkung.
Weitere Informationen und das komplette Programm: www.klosterkonzerte.de, Karten unter Fon 07043 10311
21. Silbertriennale International
Ob Schalen oder eine Teekanne, Vasen oder eine Laterne – die Bandbreite an Objekten der 21. Silbertriennale International ist groß. Das Schmuckmuseum Pforzheim zeigt die ausgewählten Arbeiten dieses Wettbewerbs zur Förderung der zeitgenössischen Silberschmiedekunst, den die Gesellschaft für Goldschmiedekunst und das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau seit 1965 ausrichten. Durch Präsentationen im In- und Ausland ist er zu einer weltweit anerkannten Ausstellungsreihe geworden. Auch dieses Mal sind ausgefallene Silberobjekte zu sehen, die in ihrer Gestaltung und Fertigung von handwerklicher Präzision und künstlerischer Raffinesse zeugen. Das Spektrum der Exponate fasziniert durch seine Vielfalt. Die Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Gebrauchsgegenstand und Kunst und spielen mit den ästhetischen Materialqualitäten von Silber. Im Dialog sind Highlights des Schmuckmuseums aus Silber und Diamanten sowie aus der ethnografischen Sammlung zu sehen.
Flasche „Bottle in Silver“, Silber, Leder / Lee Sungyeoul, 2023 , Foto Sangduk Han
Kühle Brillanz – Highlights des Schmuckmuseums aus Silber und Diamanten
Alles, was glänzt, zieht die Blicke auf sich. Kein Metall vermag das Licht so stark zu reflektieren wie Silber, und die kühle Brillanz von Diamanten kommt erst durch die Fassung in weißem Edelmetall voll zur Geltung. In der historischen Sammlung werden Schlaglichter auf die vielfältige Bedeutung von Silber geworfen. Ebenfalls werden Interventionen mit ausgewählten Stücken von Grosse Sterling zu sehen sein, und eine Multimedia-Inszenierung stellt das Metall kulturhistorisch vor.
Afghanistan, Oman oder Schwarzwald?
Glanzstücke aus Silber der ethnografischen Sammlung Herion
Älteste Silberfunde stammen aus dem fünften vorchristlichen Jahrtausend und wurden in der Gebirgsregion zwischen Anatolien und Afghanistan ausgegraben. Aber auch im südlichen Schwarzwald wurde seit dem Mittelalter Silberbergbau betrieben. Der Ausstellungsbereich „Was ist Schmuck?“ kann im Hinblick auf Silber neu entdeckt werden, nicht zuletzt mit einem digitalen Grabungstisch, der kleine und große Besucher zu Archäologen werden lässt.
17. Mai 2026 bis 6. Januar 2027. Eröffnung am Internationalen Museumstag, Sonntag, 17. Mai, 17 Uhr
Der New Yorker Künstler Alex Katz ist einer der einflussreichsten Künstler der US-amerikanischen Gegenwartskunst. . Die Ausstellung in der Kunsthalle Tübingen, die in enger Zusammenarbeit mit Alex Katz konzipiert wurde, legt ihren Fokus auf das Spätwerk des Künstlers. Dieses wird erstmals seit längerer Zeit in Deutschland umfassend präsentiert. 1927 geboren, wurde er häufig mit der Pop-Art in Verbindung gebracht: „Alex Katz ist jedoch mehr als das“, so Nicole Fritz, die Direktorin der Kunsthalle Tübingen und Kuratorin der Ausstellung. „Er ist ein transzendentaler Realist, der sich seit mittlerweile 70 Jahren immer wieder neu entwirft, um die Wahrnehmungen der Welt, die uns umgibt, in zeitlose Kunst zu verwandeln.“
Insgesamt umfasst die Schau 40 großformatige Arbeiten, von denen 15 direkt aus dem Atelier des Künstlers stammen. Die Werke „Days End, 1“ (1998) und „Tree, 12“ (2020) werden erstmals in Europa gezeigt. Trotz seines nahezu 99-jährigen Alters arbeitet Katz weiterhin an neuen Werkreihen. Im Rahmen seiner über siebzigjährigen künstlerischen Tätigkeit zeigt sich, dass er sich heute zunehmend dem unmittelbaren Prozess der Malerei widmet und dabei mit panoramaartigen, gestischen Arbeiten die Grenzen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit erkundet.
Seine reduzierten, plakativen Darstellungen – insbesondere Frauen mit Hüten oder dynamische Partyszenen in kräftigen Farben – machten Katz in den 1970er Jahren zum international bekannten Chronisten des amerikanischen Alltagslebens und gelten heute als Ikonen der Kunstgeschichte. Die Ausstellung veranschaulicht anhand zentraler Werkgruppen wie Mode, Bäume, Blumen und Wasser die charakteristischen Arbeitsweisen des Künstlers. Neben Gemälden aus den 1990er Jahren bis zur Gegenwart werden auch Vorstudien und Cartoons aus den letzten Jahren präsentiert. Zusätzlich vermittelt die Ausstellung, welche Bedeutung Tanz und Film für die Entwicklung des individuellen Stils von Alex Katz haben.
Katz verarbeitet in seinen Werken Momentaufnahmen des Alltagslebens – das, was er als „Jetzt“ bezeichnet – und übersetzt diese in Malerei. Ob Porträts nahestehender Personen, Bewegungen einer Tänzerin, Lichtreflexe auf Wasserflächen oder fallendes Herbstlaub: Diese Motive werden dem Zeitfluss entnommen und in konzeptioneller Malerei mit emotionaler Zurückhaltung dargestellt. Zur Ausstellung ist ein begleitender Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König erschienen. Dauer: Bis 13. September 2026 in der Kunsthalle Tübingen
Neuer Film über Ingeborg Bachmann
Anlässlich des 100. Geburtstags von Ingeborg Bachmann präsentiert Regisseurin Regina Schilling mit ihrer Dokumentation INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR eine faszinierende und zugleich kluge Annäherung an eine der einflussreichsten Schriftstellerinnen des vergangenen Jahrhunderts.
Die Filmemacherin Regina Schilling nimmt das Publikum mit auf eine poetische Entdeckungsreise, bei der die Entstehung von Kunst sichtbar wird: Die Schauspielerin Sandra Hüller taucht an einem fiktiven Tag in Bachmanns Leben ein und verleiht ihren Worten spürbare Intensität. Der Film verbindet auf raffinierte Weise improvisierte Spielszenen, historische Archivaufnahmen, Interviews und Bachmanns eigene Texte, um die wichtigsten Stationen ihres Lebens zu beleuchten – von der Kindheit im kriegs-geprägten Kärnten über den Aufstieg zur prominenten Persönlichkeit der Gruppe 47 bis hin zu den letzten Lebensabschnitten in Rom.
Der Weg ist geprägt von schwierigen Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch sowie dem ständigen Streben nach einer eigenständigen, kompromisslosen Sprache zwischen öffentlicher Anerkennung und existenziellen Herausforderungen. Dank Sandra Hüllers eindringlicher Darstellung und der gekonnten Zusammenstellung von Archiv-material wird Bachmanns sprachliche Kraft auf der Leinwand unmittelbar spürbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR bietet ein filmisches Porträt, das die Stärke und Verletzlichkeit einer Künstlerin würdigt, die sich jeglicher Vereinnahmung entzogen hat und deren Werk bis heute eine außergewöhnliche Strahlkraft besitzt. Kinostart: 25.06.2026
Heidelberger Stückemarkt
Als eines der renommiertesten Theaterfestivals – beheimatet am Theater Heidelberg – bietet der Stückemarkt auch 2026 vom 24. April bis 3. Mai 2026 in eindrücklicher Weise wieder einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen und das große Spektrum an Formen, Erzählweisen und thematischen Setzungen in der zeitgenössischen deutschsprachigen Dramatik. Gastland des diesjährigen Festivals ist Kanada.
Erased – Open Heart – Surgery Theatre (Kanada), Foto: Henry ChanEin wenig Licht. Und diese Ruhe von Sibylle Berg in der Regie von Lena Brasch/ Ensemble Theater Hannover, Foto: Jörg Brüggemann
Aus rund 100 Einsendungen hat das Stückemarkt-Team sechs neue Stücke aus dem deutschsprachigen Raum für den Autor*innenwettberb 2026 nominiert. Sie werden am ersten Festivalwochenende in Lesungen im Zwinger 3 vorgestellt, die parallel auch wieder in Livestreams unter www.heidelberger-stueckemarkt.de abrufbar sein werden.
Wald – von Miriam V. Lesch, Ensemble Theater Lübeck Foto (c) Sinje Hasheider
Eröffnet wird der Stückemarkt am Freitag, 24. April 2026, mit der Uraufführung von Yannic Han Biao Federers »Asiawochen«. Premiere ist um 20:00 Uhr im Zwinger 1.
Das Stück ist am 30. April 2026 ein weiteres Mal im Rahmen des Festivals zu sehen, bevor es anschließend in den regulären Spielplan übernommen wird. Die Uraufführung inszeniert der chinesische Regisseur Wang Chong. „Asiawochen“ gewann beim Stückemarkt 2025 den Autor*innenpreis, den SWR Kultur Hörspielpreis und den Publikumspreis. Das Stück führt die Lehramtsstudentin Vanessa in einer Tour de Force durch die Kolonialgeschichte Indonesiens und Südostasiens, wo sie das generationsübergreifende Trauma ihrer Familie aufzudecken versucht. Federer stellt in seinem Stück die Frage: Wie soll das Verdrängte, das Unaussprechbare konsumierbar gemacht werden?
„Die eingeladenen deutschsprachigen Gastspiele greifen die drängenden Fragen unserer Zeit auf und machen sichtbar, was Theater im Kern ausmacht“ Theater-Intendant Holger Schultze
In den Festivalausgaben unter der Leitung von Holger Schultze hat sich der Heidelberger Stückemarkt kontinuierlich weiterentwickelt. Seit 2012 wird der Nachspielpreis zur Förderung nachhaltiger Aufführungspraxis neuer Dramatik vergeben. Im gleichen Jahr wurde der Jugendstückepreis ins Leben gerufen, bei dem Uraufführungen für junges Publikum im Fokus stehen. Beide Preise sind Teil des von Holger Schultze etablierten Austauschs zwischen den Festivals Heidelberger Stückemarkt, den Autor*innentheatertagen am Deutschen Theater Berlin und den Mülheimer Theatertagen.
Fotokunst von Sibylle Bergemann und Arno Fischer
Die Fotografin Sibylle Bergemann und Fotograf Arno Fischer waren nicht nur privat ein Paar, sondern auch künstlerisch eng miteinander verbunden. Aktuell widmen sich zwei große Ausstellungen, die zeitgleich in der Kunsthalle Göppingen sowie auf dem nahegelegenen Schloss Filseck stattfinden, dem umfangreichen Schaffen beider Künstlerpersönlichkeiten. So bekommt man die Gelegenheit, die unterschiedlichen und sich ergänzenden fotografischen Positionen von Bergemann und Fischer im direkten Vergleich zu erleben und die vielfältigen Facetten ihres künstlerischen Wirkens umfassend kennenzulernen.
Sibylle Bergemann, Marisa und Liane, Sellin 1982, Estate Sibylle Bergemann Ostkreuz; courtesy Loock Berlin
Sibylle Bergemann (1941–2010) zählt zu den bedeutendsten deutschen Fotografinnen und gilt als international bekannteste Vertreterin der Fotografie der DDR. Über mehr als vier Jahrzehnte entwickelte sie ein vielschichtiges Œuvre, das Stadtansichten, Mode- und Porträtfotografien ebenso umfasst wie essayistische Reportagen.
Auch Arno Fischer hatte nachhaltige Bedeutung für die deutsche Fotografie. Er hatte die erste Professur für künstlerische Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig inne und zählt neben Ursula Arnold und Evelyn Richter zu der ersten Generation von Fotografen in der DDR. Bergemann war 14 Jahre jünger als ihr Ehemann und hat sich als seine Schülerin künstlerisch eigenständig etabliert.
Sibylle Bergemann, Birgit, Berlin 1984 Estate Sibylle Bergemann Ostkreuz; courtesy Loock BerlinSibylle Bergemann, Das Denkmal, Berlin, Februar 1986, Estate Sibylle Bergemann Ostkreuz; courtesy Loock Berlin
Bergmanns Bilder bewegen sich zwischen Traum und gesellschaftlicher Wirklichkeit und sind geprägt von einer präzisen, oft poetischen Bildkomposition. Wiederkehrende Themen wie die Stadt und das Porträt von Frauen sowie ihre fotografischen Reisen nach Dakar, Moskau, New York oder Paris strukturieren ihr Werk. Die Ausstellung präsentiert Fotografien aus den Jahren 1966 bis 2010 und würdigt eine Künstlerin, die die Geschichte der Fotografie nachhaltig geprägt und mehrere Generationen von Fotografen*innen beeinflusst hat. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Estate Sibylle Bergemann.
Die Ausstellung auf Schloss Filseck in Uhingen nahe Göppingen gibt Einblick in das fotografische Werk Arno Fischers (1927–2011) und zeigt zentrale Serien, die vom Berlin der Nachkriegsjahre über den Kalten Krieg bis ins New York der 1980er Jahre führen. Nicht die großen politischen Schlaglichter bestimmten seine Motive, sondern die stille Intensität des Alltags – das Poetische im Nüchternen, das Bedeutsame im Unscheinbaren.
In der Werkreihe Situation Berlin (1953–1960) porträtiert Fischer das Leben in der in vier Sektoren geteilten Stadt. Er besucht politische Kundgebungen, Rummelplätze, den Kurfürstendamm oder provisorische Baustellen und richtet seinen Blick bewusst abseits der offiziell „bildwürdigen“ Szenen. Weitere Werkgruppen zeigen seine Reportagen aus Ländern des Ostblocks sowie seine Fotografie für die Modezeitschrift Sibylle, deren Bildsprache er entscheidend mitgestaltete. Auch seine New-York-Fotografien (1978, 1984) stehen für eine offene, unbefangene Street Photography, die sozialen Gegensätze und urbane Vielfalt sichtbar macht.
Ein eigener Bereich würdigt Fischers Rolle als Kollege und Begleiter. Arbeiten seiner Partnerin Sibylle Bergemann sowie seiner Weggefährten Brigitte Voigt, Roger Melis, Rudolph Schäfer, Ute und Werner Mahler u. a. erweitern auf Schloss Filseck den Blick auch auf sein Umfeld – um die Einflüsse und den gemeinsamen Blick auf den Moment sichtbar zu machen, der Fischers fotografisches Werk prägte.
Die Kunsthalle Göppingen bietet ein vielfältiges Begleitprogramm zu den Ausstellungen mit Führungen, Workshops, Konzerten und Lesungen. Außerde gibt einen Bus-Shuttle und Weinproben.
Die in Freiburg lebende Schriftstellerin Annette Pehnt wird mit dem renommierten Johann-Peter-Hebel-Preis 2026 des Landes Baden-Württemberg geehrt – eine Auszeichnung, die nach einem der großen alemannischen Aufklärer und Feingeister benannt ist, der das Bewusstsein für Tradition, regionale Sprache und Heimat wie kaum ein anderer verkörperte. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre anlässlich des Geburtstags des Dichters am 10. Mai beim Johann-Peter-Hebel-Fest in Hausen im Wiesental verliehen.
Annette Pehnt, Foto: Peter von Felbert
In diesem Geiste sieht die Jury auch Pehnts Werk: Mit einer Sprache, die auf radikale Einfachheit setzt, erschafft sie eine tonale Spannung, die die neuralgischen Kippmomente des Lebens mit leiser Präzision einfängt. Die Jury lobt die Menschenkenntnis der Autorin, ihre sprachliche Genauigkeit und eine seltene Kunst der erzählerischen Ökonomie, die sich virtuos in Kurzprosa, Miniaturnovellen, Kalendergeschichten und Fragmenten verdichtet. Der aktuelle Erzählband „Einen Vulkan besteigen“ markiert den bisherigen Höhepunkt ihres Schaffens. Mit minimalistischem Ausdruck gelingt es Pehnt, grundlegende Fragen menschlicher Existenz zu bündeln und dabei in den Räumen zwischen den Zeilen einen Kosmos von Assoziationen und Gedanken zu eröffnen.
Annette Pehnt, Foto: Christoph Eberle
Annette Pehnt, 1967 in Köln geboren, ist eine literarische Kosmopolitin: Ihr Studium und ihre Arbeit führten sie nach Irland, Schottland, Australien und in die USA. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Freiburg im Breisgau und in Hildesheim. Seit 2018 leitet sie das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft und prägt so die Literaturlandschaft weit über ihre eigenen Texte hinaus. Ihr Debütroman „Ich muß los“ (2001) wurde sogleich mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet. 2002 folgte der Preis der Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb für einen Auszug aus „Insel 34“, 2008 der Thaddäus-Troll-Preis, die Poetikdozentur der Fachhochschule Wiesbaden und 2009 der Italo Svevo-Preis. Es folgten der Solothurner Literaturpreis und der Hermann Hesse Preis (beide 2012), der Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg (2017), der Rheingau-Literaturpreis (2020) und zuletzt der Große Preis des Deutschen Literaturfonds (2023), der ihr Gesamtwerk würdigt. 2025 erschien der Erzählband „Einen Vulkan besteigen“, 2023 der mehrfach prämierte Roman „Die Schmutzige Frau“. Im vergangenen Jahr war Pehnt Stipendiatin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia. Ihr literarisches Spektrum umfasst zudem zahlreiche Kinderbücher, etwa das liebenswerte „Der Bärbeiß“ (2013), das längst Kultstatus genießt.
Besondere Ehrung für das Lebenswerk Friedrich Pfäfflins 2026
Anlässlich des 200. Todesjahres von Johann Peter Hebel wird zusätzlich zum Hebel-Preis ein besonderer Ehrenpreis verliehen. Die Ehrung des Literaturwissenschaftlers Friedrich Pfäfflin wird ebenfalls im Rahmen des Hebelfestes ausgesprochen. Friedrich Pfäfflin hat sich jahrzehntelang um die Vermittlung und Pflege der Literatur im alemannischen Sprachraum verdient gemacht und durch die Einrichtung literarischer Gedenk- und Museumsorte in Baden-Württemberg Räume des Schreibens, des Lesens und Erinnerns geschaffen. Er gründete die „Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg“, die beim Deutschen Literaturarchiv in Marbach angesiedelt ist und ohne die auch das Hebel-Museum in Hausen im Wiesental kaum möglich gewesen wäre. Zu den bisherigen Preisträgern des Johann-Peter-Hebel-Preises gehören Monika Helfer, Pierre Kretz, Sibylle Berg, Christoph Meckel, Michael Köhlmeier, Albert Schweitzer, Max Picard, Otto Flake, Claude Vigée, Carl Jacob Burckhardt, Martin Heidegger, Marie Luise Kaschnitz, Elias Canetti, Emma Guntz, Arno Geiger, Arnold Stadler, Karl-Heinz Ott und Lukas Bärfuss.
Friedrich Pfäfflin wurde 1935 in Oberreichenbach im Schwarzwald geboren. Nach seiner Ausbildung als Verlagsbuchhändler arbeitete er für verschiedene Verlage, unter anderem für den Kösel-Verlag und den Hanser-Verlag. 25 Jahre lang hatte er die Leitung der Museumsabteilung am Schiller-Nationalmuseum in Marbach am Neckar inne. Friedrich Pfäfflin hat durch Gründung der Arbeitsstelle für literarische Museen und Gedenkstätten in Baden-Württemberg die Literaturlandschaft in Baden-Württemberg nachhaltig geprägt. Als Herausgeber der Reprint Ausgabe „Die Fackel“ von Karl Kraus hat er internationale Anerkennung gefunden. Für sein Engagement wurde er 1995 in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. Er erhielt den Ehrendoktor der Literaturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig und 2019 die Ehrenbürgerschaft der Universität Innsbruck.
Rigoletto
In Giuseppe Verdis Oper Rigoletto hört Regisseurin Emily Hehl in ihrer Inszenierung am Theater Freiburg auf jede menschliche Regung. Edelleute, Narren und Gaukler treten auf auf, Sie alle sind beteiligt am sinnlichen Gesellschaftsspiel, in dem die Regisseurin die Not aller zum Vorschein bringt. Denn Verdis Oper gibt sich heiter und ist doch letztlich ein Drama.
Szenenbild: Sahel Salam , Cassandra Wright (Gilda) (c) Alexandra Polina
Inhalt: Am Hof des Herzogs von Mantua will man Spaß um jeden Preis. Dafür gibt es den Hofnarren Rigoletto. Weil niemand vor seinen derben Witzen und heftigen Attacken sicher ist, macht er sich viele Feinde. Jeden Tag wächst in Rigoletto die Angst, dass sich jemand an ihm rächen wird. Er hat keine Ahnung, dass der Herzog seine Tochter Gilda längst in dessen gefährliches Spiel am Hof hineingezogen hat. Rigoletto hat Gilda über ihre gesamte Kindheit vor der Außenwelt versteckt und weggesperrt. Jetzt verliebt sie sich in den Herzog. Weil er der erste Mann ist, der ihr nahekommt. Doch ohne den Rückzugsort mit der Tochter wird das Narrenspiel für Rigoletto zur Qual.
Szenenbild: Cassandra Wright, Alexandra Hanisch, Philharmonisches Orchester(c) Alexandra PolinaSzenenbild: Cassandra Wright, Juan Orozco (Rigoletto), Philharmonisches Orchester (c) Alexandra Polina
Termine: 06.04.2026/16.04.2026/19.04.2026/08.05.2026/14.05.2026/16.05.2026
23.05.2026/29.05.2026/06.06.2026 Weitere Infos finden Sie hier
Ein neuer Lohengrin in Baden-Baden: Wagners Meisterwerk im Festspielhaus
Die Osterfestspiele 2026 im Festspielhaus Baden-Baden präsentieren eine hochkarätig besetzte und musikalisch anspruchsvolle Neuinszenierung von Richard Wagners „Lohengrin“. Unter der Leitung von Joana Mallwitz, die für ihre analytische und transparente Wagner-Interpretation bekannt ist, verspricht das Mahler Chamber Orchestra eine differenzierte Klanggestaltung und präzise Umsetzung der vielschichtigen Partitur Wagners.
Im Zentrum der Oper steht die geheimnisvolle Erscheinung des Ritters Lohengrin, der auf einem von einem Schwan gezogenen Boot erscheint, um Elsa von Brabant vor falschen Anschuldigungen zu retten. Die Handlung kreist um Themen wie Zweifel, Vertrauen und die Sehnsucht nach Erlösung – Elsa darf Lohengrin nie nach seiner Herkunft fragen, sonst droht der Zauber zu zerbrechen. Wagner verbindet in „Lohengrin“ romantische Klangwelten mit tiefgründigen Fragen nach Identität und Wahrheit. Die prominente Besetzung – Piotr Beczała als Lohengrin, Rachel Willis-Sørensen als Elsa sowie Tanja Ariane Baumgartner, Wolfgang Koch, Kwangchul Youn und Samuel Hasselhorn in weiteren Hauptrollen.
Und noch einmal Joana Mallwitz und das Mahler Chamber Orchestra: Am 3. April 2026 sind sie im Festspielhaus in Benjamin Brittens bewegendem „War Requiem“ zu erleben. Das Werk kombiniert lateinische liturgische Texte mit Gedichten des im Ersten Weltkrieg gefallenen englischen Dichters Wilfred Owen. Symbole für Versöhnung nach den Schrecken des Krieges. Die Aufführung vereint großen gemischten Chor, Knabenchor, Sinfonieorchester, Kammerorchester und Gesangssolisten.
Weitere Höhepunkte aus dem Programm:
Mi., 1.4.2026, 18 Uhr Royal Concertgebouw Orchestra Klaus Mäkelä & Daniel Lozakovich
Daniel Lozakovich spielt Bruchs 1. Violinkonzert. Klaus Mäkelä dirigiert Mahlers 5. Sinfonie mit dem Royal Concertgebouw Orchestra – das Orchester pflegt eine lange Mahler-Tradition und machte die Werke des Komponisten früh in Europa bekannt.
Do., 2.4.2026, 18 Uhr Royal Concertgebouw Orchestra Klaus Mäkelä
Klaus Mäkelä dirigiert Bruckners 8. Sinfonie mit dem Royal Concertgebouw Orchestra. Die Uraufführung war umstritten – heute gilt das Werk als das bedeutendste Beispiel spätromantischer Überwältigungssinfonik.
Sa., 4.4.2026, 18 Uhr Asmik Grigorian Liederabend
Mit ihrer Salzburger Salome ist sie weltberühmt geworden: Nun gibt die wunderbare Sopranistin Asmik Grigorian einen Liederabend mit Romanzen von Tschaikowsky und Rachmaninow.
Eine Premiere im Festspielhaus: Das Bundesjugendorchester tritt gemeinsam mit dem Bundesjazzorchester auf. Auf dem Programm steht Musik von Wynton Marsalis, Darius Milhaud, Sofia Gubaidulina, Duke Ellington, Leonard Bernstein u.a.
28.3. – 6.4. 2026 Osterfestspiele Baden-Baden . Alle Informationen und weitere Konzerte:www.festspielhaus.de
Marion Eichmann – The Paper Code
Die Ausstellung „The Paper Code“ im Museum im Kleihues Bau Kornwestheim widmet sich Marion Eichmanns künstlerischem Werk und zeigt einen breiten Querschnitt ihrer Arbeiten aus unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Im Mittelpunkt steht dabei das Medium Papier, das Eichmann durch Zeichnen, Schneiden, Schichten und räumliche Ausdehnung transformiert. Präzise Zeichnungen alltäglicher Objekte bilden die Grundlage für farbstarke Collagen, reliefartige Wandgestaltungen und installative Arbeiten, die den Raum erobern.
Marion Eichmann vor einer ihrer Arbeiten, Foto Roman März, VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Die Motive von Eichmann entstammen dem urbanen Alltag: Fahrzeuge, Waschmaschinen, Müllbehälter und Sanitärgegenstände werden aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst und neu arrangiert. So wirkt das Bekannte unerwartet verfremdet. Humorvolle Akzente, markante Formen und intensive Farben kennzeichnen die Werke und verbinden sie zu einer dynamischen Bildsprache, die Bezüge zur Pop Art und zum nüchternen Realismus herstellt.
Ein besonderes Highlight der Schau ist die begehbare Installation „Laundromat“, in der Papier-Waschmaschinen und -Trockner einen kompletten Raum bilden. Ergänzt wird dieser durch großformatige Blumenstillleben, die mit organischen Formen einen bewusst gesetzten Gegensatz schaffen. „The Paper Code“ demonstriert die Vielseitigkeit des Werkstoffs Papier und lädt dazu ein, den Blick auf alltägliche Dinge neu zu betrachten.
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