Metzmacher dirigiert
Strawinsky

»Strawinsky pur« heißt es jetzt im Juni: Unter der Leitung von Ingo Metzmacher spielt das  SWR Symphonieorchester Strawinskys Zwölftonwerke »Agon« und »Variationen Aldous Huxley in memoriam«, eingerahmt von zwei Werken aus seiner neoklassizistischen Phase.  Während im Juni der Fokus auf neoklassizistischen Phase und die späten Zwölftonwerke des Komponisten liegt, trifft im Juli, beim letzten Abonnementkonzert der Saison seine religiöse Psalmensinfonie auf die heidnische Druidenerzählung »Die erste Walpurgisnacht« von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Ingo Metzmacher, Dirigent

Freuen darf man sich auf die Interpretation von Ingo Metzmacher. Er gehört zu den weltweit besten Dirigenten und  ist regelmäßig an den großen Opern- und Konzerthäusern der Welt zu Gast. In diese Saison zum Beispiel beim Gewandhausorchesters Leipzig, den Wiener Symphonikern, beim Helsinki Philharmonic Orchestra, der New Japan Philharmonic und beim Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin . Diesen Sommer leitet er außerdem Verdis Falstaff bei den Salzburger Festspielen, die Uraufführung von Plates Werk Liberation mit der NDR Radiophilharmonie, sowie zum achten Mal die KunstFestSpiele Herrenhausen.
Programm:

Igor Strawinsky
Sinfonie für Bläser (Fassung 1947)
Agon (Ballettmusik)
Variationen Aldous Huxley in memoriam
Sinfonie in C

Spielstätten:
Stuttgart Liederhalle / Beethoven-Saal
Mannheimer Rosengarten (Congress Center)
Freiburger Konzerthaus

Vor jedem Konzert in Stuttgart und Freiburg gibt es eine Einführung für Schulklassen zu dem jeweiligen Orchesterwerk, das im Zentrum des Programms steht. Karten und weitere Informationen auf der Website des SWR: www.swr.de.

Das SWR Symphonieorchester, das seit der Zusammenführung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg im September 2016 besteht, überzeugt seither mit seiner historisch informierten Aufführungspraxis und einem Repetoire aus klassisch-romantischen, sowie zeitgenössischen Stücken. Geleitet wird das Symphonieorchesters seit der Saison 2018/2019 von Teodor Currentzis und erreicht jährlich etwa 15.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sendegebiet des SWR.
Live ist das Symphonieorchester neben den SWR eigenen Konzertreihen in Stuttgart, Freiburg und Mannheim, auch jährlich bei den Donaueschinger Musiktagen, den Schwetzinger SWR Festspielen und als Residenzorchester der Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden zu sehen, sowie auch bei zahlreichen Auftritten bei den Salzburger Festspielen, in der Hamburger Elbphilharmonie und in Berlin, Köln, Frankfurt, Dortmund, Essen, Wien, Edinburgh, London, Barcelona, Madrid und Warschau. Durch ihre Live-Übertragungen und Konzertaufzeichnungen für SWR2 und SWRClassic.de ist es möglich, auf der ganzen Welt, an den Konzerten des SWR Symphonieorchesters teilnehmen.

Ulrich Rasche inszeniert
Bachs Johannes-Passion

Ulrich Rasche inszeniert in Stuttgart mit Johann Sebastian
Bachs Johannes-Passion erstmals an einer deutschen
Opernbühne.

Der Regisseur Ulrich Rasche bringt seine erste Regiearbeit an einem deutschen Opernhaus auf die Bühne: Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion feiert als szenisches Oratorium am 2. April an der Staatsoper Stuttgart Premiere. Die musikalische Leitung liegt in Händen des Schweizer Dirigenten und Barockspezialisten Diego Fasolis. Die Hauptpartien übernehmen die Ensemblemitglieder Moritz Kallenberg als Evangelist und Shigeo Ishino als Jesus. Der Bassbariton Andreas Wolf gastiert als Petrus/Pilatus. Die Partien aus Jesu Gefolgschaft übernehmen u. a. Charles Sy, Johannes Kammler und Elliott Carlton Hines aus dem Ensemble der Staatsoper sowie Linsey Coppens aus dem Internationalen Opernstudio. Die Einstudierung des Staatsopernchores übernimmt Chordirektor Manuel Pujol.

Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach, Ein szenisches Oratorium
Regie: Ulrich Rasche, Auf dem Bild: Shigeo Ishino (Jesus), Foto: Matthias Baus
Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach, Ein szenisches Oratorium Regie: Ulrich Rasche, Auf dem Bild: Jesu Ankläger, Foto: Matthias Baus

Ulrich Rasches Inszenierung kontrastiert die Extreme in Bachs Partitur zwischen Erregbarkeit der Masse und individueller Anteilnahme an Jesu Leiden. Die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu Christi wirft Fragen auf über Herrschaft und Zugehörigkeit, das Leid der Anderen und die Verantwortung ihnen gegenüber. In der szenischen Adaption von Bachs Passionsmusik projiziert Rasche diese Themen in einen Chor, in dessen Anschuldigung und Mitleiden sich Perspektiven des Gemeinschaftlichen abbilden.

Ulrich Rasche wurde für seine Schauspielarbeiten mehrfach ausgezeichnet, darunter als „Bühnenbildner des Jahres“ sowie als „Regisseur des Jahres“. Zudem ist der Regisseur regelmäßiger Gast beim Berliner Theatertreffen. Bereits im Frühjahr 2021 sollte Ulrich Rasche sein Operndebüt in Stuttgart geben, seine geplante Neuproduktion konnte wegen der Corona-Pandemie letztlich nicht realisiert werden. Nachdem Rasche seine erste Opernproduktion in Genf Anfang letzten Jahres auf die Bühne brachte, führt er nun an der Staatsoper Stuttgart seine erste Opernregie in Deutschland.

 

Sonntag, 2. April 2023, 19 Uhr PREMIERE

Weitere Vorstellungen
7. / 9. / 14. / 16. / 20. / 22. / 25. / 29. April 2023

Weitere Informationen, Karten unter www.staatsoper-stuttgart.de.

Musik über alle Kontinente hinweg

Foto: Leo Manzo

Die Dirigentin Alondra de la Parra kehrt ans Pult des Staatsorchesters Stuttgart zurück und präsentiert Werke aus Russland, England und ihrer Heimat Mexiko.

Foto: Christoph Koestlin / Deutsche Grammophon

Erstmals zu Gast ist Albrecht Mayer, der das sehnsuchtsvoll träumerische Oboenkonzert von Ralph Vaughan Williams sowie Edward Elgars melancholisches Soliloquy (dt. Selbstgespräch) interpretieren wird. Mit Letzterem begeisterte der Star-Oboist bereits auf seinem Album Longing for Paradise. Umrahmt werden die beiden englischen Werke von zwei Sinfonien: einer „klassischen“ und einer humorvoll als „unmöglich“ bezeichneten Sinfonie. Den Beinamen Symphonie classique verdankt Sergej Prokofjews Erste Sinfonie von 1917 dem parodistischen Rückgriff auf den klassischen Stil Joseph Haydns. Dabei spielt Prokofjew auch mit den Erwartungen der Zuhörer*innen und sorgt für so manche Überraschung. Der ironisierende Blick auf die Gattung der Sinfonie verbindet Prokofjew mit der Sinfonía Imposible, einem neuen Werk von Arturo Márquez, das in diesem Konzert seine Deutsche Erstaufführung erlebt.

Werke:
Sergej Prokofjew – Sinfonie Nr. 1 D-Dur, op. 25 „Symphonie classique“
Edward Elgar / Gordon Jacob – „Soliloquy“ für Oboe und Orchester
Ralph Vaughan Williams – Konzert für Oboe und Streicher a-Moll
Arturo Márquez – Sinfonía Imposible (Deutsche Erstaufführung)

Termine:
Sonntag, 23.04. 11:00  Liederhalle / Montag, 24.04. 19:30  Liederhalle Stuttgart
Karten und Informationen finden Sie unter www.staatsoper-stuttgart.de

„Rosenrot – Grasgrün -Quittengelb“

Franz Marc, Grüne Studie 1908, Sammlung Würth

Die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall lüftet in ihrer neuen Ausstellung „Rosenrot – Grasgrün – Quittengelb“ vom 12. März bis 5. November 2023 Pflanzengeheimnisse in der Sammlung Würth.

Ohne Pflanzen könnte der Mensch nicht existieren. Sie produzieren nicht nur den Sauerstoff zum Atmen, sondern auch Nahrung und Rohstoffe für Kleidung oder Heilmittel. Sie begleiten unseren Alltag, bieten neben Optik und Aromen auch stets weitreichende symbolische Qualitäten.

Die florale Diversität ist groß – auch in der Sammlung Würth: Vasen voller prächtiger Sträuße bei Lovis Corinth, Gabriele Münter oder Emil Nolde, blühende Wiesen bei Philipp Bauknecht, Franz Marc oder Alex Katz, verwunschene Künstlergärten bei Per Kirkeby oder Andy Warhol, minutiös archivierte Herbarien bei Herman de Vries, aber auch dystopische Hinweise bei Marc Quinn oder Anselm Kiefer. All diese künstlerischen Auseinandersetzungen mit der vegetabilen Welt sind dabei nicht nur Inbilder kreatürlicher Sinnlichkeit, sondern immer auch Dokumente eines kontinuierlichen kulturellen Deutungswandels.

Alex Katz, „Homage to Monet 7“, 2009, Sammlung Würth

Gezeigt werden rund 170 vielfach hochprominente zeitgenössische und moderne Arbeiten von rund 70 Künstlerinnen und Künstlern. Als Gäste aus Japan überraschen der Tokioter Blumenkünstler Azuma Makoto und die Naej Collection mit spektakulären botanischen Installationen und Blumenkörbe.

Christo, Wrapped trees, Fondation Beyeler und Berowe Park, Riehen, Switzerland, 1998; Foto: Wolfgang Volz
Azuma Makoto in der Ausstellung; Foto: Würth/Ufuk Arslan

Rosenrot – Grasgrün – Quittengelb
Pflanzengeheimnisse in der Sammlung Würth
Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall
12. März – 5. November 2023

Wer hat Angst vor Virginia Woolf

Kristo Šagor inszeniert Stück von von Edward Albee am Theater Konstanz

PREMIERE 24. MÄRZ 2023
STADTTHEATER

„Wir feiern doch ein Fest, oder?“, fragt George seine Ehefrau Martha, als der Abend schon völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Viel Alkohol und dann noch späte Gäste. Es beginnt ein gnadenloser Kampf, ein Duell mit kleinen Triumphen und großen Niederlagen. Doch was auf den ersten Blick wie ein klassischer Ehekrieg erscheint, erweist sich als etwas komplizierter. Zwar gibt es allerlei Wortgefechte, Beleidigungen, Tiefschläge – die ganze Bandbreite bürgerlichen Ehelebens – doch scheint die faszinierende Kunst der beiden Gastgebenden gerade darin zu bestehen, Entwurf und Geschichte ihrer komplexen Beziehung ständig zu überarbeiten.
Vier grandios verzweifelte, erbärmliche, absurde Held*innen in einer herrlich verkorksten Nacht, in der die eigentlichen Feinde möglicherweise die Langeweile einer spießigen Provinz und die Angst vor dem Sterben sind.

Julian Mantaj in Wer hat Angst vor Virginia Woolf; Foto: Ilja Mess
Szene aus Wer hat Angst vor Virginia Woolf; Foto: Ilja Mess

Das in Anlehnung an den Kinderreim „Who’s afraid of the big, bad wolf?“ betitelte Theaterstück von Edward Albee feierte 1962 am Broadway Premiere und hat seitdem nichts an Aktualität eingebüßt. Albee hält das Beziehungsgeflecht seiner Figuren die ganze Zeit in Bewegung und stellt die Brüchigkeit menschlichen Verhaltens in den Vordergrund. So entsteht ein fortdauernder Kampf um Macht und Deutungshoheit auf der Bühne.

Kristo Šagor ist als Hausregisseur des Theater Konstanz – neben seiner Leidenschaft für Theater für junges Publikum – fasziniert von Texten der Weltliteratur, die tief in die Seele des Menschen blicken lassen.

Jana Alexia Rödiger in Wer hat Angst vor Virginia Woolf; Foto: Ilja Mess

REGIE Kristo Šagor BÜHNE & KOSTÜM Christl Wein-Engel MUSIK Robert Pilgram DRAMATURGIE Doris Happl

MIT Patrick O. Beck (George), Sarah Siri Lee König (Süße), Julian Mantaj (Nick), Jana Alexia Rödiger (Martha)

Weitere Termine:

Freitag, 24.03.2023  | 20:00 | PREMIERE
Sonntag, 26.03.2023 | 18:00
Dienstag, 28.03.2023 | 20:00
Donnerstag, 30.03.2023 | 20:00
Freitag, 31.03.2023 | 19:30

Samstag, 01.04.2023 | 20:00
Mittwoch, 05.04.2023 | 15:00
Samstag, 08.04.2023 | 20:00
Mittwoch, 12.04.2023 | 20:00
Freitag, 14.04.2023 | 19:30
Samstag, 15.04.2023 | 20:00
Mittwoch, 26.04.2023 | 20:00 (Zum letzten Mal)

Tickets und weitere Informationen unter www.theaterkonstanz.de.

Neue Choreographien und Cranko-Meisterwerke

Nachdem das Stuttgarter Ballett im April mit One of a Kind in Den Haag und mit Onegin in Ludwigshafen zu Gast war, warten in den letzten Monaten der Spielzeit einige Highlights auf das Stuttgarter Publikum. Neben bewährten Werken wie John Neumeiers Die Kameliendame oder Jiří Kyliáns One of a Kind steht mit dem Ballettabend CREATIONS X – XII auch eine Premiere auf dem Programm. Drei Uraufführungen der ChoreographInnen Vittoria Girelli, Fabio Adorisio und Alessandro Giaquinto versprechen einen spannenden Abend in moderner choreographischer Handschrift.

One of a kind: Ballett von Jiří Kylián
Tänzer: Elisa Badenes, Matteo Miccini; Foto: Roman Novitzky
One of a kind: Ballett von Jiří Kylián
Tänzer: Vittoria Girelli, Mackenzie Brown, Alessandro Giaquinto, Timoor Afshar
Foto: Roman Novitzky

Am 26. Juni jährt sich der Todestag von John Cranko, Begründer des Stuttgarter Balletts, zum 50. Mal. 1961 zum Ballettdirektor ernannt schuf er in seiner Schaffenszeit eine Vielzahl an Werken die ihm und dem Stuttgarter Ballett auf der gesamten Welt Erfolg sicherten. Bei den traditionellen Ballettwochen Ende der Spielzeit stehen daher nur Werke des Gründervaters selbst auf dem Programm. Von großer Komik gepaart mit einer Prise Slapstick in Der Widerspenstigen Zähmung, über tiefe Gefühle und großer Dramatik in Onegin bis hin zu Initialen R.B.M.E., einem seiner persönlichsten Werke – die letzten zwei Wochen der Spielzeit spiegeln das vielseitige Wirken Crankos wieder. Außerdem finden Ende Juni eine Ballettgala sowie ein Ballettgespräch ihm zu Ehren statt.

Karten und weitere Informationen finden Sie auf der Website des Stauttgarter Balletts, unter www.stuttgarter-ballett.de.

Initialen R.B.M.E. :
Jason Reilly und Elisa Badenes
© Stuttgarter Ballett

ONEGIN:
Elisa Badenes als Tatjana und Friedemann Vogel als Eugen Onegin
© Stuttgarter Ballett

Internationale Schillertage

»Schöne Welt, wo bist du?«, fragt Schiller 1780 in seinem Gedicht »Die Götter Griechenlands«. In der Antike, als Mensch und Natur noch verbunden waren, lebten die Menschen glücklicher als in seiner eigenen Zeit, so Schiller. Seit Beginn der Moderne mit ihrem Fortschrittsversprechen hoffen wir jedoch, dass wir das Beste erst noch vor uns haben: dass wissenschaftliche Erkenntnisse, technologischer Fortschritt und individuelle Freiheit uns in eine bessere, gerechtere, gesündere Zukunft, kurzum in eine schönere Welt führen würden. Aber können wir daran noch ernsthaft glauben – angesichts von Pandemie, Krieg, Armut und Klimakrise?
Unter dem Motto »Schöne Welt, wo bist du?« fragen die Schillertage 2023 nach Utopien und alternativen Entwürfen für unsere Zukunft, unsere Welt und unser Zusammenleben.

☞ Das diesjährige Programm wird am 20.04.2023 veröffentlicht

Altes Kino Franklin
Altes Kino Franklin – Zuschauerraum
Foto: Maximilian Borchardt

Eröffnet werden die 22. Internationalen Schillertage mit einer neuen Inszenierung von Schillers Freiheitsdrama »Wilhelm Tell« auf der Seebühne im Luisenpark in der Regie von Christian Weise, die in Zusammenarbeit mit der BUGA 2023 entsteht. Neben der Seebühne wird die neue Wirkungsstätte des Schauspiels, das Alte Kino Franklin, der zentrale Festivalstandort sein, von dem aus Zuschauende und Spielende sich gemeinsam auf die Suche nach der »schönen Welt« begeben können und gemeinsam Schiller, die Zukunft, das Theater und das Leben feiern.

Do, 22.06. – So, 02.07.2023

Mehr Informationen finden Sie hier.

Lustwandeln in textilen Sphären

Nach 25 Jahren und acht vollendeten Lebensjahrzehnten zeigt Gudrun Achterberg erneut eine Auswahl ihrer textilkünstlerischen Arbeiten in der Textilsammlung Max Berk. Mit der Aufforderung zum „Lustwandeln in textilen Sphären“ verbindet sie eine Spurensuche in den Sphären des Poetischen, Wandelbaren, Mitmenschlichen und Rätselhaften.

Aus einem breiten Spektrum kreativen Potenzials schöpfen ihre bildhaften Aussagen, Objekte und Installationen: So kommen textile Materialien, Malerei, Grafik, Fotografie und Film bei ihren Performances und Inszenierungen zum Tragen. Die Begegnung mit der eigenwilligen Bildsprache der Künstlerin verspricht ungewohnte Seherfahrungen; weitere Facetten ihrer Exponate erschließt ein großer Bildband mit dem Titel Textilarium.
Die Textilbild-Serie „Augen-Blick-mal“, die als Wanderausstellung bereits in Nürnberg, Stuttgart und Grafenau zu sehen war, ergänzt das Spektrum. Hier zeigt die Künstlerin ihre bildhafte Umsetzung aus der Zusammenarbeit mit blinden und sehbehinderten Mitmenschen, deren schicksalhafte Lebenswege in Brailleschrift auf Textilbildern festgehalten und mit einem Begleitbuch und Film ergänzt werden.


Ausstellungsdauer: 19. März bis 30. Juli 2023
Brahmsstraße 8 · 69118 Heidelberg-Ziegelhausen
Öffnungszeiten: Mi, Sa, So 13-18 Uhr
Textilsammlung Max Berk · Kurpfälzisches Museum
www.museum.heidelberg.de

RAHMENPROGRAMM
Öffentliche Führungen
Sonntag, 14. Mai 2023, 15.00 Uhr ∙ Mittwoch, 31. Mai 2023, 17.00 Uhr
Mittwoch, 12. Juli 2023, 17.00 Uhr ∙ Sonntag, 16. Juli 2023, 15 Uhr
∙ Sonntag, 23. April 2023, 14.00 – 15.00 Uhr: Führung durch die Ausstellung mit der Künstlerin mit dem Schwerpunkt „Verwandlungen“ in ihrer Textilkunst, mit einer Performance im Film „Domizil – eine Begegnung“ 15.30 – 17.00 Uhr: Workshop für die Jugend (ab 8 Jahren), Kostümbetrachtung und Malen „Einfach mal ganz
anders sein“
Anmeldungen bis spätestens 17. April 2023 erforderlich unter kmh-textilsammlung-max-berk@heidelberg.de
oder telefonisch unter 06221 5834010
∙ Sonntag, 18. Juni 2023, 14.00 – 15.30 Uhr: Führung mit der Künstlerin im Gespräch mit dem blinden
Melquiades aus dem Projekt „Worte aus Leben und Alltag sehbehinderter Mitmenschen“ / Film „Augen-Blickmal“
15.30 – 17.00 Uhr: Workshop für Jugendliche und Erwachsene „Brailleschrift kennenlernen und den eigenen
Namen schreiben“, mit dem blinden Melquiades und der Künstlerin
Anmeldungen bis spätestens 12. Juni 2023 erforderlich unter kmh-textilsammlung-max-berk@heidelberg.de
oder telefonisch unter 06221 5834010

Bird Lives

Die Grammy Awards gelten als die international bedeutendste Auszeichnung für Musiker:innen und Musikproduzenten. In diesem Jahr wurden sie zum 65. Mal vergeben. Für die SWR Big Band war es der erste Grammy im Laufe ihrer über 70-jährigen Geschichte – nach mehreren Nominierungen in der Vergangenheit. 2011 erhielt sie als erste deutsche Band den „Premio da Música Brasileira“ und 2015 den „German Jazz Award in Gold“.


Die Idee zu „Bird Lives“ entstand 2020 in enger Zusammenarbeit zwischen Magnus Lindgren, dem Artist in Residence der Big Band, und John Beasley. Anlass was der 100. Geburtstag von Charlie Parker; der im Jahr 2020 hätte groß gefeiert werden sollen. Die geplanten Konzerte fielen letztendlich Corona zum Opfer, die Arbeit am Album ging aber unvermindert weiter. Und so entstand ein Album, das Parkers Vermächtnis zu neuem Leben erweckt. Beteiligt an dem Album ist who is who der weltbesten Saxophonisten: Chris Potter, Joe Lovano, Miguel Zenon, Tia Fuller und Charles McPherson, sowie ein besonderer Auftritt der französischen Scat-Sängerin Camille Bertault. Ebenso am Album beteiligt waren zehn Musiker:innen des SWR Symphonieorchesters. Zu hören sind neben Parker-Originals wie „Scrapple from the Apple“ auch Standards, die zu Parkers Favoriten zählen, wie bspw. „Cherokee/Koko“ oder auch Gershwins „Summertime“ bis hin zum großen Finale – die „Overture to Bird“, das aus zahlreichen musikalischen Parkerzitaten und -themen besteht. Mit einem Fuß in der Vergangenheit und einem in der Zukunft – so erweisen Lindgren und Beasley in ihren Arrangements Parkers genialer Musik die Reverenz und reichern sie mit Elementen von Funk bis Latin an.

Hans-Peter Zachary, Manager der SWR Big Band, sagte unmittelbar nach der Preisverleihung: „Wir können diesen Erfolg noch nicht wirklich erfassen, das Ganze kommt uns ein wenig surreal vor. Die Preisverleihung habe ich persönlich als Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffen und Bangen erlebt. Der Moment, als dann der Name der SWR Big Band fiel, war für mich wie ein Blitzeinschlag. Ein grandioser Erfolg für alle, die an diesem Album beteiligt waren.“

Bildunterschrift: Nach mehreren Nominierungen in der Vergangenheit ist die SWR Big Band nun erstmals mit einem Grammy ausgezeichnet worden. © SWR/Lena Semmelroggen

Weitere Informationen finden Sie hier

Anne-Sophie Mutter – VIVACE

Anne-Sophie Mutter VIVACE (c) Juergen Carle

Im zarten Alter von 13 Jahren wurde Anne-Sophie Mutter von Stardirigent Herbert von Karajan entdeckt. Es folgt eine beispiellose Weltkarriere. Über sich selbst hat sie mal gesagt: „Wenn Sie mich kennenlernen wollen, müssen Sie mich auf der Bühne erleben“. Wie porträtiert man also eine solche Ausnahmekünstlerin? Der Filmemacherin Sigrid Faltin ist dies gelungen, sie hat einen spannenden Dokumentarfilm über Anne-Sophie Mutter gedreht, darin porträtiert sie die Künstlerin und Weltklasse-Geigerin in dem sie sie auf Reisen, bei Proben und in ihrer Freizeit begleitet, sie zeigt sie aber auch als sportliche, politisch und sozial engagierte Persönlichkeit.

Anne-Sophie Mutter und John Williams, Filmstill – VIVACE (c) Juergen Carle
Roger Federer, Filmstill – VIVACE (c) Juergen Carle

Befragt, wen sie sich als Gesprächspartner für den Film wünscht, nannte Anne-Sophie Mutter spontan: den Tennisstar Roger Federer, den New Yorker Magier Steve Cohen, den Dirigenten Daniel Barenboim, den legendären Filmkomponisten John Williams (u.a. „Star Wars“), Komponist Jörg Widmann und ihren langjährigen Pianisten Lambert Orkis, „musikalisch my best buddy“. Im Austausch mit diesen Wegbegleitern erzählt sie, warum sie sich mit Hochleistungssportlern identifiziert, wie sie zu ihren Konzert-Roben gekommen ist, und warum sie bedauert, mit dem Klavierspielen aufgehört zu haben.

Die Künstlerin mit Daniel Barenboim, Filmstill – VIVACE (c) Juergen Carle
Die Künstlerin und Lambert Orkis, Filmstill – VIVACE (c) Juergen Carle

Sie spricht ausführlich über den frühen Tod ihres Mannes, ihr Leben als alleinerziehende Mutter, und den Drahtseilakt, all das mit einer atemberaubenden Weltkarriere als professionelle Musikerin in Einklang zu bringen.
Der Film ANNE-SOPHIE MUTTER – VIVACE kommt ab Dienstag, den 28.3.2023 bundesweit in die Kinos.
Weitere Info: auf der Website der Künstlerin. In diesen Kinos läuft der Film bundesweit

Eine Produktion des SWR in Kooperation mit Naxos Audiovisual Division und Deutsche Grammophon