Jenny Erpenbeck

Die Tübinger Poetik-Dozentur hat sich in den letzten Jahrzehnten als renommiertes Forum für Literaturbegeisterte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die Öffentlichkeit etabliert. 1996 von der Stiftung Würth ins Leben gerufen, bringt sie jährlich bedeutende Autorinnen und Autoren ans Deutsche Seminar der Universität Tübingen. 2025 wird diese Tradition durch die Einladung einer der prägendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur fortgesetzt: Jenny Erpenbeck.

Das Foto zeigt die Autorin Jenny Erpenbeck, copyright Katharina Behling
Jenny Erpenbeck, Foto: Katharina Behling

Schon jetzt fiebert die Literaturszene dem Gastspiel der Schriftstellerin entgegen. Geboren 1967 im damaligen Ost-Berlin, begann Erpenbeck ihre Karriere abseits des Literaturbetriebs: Nach ihrer Ausbildung zur Buchbinderin und einem Theaterwissenschaftsstudium arbeitete sie u.a. an der Staatsoper Berlin und führte eigene Inszenierungen auf. Erst 1999 wagte sie sich mit dem vielbeachteten Debütroman „Geschichte vom alten Kind“ in eine neue, literarische Welt – und traf direkt einen Nerv. Ihre Werke werfen eindrucksvolle Schlaglichter auf deutsche Geschichte, Migration, persönliche Schicksale und gesellschaftlichen Wandel. Besonders mit Romanen wie „Heimsuchung“, das sogar in die Auswahl der „100 besten Bücher des 21. Jahrhunderts“ durch den „Guardian“ aufgenommen wurde, oder dem preisgekrönten Werk „Kairos“, gelingt Erpenbeck eine intensive Auseinandersetzung mit Zeitgeschichte und Identität.
Ein Blick auf ihr Gesamtwerk zeigt: Jenny Erpenbeck ist keine Autorin, die sich auf Wiederholungen ausruht. Jedes neue Buch eröffnet andere Perspektiven, experimentiert mit Formen und stellt existenzielle Fragen. Ihr feines Gespür für Zeitgeist und Abgründe des Menschlichen macht sie zu einer faszinierenden Erzählerin der Gegenwart. In ihrer kommenden Poetik-Vorlesung dürfen wir uns auf inspirierende Einsichten, lebendige Diskussionen und neue Impulse für die Literatur freuen.

Die Tübinger Poetik-Dozentur versteht sich als Brücke zwischen Autor und Publikum. Studierende, Dozierende und Interessierte erhalten die seltene Gelegenheit, hautnah mit einer vielfach ausgezeichneten Autorin ins Gespräch zu kommen. Zu Erpenbecks Ehrungen zählen namhafte Auszeichnungen wie der Internationale Booker Prize (2024), der Thomas-Mann-Preis oder der Europäische Literaturpreis. Ihre Bücher sind mittlerweile in mehr als dreißig Sprachen erschienen und berühren Menschen weltweit.

Die 38. Tübinger Poetik-Dozentur 2025 findet 
von 16. bis 21. November 2025 statt.
Termine: 17. November: Vorlesung von Jenny Erpenbeck, 18. November: Vortrag von Ute und Werner Mahler, 19. November: Jenny Erpenbeck im Gespräch, 20. November: Vorlesung von Peter Wawerzinek. Die Veranstaltungen können auch über einen Live-Stream verfolgt werden. Veranstaltungsort: Universität Tübingen, jeweils 19 Uhr, Alte Aula, Münzgasse 30. Der Eintritt ist frei; eine Anmeldung ist nicht notwendig. Einlass ab 18:30 Uhr.