Konzert-Highlights

Kiss of Fire – Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim
meets Spark – Die klassische Band

Die Senkrechtstarter der internationalen Klassikszene verbindet den Feinsinn und die Präzision eines klassischen Kammermusikensembles mit der Energie und dem Biss einer Rockband. Tradition und Innovation werden bei den fünf jungen Musikern von Spark zu einem Klangerlebnis, das sich virtuos und unverkrampft zwischen den verschiedensten musikalischen Welten bewegt: Barocke Ohrwürmer verschmelzen mit Filmmusik und Minimal Music, slawische Folklore und jazzige Grooves treffen auf klassische Avantgarde. So erreichen Spark besonders auch die junge Generation. Auf dem Konzertprogramm am 12. November stehen Werke von der barocken Opernwelt eines Henry Purcell bis hin zu rockig-klassischen Klängen, wie sie der niederländische Komponist Chiel Meijering in seiner Suite „Kiss of Fire“ verbindet. In acht kurzen Charakterstücken zeigt das Werk für Spark und Kammerorchester mit den unterschiedlichsten musikalischen Mitteln vom afrikanischen Rhythmus bis hin zu Popelementen die unterschiedlichsten Facetten der Musik, der Liebe und des Lebens…
Weitere Info & Karten: www.swdko-pforzheim.de

Foto oben: Spark 1d ┬® Bartosch Salmanski


Nachtschwärmer-Konzerte
„Nachtschwärmer-Konzerte“ – heißt die neue Veranstaltungsreihe, die die Stuttgarter Philharmoniker gemeinsam mit dem Jazzclub BIX im Gustav-Siegle-Haus aus der Taufe gehoben haben. Ziel der Reihe ist es, neue Begegnungen zwischen unterschiedlichen Publikumsgruppen zu ermöglichen. Die Programme der „Nachtschwärmer-Konzerte“ sind mehrteilig angelegt: der erste Teil ertönt im Saal des Gustav-Siegle-Hauses der zweite klingt dann im Jazzclub BIX aus. Das erste Konzert der Reihe startet mit einer Sinfonie von Mendelssohn, gefolgt von einem Klavierkonzert von Bach, für Akkordeon und Orchester arrangiert, und Tangos von Astor Piazzolla. Anschließend spielt die Akkordeonistin Ksenija Sidorova (Foto) im Jazzclub mit Jazzern weiter. Die Konzertreihe eignet sich aber auch hervorragend für besondere Kammermusikprogramme, beispielsweise die Gesamtaufführung aller sechs Streichquartette op. 18 von Beethoven an einem Abend durch Quartettformationen des Orchesters. Hierbei werden die Ensembles in der Mitte des Parketts platziert, während das Publikum die Aktion ringförmig umgibt. Anschließend gibt’s Jazz-Kammermusik im BIX. In einem weiteren Konzert tritt der Jazztrompeter, Pianist und Komponist Sebastian Studnitzky mit in seinem Projekt „Memento“ auf, ein anderes mit dem jungen Pianisten und Dirigenten Frank Dupree (Foto) verbindet Orchester- und Klaviermusik von Beethoven mit der von Duke Ellington und George Gershwin.
Weitere Informationen zum Programm und Karten:
www.stuttgarter-philharmoniker.de

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Martin-Stadtfeld (c) Marco-Borggreve/Sony-Classical

Der Goldstadtzirkel weltberühmter Pianisten“
Martin Stadtfeld
Martin Stadtfeld spielt erneut mit der Badischen Philharmonie Pforzheim und eröffnet mit dem „Goldstadtzirkel weltberühmter Pianisten“ die Sinfoniekonzert-Reihe der neuen Spielzeit. Stadtfelds Karriere begann 2002 mit dem ersten Preis des Internationale Bach-Wettbewerbs. Seine Einspielungen auf CD (u.a. bei SONY Music) erhielten mehrfach den ECHO Klassik-Preis. In Pforzheim spielt Martin Stadtfeld nun Sergej Rachmaninows 2. Klavierkonzert c-moll op. 18:. Romantisch-expressiv ist dieses Klavierkonzert, das seit der Urraufführung 1901 das erfolgreichste Rachmaninows ist. Eröffnet wird das Konzert mit Maurice Ravel Suite für Orchester „Ma mère l‘ oye“. Eine Sammlung von Märchen ist „Meine Mutter Gans“, die ursprünglich als Fassung von fünf Kinderstücken für Klavier zu vier Händen entstand. Abschließend stimmt die Badische Philharmonie Pforzheim mit der „Reformations-Symphonie“ in das Luther-Jubiläum mit ein. Felix Mendelssohn-Bartholdy komponierte sie 1830 zum 300. Jubiläum der Confessio Augustana. 
15. Oktober CongressCentrum Pforzheim, Karten: Online-Ticketshop arsmondo


Bartoli / Gabetta (c) Decca/Esther Haase

„Dolce Duello“ –
Cecilia Bartoli & Sol Gabetta

Musikalisches Gipfeltreffen: Cecilia Bartoli liebt es, die Register wie ihre Rollen zu wechseln und die ganze Palette von Gefühlszuständen auszuspielen – von innig zart bis rasend, von schüchtern bis wild, von verliebt bis wütend. Die Mezzosopranistin gehört seit über zwei Jahrzehnten zu den absoluten Topstars der Klassik-Szene, mit einem dunkel-satten Timbre von bewegender Schönheit, einem herausragenden darstellerischen Talent, außerordentlicher Musikalität und einer elektrisierenden Bühnenausstrahlung im Konzert und auf der Opernbühne. Im Baden-Badener Festspielhaus, wo La Bartoli zuletzt in Bellinis „Norma“ glänzte, trifft sie nun auf ihre Freundin Sol Gabetta, die ihrerseits zu den besten Cellistinnen weltweit gezählt wird. Dabei kann sie auf den vier Saiten ihre Violoncellos nicht nur beseelt singen, sondern auch dramatisch auftrumpfen und immer wieder spieltechnisch glänzen – etwa, wenn sie mit hochemotionalem und überaus riskantem Spiel die virtuosesten Werke in schwindelerregendem Tempo präsentiert, so dass die Musik unter ihrem Bogen Funken zu schlagen scheint wie bei einem Vulkanausbruch. Cecilia Bartoli und Sol Gabetta präsentieren im Baden-Badener Festspielhaus mit „Dolce Duello“ ein abwechslungsreiches Barockprogramm gemeinsam mit der Cappella Gabetta, einer handverlesenen Originalklang-Truppe, die Sol Gabetta im Dezember 2010 gemeinsam mit ihrem Bruder Andrés Gabetta, einem brillanten Barockviolinisten und Konzertmeister, gegründet hat. Für „Dolce Duello“ haben Cecilia Bartoli und Sol Gabetta einige wunderbare Werke für Gesang und Violoncello ausgegraben. Darunter finden sich berührende Lamenti wie in Händels Ode für die Heilige Cäcilie sowie energiegeladenere Arien wie „Di verde ulivo“ von Vivaldi.
23. November im Festspielhaus Baden-Baden, Karten: www.festspielhaus.de


Mischa Maisky (c) Deutsche Grammophon

Emotionale Freigiebigkeit –
Mischa Maisky & Musikkollegium Winterthur

Mischa Maisky ist der wohl berühmteste Cellist unserer Zeit, weltweit gefeiert als „großer Romantiker“. Sein Spiel ist emotional, intensiv, brennend vor Leidenschaft, dabei edel und seelenvoll im Ton: „Ich gebe nicht 100, sondern 120 Prozent“, sagt der lettische Jahrhundertmusiker mit der Silbermähne über sich. Und: „Ich spiele jedes Konzert, als wäre es mein letztes. Ich verschwende, sagen manche, jedes Mal sehr viel Energie. Aber ich glaube, dass die Konzertbesucher die emotionale Freigiebigkeit eines Musikers fühlen, die viel wichtiger ist als Technik.“ Kurz vor seinem 70. Geburtstag (am 10. Januar 2018) darf sich das Göppinger Publikum auf 120 Prozent Mischa Maisky in Schostakowitschs erstem Cellokonzert freuen – an seinem kostbaren Montagnana-Cello, im Dialog mit dem traditionsreichen schweizerischen Musikkollegium Winterthur unter der inspirierten Leitung seines neuen Chefdirigenten Thomas Zehetmair. Dass die Winterthurer zudem eine Deutsche Erstaufführung im Gepäck haben, macht den Abend desto spannender!
6. November 2017, 20 Uhr, Stadthalle Göppingen


Maximillian Hornung, Photo: Marco Borggreve

Münchener Kammerorchester
& Maximilian Hornung

Mit bestechender Musikalität, instinktiver Stilsicherheit und musikalischer Reife hat der Cellist Maximilian Hornung die internationalen Konzertpodien erobert. Für seine erste Sony-CD erhielt er den ECHO Klassik-Preis 2011 als Nachwuchskünstler des Jahres, für die Veröffentlichung von Dvořáks Cellokonzert den ECHO Klassik 2012 für die »Konzerteinspielung des Jahres«. Mit dem Münchener Kammerorchester wird er ein Auftragswerk des MKO für Violoncello und Orchester von Tobias PM Schneid aufführen. Der finnische Dirigent John Storgårds ist speziell für eine auf drei Spielzeiten angelegte Reihe engagiert worden, nämlich Haydns Londoner Sinfonien den Ligetis Solokonzerten – hier das Konzert für Violoncello und Orchester – gegenüberzustellen. An diesem Abend bilden die Sinfonien Nr. 97 und Nr. 103 »Mit dem Paukenwirbel« den Rahmen des Konzerts. Das Konzert findet am 6. Dezember im Konzerthaus Ravensburg statt.-
Karten: www.ravensburg.de

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„EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE“ VON CHARLES DICKENS
Miroslav Nemec & Udo Wachtveitl in einem Bühnenmärchen mit Musik

Sie ist – neben der Geschichte von Jesu Geburt – das vermutlich meisterzählte Literatursujet der Adventszeit: Charles Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“. Die sozialkritische Erzählung über den alten Geizhals Ebenezer Scrooge, der am Vorabend des Weihnachtsfests von vier Geistern heimgesucht wird und durch sie seine Menschlichkeit wiederentdeckt, ist ein Klassiker. Kaum ein Theater, das dieses Werk nicht schon mehrfach gespielt hat. Warum dann eine neue Fassung? Der Regisseur und Produzent Martin Mühleis hat mit seinen Bühnenbearbeitungen von literarischen Werken in den vergangenen Jahren große Erfolge gefeiert. Allein seine Bearbeitung von Erich Kästners autobiographischer Erzählung „Als ich ein kleiner Junge war“ mit Walter Sittler in der Hauptrolle wurde mehr als 400 Mal gespielt. Für die beiden Schauspieler Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl hat er nun gemeinsam mit dem Komponisten Libor Síma ein musikalisches Bühnenmärchen geschaffen. Es erinnert in seiner Ästhetik an alte Schwarzweißfilme und spielt mit Elementen literarischer Revuen. Durch die Musik und die geschickte Lichtregie werden Räume geschaffen – und doch spielt der literarische Text immer die Hauptrolle: Tempo, Rhythmus und Struktur der Novelle bleiben auch in der Lesefassung bewahrt. Und in der Interpretation von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl erhält die Erzählung, trotz des moralischen Grundtons, eine unglaubliche Lebendigkeit. Beide sind bekanntermaßen seit vielen Jahren durch ihre gemeinsame Arbeit als Münchner Tatort-Kommisare eng verbunden und geben auch auf der Bühne ein tolles Team ab, dem es gelingt im Zusammenspiel mit der Bühnenmusik den typischen, skurrilen britischen Humor auf anrührende Weise herauszuarbeiten.
TOURDATEN 2017: 03.12.2017 Fellbach, Schwabenlandhalle, 04.12.2017 Theater Heilbronn, 09.12.2017 Stadthalle Singen, 10.12.2017  Tuttlinger Hallen, 12.12.2017 Stuttgart Theaterhaus, 20.12.2017 Stuttgart Theaterhaus; Karten und Info beim jeweiligen Veranstalter erhältlich

SOMMERLICHT

In der Ausstellung SOMMERLICHT stellt Schloss Achberg (14. April bis 21. Oktober 2018) mit Leo Putz und der Künstlergruppe „Scholle“ wichtige Vertreter der Malerei im frühen 20. Jahrhundert vor.

Leo Putz, Im Kahn, um 1911

Die bayerische Landeshauptstadt München ist um 1900 die Kunstmetropole Deutschlands. Ihr Kunstbetrieb ist geprägt von zwei gegensätzlichen Polen. Einem dominierenden, historisierenden Kunstverständnis an den Akademien einerseits und einer alle Lebensbereiche umfassenden Aufbruchsstimmung in der Künstlerschaft andererseits. In München wie in zahlreichen anderen europäischen Kunstzentren formieren sich künstlerische Strömungen, die gegen die offizielle Kunstpolitik rebellieren. Die Sezessionisten fordern nicht nur den Bruch mit den alten malerischen Konventionen, sondern sie lehnen sich auch gegen das streng reglementierte Ausstellungswesen auf.
In diesem Spannungsfeld bewegt sich Leo Putz (1869–1940), der bereits als 16-jähriger von Tirol in die bayerische Landeshauptstadt kam. Nach der Ausbildung, die ihn u.a. nach Paris an die Académie Julian führte, stellte der junge Künstler in der Münchener Secession aus, feierte erste Erfolge und verursachte mit seinen mitunter frivolen, provokanten Gemälden größere und kleinere Skandale.

Leo Putz, Morgensonne II, undatiert © Sammlung Unterberger

Putz trat 1903 der Künstlervereinigung Scholle (1899–1911) bei, die vier Jahre zuvor von befreundeten Künstlern mit dem Ziel gegründet worden war, neue, von konservativen Juroren unabhängige Ausstellungsmöglichkeiten zu erschließen. Die Scholle war eine Vereinigung ohne starres künstlerisches Statut. Gemeinsam war den 12 Mitgliedern eine vom Jugendstil und Impressionismus gleichermaßen beeinflusste naturalistische Kunstauffassung. Berühmt wurden sie insbesondere mit ihren Darstellungen von Frauen in der Natur, die durch die populäre Zeitschrift „Jugend“ weite Verbreitung fanden. In diesen Bildern entfaltet sich gerade bei Leo Putz das kraftvolle Farbenspiel und die verfeinerte Sinnlichkeit seiner Malerei zu größter Wirkung. Die Darstellungen von sommerlichen Bootspartien junger Frauen begleiteten Leo Putz über mehrere Jahrzehnte seines künstlerischen Schaffens. Diese Kahnbilder entstanden bei Ausflügen in das Münchener Umland, wie beispielsweise in der Parkanlage von Schloss Hartmannsberg am Chiemsee.

In der Ausstellung SOMMERLICHT werden rund 80 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken aus der Sammlung des Unternehmers Siegfried Unterberger präsentiert – darunter zahlreiche Hauptwerke von Leo Putz sowie Arbeiten der weiteren Scholle-Mitglieder Gustav Bechler, Reinhold Max Eichler, Erich und Fritz Erler, Max Feldbauer, Walter Georgi, Adolf Höfer, Adolf Münzer, Walter Püttner, Franz Wilhelm Voigt und Robert Weise.

Zur Ausstellung gibt es einen reich illustrierter Katalog mit Beiträgen von Bettina Best und Anja Dittrich (18 Euro, ISBN: 978-3-944685-08-3). Darüber hinaus bieten kunsthistorische Vorträge und Führungen einen abwechslungsreichen Blick auf die Münchner Kunstszene um 1900. Kinder können mit dem Kinderkunstführer spielerisch auf Entdeckungsreise gehen. Höhepunkte im Ausstellungsbegleitprogramm sind zwei von renommierten Künstlern – Kathrin Landa und Andreas Scholz – angebotene Malkurse zu den Themen Akt und Stillleben. Viele Musik- und Kreativ-Workshops, Kinderkonzerte sowie das einwöchige KunstCamp stehen für Familien, Jugendliche und Kinder in der Achberg-Saison 2018 ebenfalls auf dem Programm.

Öffnungszeiten Schloss Achberg:
14. April – 21. Oktober 2018
Fr 14-18 Uhr, Sa/So/Feiertage 10-18 Uhr
außerhalb der Öffnungszeiten Führungen nach Vereinbarung

Adresse:
Schloss Achberg
88147 Achberg
Tel.: +49 (0)751 85 9510
info@schloss-achberg.de
www.schloss-achberg.de

Vorschaubild: Leo Putz, Dame in Blau, 1908 © Sammlung Unterberger

Ludwigsburger Schlossfestspiele –
»Ins Ungewisse«

Pietari Inkinen ©Jan David Günther/Ludwigsburger Schlossfestspiele

In der Saison 2018 begeben sich die Ludwigsburger Schlossfestspiele auf die Spuren des Ungewissen. In über 60 Veranstaltungen beleuchtet das Festival in diesem Jahr die vielfältigen Perspektiven einer Reise mit offenem Ausgang. Jenseits der Genregrenzen treffen dabei Orchesterkonzerte auf Liederabende, Tanztheater auf Kammermusik und Klassik auf Volksmusik. So ist es Beethovens berühmte Schicksalssinfonie »Die Fünfte«, die den Ausgangspunkt für einen wahrhaft tosenden Konzertabend bildet, bei dem das Orchester der Schlossfestspiele auf den britischen Schlagzeuger Colin Currie trifft. Beim diesjährigen Klassik Open Air & Feuerwerk hingegen entzündet das Orchester die »Flammen der Leidenschaft«, u.a. mit Bizets Carmen-Suite und Ravels »Bolero«. Geleitet werden diese beiden Abende von Chefdirigent Pietari Inkinen – ebenso wie das Eröffnungs- und das Abschlusskonzert. Mit ihrem »Requiem pour L.« haben Fabrizio Cassol und Alain Platel, ausgehend von Mozarts bekannter Totenmesse, eine eindringliche, radikale und zugleich lebensbejahende Produktion geschaffen, in der 14 Sänger und Musiker unterschiedlicher Herkunft Jazz, Oper, Afropop und Bewegung miteinander verschmelzen lassen. Darüber hinaus spürt die Kompanie Rosas um Choreografien Anne Teresa De Keersmaeker in »Mitten wir im Leben sind/Bach6Cellosuiten« gemeinsam mit Cellist Jean-Guihen Queyras den verborgenen Verbindungen von Bachs Cellosuiten nach. Auf einen ungewöhnlichen Roadtrip begibt sich Christina Pluhar mit ihrem Ensemble L’Arpeggiata in der Weltpremiere von »Eine Balkanroute« mit Musik aus u.a. Griechenland, Bulgarien, Serbien und Italien. Und auch die diesjährige Song Conversation, die mit Emilíana Torrini, Sebastian Studnitzky und Claudio Puntin drei experimentierfreudige Musiker zusammenbringt, lädt ein, sich auf ungewohnte musikalische Begegnungen einzulassen.

Carolin Widmann ©Lennard Rühle (2)
Khatia Buniatishvili ©Gavin Evans

Außerdem werden Künstler wie Fazıl Say, Teitur,Nico Muhly & Holland Baroque, Pekka Kuusisto & Sam Amidon, das Danish String Quartet, Boris Giltburg, Carolin Widmann, Pierre-Laurent Aimard, Khatia Buniatishvili, Igor Levit, das MIAGI Youth Orchestra, Nils Frahm, Hans Magnus Enzensberger sowie Pinchas Zukerman in diesem Jahr bei den Schlossfestspielen zu erleben sein. Neben den Veranstaltungen in Ludwigsburg bieten die Schlossfestspiele auch in Bietigheim-Bissingen, Haigerloch, Salem, Stuttgart, Wertheim und Wolfegg außergewöhnliche Konzertmomente in beeindruckenden Spielstätten.

Klassik Open Air & Feuerwerk ©Reiner Pfisterer

Weitere Informationen: www.schlossfestspiele.de

Foto Vorschaubild: Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele & Pietari Inkinen ©Anatol Kotte

Freilichtspiele Schwäbisch Hall

Die Große Treppe vor St. Michael: 53 Stufen, eine Höhe von acht Metern und eine Breite von bis zu 48 Metern – wohl eine der außergewöhnlichsten Bühnen der Welt. Seit 93 Jahren wird hier Theater gespielt, mit jährlich über 50.000 Besuchern auf dem historischen Haller Marktplatz. Große Klassiker der Weltliteratur kommen ebenso zur Aufführung wie spektakuläre Musicals und eigens für Schwäbisch Hall entwickelte Stücke.

Bildnachweis © Freilichtspiele Schwäbisch Hall, Jürgen Müller.

Zur Eröffnung der Sommerspielzeit 2018 zeigen die Freilichtspiele ab dem 9. Juni Friedrich Schillers Schauspiel „Wilhelm Tell“. Was muss geschehen, dass ein Mensch so weit geht, mit seiner Armbrust auf einen Apfel auf dem Kopf seines Sohnes zu schießen? Intendant Christian Doll setzt sich in seiner Inszenierung mit Tells Mythos als Nationalheld und Schillers idealisiertem Bild des Freiheitskampfes auseinander. Für das Tanzmusical „Saturday Night Fever“ verwandelt sich die Große Treppe in eine schillernde Discowelt. Wenn Tony Manero die Tanzfläche betritt, bleibt die Welt um ihn stehen. Nichts bedeutet ihm mehr, als beim nächsten Tanzwettbewerb zu gewinnen, egal, was er dafür opfern muss. „Saturday Night Fever“ machte John Travolta zum Weltstar und bescherte den Bee Gees gleich drei Nummer-Eins-Hits. Auf eine Zeitreise in die flirrende Welt der „Goldenen Zwanziger“ geht es in der musikalischen Revue „In der Bar zum Krokodil – Ab in die wilden 20er“. Marlene Dietrich, die Comedian Harmonists, Chanson und Schlager, Charleston und Swing – mit dem wirtschaftlichen Aufschwung explodiert auch die Musikszene in den Zwanzigerjahren. Die Revue begleitet acht Figuren in diesem turbulenten Jahrzehnt auf ihrer Suche nach Glück, Liebe und Rausch. Wieder auf dem Programm steht die gefeierte Komödie „Don Camillo und Peppone“, bei der das Freilichtspiele-Ensemble beweist, dass man auf der Großen Treppe sogar Fußball spielen kann. Für jüngere Besucher zeigen die Freilichtspiele das Kinder- und Familienstück „Karlsson vom Dach“ von Astrid Lindgren, in dem der kleine Lillebror mit dem frechen und zu den verrücktesten Streichen aufgelegten Karlsson vom Dach aufregende Abenteuer erlebt.

Tipp: Kult in Schwäbisch Hall ist das Format „Theaterspaziergang“. Unter dem Titel „Williams Weite Welt“ verwandeln vier Schauspieler und die Band Tante Polly den idyllischen Haller Stadtpark in die Welt des genialen Theatermachers William Shakespeare. Ziel der theatralen Reise ist das Neue Globe, das nach dem Vorbild von Shakespeares Londoner Globe Theatre errichtete neue Theater der Freilichtspiele. Im Adolf-Würth-Saal in der Kunsthalle Würth zeigen die Freilichtspiele das Stück „Malala – Mädchen mit Buch“, das die bewegende Geschichte der jüngsten Friedensnobelpreisträgerin aller Zeiten, Malala Yousafzai, erzählt.

Infos & Tickets:
Tourist Information
Hafenmarkt 3
74523 Schwäbisch Hall
Tel. (07 91) 7 51-600 · www.freilichtspiele-hall.de

ULM MOVES!

Leidenschaftlich, inspirierend und mitreißend – 10 Tage lang Tanz pur in der Ulmer Innenstadt und auf den Bühnen von Roxy, Stadthaus, Theater und Ulmer Zelt.
Nach zwei großartigen Festivals in den Jahren 2013 und 2015 stehen im Juni 2018 noch mehr hochkarätige Compagnien der internationalen Tanzszene auf dem Programm des Ulmer Festivals. Zum Festivalauftakt transportiert Maura Morales am 8. Juni 2018 mit Phaidra griechische Mythologie in die Roxy Hallen, beim TanzLokal am 9. Juni 2018 zeigen Compagnien aus der Region ihre aktuellen Stücke.

Maura Morales – Phaidra

Im Stadthaus erweckt am 10. Juni 2018 Afshin Ghaffarian das Werk Too Loud a Solitude des tschechischen Autors Bohumil Hrabal zum Leben. Ricardo Fernando und das Ballett des Theater Augsburg tanzen am 13. Juni 2018 im Ulmer Zelt mit Shortcuts durch die Highlights seiner Choreografien, Sharon Fridman wird am 14. Juni 2018 die Zuschauer vor dem Ulmer Zelt mit seinem Zwei-Mann Stück Hasta Donde? begeistern.
Am 16. Juni 2018 heizt die Hofesh Shechter Compagnie mit Grand Finale dem Publikum im Theater Ulm ein, und zum Abschluss stehen am 17. Juni 2018 Ulmer Amateurtänzer mit den Profis der Compañia Sharon Fridman beim einzigartigen Projekt Free Fall Jesus auf der Roxy-Bühne.

Free Fall Jesus /Ubera

Die Gastspiele werden durch ein hochwertiges und mitreißendes Rahmenprogramm bereichert: Es gibt einen Profi-Tanzworkshop mit Maura Morales sowie einen mehrtägigen Workshop für Amateure für das Projekt Free Fall mit Sharon Fridman.
Besonders ist auch der Tango für alle unter freiem Himmel nach den Gastspielen, die Ausstellung MovinPics im Stadthaus und der Vortrag zum Thema Tanz und Medizin sowie der Foto-Wettbewerb #ulm_pics_contest, an dem bis zum 30. April 2018 jeder zum Mitmachen eingeladen ist. Die eingereichten Fotos werden anschließend im Roxy und Theater ausgestellt.

Foto: Rahi Rezvani

Das Obscura-Kino zeigt die Tanzfilme Argentina, Black Swan, Pina, La La Land und Mein Leben-Ein Tanz.
Im Rahmen des viermaligen Parcours durch die Ulmer Innenstadt sind wieder alle Passanten eingeladen, sich spontan anzuschließen. An einzelnen Stationen laden die Akteure zum Staunen oder auch zum Mitmachen ein.

Veranstaltet wird ULM MOVES!
von Roxy, Stadthaus, Ulmer Zelt und Theater Ulm.
Alle Infos zu Programm und Tickets finde Sie hier:

www.ulmmoves.de
Anmeldungen zu den Workshops: ulmmoves@ulm.de

Klosterkonzerte Maulbronn

Die Saison 2018 der Klosterkonzerte Maulbronn steht ganz im Zeichen des Jubiläums, das die Klosterkonzerte 2018 feiern: 50 Jahre Klosterkonzerte Maulbronn. Zahlreiche hochkarätige Musikstars aus aller Welt werden diesen Sommer im UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Maulbronn 27 Konzerte vom 12. Mai bis zum 30. September gestalten. Herzstück der Jubiläumssaison 2018 ist ein großes Open-Air-Festival auf dem Klosterhof. Vom 20.-22. Juli 2018 werden auf einer großen Freiluftbühne auf dem Klosterhof sechs Konzerte die programmatische Bandbreite der Klosterkonzerte abbilden. Eine Zuschauertribüne mit rund 800 Plätzen bietet beste Sicht auf die Bühne und die Klosterfront, die die stimmungsvolle Kulisse für die Veranstaltungen darstellt. Den Auftakt des Festwochenendes wird ein Schulkonzert mit der Pyrmonter Theater Companie und den Stuttgarter Philharmonikern bilden, weiterhin werden das Musik-Comedy- Duo Igudesman & Joo, der österreichische Schlagzeuger Martin Grubinger, das GrauSchumacher Piano Duo mit Klaus Maria Brandauer, die SWR Big Band und Pianist Bernd Glemser mit den Stuttgarter Philharmonikern zu hören sein.

Bernd Glemser (c) Steffenmaier

Im Bereich der Chor- und Vokalmusik werden auch im kommenden Jahr höchst unterschiedliche Vokalensembles das Saisonprogramm bereichern: das amerikanische Männerquartett New York Polyphony, das armenische Geghard Ensemble und Sjaella als Frauen-Formation im klassischen a cappella- Bereich.

Sjaella, Foto: Lutz Wiechmann

Der Maulbronner Kammerchor feiert im nächsten Jahr ebenfalls ein Jubiläum; zu diesem Anlass hat er sich mit ClaritasVocalis einen weiteren Jubilar und deutschen Spitzen-Kammerchor für ein gemeinsames Konzert eingeladen. Gemeinsam mit fantastischen jungen Solisten (Sopranistinnen Olena Tokar und Marie Henriette Reinhold sowie Tenor Patrick Grahl) und der Hannoverschen Hofkapelle wird der Maulbronner Kammerchor auch für den krönenden Abschluss der Saison sorgen. Auch Orgelkonzerte sind wie immer Teil der Konzertsaison: Mit Martin Sander, Erika Budday (bis 2018 Bezirkskantorin) und Iveta Apkalna (Organistin der Elbphilharmonie), wird die Grenzing-Orgel in all ihren Facetten erklingen. Weitere Konzerte im Rahmen der Jubiläumssaison: Die aus Maulbronn stammende junge Pianistin Magdalena Müllerperth darf beim Jubiläum natürlich nicht fehlen. Auch der junge Geiger Elin Kolev, seit 2017 „SWR New Talent“, wird mit seinem Mercurius Trio auftreten. Weiterhin werden mit dem Ensemble Classique und der Trombone Unit Hannover gleich zwei Blechbläserensembles zu hören sein.

Isabelle Faust, Foto: Felix Bröde;

Des Weiteren konzertieren Isabelle Faust (Violine) mit Kristin von der Goltz (Violoncello) und Kristian Bezuidenhout (Cembalo) sowie das Kontrabass- Ensemble Bassiona Amorosa und der südafrikanische Blockflötist Stefan Temmingh mit dem Capricornus Consort Basel.

Stefan Temmingh, Foto: Harald Hoffmann

In der Kammermusikwoche Bernd Glemser & Freunde wird der Pianist zum wiederholten Mal seine Kunst unter Beweis stellen, in diesem Jahr gemeinsam mit Mirijam Contzen (Violine), Niklas Eppinger (Violoncello) und dem Gewandhaus-Quartett.

Karten und weitere Informationen unter www.klosterkonzerte.de

Hohenloher Kultursommer

Alte Musik, Klassik und Weltmusik, dargeboten in zahlreichen kulturhistorischen Räumlichkeiten der Region, bilden das besondere Konzept des Kultursommers. Mit der Reihe Junge Gesichter, dem Talentkeller und nicht alltäglichen Konzertformaten weht dabei aber auch jede Menge frischer musikalischer Wind durch das Festival. Das Genre „Irish Folk“ füllt dieses Jahr unter anderem die Band „Cara“ oder die Senkrechtstarter aus Irland „Cúig“.

Cúig + Print + Resolution

„Spark – die klassische Band“ wird ihre Neo-Klassik im Langenburger Barocksaal präsentieren und sämtliche Blockflötenklischees von der Bühne fegen. Dass auch barocke Klänge durchaus frisch daherkommen können, werden Blockflötist Stefan Temmingh und Sopranistin Dorothee Mields zusammen mit der Lautten Compganey Berlin in Kloster Schöntal unter Beweis stellen.

Blockflötist Stefan Temmingh und Sopranistin Dorothee Mields

Der wohl momentan angesagteste Mandolinenspieler Avi Avital ist mit dem Württembergischen Kammerorchester im Carmen-Würth-Forum zu Gast, ebenso wie das Talentensemble „Esperanza“ aus Liechtenstein. Lieben Sie Mozart?! Besonders in der Eröffnungswoche steht seine Musik imBlickpunkt. Bekannte, aber auch eher selten zu hörende Kompositionen erklingen in der Konzertreihe. Am 7. Juli 2018 wird beim Musikfest auf Schloss Weikersheim dann die ganze Mozartfamilie mit diversen musikalischen Verbindungen ins Rampenlicht gestellt. „Ein Fest mit den Mozarts“ lautet das diesjährige Motto der Veranstaltung, die mit Auswahlkonzerten, kulinarischem Angebot und großem Feuerwerk jedes Jahr bis zu 2000 Besucher anlockt.

Tickets und Informationen unter: Telefon 07940/18-348 oder im Internet
unter www.hohenloher-kultursommer.de

Pfingstfestpiele

Zu den musikalischen Höhepunkten der diesjährigen Pfingstfestspiele in Baden-Baden gehört Wagners Oper „Der fliegende Holländer“: Sie erklingt in einer konzertanten Aufführung unter Valery Gergiev. Diese spannende Oper ist ein guter Einstieg in das OEuvre des Komponisten. Im Festspielhaus erklingt sie zudem in einer Traumbesetzung: Die Titelrolle singt Bryn Terfel, Valery Gergiev dirigiert die Münchner Philharmoniker.

Sir Bryn Terfel (c) Mei Lewis
VERDIssimo – Diana Damrau (c) Jiyang Chen

Sopranistin Diana Damrau und Bassbariton Nicolas Testé gestalten am 19. Mai. einen gemeinsamen Verdi-Abend mit Arien und Duetten und das gefeierte Budapest Festival Orchestra unter Chefdirigent Iván Fischer spielt am 20. Mai Mahlers Sinfonie Nr. 2. Ein weiterer Konzertabend führt am 21. Mai in den hohen Norden, denn er ist dem großen finnischen Spätromantiker Jean Sibelius gewidmet: Es erklingt dessen populäres Violinkonzert und die beiden letzten Sinfonien − die pastorale sechste und die gewaltige siebte. „Gewaltig“ ist sie jedoch nur auf den Höreindruck bezogen, denn das überwältigende, an Bruckner erinnernde Werk dauert 20 Minuten.

Janine Jansen (c) Marco Borggreve

Interpretieren werden diese Werke die Geigerin Janine Jansen, Maestro Michael Tilson Thomas und das London Symphony Orchestra. Er gilt als einer der besten jungen Pianisten, besonders für das deutsche Repertoire: Igor Levit spielt am 22. Mai die beiden Klavierkonzerte von Mendelssohn. Begleitet wird er von der Deutschen Kammerphilharmonie. Das romantische Programm wird abgerundet von Schuberts fünfter Sinfonie (einer Perle unter den frühromantischen Sinfonien) sowie dessen witziger Ouvertüre im italienischen Stil.

Weitere Informationen und Tickets unter Tel. 07221.3013101, www.festspielhaus.de

Musikfestival Sommersprossen

Das traditionsreiche Klassikfestival (21. Juni – 1. Juli) vereint auch 2018 international bekannte Instrumentalisten und junge Nachwuchsmusiker, klassische und zeitgenössische Musikelemente, historische und moderne Konzerträume. Sechs Konzerte spannen einen abwechslungsreichen Bogen, der von jazzigen Klängen mit dem Daniel Schnyder Quartett (Foto) über brasilianische Rhythmen mit der Grupo Patuscada aus Salvador (Bahia) bis zu Meisterwerken von Mozart, Beethoven und Brahms reicht.

Ein originelles Highlight ist „Animals in Music“ betitelt und versammelt „tierische“ Stücke. Jazz und südamerikanische Musik finden in der Werkstatt der Kunststiftung Hauser ihren Platz, die klassischen bis zeitgenössischen Werke im Jugendstilsaal des Rottenmünsters. J.S. Bachs Cello Solo-Suiten finden in der kleinen barocken Ruhe-Christi-Kirche den passenden intimen Rahmen.
Weitere Informationen: www.sommersprossen-rottweil.de

Die Kunst der Linie
Rainer Nepita
und Armin Göhringer

Rainer Nepita und Armin Göhringer gehören zu den führenden Künstlern im deutschen Südwesten. Sie kennen sich nicht nur gut, sondern sind sich auch mit Blick auf ihre Arbeit nahe. Noch bis 8. Juli 2018 begegnen sich ihre Arbeiten nun auch in einer gemeinsamen Ausstellung. Obwohl sie mit unterschiedlichen Materialien und Medien arbeiten, spielt die Linie eine zentrale Rolle in ihren Werken.

Rainer Nepita, Alphabet R 3, 2013 Öl, Bleistift auf Leinwand

Die Grundlage der Arbeiten Rainer Nepitas sind vegetabile, insbesondere florale Formen, also beispielsweise Blätter, Ranken, Gräser, Gebüsche, die er nach der Natur zeichnerisch aufnimmt. Anschließend überträgt er sie in seine sehr persönliche Bildsprache, die unter anderem, auch von seiner Nähe zu fernöstlichen Philosophien geprägt ist. Über Armin Göhringer hat man zu Recht gesagt, dass er mit seinem bildhauerischen Werk dreidimensionale Zeichnungen schaffe. Göhringer arbeitet insbesondere mit Holz, so dass auch für ihn die Nähe zur Natur eine wichtige Voraussetzung der künstlerischen Arbeit darstellt.

Armin Göhringer o.T., 2008, Holz geschwärzt

Zugleich drückt sich in der Wahl des Materials auch Göhringers Nähe zu seiner Heimat, dem Schwarzwald, aus. Seit der Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts beschäftigt er sich mit der Polarität sich kreuzender Strukturen. Furchen mit der Kettensäge in Vorder- und Rückseite des Holzes eingekerbt, erzeugen Linien, deren Schnittpunkte zu Lichtöffnungen und zu neuen Räumen führen. Seine neueren Arbeiten erscheinen leicht und schwer zugleich. Schaut man genauer hin, wird offenbar, dass es bei seinen Werken stets um ein fein austariertes Gleichgewicht geht.

Weitere Informationen: Schloss Bonndorf, 79848 Bonndorf im Schwarzwald,
Fon 077/03/79 78, www.landkreis-waldshut.de.
Öffnungszeiten: Mi bis So und an Feiertagen 10 – 12 Uhr und 14 – 17 Uhr

OST TRIFFT WEST
Exquisite Kostbarkeiten des Art déco

Die gegenseitige Faszination zwischen Orient und Okzident hat seit der Antike immer neue Kunstformen hervorgebracht. Exotische Ornamentik von persischen Miniaturen oder japanischen Drucken, aus China und dem Nahen Osten ließen sich trefflich mit dem Wunsch nach dekorativem
und außergewöhnlichem Luxus in der Zeit des Art déco verbinden. Ebenso waren die 1920er-Jahre durch technologischen Fortschritt und rasante Veränderungen in der Gesellschaft gekennzeichnet. Beides spiegelte sich in der (Schmuck-)Kunst jener Zeit wider, indem überbordende
Motive und Farbigkeit in klare Formen und kühle Materialien gebracht wurden. Die Nécessaires, Zigarettenetuis und Uhren der Sammlung des Prinzen und der Prinzessin Sadruddin Aga Khan sind herausragende Zeugnisse davon. »Diese Glanzstücke der renommiertesten Pariser Juweliere hier im Schmuckmuseum zeigen zu können, bevor sie im Musée des Arts décoratifs in Paris zu sehen sein werden, ist etwas ganz Besonderes«, betont Museumsleiterin Cornelie Holzach.

»Panther«-Schminketui, Email, Rubine, Perlmutt, Türkis, Onyx, Diamanten, Cartier, Paris, 1925, Aga-Khan-Sammlung

Die Sammlung nahm ihren Anfang, als Prinz Sadruddin seiner Frau an Heiligabend 1972 eine exquisite Zierdose von Cartier schenkte. Daraus erwuchs mit 116 Stücken die größte Einzelsammlung an Etuis und Uhren des Art déco. Sie stammen zumeist von Cartier, aber auch von Van Cleef & Arpels, Boucheron oder Bulgari und waren allesamt persönliche Gaben Sadruddins an seine Frau. Von der Motivik her sind sie Ausdruck des reichhaltigen Kulturaustauschs zwischen Ost und West. Lieblingsthemen des Prinzen waren Gärten, Blumen, die Jagd, und Tiere, vor allem Großkatzen. Ein herausragendes Beispiel ist das »Panther«-Schminketui von Cartier aus dem Jahr 1925. Es zeigt einen Panther vor einer Szenerie mit Zypressen, den vornehmlichen Bäumen persischer Miniaturlandschaften, gearbeitet in Email sowie mit Perlmutt, Rubinen, Türkis, Onyx und Diamanten. Der Panther war möglicherweise auch von den Zeichnungen Paul Jouve inspiriert, der Rudyard Kiplings Dschungelbuch illustriert hatte. Im Vergleich zu Schmuck boten Nécessaires und Etuis eine ideale Fläche für Neuinterpretationen solch exotischer Motive. Dieses Meisterwerk war auf der Exposition internationale des Arts décoratifs in Paris 1925 ausgestellt. Neben Zigaretten- und Schminketuis befinden sich auch Uhren in der Sammlung Aga Khan, die meisterhaft ausgeführte Werke mit extravaganten Gehäusen kombinieren. Unter dem Titel »Jeweled Splendors of the Art Deco Era. The Prince and Princess Sadruddin Aga Khan Collection« ist 2017 bei Thames & Hudson in New York ein prächtiger Band über die Sammlung erschienen.

Eröffnung Freitag, 4. Mai, 19 Uhr

Weitere Informationen unter www.schmuckmuseum.de