Konzert-Highlights

Kiss of Fire – Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim
meets Spark – Die klassische Band

Die Senkrechtstarter der internationalen Klassikszene verbindet den Feinsinn und die Präzision eines klassischen Kammermusikensembles mit der Energie und dem Biss einer Rockband. Tradition und Innovation werden bei den fünf jungen Musikern von Spark zu einem Klangerlebnis, das sich virtuos und unverkrampft zwischen den verschiedensten musikalischen Welten bewegt: Barocke Ohrwürmer verschmelzen mit Filmmusik und Minimal Music, slawische Folklore und jazzige Grooves treffen auf klassische Avantgarde. So erreichen Spark besonders auch die junge Generation. Auf dem Konzertprogramm am 12. November stehen Werke von der barocken Opernwelt eines Henry Purcell bis hin zu rockig-klassischen Klängen, wie sie der niederländische Komponist Chiel Meijering in seiner Suite „Kiss of Fire“ verbindet. In acht kurzen Charakterstücken zeigt das Werk für Spark und Kammerorchester mit den unterschiedlichsten musikalischen Mitteln vom afrikanischen Rhythmus bis hin zu Popelementen die unterschiedlichsten Facetten der Musik, der Liebe und des Lebens…
Weitere Info & Karten: www.swdko-pforzheim.de

Foto oben: Spark 1d ┬® Bartosch Salmanski


Nachtschwärmer-Konzerte
„Nachtschwärmer-Konzerte“ – heißt die neue Veranstaltungsreihe, die die Stuttgarter Philharmoniker gemeinsam mit dem Jazzclub BIX im Gustav-Siegle-Haus aus der Taufe gehoben haben. Ziel der Reihe ist es, neue Begegnungen zwischen unterschiedlichen Publikumsgruppen zu ermöglichen. Die Programme der „Nachtschwärmer-Konzerte“ sind mehrteilig angelegt: der erste Teil ertönt im Saal des Gustav-Siegle-Hauses der zweite klingt dann im Jazzclub BIX aus. Das erste Konzert der Reihe startet mit einer Sinfonie von Mendelssohn, gefolgt von einem Klavierkonzert von Bach, für Akkordeon und Orchester arrangiert, und Tangos von Astor Piazzolla. Anschließend spielt die Akkordeonistin Ksenija Sidorova (Foto) im Jazzclub mit Jazzern weiter. Die Konzertreihe eignet sich aber auch hervorragend für besondere Kammermusikprogramme, beispielsweise die Gesamtaufführung aller sechs Streichquartette op. 18 von Beethoven an einem Abend durch Quartettformationen des Orchesters. Hierbei werden die Ensembles in der Mitte des Parketts platziert, während das Publikum die Aktion ringförmig umgibt. Anschließend gibt’s Jazz-Kammermusik im BIX. In einem weiteren Konzert tritt der Jazztrompeter, Pianist und Komponist Sebastian Studnitzky mit in seinem Projekt „Memento“ auf, ein anderes mit dem jungen Pianisten und Dirigenten Frank Dupree (Foto) verbindet Orchester- und Klaviermusik von Beethoven mit der von Duke Ellington und George Gershwin.
Weitere Informationen zum Programm und Karten:
www.stuttgarter-philharmoniker.de

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Martin-Stadtfeld (c) Marco-Borggreve/Sony-Classical

Der Goldstadtzirkel weltberühmter Pianisten“
Martin Stadtfeld
Martin Stadtfeld spielt erneut mit der Badischen Philharmonie Pforzheim und eröffnet mit dem „Goldstadtzirkel weltberühmter Pianisten“ die Sinfoniekonzert-Reihe der neuen Spielzeit. Stadtfelds Karriere begann 2002 mit dem ersten Preis des Internationale Bach-Wettbewerbs. Seine Einspielungen auf CD (u.a. bei SONY Music) erhielten mehrfach den ECHO Klassik-Preis. In Pforzheim spielt Martin Stadtfeld nun Sergej Rachmaninows 2. Klavierkonzert c-moll op. 18:. Romantisch-expressiv ist dieses Klavierkonzert, das seit der Urraufführung 1901 das erfolgreichste Rachmaninows ist. Eröffnet wird das Konzert mit Maurice Ravel Suite für Orchester „Ma mère l‘ oye“. Eine Sammlung von Märchen ist „Meine Mutter Gans“, die ursprünglich als Fassung von fünf Kinderstücken für Klavier zu vier Händen entstand. Abschließend stimmt die Badische Philharmonie Pforzheim mit der „Reformations-Symphonie“ in das Luther-Jubiläum mit ein. Felix Mendelssohn-Bartholdy komponierte sie 1830 zum 300. Jubiläum der Confessio Augustana. 
15. Oktober CongressCentrum Pforzheim, Karten: Online-Ticketshop arsmondo


Bartoli / Gabetta (c) Decca/Esther Haase

„Dolce Duello“ –
Cecilia Bartoli & Sol Gabetta

Musikalisches Gipfeltreffen: Cecilia Bartoli liebt es, die Register wie ihre Rollen zu wechseln und die ganze Palette von Gefühlszuständen auszuspielen – von innig zart bis rasend, von schüchtern bis wild, von verliebt bis wütend. Die Mezzosopranistin gehört seit über zwei Jahrzehnten zu den absoluten Topstars der Klassik-Szene, mit einem dunkel-satten Timbre von bewegender Schönheit, einem herausragenden darstellerischen Talent, außerordentlicher Musikalität und einer elektrisierenden Bühnenausstrahlung im Konzert und auf der Opernbühne. Im Baden-Badener Festspielhaus, wo La Bartoli zuletzt in Bellinis „Norma“ glänzte, trifft sie nun auf ihre Freundin Sol Gabetta, die ihrerseits zu den besten Cellistinnen weltweit gezählt wird. Dabei kann sie auf den vier Saiten ihre Violoncellos nicht nur beseelt singen, sondern auch dramatisch auftrumpfen und immer wieder spieltechnisch glänzen – etwa, wenn sie mit hochemotionalem und überaus riskantem Spiel die virtuosesten Werke in schwindelerregendem Tempo präsentiert, so dass die Musik unter ihrem Bogen Funken zu schlagen scheint wie bei einem Vulkanausbruch. Cecilia Bartoli und Sol Gabetta präsentieren im Baden-Badener Festspielhaus mit „Dolce Duello“ ein abwechslungsreiches Barockprogramm gemeinsam mit der Cappella Gabetta, einer handverlesenen Originalklang-Truppe, die Sol Gabetta im Dezember 2010 gemeinsam mit ihrem Bruder Andrés Gabetta, einem brillanten Barockviolinisten und Konzertmeister, gegründet hat. Für „Dolce Duello“ haben Cecilia Bartoli und Sol Gabetta einige wunderbare Werke für Gesang und Violoncello ausgegraben. Darunter finden sich berührende Lamenti wie in Händels Ode für die Heilige Cäcilie sowie energiegeladenere Arien wie „Di verde ulivo“ von Vivaldi.
23. November im Festspielhaus Baden-Baden, Karten: www.festspielhaus.de


Mischa Maisky (c) Deutsche Grammophon

Emotionale Freigiebigkeit –
Mischa Maisky & Musikkollegium Winterthur

Mischa Maisky ist der wohl berühmteste Cellist unserer Zeit, weltweit gefeiert als „großer Romantiker“. Sein Spiel ist emotional, intensiv, brennend vor Leidenschaft, dabei edel und seelenvoll im Ton: „Ich gebe nicht 100, sondern 120 Prozent“, sagt der lettische Jahrhundertmusiker mit der Silbermähne über sich. Und: „Ich spiele jedes Konzert, als wäre es mein letztes. Ich verschwende, sagen manche, jedes Mal sehr viel Energie. Aber ich glaube, dass die Konzertbesucher die emotionale Freigiebigkeit eines Musikers fühlen, die viel wichtiger ist als Technik.“ Kurz vor seinem 70. Geburtstag (am 10. Januar 2018) darf sich das Göppinger Publikum auf 120 Prozent Mischa Maisky in Schostakowitschs erstem Cellokonzert freuen – an seinem kostbaren Montagnana-Cello, im Dialog mit dem traditionsreichen schweizerischen Musikkollegium Winterthur unter der inspirierten Leitung seines neuen Chefdirigenten Thomas Zehetmair. Dass die Winterthurer zudem eine Deutsche Erstaufführung im Gepäck haben, macht den Abend desto spannender!
6. November 2017, 20 Uhr, Stadthalle Göppingen


Maximillian Hornung, Photo: Marco Borggreve

Münchener Kammerorchester
& Maximilian Hornung

Mit bestechender Musikalität, instinktiver Stilsicherheit und musikalischer Reife hat der Cellist Maximilian Hornung die internationalen Konzertpodien erobert. Für seine erste Sony-CD erhielt er den ECHO Klassik-Preis 2011 als Nachwuchskünstler des Jahres, für die Veröffentlichung von Dvořáks Cellokonzert den ECHO Klassik 2012 für die »Konzerteinspielung des Jahres«. Mit dem Münchener Kammerorchester wird er ein Auftragswerk des MKO für Violoncello und Orchester von Tobias PM Schneid aufführen. Der finnische Dirigent John Storgårds ist speziell für eine auf drei Spielzeiten angelegte Reihe engagiert worden, nämlich Haydns Londoner Sinfonien den Ligetis Solokonzerten – hier das Konzert für Violoncello und Orchester – gegenüberzustellen. An diesem Abend bilden die Sinfonien Nr. 97 und Nr. 103 »Mit dem Paukenwirbel« den Rahmen des Konzerts. Das Konzert findet am 6. Dezember im Konzerthaus Ravensburg statt.-
Karten: www.ravensburg.de

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„EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE“ VON CHARLES DICKENS
Miroslav Nemec & Udo Wachtveitl in einem Bühnenmärchen mit Musik

Sie ist – neben der Geschichte von Jesu Geburt – das vermutlich meisterzählte Literatursujet der Adventszeit: Charles Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“. Die sozialkritische Erzählung über den alten Geizhals Ebenezer Scrooge, der am Vorabend des Weihnachtsfests von vier Geistern heimgesucht wird und durch sie seine Menschlichkeit wiederentdeckt, ist ein Klassiker. Kaum ein Theater, das dieses Werk nicht schon mehrfach gespielt hat. Warum dann eine neue Fassung? Der Regisseur und Produzent Martin Mühleis hat mit seinen Bühnenbearbeitungen von literarischen Werken in den vergangenen Jahren große Erfolge gefeiert. Allein seine Bearbeitung von Erich Kästners autobiographischer Erzählung „Als ich ein kleiner Junge war“ mit Walter Sittler in der Hauptrolle wurde mehr als 400 Mal gespielt. Für die beiden Schauspieler Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl hat er nun gemeinsam mit dem Komponisten Libor Síma ein musikalisches Bühnenmärchen geschaffen. Es erinnert in seiner Ästhetik an alte Schwarzweißfilme und spielt mit Elementen literarischer Revuen. Durch die Musik und die geschickte Lichtregie werden Räume geschaffen – und doch spielt der literarische Text immer die Hauptrolle: Tempo, Rhythmus und Struktur der Novelle bleiben auch in der Lesefassung bewahrt. Und in der Interpretation von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl erhält die Erzählung, trotz des moralischen Grundtons, eine unglaubliche Lebendigkeit. Beide sind bekanntermaßen seit vielen Jahren durch ihre gemeinsame Arbeit als Münchner Tatort-Kommisare eng verbunden und geben auch auf der Bühne ein tolles Team ab, dem es gelingt im Zusammenspiel mit der Bühnenmusik den typischen, skurrilen britischen Humor auf anrührende Weise herauszuarbeiten.
TOURDATEN 2017: 03.12.2017 Fellbach, Schwabenlandhalle, 04.12.2017 Theater Heilbronn, 09.12.2017 Stadthalle Singen, 10.12.2017  Tuttlinger Hallen, 12.12.2017 Stuttgart Theaterhaus, 20.12.2017 Stuttgart Theaterhaus; Karten und Info beim jeweiligen Veranstalter erhältlich

Thomas Mann House
in Los Angeles

Im Juni wurde das ehemalige Wohnhaus von Thomas Mann in Los Angeles feierlich eröffnet. Hier lebte und arbeitete der Literatur-Nobelpreisträger von 1942 bis 1952 in der Zeit seines Exils in den USA. Hier verfasste und sprach er seine Aufrufe, die unter dem Titel „Deutsche Hörer!“ von der BBC ausgestrahlt wurden.

Das Thomas Mann House ist ein Ort von historischer Bedeutung für die Geschichte der deutschen Literatur, der Deutschen und für das deutsch-amerikanische Verhältnis. Die Instandsetzung, die Ausstattung und das Programm des Thomas Mann House werden von der Berthold Leibinger Stiftung (Ditzingen) mit 3,5 Millionen Euro unterstützt.

Was bringt eine Einrichtung wie die Berthold Leibinger Stiftung GmbH dazu, sich bei einem derartigen Projekt zu engagieren? Der Grund ist in der Person des Stiftungsgründers Berthold Leibinger zu finden. Seine Liebe zur Literatur und speziell zu Thomas Mann und seine guten transatlantischen Beziehungen – Berthold Leibinger verbrachte als junger Ingenieur mehrere Jahre in den USA – führten zu der Förderzusage der Berthold Leibinger Stiftung, verteilt über mehrere Jahre. Nicht nur die Einrichtung des Hauses, in dem Thomas Mann zehn Jahre lang lebte, wird von der Stiftung gefördert, sondern auch die Ausstattung der Bibliothek sowie der Katalog zur Vita und zu den literarischen und politischen Aktivitäten des Schriftstellers während seines Exils. Der Verein Villa Aurora & Thomas Mann House e.V. verantwortet das Programm und Fellowships für Intellektuelle aus allen Bereichen der deutschen Gesellschaft, insbesondere für Vertreter aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien. Die Berthold Leibinger Stiftung unterstützt die Fellowships mit dem Ziel, in die amerikanische Gesellschaft hineinzuwirken.

Für Berthold Leibinger ein wichtiger Schritt: „Es war klug, das Haus der Manns … zu erwerben. Es ist zunächst eine Reverenz an den Geist, der von ihm ausging. Darüber hinaus ist es eine Möglichkeit für uns, den Dialog mit dem geistigen Amerika – auch in diesen Tagen, in denen wir nicht ohne Sorge nach Amerika blicken – zu führen. Wobei die Anliegen und Fragen, die durch Thomas Mann damals besprochen wurden, von beklemmender Aktualität sind.“

Thomas Mann in Pacific Palisades

Zehn Jahre lang lebten Thomas Mann und seine Familie in dem Haus am San Remo Drive im Stadtteil Pacific Palisades. Es wurde in diesen Jahren zu einem bedeutenden Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle von beiden Seiten des Atlantiks. Philosophen wie Martin Buber und Theodor Adorno trafen sich hier, weltberühmte Wissenschaftler wie Albert Einstein ebenso wie die Schriftsteller Lion Feuchtwanger, Alfred Döblin, Franz Werfel und Bertolt Brecht oder die Komponisten Bruno Walter und Arnold Schönberg.

Hier entstanden große literarische Werke wie der Schlussband der Joseph-Trilogie und der „Doktor Faustus“. Im Zentrum seines Schaffens jedoch stand die Auseinandersetzung mit der geistigen und politischen Situation jener Zeit. So stellte Thomas Mann bald nach seiner Übersiedlung in die Vereinigten Staaten im Jahr 1939 fest, „daß es ein Irrtum deutscher Bürgerlichkeit gewesen war, zu glauben, man könne ein unpolitischer Kulturmensch sein.“ Fortan führte er aus dem US-Exil seinen Kampf gegen die ideologischen Verteidiger Hitlers.
Thomas Mann suchte während seiner Zeit im amerikanischen Exil die intensive Auseinandersetzung mit der US-Kultur. 1944 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Amerika veränderte seine Sicht auf die Welt und sein Heimatland. Doch sein unermüdlicher Einsatz gegen Hitlerdeutschland hatte ihn auch ins Fadenkreuz des FBI gebracht und er entging nur knapp einer Vorladung vor den Ausschuss für unamerikanische Umtriebe. Er warnte im Jahr 1948 in einem Flugblatt, das sich gegen die Politik McCarthys richtete, davor, dass sich in den USA eine spezifische, amerikanische Form des Faschismus abzeichne.

Das Thomas Mann House: Ein Debattenort am Pazifik

Der Verein Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. betreibt in Los Angeles bereits seit 1995 die Künstlerresidenz Villa Aurora, das ehemalige Exildomizil Marta und Lion Feuchtwangers, ebenfalls in Pacific Palisades. Er verfügt über eine etablierte Infrastruktur vor Ort. Im Thomas Mann House wird er ein Residenzprogramm in Form von Fellowships verantworten. Es soll Intellektuellen und Denkern aus allen Bereichen der deutschen Gesellschaft, insbesondere aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien, Gelegenheit zur Stellungnahme zu den großen Fragen der Zeit sowie zum Austausch und zur Vernetzung mit Persönlichkeiten und Institutionen in den USA bieten. Die Thomas Mann Fellowships haben in der Regel eine Dauer von mindestens drei und maximal zehn Monaten.
Ein Beirat von Expertinnen und Experten auf diesen Gebieten aus Deutschland und den USA, der vom Kuratorium und vom Vorstand des Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. nominiert wird, wählt einmal jährlich die Fellows für das Folgejahr aus.
Das Residenzprogramm wird vom Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert und von der Berthold Leibinger Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung unterstützt.

weitere Informationen erfahren Sie hier

Alle Fotos in diesem Beitrag: (c) Villa Aurora & Thomas Mann House

Musik auf Schloss Filseck

Der Traum eines Musikers und die Visionen junger begeisterter Musikliebhaber um Gerald Buß waren in den 90er Jahren, als der Landkreis Schloss Filseck wieder aufbaute, Motivation für die Gründung des Vereins „Musik auf Schloss Filseck e.V.“ Aus diesen Visionen ist unter der künstlerischen Leitung von Kirchenmusiker Gerald Buß ein gut gehender Festivalbetrieb geworden.Kleine Konzerte im Schloss gehörten von Anfang an ebenso zu den Aktivitäten des Vereins wie ein jährlich stattfindender Meisterkurs mit namhaften Dozenten und natürlich das Sommerfestival als kultureller Höhepunkt. Zu Gast waren bereits Künstler von internationalem Renommee wie Klaus Maria Brandauer, Senta Berger, Nina Corti, Konstantin Wecker und viele andere mehr, außerdem bemerkenswerte Ensembles wie beispielsweise Max Rabe und sein Palastorchester oder die King’s Singers.

24. Sommerfestival auf Schloss Filseck
21.–29. Juli 2018

Samstag, 21. Juli, 20.30 Uhr
Canadian Brass
Eröffnungskonzert

Sonntag, 22. Juli, 20.30 Uhr
Ensemble FisFüz
Mozart „alla turca“

Montag, 23. Juli, 10.30 und 19.30 Uhr
Herr Bello und das blaue Wunder
Kindermusical

Dienstag, 24. Juli, 20.30 Uhr
Andreas Martin Hofmeir
Musikalisch-kabarettistische Lesung

Mittwoch, 25. Juli, 20.30 Uhr | Oberhofenkirche, Göppingen
Capella Nova
Klanghimmel auf Erden

Donnerstag, 26. Juli, 20.30 Uhr
Jochen Feucht Trio
Light Play

Freitag, 27. Juli, 20.30 Uhr
The Real Group
A cappella aus Schweden

Samstag, 28. Juli, 20.30 Uhr
Cobario
Wiener Weltmusik

Martin Grubinger© Olaf Malzahn

Sonntag, 29. Juli, 20.30 Uhr
Martin Grubinger
Schlusskonzert & Feuerwerk

Telefonische Kartenbestellung
Tel. 07161 50314-05
Mo und Fr 9.30 – 11.00 Uhr | Mi 19.00 – 20.30 Uhr (ab 7. Mai)
In der Festivalwoche: Mo – Sa 9.00 – 11.00 Uhr
Online-Kartenbestellung
www.schloss-filseck.de | E-Mail: karten@schloss-filseck.de

Karten über Easy-Ticket
Hotline: 0711 2 555 555
Mo – Fr 8.30 – 20.00 Uhr | Sa 9.00 – 16.00 Uhr
Online: www.easyticket.de | E-Mail: info@easyticket.de
Karten gibt es außerdem an allen Easy-Ticket-Service-Vorverkaufsstellen in ganz Baden-Württemberg.

Kultmusical „Hair“ eröffnet
Burgfestspiele Jagsthausen 2018

Mit dem Kultmusical „Hair“ eröffnen die Burgfestspiele Jagsthausen am Freitag, 8. Juni, ihre diesjährige Spielzeit in der Götzenburg Jagsthausen. Fünfzig Jahre nach seiner Erstaufführung ist „Hair“ im Zeitalter des Wassermanns und durch globusumfassende politische Ereignisse und Drohungen genauso aktuell wie 1968. Auf dem attraktiven, sehr vielseitigen Spielplan stehen mit „Die drei Musketiere“, „BASKERVILLE – Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville“, „Der bewegte Mann – Das Musical“, „Das tapfere Schneiderlein“ „Der kleine Rabe Socke: Alles meins!“ sowie dem Traditionsstück „Götz von Berlichingen“ sechs weitere sehenswerte Schauspiele, Musicals sowie Kinder- und Familienstücke. Über achtzig Aufführungen im Burghof sowie im Gewölbe der Götzenburg werden bis 26. August gespielt.

Erneut eröffnet das einzige Profitheater im Landkreis Heilbronn seine Spielzeit mit einem Musical: „Hair“ (Von Galt MacDermot / Buch und Liedtexte von Gerome Ragni & James Rado / Deutsche Liedtexte von Walter Brandin / Deutsch von Nico Rabenald / Am Broadway produziert von Michael Butler) ist Lebensgefühl, Rebellion, Freie Liebe, Rausch, Flower-Power und Auflehnung ganz besonders gegen jede Form von Krieg. Und damit heute so aktuell wie damals. Songs wie „Aquarius“, „Good morning starshine“ und „Let the sunshine in“ sind Welthits, die Kultstatus erreicht haben. Regie führt Franz-Joseph Dieken, der in diesem Jahr auch als Schauspieler zu sehen ist – als „Weislingen“ im „Götz von Berlichingen“ sowie als „Richelieu“ in „Die drei Musketiere“.

Spannend allein schon durch die prominente Regiebesetzung ist das Traditionsstück der Festspiele, „Götz von Berlichingen“: Hansgünther Heyme hat über Jahrzehnte das Theater in Deutschland mit geprägt – manchmal polarisierend und immer politisch engagiert. Die Neuinszenierung ist erstmals am Samstag, 23. Juni, zu sehen. Besetzt ist die Rolle des „Götz von Berlichingen“ mit Tim Grobe, der aus verschiedenen TV-Produktionen bekannt ist, den Schwerpunkt seiner Arbeit aber auf das Theater legt.

Foto: Burgfestspiele Jagsthausen

Adelheid von Walldorf wird von Valerija Laubach gespielt, die vielen durch ihre Rolle der Inez in „Zorro“ bekannt ist. Sie kehrt übrigens nicht nur als Adelheid von Walldorf in die Götzenburg zurück, sondern auch als Lady de Winter in „Die drei Musketiere“ sowie als Dionne im Kultmusical „Hair“.

Die Mantel- und Degen-Komödie „Die drei Musketiere“ nach dem Roman von Alexandre Dumas feiert am 15. Juni Premiere. Die Abenteuer des jungen Kadetten D’Artagnan kennt jeder. Aber wie ist er auf die drei Musketiere gestoßen, wie wurde er deren Freund und was hat ihn aus den Armen der schönen Constance in die Arme der ruchlosen Lady De Winter getrieben? Die Bühnenfassung für Jagsthausen stammt vom Intendanten Axel Schneider, der auch Regie führt. Das Stück, spannend, unterhaltsam und von Fechteinlagen nur so strotzend, wird an insgesamt neun Abenden gespielt. Die Kampfchoreographien inszeniert Malcolm Ransom, der vor zwei Jahren mit „Robin Hood“ schon bewiesen hat, dass er für dieses Genre ein ganz besonderes Händchen hat.

„BASKERVILLE – Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville“ wird als weitere Neuinszenierung ab Freitag, 6. Juli, bei sieben Aufführungen Krimi-Feeling in die Burg bringen. Regie führt die stellvertretende Intendantin Eva Hosemann, die ihre „kriminalistische Visitenkarte“ in der Götzenburg mit der umjubelten Inszenierung von „Der Name der Rose“ in der vorletzten Spielzeit abgegeben hat. Ist das, was wir sehen, das was wir sehen sollen oder unsere ganz persönliche Wahrnehmung? Das ist eine der vielen Fragen mit denen sich Sherlock Holmes gerne beschäftigt und ganz nebenbei Dr. Watson stets verblüfft und auch ein wenig in den Wahnsinn treibt. Aber Sherlock lässt sich keinen Bären aufbinden und schon gar keinen Hund. Aber ist der Schauspieler, der vorgibt Sherlock Holmes zu sein, gar nicht Sherlock Holmes? Oder etwa ein Schauspieler, der einen Schauspieler spielt der Sherlock Holmes spielt? Lassen sie sich verwirren!

Eine Produktion des Altonaer Theaters und Stage Entertainment ist das Gastspiel „Der bewegte Mann – das Musical“ (von Christian Gundlach und Craig Simmons / Musik und Liedtexte: Christian Gundlach / nach den Comics von Ralf König / Regie: Harald Weiler). Mit sieben Abendterminen steht diese musikalische Komödie im Programm, erstmals am Freitag, 29. Juni. Axel und Doro könnten so glücklich sein – sie sind jung, sexy und verliebt. Doch während Doro für eine Beziehung bereit ist, kann Axel sich nicht vorstellen, seine unwiderstehliche Männlichkeit nur einer Frau zu widmen. Und so kommt es wie es kommen muss: Doro erwischt ihren Axel in flagranti.

Beibehalten haben die Burgfestspiele Jagsthausen ihr sehr gut angenommenes Angebot mit einem Kleinkinderstück ab drei Jahre im Gewölbe und parallel dazu im Burghof einem Kinderstück für kleine Gäste ab fünf Jahre. Im Burghof ist dies „Das tapfere Schneiderlein“ in einer Fassung von Hans Schernthaner, der auch Regie führt. Ab Sonntag, 17. Juni, werden die spannenden Abenteuer des gewitzten Schneiders erstmals den Burghof beleben. Wieder aufgenommen wird ab Sonntag, 10. Juni, im Gewölbe der Burg das Kleinkinderstück „Der kleine Rabe Socke: Alles meins!“ für Kinder ab drei Jahre nach Nele Moost und Annet Rudolph in einer Fassung von Axel Schneider.

Karten gibt es über das Internet www.burgfestspiele-jagsthausen.de, per Mail burgfestspiele@jagsthausen.de, per Fax 07943 912440, per Telefon 07943 912345 oder persönlich beim TicketCenter.

Gerbersauer Lesesommer
in Calw

Alljährlich werden zu Ehren Hermann Hesses zwischen seinem Geburtstag am 2. Juli und dem Todestag am 9. August Veranstaltungen und Lesungen veranstaltet. Gelesen werden die Erzählungen und Erinnerungen, die Hesses Heimatstadt Calw zum Schauplatz haben, von Profisprechern aus dem Umfeld der Akademie für gesprochenes Wort Stuttgart. Für eine Umrahmung mit feiner Kammermusik sorgen Duos und Quartette aus dem Umkreis der Calwer Musikschule. Sonntägliche Spaziergänge auf Spuren des Dichters runden das Angebot ab.
Programm-Tipps 2018
Die Hirsauer Klosterruinen werden am Freitag, den 13. Juli, der pittoreske Ort sein, an dem die nicht so bekannte Novelle „Heumond“ gelesen wird. Am Sonntag, den 15. Juli, bietet ein morgendlicher Spaziergang durch die Calwer Altstadt Gelegenheit, sich über Hermann Hesses poetisches Städtchen „Gerbersau“ und dessen Schauplätze zu informieren. Auch wird es wieder eine Lesesommer-Veranstaltung in Bad Teinach-Zavelstein geben und zwar am 27. Juli, in der schönen Kulisse der Zavelsteiner Burgruine, die auch in einer Liebesgeschichte Hesses eine Rolle spielt. Den Abschluss bildet wieder die Veranstaltung in der Ev. Stadtkirche an Hesses Todestag am Donnerstag, den 9. August. Dabei soll mit Texten von ihm eines verehrten poetischen Vorgängers gedacht werden, dessen 175. Todestag 2018 begangen wird: Friedrich Hölderlin.
Alle Veranstaltungen werden mit ausgebildeten Sprechern und Musikern gestaltet.
Der Programmflyer mit weiteren Informationen kann bei der Stadtinformation Calw (Tel. 07051-167-399) angefordert oder  heruntergeladen werden:
Das Programm (PDF)

Fotos: Herbert Schnierle-Lutz, Stadt Calw Titelbild: Martin Hesse@ Martin Hesse ErbenErben

Die Humpis in Avignon – Zucker erobert Europa

Im späten Mittelalter entwickelte sich Avignon zu einem geistlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum. Die 30.000 Einwohner zählende Stadt galt den Zeitgenossen als Weltstadt und gehörte zu den wichtigsten Handelszentren im Mittelmeerraum. Im 15. Jahrhundert errichtete die Ravensburger Handelsgesellschaft unter der Leitung der Familie Humpis eine Geschäftsniederlassung in Avignon. Avignon wurde für die Humpis zum Hauptabsatzmarkt für Zucker, auf den die Handelsgesellschaft nahezu ein Monopol hatte und große Gewinne durch europaweiten Handel erzielen konnte.

Jan von der Straet, Zuckerproduktion, Kupferstich 1570

Zucker war im Spätmittelalter ein exotisches Luxusgut, das in der Medizin eingesetzt wurde und den Reichen zum Genuss vorbehalten blieb. Nahezu ein Jahrhundert waren die Humpis in dieses kosmopolitische Handelssystem und den damit einhergehenden Kulturaustausch eingebunden. Mit der Entdeckung der neuen Welt brach der Zuckerhandel ab 1500 zusammen. Die Humpis und die Teilhaber ihrer Handelsgesellschaft gaben ihre Handelstätigkeit zugunsten eines adligen Lebens auf. Die Ausstellung setzt sich anhand ungewöhnlicher Objekte aus Museen und Sammlungen Frankreichs, Österreichs, Deutschlands und der Schweiz mit der Handelstätigkeit der Humpis in Avignon auseinander, erzählt die Geschichte des spätmittelalterlichen Luxusgutes Zucker und geht auf den Niedergang des Mittelmeerhandels ein.

Aktuelle Veranstaltungsinfos unter www.museum-humpis-quartier.de
INFORMATIONEN UND KARTENVORVERKAUF:
Museum Humpis-Quartier, Marktstraße 45, 88212 Ravensburg
Fon 0751-82820, mhq@ravensburg.de
REISEBUCH UND BEGLEITBAND ZUR AUSSTELLUNG
Julia Luibrand: Avignon – Zucker erobert Europa 9,80 Euro

SOMMERLICHT

In der Ausstellung SOMMERLICHT stellt Schloss Achberg (14. April bis 21. Oktober 2018) mit Leo Putz und der Künstlergruppe „Scholle“ wichtige Vertreter der Malerei im frühen 20. Jahrhundert vor.

Leo Putz, Im Kahn, um 1911

Die bayerische Landeshauptstadt München ist um 1900 die Kunstmetropole Deutschlands. Ihr Kunstbetrieb ist geprägt von zwei gegensätzlichen Polen. Einem dominierenden, historisierenden Kunstverständnis an den Akademien einerseits und einer alle Lebensbereiche umfassenden Aufbruchsstimmung in der Künstlerschaft andererseits. In München wie in zahlreichen anderen europäischen Kunstzentren formieren sich künstlerische Strömungen, die gegen die offizielle Kunstpolitik rebellieren. Die Sezessionisten fordern nicht nur den Bruch mit den alten malerischen Konventionen, sondern sie lehnen sich auch gegen das streng reglementierte Ausstellungswesen auf.
In diesem Spannungsfeld bewegt sich Leo Putz (1869–1940), der bereits als 16-jähriger von Tirol in die bayerische Landeshauptstadt kam. Nach der Ausbildung, die ihn u.a. nach Paris an die Académie Julian führte, stellte der junge Künstler in der Münchener Secession aus, feierte erste Erfolge und verursachte mit seinen mitunter frivolen, provokanten Gemälden größere und kleinere Skandale.

Leo Putz, Morgensonne II, undatiert © Sammlung Unterberger

Putz trat 1903 der Künstlervereinigung Scholle (1899–1911) bei, die vier Jahre zuvor von befreundeten Künstlern mit dem Ziel gegründet worden war, neue, von konservativen Juroren unabhängige Ausstellungsmöglichkeiten zu erschließen. Die Scholle war eine Vereinigung ohne starres künstlerisches Statut. Gemeinsam war den 12 Mitgliedern eine vom Jugendstil und Impressionismus gleichermaßen beeinflusste naturalistische Kunstauffassung. Berühmt wurden sie insbesondere mit ihren Darstellungen von Frauen in der Natur, die durch die populäre Zeitschrift „Jugend“ weite Verbreitung fanden. In diesen Bildern entfaltet sich gerade bei Leo Putz das kraftvolle Farbenspiel und die verfeinerte Sinnlichkeit seiner Malerei zu größter Wirkung. Die Darstellungen von sommerlichen Bootspartien junger Frauen begleiteten Leo Putz über mehrere Jahrzehnte seines künstlerischen Schaffens. Diese Kahnbilder entstanden bei Ausflügen in das Münchener Umland, wie beispielsweise in der Parkanlage von Schloss Hartmannsberg am Chiemsee.

In der Ausstellung SOMMERLICHT werden rund 80 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken aus der Sammlung des Unternehmers Siegfried Unterberger präsentiert – darunter zahlreiche Hauptwerke von Leo Putz sowie Arbeiten der weiteren Scholle-Mitglieder Gustav Bechler, Reinhold Max Eichler, Erich und Fritz Erler, Max Feldbauer, Walter Georgi, Adolf Höfer, Adolf Münzer, Walter Püttner, Franz Wilhelm Voigt und Robert Weise.

Zur Ausstellung gibt es einen reich illustrierter Katalog mit Beiträgen von Bettina Best und Anja Dittrich (18 Euro, ISBN: 978-3-944685-08-3). Darüber hinaus bieten kunsthistorische Vorträge und Führungen einen abwechslungsreichen Blick auf die Münchner Kunstszene um 1900. Kinder können mit dem Kinderkunstführer spielerisch auf Entdeckungsreise gehen. Höhepunkte im Ausstellungsbegleitprogramm sind zwei von renommierten Künstlern – Kathrin Landa und Andreas Scholz – angebotene Malkurse zu den Themen Akt und Stillleben. Viele Musik- und Kreativ-Workshops, Kinderkonzerte sowie das einwöchige KunstCamp stehen für Familien, Jugendliche und Kinder in der Achberg-Saison 2018 ebenfalls auf dem Programm.

Öffnungszeiten Schloss Achberg:
14. April – 21. Oktober 2018
Fr 14-18 Uhr, Sa/So/Feiertage 10-18 Uhr
außerhalb der Öffnungszeiten Führungen nach Vereinbarung

Adresse:
Schloss Achberg
88147 Achberg
Tel.: +49 (0)751 85 9510
info@schloss-achberg.de
www.schloss-achberg.de

Vorschaubild: Leo Putz, Dame in Blau, 1908 © Sammlung Unterberger

Ludwigsburger Schlossfestspiele –
»Ins Ungewisse«

Pietari Inkinen ©Jan David Günther/Ludwigsburger Schlossfestspiele

In der Saison 2018 begeben sich die Ludwigsburger Schlossfestspiele auf die Spuren des Ungewissen. In über 60 Veranstaltungen beleuchtet das Festival in diesem Jahr die vielfältigen Perspektiven einer Reise mit offenem Ausgang. Jenseits der Genregrenzen treffen dabei Orchesterkonzerte auf Liederabende, Tanztheater auf Kammermusik und Klassik auf Volksmusik. So ist es Beethovens berühmte Schicksalssinfonie »Die Fünfte«, die den Ausgangspunkt für einen wahrhaft tosenden Konzertabend bildet, bei dem das Orchester der Schlossfestspiele auf den britischen Schlagzeuger Colin Currie trifft. Beim diesjährigen Klassik Open Air & Feuerwerk hingegen entzündet das Orchester die »Flammen der Leidenschaft«, u.a. mit Bizets Carmen-Suite und Ravels »Bolero«. Geleitet werden diese beiden Abende von Chefdirigent Pietari Inkinen – ebenso wie das Eröffnungs- und das Abschlusskonzert. Mit ihrem »Requiem pour L.« haben Fabrizio Cassol und Alain Platel, ausgehend von Mozarts bekannter Totenmesse, eine eindringliche, radikale und zugleich lebensbejahende Produktion geschaffen, in der 14 Sänger und Musiker unterschiedlicher Herkunft Jazz, Oper, Afropop und Bewegung miteinander verschmelzen lassen. Darüber hinaus spürt die Kompanie Rosas um Choreografien Anne Teresa De Keersmaeker in »Mitten wir im Leben sind/Bach6Cellosuiten« gemeinsam mit Cellist Jean-Guihen Queyras den verborgenen Verbindungen von Bachs Cellosuiten nach. Auf einen ungewöhnlichen Roadtrip begibt sich Christina Pluhar mit ihrem Ensemble L’Arpeggiata in der Weltpremiere von »Eine Balkanroute« mit Musik aus u.a. Griechenland, Bulgarien, Serbien und Italien. Und auch die diesjährige Song Conversation, die mit Emilíana Torrini, Sebastian Studnitzky und Claudio Puntin drei experimentierfreudige Musiker zusammenbringt, lädt ein, sich auf ungewohnte musikalische Begegnungen einzulassen.

Carolin Widmann ©Lennard Rühle (2)
Khatia Buniatishvili ©Gavin Evans

Außerdem werden Künstler wie Fazıl Say, Teitur,Nico Muhly & Holland Baroque, Pekka Kuusisto & Sam Amidon, das Danish String Quartet, Boris Giltburg, Carolin Widmann, Pierre-Laurent Aimard, Khatia Buniatishvili, Igor Levit, das MIAGI Youth Orchestra, Nils Frahm, Hans Magnus Enzensberger sowie Pinchas Zukerman in diesem Jahr bei den Schlossfestspielen zu erleben sein. Neben den Veranstaltungen in Ludwigsburg bieten die Schlossfestspiele auch in Bietigheim-Bissingen, Haigerloch, Salem, Stuttgart, Wertheim und Wolfegg außergewöhnliche Konzertmomente in beeindruckenden Spielstätten.

Klassik Open Air & Feuerwerk ©Reiner Pfisterer

Weitere Informationen: www.schlossfestspiele.de

Foto Vorschaubild: Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele & Pietari Inkinen ©Anatol Kotte

Freilichtspiele Schwäbisch Hall

Die Große Treppe vor St. Michael: 53 Stufen, eine Höhe von acht Metern und eine Breite von bis zu 48 Metern – wohl eine der außergewöhnlichsten Bühnen der Welt. Seit 93 Jahren wird hier Theater gespielt, mit jährlich über 50.000 Besuchern auf dem historischen Haller Marktplatz. Große Klassiker der Weltliteratur kommen ebenso zur Aufführung wie spektakuläre Musicals und eigens für Schwäbisch Hall entwickelte Stücke.

Bildnachweis © Freilichtspiele Schwäbisch Hall, Jürgen Müller.

Zur Eröffnung der Sommerspielzeit 2018 zeigen die Freilichtspiele ab dem 9. Juni Friedrich Schillers Schauspiel „Wilhelm Tell“. Was muss geschehen, dass ein Mensch so weit geht, mit seiner Armbrust auf einen Apfel auf dem Kopf seines Sohnes zu schießen? Intendant Christian Doll setzt sich in seiner Inszenierung mit Tells Mythos als Nationalheld und Schillers idealisiertem Bild des Freiheitskampfes auseinander. Für das Tanzmusical „Saturday Night Fever“ verwandelt sich die Große Treppe in eine schillernde Discowelt. Wenn Tony Manero die Tanzfläche betritt, bleibt die Welt um ihn stehen. Nichts bedeutet ihm mehr, als beim nächsten Tanzwettbewerb zu gewinnen, egal, was er dafür opfern muss. „Saturday Night Fever“ machte John Travolta zum Weltstar und bescherte den Bee Gees gleich drei Nummer-Eins-Hits. Auf eine Zeitreise in die flirrende Welt der „Goldenen Zwanziger“ geht es in der musikalischen Revue „In der Bar zum Krokodil – Ab in die wilden 20er“. Marlene Dietrich, die Comedian Harmonists, Chanson und Schlager, Charleston und Swing – mit dem wirtschaftlichen Aufschwung explodiert auch die Musikszene in den Zwanzigerjahren. Die Revue begleitet acht Figuren in diesem turbulenten Jahrzehnt auf ihrer Suche nach Glück, Liebe und Rausch. Wieder auf dem Programm steht die gefeierte Komödie „Don Camillo und Peppone“, bei der das Freilichtspiele-Ensemble beweist, dass man auf der Großen Treppe sogar Fußball spielen kann. Für jüngere Besucher zeigen die Freilichtspiele das Kinder- und Familienstück „Karlsson vom Dach“ von Astrid Lindgren, in dem der kleine Lillebror mit dem frechen und zu den verrücktesten Streichen aufgelegten Karlsson vom Dach aufregende Abenteuer erlebt.

Tipp: Kult in Schwäbisch Hall ist das Format „Theaterspaziergang“. Unter dem Titel „Williams Weite Welt“ verwandeln vier Schauspieler und die Band Tante Polly den idyllischen Haller Stadtpark in die Welt des genialen Theatermachers William Shakespeare. Ziel der theatralen Reise ist das Neue Globe, das nach dem Vorbild von Shakespeares Londoner Globe Theatre errichtete neue Theater der Freilichtspiele. Im Adolf-Würth-Saal in der Kunsthalle Würth zeigen die Freilichtspiele das Stück „Malala – Mädchen mit Buch“, das die bewegende Geschichte der jüngsten Friedensnobelpreisträgerin aller Zeiten, Malala Yousafzai, erzählt.

Infos & Tickets:
Tourist Information
Hafenmarkt 3
74523 Schwäbisch Hall
Tel. (07 91) 7 51-600 · www.freilichtspiele-hall.de

Klosterkonzerte Maulbronn

Die Saison 2018 der Klosterkonzerte Maulbronn steht ganz im Zeichen des Jubiläums, das die Klosterkonzerte 2018 feiern: 50 Jahre Klosterkonzerte Maulbronn. Zahlreiche hochkarätige Musikstars aus aller Welt werden diesen Sommer im UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Maulbronn 27 Konzerte vom 12. Mai bis zum 30. September gestalten. Herzstück der Jubiläumssaison 2018 ist ein großes Open-Air-Festival auf dem Klosterhof. Vom 20.-22. Juli 2018 werden auf einer großen Freiluftbühne auf dem Klosterhof sechs Konzerte die programmatische Bandbreite der Klosterkonzerte abbilden. Eine Zuschauertribüne mit rund 800 Plätzen bietet beste Sicht auf die Bühne und die Klosterfront, die die stimmungsvolle Kulisse für die Veranstaltungen darstellt. Den Auftakt des Festwochenendes wird ein Schulkonzert mit der Pyrmonter Theater Companie und den Stuttgarter Philharmonikern bilden, weiterhin werden das Musik-Comedy- Duo Igudesman & Joo, der österreichische Schlagzeuger Martin Grubinger, das GrauSchumacher Piano Duo mit Klaus Maria Brandauer, die SWR Big Band und Pianist Bernd Glemser mit den Stuttgarter Philharmonikern zu hören sein.

Bernd Glemser (c) Steffenmaier

Im Bereich der Chor- und Vokalmusik werden auch im kommenden Jahr höchst unterschiedliche Vokalensembles das Saisonprogramm bereichern: das amerikanische Männerquartett New York Polyphony, das armenische Geghard Ensemble und Sjaella als Frauen-Formation im klassischen a cappella- Bereich.

Sjaella, Foto: Lutz Wiechmann

Der Maulbronner Kammerchor feiert im nächsten Jahr ebenfalls ein Jubiläum; zu diesem Anlass hat er sich mit ClaritasVocalis einen weiteren Jubilar und deutschen Spitzen-Kammerchor für ein gemeinsames Konzert eingeladen. Gemeinsam mit fantastischen jungen Solisten (Sopranistinnen Olena Tokar und Marie Henriette Reinhold sowie Tenor Patrick Grahl) und der Hannoverschen Hofkapelle wird der Maulbronner Kammerchor auch für den krönenden Abschluss der Saison sorgen. Auch Orgelkonzerte sind wie immer Teil der Konzertsaison: Mit Martin Sander, Erika Budday (bis 2018 Bezirkskantorin) und Iveta Apkalna (Organistin der Elbphilharmonie), wird die Grenzing-Orgel in all ihren Facetten erklingen. Weitere Konzerte im Rahmen der Jubiläumssaison: Die aus Maulbronn stammende junge Pianistin Magdalena Müllerperth darf beim Jubiläum natürlich nicht fehlen. Auch der junge Geiger Elin Kolev, seit 2017 „SWR New Talent“, wird mit seinem Mercurius Trio auftreten. Weiterhin werden mit dem Ensemble Classique und der Trombone Unit Hannover gleich zwei Blechbläserensembles zu hören sein.

Isabelle Faust, Foto: Felix Bröde;

Des Weiteren konzertieren Isabelle Faust (Violine) mit Kristin von der Goltz (Violoncello) und Kristian Bezuidenhout (Cembalo) sowie das Kontrabass- Ensemble Bassiona Amorosa und der südafrikanische Blockflötist Stefan Temmingh mit dem Capricornus Consort Basel.

Stefan Temmingh, Foto: Harald Hoffmann

In der Kammermusikwoche Bernd Glemser & Freunde wird der Pianist zum wiederholten Mal seine Kunst unter Beweis stellen, in diesem Jahr gemeinsam mit Mirijam Contzen (Violine), Niklas Eppinger (Violoncello) und dem Gewandhaus-Quartett.

Karten und weitere Informationen unter www.klosterkonzerte.de

Hohenloher Kultursommer

Alte Musik, Klassik und Weltmusik, dargeboten in zahlreichen kulturhistorischen Räumlichkeiten der Region, bilden das besondere Konzept des Kultursommers. Mit der Reihe Junge Gesichter, dem Talentkeller und nicht alltäglichen Konzertformaten weht dabei aber auch jede Menge frischer musikalischer Wind durch das Festival. Das Genre „Irish Folk“ füllt dieses Jahr unter anderem die Band „Cara“ oder die Senkrechtstarter aus Irland „Cúig“.

Cúig + Print + Resolution

„Spark – die klassische Band“ wird ihre Neo-Klassik im Langenburger Barocksaal präsentieren und sämtliche Blockflötenklischees von der Bühne fegen. Dass auch barocke Klänge durchaus frisch daherkommen können, werden Blockflötist Stefan Temmingh und Sopranistin Dorothee Mields zusammen mit der Lautten Compganey Berlin in Kloster Schöntal unter Beweis stellen.

Blockflötist Stefan Temmingh und Sopranistin Dorothee Mields

Der wohl momentan angesagteste Mandolinenspieler Avi Avital ist mit dem Württembergischen Kammerorchester im Carmen-Würth-Forum zu Gast, ebenso wie das Talentensemble „Esperanza“ aus Liechtenstein. Lieben Sie Mozart?! Besonders in der Eröffnungswoche steht seine Musik imBlickpunkt. Bekannte, aber auch eher selten zu hörende Kompositionen erklingen in der Konzertreihe. Am 7. Juli 2018 wird beim Musikfest auf Schloss Weikersheim dann die ganze Mozartfamilie mit diversen musikalischen Verbindungen ins Rampenlicht gestellt. „Ein Fest mit den Mozarts“ lautet das diesjährige Motto der Veranstaltung, die mit Auswahlkonzerten, kulinarischem Angebot und großem Feuerwerk jedes Jahr bis zu 2000 Besucher anlockt.

Tickets und Informationen unter: Telefon 07940/18-348 oder im Internet
unter www.hohenloher-kultursommer.de