Eric Golo Stone

Der US-Amerikaner Eric Golo Stone beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der rechtlichen und sozialen Situation von Künstlerinnen und Künstlern – seit diesem Jahr ist er der neue Leiter am Künstlerhaus Stuttgart
Eric Golo Stone (1980*) wirkte u.a. in Los Angeles als Autor, Künstler und Kurator, hat in Kalifornien kuratorische Praxis studiert und sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit der Frage beschäftigt, wie rechtliche und sozioökonomische Aspekte , die die Produktion, Verteilung und Rezeption von Kunst prägen, in die Kunst hineinspielen. Von 2013 bis 2017 war er Kurator bei LAXART, Los Angeles. Im Jahr 2018 organisierte er die Ausstellung und das Programm Contractual Situations We Live By in der Kunsthalle Bern. Zusätzlich zu seiner derzeitigen Arbeit an mehreren Buchprojekten organisiert er den US Code: Titel 26, eine Forschungsinitiative und Ausstellung im Artists Space, New York, die sich mit Beziehungen zwischen Kunstbereich, Steuerrecht und systemischer Ungleichheit in den Vereinigten Staaten beschäftigt. Seine Essays wurden unter anderem in den Kunstzeitschriften Afterall, Oktober, Texte zur Kunst und Flash Art veröffentlicht. Für das Buch Artist Contracts in the Political Economy erhielt er den Arts Writers Grant Creative Capital Preis der Andy Warhol Foundation. In diesem Buch untersucht er, wie Künstler*innen Verträge nutzen, um in die rechtlichen Rahmenbedingungen, Transaktionsstrukturen, Eigentumsbeziehungen, Schuldenverpflichtungen und Arbeitsbedingungen einzugreifen, in denen sie durch ihre künstlerische Produktion tätig sind.

Das Künstlerhaus Stuttgart ist für Stone insofern eine ideale neue Wirkunstsstätte in Europa, weil auch sie seit jeher ein Ort ist, der es ermöglicht, Ideen der institutionellen Steuerung in Frage zu stellen. Die Position ist als mehrjähriges Projekt angelegt und erlaubt es, sich auf die jeweilis eigene künstlerische Praxis zu beziehen und auf strukturelle Probleme zu reagieren, die in der Kunstwelt offensichtlich sind.
Eine junge Generation von Praktizierenden erkennt heute, wie das Kunstfeld weltweit zu einem Indikator und Begleiter für die weit verbreitete sozioökonomische Ungleichheit und Ausbeutung geworden ist. „Ich halte es für unerlässlich“, so Eric Golo Stone anlässlich seiner Berufung, „dass Kunstinstitutionen diesem Bewusstsein Raum geben, indem sie die tatsächlichen Lebensbedingungen und Beziehungen betrachten, in denen die künstlerische Produktion operiert.“

Das Künstlerhaus 

wurde 1978 von Stuttgarter Künstler*innen gegründet und hat sich seitdem zu einer überregional und international wirkenden Institution für Gegenwartskunst entwickelt. Schwerpunkte des Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramms sind die Vermittlung neuester Tendenzen im Bereich bildende Kunst, Architektur, Design und Theorie sowie die Verknüpfung lokaler und internationaler Auseinandersetzungen. Daneben unterhält das Künstlerhaus technische Werkstätten, die Künstler*innen zur Verfügung stehen, sowie ein Atelierprogramm. Das Programm des Künstlerhauses wird durch die Künstlerische Leitung ausgerichtet, die jeweils auf bis zu fünf Jahre durch den Beirat des Künstlerhauses berufen wird. Es befindet sich im Gebäude einer ehemaligen Kofferfabrik in der Reuchlinstraße im Stuttgarter Westen und verfügt über insgesamt vier Stockwerke mit 600 qm Ausstellungsfläche.
Mehr zum Programm: www.kuenstlerhaus.de

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