Die aktuelle Ausstellung MONEY MONEY MONEY im Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen spannt einen Bogen über 100 Jahre Geldwesen, blickt zurück in die weitere Vergangenheit und wagt Ausblicke in die digitale Welt des Geldes. Auch für Kinder gibt es ein Programm…
Öffnungszeiten: Jeden Sonntag von 10.30 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 17.30 Uhr, und an den Vortrags-Donnerstagen von 17.00 bis 20.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen sowie alle Vortrags-Termine unter
www.leinfelden-echterdingen.de

Kultur-Höhepunkt zu
„75 Jahre Porsche Sportwagen“

1948 erfüllte sich Ferry Porsche mit seinem Team den Traum von einem Sportwagen und legte mit dem 356 „Nr. 1“ Roadster den Grundstein für das Unternehmen. 75 Jahre Porsche stehen seither für Pioniergeist, Herzblut und Träume.  Es versteht sich von selbst, dass dieses Jubiläum  ganz im Geiste seines Erfinders und getreu dem Porsche-Slogan „driven by dreams“  auch in Stuttgart, genauer in Zuffenhausen im Porsche Museum gefeiert wird. Geplant sind eine Reihe von Veranstaltungen rund um den Motorsport aber auch zu Themen wie Nachhaltigkeit und Kunst und Kultur.

Bei dem dreiteiligen Programm am 29.und 30. April gastiert die Tanzproduktion „Concerto“ der schweizerischen „Compagnie Linga“, bei einem exklusiven Gang durch die Automobilausstellung kann man dem Pianisten Reinmar Henschke auf seiner musikalischen Reise zu den fünf Kontinenten folgen.

(c) Bett Concerto
Reinmar Henschke by Shirley Krug

Den Abschluss bildet eine szenische Lesung des Theaterstücks von Yasmina Reza „Der Gott des Gemetzels“, gelesen und gespielt von Margarita Broich, Caroline Peters, Martin Brambach, Stefan Wilkening (29.04.) / Wolfram Koch (30.04.), allesamt Stars der deutschsprachigen Theater- und Filmschauspielszene. Details zu den einzelnen Programmpunkten: siehe unten..

Prominentes Ensemble „Der Gott des Gemetzels“ (c) Jeanne Degraa-Bianca Faltermayer-Rafaela Pröll-Jens von Zoest

Die Porsche Gastronomie sorgt für ein kulinarisches Angebot (gegen Gebühr), Parkplätze stehen kostenfrei zur Verfügung. Tickets zum Preis von 34,- bis 39,- Euro sind ab sofort über Easy Ticket erhältlich, Tel.: 0711/ 2555 555. Für Begleitpersonen von Rollstuhlfahrern ist der Eintritt frei. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr). Ein Besuch der Ausstellung ist Teil des Programms. Alle Informationen gibt es auch auf der Museums-Homepage unter www.porsche.de/museum 

Detailinformationen
Compagnie Linga, Pully – Schweiz
Concerto
Die Choreografie um den Tisch ist der Welthit des zeitgenössischen Tanzensembles Compagnie Linga aus Pully in der Schweiz. Gegründet wurde es von den ehemaligen Protagonisten des Béjart Ballet Lausanne Katarzyna Gdaniec und Marco Cantalupo.
Zwei Tänzerinnen und zwei Tänzer gestalten zum berühmten Cembalokonzert BWV 1052 von Johann Sebastian Bach eine Allegorie auf Spielarten menschlicher Auseinandersetzung. Nur mit der Sprache ihrer Körper diskutieren, argumentieren, überzeugen und streiten sie um das Kollektivbewusstsein der Gruppe, um final zu einer Einheit in der Vielheit zu werden.

Choreografie und Kostüme: Katarzyna Gdaniec, Marco Cantalupo
Musik: Johann Sebastian Bach,
Cembalo-Konzert Nr. 1 d-Moll; BWV 105

Reinmar Henschke – Piano solo
Five Roads to the Continents
Als Interimsakt zwischen Tanzperformance und szenischer Lesung entführt der Komponist und Pianist Reinmar Henschke musikalisch auf die fünf Kontinente. Er wurde 1959 in Halle an der Saale geboren und studierte Orgel an der Hochschule für Musik in Leipzig. Sein musikalisches Spektrum reicht vom Jazz, Songwriting, Rock bis hin zur Pop-Musik. Seine Virtuosität und Improvisationsfreude machen ihn zu einem gefragten Partner in verschiedenen Ensemble-Projekten, darüber hinaus arbeitet er als Solist, als Theatermusiker und auch als Komponist für Film und TV.

Yasmina Reza
Der Gott des Gemetzels – Vom Vertrauen und falschen Fassaden
Aus dem Französischen von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel

Den Abschluss des Abends bildet die szenische Lesung des Theaterstücks „Der Gott des Gemetzels“ der französischen Erfolgsautorin Yasmina Reza. Sie zeigt darin den Versuch einer zivilisierten Aussprache zwischen den Elternpaaren über ihre in eine Schulhofprügelei verwickelten Kinder, die an tiefsitzenden Ressentiments und gesellschaftlichen Zwiespältigkeiten scheitert und in einen handfesten Streit ausartet. Yasmina Reza gilt als Meisterin subtiler Katastrophen, wenn die Fassade des bürgerlichen Zusammenlebens in sich zusammenfällt. Es braucht nur wenig, damit eine vermeintlich gesellschaftliche Elite Anstand und Rücksicht den Laufpass gibt und der „Gott des Gemetzels“ erbarmungslos zuschlägt. Das im Jahr 2006 am Schauspielhaus Zürich uraufgeführte Stück, feierte auf vielen Bühnen große Erfolge, bevor Roman Polanski das Kammerspiel 2011 kongenial verfilmte.

Sprecher*innen:
Margarita Broich, Caroline Peters, Martin Brambach, Stefan Wilkening (29.04.) / Wolfram Koch (30.04.)

Margarita Broich
Studierte zunächst Fotodesign und arbeitete als Theaterfotografin für Claus Peymann. Nach Ihrer Schauspielausbildung bekam sie zunächst ein Engagement am Schauspiel Frankfurt. Später war sie festes Mitglied des Berliner Ensembles. Neben Ihren Theaterrollen erlangte sie auch in Kinofilmen („Fack Yu Goete“, „Quellen des Lebens“) und Fernsehrauftritten Berühmtheit. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in der Serie „Meine Mutter . . .“ und als Tatortkommissarin „Anna Janneke“ im hessischen Tatort an der Seite von Wolfram Koch. 2016 wurde sie für ihre dortige Rolle mit dem hessischen Filmpreis als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Caroline Peters
Die Mainzerin ist am Wiener Burgtheaters und an der Berliner Schaubühne engagiert. Im Salzburger „Jedermann“ spielte sie die „Buhlschaft“. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie in Saarbrücken. Seit Anfang des Jahrtausends stand sie regelmäßig vor der Kamera in Film und Fernsehen. Bekannt wurde sie besonders in der Serie „Mord mit Aussicht“ und in den Filmen „Die Affäre Semmeling“, „Contergan – eine einzige Tablette“ und in den Komödien „Der Vorname“ und „Der Nachname“. Sie ist Trägerin des Adolf Grimme Preises und des Nestroy Theaterpreises und wurde bereits zweimal zur besten Schauspielerin des Jahres gekürt.

Martin Brambach
Der Dresdner machte seine Schauspielausbildung an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum. Das Talent wurde ihm quasi in die Wiege gelegt: Seine Mutter war Kostümdirektorin an der Berliner Volksbühne, sein Stiefvater Karlheinz Liefers Regisseur. Mit seinem Stiefbruder Jan Josef Liefers eint ihn nicht nur die Liebe zur Darstellenden Kunst. Brambach gilt als einer der vielseitigsten Schauspieler der deutschen Filmografie und spielte sich in 150 verschiedenen Rollen in die Herzen des Publikums. Nicht nur für seine Tatortrolle als Dresdner Kommissar „Schnabel“ erhielt er den Adolf-Grimme-Preis, 2016 wurde er für „Der Fall Barschel“ mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.

Wolfram Koch
In Paris geboren, stand er schon als Elfjähriger auf der Bühne des Bonner Theaters der Jugend, als 13-Jähriger hatte er seinen ersten Filmauftritt als 13-jähriger in „Ansichten eines Clowns“. Neben seinen Theaterengagements z. B. am Schauspiel Frankfurt und im „Jedermann“ drehte er Dramen, Biografien und Gesellschaftssatiren fürs Fernsehen. Für seine Darstellung des Estragon in Samuel Beckets „Warten auf Godot“ erhielt er den seltenen Theaterpreis „Gertrud-Eysoldt-Ring“. Den Fernsehzuschauern ist er auch bekannt durch seine Rolle als Tatortkommissar „Paul Brix“ an der Seite von Margarita Broich.

Stefan Wilkening
Studierte zunächst bis 1992 Theologie in Mainz, sein Schauspieldiplom erhielt er an der Falckenbergschule in München. Neben seinen Theaterengagements, u.a. war er langjähriges Ensemblemitglied des Bayerischen Staatsschauspiels, brilliert er als ausgebildeter Rundfunkmoderator in Dokumentationen, Hörfunk- und Hörbuch-Produktionen. Im Fernsehen war er in verschiedenen Tatort-Sendungen und in den Serien „Die Rosenheim Cops“ und „Hubert und Staller“ zu sehen. Interessant waren auch seine Auftritte als Glatzen-Per in der Oper „Ronja Räubertochter“ oder als Sprecher des Bassa Selim in Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“.

Ariane Matiakh steht für eine neue
Generation am Orchesterpult

Lange gehörte der Beruf des Dirigenten zu jenen letzten Bastionen, die vornehmlich von Männern dominiert wurden. Doch auch in der Klassikwelt ging das berühmte Rauschen durch den Blätterwald: Längst überkommene Vorurteile und Traditionen fielen, und so gelang es in den letzten Jahren endlich auch einer ganzen Reihe von Frauen, sich erfolgreich im Dirigentenfach durchzusetzen. Eine davon ist Ariane Matiakh.
Die Französin ist seit dieser Saison Chefdirigentin der Württembergischen Philharmonie Reutlingen (WPR). Und diese Entscheidung ist zugleich auch eine kleine Sensation, denn sie ist damit eine der ersten Frauen in Baden Württemberg auf dieser Position. Exzellent ausgebildet mit internationaler Orchestererfahrung, hat sich die 1980 geborene Musikerin für den Posten in Reutlingen gegen 59 Mitbewerber*innen durchgesetzt. Zuvor hatte das Orchester sie bereits als Gastdirigentin kennen- und schätzen gelernt. Matiakh bringt viel Erfahrung mit nach Reutlingen. Der Intendant der Württembergischen Philharmonie Reutlingen, Cornelius Grube, schätzt ihre fachliche Kompetenz und ihre Begeisterung für Neues und Unbekanntes. Neuentdeckungen und Uraufführungen will sie in den modernen Konzertsaal in Reutlingen mit hervorragender Akustik holen – am besten in Anwesenheit der Komponsist*innen, die hier ihr Werk erstmals live auf der Bühne erleben sollen. Wer sie am Pult beobachtet, erlebt eine dynamische positive Persönlichkeit. arsmondo sprach mit ihr über ihr Leben als Dirigentin und ihre Arbeit mit der WPR.

Ariane Matiakh, Dirigentin, Foto: Marco Borggreve

Welche Aspekte stehen bei Ihren Interpretationsansätzen im Vordergrund?
Zuerst das Bedürfnis, authentisch zu bleiben. Interpreten verbringen in ihrem Leben viel Zeit damit zu recherchieren. Mir persönlich macht das sehr viel Freude, Infos über Komponisten, Stile und geschichtliche Hintergründe zu sammeln, um mich Werken anzunähern. Ein weiterer Aspekt für mich ist es, die Schönheit eines Stücks herauszuarbeiten, seine Klarheit, seine Linienführung, seinen Atem zu finden, um die Noten dann gemeinsam mit einem Orchester aus der Partitur zum Leben zu erwecken.

Welche Impulse und Begegnungen waren die maßgeblichsten für Ihr heutiges Musikverständnis?
Zunächst Leopold Hager an der Musikuniversität Wien: ein hervorragender Professor, der mir Verständnis für die verschieden Musikstile nahegebracht hat und die Liebe zum Detail. Nikolaus Harnoncourt: Ihm verdanke ich, dass ich viel über Aufführungspraxis gelernt habe und den Mut, musikalische Entscheidungen zu treffen. Seine Auffassung von dem, was Musik alles sein kann, hat mich immer sehr inspiriert. Und Simone Young: Sie im Konzert zu erleben, hat mir den Mut gegeben, als Frau in einer Männerdomäne meinen Traum, Dirigentin zu werden, weiter zu verfolgen.

Wie gestalten Sie die Probearbeit? Wie bereiten Sie sich vor? – Nehmen Sie uns mit in Ihre Gedankenund Gefühlswelt, vielleicht anhand eines aktuellen Beispiels…
Es gibt sehr viel verschiedene Arten, sich vorzubereiten, meist hängt es vom Stück ab, aber wie bereits erwähnt, geht es erst einmal darum, möglichst viel Wissen zusammenzutragen. Als ehemalige Korrepetitorin kann ich mir nicht vorstellen, mich ohne Klavier vorzubereiten. Bei Opern ist dies ohnehin der übliche Weg, ich spiele aber auch Symphonien, damit ich sie spüren und erfühlen kann. Und Musik trifft oft Literatur: Derzeit erarbeite ich mir ein Werk von Bartók, „Der Wunderbare Mandarin“ (in der kompletten Fassung mit Chor zu hören in der Reutlinger Stadthalle am 17. April). Es ist eine musikalische Pantomime nach einem Libretto von Menyhert Lengyel. Natürlich muss man dieses Libretto zuerst lesen, um die Musik, die „erzählt“ wird, zu verstehen. Zu den Proben mit dem Orchester bringe ich dann immer meine Recherche mit. So hat man eine Grundlage, ein Konzept, mit dem man gemeinsam arbeiten kann! Die ersten Phrasen vom Orchester zu hören, ist ein wunderbarer Moment, da öffnen sich die Ohren, bevor dann die Arbeit und das Feilen beginnt. Ich lasse mich dabei auch immer begeistern von Ideen und Klangvorstellungen, die von den Orchestermusiker*innen kommen. Solche Freiheiten sind wichtig, und das ist nicht zuletzt einer der Gründe, warum ein Stück von Orchester zu Orchester niemals gleich klingt. Und das schätze ich sehr!

Es geht also um Klangfi ndung, aber auch um Sympathie zwischen Orchester und Dirigent*in. Wie war denn Ihre erste Begegnung mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen?
Ich war vom ersten Moment an begeistert von der Qualität und der Flexibilität des Orchesters – vom Suchen, der Neugier und dem Willen ins Detail zu gehen, das Publikum mitzunehmen. Auch die Jugend – und Vermittlungsarbeit der WPR entspricht mir und meinen Vorstelllungen. Es geht bei diesem Beruf um Austausch und Interaktion – ein neues Orchester ist wie eine neue Familie und bedeutet auch eine sehr enge zwischenmenschliche Beziehung, all das habe ich gleich zu Beginn gespürt.

Als Tochter zweier Opernsänger sind Sie in einem reichen musikalischen Umfeld aufgewachsen und entwickelten schon in jungen Jahren eine besondere Begabung für das Klavier.
Ich erinnere mich, dass ich mit vier Jahren zum ersten Mal einen Dirigenten erlebt habe und ab da wusste, diesen Beruf will ich auch einmal ergreifen. Ich bin aber zunächst Pianistin geworden und habe mich parallel auf die Orchesterleitung vorbereitet.

Wie gelingt Ihnen der Spagat zwischen Familie und Beruf?
Das ist zugegebenermaßen nicht immer einfach, zumal ich meine zwei Jungs allein erziehe, aber nichts ist unmöglich. Wir führen sicher ein besonderes Leben und versuchen, alle positiven Aspekte darin zu betrachten. Wir sagen oft, dass Liebe ein wichtiger Motor sein kann, und dem stimme ich zu.

Man liest über sie, dass die Astronomie neben der Musik ihre zweite große Leidenschaft ist. Privat leben Sie in Straßburg. Wo findet man Sie, wenn Sie nicht dirigieren? Wie und wo entspannen Sie am liebsten?
Meine freie Zeit verbringe ich am liebsten mit meinen Kindern! Wir reisen gerne, aber die Bretagne ist für uns eines der wichtigsten Ziele. Es ist für uns ein magischer Ort, wo das Gefühl von Freiheit groß ist und der Zeitbegriff kaum spürbar… und genau das brauche und schätze ich sehr zwischen den Konzerten. In dem Haus dort haben wir sogar das ganze Material, um die Sterne zu beobachten, einer meiner Söhne ist im Übrigen ein ebenso großer Astronomie-Fan wie ich. Und ich lese gerne, wenn ich Zeit habe, ich kann fast keinen Tag ohne Bücher beenden…

Ariane Matiakh, Dirigentin, Foto: Marco Borggreve
Engagements führten Ariane Matiakh an die großen Opernhäuser Berlin, London, Oslo, Stockholm, Amsterdam, Straßburg und Halle. Zu den Orchestern, bei denen sie bisher gastierte, gehören das Rundfunkorchester Berlin, das Orchestre de Paris, das Orchestre Philharmonique de Radio France, die Wiener Symphoniker, die Bamberger Symphoniker, das schwedische Radiosinfonieorchester, die Dresdner Philharmonie und die Staatskapelle Halle, das WDR Sinfonieorchester Köln und das MDR-Sinfonieorchester Leipzig, das Orchestre National du Capitole de Toulouse, und das Sinfonieorchester Basel und die Straßburger Philharmoniker. Ihr Repertoire reicht von Oper über Sinfonik bis zum Ballett, vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik.
Ihre Ausbildung erhielt sie unter anderem an der Musikhochschule in Wien bei Leopold Hager und Yuji Yuasa sowie im Masterclass-Studium mit Seiji Ozawa. Im Folgenden assistierte sie an der Opéra National de Montpellier namhaften Dirigenten wie Armin Jordan und James Conlon. An der Komischen Oper Berlin arbeitete sie mit Bernhard Kontarsky.

Alle aktuellen Konzerte mit Ariane Matiakh und mehr über die Württembergische Philharmonie Reutlingen:
www.wuerttembergische-philharmonie.de

Zukunftsorientierte
Museumsarbeit

Seit März dieses Jahres ist Jutta Götzmann die neue Leitende Direktorin der fünf Städtischen Museen Freiburg. In der Verantwortung der promovierten Kunsthistorikerin liegt dadurch auch die Vollendung der bereits im Jahr 2004 begonnenen Sanierung und Umgestaltung des Augustinermuseums. arsmondo sprach mit ihr über ihre Vorstellungen, Ideen und Visionen in Bezug auf ihren neuen Wirkungsbereich.

Jutta Götzmann, Foto Annette Koroll

Haben Sie einen persönlichen Bezug zu Freiburg?
Ich war unmittelbar vor Studienbeginn im Sommer 1989 das erste Mal in Freiburg und sofort von der Stadt fasziniert – von ihrer Lage, ihrer Atmosphäre, der hohen Lebensqualität und natürlich von dem Freiburger Münster mit dem wunderbaren Markt davor. Ich habe zusammen mit meinem Mann und meiner Mutter eine Kulturreise ins Dreiländereck unternommen und war auch in Straßburg, in Zürich und im Schwarzwald. Die fast grenzenlose Kultur- und Genussregion beeindruckte mich zutiefst: tagsüber auf den Spuren des historischen Freiburgs unterwegs sein und den Schlossberg mit seiner grandiosen Aussicht genießen und dann abends in Colmar die Küche und den Wein des Elsass‘ erproben.
Dann folgten mein Studium in Münster und meine längere berufliche Zeit in Florenz und Rom. 2008 war ich erneut mit meinem Mann in Freiburg und habe mir das begonnene Bauprojekt des Augustinermuseums angesehen. Seitdem habe ich von dem Fortgang aus der Ferne immer wieder Notiz genommen.

Welche Überlegungen waren für Sie ausschlaggebend,
um sich als Museumsdirektorin in Freiburg zu bewerben?
Ich habe gerade in den letzten Jahren aus dem Blickwinkel von Potsdam und Berlin die Entwicklung der Freiburger Museumslandschaft mit großem Interesse verfolgt. Ich kenne meinen Vorgänger Tilmann von Stockhausen über sein Engagement in Freiburg sowie seine Tätigkeit für die Fachgruppe der Museen und Kunstmuseen des Deutschen Museumsbundes. Zudem war ich von 2015 bis 2019 Jurymitglied für den Fonds „Stadtgefährten“ der Kulturstiftung des Bundes in Berlin und habe für das Freiburger Projekt „Freiburg sammelt“ votiert, das dann 2018 als Ausstellung realisiert wurde.
Mir gefällt die hohe Wertigkeit, die die Kunst und Kultur in Freiburg besitzt und die auch von der Stadtgesellschaft und der Politik entsprechend geschätzt und getragen wird. Ich habe meinen Vorgänger im Herbst 2019 zu einem Symposium unter dem Titel „Smart Cities – Smart Museums? Stadtmuseen im kulturellen Wandel“ nach Potsdam eingeladen, das ich in Kooperation mit der Kulturstiftung des Bundes veranstaltet habe.
Neben dem Ausbau der Museumslandschaft in Freiburg interessierte mich auch die Vorstellung des erfolgreich realisierten Zentralen Kunstdepots. Mit meiner Entscheidung, mich beruflich neuen Herausforderungen zu stellen, las ich im Mai 2022 überraschenderweise die Ausschreibung und musste nicht lange überlegen.

© Augustinermuseum – Städtische Museen Freiburg, Foto: Hans-Peter Vieser

Welche Vorerfahrungen lassen sich mit ihrem neuen Tätigkeitsbereich
besonders gut verknüpfen?
Seit 1993 bin ich im Museumswesen tätig, begonnen habe ich noch zu Studienzeiten in der Dokumentation des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster und kenne sämtliche Tätigkeitsprofile. Für die neue Position als Leitende Direktorin in Freiburg bringe ich sicherlich drei essenzielle Qualifikationen mit: Ich kenne die Museumslandschaft in kommunaler Trägerschaft sehr gut, da ich 14 Jahre lang als Gründungsdirektorin des Potsdam Museums die kommunale kulturpolitische Ebene mit Ausschüssen und Gremien ebenso kenngelernt habe wie die Verwaltungsstruktur. Da ich über drei Jahre den Ausbau des Museumsstandortes im historischen Zentrum begleitet und das Nutzerbedarfskonzept verfasst habe, bin ich auch mit Museumsbaumaßnahmen gut vertraut, das erleichtert meinen Einstieg in Freiburg enorm. Des Weiteren bringe ich gerade für das Augustinermuseum eine breite inhaltlich-fachliche Kompetenz mit: Ich habe über die Skulptur der Renaissance promoviert, als Kuratorin und Projektleiterin zweier Ausstellungen des Europarats zur Kunst und Kultur der Renaissance und des Barocks in Münster und Berlin betreut und 14 Jahre lang in Potsdam als Direktorin auch die Sammlungsleitung für das 19. und 20. Jahrhundert verantwortet.

Die Sanierung des Augustinermuseums mag finanziell andere Vorhaben in den Hintergrund verweisen. Eine solche Belastung hat Sie offensichtlich nicht von Ihrer Bewerbung abgehalten, sondern Sie womöglich sogar  herausgefordert?
Ich kann mich noch gut an meinen Aufenthalt in Freiburg im Sommer 2008 erinnern, da war das Augustinermuseum inmitten des ersten Bauabschnitts. Ich war von dem Projekt begeistert, ist ein großartiges Gebäude und einWahrzeichen der Stadt, die Sanierung ist absolut notwendig. Natürlich wirkt sich die finanzielle Last auch auf den Kulturetat der Stadt aus. Aber greifen Sie mal zu dem Museumsführer von Hanno Rauterberg, den er für „Die Zeit“ unter dem Titel „Die schönsten Kunstsammlungen in Deutschland“ herausgegeben hat. Das Augustinermuseum ist mit dem Hinweis aufgeführt, dass die großartigen Schätze der Sammlung „aufgrund unzulänglicher Präsentationsmöglichkeiten“ lange „mehr verwahrt als ausgestellt“ waren. Dass aus „dem Augustinermuseum ein Kunstmuseum von spektakulärem Zuschnitt“ geworden ist, dürfte die Freiburgerinnen und Freiburger erfreuen. Mit Namen wie Lucas Cranach d. Ä., Matthias Grünewald, Hans Baldung Grien, aber auch Anselm Feuerbach und Hans Thoma besitzen sie eine einzigartige kommunale Sammlung, die ihre kulturelle Tradition ab dem Mittelalter hochwertig repräsentiert. Zusammen mit dem Team werde ich meine Energie auf die erfolgreiche Fortführung des 3. Bauabschnitts richten, um das höchst attraktive Museum mit seiner Fertigstellung regional und überregional bis weit über den Oberrhein hinaus zukunftsorientiert auch für die nächsten Generationen auszurichten.

Meister des Hausbuchs, Passionsaltar (Mitteltafel), um 1480 © Städtische Museen Freiburg
Hans Baldung Grien, Muttergottes mit schlafendem Kind, 1520, Foto: Hans-Peter Vieser © Städtische Museen Freiburg

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie sieht Ihre „Bestandsaufnahme“ mit Blick auf die weiteren Freiburger Museen aus?
Sehr positiv. Die Häuser haben hochqualifizierte Leitungen, hervorragende Sammlungen und resonanzstarke Ausstellungen, was die Jahresbilanz 2022 und die deutlich gestiegenen Besuchszahlen nach den Corona-Jahren belegen. Auch die digitale Ausrichtung ist weit fortgeschritten. Eine intensive Auseinandersetzung kann aber erst in den ersten Monaten meiner Amtszeit erfolgen. Ich freue mich, dann Impulse im Sinne der Zukunftsorientierung zu setzen und mit den Direktorinnen der Häuser die Attraktivität der Städtischen Museen Freiburg auch mit Blick auf die Niedrigschwelligkeit, Partizipation und Diversität weiter voranzutreiben.

Welche Schwerpunkte stehen für die Freiburger Museen vorrangig auf Ihrer Agenda?
Für das Augustinermuseum liegt die absolute Priorität auf der erfolgreichen Fortführung und Fertigstellung des 3. Bauabschnitts. Das beinhaltet natürlich auch die Planung und Realisierung der entstehenden Präsentationsflächen. Ich sehe für das Museum eine große Chance darin, dass die stadtgeschichtliche Sammlung als aktuelle, permanente Ausstellung im Augustinermuseum die Kunst und Kulturgeschichte ergänzen wird. Zudem kommt die Schatzkammer als weiteres Highlight mit sehr wertvollem Kulturgut hinzu. Des Weiteren gilt es natürlich für dieses Haus, die inhaltliche Ausstellungs- und Programmplanung für die nächsten Jahre zu entwerfen und im Verbund abzustimmen.
Abgesehen vom Augustinermuseum ist eine mittelfristige Planung für die weiteren Häuser der Städtischen Museen Freiburg erforderlich. Auch Themen wie die Sichtbarkeit und Wahrnehmung der Häuser in der Stadt, in der Region und überregional werden – ebenso wie die Aufenthaltsqualität und das Marketing – in den Betrachtungen des ersten Jahres für eine strategische Zukunftsausrichtung wichtig sein.

Können Sie im Vorfeld Visionen ausmachen, die Ihre Tätigkeit in Freiburg besonders antreiben?
Die Leitende Direktion ist eine Amtsleiterinnenstelle für einen Museumsverbund – das bietet eine enorme Sammlungsvielfalt und lässt das „Denken über den Tellerrand“ zu. Ich würde gerne die unterschiedlichen Häuser und Museumsdisziplinen in ihrer Wahrnehmung stärken und häuserübergreifende Projekte im Verbund entwickeln. Mit der Fertigstellung des Augustinermuseums sollen die Freiburger Museen in ihrer Strahlkraft regional wie überregional noch stärker als Marke der reichen Kulturregion des Oberrheins etabliert werden. Museen sind mehr denn je gefordert, gegenwartsbezogene Themen zu präsentieren, um als relevante Kulturinstitutionen auf den gesellschaftlichen Wandel zu reagieren. Diese Impulse sind mir bei der künftigen Ausrichtung der Freiburger Museen ein wichtiges Anliegen.
Das Interview führte Kornelia Stinn

Colombischlössle, Foto: Bernhard Strauss © Städtische Museen Freiburg
Außenansicht Haus der Graphischen Sammlung, Foto: Floran © Städtische Museen Freiburg

 

 

 

 

 

 

Innenansicht Museum für Neue Kunst; Ausstellungsansicht „Faszination Italien“ im Augustinermuseum, Foto: Patrick Seeger © Städtische Museen Freiburg

Aktuelle Ausstellungen
Augustinermuseum:
Bis 11. Juni 2023: Freiburg und Kolonialismus: Gestern? Heute!
22. Juli 2023 – 24. März 2024: Wilhelm Hasemann und die Erfindung des Schwarzwalds

Museum für Neue Kunst:
7. April – 10. September 2023: Bis die Bude brummt – 30jähriges Jubiläum des Fördervereins Museum für Neue Kunst

Haus der Graphischen Sammlung im Augustinermuseum:
bis 14. Mai 2023: Kammerspiel: Die Sammlung Gabriele Rauschning
24. Juni – 17. September 2023: Verwandlung der Welt – Meisterblätter von Hendrick Goltzius
28. Oktober 2023 – 14. April 2024: Erinnerungen schaffen: Japanische Fotografien
12. – 19. November: Festwoche zum 100. Geburtstag des Augustinermuseums
Weitere Info:www.freiburg.de/museen.

Jutta Götzmann - Biografische Stationen
1965 im westfälischen Ascheberg geboren, studierte Jutta Götzmann Kunstgeschichte, Deutsche Philologie und Erziehungswissenschaft
an der Universität Münster. 2002 promovierte sie im Fach Kunstgeschichte. Als Kuratorin und Projektleiterin arbeitete sie u.a. am LWL Museum für Kunst und Kultur in Münster, am Deutschen Historischen Museum in Berlin, an der Universität in Münster und dem Kulturhistorischen Museum Magdeburg. Von 2008 bis Februar 2023 war sie Direktorin des Potsdam Museums – Forum für Kunst und Geschichte. Dort leitete sie die Sammlung für die Kunst vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart mit den Abteilungen Skulptur, Malerei und Grafik. Im März 2023 übernahm sie die Gesamtleitung der fünf Städtischen Museen Freiburg in Personalunion mit der Leitung des Augustinermuseums. 
Die von ihr kuratierten Ausstellungen vom europäischen Barock bis in die Gegenwart sorgten für überregionale Aufmerksamkeit, ebenso ihre zahlreichen Veröffentlichungen zur Alten wie zur zeitgenössischen Kunst.

 

Jazzopen

Im Juli wird Stuttgart wieder zum Epizentrum für Jazz, Soul, Rock und Pop, denn die jazzopen stuttgart präsentieren vom 13. Juli bis 23. Juli 2023 Stars und große Namen der internationalen Musikszene. Geplant sind Auftritte auf dem Schlossplatz, im Alten Schloss und im BIX. Die beiden namensgebenden Begriffe „Jazz“ und „Open“ stehen dabei für die zentrale Ausrichtung des Festivals: Konzerterlebnisse unter freiem Himmel zu bieten und den Jazz als integralen und grenzüberschreitenden Musikstil zu begreifen, der offen ist für alle musikalischen Genres.

Steve Turre, der Meisterposaunist aus Kalifornien, pflegt eine seltene Kunst. Er bläst auch auf echten, speziell präparierten Schneckenhörnern. In diesem Jahr erhält er die German Jazz Trophy der Stiftung für Kunst und Kultur der Sparda-Bank Baden-Württemberg. Turre hat in seiner langen Karriere zahlreiche Stücke komponiert, die von modalem Jazz bis zu zarten Balladen, von raffiniertem Swing bis zu Reggae-Grooves und Latin-Rhythmen reichen. Über allem aber steht für ihn der Blues. „Er wird nie alt”, erklärt Turre. „Für mich ist er die Quintessenz der amerikanischen Musik.” Sein Konzert findet am 13. Juli im Spardawelt Eventcenter statt.
Melody Gardot kommt nach 2008 und 2012 am Freitag, den 14. Juli, zum dritten Mal zu den jazzopen. Die charismatische US-amerikanische Jazz Singer-Songwriterin geht immer ihre eigenen Wege. Ihr jüngstes Album „Entre eux Deux“ ist der beste Beweis. Sie hat es gemeinsam mit dem Pianisten Philippe Powell kreiert. Entstanden sind sensible und emotionale Stücke mit Ankängen an The Great American Songbook und die franzäsische Chanson-Kultur.

Steve Turre, Pressefoto
Melody Gardt © Laurence Laborie

 

 

 

 

 

 

Am Samstag, 15. Juli, wird Jools Holland and his Rhythm & Blues Orchestra gute Laune verbreiten. Der englische Bandleader und Fernsehmoderator hat nicht nur Millionen Platten verkauft, sondern auch etliche erfolgreiche Kultursendungen für Fernsehen und Radio entwickelt. Als Special Guests wird Holland die The Selecter-Mitglieder Pauline Black und Arthur Gaps Hendrickson mitbringen. Den Abend eröffnet Lokalmatador, Comedy-Urgestein, Schauspieler und leidenschaftlicher Swing-Musiker Roland Baisch mit seinem Count Baischy Swingtett.
Der Double-Abend am Sonntag, 16. Juli beginnt mit dem Trompeter Arturo Sandoval, der 2022 mit der German Jazz Trophy ausgezeichnet wurde. Den Double-Abend beschließen wird Saxofonist Branford Marsalis mit seinem Quartett. Vier Jahrzehnte im internationalen Rampenlicht, ist der Erfolg des Saxophonisten ungebrochen. Seit seiner ersten Anerkennung als junger Jazz-Löwe hat er seine Vision als Instrumentalist, Komponist, Bandleader und Dozent immer erweitert und stilistische Grenzen überschritten. Der Grammy-Preisträger konzertiert mit Symphonieorchestern ebenso wie mit Mitgliedern der Grateful Dead. Doch das Herzstück seines musikalischen Universums bleibt das Branford Marsalis Quartett.

Brandford Marsalis Quartet, Foto: Eric Ryan Anderson

Nach einer über 50-jährigen Geschichte feiert die Band Deep Purple am Dienstag, 18. Juli, auf dem Schlossplatz ihre jazzopen-Premiere. Die Briten, 1975 als „lauteste Rockband der Welt“ im Guinness-Buch der Rekorde festgehalten, haben sich in all den Jahren weder auf ihren Klassikern wie „Smoke On The Water“ oder „Child in Time“ noch auf ihren geschätzten 150 Millionen verkauften Alben ausgeruht. 2020 erschien ihr jüngstes Album Whoosh!, das Ian Gillan, Roger Glover, Ian Paice, Steve Morse und Don Airey auch vorstellen werden.
Nach 2018 sagen Die Fantastischen Vier auf dem Schlossplatz wieder MfG. Die Local-Heroes und Deutschlands Long-Time Vorzeige-Rapper kommen am Mittwoch, 19. Juli. Den Double-Abend wird der Meister der guten Laune eröffnen. Gitarrist und Songwriter Cory Wong wandelt zwischen Jazz und Funk.
Am Freitag, 21. Juli kommt Beth Hart zu den jazzopen. Die US amerikanische Blues- und Rockmusikerin mit der rauchigen Stimme präsentiert Interpretationen ihrer liebsten Led-Zeppelin-Songs. Beth Hart teilt sich den Double-Abend mit LP, sie schreibt seit vielen Jahren Hits für Weltstars wie die Backstreet Boys, Christina Aguilera oder Rihanna. Mit dem Sommerhit „Lost On You“ trat LP erstmals selbst groß ins Rampenlicht. Den Abend auf dem Schlossplatz eröffnen werden die Gonzo-Rock‘n‘Roller aus London Tankus The Henge.

Grace Jones, Foto: Andrea Klarin
Simply Red, Pressefoto

 

 

 

 

 

 

Am Samstag, 22. Juli, steigt auf dem Schlossplatz die große Ladies Night mit Grace Jones und Joss Stone. Stone, gerade zum zweiten Mal Mutter geworden, feiert im kommenden Jahr „20 Jahre auf der Bühne“ und präsentiert zeitlose Hits und Songs aus ihren jüngsten Alben. Grace Jones feierte in diesem Jahr ein umjubeltes Comeback und tritt nach 2009 zum zweiten Mal bei den jazzopen auf. Die Musik von Simply Red und Sänger Mick Hucknall steht für eindrucksvolle, zeitlose Sounds, die der Band weltweit eine Vielzahl von Top 20-Hits in den Achtzigern, Neunzigern und nach 2000 bescherte. Mit ihrer mitreißenden Mischung aus Soul und Pop, ebenso eleganten wie einfühlsamen Balladen haben sie einen emotionalen Soundtrack ihrer Zeit geliefert. Am Sonntag, 23. Juli, feiert Simply Red auf dem Schlossplatz ihre jazzopen-Premiere.

Weitere Informationen zu allen Künstlern, Tickets und dem detaillierten Programm gibt es unter www.jazzopen.com.

LITERATUR sehen

Die Sammlungen des Deutschen Literaturarchivs speichern das, was Menschen durch künstlerische Sprachen erfinden, mitteilen, erfahren, erforschen und reflektieren können. Das Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Forschungsprogramm öffnet diese Sammlungen auch für individuelle Perspektiven: Menschen an unterschiedlichen Orten haben dort die Möglichkeit Ausstellungen gemeinsam kuratieren zu können.  www.literatursehen.com

»Renaissance 3.0«

Tomás Saraceno, »Algo-r(h)i(y)thms « (2023) in der Ausstellung »Renaissance 3.0« im ZKM | Karlsruhe, 2023 © ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe. Foto: Felix Grünschloß

Die Mathematisierung der Welt hat längst auch die Kunst erfasst – eine Entwicklung, die auf eine lange Geschichte zurückblickt: Vor mehr als 1000 Jahren brachte die arabische Renaissance (800–1200) bereits erstaunliche (Musik-)Apparate und roboterartige Figuren hervor. Die italienische Renaissance (15. bis frühes 17. Jahrhundert) stieß mit der Erfindung der Perspektive, der Vermessung des Raums und dem Bau komplexer mechanischer Maschinen immense zivilisatorische Neuerungen an. Die Basis einer 3. Renaissance ist, dass Künstler*innen und Wissenschaftler*innen im digitalen Zeitalter vergleichbare Werkzeuge verwenden. Neben der gegenwärtigen Politisierung der Kunst zeigt sich damit auch eine Tendenz zu ihrer Verwissenschaftlichung. Diese wird in der Ausstellung Renaissance 3.0 im ZKM in Karlsruhe sichtbar gemacht.

Laufzeit: 25.03.2023 bis 07.01.2024


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Neue Choreographien und Cranko-Meisterwerke

Nachdem das Stuttgarter Ballett im April mit One of a Kind in Den Haag und mit Onegin in Ludwigshafen zu Gast war, warten in den letzten Monaten der Spielzeit einige Highlights auf das Stuttgarter Publikum. Neben bewährten Werken wie John Neumeiers Die Kameliendame oder Jiří Kyliáns One of a Kind steht mit dem Ballettabend CREATIONS X – XII auch eine Premiere auf dem Programm. Drei Uraufführungen der ChoreographInnen Vittoria Girelli, Fabio Adorisio und Alessandro Giaquinto versprechen einen spannenden Abend in moderner choreographischer Handschrift.
Am 26. Juni jährt sich der Todestag von John Cranko, Begründer des Stuttgarter Balletts, zum 50. Mal. 1961 zum Ballettdirektor ernannt schuf er in seiner Schaffenszeit eine Vielzahl an Werken die ihm und dem Stuttgarter Ballett auf der gesamten Welt Erfolg sicherten.

Initialen R.B.M.E.:Jason Reilly und Elisa Badenes © Stuttgarter Ballett

Bei den traditionellen Ballettwochen Ende der Spielzeit stehen daher nur Werke des Gründervaters selbst auf dem Programm. Von großer Komik gepaart mit einer Prise Slapstick in Der Widerspenstigen Zähmung, über tiefe Gefühle und großer Dramatik in Onegin bis hin zu Initialen R.B.M.E., einem seiner persönlichsten Werke – die letzten zwei Wochen der Spielzeit spiegeln das vielseitige Wirken Crankos wieder. Außerdem finden Ende Juni eine Ballettgala sowie ein Ballettgespräch ihm zu Ehren statt.

Mehr erfahren unter www.stuttgarter-ballett.de

Alcantara –
Das Material der Kunst

Ob Mode und Accessoires, Automobilindustrie, Raumgestaltung und Wohndesign sowie Unterhaltungselektronik: Dank seiner außergewöhnlichen Vielseitigkeit ist Alcantara das Material der Wahl für viele führende Marken in vielen Anwendungsbereichen.

Die Marke Alcantara wurde 1972 gegründet und zählt seitdem zu den führenden Stoffherstellern. Seit Beginn war es dem Unternehmen wichtig, sich mit kreativen Köpfen in den verschiedensten Designbereichen auf der ganzen Welt auszutauschen. Im Laufe der Zeit kam die Zusammenarbeit mit Kunstschaffenden, da man mehr und mehr das Potenzial des Dialogs zur Findung neuer Ausdrucksformen und Anwendungen erkannte. Schließlich rief Alcantara eine Reihe von Sonderprojekten ins Leben, um eine einzigartige neue Art der Beteiligung an der Welt der Kunst zu definieren.

Infinity of Temples von Qin Feng entstand durch tropfenähnliche Technik aus Skizzen, Spuren und Spritzern und nutzt die Unmittelbarkeit der Aktion , indem es nicht eine Idee im Entstehen, sondern die unmittelbaren Formen der Idee selbst präsentiert. © Alcantara
Nanda Virgo, multiforms-declinations-between-space-and-time
Alberto Biasi „Ottico dinamico, La Materia della Visione”, Scuola Grande della Misericordia, Venice 2019

Es folgten die Zusammenarbeit mit renommierten Museen und Kunstinstitutionen, so zum Beispiel die im Palazzo Reale in Mailand organisierten Ausstellungen, die das außergewöhnliche Potenzial zur individuellen Gestaltung belegen und die kulturelle Partnerschaft mit dem MAXXI Museo Nazionale delle Arti del XXI Secolo in Rom. Das außergewöhnliche Potenzial zur individuellen Gestaltung, die dehnbare Qualität, die es dem Material ermöglicht, ermöglichte es Alcantara auch auf den Bühnen renommierter Opernhäuser Einzug zu halten, indem es Vorhänge, Bühnenbilder und Kostüme gestaltet hat. So wurden der Vorhang, Teile des Bühnenbilds oder die Kostüme der Hauptdarsteller maßgefertigt, wie im Fall von Giacomo Puccinis „La Bohème“ in der außergewöhnlichen Inszenierung von La Fura del Baus am Teatro Regio in Turin (2016).
Durch einen wechselseitigen Prozess des Inspirierens und Inspiriert-Werdens hat sich diese Beziehung zur Kunstwelt allmählich zu einer Strategie entwickelt, mehr noch: sie wurde zu einem starken Motor für Innovationen und dafür die Forschung am Material kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Hier erfahren Sie mehr zu Alcantara und der Kunst 

Vor Kurzem hat die Marke einen Bildband herausgebracht:
ALCANTARA- THE MATERIAL OF ART, herausgegeben von Skira Editore und kuratiert vom Publizisten, Autor und Schriftsteller Luca Masia, erzählt von der Geburtsstunde und Entwicklung der besonderen Beziehung zwischen Alcantara und der Welt der Kunst und Kreativität. Erhältlich ist es ab April 2023 auch Deutschland (SKIRA, englische Sprache,  ISBN 9788857248257). Die Möglichkeit das Buch auch hier zu kaufen, kommt nicht von ungefähr: Alcantara will künftig  in Deutschland nicht nur als Hersteller von hochwertigen Stoffen noch bekannter werden, sondern auch mit seinen künstlerischen Ambitionen.  Dann wird man vielleicht schon bald auch hier weitere spannende  Ausstellungsprojekte in Kooperation mit hiesigen Künstler*innen erleben können.

Vorgestellt wurde der Bildband Mitte Dezember 2023 in Mailand im Rahmen einer exklusiven Veranstaltung im PAC (Padiglione d’Arte Contemporanea – Museum für zeitgenössische Kunst). Inmitten von Installationen und in Szene gesetzten Stoffen konnten die Besucher*innen in Alcantaras außergewöhnliche Welt der Kunst eintauchen.

„Wir freuen uns, eine von Skira Editore verfasste Publikation zu präsentieren, die die Aktivitäten von Alcantara in der Welt der Kunst dokumentiert: eine lange Reise, bei der jeder Punkt der Ankunft auch einen Punkt des Aufbruchs darstellt“, kommentiert Andrea Boragno, Vorsitzender und CEO von Alcantara.

Aktuelle Ausstellung

In der Exhibition Hall der IULM-Universität erzählen vier großformatige Werke die Geschichte von Alcantaras Beziehung zur Kunstwelt.

Während der Milan Design Week 2023 werden in der Exhibition Hall des University Institute for Modern Languages (IULM) einige exklusive Kunstwerke aus dem Kunstarchiv von Alcantara ausgestellt.

Visioni Tattili (Taktile Visionen), so der Titel der Ausstellung, zeichnet einige der Etappen nach, die Alcantara in den vergangenen zehn Jahren bei der Koproduktion von künstlerischen Veranstaltungen in der ganzen Welt durchlief

Scylla, eine immersive Installation von Constance Guisset, empfängt Besucher und IULM-Studierende mit einer spontanen Performance. Die Wandteppiche scheinen zum Leben zu erwachen und drängen mit Flossen und Tentakeln in den Raum ein. Wie eine Chimäre mit der einzigartigen Textur, die durch die Verwendung von Alcantara® entstand. Mit der Installation Signs, Symbols and Scripts (Zeichen, Symbole und Schriften), die sich nun im Zentrum der IULM-Ausstellungshalle befindet, lädt der chinesische Künstler QU LEI LEI die Besucher ein, ihn bei der Schaffung von Werken zu unterstützen, die von der chinesischen Kalligraphietradition inspiriert sind und historische Piktogramme, die Collagetechnik und Alcantara als Medium verwenden.

Die Inspiration durch die traditionelle Kunst der Kalligrafie steht auch im Mittelpunkt der anderen Werke, die Visioni Tattili in der Ausstellungshalle der IULM-Universität präsentiert. Die Installation von Zhang Chun Hong entwickelt sich durch Licht und Schatten, den menschlichen Körper und die natürliche Welt und verwandelt die fließenden Linien der Haare in eine Darstellung von fließendem Wasser. In der traditionellen chinesischen Kultur wird das Haar mit dem Leben assoziiert und erinnert an die dem buddhistischen Denken innewohnenden Vorstellungen von Vergänglichkeit und Kontinuität. Durch die Verschmelzung der kalligrafischen Linie des Pinsels mit der ursprünglichen Qualität der chinesischen Landschaftsmalerei manifestiert sich der Wasserfall als eine Vision, in der Natur, Körper und Kalligrafie durch das Medium Alcantara zu einer unauflösbaren Einheit werden.

An den Längsseiten der IULM-Ausstellungshalle ist schließlich das Werk Infinity of Temples von Qin Feng zu sehen, das durch eine tropfenähnliche Technik aus Skizzen, Spuren und Spritzern realisiert wurde und die Unmittelbarkeit der Aktion nutzt, indem es nicht eine Idee im Entstehen, sondern die unmittelbaren Formen der Idee selbst präsentiert.

Die Ausstellung hat von Freitag, dem 14. April bis Freitag, dem 5. Mai geöffnet. Die Besuchszeiten sind von 10:00 bis 18:00 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. IULM University, Exhibition Hall, IULM 6, Via Carlo Bo, 7, 20143 Mailand

Das Unternehmen Alcantara
Alcantara ist ein italienisches Unternehmen, der Name steht dabei gleichzeitig auch für das Produkt. Das hochwertige Material, das Alcantara herstellt, wird oft als Alternative zu Leder verwendet und ist sehr beliebt in der Automobilindustrie für Sitze, Armaturenbretter und Türverkleidungen. Alcantara ist auch bei Designern und Künstlern beliebt, da er sich leicht formen und färben lässt und eine luxuriöse Optik und Haptik bietet. Viele italienische Designer und Künstler haben Alcantara in ihren Kollektionen verwendet, darunter Giorgio Armani, Gucci und Prada. Neben der Ästhetik bietet Alcantara auch praktische Vorteile. Es ist widerstandsfähiger gegenüber Abnutzung und Flecken als Leder, was es zu einer langlebigen Wahl macht. Außerdem ist es einfacher zu reinigen und pflegen. Ein weiterer Pluspunkt von Alcantara ist seine Nachhaltigkeit. Im Vergleich zur Herstellung von Leder benötigt die Produktion weniger Wasser, Energie und Chemikalien. Auch tierfreundliche Aspekte spielen hier eine Rolle: Da kein Tierleder verwendet wird, entfällt das Risiko von Tierquälerei oder unethischen Praktiken in der Lieferkette. Um die Fortschritte in diesem Bereich zu dokumentieren, verfasst und veröffentlicht Alcantara jährlich einen von der BDO zertifizierten Nachhaltigkeitsbericht, der auf der Website des Unternehmens zu finden ist. Der Hauptsitz von Alcantara befindet sich in Mailand, während sich die Produktionsstätte und das Forschungszentrum in Nera Montoro, im Herzen Umbriens (Terni), angesiedelt sind.

Der talentierte Mr. Ripley

Die große Krimiautorin Patricia Highsmith brachte keiner ihrer Figuren mehr Sympathien entgegen als dem Mörder Tom Ripley. Über insgesamt fünf Bücher lässt sie ihn entkommen – mit immer neuen Haken und diversen Schauspieltricks. Tom Ripley ist ein Nobody. Er hat weder Eltern noch Freunde und erst recht kein Geld. Dafür ist er mit fantastischen Begabungen gesegnet: Er kann Menschen imitieren und fälscht brillant Unterschriften. Trotzdem hält er sich mit Gelegenheitsjobs am Rande der Legalität über Wasser, bis ihm der reiche Industrielle Mr. Greenleaf den Auftrag gibt, seinen Sohn Dickie aus Italien zurückholen, wo dieser das „Dolce far niente“ genießt. Doch dann kommt alles anders. Statt Dickie nach Hause zu bringen, begeht Tom einen Mord und schlüpft in Dickies Rolle…wie in den Büchern, so geht es auch in der Bühnenadaption um existenzielle Fragen wie Wer bin ich? Wer will ich sein? Und wieso sind Geld, Einfluss und Talent so verschieden verteilt?
Eine Produktion der Bühnen Bern am Theater Freiburg

Der talentierte Mr. Ripley; Foto: Yoshiko Kusano

Termine:
29. April 20:00 PREMIERE
30. April 19:00

Weitere Informationen und Tickets auf www.theater.freiburg.de.