Felix Rothenhäusler – Neuer Intendant Theater Freiburg

Abbildung: Felix Rothenhäusler (c) Britt Schilling
Felix Rothenhäusler (c) Britt Schilling

Ein Aufbruch für Vielfalt, Nachhaltigkeit und gelebte Gemeinschaft
Mit Felix Rothenhäusler (1981*) beginnt am Theater Freiburg eine neue Ära. Zuvor als Hausregisseur am Theater Bremen aktiv, hatte er sich gegen über 70 Bewerber*innen durchgesetzt und übernimmt nun die Leitung eines der renommiertesten Häuser Baden-Württembergs. Mit ihm gewinnt das Theater Freiburg einen künstlerischen Leiter, der gleichermaßen im Schauspiel wie in der Oper zuhause ist und frischen Wind in die Theaterszene bringt.

Rothenhäusler ist überzeugt: „Demokratie braucht Kunst mehr denn je. Denn nur mit Empathie können wir als offene Gesellschaft überleben.“ Seine Worte setzen den Ton für seine künstlerische und gesellschaftliche Vision. Theater ist für ihn nicht nur Bühne, sondern ein Raum der Begegnung, in dem Menschen einander wirklich begegnen – nicht mit dem Rücken zueinander, sondern im offenen Dialog, immer das Gegenüber im Blick. Seine künstlerische Laufbahn begann Rothenhäusler mit einem Studium der Theater- und Medienwissenschaften in Bayreuth und Paris sowie einem Regiestudium an der Theaterakademie Hamburg. Seine Arbeiten wurden bereits an renommierten Bühnen wie dem Düsseldorfer Schauspielhaus, den Münchner Kammerspielen, der Staatsoper Stuttgart, dem Luzerner Theater, dem Deutschen Theater Göttingen und dem Neumarkt Theater Zürich präsentiert. Immer wieder befragte er auch klassische Stoffe neu, etwa mit „Die Räuber“ oder „Ödipus/Antigone“.

Ein Spielplan für die Stadtgesellschaft
Sein Anspruch ist es, das Theater als lebendigen Ort zu etablieren, der alle Teile der Stadtgesellschaft anspricht. Rothenhäusler steht für ein modernes Volkstheater: offen, vielfältig, mutig und direkt. Er möchte keine Trennung zwischen Populärem und Erhabenem, sondern Theater als Raum der Gemeinschaft und Kooperation – zwischen Menschen, mit der Natur und mit anderen Lebewesen.
Der neue Spielplan fokussiert sich besonders auf Nachhaltigkeit, nicht nur ökologisch, sondern auch künstlerisch. Koproduktionen und künstlerische Kooperationen sind zentrale Elemente seines Ansatzes. So finden sich auf dem Plan beispielsweise Projekte mit dem Theater Neumarkt in Zürich, der Staatsoper Stuttgart, dem Theater Bremen, den Bühnen Bern oder Tanzhäusern in ganz Europa. Jugendprojekte und offene Formate sollen das Theater in der gesamten Stadt verankern.
Theater als Labor für Fragen der Gegenwart
Für Rothenhäusler ist das Theater kein Ort für fertige Antworten. Vielmehr versteht er es als Labor, in dem Fragen der Zeit immer wieder neu verhandelt und abgebildet werden. Im Fokus stehen Themen wie Natur als Ereignis, Queerness als Einladung, die Grundlagen der menschlichen Kommunikation sowie Erinnerungspolitik.
Sein Ziel: Ein Theater, das geteilte Verantwortung lebt, wo Verluste, Freude und Wünsche für ein besseres Leben geteilt werden. Kunst sieht er als den Ort, an dem das Unbekannte nicht gefürchtet, sondern gesucht wird.
Lehre und Auszeichnungen
Neben seiner Arbeit als Regisseur ist Felix Rothenhäusler seit 2017 als Dozent an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg tätig. Seine Stücke werden regelmäßig zu wichtigen Festivals eingeladen – so etwa „REVUE. Über das Sterben der Arten“ zum Heidelberger Stückemarkt oder „Verfall. Ein Picknick im Grünen“.

Alle Infos zum neuen Spielplan: www.theater.freiburg.de