Oberrheinischer Kunstpreis 2024

Die Schwestern Claudia und Julia Müller wurden als Preisträgerinnen des Oberrheinischen Kunstpreises 2024 der Stadt Offenburg ausgewählt.
Die damit verbundene Ausstellung „Behind The Wall“ in der Städtischen Galerie Offenburg zeigt bis 6. Oktober 2024 dazu raumfüllende Arbeiten als atmosphärische Raumabfolgen, die sich an architektonischen Gegebenheiten orientieren.

Der Titel „Behind The Wall“ bezieht sich auf den spiegelverkehrten Grundriss der Galerie und die Ambivalenz in der Ausstellung. Zwei riesige Stoffbilder fungieren als Türsteherinnen und halten die Räume zusammen. Die Künstlerinnen arbeiten mit Kontrasten, verweben historische und gegenwärtige Elemente und stellen Fragen von Zugehörigkeit, Intimität und Abweisung. Sie regen dazu an, über die Grenzen des Gewohnten hinauszudenken. Claudia & Julia Müller erweitern unentwegt ihren Bilduntergrund von Papier auf die Wand, Stoff, Objekte, analog und digital. Die Ausstellung zeigt Werke aus über zwei Dekaden mit zeitloser Relevanz
(Quelle: Bernhard Strauss, Städtische Galerie Offenburg)

Ausstellungsansicht Claudia und Julia Müller, Social Batteries, Foto: Bernhard Strauss

Die Jury des Oberrheinischen Kunstpreises lobte das überzeugende Zusammenspiel der verschiedenen Werke der Künstlerinnen. Ihre wandfüllenden Zeichnungen, das komplementäre Design von Skulpturen sowie die Lebendigkeit der Figuren und deren Gesten beeindrucken durch den einfühlsamen Blickwinkel der Schwestern. Die Verbindung zur visuellen Kultur und zur Designgeschichte zeigt sich in individuellen Darstellungen und Objekten. Besonders gewürdigt wurde auch die präzise Ikonografie ihrer Zeichnungen und die stimmungsvollen Räume, die sie für die Betrachter schaffen.

Ausstellungsansicht Claudia und Julia Müller, Foto: Bernhard Strauss
Ausstellungsansicht Oberrheinischer Kunstpreis 2024: Foto: Bernhard Strauss

Seit 1991 arbeiten sie gemeinsam in ihrem Atelier in Basel und haben sich seit 1992 als Duo etabliert. Claudia Müller, geboren 1964, studierte unter anderem an der Kunstakademie Düsseldorf und war von 2007 bis 2019 Dozentin an der HEAD in Genf. Seit 2020 unterrichtet sie am Institut Kunst Gender Natur der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW in Basel. Julia Müller, geboren 1965, studierte Textildesign an der Schule für Gestaltung Basel und ist seit 2005 Professorin an der Staatlichen Kunstakademie der Bildenden Künste Karlsruhe.
Die Schwestern erhielten bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Kiefer Hablitzel Stipendium 1993, den Manor-Kunstpreis Basel 1994 und den Prix Meret Oppenheim 2010. Sie waren als P.S.1-Stipendiatinnen in New York tätig und gehörten dem künstlerischen Team von „Panorama Schweiz“ für die expo.02 in Murten an. Sie leben und arbeiten in Basel, Karlsruhe und Berlin.

Oberrheinischer Kunstpreis 2024 Preisverleihung: Jigal Fichtner (hierauf zu sehen v.l.n.r.: Marco Steffens (Oberbürgermeister Stadt Offenburg), Axel Lotz (Vorsitzender Förderkreis Kunst + Kultur), Claudia Müller, Julia Müller, Maja Wismer (Leiterin für Gegenwartskunst am Kunstmuseum Basel) und Sebastian Baden (Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt))

Weitere Infos rund um die Ausstellung und den Preis  finden Sie hier

Städtische Galerie Offenburg
Amand-Goegg-Str.2
Kulturforum, 77654 Offenburg
Tel.  0781 –  82 2040, www.galerie-offenburg.de

Öffnungszeiten: Mi-Fr 14-18 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr
Mo & Di geschlossen und am
24./25./26.12., 31.12., 1.1., 29.3., 5.7.

The Handmaid’s Tale

The Handmaid’s Tale kommt als Musiktheater am Theater Freiburg erstmals in Deutschland auf die Bühne. Regie führt Peter Carp, die Musikalische Leitung übernimmt Ektoras Tartanis.
1990 wurde der Roman der kanadischen Schriftstellerin Margaret Atwood bereits von Volker Schlöndorff und 2017 als Fernsehserie – mit Elisabeth Moss in der Hauptrolle – verfilmt. 1998 schufen der dänische Komponist Poul Ruders und der britische Librettist Paul Bentley aus dem brisanten Stoff eine gefeierte Oper.

(c) Vorschaubild/Theater Freiburg

Basierend auf Margaret Atwoods dystopischen Erfolgsroman erzählt die Oper des dänischen Komponisten Poul Ruders aus dem Jahr 1998 die Geschichte der Magd Offred in dem fiktiven, streng patriarchalen, christlich-fundamentalistischen Gilead. Hier werden Frauen exklusiv für ihre Fähigkeit, Kinder zu gebären, geschätzt. Viele werden zu „Handmaids“: Konkubinen der mächtigsten Männer der Regierung. Wer ein Baby für den Staat bekommt, überlebt. Und wer nicht, darf ohne Schutzausrüstung die zunehmende Nuklearwüste außerhalb Gileads Grenzen aufräumen. Bis zum Tod.

Der Erfolgsroman The Handmaid’s Tale ist zwar fiktiv, aber eher „speculative fiction“, wie Atwood es selbst bezeichnet. Alles, was in der finsteren Realität des Romans vorkommt, war entweder bis in die 1980er-Jahren schon passiert oder mit den Technologien der Zeit zumindest denkbar. Ihr Fokus auf die Klimakatastrophe, auf Menschenrechtsverstöße und das ständige Infragestellen der Demokratie fanden in jedem Jahrzehnt der letzten fast 50 Jahre Widerhall. Ihr Buch wurde mehr als 8 Millionen Mal verkauft, 2017 erhielt Atwood den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Premiere: 28.06.2024 // 19.30 Uhr 
THE HANDMAID‘S TALE
Poul Ruders und Paul Bentley nach Margaret Atwood
Regie: Peter Carp // Musikalische Leitung: Ektoras Tartanis

Weitere Informationen und weitere Termine: theater.freiburg.de

Troubadour

Neuinszenierung an der Staatsoper Stuttgart – In Verdis Oper verschmelzen Realität und Fiktion auf faszinierende Weise: Verdi lässt seine Figuren aus den entferntesten Ecken in den ungewöhnlichsten Konstellationen aufeinandertreffen und zeichnet ihre Gefühlsregungen mit musikalischer Präzision auf. Dabei  dreht sich um die konfliktreiche Liebesgeschichte zwischen dem Troubadour Manrico und der adeligen Leonora, die von dem eifersüchtigen Graf Luna begehrt wird.

IL TROVATORE: Kristina Stanek (Azucena), Artist*innen, Atalla Ayan (Manrico); 2024, Foto: Matthias Baus
IL TROVATORE: Ernesto Petti (Graf von Luna), Selene Zanetti (Leonora), Atalla Ayan (Manrico) 2024, Foto: Matthias Baus

Ein zentrales Element der Geschichte ist die düstere Vergangenheit von Manricos Mutter Azucena, die von Rache an Luna getrieben wird. Verdi verbindet in dieser Oper kraftvolle Arien und dramatische Chöre, um die emotionalen Höhen und Tiefen seiner Charaktere lebendig zu machen. Regisseur Paul-Georg Dittrich und sein Team greifen diesen Gedanken für ihre Neuinszenierung in Stuttgart auf und stellen die dramatischen Schlaglichter in den Mittelpunkt. Dittrichs Arbeit zeichnet sich durch poetisches Geschichtenerzählen, die Integration audiovisueller Medien und die künstlerische Suche nach einer modernen Symbiose von Musik- und Sprechtheater aus.

IL TROVATORE: Selene Zanetti (Leonora), Atalla Ayan (Manrico), Kristina Stanek (Azucena), Artist*innen, Ernesto Petti (Graf von Luna); 2024, Foto: Matthias Baus
IL TROVATORE: Ernesto Petti (Graf von Luna); 2024, Foto: Matthias Baus

Dabei experimentiert er mit neuen Spielformen und unkonventionellen Bühnenräumen.

„Wir unterteilen den ‚Troubadour‘ in surreale, traumartige Bilder und sehen den Abend nicht als durchgehende Handlung“, erklärt Dittrich.  „Vielmehr entsteht eine Art Ausstellung, Bilder eines einzigen Lebens. Unser Ziel ist es, eine assoziative und atmosphärische ‚Trovatore-Maschine‘ auf der Bühne zu erschaffen, die die losen Schnittstellen in Verdis Dramaturgie noch sichtbarer und erfahrbarer macht. Verdis Musik dient dabei als psychologisches Bindeglied zwischen Raum und Zeit sowie unseren Bildern.“

Regisseur Paul-Georg Dittrich

Die musikalische Leitung liegt bei dem italienischen Dirigenten Antonello Manacorda. Atalla Ayan debütiert als Manrico, Kristina Stanek gastiert als Azucena, Ernesto Petti als Graf von Luna. Michael Nagl ist in der Rolle des Ferrando zu erleben. Neben dem Staatsopernchor ist auch der Kinderchor der Staatsoper Stuttgart beteiligt.

PREMIERE: 9. Juni 2024, 18 Uhr
Weitere Vorstellungen
12. / 16. / 23. Juni 2024
1. / 4. / 9. / 16. Juli 2024
Mehr unter: www.staatsoper-stuttgart.de

Die Ermittlung

Regisseur RP Kahl hat das Theaterstück „Die Ermittlung“ von Peter Weiss mit 60 Schauspieler:innen für die Kinoleinwand inszeniert. Das künstlerisch radikale Filmprojekt wird Anfang Juli beim Filmfest München in Anwesenheit zahlreicher Mitwirkenden Weltpremiere feiern.

Peter Weiss‘ „Oratorium in 11 Gesängen“ wurde 1965 uraufgeführt und basiert auf persönlichen Aufzeichnungen, Zeitungsartikeln und Protokollen des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963 bis 1965). In unmissverständlich klarer Sprache zu einem lyrischen Klagegesang verdichtet und montiert, konfrontiert das Stück Täter und Opfer und lässt das Grauen in Auschwitz spürbar werden.

Im Zentrum des Films stehen ein Richter, ein Verteidiger und ein Ankläger, die im Rahmen der Verhandlung auf 28 Zeuginnen und Zeugen treffen, die von ihren Erlebnissen und Beobachtungen in Auschwitz berichten. Weitere 11 Zeugen der ehemaligen Lagerverwaltung sagen vor Gericht aus. Die 18 Angeklagten werden im Prozess mit Beschreibungen der Zeuginnen und Zeugen konfrontiert und sollen Stellung beziehen.
Nach einer intensiven, vierwöchigen Probenzeit haben 60 Schauspielerinnen und Schauspieler den Text von Peter Weiss für die Kinoleinwand zum Leben erweckt. An insgesamt fünf Drehtagen wurden die einzelnen Gesänge im Studio Berlin Adlershof mit einem ausgefeilten visuellen Konzept in jeweils nur einer Einstellung gedreht – eingefangen von insgesamt acht Kameras.
In den Hauptrollen sind Rainer Bock als Richter, Clemens Schick als Ankläger und Bernhard Schütz als Verteidiger zu sehen. Hochkarätig besetzt sind auch alle anderen Rollen, so werden die Zeuginnen und Zeugen von Andreas Anke, Filipp Avdeev, Elisabeth Duda, Marc Fischer, Arno Frisch, Attila Georg Borlan, Dorka Gryllus, Marek Harloff, André Hennicke, Marcel Hensema, Rony Herman, Marco Hofschneider, Robert Hunger-Bühler, René Ifrah, Eva Maria Jost, Christian Kaiser, Klaudiusz Kaufmann, Nicolette Krebitz, Andreas Lechner, Peter Lohmeyer, Jiří Mádl, Karl Markovics, Thomas Meinhardt, Robert Mika, Axel Moustache, Dirk Ossig, Axel Pape, Christiane Paul, Barbara Philipp, Andreas Pietschmann, Ralph Schicha, Peter Schneider, Andreas Schröders, Axel Sichrovsky, André Szymanski, Sabine Timoteo, Tom Wlaschiha, Mark Zak und Matthias Zera verkörpert. In den Rollen der Angeklagten standen Thomas Dehler, Nico Ehrenteit, Wilfried Hochholdinger, Christian Hockenbrink, Timo Jacobs, Ronald Kukulies, Lasse Myhr, Christian Pfeil, Torsten Ranft, Michael Rotschopf, Frank Röth, Matthias Salamon, Niels Bruno Schmidt, Tristan Seith, Michael Schenk, Arndt Schwering-Sohnrey, Adam Venhaus und Till Wonka vor den Kameras.
Kinostart: 25. Juli 2024

DIE ERMITTLUNG ist eine Produktion von Alexander van Dülmen, Film&Mischwaren in Co-Produktion mit ARTE, BR und WDR sowie in Co-Operation mit A Company Film Licensing und wurde gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg, der Film- und Medienstiftung NRW, die BKM, der Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern sowie der FFA und dem DFFF.

Uraufführungen im Zeichen der Gegenwart

Friedemann Vogel, Foto: Roman Novitzky

Am 28. Juni 2024 feiert der Ballettabend NOVITZKY/DAWSON des Stuttgarter Balletts Premiere. Hierfür haben Roman Novitzky und David Dawson, zwei renommierte Choreographen neue Werke geschaffen. Beide Choreographen reagieren mit diesen Werken auf die gegenwärtige gesellschaftliche und politische Weltlage.

Roman Novitzky, Artist in Residence des Stuttgarter Ballett, lässt sich von Dantes Göttlicher Komödie inspirieren. Er konzentriert sich auf die zeitlose Thematik der Entscheidungsfindung und die Suche nach dem richtigen Weg. Abweichend von der Reihenfolge bei Dante bewegt sich Novitzkys Hauptfigur vom Paradies über ein Zwischenstadium zur Hölle. Indem er klassische Stücke von Komponisten wie Franz Schubert in die Auftragskomposition von Henry Vega einbezieht, schafft Novitzky eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, um gesellschaftliche Entwicklungen in einer klassisch-modernen Tanzsprache zu hinterfragen.
David Dawson kreiert seit über 20 Jahren weltweit für die größten Compagnien und ist seit der Spielzeit 2020/21 Associate Choreographer des Semperoper Ballett. In seiner neuen Choreographie Symphony No. 2 strebt Dawson danach, das klassische Ballett auf ein neues Niveau zu heben und die Grenzen des Möglichen für die Tänzerinnen und Tänzer zu erweitern. Seine Arbeit schafft durch pure Sinnlichkeit und Schönheit ein tänzerisches Gegengewicht zu den verstörenden Zuständen in der Welt.
Der Ballettabend NOVITZKY/DAWSON ist eine eindrucksvolle Fusion von Kunstformen und der kritischen Reflexion über die aktuellen Geschehnisse in der Welt durch die Sprache des Tanzes. Es ist eine Gelegenheit, sowohl die künstlerische Brillanz der Choreographen als auch ihre Sensibilität für die Welt um sie herum zu erleben.
Premiere am 28. Juni 2024; weitere Vorstellungen:
30. Juni 2024, 2./3./6./8./11./21./22. Juli.
Weitere Informationen:
www.stuttgarter-ballett.de, Karten: Fon 0711/20 20 90

Moon, Sun & Earth – QLOCKTWO

Von Schwäbisch Gmünd in die Welt – Mit der einfachen, aber genialen Idee der beiden Künstler Marco Biegert und Andreas Funk, die Zeit so darzustellen, wie der Mensch sie erschaffen hat, haben die beiden mit ihrer Manufaktur QLOCKTWO in Schwäbisch Gmünd internationale Bekanntheit erlangt. Viele Jahre arbeiteten die beiden Freunde in ihrem Atelier an der Umsetzung ihrer ersten Uhr, bis sie 2009 schließlich die EARTH präsentierten.

Wandobjekt ClockTwo Earth 45 Vintage Copper

Ihre Ideen Zeit in Worten, statt in Ziffern auszudrücken und in der jeweiligen Muttersprache darzustellen fanden rasch Anklang in der internationalen Designszene. Ebenso wie die individuelle Oberflächengestaltung, die etwa aus Millionen Jahre altem Schiefer oder 24-Karat-Blattgold neue Maßstäbe im Uhrendesign setzt.

Die Künstler Marco Biegert (links) und Andreas Funk

Mehr als 40 internationalen Auszeichnungen, darunter den German Design Award und Red Dot Design Award haben sie bereits gewonnen. Aber keine Zeit für das Duo und Geschäftsführer Jens Adamik sich auf den Lorbeeren auszuruhen, ganz im Gegenteil, für sie ist es Ansporn für immer neue Kreationen.

QLOCKTWO Moon 90 Midnight Moon Gold

Im Herbst 2023 öffnete die Einführung der MOON den Beginn eines neuen Kapitels. „Der Mond hat die Menschheit seit jeher inspiriert, er ist ein kultureller Spiegel der Gesellschaft – über Jahrhunderte hinweg prägend. Er hat über alle Zeiten Künstler und Wissenschaftler inspiriert, deren Werke und das Schaffen geleitet“, erläutert Marco Biegert die Grundidee. In einem Mondzyklus von Vollmond zu Vollmond dreht sich die Zeitanzeige der MOON 28-Mal und zeigt exakt an, wie der Mond am Sternenhimmel zu sehen ist.

QLOCKTWO: Platinum

Aber damit nicht genug: Mit der QLOCKTWO SUN ist für die nächsten Jahren bereits ein drittes Objekt geplant. Damit schließt sich der Kreis und gleichzeitig die Vision von Biegert und Funk von einem Triptychon über die Zeit, genannt QLOCKTWO UNIVERSE, bestehend aus EARTH, MOON und SUN. Mittlerweile umfasst das Team von QLOCKTWO 65 Mitarbeitende. Das Thema Nachhaltigkeit spielt bei dem schwäbischen Unternehmen eine wichtige Rolle und auch das Thema Regionalität hat in der Manufaktur immer Vorrang.

In Städten wie Stuttgart, Schwäbisch Gmünd und Hamburg hat sich QLOCKTWO bereits mit eigenen Galerien und Showrooms etabliert. Mit der Eröffnung in München kam im Februar 2024 nun noch ein weiterer Standort hinzu. Auch international passiert viel: In der Schweiz, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den Vereinigten Staaten von Amerika entstanden Niederlassungen. Weitere Vertriebsstandorte in Indien und Singapur sind in Planung. Dennoch, so betont Jens Adamik: „Bedeutend ist trotz aller internationalen Präsenz, dass wir um unsere Wurzeln wissen: QLOCKTWO ist immer Handwerkskunst ‚Made in Germany‘. Das bedeutet: Unsere handgefertigten Zeitobjekte werden in der Manufaktur in Schwäbisch Gmünd auch weiterhin nach höchsten Qualitätsstandards geschaffen und die individuellen Oberflächen je nach Modell von Kunsthandwerkern aus unserer Region veredelt.“
Beitrag: Claudia Fenkart

Erhältlich sind die Zeit-Objekte weltweit über Fachhandelspartner in den Bereichen Uhren, Schmuck und Interior und in eigenen Flagship-Stores oder online.
Alle Infos: www.qlocktwo.com

Alle Abbildungen © QLOCKTWO Manufacture GmbH

„Expo Rethink:Design Klimarelevanz“

Vom 27. Mai bis 04. Juli 2024 wird das Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg in Stuttgart zum Treffpunkt für alle, die konstruktiv nach vorne blicken und die Zukunft aktiv anpacken. Die Ausstellung „EXPO RETHINK:DESIGN Klimarelevanz“ zeigt Materialentwicklungen, Produktkonzepte, Forschungsinitiativen sowie Technologien, deren positive Impacts schon heute verfügbar sind.
Wie Design und Forschung die Klima-Transformation auf den Weg bringt…

Es gibt heute wohl kein Produkt, das ohne ökologischen Rucksack daherkommt. Wie groß und schwerwiegend dieser Rucksack letztlich ausfällt, entscheidet sich bereits ganz früh. 80 Prozent der Umweltauswirkungen, so hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) ermittelt, lassen sich bereits während der Konzeptions- und damit Designphase beeinflussen – negativ wie positiv.
Design ist also ein wichtiger Faktor auf dem Weg zu einer nachhaltigeren, ressourcensparsameren und auch klimaneutraleren Welt.
Seit dem Frühjahr 2022 geht das Design Center diesem Zusammenhang nach und zeigt, was Unternehmen, Designagenturen oder Forscherinnen und Forscher aus Baden-Württemberg zur großen Transformation beitragen. Mit dem Format RETHINK:DESIGN Klimarelevanz werden Mindsets, neue Ideen und Lösungen mit beispielhaftem Charakter und großem Impact-Potenzial gezeigt. Es geht um das Weiterdenken, die Vernetzung, den Perspektivwechsel und Relevanz von intelligentem, zukunftsweisendem Design für die Entwicklung neuer Produkte oder Services. Es geht aber auch um innovative Materialien, um neue Fertigungsprozesse, um neue Technologien, die ihren Weg in den Alltag finden.
In der Ausstellung kann man seltene Blicke hinter die Kulisse der Protagonisten werfen und gewinnt einen intensiven Eindruck von der Bandbreite, in der sich im Bereich Nachhaltigkeit abspielen kann und muss.


Mehr zur Ausstellung  finden Sie hier

Designcenter BW: Interessante Interviews von Fachleuten rund um das Thema finden Sie hier

Mannheimer Sommer

Das Nationaltheater Mannheim lädt am 29. Juni im Rahmen seines Festivals „Mannheimer Sommer“ zu gleich drei besonderen Abendveranstaltungen ins Schwetzinger Schloss.

Christian Brückner, Foto: Matthias Bothor

In einer Komposition aus Text und Musik entführen uns Christian Brückner, dessen sonore Stimme nicht nur Fans von Robert De Niro bekannt sein sollte, und Elbtonal Percussion in die unbändigen Weiten der Weltmeere. Die Hamburger Schlagwerker verwandeln Ahabs Abenteuer in Herman Melvilles großem Roman aus dem Jahr 1851 in kraftvolle Rhythmen und einen epischen Sound.

Don Giovanni oder Don Juan: Ein Name, der eine tiefe Spur in der Kulturgeschichte hinterlassen hat. Verführer, Genießer, Philosoph, perfekter Liebhaber – und, wenn man ihn genau betrachtet, durch seine Laster ein beispielhafter Antiheld. Dieses als Oper aller Opern gefeierte Werk, das Mozart 1787 persönlich am Dirigentenpult in Prag uraufgeführt hat, führt das Ensemble des Nationaltheater Mannheim in Koproduktion mit dem Nationaltheater Prag auf.

Don Giovanni, Foto: Jan Pohribný / NTM

Im Anschluss findet in den Foyers des Schlosstheaters ein mittsommerlicher Maskenball statt. Kommen Sie kostümiert im venezianischen Stil und erhalten Sie ein Freigetränk! Die Eintrittskarte zur Lesung von »Moby Dick« berechtigt zum Eintritt.

Alle Veranstaltungen zum Mannheimer Sommer finden Sie hier
Offizieller Trailer:

Klosterkonzerte Maulbronn

Seit 30 Jahren gehört die ehemalige Zisterzienserabtei Maulbronn zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Mauern, die einst auch Klosterschüler wie Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin oder Hermann Hesse beherbergten, besitzen seit je her eine besondere Kraft der schöpferischen Inspiration. Seit mehr als 55 Jahren sorgen die Klosterkonzerte Maulbronn dabei für die passende Klangkulisse.

Kloster Maulbronn, Foto: Conrad Schmitz

Auch in diesem Jahr werden die alten Gemäuer zwischen dem 18. Mai und dem 29. September wieder von Musik erfüllt. Das Balthasar-Neumann-Orchester lädt zur Eröffnung mit Werken von Bach und Telemann zu einem »Fest mit Pauken und Trompeten«. Wie ein roter Faden ziehen sich barocke Klänge durch das Musikfestival im Weltkulturerbe: Die lautten compagney nutzt die hervorragende Akustik des Laienrefektoriums am 2. Juni für einen musikalischen Ausflug in die Zeit des Westphälischen Friedens, der Trompeter Gábor Boldoczki lässt am 13. September prunkvolle Musik vom Hofe des Sonnenkönigs in der Klosterkirche erschallen und das Alte-Musik-Ensemble La Centifolia macht sich am 27. September auf die Fährte der »Ciaconna!« – quer durch die europäische Barockmusik.

Maulbronner Kammerchor © Conrad-Schmitz

Mit dem Maulbronner Kammerchor verfügt das Festival über ein ausgezeichnetes Vokalensemble, das gleich fünf Mal zu erleben sein wird. Ganz besondere Termine sind die beiden Wanderkonzerte am 8. und 9. Juni, bei welchen die Sängerinnen und Sänger sich gemeinsam mit ihrem Publikum auf den Weg durch die malerische Kulturlandschaft rund um das Kloster machen. Die oratorischen Konzerte am 21. und 22. September krönen die Auftritte des Chors: Als Solisten in Mendelssohns »Der 42. Psalm« und Brahms’ »Ein deutsches Requiem« konnten mit Marlis Petersen und Konstantin Krimmel zwei absolute Stars verpflichtet werden.
Daneben locken Quintabulous & Vocoder, zwei Gewinner-Ensembles des Deutschen Chorwettbewerbs 2023, am 13. Juli zum Stelldichein in den Kreuzganggarten und mit dem Calmus-Ensemble beschließt eine renommierte Größe der A-cappella-Szene am 29. September die Saison in der Klosterkirche.

Lautten Compagney © Ludwig Ohla

Mit dem Pianisten und Permanent Artist in Residence Bernd Glemser dreht sich inzwischen zum 18. Mal alles um die Kammermusik. Vom 30. August bis 7. September lädt er wieder befreundete Musiker zu seiner Kammermusikwoche ins Laienrefektorium.

Bernd Glemser © Steffen Maier

Daneben spielt die Kammermusik auch in zahlreichen anderen Konzerten eine wichtige Rolle im Programm des Festivals: Sei es das Duo-Konzert Violine und Klavier des lettischen Geschwisterpaars Baiba und Lauma Skride am 16. Juni oder andere spannende Formationen.

Konzert im Innenhof des Kreuzgangs Kloster Maulbronn,, Foto: Conrad Schmitz

Der Kreuzganggarten liefert im Juli wieder das richtige Ambiente für allerlei musikalische Sternstunden: ein lauer Sommerabend mit dem Flamenco-Duo Café del Mundo am 6. Juli, fantastische Musik rund um die Nacht mit dem Romain Leleu Sextett am 7. Juli sowie ein aufregender Abend unter dem Titel »Chill & Thrill« mit dem Geiger Aleksey Igudesman und der Schlagwerkerin Lucy Landymore am 12. Juli.

Aleksey Igudesman und Lucy Landymore © Julia Wesely

Weitere Info:
Klosterkonzerte Maubronn,
www.klosterkonzerte.de,
Karten, Fon 07043 10311

Konzert in der Klosterkirche Maulbronn, Foto: Conrad-Schmitz

Cornelius Meister

Er beherrscht die Massen. Erst vor wenigen Wochen hat er im Stuttgarter Beethovensaal bei Gustav Mahlers dritter Sinfonie gemeinsam mit dem Staatsorchester akustische Breitwandpanoramen ausgebreitet – und innerhalb der gebotenen Ohren-Opulenz ganz Unterschiedliches zusammengebracht: einfaches und Komplexes, Natur und Kultur, Säkulares und Profanes, hohen Ton und Naivität. Obendrein hat er das Ganze (wie sehr oft) auswendig dirigiert, um sich eineinhalb Stunden lang ganz auf den Dialog mit denen konzentrieren zu können, die spielend auf seine Gesten und Mimik reagieren.

Cornelius Meister, Foto: Matthias Baus

Im fast noch jugendlichen Alter von 38 Jahren hat Cornelius Meister 2028 sein Amt als Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart angetreten. Mittlerweile ist er 44. Während der Corona-Pandemie hat sich der Sprössling einer Musiker-(vor allem: Pianisten-)Dynastie aus Hannover einen Bart wachsen lassen. Ansonsten aber ist er geblieben, was er immer schon war: ein stets freundlicher Kommunikator, ein Teamworker der Kunst, der sich gleich nach seiner Berufung zum musikalischen Chef des Opernhauses in allen Abteilungen persönlich vorstellte; ein Mensch, der viel lächelt und jeden grüßt. Außerdem ist er ein begeisterter Läufer, der mit Vorliebe vor Konzerten und Opernaufführungen joggend seinen Geist erfrischt. Und er ist ein mindestens ebenso begeisterter Radfahrer, der täglich vom Stuttgarter Osten aus zur Arbeit radelt – und der, wenn’s auf den Straßen mal allzu glatt war, notfalls auch mit gebrochener Rippe dirigiert. Schon nach seiner Hochzeit 2006 hat der damals jüngste Generalmusikdirektor Deutschlands seine Braut, eine Sängerin, mit einer Fahrradrikscha von der Kirche zur Party ins Heidelberger Theater gefahren, wo er dann vom Ensemble ein blaues Tandem geschenkt bekam. Das benutzt er bis heute.

Cornelius Meister ist Familienmensch, er hat drei Kinder. Er ist ein akribischer Arbeiter (der zum Beispiel bei Wagners „Lohengrin“ jede einzelne Stimme selbst eingerichtet, also mit Notizen versehen hat). Und er ist ebenso ehrgeizig wie fleißig. Davon profitieren die Zuhörer und Zuschauer seiner Konzerte und Operndirigate weltweit – besonders spektakulär etwa 2022, als er bei den Bayreuther Festspielen als Einspringer den kompletten „Ring“ übernahm. Und davon profitiert auch das Stuttgarter Publikum.
Cornelius Meisters Repertoire ist weit und anspruchsvoll. Als Pianist bringt er sich bei Kammermusik-Konzerten und bei Liederabenden ein. Und dem Dirigenten Meister haben es besonders die großen romantischen „Schinken“ angetan: Die Sinfonien von Schumann und Brahms hat er in Viererpacks aufgeführt, im Stuttgarter Opernhaus hat er unter anderem Wagners „Ring des Nibelungen“ dirigiert, daneben Humperdincks „Hänsel und Gretel“, Puccinis „Tosca“, Dvoráks „Rusalka“, Strauss‘ „Elektra“ und „Die Frau ohne Schatten“. Daneben aber auch Hans Werner Henzes „Prinz von Homburg“. Und, natürlich, die Bühnenwerke seines Leib-und-Magen-Komponisten Mozart, „Die Zauberflöte“, „Die Entführung aus dem Serail“ und „Don Giovanni“.

Cornelius Meister, Foto: Matthias Baus

Überall bringt Cornelius Meister Übersicht ins Spiel. Und Klarheit. Das große Ganze behält er im Blick – und feilt gleichzeitig an Details, die dann zuweilen (auf ganz unverkrampfte Weise!) so blankpoliert erklingen, wie er selbst aussieht. Haben zum Beispiel die fallenden Terzen zu Beginn von Brahms‘ vierter Sinfonie je so leicht geklungen wie bei diesem Dirigenten?

Cornelius Meister, Foto: Matthias Baus

Auf Haarschnitt und Bekleidung legt Meister so viel Wert, dass er auch als Model gute Chancen hätte. Das passt zu seinem stets verbindlichen Ton und zu der Eloquenz des Hochbegabten, der neben Musik auch Philosophie studiert hat. Was er sagt, ist druckreif. Und manchmal auf liebenswerte Weise altbacken. Das Wort „mannigfach“ etwa ist eines seiner Lieblingsworte, und wer den Generalmusikdirektor jemals an seinem Arbeitsplatz besucht hat, dürfte auch andere positive Aspekte von „old school“ genossen zu haben. Da ist keine Tür, die der Meister dem Gast nicht vorauseilend öffnen, kein Stuhl, den er ihm oder ihr nicht zurechtrücken würde, und das hat auch mit dem Selbst- und Weltbild des Dirigenten zu tun. Cornelius Meister ist ein politischer Mensch – nicht nur dann, wenn ihn ein verordneter Lockdown dazu bringt, Menschen auf Balkonen singen und Orchestermusiker vor nur einem Zuhörenden spielen zu lassen. Er glaubt an die Kraft des Miteinanders selbst im Heterogenen. Nicht nur bei den Gegensätzen in Gustav Mahlers Sinfonien, sondern auch beim Zugehen auf Menschen in der Stadt, die in der klassischen Musik (noch) nicht zu Hause sind. Deshalb sagt er nie Nein, wenn er irgendwo mitmachen oder mitdiskutieren soll. Und er hält immer an, wenn man ihm grüßend auf dem Fahrrad begegnet. Nahbarer kann ein Maestro nicht sein.
Text: von Susanne Benda
Bio/Info
Cornelius Meister wurde 1980 in Hannover geboren. Studium in Hannover. 2005-2012 Generalmusikdirektor am
Theater Heidelberg, 2010-2018 Chefdirigent des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien. Seit 2018 Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart (Vertrag z. Zt. bis 2026), daneben weltweit Gastdirigate, u. a. an der Metropolitan Opera, bei den Salzburger Festspielen, an der Mailänder Scala und bei den Bayreuther Festspielen.

Aktuelle Opern-Vorstellungen
und Konzerte mit Cornelius Meister
in Stuttgart:
Staatsoper Stuttgart:
Richard Strauss Elektra
Richard Wagner Tristan und Isolde
Götterdämmerung
Kurt Weill Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Sinfoniekonzert , Werke von Mozart,
Schostakowitsch, Dvořák
Staatsorchester Stuttgart (16 und 17. Juni)
Sinfoniekonzert
mit Werken von Tschaikowsky
Staatsorchester Stuttgart (14. und 15. Juli)
Info & Karten:
www.staatsoper-stuttgart.de