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jazzopen
Das Stuttgarter Festival feiert sein 30-jähriges Jubiläum. Neben Konzerten auf dem Schlossplatz und im Alten Schloss, im BIXX und im öffentlichen Raum gibt es einen Bildband und viele Live-Streams.
Festival-Impression 2023 -Schlossplatz Bühne Jazzopen mit Simply Red (c) Foto: ReinerPfisterer / Opus
Die jazzopen beginnen an diesem Donnerstag und geben bis zum 29. Juli in der Stuttgarter Innenstadt den Ton an. Traditionell wird zum Auftakt die German Jazz Trophy der Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank Baden-Württemberg verliehen. In diesem Jahr wird Drummer-Legende Billy Cobham für sein Lebenswerk geehrt. Herbert Grönemeyer (mit den Stuttgarter Philharmonikern), Sam Smith, Lenny Kravitz, Sting sowie Dave Grusin und Lee Ritenour gehören mit zu den großen Stars der rund 60 Konzerte auf acht Bühnen.
Da viele Fans keine Karten mehr für ihren Lieblings-Act bekommen haben, haben sich die Festivalmacher etwas ganz Besonderes einfalle lassen: Dank der US-Streaming-Plattform VEEPS gibt es nun die Chance, sich einige der jazzopen-Konzerte live für zu Hause zu kaufen. In den USA und Kanada erfreut sich der Spezialist für das Streamen von Live-Konzerten weltweit in Echtzeit bereits großer Beliebtheit. Hierzulande ist dieser Service noch weitgehend unbekannt. Dennoch erklärten sich einige Künstlerinnen und Künstler spontan bereit, bei dieser jazzopen-Neuheit mitzumachen.
Festival Impression: Altes Schloss Innenhof mit Branford Marsalis (c) Foto: ReinerPfisterer / Opus
Von Angélique Kidjo bis Parov Stelar
Aus dem Arkadenhof des Alten Schlosses werden folgende Acts live gestreamt: Lawrence (Donnerstag, 18. Juli), The Cat Empire (Freitag, 19. Juli), Angélique Kidjo (Samstag, 20. Juli) und Richard Bona (Montag, 22.Juli). Nachträglich im Stream verfügbar sind zudem Al Di Meola (Freitag, 26. Juli) und Marcus Miller (Sonntag, 28. Juli). Vom Schlossplatz live ins Wohnzimmer bietet VEEPS die Konzerte von Nik West (Donnerstag, 25. Juli), Veronica Swift (Samstag, 27. Juli), Jamie Cullum (Samstag, 27. Juli) und Parov Stelar (Montag, 29. Juli).
Die Tickets für diese Konzerte können direkt auf VEEPS unter https://veeps.com/jazzopen bis zum Start des jeweiligen (Live-)Streams erworben werden. Weitere Infos zum Programm und Restkarten: www.jazzopen.com
Der opulente Bildband zum 30-jährigen jazzopen-Jubiläum ist eine Hommage an die hoch emotionale Beziehung zwischen Musik, Menschen und Stuttgart.
jazzopen – The Book Live since 1994 Jürgen Schlensog (Hrsg.) ca. 260 Seiten Format: 29 x 29cm Sprache: Deutsch / Englisch
Außerdem entsteht gemeinsam mit dem SWR eine Dokumentation „30 Jahre jazzopen“. Der Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest.
Sommer der Künste
Die 18 Rompreisträger:innen der Jahrgänge 2022/23 und 2023/24 zeigen ihre in Rom oder eigens für die Präsentation in Stuttgart entstandenen Werke in Ausstellungen, Konzerten und Lesungen in verschiedenen Institutionen sowie im öffentlichen Raum.
Rom-Preisträger Villa Massimo 2023/24 (c) Villa Massimo / Foto: Alberto NovelliRom-Preisträger Villa Massimo (c) Villa Massimo / Foto: Alberto Novelli
Arne Rautenberg, Foto: Birgit RautenbergKaterina Poladjan (c) Francesco Gattoni
Literaturhaus Stuttgart
Arne Rautenberg verbindet in seinen Arbeiten Poesie und Grafik. Er wird Gedichte aus seinem Lyrikband vorstellen, von denen viele in Rom entstanden sind. Der Komponist Marko Nikodijevic wird zusammen mit dem Autor und Lyriker Marcel Beyer (Rompreisträger 2010) und Arne Rautenberg am Plattenteller ausgewählte Titel spielen. Kristof Magnusson setzt sich in seiner in der Villa Massimo entstandenen Arbeit „Der Malerfürst“ mit dem Kunstbetrieb auseinander. Eines der im Roman erwähnten Bilder, bislang nur sprachlich erschaffen, wird auch im Literaturhaus zu sehen sein. Olga Martynova präsentiert ein Lyrik-Kunstbuch, entstanden gemeinsam mit der Malerin Elisa Montessori in Rom. Katerina Poladjan wird aus ihrem neuen Roman „Goldstrand“ lesen – der Name eines bulgarischen Ferienorts und zugleich die Geschichte eines europäischen Jahrhunderts, das auf der Couch einer Psychoanalytikerin in Rom in Erinnerung gerufen wird.
Das Stück Glockenbuch von Marcus Schmickler präsentiert die spektrale Rekonstruktion der sieben Glocken von St. Aposteln, der zweitgrößten Kirche in Köln. Die elektronischen Klänge wurden ausschließlich aus den bei der Aufnahme der Glocken gewonnenen Spektraldaten extrahiert, die zugleich den Saxophonen aufgegriffen werden. Der Komponist ist zudem mit weiteren Werken zu Gast bei Musik der Jahrhunderte.
In der Staatsgalerie Stuttgart sind Arbeiten von Yael Bartana, Manaf Halbouni und Bjørn Melhus zu sehen, die während ihrer Zeit in Rom in Auseinandersetzung mit Werken aus der Staatsgalerie entstanden sind.
Manaf Halbouni (*1984 in Damaskus geboren, lebt heute in Berlin und Zagreb) macht mit seinen Arbeiten auf politische und gesellschaftliche Verwerfungen aufmerksam und thematisiert Flucht und Vertreibung als Teil seiner eigenen syrisch-deutschen Familiengeschichte. Seine Arbeiten »Broken Dreams«, »Democracy has fallen« und »White Flag« schaffen Bilder für gegenwärtige gesellschaftliche Brüche und Krisen und konfrontieren Finsterlins Architekturmodelle einer Moschee und einer Kirche mit einem aktuellen politischen Kontext.
ProgrammDONNERSTAG, 18. JULI 2024
18.00 Uhr | Veranstaltungseröffnung
im Kunstmuseum Stuttgart:
Ausstellung mit Danica Dakić, Liza Dieckwisch und
Stefan Vogel,
Performance von Manaf Halbouni & Christian Manss
FREITAG, 19. JULI 2024
16.30 Uhr | BDA-Wechselraum:
Vernissage von Alfredo Thiermann
19.00 Uhr | Theaterhaus:
Konzerte von Ondřej Adámek, Oscar Bianchi und Marko Nikodijević, mit dem Ensemble Modern
21.00 Uhr | Theaterhaus: Konzert von
Marcus Schmickler mit den Neuen Vocalsolisten
22.30 Uhr | Theaterhaus: Live-Set mit Marko Nikodijević
und Luka Kozlovački
SAMSTAG, 20. JULI 2024
12.00 – 17.00 Uhr | Weißenhofsiedlung: Ausstellung
und Workshop mit Susanne Brorson
16.30 Uhr / Architekturgalerie am Weißenhof: Utopien der Moderne - Diskussion mit Architektur-Rompreisträger:innen der Villa Massimo
19.00 Uhr | Literaturhaus: Lange Nacht der Literatur. Lesungen von Kristof Magnusson, Katerina Poladjan, Arne Rautenberg
Ausstellung im Literaturhaus: Danica Dakić, Liza Dieckwisch, Kristof Magnusson, Olga Martynova, Stefan Vogel
SONNTAG, 21. JULI 2024
10.00 und 15.00 Uhr | Weißenhofwerkstatt: Künstler:innengespräch mit Susanne Brorson
11.30 – 13.00 Uhr | Kunstmuseum Stuttgart - Staatsgalerie:
Dialogische Führung
17.00 Uhr | Brunnen im Stadtgarten:
Eröffnung Discover und Künstlergespräch mit
SOWATORINI Landschaft
MONTAG, 22. JULI 2024
19.00 Uhr | Akademiegarten:
Wechselgespräch Fabian A. Wagner
Broschüre zum Download hier
Seit mehr 100 Jahren markiert ein Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom für Künstlerinnen und Künstler eine der wichtigen Stationen innerhalb ihrer Laufbahn. Denn er bietet nicht nur die Möglichkeit, in einer inspirierenden Umgebung zu arbeiten, sondern auch, sich mit anderen talentierten Kreativen auszutauschen und neue Impulse zu erhalten.
Der damit verbundene Rompreis gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen für deutsche und in Deutschland wirkende Künstlerinnen und Künstler im Ausland. Für nicht wenige markiert er den Startschuss für eine internationale Karriere. Zu den bekanntesten Preisträger*innen gehörten u.a. Karl Schmidt-Rottluff, Hanna Nagel, Paul Uwe Dreyer, Ben Willikens, Cordula Güdemann, Camill Leberer, Karin Kneffel, Birgit Brenner, Hans Magnus Enzensberger, Ulf Stolterfoht, Julia Franck, Terézia Mora, Hanns-Josef Ortheil, Herta Müller und Wolfgang Rihm. Ihre Werke erhielten weltweit Würdigung und Beachtung, wurden in renommierten Galerien und Museen ausgestellt, von Orchestern und Theatern aufgeführt ihre Bücher zu Bestsellern und Berufungen als Professoren an Unis und Akademien winkten in Folge.
Die letzten 100 Jahre waren bewegt, die Zeit zwischen den Weltkriegen und zahlreiche gesellschaftliche Umwälzungen machten auch vor der Villa Massimo nicht halt und waren dafür verantwortlich, dass sie sich immer wieder neu definieren und erfinden musste. Heute vergibt die die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gemeinsam mit der Kulturstiftung der Länder den Rompreis der Villa Massimo unter Mitwirkung mehrerer Fachjurien für die Bereiche Architektur, Bildende Kunst, musikalische Komposition und Literatur ausgewählte Persönlichkeiten oder Kollektive.
Das Ursprungsprinzip wurde beibehalten: Jeweils für 10 Monate erhalten die ausgewählten Künstler*innen die Möglichkeit sich in großzügigen Wohn-Ateliers sich in der Villa ganz auf ihr künstlerisches Schaffen, fernab vom Alltag zu konzentrieren. Die Villa liegt inmitten eines weitläufig angelegten Parks mit beeindruckendem altem Baumbestand und besitzt einen eigenen Obst- und Gemüsegarten, der während des Stipendiums genutzt werden kann. Der Park ist gegenwärtig Experimentierfeld für die Frage, inwiefern es möglich ist, mit neuen Pflegemaßnahmen und mediterranen Pflanzen das Erscheinungsbild eines englischen Landschaftsparks zu erhalten und ihn zugleich an sich verändernde Umweltbedingungen anzupassen. Mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm öffnet die Villa Massimo regelmäßig ihre Tore für das römische Publikum. Das Netzwerk der Zusammenarbeit mit italienischen Institutionen ist weit gespannt. Neben der Villa Massimo bieten noch zwei weitere Örtlichkeiten in Rom Aufenthaltsmöglichkeiten, denn die Deutsche Akademie Rom verwaltet auch das Casa Baldi und die Villa Serpentara, die der Berliner Akademie der Künste zugeordnet ist. Auch hier werden zwei StipendiatInnen für jeweils drei Monate beherbergt. Das romantische, mittelalterliche Bergstädtchen Olevano im hügeligen Landesinneren liegt etwa eine Stunde vor Rom und ist durch das Schaffen mehrerer internationaler Malergenerationen, die hier vor allem im 19. Jahrhundert tätig waren und deren Werke in vielen großen Museen europaweit zu betrachten sind, im internationalen Bildgedächtnis verankert.
Wie lange hält das noch? Wie lange halten wir noch?
Das Künstler:innenduo honey & bunny (Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter) stellt Fragen zu unserem Umgang mit Ressourcen und zum Wandel unserer Esskulturen. Ihre Ausstellung im Museum Brot und Kunst in Ulm (bis 06.10.2024) konzentriert sich dabei in drei multimediale Installationen.Diese positionieren sich zum Lebensraum Erde sowie zum biologischen und wirtschaftlichen Wachstum. Integrierte Fotografien und Videoarbeiten thematisieren soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Dabei spielen die beiden Wiener*innen mit dem Essen. Dürfen sie das? Ihrer Meinung nach schon, denn sie verstehen das Spiel als Wertschätzung und Humor als Notwendigkeit. Sie stellen bekannte Regeln infrage.
Konventionen bei der Auswahl, der Zubereitung und beim Verzehr von Essen verdächtigen sie als Maßnahmen der Macht. Vor allem aber suchen sie nach Auswegen, Narrativen und Ästhetiken, um die Produktion und den Konsum von Essen „haltbarer“ zu machen. Die Installation „feel your f*ing eating culture“ thematisiert die vielfältigen und intensiven Emotionen, die beim Essen getriggert werden und aus uns heraus-brechen können. Lust, Freude, Ekel und Aggression sind blutsverwandt bei Tisch. Die beiden Arbeiten „ressourcen | handle doch!“ und „wachsen und verdauen“ sind exklusiv für das Museum Brot und Kunst in Ulm konzipiert. honey & bunny haben dafür Supermarktregale und Hochbeete in die Ausstellungsräume, um sie mit neuen Inhalten zu füllen.
Dr. Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter studierten beide Architektur in Wien, Barcelona und London, ehe sie in Japan für Arata Isozaki arbeiteten. Der spätere Pritzker Preisträger wies sie darauf hin, dass die in Zukunft wichtigste Aufgabe für Designer:innen, Architekt:innen und Künstler:innen die nachhaltige, resiliente und würdevolle Versorgung von bis zu zehn Milliarden Menschen sei. Davon inspiriert gründeten Sonja und Martin das interdisziplinäre Atelier honey & bunny und begannen ihre Recherchen zum Essen. Sie gelten als Mitbegründer*innen der Disziplin Food Design. honey & bunny stellten u.a. im Londoner Victoria and Albert Museum, im Wiener MAK, im Mailänder Museo della Scienza und im Palazzo Triennale sowie im Museum August Kestner in Hannover aus und sie performten ebenso international. Seit 2015 kollaborieren sie intensiv mit Wissenschaftler*innen aus verschiedensten Disziplinen. Zuletzt entstand gemeinsam mit dem Joint Research Center der Europäischen Kommission der Report „Food Futures“, der das Fundament der Ausstellung „mindestens haltbar bis“ darstellt.
The Addams Family
Das Addams Family Musical begeistert mit seiner einzigartigen Mischung aus schwarzer Komödie und mitreißender Musik. Die schaurig-schöne Geschichte der exzentrischen Familie wird durch kreative Bühnenbilder und beeindruckende Kostüme zum Leben erweckt. Es basiert auf dem 2009 auf der gleichnamigen Cartoon-Serie von Charles Addams, die mehrfach verfilmt wurde, u.a. als Kult gewordenen Fernsehserie, die in Deutschland in den 70er Jahren lief.
Foto: Jan Merkle, Carl Herten, Nadine Kettler, Lisa Schwarzer und Kilian Bierwirth.
Das Theater Baden-Baden hat sich dem Stück jetzt angenommen und bringt es in einer stimmigen und temporeichen Inszenierung auf die Bühne.
Die Zuschauer tauchen in eine Welt voller skurriler Charaktere und absurder Situationen ein, die sie gleichzeitig zum Lachen und zum Gruseln bringt. Jeder Song und jede Tanznummer fügt sich nahtlos in die Handlung ein und lässt das Publikum hautnah miterleben, wie die Addams Family mit ihren eigenen sonderbaren Traditionen und Geheimnissen umgeht…
Wednesday Addams ist eine junge Frau geworden und hat sich verliebt. Lucas und sie möchten sogar heiraten, was allerdings kaum auf Zustimmung ihrer Eltern stoßen wird. Ein gemeinsames Abendessen bei den Addams soll es richten und irgendwann an diesem Abend wird sich dann schon die Gelegenheit ergeben, allen von den Plänen zu berichten. Soweit, so normal und alltäglich. Nur dass die Addams alles andere als normal sind und ihre Lebensweise keineswegs alltäglich. Die Addams sind nämlich „Gruftis“, und was für andere der reinste Horrorfilm ist, nennen sie ein gemütliches Beisammensein. Wednesday tut alles, um ihre Familie, einschließlich ihres masochistisch veranlagten kleinen Bruders Pugsley, ihrer resoluten Grandma und ihres Onkels Fester mit seinem Ahnenchor auf eine gewöhnliche irdische Kommunikation einzuschwören, aber das ist nicht einfach. Und Lucas‘ Eltern entpuppen sich auch als seltsamer als gedacht.
Termine und weitere Info: www.theater-baden-baden.de
La Cenerentola
Rossinis »La Cenerentola«, eine der beliebtesten Opern des Komponisten, ist eine geniale Mischung aus hoher Kunst des Belcantos und Komik der Commedia dell’arte. Das musikalische Meisterwerk voll perlender Koloraturen und sprudelnder Parlandi ist jetzt am Theater Heidelberg zu sehen.
La Cenerentola, Szenenfoto: Susanne Reichardt
Der Inhalt der Oper ähnelt dem des deutschen Märchen Aschenputtel, nur das die Handlung im südlichen Italien spielt. Auch hier sehnt sich die Hauptdarstellerin tagtäglich nach einem besseren Leben. Denn im Hause des verarmten Barons, in dem mit allen Mitteln der äußere Schein gewahrt werden muss, drangsalieren sie ihre tyrannischen Stiefschwestern. Während diese fein herausgeputzt an einen wohlhabenden Mann gebracht werden sollen, hat Angelina den Boden zu schrubben, bis eines Tages Prinz Ramiro auf sie aufmerksam wird. Kann sich am Ende doch noch alles zum Guten wenden?
La Cenerentola, Szenenfoto: Susanne Reichardt
In der Neuinszenierung am Theater Heidelberg von Intendant Holger Schultze gibt es weniger Romantik wie üblich, stattdessen konzentriert er sich ganz auf das Herausarbeiten der Charaktere und deren sozialen Verhältnisse. Das Bühnen- und Kostümbild-Duo Jan Hendrik Neidert und Lorena Díaz Stephens versetzt Rossinis italienisches verarmtes Adelshaus in heutigere, schrill-bunte Popwelten zwischen Trash und Reality-TV. Eine lebhafte Inszenierung, die durch die Choreografie von Michael Schmieder und Tanz mit Dance Captain Holly Mitchell noch zusätzlich Tiefe und Ausdruckskraft gewinnt. Die musikalische Leitung hat der der italienische Dirigent Daniele Squeo übernommen, ein wahrer Kenner und Spezialist der italienischen Oper.
La Cenerentola, Szenenfoto: Susanne Reichardt
»La Cenerentola« wird in der neuen Spielzeit ab18. September wiederaufgenommen.
Die Stadt Nürtingen zeigt gemeinsam mit den Studiengängen Künstlerische Therapien der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt und vielen weiteren Institutionen eine Ausstellung, die von Menschen mit Behinderungen oder Psychiatrieerfahrung geschaffen wurden.
Dazu finden Performances, Vorträge und Workshops statt. Das Kunstfest Outsider Art sieht sich als offenes Forum für Begegnungen und Austausch für alle, die sich für existentiellen Dimensionen von Kunst interessieren. 14.6. bis 14.7. 2024 Weitere Informationen, das Gesamtprogramm: www.coming-in-kunst.de
Film ab! SWR Doku-Festival mit neuen Locations und Events
Das SWR Dokufestival 2024 bietet auch dieses Jahr ein breit gefächertes Programm mit 25 Dokumentarfilmen. Am Mittwoch, 19. Juni, wird die bewegende Dokumentation „Mutterland“ in den Stuttgarter Innenstadtkinos gezeigt, in der die Protagonistin als „Gastarbeiterkind“ auf eine intensive Suche nach ihrer Vergangenheit geht. „Schleimkeim – Otze und die DDR von unten“ beleuchtet am Donnerstag, 20. Juni das rebellische Leben der Punkband Schleimkeim und ihres Frontmanns Otze in der DDR. Beide Filme werden von Gesprächen begleitet, die dem Publikum die Möglichkeit bieten, tiefer in die Thematik einzutauchen und mitzudiskutieren. Neu in diesem Jahr kommen Events außerhalb des traditionellen Kinorahmens hinzu, die an besonderen Locations in der Stuttgarter Innenstadt stattfinden. Sie verbinden Dokumentation und Talk, Information und Unterhaltung. Museen werden zu Kinosälen umfunktioniert und das Publikum kann sich auf Begegnungen mit Olympiasiegern, Leistungsturner:innen sowie auf Musik er:innen und Katzenliebhaber:innen freuen.
Neue Veranstaltungsformate mit prominenten Gästen Die Sport-Doku „60 Sekunden Perfektion“ wird im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart gezeigt, gefolgt von einer Gesprächsrunde mit Fabian Hambüchen, Kim Bui sowie Emma Malewski und Elisabeth Seitz, die vier Tage vor der entscheidenden Olympia-Qualifikation sicher einiges über den Kampf um den letzten Startplatz für Paris zu erzählen haben. Im Württembergischen Kunstverein begleiten DJ 5ter Ton von Massive Töne und DJ Friction von Freundeskreis die ARD-Doku-Reihe „Hiphop made in Germany. Das Kunstmuseum Stuttgart ist Schauplatz der aktuell in der ARD Mediathek sehr erfolgreichen Musik-Doku „Millennial Punk“. Punkrocker Johannes ‚Jo‘ Halbig von der Band Killerpilze und Punk-Sängerin Tiger Lilly Marleen von Bonsai Kitten sowie die Filmemacher:innen werden anwesend sein, um mit dem Publikum zu diskutieren. Ein weiterer Film, „Cat Daddies“ thematisiert die besonderen Beziehungen zwischen Männern und ihren Katzen. Hierzu ist der „Petfluencer“ Tobi Langer eingeladen.
In der Tiefe. Hell
Das Konzept der neuen Ausstellung In der Tiefe. Hell (Hängung #28) im Kunstwerk Nussdorf , geht es um die Ambivalenz gegensätzlicher aber gleichermaßen elementarer Seinsfragen. Sie ist ihrem im Herbst 2023 verstorbenen Sammler Peter W. Klein gewidmet. Ein halbes Jahr vor seinem Tod äußerte der Unternehmer und Kunstmäzen den Wunsch, ein über fast zwanzig Jahre hinweg erworbenes Konvolut von Arbeiten des Malers Max Neumann einmal in den Mittelpunkt einer Ausstellung im eigenen Museum in Eberdingen Nussdorf zu rücken.
In der Tiefe. Hell – Was meint der Titel? Ausgehend von der tiefgründigen Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz in Neumanns Werken eröffnen sich nun in In der Tiefe. Hell( Hängung #28)auf den verschiedenen Gebäudeebenen im KUNSTWERK jeweils unterschiedliche, sich bildnerische Dialoge mit Gemälden, Zeichnungen und Objekten von Andreas Grunert, Angela M. Flaig, Anna Leonhardt und Ambra Durante.
In die Tiefe vorzudringen, heißt, gedanklich oder wissenschaftlich in Bereiche einzutauchen, die normalerweise nicht so leicht zugänglich und deshalb bislang unerforscht sind. Mit jener metaphorischen Redewendung verbinden wir bei Fragen, die sich mit der eigenen Identität befassen, wohl meist eine auf den Grund gehende Auseinandersetzung mit dem dunklen, beängstigenden Kern unseres Innenlebens. Das hoffnungsvolle Helle, das wir dazu als Widerpart suchen, weist dagegen in eine lichte, weite Sphäre des menschlichen Vorstellungsvermögens. Auch sie reicht oft über die Sicherheit des Wissens hinaus in einen geistig offenen, für uns ebenso bedeutsamen Raum des Denkens.
KUNSTWERK – Sammlung Klein Siemensstraße 40, 71735 Eberdingen-Nussdorf Tel. 0 704 2 – 37 69 566 www.sammlung-klein.de
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag und Sonntag 11 bis 17 Uhr Eintritt frei
Führungen für Gruppen nach Vereinbarung unter kunstwerk@sammlung-klein.de oder Tel. 0 704 2 – 37 69 566
Kafkas Echo
Ohne Zweifel gehört Kafka heute zu den meistgelesenen, aber auch zu den nach wie vor rätselhaftesten Autoren der Weltliteratur. Das Deutsche Literaturarchiv Marbach will in seiner Ausstellung Kafkas Echo anhand von Originaldokumenten und mit bislang Ungezeigtem aus dem Archiv aus seiner Zeit heraus betrachten und zugleich in unsere Gegenwart hineinversetzen. Dabei wirft sie Schlaglichter auf Kafkas Herkunft und sein Leben im Prager Schmelztiegel, auf seine Lektüren und Verfahren, seine Wort- und Bildwelten.
Franz Kafka vor dem Haus der Familie am Altstädter Ring in Prag, 1922. Foto: DLA Marbach.
Kafka steht wie wenige Autoren für ein existenzielles Schreiben, das Leser/-innen und Rezipient/-innen weltweit anspricht. Jede Generation fühlt sich neu von ihm provoziert, jede Generation sucht daher nach eigenen Zugangswegen zu ihm und seinem Werk, nach neuen Formen der Aneignung.
Friedrich Feigl: Kafka liest den »Kübelreiter«. Tuschzeichnung, London Mai 1946. Foto: DLA Marbach.
Am 3. Juni 2024 jährt sich Kafkas Todestag zum 100. Mal. Aus diesem Anlass tun sich die drei Einrichtungen, die weltweit die größten Kafka-Bestände verwahren, die National Library of Israel, die Bodleian Libraries Oxford und das Deutsche Literaturarchiv Marbach, zusammen, begreifen in Ausstellungen und Veranstaltungen Kafka als globalen Autor und setzen dabei zugleich sein Werk in je lokale Kontexte.
Vor allem aber spürt die Ausstellung der Kafka-Lektüre und der produktiven und künstlerischen Rezeption seiner Werke nach, indem sie sich die Frage stellt: Wer war eigentlich dieser Kafka, diese »außergewöhnliche und tiefe Welt«, als die ihn Milena Jesenská in ihrem Nachruf bezeichnete?
Zwei Wochen nach Kafkas Tod rechtfertigt Max Brod (1884–1968) in der ›Weltbühne‹ seinen Entschluss, entgegen dem Wunsch seines Freundes dessen Nachlass nicht zu vernichten, sondern zu sammeln und herauszugeben. 1966 hielt er fest, was er vorfand, als er mit Zustimmung und auf Bitten der Erben alle Papiere ordnete. – Tucholsky-Archiv Marbach, Sammlung Hartmut Binder. Foto: DLA Marbach (Jens Tremmel).Franz Kafka: Beginn der Türhüter-Legende (»Vor dem Gesetz«) im Manuskript des Romans »Der Prozess«. Foto: DLA Marbach.
Gezeigt werden Manuskripte, Briefe, Fotos und Erinnerungsstücke von Kafka aus den Beständen des DLA – darunter Der Prozess und kleinere Erzählungen wie Richard und Samuel und Der Dorfschullehrer sowie Briefe u. a. an Grete Bloch (und indirekt über sie an Felice Bauer), Max Brod, Josef David, Willy Haas, Milena Jesenská, Ottla Kafka, Hedwig Weiler und Felix Weltsch. Ergänzt werden sie durch Erinnerungs-, Lese- und Rezeptionsspuren, die sich in den Archivbeständen und Autor/-innen-Bibliotheken von Kafkas Zeit bis zur Gegenwart finden. Die Handschriften und Lebenszeugnisse Kafkas werden also konfrontiert mit Manuskripten, Briefen, Büchern und Dokumenten etwa von Ilse Aichinger, Hannah Arendt, Max Bense, Hans Blumenberg, Paul Celan, Peter Handke, Hermann Hesse, Siegfried Kracauer W. G. Sebald und Martin Walser. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Vorlass des Kafka-Forschers Hartmut Binder, der dem DLA neben Originalfotografien von Kafka, seinen Eltern und seiner Schwester Ottla die Sammlung der oft seltenen ›verlorenen Bücher‹ Kafkas übergeben hat.
In einem ›Kafka-Lab‹, das im Rahmen einer Forschungskooperation mit dem Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen entsteht, kann man mit einer VR-Brille eintauchen in das ›Manuskript-Universum‹ von Kafkas Prozess. Man wird angeregt zum Nachdenken über Kafkas Stil, indem man anhand eines Korpus, das aus originalen Textstellen und KI-generierten ›Kafka-Texten‹ besteht, entscheiden kann: Ist es Kafka oder nicht?
Blick in die Ausstellung ›Kafkas Echo‹. Foto: DLA Marbach (Jens Tremmel).Blick in die Ausstellung ›Kafkas Echo‹. Foto: DLA Marbach (Jens Tremmel).Blick in die Ausstellung ›Kafkas Echo‹. Foto: DLA Marbach (Jens Tremmel).
Kafkas Echo Ausstellungs- und Forschungsprojekt 12. Mai 2024 bis 26. Januar 2025 www.dla-marbach.de Deutsches Literaturarchiv Marbach Museum Schillerhöhe 8-10 71672 Marbach
Lessons in Love and Violence
George Benjamins Oper, »Lessons in Love and Violence« aus dem Jahr 2018, ist ein Königsdrama um Macht und Leidenschaft. Nach »Written on Skin« setzt Intendant Kay Metzger am Theater Ulm seine Auseinandersetzung mit dem Werk George Benjamins fort. Es ist bereits das zweite Werk des britischen Komponisten, das in Ulm zur Aufführung kommt.
Szene aus »Lessons in Love and Violence« Theater Ulm, Foto: Kerstin Schomburg
Eine ähnlich große Begabung wie dem jungen Mozart bescheinigte Olivier Messiaen einst seinem Studenten George Benjamin (*1960). Heute zählt Benjamin zu den originellsten und meistbeachteten Komponisten der Gegenwart. Seine Musik zeichnet sich durch eine Vielzahl von Texturen und dynamischen Kontrasten aus, die eine intensive emotionale Wirkung erzeugen. Darüber hinaus zeigt Benjamin eine Vorliebe für komplexe Rhythmen und ungewöhnliche Strukturen.
Szene aus »Lessons in Love and Violence« Theater Ulm, Foto: Kerstin Schomburg
Der Stoff der Oper basiert auf einem Text von Martin Crimp nach Christopher Marlowes »Edward II.« und erzählt nach Shakespeares Manier ein Drama mit fiktiven und historischen Elementen am englischen Hof: Ein namenloser Herrscher gibt sich seinem Liebhaber Gaveston hin und vernachlässigt sein Volk. Heerführer Mortimer nutzt die Gelegenheit, selbst die Leiter der Macht zu erklimmen und beseitigt erst Gaveston, dann den König. Doch Mortimer unterschätzt dessen Nachfahren: Der Sohn des Monarchen hat seine Lektionen in Liebe und Gewalt gelernt …
»Lessons in Love and Violence«, 2018 in London uraufgeführt, ist ein Balanceakt »zwischen erdiger Emotionalität und engelsgleicher Reinheit« (New York Times). Das Libretto von Martin Crimp erzählt mit Shakespearscher Wucht und psychologischer Raffinesse vom Ringen um Zepter und Krone, Gier und Begierden, brennenden Sehnsüchten, welche für die Beteiligten grausame Konsequenzen haben.
Szene aus »Lessons in Love and Violence« Theater Ulm, Foto: Kerstin Schomburg
George Benjamin wurde 1960 in London geboren und zeigte schon früh eine außergewöhnliche Begabung für Musik. Er studierte Komposition bei Olivier Messiaen und später bei Alexander Goehr. Bereits in jungen Jahren erregte er internationale Aufmerksamkeit mit seinen Werken, die von renommierten Orchestern aufgeführt wurden. Für sein Schaffen hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten.
Weitere Info: www.theater-ulm.de Musikalische Leitung: Panagiotis Papadopoulos: Fr, 21.06., Sa, 22.06., Mi, 10.07., Fr, 12.07., Nachdirigat Nikolai Petersen Sa, 29.06., Mi, 03.07., Fr, 05.07.24
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