Museen als erweiterten
Lebensraum sehen

Das Landesmuseum Stuttgart im Alten Schloss befindet sich seit kurzem unter neuer Flagge. Seit März ist Dr. Astrid Pellengahr seine neue Direktorin. „Herzblut“ benennt sie als wichtigste Grundvoraussetzung für ihre Arbeit. Im März 2020 trat Prof. Dr. Astrid Pellengahr, die Nachfolge von Prof. Dr. Cornelia Ewigleben als Direktorin des Landesmuseums Württemberg an. 1967 in Heide (Schleswig-Holstein) geboren, hat sie die Museumsarbeit „von der Pike auf“ gelernt. Die studierte Kulturwissenschaftlerin und Soziologin hatte zunächst das Stadtmuseum Kaufbeuren und das Deutsche Jagdmuseum München geleitet. Seit 2014 betreute sie als Leiterin der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern rund 1250 Museen. Daneben ist sie Mitglied in zahlreichen Kuratorien und wissenschaftlichen Beiräten von Museen und Kultureinrichtungen und hat immer wieder Lehraufträge an Universitäten wahrgenommen

Latènezeit, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart, Altes Schloss © Foto: Christoph Düpper

Astrid Pellengahr sieht in der Besucherorientierung so etwas wie einen roten Faden, der ihre bisherigen beruflichen Stationen und ihre künftige Arbeit im Landesmuseum Stuttgart verbindet. Dazu will sie in den Ausstellungen vermehrt Anknüpfungspunkte an die Gegenwart bieten. Das Museum besitzt ein enormes Potenzial als Wissensspeicher und Ort, an dem kritische Reflexion ermöglicht und die Welt in ihrer Multiperspektivität dargestellt wird. Die Rolle von kulturhistorischen Museen in einer Gesellschaft, die sich in raschem Tempo wandelt und diversifiziert, sind Themen, die sie ebenso in den Blick nehmen möchte, wie das Thema Digitalisierung. Denn, da ist auch sie sich sicher, dieser Herausforderung müssen sich heute alle Museumsmacher stellen. Astrid Pellengahr sieht gerade in Baden-Württemberg, wo die digitale Transformation bereits gezielt angegangen wurde, große Gestaltungsmöglichkeiten:
„Wir denken das Museum noch zu oft als ummauerten Raum“. Den analogen Raum hält sie weiterhin für wichtig, als Ort der Begegnung mit Originalen, die ihre Faszination auch im digitalen Zeitalter nicht einbüßen. Aber die Museen sollten die Möglichkeiten des erweiterten Raums nutzen, den das Digitale bietet. Das heutige Publikum sei es gewohnt, sich die Inhalte auf eigene Weise kreativ anzueignen und in neue Kontexte zu bringen.

Kunstkammer, Schausammlung „Wahre Schätze“, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart © Foto: Christoph Düpper
Kunstkammer, Schausammlung „Wahre Schätze“, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart © Foto: Christoph Düpper

Einst Schutzburg und Machtzentrum der Württemberger besitzt das Alte Schloss im Herzen Stuttgarts eine überreiche Geschichte. Heute beherbergt der mächtige Gebäudekomplex mit seinem prächtigen Arkadenhof das Landesmuseum Württemberg. Dessen hochkarätige Sammlungen laden ein zu einem Streifzug durch die württembergische und europäische Geschichte. Im Alten Schloss in Stuttgart und in mehreren Außenstellen widmet sich das Landesmuseum Württemberg der regionalen Kunst- und Kulturgeschichte. Es verfügt über mehr als eine Million Objekte von der Steinzeit bis zur Gegenwart und zählt jährlich rund 300000 Besucher.

Mittelalterlicher „Skulpturenschatz“ im Dominikanermuseum Rottweil: die Schausammlung „sakrale kunst des mittelalters – sammlung dursch“ im Dominikanermuseum Rottweil, eines der fünf Zweigmuseen des Landesmuseums Württemberg, Die „Sammlung Dursch“ zählt zu den bedeutenden Ausstellungsstätten gotischer Skulpturen. Hier zu sehen: Schutzmantelmadonna Meister des Dornstädter Altars (?), Ulm, um 1430.

 

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