A Sophisticated Lady

Fola Dada – mit bürgerlichem Namen Folashade Dada – liebt den Jazz genauso wie den Afrobeat Nigerias, der Heimat ihres Vaters und die alten Blues- und Soul-Schallplatten ihrer deutschen Mutter. Die 1977 in Stuttgart geborene Sängerin ist weltgewandt, kultiviert, geistreich und intellektuell – also das ,was man gemeinhin als Sophisticated Lady beschreibt. Sie ist unglaublich vielseitig und stimmlich wandelbar, beherrscht die unterschiedlichsten Musikstile, von Soul und Jazz, über R’n’B und Reggae bis hin zu House. Doch immer bleibt sie dabei authentisch. Fola Dadas hohe Musikalität und ihre Ausstrahlung begeistern, vermag sie es doch, sich förmlich in die Menschen hineinzusingen!
Alles begann mit der Liebe zum Stepptanz, der ihr bereits mit 7 Jahren die ersten künstlerischen Erfahrungen bescherte. Sie erlernte an der New York City Dance School in Stuttgart außerdem Bühnenperformance und Jazz Dance.

Der Jazz streckte seine Finger nach ihr aus

Fola Dada, Foto: Annete Cardinale

Jahre später wurde aus der Tänzerin die Sängerin, die in zahlreichen Bands performte. In Folge studierte sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim und schloss den Studiengang Jazz- und Popularmusik mit Hauptfach Gesang 2004 als Diplom-Sängerin ab.
Währenddessen wurden die Bands, in denen sie spielte, größer und berühmter und kurz nach dem Studium folgte direkt die erste Verpflichtung an einer deutschen Musikhochschule (weitere Lehraufträge sollten folgen) und das Engagement für DSDS und Supertalent als Vocal Coach. 6 Staffeln sollte diese Liaison dauern und sie zum einzig logischen Schluss führen – zur Umsetzung ihres großen Traums: der Gründung einer eigenen Gesangschule.
Im Stimmwerk bringt sie ihren SchülerInnen auf ihre Weise mit viel Zeit, Herz und Nachhaltigkeit die Faszination des Singens näher. Es ist ihr ein Anliegen aufzuzeigen, „dass ein einzelner Mensch, durch die ihm oder ihr innewohnende Persönlichkeit, die ausgeübte Kreativität, die ausgesprochene Meinung, das gelebte Dasein das Leben anderer Menschen beeinflussen kann. Im Positiven, wie im Negativen und ich übersetze das für mich dahin, dass es sehr, sehr wichtig ist, anderen zu vermitteln, dass sie ihre Bedeutsamkeit niemals unterschätzen dürfen.“
Fola Dadas musikalisches Gespür und ihr Einfühlungsvermögen befähigen sie dazu, die Musik aus der Feder anderer Musiker gelungen in Szene zu setzen. Und so ist sie derzeit eine der gefragtesten Sängerinnen Deutschlands. Sie ist die Frontfrau der Band Hattler (der Bandleader will sie nie wieder gehen lassen!), Sängerin der SWR Big Band, betreibt ein Duo mit dem Pianisten Rainer Tempel (u.a. Liederzyklus über Gedichte von Edgar Allan Poe und Emily Dickinson) und gern gesehener Gast bei zahlreichen namhaften Künstlern und Künstlerinnen.

Groove is in the Heart

Der ganz große Durchbruch mit ihrer eigenen Band Dada gelang ihr 2016 im Stuttgarter BIX Jazzclub mit ihrer Konzertreihe „Groove Is In The Heart“, auf die ein gleichnamiges Album folgte. Wenig überraschend, dass auch ihre eigenen Kompositionen ebenfalls in keine Schublade passen. Auch hier bleibt sie musikalisch vielseitig und bearbeitet inhaltlich Themen wie das Leben in einer Welt, die sich wandelt und wandeln muss, Liebe und Suche nach Zufriedenheit, aber auch den Umgang mit Unsicherheiten oder unbeantworteten Fragen.
Bis 2017 bereicherte Fola Dada die Musikhochschulen, u.a. in Stuttgart, Nürnberg, Freiburg und natürlich als Professorin in Mannheim, mit ihrem Knowhow und wurde nicht müde, neue Konzepte und individuelle Ideen in den Lehrplan einzubauen: egal, ob es sich hierbei um die eigene Musik oder die Ausbildung von Studierenden, Profis, Castingshow-KandidatInnen oder HobbysängerInnen handelt. 2022 dann die längst verdiente Auszeichnung: der Deutsche Jazz Preis in der Kategorie „Vokal National“.
Fola Dada ist und bleibt fasziniert von der menschlichen Stimme und der Arbeit mit und an diesem facettenreichen Instrument. Es ist beinahe schon überflüssig zu konstatieren, dass die Autorin dieses Artikels ein Fan ist und Fola Dada, bei alldem, was sie tut, immer präsent ist, das Beste aus sich und ihrem Gegenüber herausholt und immer eines bleibt – nämlich authentisch, eine Sophisticated Lady eben!

Ein Beitrag von Susanne Heeber

Die nächsten Veranstaltungen mit Fola Dada:

Die Nina Simone Story
Ihre Musik, Ihr Leben, Ihre Zeit
Songs, Bilder, Filmausschnitte und Texte beleuchten den Lebensweg dieser außergewöhnlichen Künstlerin. Mit Fola Dada, Florian Dohrmann, Ulf Kleiner, Felix Schrack und Christoph Neuhaus sowie die Sprecherin und Moderatorin Katharina Eickhoff (SWR2)
12. Mai, Theaterhaus Stuttgart
und 11. Juli, Burghof Lörrach

13. Juli 2024 –ZÜBLIN-Kulturpreis Stuttgart im Genre Jazz-Pop
25.04.24 Stuttgart/ BIX, Soul Diamonds feat. Fola Dada
20.05.24 Tübingen/ Westspitze, Fola Dada & Band
27.05.24 Mannheim/ Ella & Louis, mit David Helbock & Random Control feat. Fola Dada
07.06.24 Schwieberdingen/ Georgskirche, Fola Dada & Martin Meixner
15.06.24 Stuttgart/ BIX, Groove is in the heart
Mehr Termine & Infos: www.fola-dada.de

Schwäbische Impressionistinnen

Zwischen Lindau und Wangen im Allgäu, hoch oberhalb der Argenschlucht gelegen, zählt zu den Geheimtipps im Hinterland des Bodensees. Die große Sonderausstellung vom 13. April bis 13. Oktober 2024 auf Schloss Achberg macht den starken Beitrag von Künstlerinnen zum Schwäbischen Impressionismus sichtbar. Präsentiert werden mehr als 100 Werke von 14 Malerinnen, u.a. Maria Caspar-Filser, Luise Deicher, Käte Schaller-Härlin und Marie Sieger.

Marie Sieger, Selbstportrait, 1913 Haellisch Fraenkisches Museum

Sie schufen Stillleben, Landschafen, (Selbst)Porträts sowie Darstellungen von Frauen, Kindern und älteren Menschen im impressionistischen Stil. Viele von ihnen sind heute nahezu vergessen. Zu Unrecht, wie die Ausstellung zeigt, denn die Qualität der Werke ist augenscheinlich. Aber diese Künstlerinnen standen im Schatten ihrer männlichen Kollegen, insbesondere der Gründergeneration des Schwäbischen Impressionismus.

Luise Deicher, Anemonen im Tonkrug, undatiert, Privatbesitz
Maria Hiller Foell, Bodensee, undatiert, Privatbesitz

Ihr Studium absolvierten sie in den sogenannten „Damenklassen“ der Königlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart. Zum allgemeinen Unterricht waren sie noch nicht zugelassen; sie mussten Privatunterricht nehmen und dafür bezahlen. Dies änderte sich erst mit der Gleichstellung von Mann und Frau durch die Weimarer Verfassung 1919. Unterstützung erhielten sie von dem 1893 gegründeten Württembergischer Malerinnenverein. Dieser sorgte für mehr gesellschaftliche Anerkennung und wachsendes Selbstbewusstsein der Malerinnen. Ebenso fungierte der Verein als Ausbildungs-, Atelier- und Vernetzungsort.
Von Frühjahr bis Herbst beherbergen die Räume von Schloss Achberg nicht nur wechselnde Kunstausstellungen, sondern auch Konzerte mit international renommierten Solisten und Ensembles.

Helene Wagner, Mutter und Tochter, undatiert Kreisarchiv Zollernalbkreis

Weitere Info: www.schloss-achberg.de , Fon 0751 85 9510,
Öffnungszeiten: 13. April bis 13. Oktober, Fr 14-18 Uhr I Sa,
So und Fei 11-18 Uhr

Decoding the Black Box

Die Galerie Stadt Sindelfingen zeigt bis 16. Juni 2024 die Gruppenausstellung Decoding the Black Box. Digitale Technologien durchdringen jeden Winkel unseres Lebens. Die Informationsflut entleert sich in der Daten- und Bilderflut des World Wide Webs, die uns nicht nur überschwemmt, sondern immer öfter ein unkontrollierbares Eigenleben führt. Egal ob Smartphone, Smart Home, Social Software, Bonus-, Navigations-, Verkehrs- oder Überwachungssystem – sie sammeln persönliche Informationen in Form von Big-Data. Die in der Ausstellung versammelten dreizehn Künstlerinnen und Künstler entschlüsseln die Prozesse, die in unseren Endgeräten – den Black Boxen – ablaufen. Sie legen die Funktionsweisen digitaler Technologien offen und visualisieren zugleich die Auswirkungen, die sie auf unsere Wahrnehmung von Realität haben.

Evan Roth: Since you were born
Teilnehmender Künstler ist u.a. Evan Roth. Seine Strands Serie ist das Ergebnis einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit der Geschichte der Kartographie und der digitalen Infrastruktur. Die Arbeiten der Serie basieren auf der von Roth konzipierten Software Worlds in Figure, die das Ergebnis dieser Recherche ist. Mit seiner eindrücklichen Installation Since you were born führt er außerdem die Bilderflut vor Augen, der wir im Internet tagtäglich ausgesetzt sind. Ab dem Tag, an dem seine Tochter geboren wurde, sammelte er für vier Monate alle in seinem Browser Cache gespeicherten Bilder. Der Ausstellungsraum ist vom Boden, über die Wände, bis zur Decke mit diesen Bildern übersät und lässt so ein digitales Tagebuch entstehen, das veranschaulicht, wie unser Suchverhalten Zugriff auf die persönlichsten und intimsten Bereiche unseres Lebens gewährt.

Weitere Künstler*innen:  Aram Bartholl, James Bridle, Adam Harvey, Femke Herregraven, Jonas Lund, !Mediengruppe Bitnik, Metahaven, Chino Moya, Olsen, Mimi Onuoha, Evan Roth, Eryk Salvaggio
Weitere Info: galerie-sindelfingen.de

Musikfest Stuttgart

Von 30. Mai bis 8. Juni 2024 veranstaltet die Internationale Bachakademie wieder das Musikfest Stuttgart. Weltbekannte Ensembles und Solo-Künstler*innen werden gemeinsam mit Stuttgarter Kulturinstitutionen ein Fest der Musik feiern. In Konzertsälen und Museen, Kirchen, Unternehmen und Open Air ist Musik von der Renaissance bis zur Gegenwart zu erleben.

Höhepunkte
»Alle Menschen werden Brüder« lautet der hoffnungsvolle Wunsch in Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 9, die vor 200 Jahren ihre Uraufführung erlebte. Schiller schrieb 1785 seine berühmte Ode an Frieden und Freiheit und traf im krisengeschüttelten späten 18. Jahrhundert einen Nerv, dessen Echo bis heute nachhallt. Auch Beethoven inspirierte Schillers Hymne an die unverbrüchliche weltumspannende Freundschaft und so setzte er ihr im 4. Satz seiner 9. Sinfonie ein Denkmal. Die Stuttgarter Philharmoniker und die Gaechinger Cantorey verbinden sich unter Leitung des Generalmusikdirektors der Landeshauptstadt Dan Ettinger, um Beethovens Mammutwerk am 1. Juni gemeinsam auf die Bühne zu bringen. 200 Sängerinnen und Sänger wirken im Chor mit, das Besondere: Auch Laiensänger*innen waren im Vorfeld eingeladen worden, bei der Aufführung in der Stuttgarter Liederhalle mitzuwirken. Anliegen des Festivals ist es mit diesem Konzert 2024 mit den Mitteln der Musik in einer erneut von Krisen geprägten Zeit ganz bewusst ein Zeichen für Frieden und Gemeinschaft zu setzen.

Jeanine De Bique & Concerto Köln kommen am 2. Juni gemeinsam ins Theaterhaus. Die Sopranistin stammt aus Trinidad und Tobago und gehört heute zu den gefragtesten Klassikstars im internationalen Konzertleben. Kein Wunder: Mit ihrer Stimme, gleichermaßen kraftvoll und zart, energisch und sanft fließend, trifft sie mitten ins Herz. Ihr Programm »Mirrors« ist ein emotionales Feuerwerk – von Furor bis Gänsehaut, von atemberaubenden Koloraturen bis zu sinnlich-schönen, schlichten Melodien. Zu hören sind einige der schönsten Opernarien von Händel, Graun und Telemann.

Jeanine De Bique, Foto: Marco Borggreve

»Vision.Bach: Erschallet, ihr Lieder« heißt es am 31. Mai. Das Konzert markiert die Vollendung der Gesamtaufführung zum 300-jährigen Jubiläum des ersten Leipziger Kantatenjahrgangs mit der Gaechinger Cantorey und Hans-Christoph Rademann in der Liederhalle.

Hans-Christoph Rademann © Holger Schneider

Maßstäbe in A-cappella-Gesang setzen die King’s Singers: In der Stiftskirche verbinden sie György Ligeti mit 500 Jahren Musikgeschichte (5. Juni).

The Kings Singers © Frances Marshall

Seltene Ausgrabungen von Fanny Hensel präsentieren Jérémie Rhorer und sein Originalklangensemble Le Cercle de l’Harmonie, bevor Erzähler Wolfram Koch durch Mendelssohns »Sommernachtstraum« führt (7. Juni im Theaterhaus).

Christiane Karg © Gisela Schenker

Noch einmal erklingt Mendelssohn dann zum Abschluss des Musikfests: Die Gaechinger Cantorey und die Deutsche Radio Philharmonie führen Mendelssohns »Paulus« unter Hans-Christoph Rademann auf. Das Oratorium zählt zu den herausragenden Werken der romantischen Oratorienliteratur des 19. Jahrhunderts, nicht zuletzt auch wegen seiner Chorpassagen: sie reichen von feierlichen Lobgesängen bis zu erschütternden Klagen. Die Solos singen Christiane Karg, Lothar Odinius und Markus Eiche (8. Juni, Liederhalle).

Gaechinger Cantorey © Martin Förster

Weitere Gäste sind Pieter Wispelwey und Tim Allhoff und in der profilierten Barock-Reihe »Sichten auf Bach« treten Philippe Herreweghe mit dem Collegium Vocale Gent, der Tenebrae Choir und die Gaechinger Cantorey auf.

Dazu kommen Konzertformate jenseits des Üblichen. Ein Fixpunkt im Festivalkalender ist inzwischen der „Jazz in der Dürnitz“ im Landesmuseum Württemberg: Hier wird am 3. Juni das Trio Dock in Absolute aus Luxemburg erwartet. Beim kostenlosen Birkenkopf Open Air sorgen auf Stuttgarts höchstem Aussichtspunkt Studierende der Musikhochschule Stuttgart für Unterhaltung im Grünen (2. Juni, 15 Uhr). Und zum Familienkonzert lädt die Gruppe Quadro Nuevo in das Mercedes-Benz Museum (8. Juni). Last but not least öffnet die Firma Kärcher im Rahmen von „Unternehmen Musik“ ihr Auditorium in Winnenden. Hans-Christoph Rademann wird dort mit der Gaechinger Cantorey zwei Bach-Kantaten dirigieren und moderieren(30. Mai).


Karten und weitere Info zum Programm: www.musikfest.de,
Easy Ticket Service: Fon 0711/619 21 61

Hohenloher Kultursommer

Vom 1. Juni bis zum 29. September bespielt das Festival wieder zahlreiche Orte in der malerischen Hohenlohe-Region. Dabei reicht das Programmspektrum von Alter Musik, Klassik und bis hin zu Weltmusik und Jazz. Einen besonderen Schwerpunkt bildet in diesem Jahr Johannes Brahms. In vielen Konzerte werden seine Werke zu hören sein und im Kloster Schöntal gewähren die Hohenloher Brahmstage (15. und 16. Juni) in Vorträgen, Gesprächsrunden, Musikbeispielen und Konzerten einen intensiven Einblick in das Leben und Schaffen des Komponisten. Auch zum festlichen Auftakt im Rittersaal von Schloss Neuenstein am 1. Juni erklingt Brahms: Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn gastiert mit zwei namhaften Solisten der Wiener und Berliner Symphoniker: Daniel Ottensamer, Klarinette und Stephan Koncz, Violoncello. Mit dem Programmtitel „Brahms – The Hungarian“ beleuchten sie die Anziehung ungarischer Volksmusik auf den Komponisten.
Höhepunkte:

Das Alliage Quintett (Saxofone und Klavier) bietet am 8. Juni auf Schloss Langenburg ein herrliches Sommerprogramm mit Arrangements zu Mendelssohns Sommernachtstraum, Gustav Holsts Planeten-Zyklus und eine Rhapsodie über George Bizets Oper „Carmen“.

Alliage Quintett © Ira Weinrauch

Der bekannte Film- und Fernsehschauspieler Christian Kohlund kommt mit Gitarrist Klaus Pruenster zu einer musikalschen Lesung am 21. Juli ins Kloster Schöntal und am 30. Juni gastiert Pianist Matthias Kirschnereit mit dem legendären Stamitz Quartett unter dem Motto „Tschechische Romantik“.

Christian Kohlund © Anatol Kotte

In die Welt des Jazz und Swing entführen am 23. Juni das Original Prague Syncopated Orchestra und am 15. September Sue und Neal Richardson aus Großbritannien mit Band u.a. mit Stücken von Ella Fitzgerald, Louis Armstrong und Oscar Peterson.
Fans von Blech- und Bläsermusik können sich am 21. Juni auf das österreichische Ensemble Federspiel im Kelterhof von Niedernhall und am 5. Juli auf das Blechbläser-Tenett German Brass freuen.

Federspiel, Foto: Felix Groteloh

Im Bereich Vokalmusik gastieren am 29. Juni das britische Ensemble Stile Antico auf der Großcomburg in Schwäbisch Hall, am 14. Juli das Athos Ensemble in Langenburg, am 24. Juli auf den Kammerchor Stuttgart und Frieder Bernius in Bad Mergentheim. Hinzu kommen Konzerte mit der schwedischen A-Cappella-Gruppe VOCADO am 28. Juli in Niederstetten und mit dem Maulbronner Kammerchor am 27. September in der Schöntaler Klosterkirche. Bei den Programmen reicht die Brandbreite von der Renaissance über romantische Vokalquartette, Bruckners e-Moll-Messe bis hin zum Popsong.

Stile Antico © Kaupa Kikkas

Die dekadente Fülle der Wiener K&K-Monarchie genießen kann man last but not least mit der Operette „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán am 6. Juli beim Musikfest Weikersheim & Open Air im Schlossgarten.
Im Genre Weltmusik gastieren Gruppen wie Dhalias Lane mit Celtic-Folk (13. Juli), Dikanda aus Polen am 27. Juli mit osteuropäischer Tanzfolklore, Unavantaluna mit sizilianischen Klängen am 21. August und The Outside Track mit Modern Irish Folk am 31. August. Rund um den 20. Internationalen Wettbewerb für Violine im Kloster Schöntal werden die Teilnehmenden und das Concertino Ensemble wieder in Kirchen und Sälen der Region musizieren.

Boulanger Trio © Nikolaj Lund

Den kammermusikalischen Schlusspunkt setzt dann das Boulanger Trio am 29. September im Kloster Schöntal: Unter dem Motto „Wanderlust“ erklingen Werke von de Falla, Dvorak, Grieg und ungarische Klänge von Johannes Brahms.


Karten und weitere Info:
Fon 07940/18-348, unter
www.hohenloher-kultursommer.de
oder

www.reservix.de

Neue Publikationen von und über Peter Weibel

Peter Weibel – Der Visionär zwischen Kunst und Wissenschaft schuf mit seiner Enzyklopädie der Medien ein einzigartiges Nachschlagewerk – jetzt ist posthum der letzte Band erschienen. In seinen Werken und Schriften nahm er zentrale Entwicklungen in der Kunst des späten 20. und 21. Jahrhunderts vorweg. Von 1999 bis 2023 war er Vorstand des ZKM | Karlsruhe. Als Kurator, Lehrer, Theoretiker und Medienkünstler hat Peter Weibel (1944-2023) den europäischen Kunstdiskurs nachhaltig geprägt. Jetzt sind posthum eine umfassende Werkschau zu seiner künstlerischen Arbeit sowie der sechste und letzte Band seiner Enzyklopädie der Medien erschienen.

In seiner Enzyklopädie der Medien hat Peter Weibel über sechs Bände sein umfassendes Denken zur Medienwelt festgehalten. Die Enzyklopädie hat längst den Status eines zentralen Nachschlagwerks. In ihm geht Weibel der Frage nach, wie die Medien(-künste) die Welt und unsere Wahrnehmung konstituieren, simulieren und verändern. Seine Essays liefern Werkzeuge zur Analyse virtueller Welten und Bilder bis hin zur Kunst im Zeitalter Künstlicher Intelligenz. Sie betonen insbesondere die gesellschaftliche Relevanz von Medienkunst und ihr Potenzial, einen emanzipierten Umgang mit der Digitalisierung im 21. Jahrhundert zu ermöglichen. Herausgeber des letzten Bandes sind langjährige Mitarbeiter:innen von Peter Weibel, die noch zusammen mit ihm die Struktur der Publikation erarbeitet haben. Neben den Werkabbildungen enthält die Publikation 35 Videos in denen Peter Weibel selbst zu Wort kommt, diese können über QR-Codes abgerufen werden; sowie Essays und Beiträge von Hans Belting, Bazon Brock, Boris Groys, Wolfgang Kemp, Friederike Mayröcker, Hans Ulrich Obrist, Pamela C. Scorzin, Peter Sloterdijk, Terry Smith, Siegfried Zielinski und dem Peter Weibel selbst.

Die Publikation »Peter Weibel: Art as an Act of Cognition« geht zurück auf die Ausstellung »respektive. Peter Weibel«, die im ZKM (2019–2020) und im MMCA Seoul/Korea (2023) zu sehen war. In englischer Sprache gibt das Buch erstmals einen umfassenden Überblick über Weibels vielfältige künstlerische Praxis der vergangenen sechzig Jahre.
Peter Weibel: Art as an Act of Cognition

 

Mit Art as an Act of Cognition erscheint die erste umfassende Werkschau des Ausnahmekünstlers in englischer Sprache.
Das Buch zeigt über 450 Werke aus 60 Jahren künstlerischer Praxis. Zahlreiche Illustrationen und Textbeiträge Weibels und seiner Weggefährten kontextualisieren das mannigfaltige Werk. Ergänzt wird das Buch mit eingebetteten Videos zu Originalwerken und Kommentaren des Künstlers selbst – sie können per QR-Code aufgerufen werden.
ISBN: 978-3-7757-3875-0  Broschur, Sprache: Deutsch
Verlag: Hatje Cantz Verlag
Bestellen kann man die Gesamtausgabe und einzelne Bänder im ZKM-Shop online. Hier klicken

 

Cabaret

Szene aus Cabaret am Schauspiel Stuttgart, Foto: Toni Suter

Willkommen, bienvenue, welcome … – singt der Conférencier und verführt seine Gäste in die zwielichtige Unterwelt des Berliner Kit Kat Clubs. Es sind die 1920er Jahre in Berlin. Eine Zeit, geprägt von extremer Armut und hemmungslosem Genuss bildet den Hintergrund für Cabaret – einem der bekanntesten Broadwaymusicals.

Das Schauspiel Stuttgart hat das Musical Cabaret wieder auf seinem Spielplan und entführt darin temporeich und leidenschaftlich in das Berlin der Wilden Zwanziger. Das Musical erzählt die Liebesgeschichte des amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw mit der Sängerin Sally Bowles, Star einer Show, die von einer Karriere als Schauspielerin träumt. Doch der beginnen-de faschistische Terror zerstört ihre Träume. Cliffords Freund, der Devisenschmuggler Ernst Ludwig, entpuppt sich als Handlanger der braunen Gewalt. Angesichts der politischen Gefahr entscheidet sich Clifford, Deutschland mit Sally zu verlassen, doch sie wählt ihre Karriere und bleibt in Berlin. Cabaret basiert auf den autobiografischen Erzählungen des britisch-amerikanischen Schriftstellers Christopher Isherwood, der 1929 nach Deutschland kam, um einen Berlin-Roman zu schreiben, und 1933 nach Kalifornien emigrierte, wo er als Drehbuchautor arbeitete. Isherwood wurde in den 1950er Jahren zu einer Ikone der Schwulen- und Lesbenbewegung, nachdem er sich als einer der ersten prominenten Autoren zu seiner Homosexualität bekannte. Als Musical wurde es mehrfach auch verfilmt u.a. mit Weltstar Liza Minelli.

Zwei Leben mit Leidenschaft für den Liedgesang

Keine Frage: Der Sänger Christian Gerhaher zählt zu den Ausnahmekünstlern. Neben seinem Medizinstudium (!) und der Ausbildung in der Opernklasse der Münchner Musikhochschule besuchte er Meisterkurse bei Liedlegenden wie Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf und Inge Borkh. Heute ist er als Opern- und Konzertsänger weltweit gefragt. Dem Genre Lied ist er dennoch immer treu geblieben. Dies verdankt er auch einem biographischen Glücksfall. Gerold Huber war bereits in Schulzeiten sein Piano-Partner. Beide sind Jahrgang 1969 und beide in Straubing bei München geboren. Dank glücklich verlaufender Musikerkarrieren entwickelten sie sich zum „Dream-Team“ der Liedinterpretation. Und es blieb ein gemeinsames Herzensanliegen, trotz der vielen internationalen Verpflichtungen, die ihre Karrieren mittlerweile einfordern. Christian Gerhaher meistert als gefragter Opernsänger stimmlich wie schauspielerisch die anspruchsvollsten Partien, mit einem maximal weitgespannten Repertoire von Mozart bis Wagner, von Verdi bis Alban Berg und Aribert Reimann. Als gefragter Lehrer gibt er seine Erfahrungen an die nächste Sängergeneration an seiner ehemaligen eigenen Hochschule in München und an der Royal Academy of Music in London weiter.

Im Frühjahr 2022 erschien sein Lyrisches Tagebuch, das rasch zu einem Bestseller in Sachen Liedgesang avancierte. Vom mehrfachen „Sänger des Jahres“ über Preise der deutschen Schallplattenkritik und den Deutschen Theaterpreis DER FAUST bis zum Olivier Award hat der Bayerische Kammersänger hat er alles abgeräumt, was in der Branche zu holen ist. Mit der Hugo-Wolf-Medaille kommt nun eine weitere wichtige hinzu, die vor allem seinen Einsatz für das Genre Lied honoriert.
Auch für Gerold Huber war die Begegnung mit Christian Gerhaher prägend für seine weitere Laufbahn. Auch er studierte an Musikhochschule in München, konzentrierte sich früh auf Liedgestaltung, lernte u.a. bei Größen wie Helmut Deutsch und Dietrich Fischer-Dieskau in Berlin. Heute prägt er selbst die kommende Generation: In Meisterkursen auf der ganzen Welt sowie als Professor für Liedbegleitung an der Hochschule für Musik in Würzburg. Ob auf der Bühne oder für CD-Einspielungen arbeitet er mit vielen großen Sängerinnen und Sängern zusammen, darunter Christiane Karg, Julian Prégardien, Bernarda Fink, Georg Zeppenfeld, Ruth Ziesak und Franz-Josef Selig. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen das Artemis- und das Henschel-Quartett, der Trompeter Reinhold Friedrich sowie der Cellist Maximilian Hornung. Sein musikalischer Seelenpartner ist und bleibt jedoch Christian Gerhaher.
Sonntag, 21. April 2024, 11.00 Uhr
Liedmatinee zur Verleihung der Hugo-Wolf-Medaille
Opernhaus Stuttgart; Karten über die IHWA,
Fon 0711/72233699, www.ihwa.de

Olivia Trummer. Classical to Jazz

Scheinbar mühelos gelingt es Olivia Trummer Klassik und Jazz miteinander zu verbinden und mit den schillernden Ergebnissen zu begeistern. Das darf man auch bei dem Konzert-Projekt mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen erwarten: Haydns Klavierkonzert macht unter ihren Händen einen Ausflug ins Blaue . . .

Olivia Trummer © Andrea Boccalini

Nach der Pause präsentiert Olivia Trummer zusammen mit ihrem Trio ihre eigenen Songs in extra für die WPR entstandenen Orchesterarrangements des Komponisten und Dirigenten Jakob Brenner. Die unter anderem an der Manhattan School of Music „klassisch“ und im Jazz ausgebildete Stuttgarterin begeistert ihr internationales Publikum in der Carnegie Hall ebenso wie beim London Jazz Festival oder in kleinen Clubs. Sie erhielt für ihr Können den Jazzpreis Baden-Württemberg und den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.
18. April 2024, 20.00 Uhr, Reutlingen, Stadthalle,
Ticket-Info: www.wuerttembergische-philharmonie.de

Elements

In ihrem Tanzabend „Elements“ erforscht die Gauthier Dance Company die vier Urkräfte Wasser, Erde, Feuer und Luft.
Mauro Bigonzetti, Sharon Eyal, Andonis Foniadakis und Louise Lecavalier repräsentieren stilistisch die Vielfalt dieser Elemente.

„Elements“ / Gauthier Dance Company, Szene aus Mauro Bigonzettis Stück Earth, Foto: Jeanette Bak

Mauro Bigonzetti, bekannt für seine Zusammenarbeit mit Gauthier Dance, wurde das Element Erde zugewiesen. Sein Werk „SPIGHE“ zeigt seine Verbindung zur Natur und zur Erde, die er aus seinem Heimatdorf in den Marken schöpft.

„Elements“ / Gauthier Dance Company, Szene aus Eyal Feuer, Foto: Jeanette Bak

Sharon Eyal, bekannt für ihre akribische Arbeitsweise, erkundet das Element Feuer. Ihre Stücke entfalten eine hypnotische Wirkung und lassen die Tänzer zu einem einzigen Organismus verschmelzen, der so präzise und unaufhaltsam wie ein Uhrwerk ist.

„Elements“ / Gauthier Dance Company, Andonis Foniadakis: Wasser, Foto: Jeanette Bak

Andonis Foniadakis verwandelt das Element Wasser in tänzerische Formen mit seinem Stück „ALMYRA“. Seine Vertrautheit mit dem Wasser von seiner Kindheit auf der Insel Kreta spiegelt sich in der Weichheit und Organik seiner Choreografie wider.

„Elements“ / Gauthier Dance Company, Louise Lecavalier, Luft, Foto: Jeanette_Bak

Louise Lecavalier, eine Ikone des zeitgenössischen Tanzes aus Kanada, verkörpert das Element Luft mit ihrem Solo-Stück „ETHER“. Ihre Unangepasstheit und Wildheit machen sie zur perfekten Interpretin dieses Elements.

Weitere Info und Karten für die nächsten
Termine im Mai im Theaterhaus Stuttgart:
Informationen, Karten: (0)711-40207 – 20 / -21 / -22 / -23
www.theaterhaus.com