„Warten auf…“

In den Zeiten des Lockdowns hat das Theater Konstanz einen Podcast mit dem Titel „Warten auf…“ entwickelt – eine regelmäßige Gesprächsreihe, die über das Internet zu hören ist. In jeder Folge lädt eine Person aus dem Theater Konstanz einen Menschen aus der Stadt zum Gespräch ein. Sie sind verabredet, um über die Welt zu sprechen, über Konstanz und das Leben.„Warten auf…“ soll auch nach der Öffnung fortgesetzt werden und auch dann über spannende Perspektiven berichten. Der Podcast „Warten auf…“ läuft außer auf der Website des Theaters auch auf Spotify, Apple Podcast, Amazon Music und allen anderen Streaming- und Downloadportalen. Die Folgen dauern zwischen 30 und 45 Minuten.

PERSPEKTIVEN

Kultur hat verschiedene Ausrichtungen und wird von ganz unterschiedlichen Menschen geprägt. Dieser Mix an individuellen Blickwinkeln sorgt für die Vielfalt einer urbanen Kulturlandschaft, die sich besonders gut im Gespräch entdecken lässt. Mit dem neuen Podcast PERSPEKTIVEN fragt das Kulturamt Stuttgart Kulturschaffende, wie sie sich ins kulturelle und gesellschaftliche Leben der Stadt Stuttgart einfügen und welche Zukunfswünsche sie haben.
Moderiert wird die Reihe von Marc Gegenfurtner, dem Direktor des Kulturamts. Die neueste Folge stellt dem Kulturmanager Patrick S. Föhl. u.a. die Frage „Wie lassen sich kulturelle Veränderungsprozesse positiv gestalten, Patrick Föhl?“
Föhl ist Gründer und Leiter des „Netzwerks Kulturberatung“ in Berlin, sowie Autor, Trainer und Dozent für Kulturmanagement und Kulturpolitik weltweit. Seine Dissertation schrieb er über die Formen und das Management von Zusammenarbeit im öffentlichen Theaterbetrieb. Als Spezialist für Veränderungsprozesse begleitet er seit 2004 Kommunen, Regionen und Kulturbetriebe bei Kulturentwicklungsplanungen. Darüber hinaus ist er Beirat des Bereichs „Bildung und Diskurse“ des Goethe Instituts. Mit Patrick S. Föhl spricht Marc Gegenfurtner im Podcast über den Stellenwert von Kultur, den Faktor Kultur in gesellschaftlichen Veränderungsprozessen und über das Konzept eines Gremiums, das die Interessen der verschiedenen Kulturszenen gegenüber der Politik und Verwaltung vertritt.
In den vergangenen Folgen antwortetete die Autorin Anna Katharina Hahn auf die Frage „Warum ist Stuttgart die Heldin in Ihren Büchern? Der Ressortleiter Kultur bei der Stuttgarter Zeitung, Tim Schleider, erzählte, warum er so für Stuttgart als Kulturstadt schwärmt und die neue Orchestermanagerin der Stuttgarter Philharmoniker Carolin Bauer-Rilling sinierte darüber, wo die Musik künftig in Stuttgart erklingen wird.
Die Folgen dauern zwischen 30 und 40 Minuten je Folge. Alle Episoden sind auf auf Spotify, Apple Podcasts, Anchor und Google zu finden.

Cristina Barroso
„Zahlen und Planeten“

Cristina Barrosos Gemälde bestehen zumeist aus mehreren Schichten, deren unterste aus dem kartografischen Alltag stammt. Die Geografie hat in ihrem Schaffen eine besondere Bedeutung, wobei sie den künstlerischen Raum immer wieder auf das Universum ausweitet.

„Transit“, 2021, Acryl, Gold und Collage auf Leinwand, 80 x 100 cm

Es tauchen beispielsweise Sterne oder sternenähnliche Elemente auf, die als Perlen aus einem dunklen Untergrund heraus funkeln. Damit greift Cristina Barroso auf ein Thema zurück, das sie bereits in den 90er Jahren bearbeitete. Hinzu kommen nun in der Astronomie verwendete Zeichen und Symbole, die sie dem geografischen Kartenmaterial hinzufügt und womit sie ihren Gemälden weitere Bedeutungsebenen gibt. Der Ort und die Verortung des Menschen und letztlich ihrer selbst ziehen sich wie ein durchlaufendes thematisches Band durch Cristina Barrosos Werk –bezogen auf die Erde, das All, den Raum im allgemeinen. Ihre Bilder, die selbst nicht immer flach sind, sondern wie Reliefs und als Kuben in den Raum gehen, spiegeln diesen Prozess wider. (Text: Dr. Martina Merklinger, Kunsthistorikerin)

Serie „Würfel“, Acryl Malerei uuf Leinwand, 22 x 20 x 16 cm je

Atelier Cristina Barroso
Reitzensteinstr. 11
D-70190 Stuttgart
Tel +49 171 3736956
www.cristinabarroso.com

Circuit II, 2021, Acryl auf Leinwand ,100 x 100 cm
Circuit, 2020, Acryl und Asphaltpulver auf Leinwand, 180 x 190 cm
„Entfernungen“, 2021, Acryl auf Leinwand, 80 x 70 cm

„lesenswert“ mit
Denis Scheck und Juli Zeh

Wie sattelfest sind Denis Scheck und Juli Zeh? Antworten hat „lesenswert“. In der  Web-Reihe „Reitgespräche“ spricht der Literaturkritiker mit der Schriftstellerin über Literatur und Gesellschaft – auf dem Rücken der Pferde. Anhand von Neuerscheinungen diskutieren sie über aktuelle gesellschaftsrelevante Debatten zum Thema Corona-Politik, Gendersprache, Identitätspolitik und vieles mehr. .

SWR Fernsehen LESENSWERT, Denis Scheck und Juli Zeh im „Reitgespräch“ in der Nähe von Nuthetal. © SWR/Thomas Ernst

„lesenswert“ online und in der ARD-Mediathek:
Webseite der Sendung
und www.ardmediathek.de/sendung/lesenswert
Nach Ausstrahlung ist die Sendung mindestens ein Jahr verfügbar in der ARD-Mediathek

Helge Hesse –
Die Welt neu beginnen.

Ein Vierteljahrhundert, in dem die Welt auf den Kopf gestellt wurde: Helge Hesse erzählt in seinem neuen Buch vom „Leben in Zeiten des Aufbruchs“ zwischen 1775 und 1799. Und von an den Geistesgrößen, die sie geprägt haben.
Im berauschenden Vierteljahrhundert zwischen 1775 und 1799 brachen die Menschen in ein neues Zeitalter auf. Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg und die Französische Revolution etablierten ein neues Menschenbild – frei und gleich sollte der Mensch plötzlich sein! Technik, Kunst und Gesellschaft vollzogen ungeahnte Fortschritte. Die moderne Welt des Westens entstand.

Doch wie erlebten George Washington und Marie Antoinette diese umwälzenden Jahre? Was riskierten Goethe und Schiller, wovon träumten Weltumsegler oder Pioniere der Luftfahrt, womit haderten Kant und Napoleon? In einer mitreißenden Tour d’Horizon folgt dieses Buch prominenten Lebenswegen, die sich oft auf verblüffende Weise kreuzten; es erzählt von Freunden und Feinden, Abenteuern und Innovationen, Triumph und Scheitern. In vielen Schlüsselmomenten wird erfahrbar, wie sich in Deutschland, England, Frankreich und den gerade entstehenden USA die gesellschaftlichen Fundamente und Werte bildeten, die unsere Welt bis heute prägen und stets neu verhandelt werden müssen.

Drei Fragen dazu an den Autor:

Sie erzählen vom Ende des 18. Jahrhunderts als einer Zeit
des Aufbruchs. Was geschah in dieser Zeit?
1775 fiel, wie es Ralph Waldo Emerson ausdrückte, »der Schuss, der um die ganze Welt gehört wurde«. Aus dem Drang zur Freiheit begann der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg. Ein ähnlicher Freiheitsdrang führte wenig später zur Französischen Revolution, die 1799 damit endete, dass Napoleon die Macht übernahm. In der Zeit dazwischen schufen die Menschen wesentliche Fundamente der modernen Welt des Westens. Und zwar aus dem Geist der Aufklärung und aus dem Kern der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, die feststellte, »dass alle Menschen gleich erschaffen wurden«.
Was eint die Entwicklungen in Politik und Gesellschaft, in den Wissenschaften und Künsten?
In allen Lebensbereichen brach sich eine zuvor schon gewachsene Kultur des Fortschritts auf dramatische Weise Bahn. Vernunft und Tatkraft zählten mit einem Male mindestens ebenso viel wie Herkunft und Glauben. Freiheit war nun mindestens ebenso wichtig wie Tradition. Natürlich gab es auch Motive wie Gier oder falsches Sendungsbewusstsein. Doch vor allem ist mir in der Recherche ein neuer, grenzüberschreitender Wissensdurst begegnet.
Veränderte sich auch der Mensch?
Vor allem die Stellung des Menschen in der Welt veränderte sich. Das Individuum rückte in den Mittelpunkt. Deswegen ist es mir so wichtig, diese Zeit aus der Perspektive der Menschen zu erzählen, die sie erlebten. Ich begleite ihre Lebensläufe mit einem Blick über ihre Schultern, spüre ihrem Alltag, ihren Schicksalen und oft überraschenden Verbindungen, Freundschaften und Feindschaften nach. Es ist der Versuch, von einer vergangenen Zeit so zu erzählen, als wären wir dabei und wüssten nicht, wie es weiterging.

Helge Hesse, geboren 1963, studierte Philosophie und Wirtschaftswissenschaften. Er verfasste zahlreiche erfolgreiche Sachbücher zu kulturellen, historischen und philosophischen Themen. Sein Bestseller Hier stehe ich, ich kann nicht anders. In 85 Sätzen durch die Weltgeschichte wurde in 14 Sprachen übersetzt. Hesse lebt als freier Autor und Publizist in Düsseldorf.

Helge Hesse – Die Welt neu beginnen, erschienen im Reclam Verlag,
25 Euro, ISBN 978-3-15011-280-9 auch als E-Pub erhältlich

Mozart auf dem Killesberg

Nach der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg könnten demnächst wieder Veranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 100 Zuschauer*innen möglich sein, vorausgesetzt dass die Inzidenzwerte an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen stabil unter 100 bleiben. Sollte dieser Fall eintreten, gastiert die Staatsoper Stuttgart ab 2. Juni auf der SpardaWelt Freilichtbühne im Höhenpark Killesberg. Im Mittelpunkt stehen dabei Werke von Wolfgang Amadeus Mozart.

Den Anfang der Reihe markiert am Mittwoch, den 2. Juni, um 19 Uhr das erste Konzert der Reihe Mozart auf dem Killesberg I – und ist damit überhaupt das erste sinfonische Konzert in Stuttgart, das seit dem Lockdown im November vor Publikum stattfinden wird. Generalmusikdirektor Cornelius Meister leitet dabei das Staatsorchester Stuttgart. Gewidmet ist es ausschließlich Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, dessen berühmte Kleine Nachtmusik den Abend eröffnet. Seine Serenade Es-Dur für Bläserensemble beendet das Programm – ein weiteres Werk, das als „Abendmusik“ konzipiert die Rahmung für dieses Konzert unter freiem Himmel bildet. Im Mittelpunkt des Konzerts steht Mozarts letztes Violinkonzert A-Dur mit der herausragenden jungen Geigerin Noa Wildschut, die bereits mit dem ECHO Rising Star ausgezeichnet wurde. Das gleiche Programm wird außerdem am 3. und 4. Juni gespielt.
Ein weiteres Konzertprogramm mit dem Staatsorchester ist bei Mozart auf dem Killesberg II an drei Terminen ab Donnerstag, 10. Juni, geplant: Die musikalische Leitung hat dabei der Dirigent und Geiger Christoph Koncz inne, der kürzlich alle Violinkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart auf dem originalen Instrument des Komponisten eingespielt hat. Im Konzert auf dem Killesberg wird er Mozarts Sinfonien Nr. 29 und 33 dirigieren. Zwischen den beiden Werken wird Kammersängerin Catriona Smith die selten zu hörende, hochvirtuose Arie Al desio, di chi t’adora singen.

Der vielfach preisgekrönte Staatsopernchor Stuttgart steht im Mittelpunkt des Chorkonzerts, das ab Samstag, 3. Juli, auf dem Programm steht. Unter der Leitung von Chordirektor Manuel Pujol stehen Höhepunkte der Opernliteratur auf dem Programm, u.a. aus Opern von Richard Wagner, Giuseppe Verdi, Georges Bizet, Charles Gounod, Pietro Mascagni, Gaetano Donizetti und Piotr I. Tschaikowski.

Als eine der ersten szenischen Opernaufführungen seit November steht ab Sonntag, 11. Juli, zweimal Die Zauberflöte auf dem Killesberg auf dem Programm. Bei dieser Aufführung handelt es sich um eine neu erarbeitete Fassung der im vergangenen Sommer als Die Zauberflöte auf dem Wasen zur Premiere gebrachten Aufführung. Die gekürzte, etwa 90-minütige Fassung der Oper wird in der Inszenierung von Rebecca Bienek gezeigt, die musikalische Leitung liegt bei Sebastian Schwab. Es singen Beate Ritter, Clare Tunney, Laia Vallés, Kai Kluge, Dominic Große, Michael Nagl und Heinz Göhrig.

Jede der Aufführungen wird 60 bis maximal 90 Minuten dauern und ohne Pause gespielt. Zunächst gehen für alle Vorstellungen 100 Karten in den Verkauf, je nach Entwicklung der Inzidenzen werden die Kontingente erweitert. Der Vorverkauf erfolgt über EasyTicket. Ab sofort sind alle Vorstellungen von Mozart auf dem Killesberg I im Verkauf, Tickets für alle übrigens Aufführungen sind ab 26. Mai erhältlich. Aufgrund der dynamischen Entwicklungen empfehlen wir, die aktuellen Voraussetzungen zum Vorstellungsbesuch, z.B. auf www.spardawelt-freilichtbuehne.de, im Auge zu behalten.

Mozart auf dem Killesberg I
Mi 02.06.2021, Do 03.06.2021, Fr 04.06.2021, jeweils 19 Uhr
SpardaWelt Freilichtbühne im Höhenpark Killesberg

Musikalische Leitung Cornelius Meister
Violine Noa Wildschut
Staatsorchester Stuttgart

Wolfgang Amadeus Mozart
Serenade G-Dur KV 525 Eine kleine Nachtmusik
Violinkonzert Nr. 5 A-Dur KV 219
Serenade Es-Dur KV 375

Mozart auf dem Killesberg II
Do 10.06., Fr 11.06., Sa 12.06.2021, jeweils 20 Uhr
SpardaWelt Freilichtbühne im Höhenpark Killesberg

Musikalische Leitung Christoph Koncz
Sopran Catriona Smith
Staatsorchester Stuttgart

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 33 B-Dur KV 319
Rezitativ und Arie Giunse alfin il momento … Al desio, di chi t’adora KV 577 aus Le Nozze di Figaro
Sinfonie Nr. 29 A-Dur KV 201

Chorkonzert auf dem Killesberg
Sa 03.07., So 04.07.2021, jeweils 20 Uhr
SpardaWelt Freilichtbühne im Höhenpark Killesberg

Staatsopernchor Stuttgart
Musikalische Leitung Manuel Pujol
Klavier Mateo Peñaloza Cecconi

Mit Werken von Richard Wagner, Giuseppe Verdi, Georges Bizet, Charles Gounod, Pietro Mascagni, Gaetano Donizetti, Piotr I. Tschaikowski u.a.

Die Zauberflöte auf dem Killesberg
So 11.07., 18 Uhr, Mo 12.07.2021, 19 Uhr
SpardaWelt Freilichtbühne im Höhenpark Killesberg

Musikalische Leitung Sebastian Schwab
Inszenierung und Bühne Rebecca Bienek
Kostüme Astrid Eisenberger
Staatsorchester Stuttgart
Sarastro Michael Nagl • Tamino Kai Kluge • Königin der Nacht Beate Ritter • Pamina Clare Tunney • Papageno Dominic Große • Monostatos Heinz Göhrig • Papagena Laia Vallés

Kartenverkauf über EasyTicket
T. +49 (0) 711 – 2 555 555
https://www.easyticket.de/klassik/
Karten € 40,-/erm. € 10 (für Kinder bis 16 Jahre)
zzgl. € 1,50 Vorverkaufsgebühren

Sommerfestival
„Villa Jamm Artists“

In diesem Sommer verwandelt sich die herrschaftliche Villa  Jamm in Lahr zur Kulturhochburg, denn dann wird sich das seit 2017 leerstehende Schmuckstück im idyllischen Stadtpark von Lahr bei Freiburg in eine Produktions- und Begegnungsstätte der Künste verwandeln. Bis Mitte Oktober 2021 wird unter dem Festivalmotto Villa Jamm Artists in dem historischen Gebäude künstlerisch gearbeitet, getanzt und musiziert. Das Ziel: gegenseitige Inspiration, zwanglose Zusammenarbeit über die Disziplinen hinweg, Dialog mit Gästen und Publikum. Vielfalt ist Trumpf bei den Formaten: Sie reichen von Konzert bis Opernaufführung, von Performance bis Installation und von Ausstellung, Kunst bis Workshop.

Mario Moronti, Barfuß am Himmel der Anderen. Foto Mario Moronti

Insgesamt 136 Künstlerinnen und Künstler sind an den 27 Produktionen und über 100 Workshops beteiligt. Zu den Highlights zählen die Rossini-Oper Der Barbier von SevilLahr mit dem jüngst gegründeten „Frischluft und Musik Festspiel-Orchester Ortenau“ unter der Leitung des renommierten Dirigenten Michael Güttler.

Cornelia Lanz, Pressefoto

Erträumt, geplant und mit Leben erfüllt wurde Villa Jamm Artists von Cornelia Lanz, seit Anfang des Jahres Kulturamtsleiterin der Stadt Lahr. Die profilierte Mezzosopranistin wurde national bekannt als Mitbegründerin und Seele des Vereins Zukunft Kultur e.V. (früher Zuflucht Kultur), der mit auch medial viel beachteten Opernproduktionen viel zur Integration von Geflüchteten beitrug. Mitten in der Pandemie hat sie in den vergangenen Monaten zusammen mit ihrem Team an ihrem großen „Projekt Hoffnung“ gearbeitet – immer mit Blick auf maximalen Coronaschutz für alle Beteiligten und das Publikum. In diesen Zeiten sind Prognosen ein Ding der Unmöglichkeit. Umso mehr heißt es Daumen Drücken, dass Villa Jamm Artists im Sommer wie geplant an den Start gehen kann.

Villa Jamm. Foto Stadt Lahr Bamberger
Sämtliche Aufführungen open-air finden im Musikpavillon im Stadtpark Lahr statt (mit Ausnahme der Oktober-Veranstaltungen). Bei schlechtem Wetter im Parktheater. Eintritt frei. Spenden willkommen!
Die Broschüre mit dem kompletten Programm, darunter viele Angebote für Kinder und Jugendliche. finden Sie hier zum Download.

Mehr Informationen zum Gesamtprogramm Villa Jamm Artists inklusive der Ausstellungen der Bildenden Künstler und Workshops finden Sie auch auf www.kultur.lahr.de

Villa Jamm Artists: Das Programm in Auszügen

Freitag, 28. Mai 2021 & Samstag, 29. Mai 2021
Ensemble TRISOLDE mit DIVE DARK VOL. 2. Eine musiktheatrale Eins-zu-Eins Performance auf Abstand
Maria Buzhor und Julia Lwowski stammen aus Odessa und leben in Berlin. Ihr radikales Musiktheater vereint Text, Video, Tanz und Gesang zu opulenten Inszenierungen. Für Villa Jamm Artists entwickeln sie einen 15-minütigen Parcours für kleine Gruppen – eine Oper der Intimität in pandemischen Zeiten, die bewusst Raum lässt für Impulse der Performerinnen und Wechselwirkungen mit dem Publikum.13:00 Uhr bis 17:00 Uhr,jeweils 15 Minuten

Freitag, 28. Mai 2021 & Samstag, 29. Mai 2021
Armando Merino in Dieter Schnebel, Nostalgie. Ein Stück für einen Solo-Dirigenten
Die besondere Liebe von Armando Merino, gebürtig aus Spanien, momentan hauptsächlich in München tätig, gilt der zeitgenössischen Musik. In Lahr kann man ihn nicht nur als temperamentvollen Rossini-Dirigenten erleben. Quasi als Vorgruppe der Opernaufführung steht er auch selbst als Solist auf der Bühne: in dem verrückten Stück Nostalgie für Solo-Dirigenten, verfasst von dem in Lahr geborenen Komponisten Dieter Schnebel (1930-2018). Jeweils um 16:40 Uhr – mögliche Ausweichtermine: 17. & 18. Juli 2021

Freitag, 28. Mai 2021 & Samstag, 29. Mai 2021 um 17:00 Uhr –
Der Barbier von SevilLahr. Oper von Gioacchino Rossini

Möglicher Ausweichtermin: 17. & 18. Juli 2021
Rossinis Opernhit aus dem Figaro-Universum besticht bis heute durch seine Frische und Italianità. Für amtliche musikalische Qualität sorgen das eigens gegründete Frischluft und Musik Festspiel-Orchester unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Schäuble, alternierend geleitet von den namhaften Dirigenten Michael Güttler und Armando Merino und besetzt mit Solist*innen aus den Opernensembles Essen und München. Für Bühne und Kostüme zeichnen Julia Doll-Kolev und Heinz Treiber verantwortlich – mit tatkräftiger Unterstützung von kunstbegeisterten Bürger*innen aus der Region. Fun fact: In der Hauptrolle der Rosina gibt Cornelia Lanz ihr Lahrer Debüt als Sängerin…

Trio Frapapepi, Foto: Tilmann Krieg

 Eine ganze Konzertreihe widmet sich einem außergewöhnlichen Naturinstrument. Meisterlich vorgeführt wird das Klangwunder Alphorn von Virtuosen ihres Fachs und vielen tollen Kolleginnen und Kollegen an anderen Instrumenten.
Sonntag, 6. Juni 2021 um 17:00 Uhr: Naturhornensemble Hornklang mit Hornologie: Naturhorn –Jagdhorn – Waldhorn
Sonntag, 13. Juni 2021 von 11:00 bis 16:30 Uhr: Alphorn- und Weisenbläser
Sonntag, 13. Juni 2021 um 17.00 Uhr: Konzert mit einer Alphorn-Großformation
Freitag, 25. Juni 2021 um 17:00 Uhr: AUAhorns mit G. F. Händels Wassermusik. Jazziges & außergewöhnliches Alphorniges
Samstag, 26. Juni 2021 um 17:00 Uhr: Frapapepi mit Sinnliche Weltmusik
Sonntag, 4. Juli 2021 um 17:00 Uhr: Schlääzig und löpfig. Maultrommel trifft Volks- und klassische Musik

Freitag, 30. Juli 2021 & Samstag, 31. Juli 2021 um 17:00 Uhr
freie bühne stuttgart und SZENE 2WEI, infect. Eine lebende Installation im Stadtpark Lahr.
Interdisziplinär, international und inklusiv: infect bringt nicht nur die freie bühne stuttgart und die Lahrer Tanzkompagnie SZENE 2WEI zusammen. Die Musik-Performance unter der künstlerischen Leitung von Ismene Schell und Marko Mrdja schlägt in vielfacher Hinsicht Brücken – zwischen darstellender Kunst, Musik und Lichtkunst, zwischen Performer*innen mit und ohne Behinderung und nicht zuletzt zwischen mehreren Locations in Lahr. Die „lebende Installation“ nach dem großen Vorbild von Marina Abramovic ist genau das, was „lebend“ verspricht: eine unvorhersehbare Begegnung zwischen Künstler*innen und Publikum.

Freitag, 24. September 2021 um 17:00 Uhr
Ulrike und Marian Kraew (Violine), Nadine Hartung (Klavier):
Die Konzertmeister der Münchner Symphoniker mit den größten Geigen-Highlights. Ein musikalischer Ausflug in die Romantik: Ulrike und Marian Kraew und Nadine Hartung spannen den Bogen von Brahms, Elgar und Massenet bis hin zu Korngold und Prokofiev. Ein wahres Feuerwerk der Virtuosität entzünden sie mit sechs Charakterstücken von Fritz Kreisler und Pablo de Sarasates Navarra.

Samstag, 25. September 2021 um 17:00 Uhr
Ensemble Aventure mit Kunst = Leben?!
Scheinbar Bekanntes neu beleuchten, radikal Neues fördern – das Freiburger Ensemble hat sich mit Haut und Haaren der Avantgarde verschrieben. Zum 100. Geburtstag des Aktionskünstlers Joseph Beuys spüren sie den fließenden Grenzen zwischen Kunst und Leben nach. Gemeinsam mit Laienmusiker*innen erkunden sie den Klangraum des Alltags. Die Ergebnisse werden in einem aktionsreichen Mitmachkonzert präsentiert.

Samstag, 2. Oktober 2021 um 11:00 Uhr
Saskia Bladt & Ensemble tō mit tō’bo – Libelle. Uraufführung für Ensemble und Flugzeug
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Umsiedlung des Lahrer Ortsteils Langenwinkel hat die Stadt bei der Komponistin Saskia Bladt ein Werk in Auftrag gegeben. Konzipiert ist es für 4 Stimmen, E-Gitarre, E-Geige, Synthesizer, Perkussion und – Flugzeug. Denn mit dem geschlossenen Umzug ins neue Langenwinkel im Jahr 1971 wollten die Menschen dem Lärm des NATO-Flugplatzes entkommen. Die Uraufführung wird über dem alten Ortsteil bzw. dem Feld daneben stattfinden, um den Klang des Flugzeugs und des Ensembles zu integrieren.

Villa Jamm Artists – Workshops, Mitmach-Aktionen und offene Werkstätten

Eine Fülle von Workshops, Mitmach-Aktionen und offenen Werkstätten gibt es jeden Sonntag um 14:00 Uhr vor der Villa Jamm und jeden Mittwoch um 15:45 Uhr vor oder im Stadtmuseum Tonofenfabrik. Sobald die Pandemielage es zulässt, öffnet donnerstags die Museumsbar vor dem Museum Tonofenfabrik. Geboten werden Live-Konzerte, selbstverständlich unter reger Beteiligung der Villa Jamm Artists, sowie ein live gestreamter Kulturstammtisch jeweils am ersten Donnerstag im Monat, mit Diskussionen über kulturelle, gesellschaftliche und politische Themen.

SeelenTanz

2021 feiert das Stuttgarter Ballett seinen 60. Geburtag. Seinen Weltruhm verdankt es in ganz besonderem Maße dem legendären Choreografen und Tänzer John Cranko.Der junge Choreograf aus London kommt Ende 1960 für ein kurzes Gastspiel nach Stuttgart. Als er sich entschließt zu bleiben, beginnt der märchenhafte Aufstieg des Stuttgarter Balletts zu einer der führenden Compagnien der Welt.

Der neue Roman SeelenTanz: John Cranko und das Wunder des Balletts von Thomas Aders versetzt uns jetzt noch einmal zurück in jene atemberaubende Atmosphäre und magische Ära seiner Zeit. Vor 60 Jahren wurde der südafrikanische Tänzer und Choreograf John Cranko zum Direktor des Stuttgart Balletts berufen. Die Folgen waren spektakulär und das Stuttgarter Ballettwunder nahm seinen Lauf, um bis heute – über den plötzlichen Tod des Choreografen 1973 hinaus – anzudauern.

Thomas Aders ist es mit seinem Roman gelungen, die Ballettlegende John Cranko und mit ihm sein Umfeld und die Zeit der 60er-Jahre in Stuttgart mit Leben, Emotion und Atmosphäre zu füllen. Das Mammutrechercheprojekt ist unglaublich detailreich, bietet ein Konglomerat verschiedener Perspektiven und erscheint dennoch federleicht. Crankos seherische Qualitäten in Bezug auf die Fähigkeiten seiner Tänzer und Tänzerinnen, seine abgrundtiefe Einsamkeit inmitten des überbordenden Lebens, das er versprühte, und die Intensität seines Seins, inklusive der damit verbundenen Abgründe, werden von Aders einfühlsam und anschaulich in Szene gesetzt.
arsmondo hat mit ihm über diesen mitreißenden SeelenTanz gesprochen. Lesen Sie das Interview in der Ausgabe 2/2021. Hier können Sie die Ausgabe bestellen.


SeelenTanz: John Cranko und das Wunder des Balletts
ISBN: 978-3-7504-3165-2, Preis: 25.-
TIPP
Außer in jeder Buchhandlung kann der Roman ohne Zusatzkosten direkt unter taders@me.com bestellt werden, inklusive – auf Wunsch – einer persönlichen Widmung des Autors. Lesungen, die ab Herbst 2021 wieder geplant sind, finden Sie, ebenso wie den Podcast, auf der Homepage www.Seelentanz-Cranko.com

Aus der Mitte des Sees

Eine Benediktinerabtei, idyllisch an einem See gelegen. Ihr Gastflügel ist gut besucht, doch die meisten Mönche nähern sich dem biblischen Alter. Gerade hat einer der jungen das Kloster verlassen und eine Familie gegründet. Seither stellt auch Lukas, Ende dreißig, seinen Lebensweg in Frage. Da taucht Sarah auf, aufmerksam, zugewandt und körperlich. Um zu einer Entscheidung zu finden, überlässt sich Lukas dem See: Beim Schwimmen öffnen sich Körper und Geist.

Hardcover Leinen, 256 Seiten, ISBN 978-3-257-07146-7, € 22.00. Auch als Hörbuch erhältlich.

Moritz Heger, geboren 1971 in Stuttgart, studierte Germanistik, evangelische Theologie und Theaterwissenschaft in Mainz, erhielt 2007 den MDR-Literaturpreis und den zugehörigen Publikumspreis. Neben dem Schreiben arbeitet er als Lehrer an einem Stuttgarter Gymnasium. ›Aus der Mitte des Sees‹ ist sein Debüt beim Diogenes Verlag und nach ›In den Schnee‹ (2008) sein zweiter Roman.
Auszeichnungen: ›MDR-Literaturpreis‹ mitsamt Publikumspreis, 2007

Sophie Scholl auf Instagram

Ich will mich nicht immer bilden. Ich will mich ab und zu austoben», konstatierte selbstbewusst Sophia Magdalena „Sophie“ Scholl. Das aufgeweckte, fröhliche Mädchen liebte die Natur und hatte ihren eigenen Kopf.
Am 9. Mai 1921 wird sie als dritte Tochter von Magdalena und Robert Scholl in Forchtenberg geboren. Die Familie zieht 1930 nach Ludwigsburg, 1932 nach Ulm. Trotz christlicher Erziehung ist sie zunächst begeisterte Anhängerin der Nationalsozialisten und sogar Gruppenführerin über 120 Mädchen beim BDM. Doch bald meldet sich ihr starker Gerechtigkeitssinn, und ihre Haltung zum Nationalsozialismus wird immer kritischer. Schließlich engagiert sich Sophie gemeinsam mit ihrem Bruder Hans (1918–1943) in der Widerstandsgruppe «Weiße Rose». Ab Januar 1943 beginnt sie, inzwischen Studentin, Flugblättern zu verteilen. Nur wenige Wochen später werden Bruder und Schwester verhaftet. Das grausame Ende: Am 22. Februar 1943 werden beide zusammen mit Christoph Probst, einem weiteren Mitglied der Gruppe, in München durch die Guillotine hingerichtet.

Die Erinnerung an diese mutige junge Frau aber bleibt lebendig und so hat sich der SWR anlässlich ihres 100 Geburtstags etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Das szenisch-dokumentarischen Projekt „Ich bin Sophie Scholl“ holt die Widerstandskämpferin aus den Geschichtsbüchern heraus und geht der Frage nach, wie ihr Leben verlaufen wäre, wenn sie sich in ihrem letzten Lebensjahr auf Instagram hätte mitteilen können.

Illustration von Luna Wedler als Sophie Scholl.
© SWR/Edith Carrons, „Bild: SWR/Edith Carrons“ (S2). SWR

In „Ich bin Sophie Scholl“ postet die Widerstandskämpferin in ihrem eigenen Kanal und lässt direkt und subjektiv die Nutzer*innen an ihrem wechselvollen Alltag im Kriegsjahr 1942 teilhaben. Studienbeginn, erste Liebe, Reichsarbeitsdienst, der abschnürende nationalsozialistische Alltag an der Kehrtwende des Zweiten Weltkriegs, Fluchtpunkte bei Freund*innen und in der Natur werden mit den Mitteln von Instagram gegenwärtig und unmittelbar erfahrbar.

Direkt und subjektiv lŠsst Sophie Scholl (Luna Wedler) in ÈIch bin SophieÇ (AT) die Nutzer*innen ihres Instagram-Kanals an ihrem wechselvollen Alltag im Kriegsjahr 1942 teilhaben. © SWR/Nils Schwarz

Die Rolle der Widerstandskämpferin übernimmt die Schweizer Schauspielerin Luna Wedler (Netflix-Serie „Biohackers“). Basis für das Projekt sind Briefe und Aufzeichnungen, die Sophie Scholl von Ende 1937 bis zu ihrer Hinrichtung schrieb und die einen intimen Einblick in ihren Alltag gewähren. Unter Einbeziehung von historischem Originalmaterial und von Spielszenen aus Sophies Perspektive wird die Geschichte ihres Erwachsenwerdens in ihrem historischen Kontext für Teenager und junge Erwachsene nachvollziehbar.

„Ich bin Sophie Scholl“ ist am Geburtstag von Sophie Scholl am 9. Mai 2021 gestartet und spielt täglich Content aus.